#1

Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 16:08
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Saarländisches Doppel
Historiker: Honecker erwog deutsch-deutsche Konföderation mit Lafontaine


" Der Leiter des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam, Martin Sabrow, sagte der "Zeit", Honecker habe 1989 angesichts der Krise in der DDR „mit dem Gedanken an eine deutsch-deutsche Konföderation unter der Führung des Saarländers Honecker in Ostdeutschland und des Saarländers Oskar Lafontaine im Westen gespielt“. Honecker, der wie Lafontaine aus dem Saarland stammt, wäre am 25. August 100 Jahre alt geworden.

Nach Angaben des Historikers deuten manche Indizien darauf hin, „dass Honecker seinen sentimentalen Saarpatriotismus als historische Chance begriffen haben könnte“. Ohne das Eingreifen der aufbegehrenden DDR-Bevölkerung „hätten nach den Bundestagswahlen 1990 und dem vorgezogenen zwölften Parteitag der SED im selben Jahr womöglich mit Honecker und Lafontaine zwei Saarländer an der Spitze der deutschen Staaten gestanden.

Dass danach der Tausch von wirtschaftlicher Hilfe gegen politische Erleichterungen zu einer deutsch-deutschen Vertragsgemeinschaft hätte führen können, wäre kein völlig absurdes Kalkül Honeckers gewesen“, sagte Sabrow. Die These könne erklären, warum der greise Diktator sich bis zur Entmachtung „starrsinnig an seiner aussichtslosen Herrschaft festklammerte“. Lafontaine spielte bei dem möglichen Planspiel laut Sabrow keine aktive Rolle...."

Quellen: http://www.tagesspiegel.de/politik/saarl...ne/7045322.html
http://www.zeit.de/2012/35/Honecker-100-Jahre/seite-1

Wenn diese These stimmen sollte, erscheint das Attentat auf Lafontaine am 25. April 1990 in einem ganz anderen Licht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Lafon...at_der_SPD_1990


zuletzt bearbeitet 24.08.2012 16:25 | nach oben springen

#2

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 19:37
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das erinnert an den Versprecher von Helmut Kohl im Bundestag als er den Oskar mit "Kollege Honecker" ansprach.


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#3

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 19:43
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Ich erinnere mich an Honeckers Besuch 1987 im Westen. Irgendwie schienen da auch heimatliche Gefühle hochzukommen.
Von Oskar auf saarländisch begrüßt ("willkomme dahemm") sagte er sinngemäß: "...es wird der Tag kommen, da uns Grenzen nicht
mehr trennen, sondern verbinden...."
Schade eigentlich, dass er diese linie nicht mehr weiter verfolgte, sondern bald darauf wieder zu machte.
Wer es denn überhaupt eine Linie oder nur ein spontaner Gefühlsausbruch?
Jedenfalls, ohne die Sowjets wäre gar nichts gegangen, auch nicht mit Gorbi....


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#4

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 19:57
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Hm, die These klingt durchaus interessant, aber ob das je belegbar sein wird?
Ich weis nicht was Erich hinterlassen hat und was in seinen Büchern steht, steht da nichts, wirds vermutlich wohl nicht zutreffen.

Aber interessant ist das durchaus, denn es stellt sich damit die Frage, wie real die Chance des Überlebends der DDR gewesen wäre und ob man auf diesem Weg doch noch das geschaffen hätte, was eigentlich mal angedacht war.

Aber ich glaube, auch wenn das Volk den Staat nicht gestürzt hätte, dann hätten es seine Nachfolger, Mitbewerber und Nebenbuhler getan.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#5

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 20:05
von Ex-Huf (gelöscht)
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Nach meinem laienhaften Verständnis und nach meiner Erinnerung an jene Zeit wären solche Überlegungen, auch noch von seiten EH´s, nicht vorstellbar.
Es sei daran erinnert, dass in jenem hypothetischen Fall sich bestimmt schon Margot H. und/oder enge Vertraute Honeckers zu Wort gemeldet hätten nach dem Motto: "Wir wollten schon lange, dass die Deutschen zusammengehen."

VG Ex-Huf


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#6

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 20:39
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ja das sehe ich genauso, das dachte ich nämlich auch, dass es irgendwo bereits verzeichnet sein würde.
Auf Margot kam ich garnicht aber da hast Du wohl recht.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#7

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 20:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Für mich absolut unvorstellbar, wie hätte man das praktisch durchsetzen wollen?

Auf der einen Seite soll ich die BRD als befreundeten Gliedstaaten ansehen und auf der anderen als Klassenfeind, auf der einen Seite Bürger, die Gesetze verletzen und unser Staats- und Gesellschaftssystem bedrohen, entsprechend den Gesetzen verfolgen und auf der anderen Seite die sie inspirierende und von ihnen präferierte konträre Staats- und Gesellschaftsordung als Partner anerkennen?

Da wäre ich nicht mitgegangen, dass hätte bedeutet die eigene Weltanschauung/Ideologie aufzugeben oder zu verleugnen und so wäre es sicher der Masse der Angehörigen der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR gegangen. An diesen Widersprüchen wäre die DDR dann ebenfalls zugrunde gegangen.

Also nur undurchführbare Gedankenspiele, da hätte eine vernünftige Wirtschaftspolitik eher die Rettung bedeutet!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 20:49
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Naja und dann würde ich auch vermuten, dass alle Tendenzen der theoretisch beidseitig gewollten politischen Annäherung beider deutscher Staaten nicht nur von Gorbi in der UdSSR abhing, sondern spätestens beim "Petting" die Amerikaner, Briten und Franzosen ein Fass aufgemacht hätten.
Also, ich würde diese These ins Reich der Spekulation oder auch der süßen Märchen schicken.

Und war denn in der alten Bundesrepublik eine Mehrheit bereit, viel für die Einheit zu geben? Und somit jene theoretisch erörtete Annäherung mehrheitlich demokratisch dauerhaft zu stützen?

Ex-Huf


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#9

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 21:30
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat
da hätte eine vernünftige Wirtschaftspolitik eher die Rettung bedeutet!


Darum wirds auch nur gegangen sein wenn man mal annimmt das die These zutrifft.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#10

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 21:35
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Mitte der achtziger Jahre war im Westen nicht mehr so sehr die Rede von den "Schwestern und Brüder", es kamen die Millionenkredite, der Abbau der Selbstschussanlagen, der Staatsbesuch Honeckers im Westen... Meine Bekannten meinten damals jetzt komme die vollständige Anerkennung der DDR Staatsbürgerschaft. Mit dem Wegfall des Bleiberechtes in der BRD mehr Reisefreiheit und Abbau der Grenzsicherung! Ich sah das nicht so positiv, aber für mich lief es schon in diese Richtung. Eine lockere Konföderation ohne Änderung der militärischen Bündnisstrukturen, damit hätten die Weltkriegsallierten leben können. Insbesondere, da die DDR "die Mauer" vollständig aus dem eigenen Sack bezahlen und unterhalten mussten, ist ein Hinweis dafür, dass sich die SU nicht so sehr für die Migrationspolitik der Deutschen interessierte. Wenn man die Abwanderung aus der DDR ohne Mauer hätte stoppen können, hätte man sie mit Billigung der SU ohne weiteres abreissen können. Denn militärisch war sie nutzlos.
Theo


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#11

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 21:39
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Interessant an dieser ganzen Geschichte ist mehr was aus dem Gespräch welches Herr Sabrow mit H.-J Neubauerder vom Magazin "Die Zeit"geführt hat, gemacht wurde.

Einzig die "Berliner Morgenpost" benennt in ihrer Zusammenfassung des Gespräches was die Aussagen Herrn Schabrow betreffen klar was sie sind: Spekulation und nichts weiter.
Quelle: hier

In keinem Nebensatz bezieht er sich auch nur Ansatzweise darauf wie er zu solchen Annahmen kommt, ich meine damit persönliche Notizen von E. H. selber oder von Vertrauten (hatte er überhaupt welche?) etc.
Nichts dergleichen wird im Gespräch erwähnt und damit sinniert Herr Prof. elegant über einen Gedanken welcher die Journalie erfreut; endlich was für's Sommerloch; und Hr. Lafontaine durchaus in der Jetztzeit politisch schaden kann ......

Was an den 'Politikzielen' die er bis ins Alter bewahrte eventuell schlecht sein sollte erschließt sich mir nicht: eine bezahlbare Wohnung für jeden, ein gesichertes Auskommen ist auch heutzutage das unedelste nicht was sich die Politik auf die Fahne schreiben könnte, was er unter einer 'geregelten Freizeit' verstanden haben könnte möchte ich nicht wirklich wissen. Mir hat das reale Freizeitangebot im Realsozialismus schon gereicht.

Interessanter waren für mich da schon folgende Äußerungen und versteckte Verunglimpfung:
Honecker ließ sich im Urlaub auch auf die verbotene Ostsee-Insel Vilm die Brötchen liefern, die er in Wandlitz bezog.
Für eine Diktatur und ihren obersten Machthaber ein typischer Ausdruck von Macht, währenddessen die gleiche Handlung; Bundespräsident lässt sich Brötchen aus Hannover liefern, natürlich völlig in Ordnung ist.
Denn wenn zwei das gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe, zumal der Eine "Chef" in einer Demokratie ist/war und da darf man das.

Wichtigste Aussage im ganzen Gespräch welches den "Schulterschluß" von E. und O. in das Reich der Spekulation verweist ist folgende Textpassage

Er [E. H.] wollte, dass die DDR-Staatsbürgerschaft anerkannt wird.

ZEIT: Was hätte das bewirkt?

Sabrow: Es hätte die nach Westen entkommenen DDR-Flüchtlinge ihres sicheren Hafens in der Bundesrepublik beraubt und mit Rücküberstellung in die DDR bedroht.


Dem Gedanken der Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft hätte auch ein O. Lafontaine als BK nicht durchgesetzt denn dann wäre die in der letzten Antwort durchaus richtige Feststellung eingetreten und dagegen hätte es aus fast allen Bereichen des öffentlichen und versteckten politischen Lebens in der damaligen Bundesrepublik vereinte Anstrengungen gegeben um genau dies zu verhindern.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#12

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 21:59
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #7
Für mich absolut unvorstellbar, wie hätte man das praktisch durchsetzen wollen?

Auf der einen Seite soll ich die BRD als befreundeten Gliedstaaten ansehen und auf der anderen als Klassenfeind, auf der einen Seite Bürger, die Gesetze verletzen und unser Staats- und Gesellschaftssystem bedrohen, entsprechend den Gesetzen verfolgen und auf der anderen Seite die sie inspirierende und von ihnen präferierte konträre Staats- und Gesellschaftsordung als Partner anerkennen?

Da wäre ich nicht mitgegangen, dass hätte bedeutet die eigene Weltanschauung/Ideologie aufzugeben oder zu verleugnen und so wäre es sicher der Masse der Angehörigen der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR gegangen. An diesen Widersprüchen wäre die DDR dann ebenfalls zugrunde gegangen.

Also nur undurchführbare Gedankenspiele, da hätte eine vernünftige Wirtschaftspolitik eher die Rettung bedeutet!



Feliks , die Ideologie hört beim Fressen auf ( auch bei Honeckers ), noch nicht gerafft ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#13

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 22:13
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat
Sabrow: Es hätte die nach Westen entkommenen DDR-Flüchtlinge ihres sicheren Hafens in der Bundesrepublik beraubt und mit Rücküberstellung in die DDR bedroht.



Glaub ich nicht, denn man hätte sich beidseitig auf allen Ebenen annähern müssen.
Diese Aussage ist meiner Einschätzung nach nicht haltbar, denn Oskar hätte auch Bedinungen gestellt.
Das man dann die Mörder und sonstige Straftäter hätte auch im Westen würdig bestrafen können, dass wär ja nur richtig gewesen.
Aber welchen Sinn sollte es nach so einer Annährung noch machen Flüchtlinge zu bestrafen, die sich ausser ihrer Flucht nie etwas haben zu schulden kommen lassen.

Ansonsten stimme ich Deinem Beitrag aber zu, dass war wohl eine Sommerente.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#14

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 22:18
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #7
Für mich absolut unvorstellbar, wie hätte man das praktisch durchsetzen wollen?

Auf der einen Seite soll ich die BRD als befreundeten Gliedstaaten ansehen und auf der anderen als Klassenfeind, auf der einen Seite Bürger, die Gesetze verletzen und unser Staats- und Gesellschaftssystem bedrohen, entsprechend den Gesetzen verfolgen und auf der anderen Seite die sie inspirierende und von ihnen präferierte konträre Staats- und Gesellschaftsordung als Partner anerkennen?

Da wäre ich nicht mitgegangen, dass hätte bedeutet die eigene Weltanschauung/Ideologie aufzugeben oder zu verleugnen und so wäre es sicher der Masse der Angehörigen der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR gegangen. An diesen Widersprüchen wäre die DDR dann ebenfalls zugrunde gegangen.

Also nur undurchführbare Gedankenspiele, da hätte eine vernünftige Wirtschaftspolitik eher die Rettung bedeutet!


Praktisch schon durchsetzbar gewesen wenn man bedenkt wie weit links Lafontaine steht. Er haette sich naemlich Honecker angepasst und nicht anders herum. So eine Fall waere fuer Honecker die schon immer erstrebte Westerweiterung der DDR gewesen. Mein Gott, ich war doch jetzt wieder 3 Wochen im Saarland. Leider geistert dort der Oskar immer noch herum mit seinen Theorien und seinem dummen Geschwaetz.. Kann mich noch gut daran erinnern als er noch als SPDler Oberbuergermeister in Saarbruecken war. Kann Euch Leuten im Osten nur sagen, seit froh das dieser Honecker/Lafontaine Pakt nie eingetreten ist. Das haette das Ende von Deutschland und den paar Fragmenten von Buergerrechten und Freiheiten die wir noch im BRD Staat geniessen duerfen bedeutet.


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#15

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 24.08.2012 22:20
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #13

Zitat
Sabrow: Es hätte die nach Westen entkommenen DDR-Flüchtlinge ihres sicheren Hafens in der Bundesrepublik beraubt und mit Rücküberstellung in die DDR bedroht.



Glaub ich nicht, denn man hätte sich beidseitig auf allen Ebenen annähern müssen.
Diese Aussage ist meiner Einschätzung nach nicht haltbar, denn Oskar hätte auch Bedinungen gestellt.
Das man dann die Mörder und sonstige Straftäter hätte auch im Westen würdig bestrafen können, dass wär ja nur richtig gewesen.
Aber welchen Sinn sollte es nach so einer Annährung noch machen Flüchtlinge zu bestrafen, die sich ausser ihrer Flucht nie etwas haben zu schulden kommen lassen.

Ansonsten stimme ich Deinem Beitrag aber zu, dass war wohl eine Sommerente.



Fakt ist das Lafontaine schon kurz nach dem Fall der Mauer sich dafuer ausgesprochen hat DDR Buerger mit Auslaendern gleichzustellen.


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#16

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 25.08.2012 10:36
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #7
Für mich absolut unvorstellbar, wie hätte man das praktisch durchsetzen wollen?

Auf der einen Seite soll ich die BRD als befreundeten Gliedstaaten ansehen und auf der anderen als Klassenfeind, auf der einen Seite Bürger, die Gesetze verletzen und unser Staats- und Gesellschaftssystem bedrohen, entsprechend den Gesetzen verfolgen und auf der anderen Seite die sie inspirierende und von ihnen präferierte konträre Staats- und Gesellschaftsordung als Partner anerkennen?

Da wäre ich nicht mitgegangen, dass hätte bedeutet die eigene Weltanschauung/Ideologie aufzugeben oder zu verleugnen und so wäre es sicher der Masse der Angehörigen der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR gegangen. An diesen Widersprüchen wäre die DDR dann ebenfalls zugrunde gegangen.

Also nur undurchführbare Gedankenspiele, da hätte eine vernünftige Wirtschaftspolitik eher die Rettung bedeutet!


Nun Feliks da waren wohl Vorbereitungen mit der damaligen Bundesregierung (CDU/FDP) bereits seit längerem im Gange:

"..In den Vor-Wendemonaten des Jahres 1989 lief Emissär Kiep zu Höchstform auf. Im Frühsommer 1989 traf er, begleitet von zwei CDU-Parlamentariern und Johann Wilhelm Gaddum, damals wie heute Mitglied im Bundesbank-Direktorium, unter konspirativen Bedingungen mit SED-Wirtschaftsexperten aus dem Stab von DDR-Außenhandelsminister Gerhard Beil zusammen.

In einer dreigeschossigen Villa in Berlin-Niederschönhausen präsentierte der CDU-Spitzenpolitiker in zweitägiger Sitzung einen Plan zur Rettung der DDR-Wirtschaft: Die Bundesrepublik könnte, so Kiep, mit der DDR einen "Vertrag über die wirtschaftliche Unangreifbarkeit" schließen. Dieser Vertrag sollte einen umfassenden Verzicht auf Embargos, Wirtschaftsblockaden und Boykottaktionen beinhalten.

Die DDR, die bis zum Schluß unter der von den USA initiierten Embargo-Politik litt, sollte Anschluß finden an das technische Niveau des Westens. Die sogenannte Cocom-Liste, die der DDR den Kauf von West-Computern verbot, wäre damit obsolet gewesen. "Der Vorschlag hat mich fast vom Stuhl gehauen", erinnert sich Professor Jürgen Nitz, Berater des DDR-Außenhandelsministers Beil..."

Quelle und noch mehr Lesestoff: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13686040.html

Man erinnere sich auch an die Aktion "Länderspiel" die dann durch die Mrd-Kredite obsolet wurde.

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=bu...W-k5wdjihioeMwg


zuletzt bearbeitet 25.08.2012 10:56 | nach oben springen

#17

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 25.08.2012 11:08
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #15
(....)
Fakt ist das Lafontaine schon kurz nach dem Fall der Mauer sich dafuer ausgesprochen hat DDR Buerger mit Auslaendern gleichzustellen.


Zur "Ehrenrettung" Lafontaines möchte ich sagen, dass ein sozialverträglicher und kostengünstiger Übergang zur freien Marktwirtschaft nur möglich ist, wenn man fünf, besser noch zehn Jahre einrechnet. Das hätte nur funktioniert, wenn die DDR Strukturen vorübergehend wirtschaftlich geschützt worden wären - von ihr selber. Das hätte vollständige Souveränität und eigene Staatsbürgerschaft erfordert. Mit späterer deutsch-deutscher Einheit.
Politisch war ein solcher Plan nicht konsensfähig - weder im Westen noch im Osten.
Theo


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#18

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 26.08.2012 22:44
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #17
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #15
(....)
Fakt ist das Lafontaine schon kurz nach dem Fall der Mauer sich dafuer ausgesprochen hat DDR Buerger mit Auslaendern gleichzustellen.


Zur "Ehrenrettung" Lafontaines möchte ich sagen, dass ein sozialverträglicher und kostengünstiger Übergang zur freien Marktwirtschaft nur möglich ist, wenn man fünf, besser noch zehn Jahre einrechnet. Das hätte nur funktioniert, wenn die DDR Strukturen vorübergehend wirtschaftlich geschützt worden wären - von ihr selber. Das hätte vollständige Souveränität und eigene Staatsbürgerschaft erfordert. Mit späterer deutsch-deutscher Einheit.
Politisch war ein solcher Plan nicht konsensfähig - weder im Westen noch im Osten.
Theo

Ob die damaligen DDR Buerger einer voruebergehenden Schuetzung der DDR Wirtschaftsstrukturen zugestimmt haetten moechte ich bezweifeln.


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 26.08.2012 22:48
von Marder | 1.413 Beiträge

Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#20

RE: Honecker erwog Konföderation DDR-BRD?

in DDR Politik Presse 26.08.2012 23:27
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Marder im Beitrag #19
Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.

MfG Marder
Denke ich auch.


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