#1

gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 07.08.2012 21:15
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo zusammen!
Wenn ich immer mal zurückdenke an das GR-34 fallen mir auch immer die Grenzdienste bei so einem Wetter http://img10.imageshack.us/img10/2703/nebelwand.jpg ein!
Man hatte schon gar keine Lust überhaupt raus zufahren,aber was sollte es ,die Kameraden wollten abgelöst werden!
Ich möchte mal behaupten,Nebel war mit der größte Feind des Grenzers!
Manchmal hat aus dem nichts,der GSZ ausgelöst und wir sind losgerannt,Gott sei dank war nichts!
Hinterher erfuhren wir, das durch die hohe Feuchtigkeit bei Regen oder Nebel,das schon mal vorkommen kann!
Nee bei Nebel war einem am Kanten anders zumute,als sonst! Ich glaube wenn da einer abgehauen wäre,der hätte gute Chancen gehabt es zu schaffen! Gruß Hans55!


nach oben springen

#2

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 08.08.2012 03:07
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo zusammen!
Wenn ich immer mal zurückdenke an das GR-34 fallen mir auch immer die Grenzdienste bei so einem Wetter http://img10.imageshack.us/img10/2703/nebelwand.jpg ein!
Man hatte schon gar keine Lust überhaupt raus zufahren,aber was sollte es ,die Kameraden wollten abgelöst werden!
Ich möchte mal behaupten,Nebel war mit der größte Feind des Grenzers!
Manchmal hat aus dem nichts,der GSZ ausgelöst und wir sind losgerannt,Gott sei dank war nichts!
Hinterher erfuhren wir, das durch die hohe Feuchtigkeit bei Regen oder Nebel,das schon mal vorkommen kann!
Nee bei Nebel war einem am Kanten anders zumute,als sonst! Ich glaube wenn da einer abgehauen wäre,der hätte gute Chancen gehabt es zu schaffen! Gruß Hans55!



Schade das ich das jetzt erst alles erfahre :)

Grüße


zuletzt bearbeitet 08.08.2012 03:08 | nach oben springen

#3

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 08.08.2012 09:29
von Schreiber | 258 Beiträge

ich würde meinen heute mit der Wetter - App ein Nebelgebiet zu finden wäre einfach
Aber ich kann es auch bestätigen bei Nebel sah alles anders aus.

Gruß Reinhard


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


nach oben springen

#4

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 08.08.2012 10:04
von Fritze (gelöscht)
avatar

Na ,glaube nicht,daß es einfach war bei Nebel zu flitzen.Die Orientierung fiel dann allen schwer,nicht nur uns.Und nicht zu vergessen die Specker hatten kaum Gelände- und Ortskenntnis.Aber schwer war solch unsichtiges Wetter immer.Selbst Stellen ,die man aus dem Eff-Eff kannte, sahen bei der Nebelsuppe ganz anders aus.Und auf dem See ging gar nichts.Da wurde aus mancher Nachrschicht noch ne angehängte Frühschicht.


zuletzt bearbeitet 08.08.2012 10:04 | nach oben springen

#5

RE: (keine ?) gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 08.08.2012 13:46
von 94 | 10.792 Beiträge

Der Nebel täuscht nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr: Entfernte Geräusche klingen nahe und dichte Geräusche klingen wie aus weiter Entfernung. Die Wesen im Nebel müssen sich also vollkommen auf ihren Geruchssinn verlassen.
Quelle: S. King - Im Morgengrauen

Nun, vielleicht deshalb war eine Streife nur mit Hund komplett.
Und wäre das Regime der Grenzsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt gewesen ... Mann!
In Reisebus-Stärke wäre die Fluchtwilligen angereist *wink*

P.S. @Hans55 Erst dachte ich, Dein Beitrag zum aktuellen Photo-Kontest wäre im falschen Thread gelandet.
Aber die Aufnahme ist ja garnicht von Dir ... http://naturfotografen-forum.de/o450971-Mystischer+Nebelwald


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 08.08.2012 13:49 | nach oben springen

#6

RE: (keine ?) gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 08.08.2012 14:28
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #5
Der Nebel täuscht nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr: Entfernte Geräusche klingen nahe und dichte Geräusche klingen wie aus weiter Entfernung. Die Wesen im Nebel müssen sich also vollkommen auf ihren Geruchssinn verlassen.
Quelle: S. King - Im Morgengrauen

Nun, vielleicht deshalb war eine Streife nur mit Hund komplett.
Und wäre das Regime der Grenzsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt gewesen ... Mann!
In Reisebus-Stärke wäre die Fluchtwilligen angereist *wink*

P.S. @Hans55 Erst dachte ich, Dein Beitrag zum aktuellen Photo-Kontest wäre im falschen Thread gelandet.
Aber die Aufnahme ist ja garnicht von Dir ... http://naturfotografen-forum.de/o450971-Mystischer+Nebelwald






Ich hatte es vor längerer Zeit schon einmal in einem anderen Thread beschrieben.

Ein Bekannter von mir, E. P. hier aus WR, mit dem ich 1978 bis 1980 zusammen GwD in Havelberg abgeleistet hab, dessen Vater hat bis Anfang der 70- er diese Wettersituationen im Oberharz/ Brockengebiet jählich zweimal "ausgenutzt", einmal, um in die BRD zu gelangen, einmal um wieder zurückzukommen. Speziell in der Herbstzeit, wo Nebel besonders im Oberharz fast an der Tagesordnung ist. Er muß wohl auch jeden Weg und Steg dort oben aus dem ff gekannt haben, scherzhaft müssen ihn manche Felsen und Bäume mit Vornamen angesprochen haben...

Er ist wohl jährlich für 2 bis 3 Wochen "rüber" und drüben geblieben, sich Geld beschafft (wie auch immer) und Pakete an seine Familie in WR (DDR) geschickt. Irgendwann ist das MfS dahintergekommen und man hat ihn beim Zurückkommen gekascht. Pech. Hat wohl zwei Jahre eingesessen dafür, obwohl kindereiche Familie mit 7 Kindern.

Ihr habt schon recht, es ist sowohl für die Grenzer bei solchen Witterungsbedingungen extrem schwierig gewesen, noch schwieriger natürlich für den Grenzgänger. Möglich eigentlich nur mit einem überdurchschnittlichen Orientierungssinn, eiserner Disziplin und Durchhaltevermögen, erheblicher Abgebrühtheit, Mut und einer 1- A +++ Ortskenntnis. In bestimmten Bereichen "meines Hauswaldes", den ich schon von Kindheit an kenne, könnte ich mir das selbst auch vorstellen, sowas zu schaffen.

Aber wer kannte denn schon das Gebiet der unmittelbaren Grenze?

Nach meinen vielen Erkundungsspaziergängen und Wanderungen nach 1989 weiß ich z. Bsp., das mit den entsprechenden vorab genannten Parametern hier im Harz 3 Stellen für derartige Grenzgängerei eben nur für die absoluten Insider in Frage kamen.

Das war einmal das untere Eckertal etwa 1 km oberhalb vom Jungborn in Richtung Schleifmühle bzw. unterhalb der Taubenklippe und der Bereich untere Nordtor d. Brockenbahn am Kollonenweg Richtung Scharfenstein sowie der Bereich Hirschhörner/ Goetheweg. Aber auch diese Schlupflöcher wurden mit Ausbau und Verstärkung der Grenzsicherungsanlagen ab Anfang der 70- er auch immer undurchlässiger. Hier spielte schon die Hinterlandsicherung eine nicht unwesentliche Rolle.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 08.08.2012 22:34 | nach oben springen

#7

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 09.08.2012 20:03
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
... Ich möchte mal behaupten,Nebel war mit der größte Feind des Grenzers!
Manchmal hat aus dem nichts,der GSZ ausgelöst und wir sind losgerannt,Gott sei dank war nichts! ...


Hallo Hans,

naja, der GSZ konnte eigentlich fast immer Auslösungen produzieren. Und wenn diese mal keine technischen Ursachen hatten, waren es irgendwelche Viecher, die meinten, dem Stacheldraht trotzen zu können.

Die Bemerkung, der Nebel war mit der größte Feind des Grenzers, kann ich mittragen, wenn die Betonung auf das MIT gelegt wird. Um dies zu erweitern:
- starke Hitze war mit der größte Feind des Grenzers - Ermüdung, Durst, Konzentrationsmängel
- Regen war mit der größte Feind des Grenzers - Suche nach trockenem Plätzchen oder zu starker Geräuschpegel (Pladdern auf die Regenpelle)
- Schnee war mit der größte Feind des Grenzers - wie viele Farzeuge sind da vom Kolonnenweg gerutscht?
usw. usf.

Einfacher gesagt finden wir auch hier wieder die Bestätigung für die alte Wahrheit: Der Sozialismus hatte nur 4 Feinde - Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 09.08.2012 20:04 | nach oben springen

#8

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 09.08.2012 20:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Schnee war FREUND! 6er mit'm DF, also nur mal so als Erinnerungsstütze ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#9

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 09.08.2012 21:14
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #8
Schnee war FREUND! 6er mit'm DF, also nur mal so als Erinnerungsstütze ...

Wenn nicht gerade der bei der Selbstbergung gescheiterte LO drauf lag ... nur mal so als Erinnerungsstütze ...


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#10

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 10.08.2012 12:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Na gut, aber wenn die Sprutze auch zu blind sind? Geländefahren heißt ja nun mal in letzter Konsequenz, dass man dort liegen bleibt, wo der Abschlepper gewiss nimmer hinkommt. Und andererseits isses aber auch sooo verführerisch im neuen, sozusagend jungfräulichen Schnee ...
Achso, und die Begrenzungspfosten am Kolonnenweg, nun ja, so hilfreich waren die dann ab 80cm Neuschnee (und die gabs manchmal in einer Stunde) auch nimmer.

Doch was ich meinte, war das schon etwas 'sichere Gefühl', welches man als Grenzer bei einer geschlossenen UND spurenfreien Schneedecke hatte. So wurde dann auch strikt drauf geachtet, das nicht von dem vorgeschriebenen Spuren- und Wegeplan abgewichen wurde. Insofern meinte ich 'Schnee war Freund'.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#11

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 10.08.2012 12:35
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #10
Na gut, aber wenn die Sprutze auch zu blind sind? Geländefahren heißt ja nun mal in letzter Konsequenz, dass man dort liegen bleibt, wo der Abschlepper gewiss nimmer hinkommt. Und andererseits isses aber auch sooo verführerisch im neuen, sozusagend jungfräulichen Schnee ...
Achso, und die Begrenzungspfosten am Kolonnenweg, nun ja, so hilfreich waren die dann ab 80cm Neuschnee (und die gabs manchmal in einer Stunde) auch nimmer.

Doch was ich meinte, war das schon etwas 'sichere Gefühl', welches man als Grenzer bei einer geschlossenen UND spurenfreien Schneedecke hatte. So wurde dann auch strikt drauf geachtet, das nicht von dem vorgeschriebenen Spuren- und Wegeplan abgewichen wurde. Insofern meinte ich 'Schnee war Freund'.

ich muß @94 leider ungerne recht geben. schnee war unangenehmer freund, der feind kam nach dem schnee als es taute und der boden matschig war. da hatten wir die meisten probleme mit festfahren der kfz. aber irgendwie kamen die immer wieder frei.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
nach oben springen

#12

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 10.08.2012 13:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Siehste EK, damit wäre nun mal beispielhaft die Dialektik erklärt. Unangenehme Freunde und angenehme Gegner. So ersparte mir der Schnee ein ums andere Mal eine GWW. Als OaZ war ich logischerweise immer bei dem Teil der Kompanievorgesetzten mit dabei, welche im Regiment geschult werden mußten. Das waren zwar nichema 100 km Fahrt, aber war ja 'ne ziemliche Gurkerei, um aus dem verwinkelten Grenzgebiet überhaupt erstma bis Eisenach zu kommen. Und dann zoooogs sich immer noch hin. So wandelte sich der Schnee auf der Straße vom unangenehmen Freund im Abschnitt zum angenehmen Feind (upps, habsch jetzt 'Feind' geschrieben? Na egal, damals wurde nicht so arg zwischen Gegner und Feind unterschieden) der Rotlichbestrahlung. Einmal schafften wir's sogar noch vor der nachmittäglichen Kaffeepause 'aufzuschlagen'. Schluß war natürlich nach einem Hinweis auf die geplanten Grenzdienste trotzdem pünktlich und komisch, aber heimwärts liefs dann irgendwie besser? Doch spätestens jetzt ist das 'n Thema für'ne 680er-Tarnzahl und hat mit dem nebulösem Ursprungsbeitrag überhaupt nix mehr zu schaffen *breites_grinsen*

P.S. Achso, nicht nur im Schnee war der Stoffhund unschlagbar, ... er war einfach nicht (oder nicht einfach ?) festzufahren.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 10.08.2012 13:47 | nach oben springen

#13

RE: gute Chancen

in Grenztruppen der DDR 10.08.2012 14:38
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #12
... und komisch, aber heimwärts liefs dann irgendwie besser? Doch spätestens jetzt ist das 'n Thema für'ne 680er-Tarnzahl und hat mit dem nebulösem Ursprungsbeitrag überhaupt nix mehr zu schaffen *breites_grinsen*

P.S. Achso, nicht nur im Schnee war der Stoffhund unschlagbar, ... er war einfach nicht (oder nicht einfach ?) festzufahren.

Hallo 94,

nun ja, über eine verpasste Schulung war selbst eine alte "680" wie ich nicht immer böse. Aber das bleibt unter uns ... In der Stabskompanie hatte ich dann keine Ausreden mehr, es sei denn, unser Heizer hatte vergessen, die Schulungsbaracke rechtzeitig aufzuwärmen (separate Ofenheizung).

Aber der Stoffhund und Schnee - nee, der Trabbi war auch nicht immer das Nonplusultra in der Winterwattelandschaft. Aber oftmals waren die Printen die letzten, die im Dezember noch ein paar Kilometer hatten. In der Rhön war das nicht immer die beste Lösung. Da konnte "die Fahrt" vom Tor Schmerbachwiese bis zur Führungsstelle (auch Schmerbachwiese - ca. 1 Kilometer Weg) schonmal eine halbe Stunde dauern. Die Besetzung: Polit und sein Posten schoben hinten, Stellvertreter KC saß vorn auf der Motorhaube und der Fahrer handelte wechselweise sitzend/fahrend und abgesessen/schiebend. Ich gebe Dir aber insofern recht: FestFAHREN konnten wir uns so nicht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen



Besucher
3 Mitglieder und 24 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Oderfischer
Besucherzähler
Heute waren 430 Gäste und 25 Mitglieder, gestern 3936 Gäste und 179 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558384 Beiträge.

Heute waren 25 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen