#41

RE: Unteroffizier als Bindeglied zwischen Soldat und Offizier

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2012 12:07
von exgakl | 7.235 Beiträge

@94iger, was die Abkürzung betrifft, die du zum zweiten Male nicht deuten kannst... frag mich doch einfach, manchmal habe ich so einen Abkürzungsfimmel;-)

KSM = Klugscheissermodus ich dachte der wäre Dir geläufig...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#42

RE: Unteroffizier als Bindeglied zwischen Soldat und Offizier

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2012 14:49
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Naja, Verbanbdspäckchen passen ja gerade noch so zum "Bindeglied", aber ...

Einmal zurück zum Thema wird gewünscht. Na denne:
In der Kompaniesicherung hatten wir für jeden Zug ein eigenes Planungsbuch. Da wurde die sogenannte Vorplanung eingetragen (Grenzdienst, Urlaub, Dienstfrei etc.). Die Zugführer trugen zu Beginn der monatlichen Planung (nach Bestätigung der Kompanieplanung) die zentralen Termine ein, u.a. auch die Termine für die Partei- und anderen Leitungen, an deren Sitzungen die entsprechenden Leute verfügbar zu sein hatten. Dann wurde die Planung im Zug gemacht. Diese Planungsbücher waren VVS, soweit ich mich erinnere. Sie wurden also im VS-Koffer beim Kompaniechef oder dem diensthabenden Stellvertreter aufbewahrt und wurden durch die Zugführer geholt, wenn sie zur Planung oder anderen Arbeiten gebraucht wurden. Ich glaube, dass auch die "Blutgruppen" (siehe auch: Dienst und Schichtzeiten eines Grenztruppen-Soldaten (2) ) in dem Buch standen.

Was war nun, wenn der Zugführer im Urlaub war und die Planung für den Zug durch den Stellvertreter gemacht werden musste, der nun auch noch UAZ war? Nun ja - im Zweifel machten wir "business as usual", wie man heute so schön sagt. Also holte sich der UAZ das Buch, trug die Termine unter Anleitung ein und ging dann zum Zug, um bei einem oder zwei Käffchen die Planung zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit wuchs der Einfluss der EK's auf die Planung und der VS-Charakter des Buches ... na sagen wir, er litt ein wenig. Ich denke mal, alle in der Kompanieleitung wussten, dass es so läuft. Die UAZ waren belehrt, was VS war. Im Notfall konnte man sie bestrafen. zunächst galt: Hauptsache die Planung steht. Auch hier war die Rolle des Bindegliedes bisweilen eine merkwürdige.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Grete85 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.08.2012 14:51 | nach oben springen

#43

RE: Unteroffizier als Bindeglied zwischen Soldat und Offizier

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2012 15:53
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #25
..........
..............Dann kam sein Kracher: Er fragte mich nach der Reichweite unserer Funkstation. Ihm war nicht klar, dass er sich damit zum Obst machte. Was sollte ich ihm sagen, in Bruchteilen einer Sekunde entschied ich, nicht richtig zu antworten. "300 km, Genosse Oberstleutnant!" schmetterte ich. Und wieder war er zufrieden. Mit der technisch korrekten Antwort hätte ich ihn nur verwirrt. Die Männer, die 2 bzw. 4 Schritt hinter mir standen, meine Soldaten, haben das gehört und sich das Losprusten verkniffen.

Weichmolch


R126?



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#44

RE: Unteroffizier als Bindeglied zwischen Soldat und Offizier

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 27.08.2012 16:41
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zum eigtl. Thema:

In meiner schwachen Erinnerung kam es beim Verhältnis von UaZ zu den Mitgliedern der Gruppe / des Zuges immer drauf an, ob Respekt da war.
Pers. kannte ich 2 ganz gegensätzliche Typen:

Zum einen Uffz. R.:
- fachlich fundiert und IMHO menschl. absolut integer,
zum anderen Ufw. P. ( ist wimre dann nach Suhl zur Fähnrichschule ):
- fachlich keinen blassen Dunst und distanziert gegenüber seinen Unterstellten.
Wer in der Kp. den "leichteren" Stand hatte kann sich jeder selbst ausmalen.
Leichteren Stand übrigens nicht nur bei den jeweiligen Soldaten, sondern bei eigentlich allen, vom GÜST-Kommandanten bis zur netten Kleinen an der Essensausgabe.

Mein Eindruck in Untersuhl damals: Wir waren als "Spezialisten" ( Na.Uffz. und Waffi ) bei der "Führung" von Soldaten eigtl. immer außen vor und hatten quasi eine Sonderstellung. Ich glaube, "mein" Ladewart und auch die "unter" mir dienstleidenden GUvD´s konnten sich über meinen Führungsstil nicht wirklich beschweren .
Mein Verhältnis zu den Zugführern ( bis auf einen U-Leu alles akzeptierte Offiziere ) war eher kameradschaftlich, zum Spieß als direktem Chef eh gut und zum "alten" KC eigtl. rein dienstlich. Sein Nachfolger fiel mehr in die Kategorie der Zugführer.

PS:
Ich hatte mal die zweifelhafte Ehre, eine Gruppe "Resi´s" für 6 Wochen in Mhl. zu "führen".
Dazu hatte jede der 2 Kompanien 2 Uffze abzustellen. Die Stabs-und die Na.Kp., die Pionier-Kp. stellte keine. Die hatten beim Minenräumen genug zu tun
Da hatte ich richtig Bammel davor zuerst. Die meisten der Resi´s waren ja schon ne Ecke älter als man selbst. Aber nachher war´s ein echt ruhiger Job. Den besten Hptm. der Warschauer Vertragsstaaten als KC und ca. 50 Gefreite, die wissen, wie´s läuft. Was bessres kann einem als Uffz. gar nicht passieren.
Als Aushilfsgruppenführer bei "klatschbunten" Soldaten eine Zeit später mußte man quasi jeden Befehl zum "Stubeaufräumen" und "Kloschrubben" erst noch "begründen", die Resi´s waren des Lesens mächtig, die guckten auf den Dienstplan und man brauchte auch nicht "kontrollieren".

PPS: Wie man in den Wald reinruft, so schallt´s heraus. OK, 3 Euro ins Phrasenschwein. Aber dieses Sprichwort stimmt.
Man kann einen gewissen Grad an Autorität auch ohne Ausbildergebrüll oder "herumreiten" auf den Gurkenschalen erreichen.



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#45

RE: Unteroffizier als Bindeglied zwischen Soldat und Offizier

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 30.08.2012 20:17
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #42


Was war nun, wenn der Zugführer im Urlaub war und die Planung für den Zug durch den Stellvertreter gemacht werden musste, der nun auch noch UAZ war? Nun ja - im Zweifel machten wir "business as usual", wie man heute so schön sagt. Also holte sich der UAZ das Buch, trug die Termine unter Anleitung ein und ging dann zum Zug, um bei einem oder zwei Käffchen die Planung zu besprechen. Bei dieser Gelegenheit wuchs der Einfluss der EK's auf die Planung und der VS-Charakter des Buches ... na sagen wir, er litt ein wenig. Ich denke mal, alle in der Kompanieleitung wussten, dass es so läuft. Die UAZ waren belehrt, was VS war. Im Notfall konnte man sie bestrafen. zunächst galt: Hauptsache die Planung steht. Auch hier war die Rolle des Bindegliedes bisweilen eine merkwürdige.

ciao Rainman


Hallo zusammen,

daran kann ich mich auch noch sehr lebhaft erinnern. Der Ulei war selten da und ich als Stellfi sollte das machen. In meinem unbändigen Drang nach vorgeschriebener Freizeitgestaltung und noch mehr sozialistischer Pflichterfüllung hab ich das vor mich hergeschoben bis der ZF wieder persönlich da war. Gemeinsamer Anschiß ist ja bekanntlich halber Anschiß...oder? Danach alles nach geholt und gut wars.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
zuletzt bearbeitet 30.08.2012 20:18 | nach oben springen



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