#1

DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 19:20
von ChristianAC | 71 Beiträge

Moin Moin

So beim Lesen des Forum wurde eine Erinnerung geweckt.

Ich habe mir als Gymnasiast ganz normal im Buchladen ein Buch bestellt, was einem heut zu Tage
in Zeiten von 9/11 und dem Anschlag in Oslo die Aufmerksamkeit der Behörden sichern würde.

Es muss so um 1983 herum gewesen sein, als ich mir folgendes bestellt und geliefert bekommen habe.



Da ich mich nicht erinnern kann es weggeschmissen zu haben, müsste es eigentlich noch irgendwo existieren.

Was gab es denn noch für interessante Literatur im DDR-Alltag, abseits vom Bronstein, die es auch im Westen gegeben haben könnte.

Müssen ja keine Anleitung zur Herstellung von Massenvernichtungsmitteln in der heimischen Küche sein.....


nach oben springen

#2

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 19:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Ammendick, Erich:
Militärchemie : e. Einführung / von Erich Ammendick.
- 6., durchges.Aufl. - Leipzig : Dt. Verl. für Grund-
stoffind., 1989. - 48S. : 4 Bild. 7 Tab.
(Bausteine der Chemie)

ISBN 3-342-00037-6

P.S. wollte noch ein PDF anhängen (kleiner als 2MB) aber irgendwie ... geht's ni. Na egal, ist ja auch so nur 'n Klick weit wech
... http://www.google.de/search?q=Erich%20Am...3%BChrung%20pdf


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 13.08.2012 19:55 | nach oben springen

#3

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 19:56
von ChristianAC | 71 Beiträge

Ich kenne das PDF.

Das Vorwort in meiner Ausgabe klang aber noch etwas verschärter und propagandistischer.

Ich muss es mal suchen gehen, wenn ich das nächste Mal wieder in Deutschland bin.


nach oben springen

#4

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 20:05
von 94 | 10.792 Beiträge

Scan ma ein, dieses Vorwort, also falls Du es dann findest. Müßte ja die 4. (oder 3.) Auflage gewesen sein. In der 6. Auflage wird ja schon das Wehrdienstgesetz von '82 erwähnt. Genau die Vorwörter und Einleitungen machten bei den Sachbüchern regelmäßig Neuauflagen notwendig. Wäre glaube ich mal recht interessant am lebenden Beispiel einen Vergleich zu haben.

P.S. Achso, und die Einleitung auch gleich mit.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 13.08.2012 20:07 | nach oben springen

#5

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 20:21
von ChristianAC | 71 Beiträge

Werd ich gerne mal machen......

Ich erinnere mich halt, dass irgendeine konkreter Parteitag beschlossen hätte, dass der gute sozialistische Ingenieur zu Hause in der Lage sein
müsste, entsprechende Dinge in der heimischen Küche herzustellen. Ich meine es war konkret von Massenvernichtungsmitteln die Rede.
Als Jugendlicher im Alter von 17 Jahren oder so fand man die Formulierung eher spassig.


nach oben springen

#6

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 21:10
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Nicht ganz uninteressant war das "Antennenbuch", Autor : Rothammel. Es war sogar begehrte Fachliteratur in der BRD (vor '89).
Leider hat es uns im östl. Norden auch nicht viel geholfen


nach oben springen

#7

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 13.08.2012 22:04
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von torpedoschlosser im Beitrag #6
Nicht ganz uninteressant war das "Antennenbuch", Autor : Rothammel. Es war sogar begehrte Fachliteratur in der BRD (vor '89).
Leider hat es uns im östl. Norden auch nicht viel geholfen


Dieses Antennenbuch war damals wahrscheinlich im Westen begehrt - ich habe für unsere Bekannten in Hamburg 6 Stück beschafft! Die haben dann Antennen gebaut, um DDR Fernsehen zu gucken.
Ich glaube mein Exemplar habe ich noch heute.

Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Auch habe unter anderen die auf dem Bild zusehende Antenne für mich laut diesen Antennenbuch gebaut - der Empfang war teilweise gut bis sehr gut.
Das Bild ist bei dem Abbau im Jahr 2003 entstanden.

Angefügte Bilder:
01010041.JPG

MfG
Jawa350
werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 14.08.2012 20:15
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #7


. . . .

Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.
. . . .




Jo, z.B. das hier und wird sogar heute noch hoch gehandelt, hier allerdings überteuert: http://www.zvab.com/displayBookDetails.d...Id=10665185&b=1


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
nach oben springen

#9

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 14.08.2012 21:08
von Gert | 12.356 Beiträge

zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#10

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2012 19:04
von werner | 1.591 Beiträge

Gert, ob das mit dem Zwangsumtausch gerechtfertigt war oder nicht, darüber kann man gewiss trefflich streiten.

Du scheinst aber auf jeden Fall zu denen gehört zu haben, die nicht sofort überlegt haben, wie man aus einer Situation ein gutes Geschäft machen kann. Und in meiner Erinnerung wollte man den Normalsterblichen mit der Regelung auch nicht treffen.

Von der anderen Sorte gab es aber auch genug, und ich denke, die sind die "Exporteure" z.B. der Fachliteratur gewesen. Du weißt sicher, wie teuer Fachliteratur heute ist, das war auf Grund der relativ geringen Auflagen auch früher so, da waren die 25Tacken Mindestumtausch für diese Klientel ein Witz.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
nach oben springen

#11

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2012 20:20
von PF75 | 3.294 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




sicherlich trauerst du immer noch der D-Mark nach,die dich über die anderen Völker in Europa gehoben hat und heute kannste nicht mehr mit dem € angeben den haben alle.


nach oben springen

#12

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 15.08.2012 21:52
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




Es ist mir unter der Gürtelinie auf so etwas eines ewig Gestrigen zu reagieren !!!


MfG
Jawa350
nach oben springen

#13

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 07:46
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #12
Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




Es ist mir unter der Gürtelinie auf so etwas eines ewig Gestrigen zu reagieren !!!




@Jawa, hast dich selbst widerlegt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#14

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 07:58
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von PF75 im Beitrag #11
Zitat von Gert im Beitrag #9
zitat Jawa :Auch andere Fachbücher wurden durch unsere Bekannten mit in den Westen geschleppt.

Was sollten wir denn sonst aus der DDR " schleppen " ? Zunächst mal wurden wir gezwungen 25 DM täglich im Verhältnis 1:1 gutes Geld gegen eine Währung zu tauschen, die man damals schon 1:4 - 1: 5 tauschen konnte. Aber selbst zu den Kursen 1:4 hätte ich das Geld nicht getauscht, denn ich wusste nicht was ich davon kaufen sollte. Ein mal Tank voll ( tat damals weh 1,65 Mark je l zu bezahlen verursacht durch diesen Schwindelkurs). Also mitunter mal ein Buch, auch mal gut Essen gehen mehr war da nicht drin. Ich habe in keinem Staat der Welt solche " Not" erlebt Geld auszugeben. Das war moderne Wegelagerei, dieser Zwangsumtausch. Dann noch von "in den Westen schleppen" reden, wenn man für dieses ordentlich getauschte Geld etwas kaufte, finde ich schon ziemlich geschmacklos.




sicherlich trauerst du immer noch der D-Mark nach,die dich über die anderen Völker in Europa gehoben hat und heute kannste nicht mehr mit dem € angeben den haben alle.


PF 75, die DM war für mich ein normales Zahlungsmittel, mit dem mich mein Arbeitgeber für meine erbrachten Leistungen bezahlte. Damit finanzierte ich den Lebensunterhalt meiner Familie und das funktionierte gut bis sehr gut. Bis dahin ein normaler Vorgang, nichts besonderes.
Ein Bundesbürger merkte allerdings in bestimmten Ländern, dass die Einheimischen regelrecht verzückt waren, wenn sie diese Scheinchen sahen. Diese Anziehungskraft ging aber eindeutig von den dortigen Personen aus. Ich und meine Landsleute haben daran keinen Anteil. Ich bin aber, von meinen Verwandtenbesuchen in der DDR abgesehen, nicht in solche Länder gefahren, sondern zum Urlaub mit Familie in nichtsozialistische Länder. Dort hatten wir solche Erscheinungen nicht und das war gut so.Insofern ist es mir damals wie heute egal, wie mein Zahlungsmittel heisst, Hauptsache dahinter steckt Power. Das ist wichtig.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#15

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 08:04
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #10
Gert, ob das mit dem Zwangsumtausch gerechtfertigt war oder nicht, darüber kann man gewiss trefflich streiten.

Du scheinst aber auf jeden Fall zu denen gehört zu haben, die nicht sofort überlegt haben, wie man aus einer Situation ein gutes Geschäft machen kann. Und in meiner Erinnerung wollte man den Normalsterblichen mit der Regelung auch nicht treffen.

Von der anderen Sorte gab es aber auch genug, und ich denke, die sind die "Exporteure" z.B. der Fachliteratur gewesen. Du weißt sicher, wie teuer Fachliteratur heute ist, das war auf Grund der relativ geringen Auflagen auch früher so, da waren die 25Tacken Mindestumtausch für diese Klientel ein Witz.


Richtig werner, an diese Möglichkeiten habe ich damals wie heute nicht gedacht. Ich habe mein Geld bei meinem Arbeitgeber verdient und das war gutes Geld. Es war offenbar so gut, dass ich ich in dieser Hinsicht denkfaul war. Aber waren nicht Bücher auch auf der Verbotsliste des DDR - Zolls? Na ja wie auch immer, dieses Schnäppchen habe ich nicht beachtet.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#16

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 08:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, Deine Weltsicht und Interpretation der Dinge ist allemal putzig!

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

nach oben springen

#17

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 09:20
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

@Gert, Deine Weltsicht und Interpretation der Dinge ist allemal putzig!@Nostalgiker

Aber Richtig.Die DM war nun mal eine der härtesten Währungen der Welt.Am besten spürten wir es in Ungarn oder der CSSR.Hatteste" richtiges "Geld konnteste soviel Währung des Landes Tauschen wie Du wolltest.Ansonsten 3.Reihe.
Aber es stimmt vor allem Fachliteratur war gefragt.Aber da mein Besuch das nicht brauchte,kauften die von der Sozialabgabe Gewürze und Wurstwaren aus Thüringen.


zuletzt bearbeitet 16.08.2012 09:35 | nach oben springen

#18

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 10:44
von turtle | 6.961 Beiträge

Mich persönlich hat der Umtausch nie gestört. Da ich mein Leben in vollen Zügen genossen habe und jede Leipziger Nacht und Tagesbar zu meinen Jagdrevier zählte , reichten mir die 25 Mark sowieso nicht. Also tauschte ich immer noch Geld schwarz eins zu vier bei Freunden oder Bekannten wenn die mich nervten. Schwarz tauschen brauchte ich eigentlich nicht da ich immer gut mit Ostmark bestückt war. Im Westen bekam ich für 28 DM 100 Mark der DDR.
Ich fand immer einen Weg das Geld rüber zu bringen. Des Weiteren kam noch Geld für diverse Bestellungen hinzu. Muss aber zugeben manchmal ging es schon auf den Keks. Kannste mal mitbringen -------------, Ja was habe ich mit der Kohle gemacht? Den größten Teil habe ich verjubelt, die Frauen waren schön und nicht prüde. Das viel auch dem MfS auf und wegen meinen zwischenmenschlichen Beziehungen im Rahmen der deutsch-deutschen Freundschaft erhielt ich von 76-82 keine Einreise. Mein Einfluss soll negativ gewesen sein. Und meine Damen wurden als Personen mit hwG (häufig wechselten Geschlechtspartner)
eingestuft. Na so stand es in meinem Stasiunterlagen. ein kleines Filmchen von mir und einer Dame wahrscheinlich im besonderen Einsatz existierte auch. Ich versichere die Damen kämpften immer mit vollen Körpereinsatz. Ich hatte damals immer überlegt warum mir plötzlich die Einreise verweigert wurde, darauf kam ich nicht. Ab 1983 durfte ich plötzlich wieder einreisen. Inzwischen fuhr ich nicht mehr zur See und arbeitete in einer Schokoladenfabrik nun konnte ich meine Ostmark noch besser verstecken im passenden Plastikbeutel mit Clipverschluss original in Tafelschokolade eingegossen und verpackt überstand es alle Kontrollen. Zur Weihnacht oder Osterzeit als Füllung im Osterhasen oder Weihnachtsmann klappte es auch prima. Musste nur aufpassen wem ich welche Tafel schenkte. Das Geld ausgeben? Nein damit hatte ich nie Probleme. Ich sammelte Briefmarken und klapperte Briefmarkenläden nach guten Stücken ab. Die schmuggelte ich mit nach der BRD zurück. Heute besitze ich die Marken der DDR komplett von 49-90. In meinem Bücherschrank habe ich gute Bücher, gekauft in der DDR. Darunter auch so genannte Bückware. Meine Schwester arbeitete damals im Buchdruck und gab mir über Bückware Tipps. Mit 5 DM Zulage bekam ich die Literatur dann auch. Kneipenbesuche und Essen gehen war verdammt günstig. Nach mehrmaligem Besuch in einer guten Gaststätte brauchte ich nicht mehr warten bis ich platziert wurde, Der Wessiebonus müsste es gewesen sein.“ Herr Müller hatte doch reserviert“ Möchte noch eine kleine bzw. zwei Storys mit Büchern zum Besten geben. Woanders hatte ich das bereits einmal geschrieben. Es kommen jedoch immer neue User hinzu und es passt so schön dazu. Der Wusch eines Freundes war das Buch Denver Clan. Die Fernsehserie war damals sehr aktuell und beliebt. Bei der Kontrolle wurde das Buch auch prompt gefunden. „ Das ist verboten und wird eingezogen“ sprach der Genosse vom Zoll. Das verstehe ich nicht, die DDR hat doch die Serie aufgekauft, und wird demnächst bei Ihnen gesendet sprach ich. Wo hammse das den her? Das stand doch bei uns in jeder Zeitung! Moment mal, der Genosse zog sich zur Beratung mit seinen Kollegen zurück. Na gut hier hamse es zurück. Der hat bestimmt immer im FF dabei gesucht wenn es gesendet wird. Na jedenfalls unbekannt war ihm die Serie nicht. Vermute heimlich Westgucker.
Einmal bei der Ausreise hatte ich wieder einmal Bücher und Diverses im Koffer. Was haben sie anzumelden. Ich habe Bücher! Was für Bücher? Erich Honecker „aus meinem Leben“.
Weiter kam ich nicht seine Miene verfinsterte sich. Aufmachen sagte er barsch. Und siehe da oben lag das Meisterwerk vom Genossen Staatsratsvorsitzenden. Freundlich sagte er danke, ist in Ordnung. Dass im Buch Briefmarken versteckt waren ahnte er nicht. Übrigens das Buch habe ich immer noch, natürlich auch die Marken. Ich hatte nie ein schlechtes Gewissen wegen meinem Verhältnis Mark der DDR und DM. Ich betrachtete das eher als Wiedergutmachung für meine Haftzeit von 18 Monaten wegen Republikflucht 1964/65.
Und die Bezahlung in der Haft war trotz Kost und Logis auch beschissen Mein Letztes Gehalt von 1968 blieb auch in der DDR. Abgehauen war ich zwei Tage vor Monatsende, dazu kam noch mein ganzes Hab und Gut das damals auch in Leipzig blieb. Konnte ja nicht mit einer vollgeladenen Karre über die Grenze.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.08.2012 11:44 | nach oben springen

#19

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 11:22
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #18
Mich persönlich hat der Umtausch nie gestört. Da ich mein Leben in vollen Zügen genossen habe und jede Leipziger Nacht und Tagesbar zu meinen Jagdrevier zählte , reichten mir die 25 Mark sowieso nicht. Also tauschte ich immer noch Geld schwarz eins zu vier bei Freunden oder Bekannten wenn die mich nervten. Schwarz tauschen brauchte ich eigentlich nicht da ich immer gut mit Ostmark bestückt war. Im Westen bekam ich für 28 DM 100 Mark der DDR.
Ich fand immer einen Weg das Geld rüber zu bringen. Des Weiteren kam noch Geld für diverse Bestellungen hinzu. Muss aber zugeben manchmal ging es schon auf den Keks. Kannste mal mitbringen -------------, Ja was habe ich mit der Kohle gemacht? Den größten Teil habe ich verjubelt, die Frauen waren schön und nicht prüde. Das viel auch dem MfS auf und wegen meinen zwischenmenschlichen Beziehungen im Rahmen der deutsch-deutschen Freundschaft erhielt ich von 76-82 keine Einreise. Mein Einfluss soll negativ gewesen sein. Und meine Damen wurden als Personen mit hwG (häufig wechselten Geschlechtspartner)
eingestuft. Na so stand es in meinem Stasiunterlagen. ein kleines Filmchen von mir und einer Dame wahrscheinlich im besonderen Einsatz existierte auch. Ich versichere die Damen kämpften immer mit vollen Körpereinsatz. Ich hatte damals immer überlegt warum mir plötzlich die Einreise verweigert wurde, darauf kam ich nicht. Ab 1983 durfte ich plötzlich wieder einreisen. Inzwischen fuhr ich nicht mehr zur See und arbeitete in einer Schokoladenfabrik nun konnte ich meine Ostmark noch besser verstecken im passenden Plastikbeutel mit Clipverschluss original in Tafelschokolade eingegossen und verpackt überstand es alle Kontrollen. Zur Weihnacht oder Osterzeit als Füllung im Osterhasen oder Weihnachtsmann klappte es auch prima. Musste nur aufpassen wem ich welche Tafel schenkte. Das Geld ausgeben? Nein damit hatte ich nie Probleme. Ich sammelte Briefmarken und klapperte Briefmarkenläden nach guten Stücken ab. Die schmuggelte ich mit nach der BRD zurück. Heute besitze ich die Marken der DDR komplett von 49-90. In meinem Bücherschrank habe ich gute Bücher, gekauft in der DDR. Darunter auch so genannte Bückware. Meine Schwester arbeitete damals im Buchdruck und gab mir über Bückware Tipps. Mit 5 DM Zulage bekam ich die Literatur dann auch. Kneipenbesuche und Essen gehen war verdammt günstig. Nach mehrmaligem Besuch in einer guten Gaststätte brauchte ich nicht mehr warten bis ich platziert wurde, Der Wessiebonus müsste es gewesen sein.“ Herr Müller hatte doch reserviert“ Möchte noch eine kleine bzw. zwei Storys mit Büchern zum Besten geben. Woanders hatte ich das bereits einmal geschrieben. Es kommen jedoch immer neue User hinzu und es passt so schön dazu. Der Wusch eines Freundes war das Buch Denver Clan. Die Fernsehserie war damals sehr aktuell und beliebt. Bei der Kontrolle wurde das Buch auch prompt gefunden. „ Das ist verboten und wird eingezogen“ sprach der Genosse vom Zoll. Das verstehe ich nicht, die DDR hat doch die Serie aufgekauft, und wird demnächst bei Ihnen gesendet sprach ich. Wo hammse das den her? Das stand doch bei uns in jeder Zeitung! Moment mal, der Genosse zog sich zur Beratung mit seinen Kollegen zurück. Na gut hier hamse es zurück. Der hat bestimmt immer im FF dabei gesucht wenn es gesendet wird. Na jedenfalls unbekannt war ihm die Serie nicht. Vermute heimlich Westgucker.
Einmal bei der Ausreise hatte ich wieder einmal Bücher und Diverses im Koffer. Was haben sie anzumelden. Ich habe Bücher! Was für Bücher? Erich Honecker „aus meinem Leben“.
Weiter kam ich nicht seine Miene verfinsterte sich. Aufmachen sagte er barsch. Und siehe da oben lag das Meisterwerk vom Genossen Staatsratsvorsitzenden. Freundlich sagte er danke, ist in Ordnung. Dass im Buch Briefmarken versteckt waren ahnte er nicht. Übrigens das Buch habe ich immer noch, natürlich auch die Marken. Ich hatte nie ein schlechtes Gewissen wegen meinem Verhältnis Mark der DDR und DM. Ich betrachtete das eher als Wiedergutmachung für meine Haftzeit von 18 Monaten wegen Republikflucht 1964/65.
Und die Bezahlung in der Haft war trotz Kost und Logis auch beschissen Mein Letztes Gehalt von 1968 blieb auch in der DDR. Abgehauen war ich zwei Tage vor Monatsende, dazu kam noch mein ganzes Hab und Gut das damals auch in Leipzig blieb. Konnte ja nicht mit einer volgeladenen Karre über die Grenze.






Hallo Peter ein sehr schöner Bericht von dir, hast's ja ganz schön doll getrieben. Bei mir ging das nicht und war auch nicht notwendig weil ich glücklich verheiratet war und auch 2 Kinder hatte. Da kamen solche Eskapaden nicht in Frage, ich war ein braver Familienvater. Aber das war auch OK , die Familie hat mir viel gegeben und daher hatte ich solche Wünsche nicht. Entsetzlich finde ich die Beobachtung durch die Stasi einschl. Filmchen. Boaah, da wird einem ganz schlecht, ich glaube die waren sich für nichts zu schade und diese Drecksjobs ( Entschuldigung, aber anders kann man das nicht bezeichnen) musste das Volk auch noch mit ihren Steuern bezahlen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#20

RE: DDR-Literatur im Westen

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.08.2012 12:07
von turtle | 6.961 Beiträge

Habe gerade gemerkt das ich die Karre volgeladen und nicht vollgeladen habe. Kann passieren!

Von Gert:
Hallo Peter ein sehr schöner Bericht von dir, hast's ja ganz schön doll getrieben. Bei mir ging das nicht und war auch nicht notwendig weil ich glücklich verheiratet war und auch 2 Kinder hatte. Da kamen solche Eskapaden nicht in Frage, ich war ein braver Familienvater. Aber das war auch OK , die Familie hat mir viel gegeben und daher hatte ich solche Wünsche nicht. Entsetzlich finde ich die Beobachtung durch die Stasi einschl. Filmchen. Boaah, da wird einem ganz schlecht, ich glaube die waren sich für nichts zu schade und diese Drecksjobs ( Entschuldigung, aber anders kann man das nicht bezeichnen) musste das Volk auch noch mit ihren Steuern bezahlen



Hallo Gerd Du hättest mich mal in meiner Seefahrtseit erleben sollen.Persischer Golf kam als Fahrtziel nie in Betracht. Geheiratet habe ich übrigens das erste Mal mit 42.um die Stasi zu ärgern eine aus Leipzig.Der Termin wurde von der Abteilung Inneres bestimmt. Bei der Hochzeit bekam sie alle zu erledigen Unterlagen gleich ausgehändigt. Ausreise war drei Monate später. Vor der Hochzeit wurde sie übrigens über meinen verwerflichen Charakter aufgeklärt.Ist aber alles Schnee von gestern. Jetzt habe ich meine Irina aus Kiew.Das mit dem Film war schon arg. Ich hatte bei meiner Einsicht in die Stasiunterlagen eine Betreuerin . Da war es mir zu peinlich ,und ich verzichtete alles anzuschauen.
Da sie mir allerdings nicht ihre Telefonnummer zu schob,vermute ich ich war nur Durschnitt,denn mir war bekannt das der Betreuer(in) vorher alles angeschaut hatten was vorhanden war.Winnetou Kowalski war ich auch nicht!


Ein Mann und eine Frau sitzen nebeneinander im Flugzeug. Ganz aufgeregt erzählt die
Frau: "Ich komme gerade von einem internationalen Frauenkongreß. Dort haben
wir mit ein paar alten Vorurteilen aufgeräumt. Nicht die Franzosen sind die
besten Liebhaber, sondern die Polen, und nicht die Italiener haben die längsten
Penisse, sondern die Indianer." Darauf der Mann: "Entschuldigung, ich
vergaß mich vorzustellen. Gestatten, Winnetou Kowalski."


zuletzt bearbeitet 16.08.2012 12:14 | nach oben springen



Besucher
9 Mitglieder und 51 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 51 Gäste und 9 Mitglieder, gestern 3623 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14373 Themen und 558536 Beiträge.

Heute waren 8 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen