#21

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 18.08.2012 18:44
von Arnstädter | 266 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #19
Es lässt sich alles schön lesen, was ihr so alles berichtet. Aber eins verstehe ich nicht, warum habt ihr denn nach der Wende den Osten
verlassen, wenn nicht alles so schlecht war.?

Habt euch in den alten Bundesländern nieder gelassen, habt dort ein fertiges Nest kennen gelernt.

Wir, die hier geblieben sind aus welchen Gründen auch immer, haben die ersten schweren Schritte gespührt.
mG ratata



Ich persönlich bin nicht in das alte Bundesland gegangen,weil die wiese vielleicht etwas grüner war,sondern weil ich mich unabhängig von diesen System machen wollte.Bei mir hat es bis heute gut geklappt.Habe nie das sogenannte Hartz 4 in Anspruch genommen und habe einen relativ gesehen einen lückenlosen Arbeitslebenslauf.
Und da kommt eben wieder die Vorzüge der DDR zu tragen.Wir haben keine schlechte Schulbildung und auch keine schlechtere Berufsausbildung gehabt.Auch kommt mir meine Erziehung ,das wir gefühl und das Gemeinschaftsgefühl zu tragen.
Und man merkt eben auch mit wem man gut kann,oder mit wem nicht.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#22

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 18.08.2012 19:36
von Commander | 1.056 Beiträge

`n Aamd allerseits
da hat ja der Turtle ein "heißes" Thema aufgemacht.Nun komm ich leider nicht drumherum,auch meinen Senf dazu zu geben.Ich spreche jetzt nur für mich! Ich habe es schon einmal erwähnt,die jeweilige Staatsform war mir schon immer relativ egal.Ich mußte in meinen Leben immer mir selber helfen.Deshalb war ich schon zu DDR-Zeiten ein Egoist.Das heißt aber nicht,das ich Verwandten o.Freunden nicht geholfen habe,soweit es in meiner Macht stand.Es war nicht alles schlecht,was denn?
KITAS,das Frauen im 2 oder3-Schichtsystem arbeiten konnten?
3-Raum Wohnung im Plattenbau für 75.-M Monatsmiete?(warm!)
Keine Arbeitslosen?Es wurden doch Alle irgendwie mit "durchgeschleift"!
Der Grüne Abbiegepfeil? (Tschuldschung,Wessis überfordert)
Bockwurst für 0,95 Mark?(mit Senf u.Konsumsemmel)
Nee,dieses Wirtschafts-u.Gesellschaftsmodell konnte nicht funktionieren u.es wäre noch schlimmer gekommen,wenn wir unsere "Brüder" nicht gehabt hätten.Die haben uns ja mit ihren Mitteln aus dem Schlamassel geholfen(Daanke).
Was mich heute wehmütig an die vergangene Zeit erinnert,ist die Jugend,sind die Freunde,sind die gemeinsamen Streiche u.Erlebnisse.Und das hat nichts mit der DDR zu tun,sondern einfach mit dem verdammten Älterwerden! Und da unterscheiden sich "Wessis"u."Ossis" sicher nicht.
Fakt ist eins,die DDR gibt es seit 21 Jahren nicht mehr u.um mit den Worten des Berliner OB`s zu sprechen,"das ist auch gut so".
Danke für die Aufmerksamkeit,mit sozia...,Käse,ein schönes WE,Gruß C.



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 18.08.2012 19:58
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von S51 im Beitrag #5
--------------------------------------------------------------------------------
Gestern war ich bei meiner Zahnärztin.
Sie hat mir gesagt, dass nach ihrer Meinung zwei Zähne durch "Dritte" ersetzt werden müssten. Auch den Preis... Da musste ich doch arg schlucken, die hätte ich in der DDR kostenlos bekommen. Es war eben nicht alles schlecht.
--------------------------------------------------------------------------------



Da fällt mir ein, Poliklinik Neuruppin, 6 oder 7 Zahnärzte auf dem Flur, heute hatte der, morgen der andere, übermorgen ein dritter Aufnahme, s e i n e n Zahnarzt hatte man da nicht.
Wenn man da Pech hatte, dann geriet man da an ganz grobe Schlächer....
Gut war, dass man nicht diesem Erfolgsdruck ausgesetzt war, überhaupt nicht diesem Müssen. Wenn man in der Neubauwohnung im 4. Stock mit Ofenheuzung glücklich war, oder aber auch ind er WBS 70 Platte, dann hat man sich doch um nichts kümmern müssen. Die Knete hat gereicht, man fuhr mit dem Bus und alles war Friede, Freude Eierkuchen. erst wenn man irgend etwas gestalten wollte, oder ein Eigenheim bauen, unbedingt einen Wartburg besitzen wollte, wenn man nach irgend etwas strebte, dann begann der Jammer und das Elend in der DDR. Aber solange man mit dem Fahrrad´von der Platte in den Betrieb fuhr, seine Kinder im Kindergarten abgeben konnte und selbst als nicht ganz so gescheiter und strebsamer Schüler immer noch auf den ZT 323 steigen und seinen Beruf als Agrotechniker erlernen konnte, da war die sozialistische Welt in Ordnung.
Heute frage ich mich allerdings als Senior und nicht mehr auf dem Laufenden, welche Voraussetzungen heute in der Landwirtschaft sein müssen, wenn ich GPS gesteuerte Traktoren, Mähdrescher im ständigen Kontakt mit dem Werk befindlich und ähnliche "Wunder der Technik" höre. Da hat wohl der Hilfsschüler keine Chance mehr. Und der altbekannte Spruch: Wer nichts ist und wer nichts kann, geht zur Post und Eisenbahn, wer auch dafür noch zu dumm, drückt bei der Armee sich rum, - der gilt wohl heute auch nicht mehr. Was machen also solche Junges heute?


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#24

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 18.08.2012 20:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #23
Was machen also solche Junges heute?


@Rüganer, Deine Frage ist doch schnell beantwortet: sie versuchen "Superstar" zu werden!

Wenn es damit nicht klappt bleibt immer noch Hartz IV .........

Wo siehst Du da ein Problem?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#25

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 18.08.2012 22:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #23
Zitat von S51 im Beitrag #5
--------------------------------------------------------------------------------
Gestern war ich bei meiner Zahnärztin.
Sie hat mir gesagt, dass nach ihrer Meinung zwei Zähne durch "Dritte" ersetzt werden müssten. Auch den Preis... Da musste ich doch arg schlucken, die hätte ich in der DDR kostenlos bekommen. Es war eben nicht alles schlecht.
--------------------------------------------------------------------------------


....Aber solange man mit dem Fahrrad´von der Platte in den Betrieb fuhr, seine Kinder im Kindergarten abgeben konnte und selbst als nicht ganz so gescheiter und strebsamer Schüler immer noch auf den ZT 323 steigen und seinen Beruf als Agrotechniker erlernen konnte, da war die sozialistische Welt in Ordnung.
Heute frage ich mich allerdings als Senior und nicht mehr auf dem Laufenden, welche Voraussetzungen heute in der Landwirtschaft sein müssen, wenn ich GPS gesteuerte Traktoren, Mähdrescher im ständigen Kontakt mit dem Werk befindlich und ähnliche "Wunder der Technik" höre. Da hat wohl der Hilfsschüler keine Chance mehr. Und der altbekannte Spruch: Wer nichts ist und wer nichts kann, geht zur Post und Eisenbahn, wer auch dafür noch zu dumm, drückt bei der Armee sich rum, - der gilt wohl heute auch nicht mehr. Was machen also solche Junges heute?


Als einer der die Bahn von gestern und heute kennt kann ich Dir versichern, daß die Ausbildung trotz enormer technischer Fortschritte gleich schwer geblieben ist, daß zur Beherrschung der Technik aber nach wie vor kein Ingenieurwissen nötig ist.
Im Gegenteil, die unzähligen Havarieschaltungen und das Abarbeiten von Störsuchplänen wie wir es damals gelernt hatten, würde mich eher in Schwierigkeiten bringen als die Abarbeitung eines Störtextes auf dem Diagnosediplay der Drehstromlok.
Praktisch kann man 90 % aller Störungen per Diplaybedienung beseitigen bzw. überbrücken, bei den modernen Landmaschinen dürfte das kaum anders sein- Einmal gelernt und es gibt kaum noch Probleme und wenn doch, kann sowieso nur noch die Fachfirma helfen.
Allerdings kann ich mich hier schlecht positionieren, ob das nun gut oder schlecht ist, wenn man per Basteleinsatz und Havarieschaltung den Zug doch noch ans Ziel bringt oder eben die Technik so zuverlässig geworden ist, daß spektakuläre Einsätze dieser Art gar nicht mehr nötig sind.
Gut fürs Ego war es schon, wenn man mit Tricks und Kniffen, die nicht jeder kennt sich profilieren kann aber für den Eisenbahnbetrieb ist die moderne Drehstromlok für 6 Mio Euro schon besser als die 143er für 2,5 Mio Ostmark.
Wenn wir aber bei "War nicht alles schlecht" nun den Kreis wieder schließen, so behaupte ich hier mal, daß diese 143er für diesen Preis heute reißenden Absatz finden würde.



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#26

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 19.08.2012 15:25
von Fritze (gelöscht)
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Zum Thema "Gutes aus der DDR " fällt mir spontan auch die ärztliche Versorgung ein.Alles kostenlos,ohne Zuzahlung.Aber beim Zahnarzt tennen sich die Welten.War im Jahre 1987 13 Mal in einer mecklenburgischen Kleinstadt bei einer Zahnärztin.Die war immer so schnell,daß man die Schmerzen der betäubungsfreien Behandlung erst mitbekam,nachdem man wieder draußen war.Ich bekam 4 Backenzähne verplomt,welche nach ca 2 Monaten alle im Wochenrythmus "hochgingen"und somit extraiert werden mussten.Dies war ein besonders schlechtes Beispiel von Zahnarztkunst.Meiner Mutter,die in den 1970 Jahren auf ihre oberen Schneidezähne Jacketkronen bekam ,wurden diese erst nach 25 Jahren( immer noch bei ihrem alten Zahnarzt ) ,wegen Abnutzung entfernt.Bei mir ist schon wieder eine Reperatur nach nur 4 Jahren fällig.
Will damit ausdrücken,daß es in beiden deutschen Systemen gute und schlechte Handwerker gibt.Und wenn ich den Eindruck habe, ich werde schlecht bedient,wechsel ich den Anbieter. Meine neue Zahnärztin muss nun auch den Pfusch von einigen Vorgängern beseitigen und der Leidtragende bin ich.Körperlich und finanziell.
Aber zurück zum Guten in der DDR.Das beste war meiner Meinung das Bildungssystem.Und komm mir hier keiner mit politischer Beeinflussung ! Die gibt es heute noch mehr , Geschichtsklitterei ebenfalls.
Es wurde schon angesprochen,daß man in der DDR sich freier in seinem Umfeld bewegen konnte.Also Privatgrundstücke und so weiter.heute kommt man an einige Seen nur noch mit de Boot.Ganze Wälder und Landschaften sind gesperrt von Privatleuten.
Da sollte sich mal ein Beispiel an Skandinavien genommen werden ! Sag nur " Allemannsretten ".

Und warum muss ich Schulbusgeld zahlen,wenn Schulpflicht besteht ???
Warum muss ich für ein einfaches Personaldokument,zu welchem mich der Staat verpflichtet,28,50 Teuro zahlen ???
Warum muss ich ich ans Kanalsystem angeschlossen sein ,obwohl ich eine sehr gute neue 4 Kammer Klärgrube besitze ???

Und wo sind die 180 Millarden ,welche die DDR auch nach dem Zusammenbruch, noch von Russland zu bekommen hatte ???

Und nun Feuer Frei !!!


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2012 15:27 | nach oben springen

#27

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 19.08.2012 17:04
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #26
???
Warum muss ich ich ans Kanalsystem angeschlossen sein ,obwohl ich eine sehr gute neue 4 Kammer Klärgrube besitze ???

Und nun Feuer Frei !!!


Weil die vom Abwasserzweckverband uns zeigen wollen, daß Zwangskollektivierungen auch im Neuen Deutschland möglich sind.
Bei allem Horrormärchen über die politische Willkür im SED- Staat sind die uns niemals ans verdiente und versteuerte Geld gegangen.
Bei allen Planerfüllungsterror, wenn 14 Uhr im Kombinat Feierabend war, dann war auch 14 Uhr Feierabend, da wurden keine Regale mehr eingeräumt und Arbeitszeitabrechnungen mit excel gemacht und das Handy war als Krake des Arbeitgebers auch noch nicht erfunden.



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#28

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 19.08.2012 18:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #27
Zitat von Fritze im Beitrag #26
???
Warum muss ich ich ans Kanalsystem angeschlossen sein ,obwohl ich eine sehr gute neue 4 Kammer Klärgrube besitze ???

Und nun Feuer Frei !!!


Weil die vom Abwasserzweckverband uns zeigen wollen, daß Zwangskollektivierungen auch im Neuen Deutschland möglich sind.
Bei allem Horrormärchen über die politische Willkür im SED- Staat sind die uns niemals ans verdiente und versteuerte Geld gegangen.
Bei allen Planerfüllungsterror, wenn 14 Uhr im Kombinat Feierabend war, dann war auch 14 Uhr Feierabend, da wurden keine Regale mehr eingeräumt und Arbeitszeitabrechnungen mit excel gemacht und das Handy war als Krake des Arbeitgebers auch noch nicht erfunden.




Nun Hackl, Horrormärchen waren die Berichte über Willkür in der DDR nicht immer. Dieser Staatsapparat traf Entscheidungen mitunter nach Gutsherrenart. Konnten sie sich ja auch leisten, die Zettelfalter waren keine Gefahr für sie und ihre Pöstchen. Daher brauchten sie auch keine blühenden Landschaften und ähnlichen Wahlkamfblödsinn verkünden.
Sag mir mal, wo sie euch ans Portemonaise gehen sollten ? Was sollte man denn von euren Sparkassenkonten holen ? Nach dem sie die Löhne gleichgebügelt hatten, die Unternehmer enteignet hatten, war alles auf sozialistischem Einheitsniveau. Da wurde keine Daten CD' s aus der Schweiz angeboten, da gabs kein Schwarzgeld und eine Bildzeitung brauchte es auch nicht. Diese Rolle hatte schon das ND übernommen, das Zentralorgan der geknechteten Arbeiter und Bauern. Na ja und dein Technikvergleich mit excel hinkt ja wohl etwas, ich vergleiche mein heutiges Auto ja auch nicht mit einem Trabbi von 1989.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#29

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 19.08.2012 18:36
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #28
Zitat von Hackel39 im Beitrag #27
Zitat von Fritze im Beitrag #26
???
Warum muss ich ich ans Kanalsystem angeschlossen sein ,obwohl ich eine sehr gute neue 4 Kammer Klärgrube besitze ???

Und nun Feuer Frei !!!


Weil die vom Abwasserzweckverband uns zeigen wollen, daß Zwangskollektivierungen auch im Neuen Deutschland möglich sind.
Bei allem Horrormärchen über die politische Willkür im SED- Staat sind die uns niemals ans verdiente und versteuerte Geld gegangen.
Bei allen Planerfüllungsterror, wenn 14 Uhr im Kombinat Feierabend war, dann war auch 14 Uhr Feierabend, da wurden keine Regale mehr eingeräumt und Arbeitszeitabrechnungen mit excel gemacht und das Handy war als Krake des Arbeitgebers auch noch nicht erfunden.




Nun Hackl, Horrormärchen waren die Berichte über Willkür in der DDR nicht immer. Dieser Staatsapparat traf Entscheidungen mitunter nach Gutsherrenart. Konnten sie sich ja auch leisten, die Zettelfalter waren keine Gefahr für sie und ihre Pöstchen. Daher brauchten sie auch keine blühenden Landschaften und ähnlichen Wahlkamfblödsinn verkünden.
Sag mir mal, wo sie euch ans Portemonaise gehen sollten ? Was sollte man denn von euren Sparkassenkonten holen ? Nach dem sie die Löhne gleichgebügelt hatten, die Unternehmer enteignet hatten, war alles auf sozialistischem Einheitsniveau. Da wurde keine Daten CD' s aus der Schweiz angeboten, da gabs kein Schwarzgeld und eine Bildzeitung brauchte es auch nicht. Diese Rolle hatte schon das ND übernommen, das Zentralorgan der geknechteten Arbeiter und Bauern. Na ja und dein Technikvergleich mit excel hinkt ja wohl etwas, ich vergleiche mein heutiges Auto ja auch nicht mit einem Trabbi von 1989.




Na Gert,verbreitest wieder deine Horrorpropaganda hier.


Jawa 350 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 19.08.2012 18:38
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #28
Zitat von Hackel39 im Beitrag #27
Zitat von Fritze im Beitrag #26
???
Warum muss ich ich ans Kanalsystem angeschlossen sein ,obwohl ich eine sehr gute neue 4 Kammer Klärgrube besitze ???

Und nun Feuer Frei !!!


Weil die vom Abwasserzweckverband uns zeigen wollen, daß Zwangskollektivierungen auch im Neuen Deutschland möglich sind.
Bei allem Horrormärchen über die politische Willkür im SED- Staat sind die uns niemals ans verdiente und versteuerte Geld gegangen.
Bei allen Planerfüllungsterror, wenn 14 Uhr im Kombinat Feierabend war, dann war auch 14 Uhr Feierabend, da wurden keine Regale mehr eingeräumt und Arbeitszeitabrechnungen mit excel gemacht und das Handy war als Krake des Arbeitgebers auch noch nicht erfunden.




Nun Hackl, Horrormärchen waren die Berichte über Willkür in der DDR nicht immer. Dieser Staatsapparat traf Entscheidungen mitunter nach Gutsherrenart. Konnten sie sich ja auch leisten, die Zettelfalter waren keine Gefahr für sie und ihre Pöstchen. Daher brauchten sie auch keine blühenden Landschaften und ähnlichen Wahlkamfblödsinn verkünden.
Sag mir mal, wo sie euch ans Portemonaise gehen sollten ? Was sollte man denn von euren Sparkassenkonten holen ? Nach dem sie die Löhne gleichgebügelt hatten, die Unternehmer enteignet hatten, war alles auf sozialistischem Einheitsniveau. Da wurde keine Daten CD' s aus der Schweiz angeboten, da gabs kein Schwarzgeld und eine Bildzeitung brauchte es auch nicht. Diese Rolle hatte schon das ND übernommen, das Zentralorgan der geknechteten Arbeiter und Bauern. Na ja und dein Technikvergleich mit excel hinkt ja wohl etwas, ich vergleiche mein heutiges Auto ja auch nicht mit einem Trabbi von 1989.




Ich wollte mit dem Abwasserbeispiel nur dokumentieren, daß wir bezüglich Behördenwillkür einen Umtauschkurs von 1:1 bekommen haben.
Es gab sehr wohl Einkommensunterschiede in der DDR und damit die Möglichkeit für das Politbüro Robin Hood auf Kosten der Einkommensausreißer zu spielen, wobei ich nur über die 1980er sprechen kann.
Ich hatte im letzten Jahr vor der Wende mehere Monatslöhne an Zinsen pro Jahr, die betrugen 3,25 % und waren meine.
Da kam mir keine Finanzamtskrake und kein kommunaler Gebührenabzocker dazwischen, das war einfach nur mein Geld, das ich vorher legal verdient hatte.
Ursache für diese Einnahmen war speziell auf mich bezogen weder Erbschaften noch besondere Talente oder Lottoglück, es war einfach nur die Zufriedenheit des Alltags und der gesunde Menschenverstand, der mich u.a. davon abgehalten hatte ein Jahrzehnt lang für eine Pappkiste zu arbeiten, die ich gar nicht wirklich brauchte.
Darüber hinaus haben mich die Überstunden im Traumberuf gar nicht weiter gejuckt, weil ich auch so noch genügend Freizeit hatte, da die Arbeit nach drei Minuten Fahrradfahrt erreicht war, das alles hatte nun mal Wert und so war das Leben in der DDR einfach nur die Freiheit in meinen Farben.
Prestigedenken war mir seit jeher fremd und gegen Konsumterror und westliche Glücksdefinitionen, die fast durchweg an Geld und Besitz gekoppelt waren bin ich heute noch immun.
Zum Abschluß noch ein kleines Schlüsselerlebnis aus meiner Schulzeit zum Thema Gleichmacherei im Sozialismus.
In der 8. Klasse fanden für die Schulklassen Einsätze als Erntehelfer im Obstbau statt, bei denen man ein recht hübsches Sümmchen an Taschengeld verdienen konnte.
Die besten schafften 40-50 Mark an einem Nachmittag und die Fun- Generation, die es damals auch schon gab, alberte halt die ganze Zeit herum, bewarf sich mit den Äpfeln, machte anderen die Körbe wieder auf, so daß sie sich entleerten u.v.a. Späße.
Am Schluß hatten die kaum zehn Mark verdient, machte auch nichts die Eltern schoben es regelmäßig hinten rein, aber egal.
Was dann geschah, als das Geld ausgezahlt werden sollte, war eine echte Attacke, wie Du sie oben in anderen Zusammenhängen beschrieben hattest, aber ich kann nun mal nur für mich schreiben.
Jemand schlug entgegen aller Abmachungen vor, das Geld nun in die Klassenkasse zu versenken zum Wohle aller und wenn das durchgegangen wäre, dann weiß ich auch heute nicht, wie ich reagiert hätte.
Auf den Protest von mir und noch 3-4 anderen Mitschülern hin, wurde es dann doch entsprechend der tatsächlichen Leistung ausgezahlt.
Vielleicht war unser Protest aber auch die nicht bestandene Tauglichkeitsprüfung des Kommunisten von morgen.



zuletzt bearbeitet 19.08.2012 22:17 | nach oben springen

#31

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 20.08.2012 08:30
von GeMi | 556 Beiträge

[quote=Hackel39Auf den Protest von mir und noch 3-4 anderen Mitschülern hin, wurde es dann doch entsprechend der tatsächlichen Leistung ausgezahlt.
Vielleicht war unser Protest aber auch die nicht bestandene Tauglichkeitsprüfung des Kommunisten von morgen.[/quote]


Hallo Hackel39,

da nenn ich Dir doch gleich mal ein Beispiel in umgekehrter Richtung.
Im Studentensommer (Berlin 1979) waren unserer Truppe einige russische Studenten zugeordnet. Diese haben im Kabelwerk Oberspree Kabeltrommeln im Akkord montiert. Die jungen Leute hatten mitbekommen, daß man mit Fleiß viel Geld vedienen kann. Also haben sie die Norm
um das Vielfache überboten.
Das Ergebnis waren heftige Proteste der deutschen Arbeiter und fast wäre es zu Schlägereien gekommen. Die Russen hätten mit ihrer irren Arbeitsweise doch die Norm total versaut bzw. in Frage gestellt.
Das Ende vom Lied war: Sie bekammen 150% Akkordlohn ausgezahlt und mussten in einer abgeschlossenen Abteilung arbeiten - ohne Kontakt zu den Deutschen.
Dazu muss man noch sagen, daß diese Arbeitsleistung der Russen auf Dauer nicht zu schaffen wäre.

Da Gleiche könnte man doch von unserem Bergarbeiter-Helden Adolf Henneke behaupten. In einer gut organisierten Schicht mal das Maximale rausholen, daß kann so ziemlich jeder, oder?

Noch was zur Gesundheitsversorgung in der DDR. Die Allgemeinversorgung war flächendeckend und bestimmt nicht schlecht.
Aber es gab Sachen, die will man einfach nicht verstehen - z.B. die abgekniffene Büroklammer als Aufnahme für einen Stiftzahn oder das meine Oma im Krankenhaus Hohenmölsen nach einem Schlaganfall tagelang auf dem Flur campieren musste. Es waren halt keine Betten frei.

Ansonsten war die DDR für die meisten von uns die Jugend. Und die ist doch fast immer sorgenfrei und schön.
Das Dumme am System war die mangelhafte Finanzierung, wie Zermatt schon feststellt. Irgendwann war der Topf leer.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 20.08.2012 08:51
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von GeMi im Beitrag #31
[quote=Hackel39Auf den Protest von mir und noch 3-4 anderen Mitschülern hin, wurde es dann doch entsprechend der tatsächlichen Leistung ausgezahlt.
Vielleicht war unser Protest aber auch die nicht bestandene Tauglichkeitsprüfung des Kommunisten von morgen.



Hallo Hackel39,

da nenn ich Dir doch gleich mal ein Beispiel in umgekehrter Richtung.
Im Studentensommer (Berlin 1979) waren unserer Truppe einige russische Studenten zugeordnet. Diese haben im Kabelwerk Oberspree Kabeltrommeln im Akkord montiert. Die jungen Leute hatten mitbekommen, daß man mit Fleiß viel Geld vedienen kann. Also haben sie die Norm
um das Vielfache überboten.
Das Ergebnis waren heftige Proteste der deutschen Arbeiter und fast wäre es zu Schlägereien gekommen. Die Russen hätten mit ihrer irren Arbeitsweise doch die Norm total versaut bzw. in Frage gestellt.
Das Ende vom Lied war: Sie bekammen 150% Akkordlohn ausgezahlt und mussten in einer abgeschlossenen Abteilung arbeiten - ohne Kontakt zu den Deutschen.
Dazu muss man noch sagen, daß diese Arbeitsleistung der Russen auf Dauer nicht zu schaffen wäre.

Da Gleiche könnte man doch von unserem Bergarbeiter-Helden Adolf Henneke behaupten. In einer gut organisierten Schicht mal das Maximale rausholen, daß kann so ziemlich jeder, oder?

Noch was zur Gesundheitsversorgung in der DDR. Die Allgemeinversorgung war flächendeckend und bestimmt nicht schlecht.
Aber es gab Sachen, die will man einfach nicht verstehen - z.B. die abgekniffene Büroklammer als Aufnahme für einen Stiftzahn oder das meine Oma im Krankenhaus Hohenmölsen nach einem Schlaganfall tagelang auf dem Flur campieren musste. Es waren halt keine Betten frei.

Ansonsten war die DDR für die meisten von uns die Jugend. Und die ist doch fast immer sorgenfrei und schön.
Das Dumme am System war die mangelhafte Finanzierung, wie Zermatt schon feststellt. Irgendwann war der Topf leer.

[/quote]

Die Sache mit Adolf Hennecke und die späteren Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag waren eine Volksverdummung, das muß man leider so sagen.
Diese Rekorde wurden unter Laborbedingungen aufgestellt und haben keinen Wert.
In meinem damaligen Arbeitsumfeld auf dem Güterbahnhof hat man anläßlich dieser Höchstleistungsschichten einfach nur Züge in der Vorschicht so sortiert, daß sie mit zwei Rangierbewegungen fertig waren, wo normalerweise 10-15 "Gänge" nötig waren, mir hat das damals auch schon nicht gefallen, aber mitgemacht haben wir trotzdem.
Genauso könnte man die 400 m- Zeiten des "Hasen" im 5000 m- Rennen hoch rechnen und sie zur Orientierung für das Machbare heranziehen - das ist einfach nur unseriös.
Über das mit der Finanzierung denke ich anders seit ich die Konstruktion unserer derzeitigen Wirtschaft einigermaßen begriffen habe, wonach Schulden zu haben einfach nur chic ist und scheinbar kein Problem mehr darstellt, wenn alle mit machen so wie beim Kettenbrief.
Die DDR hatte das Pech, daß bei der Inventur keiner mehr zu Hause war, der die Bilanzdaten so zu interpretieren verstand, daß die Gläubiger mit einem guten Gefühl zurück blieben.
Weißt Du eigentlich, daß man die aus dem Umtauschkurs von 1:1 (anteilig 6000/ 4000 Mark pro Person) entstandenen Verluste der Abschlußbilanz der DDR- Volkswirtschaft noch eingebucht hat wo es doch eigentlich schon eine Zuwendung des Wohltäters Kohl war ?
So etwas passiert nur, wenn niemand mehr da ist, der diese oder jene Zahlen verteidigen könnte.



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#33

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:24
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Als ehemaliger BRD-ler sehe ich das so:

PRO DDR:
-niedrige Mieten
-Arbeit war garantiert (keine Arbeitslosen)
-hoher, menschlicher Zusammenhalt untereinander (Misstrauen gegenüber möglichen STASI-Spitzeln lasse ich mal außen vor)
-gute Müll-Trennung
-billige Lebenshaltungskosten (Nahrungsmittel, Dienstleistungen, Öffentlicher Personen Nahverkehr, Mieten)
-gut ausgebauter Öffentlicher Personen Nahverkehr (Straßenbahnen flächendeckend, selbst in 50000-Einwohner-Städten)
-mehr Menschlichkeit, weniger "soziale Kälte"
-zwar veralterte Autos (Trabant), dafür aber "Kult-Auto"
-keine Drogen-Problematik
-keine AIDS-Problematik
-weniger Prüderie, als in der BRD

CONTRA DDR:
-keine Reisefreiheit
-keine Meinungs- und Demonstrations-Freiheit, bzw. Medienfreiheit (Musik, Film, Kunst)
-ständiges Misstrauensgefühl gegenüber der Staatsobrigkeit (STASI)
-Warengütermangel und Warengüterknappheit
-Schießbefehl an der Grenze zum westlichen Bündnisgebiet
-hoher Grad an Umweltverschmutzung
-hohe staatliche Einmischung und Bevormundung
-starker Verfall der Bausubstanz (Häuser, Industrie) und Verschleiß der Infrastruktur (Autobahnen)
-unrentable Wirtschaft (da oft veralterte Industrieanlagen)

Man sieht, es hält sich "ungefähr die Waage" an Vor- und Nachteilen, aus Sicht eines ehemaligen BRD-lers, wie mich!


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
zuletzt bearbeitet 28.10.2012 21:32 | nach oben springen

#34

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:41
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #33
Als ehemaliger BRD-ler sehe ich das so:

PRO DDR:
-niedrige Mieten
-Arbeit war garantiert (keine Arbeitslosen)
-hoher, menschlicher Zusammenhalt untereinander (Misstrauen gegenüber möglichen STASI-Spitzeln lasse ich mal außen vor)
-gute Müll-Trennung
-billige Lebenshaltungskosten (Nahrungsmittel, Dienstleistungen, Öffentlicher Personen Nahverkehr, Mieten)
-gut ausgebauter Öffentlicher Personen Nahverkehr (Straßenbahnen flächendeckend, selbst in 50000-Einwohner-Städten)
-mehr Menschlichkeit, weniger "soziale Kälte"
-zwar veralterte Autos (Trabant), dafür aber "Kult-Auto"
-keine Drogen-Problematik
-keine AIDS-Problematik
-weniger Prüderie, als in der BRD

CONTRA DDR:
-keine Reisefreiheit
-keine Meinungs- und Demonstrations-Freiheit, bzw. Ledienfreiheit (Musik, Film, Kun das rot unterstrichene st)
-ständiges Misstrauensgefühl gegenüber der Staatsobrigkeit (STASI)
-Warengütermangel und Warengüterknappheit
-Schießbefehl an der Grenze zum westlichen Bündnisgebiet
-hoher Grad an Umweltverschmutzung
-hohe staatliche Einmischung und Bevormundung
-starker Verfall der Bausubstanz (Häuser, Industrie) und Verschleiß der Infrastruktur (Autobahnen)
-unrentable Wirtschaft (da oft veralterte Industrieanlagen)

Man sieht, es hält sich "ungefähr die Waage" an Vor- und Nachteilen, aus Sicht eines ehemaligen BRD-lers, wie mich!

das rot sichtbare: wie wahr, wie wahr
Harra 318


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#35

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:45
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Meinste? Vielleicht habe ich ja auch wirklich keine Ahnung, da ja nur Tourist gewesen, damals!?
Kannst mir ja meine Irrtümer widerlegen....


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#36

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:45
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #33
Als ehemaliger BRD-ler sehe ich das so:

PRO DDR:
-niedrige Mieten
-Arbeit war garantiert (keine Arbeitslosen)
-hoher, menschlicher Zusammenhalt untereinander (Misstrauen gegenüber möglichen STASI-Spitzeln lasse ich mal außen vor)
-gute Müll-Trennung
-billige Lebenshaltungskosten (Nahrungsmittel, Dienstleistungen, Öffentlicher Personen Nahverkehr, Mieten)
-gut ausgebauter Öffentlicher Personen Nahverkehr (Straßenbahnen flächendeckend, selbst in 50000-Einwohner-Städten)
-mehr Menschlichkeit, weniger "soziale Kälte"
-zwar veralterte Autos (Trabant), dafür aber "Kult-Auto"
-keine Drogen-Problematik
-keine AIDS-Problematik
-weniger Prüderie, als in der BRD

CONTRA DDR:
-keine Reisefreiheit
-keine Meinungs- und Demonstrations-Freiheit, bzw. Medienfreiheit (Musik, Film, Kunst)
-ständiges Misstrauensgefühl gegenüber der Staatsobrigkeit (STASI)
-Warengütermangel und Warengüterknappheit
-Schießbefehl an der Grenze zum westlichen Bündnisgebiet
-hoher Grad an Umweltverschmutzung
-hohe staatliche Einmischung und Bevormundung
-starker Verfall der Bausubstanz (Häuser, Industrie) und Verschleiß der Infrastruktur (Autobahnen)
-unrentable Wirtschaft (da oft veralterte Industrieanlagen)

Man sieht, es hält sich "ungefähr die Waage" an Vor- und Nachteilen, aus Sicht eines ehemaligen BRD-lers, wie mich!


vorwendezeittouri,

sieh es mal so:
niedrige Mieten... - ja und was war das Resultat? im Plattenbau war dass ja alles gut und schön, im Wohnhaus eines privaten Vermieters sah dies aber ganz anders aus, was konnte der schon mit diesen Mieten anfangen, wenn er renovieren und instandhalten musste? bei den Mieten konnte es nur verfallen lassen.. Was meinst Du, warum die Innenstädte so ausgesehen haben, wie sie aussahen?

Arbeit war garantiert?....
manche würden heute noch sagen - ja leider.. jeder wurde mit durchgezogen, selbst wenn sich Kollegen von ihm distanziert haben, er hatte seinen Platz..

hoher menschlicher Zusammenhalt - 100 % geb ich dir Recht...
gute Mülltrennung? ein Mehrwegsystem dank Sero, Flaschen wurden gesammelt, Papier und andere Sekundärrohstoffe auch. Aber dafür wurde auch genug Müll wild verkippt, dafür war die Entsorgung nicht unbedingt immer so wie sie sein sollte. Ich denke mal an die Gülle der Großviehanlagen.. Verschmutzung des Boddens hier, Entsorgung im Wald und andere Sauereien..

ÖPNV - Nun ja, war nicht schlecht..
alles andere Gutem, was Du aufzählst, war der geschlossenen Grenze zu verdanken.


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#37

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:50
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Natürlich, da gebe ich dir recht, hat die abgeschirmte Staatsgrenze einiges wirklich "abgeschirmt", man denke an Drogenmärkte, an das AIDS-Virus...


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#38

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:52
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #37
Natürlich, da gebe ich dir recht, hat die abgeschirmte Staatsgrenze einiges wirklich "abgeschirmt", man denke an Drogenmärkte, an das AIDS-Virus...

Bei uns gab es eine käufliche Droge, sie nannte sich Alkohol !
Harra 318


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#39

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 21:55
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #38
Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #37
Natürlich, da gebe ich dir recht, hat die abgeschirmte Staatsgrenze einiges wirklich "abgeschirmt", man denke an Drogenmärkte, an das AIDS-Virus...

Bei uns gab es eine käufliche Droge, sie nannte sich Alkohol !
Harra 318


Da will ich dir nicht widersprechen, wobei Alkohol, bis auf den arabisch-muslimischen Kulturbereich vielleicht, alle Völker der Welt und dessen Länder eingenommen hat....


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#40

RE: "Es war doch nicht alles schlecht"

in DDR Zeiten 28.10.2012 22:10
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Alkohol war extrem preiswert und sehr gut erhältlich. Das hat mich seinerzeit als Tourist etwas überrascht. Ich habe mich der Landessitte angepasst, hat möglicherweise einige Gehirnzellen gekostet..

http://www.fotogemeinschaft.de/v/fotogra...m-1975.jpg.html
Theo


zuletzt bearbeitet 28.10.2012 22:11 | nach oben springen



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