#1

Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 10:12
von Polter (gelöscht)
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Das Thema: "Es war doch nicht alles schlecht" reizt mich zu der Fragestellung, worauf denn ein ehemalige DDR - Bürger aus seiner heutigen Sicht und
seiner Erfahrung verzichten könnte ?


zuletzt bearbeitet 18.08.2012 10:13 | nach oben springen

#2

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 11:03
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Ein eigenes Beispiel wäre vielleicht ganz gut gewesen

Dann fange ich mal an.

Das jegliche Eigeninitiative, eine Idee welche eine Gruppe von Jugendlichen umsetzen wollte in den meisten der Fälle sofort in offizielle Bahnen gelenkt wurde.
Es "mußte" fast alles und jedes seinen offiziellen politisch-ideologischen Anstrich bekommen, ohne den ging fast überhaupt nichts.
Wenn das angedachte Vorhaben nicht in die offizielle Linie passte wurde es entweder solange zurechtgebogen bis es "passte" oder es wurde schlicht ergreifen unterbunden mit dem diskreten Hinweis das dies nicht der Idee eines fortschrittlich optimistischen Jugendlebens entspräche und das damit den negativ-feindlichen Einflüssen Tür und Tor geöffnet werde. Wurde der diskrete Hinweis nicht erhört, wurde Klartext geredet und zwar immer auf der Basis eines unerschütterlichen Klassenstandpunktes.

Die sogenannte Totschlagargumentation unter dem Vorzeichen "wer nicht für uns ist, ist damit automatisch gegen uns!" und der daraus abgeleiteten Bekenntnisse und Huldigung der Politik.
Ein "Interessiert mich nicht der Scheiß?..." war eine politisch negative Einstellung und wurde entsprechend geahndet, denn da sich der Klassenkampf ständig verstärkte war das beziehen einer eindeutigen Position, natürlich der Richtigen, unabdingbar.

"Klassenstandpunkt" ging meist vor Menschlichkeit oder/und Mitgefühl.

Gruß
Nostlagiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#3

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 11:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Auf den gigantischen Selbstbetrug und den Mißbrauch von 17 Millionen Menschen für diesen.


zuletzt bearbeitet 18.08.2012 11:57 | nach oben springen

#4

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 12:10
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #3
Auf den gigantischen Selbstbetrug und den Mißbrauch von 17 Millionen Menschen für diesen.


Hurra!!!!! Wir waren also doch alle Opfer!!!!! Ich ahnte es doch!!!
Danke! Danke! Danke! Grenzwolf für diese Offenbarung.

Sorry @Polter, das mußte einfach sein auch wenn es OT ist.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#5

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 13:47
von Polter (gelöscht)
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Eigener Beitrag?
Nun gut. Ich könnte verzichten auf etwas Konsum!
Warum benötigt der Mensch hier in Deutschland 200 Sorten Yogurt? Reichen nicht 4 Sorten Brötchen und 8 Sorten Brot? Diese Liste ließe sich bis ins Unendliche verlängern.
Benötige ich unbedingt Obst und Gemüse aus der Türkei, Israel, Panien oder Holland? Rosen aus Afrika?
Benötige ich 150 Krankenkassen?
Ich benötige auch keine Bundeswehr am Hinukusch oder einen Verfassungsschutz, der seine Hausaufgaben nicht macht.
Hartz IV ? Leiharbeit? Altersarmut? Klamme Länder und Kommunen.
Benötige ich Meinungsbildungsindustrie, die mir täglich vorgibt, was ich zu denken habe, was ich zu fühlen habe oder was schick und modern ist?
Selbst als nicht " gelernter " DDR - Bürger sind es wohl genug Beispiele.


LO-Wahnsinn, Schmiernippel und Lebensläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 14:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #4
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #3
Auf den gigantischen Selbstbetrug und den Mißbrauch von 17 Millionen Menschen für diesen.


Hurra!!!!! Wir waren also doch alle Opfer!!!!! Ich ahnte es doch!!!
Danke! Danke! Danke! Grenzwolf für diese Offenbarung.

Sorry @Polter, das mußte einfach sein auch wenn es OT ist.

Gruß
Nostalgiker



Nostalgiker, bei einer so starken Aussage von GW läufst du zur Höchstform auf!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#7

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 14:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #4


Hurra!!!!! Wir waren also doch alle Opfer!!!!! Ich ahnte es doch!!!
Danke! Danke! Danke! Grenzwolf für diese Offenbarung.




Nicht Opfer, eher Spielbälle einer europäischen Nachkiegspolitik, die Souverenität der DDR ist ein Traum, sie war im Grunde genommen eine deutsche Sowjetrepublik und für diese Politik wurden alle mißbraucht, egal ob General oder Hilfstransportarbeiter.
Sorry für OT, sah mich aber zu einer Antwort genötigt.


zuletzt bearbeitet 18.08.2012 14:37 | nach oben springen

#8

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 14:43
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #1
Das Thema: "Es war doch nicht alles schlecht" reizt mich zu der Fragestellung, worauf denn ein ehemalige DDR - Bürger aus seiner heutigen Sicht und
seiner Erfahrung verzichten könnte ?


Diese Frage stand früher schon mal, damals stellte ich fest, daß zu den drei Dingen, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, kein reines (alternativloses) Westprodukt dabei gewesen wäre.
Wenn es denn zehn Dinge sein dürften, wäre als einziges Westprodukt meine CD- Sammlung dabei mit all den Stars der 1960/70er, denen man als DDR- Bürger nur am Kassettenrekorder auflauern konnte, um so einen Bruchteil dieser Kollektion aufzuzeichnen.
Andere vermeintlich wichtige Anschaffungen wie PC und Handy besitze ich heute primär aus beruflichen Gründen, zu DDR- Zeiten ging es zumindest in meinem Beruf auch ohne.
Ein Auto war in meinem Dorf, das seit jeher die Annehmlichkeiten einer Stadt mit der dörflichen Idylle vereint hat nie wirklich nötig.
Nun was bleibt da noch ?
Alles was man an Büchern in der DDR nicht hätte sofort haben können, gab es irgendwann doch zu kaufen oder auszuleihen, wenn man nur lange genug gewartet hatte, für nicht verfügbare Schallplatten gab es in der Kreisstadt die Phonothek, das war immer wieder auch spannend, welche Lücke man nach einem Besuch dort wieder mal schließen konnte.
Ansonsten stelle ich im privaten Bereich auch hin und wieder eine Rückbesinnung auf DDR- Erfahrungen fest, die immer noch Wert haben sei es in der Organisation des Eisenbahnbetriebs, im Vereinsleben oder im Gartenbau.
Mit dem Blick auf das große Ganze konstatiere ich nicht mehr und nicht weniger als daß die Mangelwirtschaft geblieben ist, wenngleich sie sich heute auf anderen Sektoren abspielt.
Jemand, der sich damals über verfallene Häuser und wüste Industrieanlagen aufregte, kann sich heute mal die Geisterbahnhöfe untergegangener Industriestädte ansehen oder die verrottete ehemals milliardenschwere Eisenbahninfrastruktur der Fläche oder entwidmete Gewerbegebiete begutachten um festzustellen, daß dieses Land nicht wirklich reich ist.
Es muß um Dinge gebettelt und gekämpft werden, um das Gemeinwesen am Laufen zu halten, man lese dazu nur aufmerksam genug die Lokalpresse.

Zuweilen müssen auch Bürger mit privaten Geld, ob freiwillig oder nicht, zu kommunalen Infrastrukturprojekten herangezogen werden.
Kredite mit Laufzeiten bis in die Steinzeit und die kostenlose Hilfe von Vereinen und Privatpersonen (Freiwilligenagentur) erledigen den Rest und auch das kommt mir aus DDR- Zeiten recht bekannt vor (Subottnik, Solischichten, Ernteeinsätze, Spenden...).
Wenn ich mir an 100 beliebigen Momenten eines Monats vorstelle, wieder DDR- Bürger zu sein, wäre es mir in 95 davon recht, schlimmstenfalls egal.



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#9

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 15:04
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #2
Ein eigenes Beispiel wäre vielleicht ganz gut gewesen

Dann fange ich mal an.

Das jegliche Eigeninitiative, eine Idee welche eine Gruppe von Jugendlichen umsetzen wollte in den meisten der Fälle sofort in offizielle Bahnen gelenkt wurde.
Es "mußte" fast alles und jedes seinen offiziellen politisch-ideologischen Anstrich bekommen, ohne den ging fast überhaupt nichts.
Wenn das angedachte Vorhaben nicht in die offizielle Linie passte wurde es entweder solange zurechtgebogen bis es "passte" oder es wurde schlicht ergreifen unterbunden mit dem diskreten Hinweis das dies nicht der Idee eines fortschrittlich optimistischen Jugendlebens entspräche und das damit den negativ-feindlichen Einflüssen Tür und Tor geöffnet werde. Wurde der diskrete Hinweis nicht erhört, wurde Klartext geredet und zwar immer auf der Basis eines unerschütterlichen Klassenstandpunktes.

Die sogenannte Totschlagargumentation unter dem Vorzeichen "wer nicht für uns ist, ist damit automatisch gegen uns!" und der daraus abgeleiteten Bekenntnisse und Huldigung der Politik.
Ein "Interessiert mich nicht der Scheiß?..." war eine politisch negative Einstellung und wurde entsprechend geahndet, denn da sich der Klassenkampf ständig verstärkte war das beziehen einer eindeutigen Position, natürlich der Richtigen, unabdingbar.

"Klassenstandpunkt" ging meist vor Menschlichkeit oder/und Mitgefühl.

Gruß
Nostlagiker


Es ist aber nun sehr wichtig zu wissen, was ein "angedachtes Vorhaben" sein soll, der Knackpunkt war wohl jeweils, ob es ein reines Privatvergnügen war oder ein Projekt das Geld kostet und andere einbeziehen sollte.
Natürlich ging vieles nur gemeinsam, ich z.B. wäre gerne Taucher gewesen in meiner Jugend, eine Ausrüstung war privat aber nicht zu beschaffen und diesen Traum hätte ich nur über die GST zu Ende träumen können.
Vielleicht ist es das, was Du meinst.
Andererseits hatte man früher aber Freiheiten, die heute wiederum unvorstellbar sind, obwohl sie aus der Sicht des DDR- Bürgers Banalitäten gewesen wären, wie z.B. mit einem Boot auf den Angelsee zu rudern (heute NSG...Strafe ab 200 Euro aufwärts...bereits "erprobt") oder Kartoffelkraut im Garten zu verbrennen (kostet einen Feuerwehreinsatz um die 500 Euro...ebenfalls erprobt- aber nicht selber).
Ich finde schon, daß man hier und heute zuweilen ganz schön gegängelt wird und man die DDR streckenweise durchaus als freizügiger bewerten kann.



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#10

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 15:46
von Gelöschtes Mitglied
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Auf die Geldgier der Menschen in der heutigen Zeit, darauf könnte ich verzichten. Das war in der DDR nicht so extrem.


Grüße


LO-Wahnsinn und Lebensläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 17:53
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@GW62, mal wieder "übersehen" das Deutschland bis 89 aus zwei Territorialteilen bestand? Wegen des paritätischen Gleichgewichtes: DDR = deutsche Sowjetrepublik sollten wir die Bundesrepublik doch als das benennen was sie war: der 51. teilsouveräne Gliedstaat der Bundesrepublik der Vereinigte Staaten von Amerika.
Da die westlichen Gebiete Deutschlands nicht nur von des USA besetzt waren ist es wohl eine nach jeweiligem besetzten Territorium eine Mischform aus 'teilsouveränen Gliedstaat der USA, des Britischen Commonwealth mit eingeschränkter Souveränität und französischen Protektorat gewesen........


@Hackel, da kann ich Dir gerne mit zwei Beispielen aushelfen.
Während der Schulzeit wollten wir uns, ein Teil von Schülern, regelmäßiger Treffen um unseren damaligen Hobbies nachzugehen, Musikhören, über Bücher diskutieren etc. Wir waren zu Viele um dies in einem Wohnzimmer oder 'Kinderzimmer' zu veranstalten also kamen wir auf die glorreiche Idee uns an den Jugendclub in unseren Stadtteil zu wenden zwecks Nutzung eines Raumes.
Im Prinzip ja, ABER! einer einmaligen Nutzung stände nichts im Wege; einer unregelmäßigen, sich Wiederholenden schon. Denn dazu müßten wir eine AG "gründen", eine Konzeption erstellen über Sinn, Zweck und Ziel. Das ganze von offizieller Seite absegnen lassen und im weiteren Listen von zu hörender Musik und der zu lesenden Bücher vorlegen. Wir haben dankend abgewunken und gehörten fortan zu dem zwielichtigen Teil der Jugend welcher in der Dämmerung in Parks oder auf 'Schmuckplätzen' (die hießen in Leipzig tatsächlich so) herumlungerten um aus ihren Kofferheulen die westlich-dekadente Musik zu hören....

Etwas später im Studium hörten wir von Kommilitonen welche auf dem Dorf lebten das es Schwierigkeiten bei der Ernte gab. Also hatten wir die Idee einen Aufruf zur Hilfe bei der Ernte zu starten. Ordentlich wir wir waren sprachen wir mit diesem Ansinnen bei der FDJ-KL der Uni vor und flogen achtkantig wieder hinaus denn der Zentralrat habe gerade in diesen Jahren "erkannt" das unsere Genossenschaftsbauern bei der Ernteschlacht keinerlei Hilfe vom Studentenvolk gebrauchen können und wieso wir überhaupt auf solche Idee kämen, Ideen kämen vom Zentralrat und nicht vom 'gemeinen' FDJler.....

Das meinte ich unter anderem mit ersticken und abwürgen von Eigeninitiativen.
Als Veranstalter im Studentenclub mußten wir auch nach einigen Veranstaltungen welche auf Weisung absetzen weil in ihnen von bestimmten Stellen gefährliche revisionistische Tendenzen erkannt wurden welche den Direktiven eines fortschrittlichen und proletarisch-revolutionären Jugendlebens diametral entgegenstanden. Mir fällt da nur unsere Veranstaltungsreihe "Philosophische Gespräche am Kamin", unsere Konzertreihe mit Liedermachern (1978 Bettina Wegner z. Bsp.), genauso Konzerte mit damals angesagten Bands der DDR in den Siebzigern oder Free und Avangarde Jazz aus der DDR + RGW(soweit wir ihnen habhaft wurden und sie in die DDR einreisen konnten)
Da stießen wir sehr schnell als Club an die Grenzen staatlicher Kontrolle und Reglementierung.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#12

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 18:54
von Arnstädter | 266 Beiträge

für mich ein großes Übel nach über 20 Jahren "Deutschland einig Vaterland"die immer noch vorhandene Meinung von einigen älteren
Bürgern aus den Westteil von deutschlands ,das wir aus den Osten nichts zur Einheit beigetragen haben ,und wir die schuldigen sind das die Renten gekürzt werden.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#13

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 19:50
von Commander | 1.056 Beiträge

Auf Arroganz,Überheblichkeit u.Besserwisserei der "Altwestdeutschen"!
Denn wir sind auch nicht auf der "Wurstsuppe" dahergeschwommen!
Gruß C.



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#14

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 20:18
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #11
@GW62, mal wieder "übersehen" das Deutschland bis 89 aus zwei Territorialteilen bestand? Wegen des paritätischen Gleichgewichtes: DDR = deutsche Sowjetrepublik sollten wir die Bundesrepublik doch als das benennen was sie war: der 51. teilsouveräne Gliedstaat der Bundesrepublik der Vereinigte Staaten von Amerika.
Da die westlichen Gebiete Deutschlands nicht nur von des USA besetzt waren ist es wohl eine nach jeweiligem besetzten Territorium eine Mischform aus 'teilsouveränen Gliedstaat der USA, des Britischen Commonwealth mit eingeschränkter Souveränität und französischen Protektorat gewesen........



Du hast leider übersehen das nicht die Bundesrepublik Deutschland Gegenstand des Themas ist, sondern die Deutsche Demokratische Republik und auf diese bezog sich mein Post.
Schönen Abend noch.


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#15

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 20:25
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #14

Du hast leider übersehen das nicht die Bundesrepublik Deutschland Gegenstand des Themas ist, sondern die Deutsche Demokratische Republik und auf diese bezog sich mein Post.
Schönen Abend noch.




alles klar @GW62, habe doch glatt übersehen das Du immer ganz nah am Thema bist welches Dir am Herzen liegt; wie kann ich meine Abscheu gegenüber der DDR in jedes erdenkliche Thema einbringen.

Auch Dir eine schönen Abend

gewünscht von
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#16

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 20:39
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Verzichten könnte ich als gelernter DDR-Bürger auf ein Rechtssystem, in dem menschliche Unversehrtheit weit weniger Wert ist als materieller Verlust.



LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 21:53
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von maxel22 im Beitrag #10
Auf die Geldgier der Menschen in der heutigen Zeit, darauf könnte ich verzichten. Das war in der DDR nicht so extrem.


Grüße


Die Geldgier basiert mitunter aber auch auf purer Existenzangst.
Während in der DDR die Rente und die medizinische Durchschnittsversorgung sicher war, muß man heute in guten Zeiten vorsorgen um soviel zusammen zu raffen, daß es notfalls für den Pflegeheimplatz oder den Rentenlückenschluß ausreicht.
Während es früher viel mehr funktionierende Familienstrukturen gab, als jeder noch die Arbeit um die Ecke hatte, muß man als Rentner heute schon dem Enkel den einen oder anderen Hunderter zustecken, damit er wieder kommt oder einen mit dem Auto zum Einkaufen mit nimmt.
Das ist leider auch Realität und der Enkel selbst ist vielleicht seinerseits nicht mal geldgierig sondern in einem prekären Beschäftigungsverhältnis und auf das Taschengeld vom Opa angewiesen, um sich überhaupt ein Auto leisten zu können.
Allerdings war Geldgier auch in der DDR recht verbreitet, Professor Schröder (Ossiforscher) bezeichnete das einst als Raubtiersozialismus und auch dafür hätte ich gleich viele Beispiele.
Trotzdem war Geldgier in der Tat nicht so weit verbreitet in der DDR, da es nicht die einzige und alternativlose Konversionswährung war, da gab es ja auch noch die blauen Badfliesen, die Trabiersatzteile und den Räucheraal....



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#18

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 22:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #15


alles klar @GW62, habe doch glatt übersehen das Du immer ganz nah am Thema bist welches Dir am Herzen liegt; wie kann ich meine Abscheu gegenüber der DDR in jedes erdenkliche Thema einbringen.

Auch Dir eine schönen Abend

gewünscht von
Nostalgiker


Ach Nostalgiker, grundsätziche Abscheu ist es nicht, gut, recht geringe Begeisterung gebe ich zu.
Wir sind übrigens beide am Thema vorbei, Polter meinte worauf man im Heute verzichten kann.
Haben da wohl beide die Fragestellung falsch verstanden.


matloh hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 18.08.2012 22:24
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

[quote=Nostalgiker|p206109........
@Hackel, da kann ich Dir gerne mit zwei Beispielen aushelfen.
Während der Schulzeit wollten wir uns, ein Teil von Schülern, regelmäßiger Treffen um unseren damaligen Hobbies nachzugehen, Musikhören, über Bücher diskutieren etc. Wir waren zu Viele um dies in einem Wohnzimmer oder 'Kinderzimmer' zu veranstalten also kamen wir auf die glorreiche Idee uns an den Jugendclub in unseren Stadtteil zu wenden zwecks Nutzung eines Raumes.
Im Prinzip ja, ABER! einer einmaligen Nutzung stände nichts im Wege; einer unregelmäßigen, sich Wiederholenden schon. Denn dazu müßten wir eine AG "gründen", eine Konzeption erstellen über Sinn, Zweck und Ziel. Das ganze von offizieller Seite absegnen lassen und im weiteren Listen von zu hörender Musik und der zu lesenden Bücher vorlegen. Wir haben dankend abgewunken und gehörten fortan zu dem zwielichtigen Teil der Jugend welcher in der Dämmerung in Parks oder auf 'Schmuckplätzen' (die hießen in Leipzig tatsächlich so) herumlungerten um aus ihren Kofferheulen die westlich-dekadente Musik zu hören....

Etwas später im Studium hörten wir von Kommilitonen welche auf dem Dorf lebten das es Schwierigkeiten bei der Ernte gab. Also hatten wir die Idee einen Aufruf zur Hilfe bei der Ernte zu starten. Ordentlich wir wir waren sprachen wir mit diesem Ansinnen bei der FDJ-KL der Uni vor und flogen achtkantig wieder hinaus denn der Zentralrat habe gerade in diesen Jahren "erkannt" das unsere Genossenschaftsbauern bei der Ernteschlacht keinerlei Hilfe vom Studentenvolk gebrauchen können und wieso wir überhaupt auf solche Idee kämen, Ideen kämen vom Zentralrat und nicht vom 'gemeinen' FDJler.....

Das meinte ich unter anderem mit ersticken und abwürgen von Eigeninitiativen.
Als Veranstalter im Studentenclub mußten wir auch nach einigen Veranstaltungen welche auf Weisung absetzen weil in ihnen von bestimmten Stellen gefährliche revisionistische Tendenzen erkannt wurden welche den Direktiven eines fortschrittlichen und proletarisch-revolutionären Jugendlebens diametral entgegenstanden. Mir fällt da nur unsere Veranstaltungsreihe "Philosophische Gespräche am Kamin", unsere Konzertreihe mit Liedermachern (1978 Bettina Wegner z. Bsp.), genauso Konzerte mit damals angesagten Bands der DDR in den Siebzigern oder Free und Avangarde Jazz aus der DDR + RGW(soweit wir ihnen habhaft wurden und sie in die DDR einreisen konnten)
Da stießen wir sehr schnell als Club an die Grenzen staatlicher Kontrolle und Reglementierung.

Gruß
Nostalgiker[/quote]

Das ist wohl alles primär der Konkurrenzsituation mit der FDJ geschuldet, die auch eigene Veranstaltungen abrechnen mußte, somit stellt sich die Frage:
Wart ihr zur Teilnahme an diesen "Pflichtveranstaltungen" zusätzlich bereit, wenn auch nur zur Berieselung oder habt ihr das als reine Alternative zum FDJ- Studienjahr u.ä. Veranstaltungen gesehen, an denen ihr dann nicht mehr teilnehmen wolltet ?
Auch hatte der Jugendklub wohl auch einen Belegungsplan, so daß er technisch bedingt schon nicht zur Verfügung stand.
Es wäre auch im Nachhinein wichtig zu wissen, ob alle Interessenten volljährig waren, falls auch noch bis in die Nachtstunden philosophische Themen abzuzhandeln waren.
Warum seid ihr nicht offensiver aufgetreten im Zusammenhang mit den Büchern und konkreten Vorhaben ?
Das dankende Abwinken aus Deinem Text hätte ich auch als Funktionär von damals als arrogant empfunden.
Ich kann Dir nur sagen, daß ich einem Jugendfreund, der immer wieder auf der inoffiziellen Ebene kritisch rüber kam bezüglich meiner FDJ- Arbeit angeboten hatte, den gesamten K & S- Fonds (Kultur- und Sozialausgaben für die Jugend aus dem Betriebsetat) für ein Jahr lang so zu verwalten, wie er es gerne hätte- also praktisch die Wichtung der zweckgebundenen Ausgaben zu bestimmen.
Auch der hat nur abgewunken und immer wieder alles negiert, was angeleiert wurde- da waren vollkommen wertfreie Veranstaltungen wie Kegeln, Schießen und Kleinfeldfußball dabei.
Es waren auch Konzert- und Theaterbesuche möglich- nichts davon war ihm genehm, das will ich Dir nun nicht unterstellen, daß Du auch so herangegangen bist, aber bestimmte Diskussionen muß man eben auch zu Ende bringen, auch wenn man es mit Funktionären zu tun hat.
Das mit dem Ernteeinsatz war auch nur dann wirklich sinnvoll, sofern ihr nicht bereits für andere Vorhaben verplant wart bzw. niemand sonst mehr geholfen hätte, die Ernte somit ohne euren Einsatz vergammelt wäre bzw. anderes (wie das Studium) zu kurz gekommen wäre.
Was sprach denn nun konkret dagegen, eine AG zu gründen, das wäre doch schon mal besser als gar nichts.
Einzig das Hereinreden von Funktionären in bereits vereinbarte Veranstaltungen und Themenabende ist einfach nur armseelig und borniert, da hätte ich mich als kleiner GO- Sekretär schon aus purer Neugier dafür interessiert, was dort für Botschaften vermittelt würden, ich selbst hatte damals recht gute Kontakte zu regelmäßigen Kirchengängern, die niemals in die FDJ eintreten würden und mit denen immer wieder tiefgründige Gespräche geführt, die ich heute sehr vermisse.



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#20

RE: Worauf könnte ein " gelernter " DDR - Bürger in der heutigen Zeit verzichten?

in DDR Zeiten 19.08.2012 07:49
von Uleu | 528 Beiträge

Da die Fragestellung wirklich misszuverstehen ist ....
An der DDR könne ich auf einige alte Herren aus dem Politbüro verzichten die öffentlich Wasser predigten aber Wein tranken.
An der BRD könne ich heute auf die BRD gesamt verzichten so wie sie heute geworden ist.


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