#1

Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 12:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#2

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 12:50
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



...solange seine Schulnoten das rechtfertigen....Oder wenn mann seit der 8.ten Klassen sich als Berufsoffizier oder -Berufsunteroffizier verpflichtet hat...für die Berufsoffiziere gab es dann die freie Bahn für die Berufsausbildung mit Abitur...
wie hieß es damals, freie Berufswahl nach Leistung ja, aber auch noch Notwendigkeit... es können nicht alle Friseuse oder KFZ-Schlosser werden...

Gruß
Thomas


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#3

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 12:58
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo,

ich kenne mehreren Zeitsoldaten aus der Zeit 1990, die sich für 3 jahre verpflichtet haben um einen Studienplatz zu bekommen. Ganz so frei war es anscheinend doch nicht

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#4

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 13:02
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Thomas-Porta im Beitrag #2

wie hieß es damals, freie Berufswahl nach Leistung ja, aber auch noch Notwendigkeit... es können nicht alle Friseuse oder KFZ-Schlosser werden...


Genau genommen hieß das...

§2
Vorbereitung auf die Berufsentscheidung


Alle Schüler sind entsprechend der Verordnung vom 15. April 1970 über die Berufsberatung (GBI. I Nr. 43 S. 311) langfristig und systematisch zu befähigen, ihre Berufsentscheidung in Übereinstimmung mit den gesellschaftlichen Erfordernissen und ihren persönlichen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten verantwortungsbewußt und mit Sachkenntnis zu treffen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#5

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 13:04
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun @Marder, dafür finanzierte auch der Staat das Studium.
Allerdings waren sehr gute Noten nicht immer ein Garant, für freie Auswahl der Ausbildungsplatzes. Oder eigentlich, um überhaupt einen zu bekommen. Bei einem Schnitt von 1,2 und Herkunft I gabs Mitte der 80er in der 'Provinz' nur den Weg auf die EOS, eine BmA war (aus politischen Gründen?) nicht drinne, hmm?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#6

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 13:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



Das ist der größte Schwachsinn, den ich in diesem Forum gelesen habe. Ich habe es anders erlebt, ich habe eine total negative Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und dieses daraus resultierende Gefühl war ein Hauptmotiv mit dem System SED und DDR zu brechen und letztendlich auch aus diesem System auszubrechen.( mit Erfolg, die Grenzer in der Rhön mögen es mir nachsehen ) und das war gut so, habe es keine Sekunde bereut.


edit
P.S. meine neue Heimat die Bundesrepublik hat mir nie eine Rechnung für Ausbildung/Fortbildung geschickt, hat mir auch keine Dankbarkeitsrituale abgepresst. Dafür habe ich viele Jahr meine Steuern bezahlt , das ist es.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 27.07.2012 14:21 | nach oben springen

#7

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 13:34
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



Das ist der größte Schwachsinn, den ich in diesem Forum gelesen habe. Ich habe es anders erlebt, ich habe eine total negative Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und dieses daraus resultierende Gefühl war ein Hauptmotiv mit dem System SED und DDR zu brechen und letztendlich auch aus diesem System auszubrechen.( mit Erfolg, die Grenzer in der Rhön mögen es mir nachsehen ) und das war gut so, habe es keine Sekunde bereut.




@Gert, dann erzähle doch bitte mal Deine erschütternden, negativen Erfahrungen, sprich über Deine damaligen Gefühle um den größten Schwachsinn welcher bisher in diesem Forum stand zu widerlegen und um den wahren Charakter des menschenverachtenden Unrechtssystem aufzudecken.
Danke!

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#8

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 14:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #7
Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



Das ist der größte Schwachsinn, den ich in diesem Forum gelesen habe. Ich habe es anders erlebt, ich habe eine total negative Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und dieses daraus resultierende Gefühl war ein Hauptmotiv mit dem System SED und DDR zu brechen und letztendlich auch aus diesem System auszubrechen.( mit Erfolg, die Grenzer in der Rhön mögen es mir nachsehen ) und das war gut so, habe es keine Sekunde bereut.




@Gert, dann erzähle doch bitte mal Deine erschütternden, negativen Erfahrungen, sprich über Deine damaligen Gefühle um den größten Schwachsinn welcher bisher in diesem Forum stand zu widerlegen und um den wahren Charakter des menschenverachtenden Unrechtssystem aufzudecken.
Danke!

Gruß
Nostalgiker



denke nicht im Traum daran, damit du anschließend wieder mit deiner Lobhudelei dieses "tollen Staates" und gleichzeitigem Lächerlichmachen meiner Schilderung dagegen hältst.


.
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#9

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 14:26
von Damals87 | 503 Beiträge

Bitte, bitte!

Mehr Niveau!


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#10

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 14:49
von Thomas-Porta | 55 Beiträge

Also ohne gleich auf-oder abzuwerten-eine eigene Berufsausbildung...

-auf meiner Bewerberkarte stand -Offiziersbewerber) wollte in Cottbus Militärbauwesen studieren mit Verpflichtung Offizierslaufbahn
(das Studium wäre sogar ein ziviles mit Anrechnung auf Dienstjahre) hab dann Berufsausbildung mit Abi bekommen, sowohl durch gute Noten als auch mit der Überschrift Bewerberkarte...
Habe dann aus -persönlichen Gründen- mich entschieden keine Offz.laufbahn...ein lukratives Studium konte ich dann vergessen....
habe ein Studium für Umgelenkte mit unlukrativer Zielrichtung bekommen und profitiere heute davon, dass diese Studienrichtung
seit 1990 in alt und neu B.länder personell schwach vertreten ist...
Bei der Berufsausbildung mit Abi, hatte ich einen Mitschüler, welcher eine versuchte Republikflucht mit einem Jahr Gefängnis hatte,
man sagte uns damals nach einem Jahr als er wieder da war-die Auszeichnung also das Abitur-mit der Option späteres Studium hat er damit verwirkt, aber als Chance erhält er die gleiche Berufsausbildung aber ohne Abitur....
Beim Studium fand ich toll-im 2.Studienjahr mußten ja alle Männer nochmal 6 Wochen NVA ableisten(Mädchen Zivilverteidigung)
Die Männer vom staatlichem Studium-Theologie bekamen nach dem Dienst an der Waffe Sonntags die Zivilkleidung zwecks Kirchgang
(es war in Seelingstädt)
Ein Freund aus meiner Heimatstadt hat dann in Leipzig nicht staatlich sondern "kirchlich" Theologie studiert....er hatte dann u.a. keinen
verordneten M/L Unterricht und auch keine 6 Wochen NVA, aber auch die stattlichen Geldleistungen und Wohnheimplätze gab es dann nicht...

Gruß
Th. aus porta


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#11

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 14:52
von Udo | 1.258 Beiträge

Wer lange genug hier ist, kennt Gert's Werdegang doch schon. Ich glaube ihm sogar, dass soetwas in den 50ern möglich war, aber er hat ja gleichzeitig zugegeben, dass dies bei seinem Bruder in normalen Bahnen lief, wie es Felix beschrieb.
Es muss wirklich an Gert gelegen haben. Vielleicht hat er ja einige winzige Details seines Werdeganges weggelassen.


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#12

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 15:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #11
Wer lange genug hier ist, kennt Gert's Werdegang doch schon. Ich glaube ihm sogar, dass soetwas in den 50ern möglich war, aber er hat ja gleichzeitig zugegeben, dass dies bei seinem Bruder in normalen Bahnen lief, wie es Felix beschrieb.
Es muss wirklich an Gert gelegen haben. Vielleicht hat er ja einige winzige Details seines Werdeganges weggelassen.

@Udo
rot:Ich glaube du verwechselst hier etwas. Ich hatte in dieser Zeit und danach keinen Bruder.
grün: Ja, ich bin 1958 als 14-jähriger von der damaligen Grundschule nach 8 Jahren Besuch der Schule abgegangen. Notendurchschnitt glatte 2, davon einige 1 er auch 2 3 er. Damit wäre ich ohne Problem in jedem Gymnasium der Bundesrepublik angenommen worden. Wenn du also meinst, dass ein 14 jähriger Schuld daran sein kann nicht auf eine weiterführende Schule angenommen zu werden. OK ?


.
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#13

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 15:35
von Kimble | 397 Beiträge

Och Udo, das gab es in den 80ern auch. Nee wirklich:
Wie war denn das damals wenn man bei der Handelsflotte einsteigen wollte, war das eine freie Berufswahl ?

Ich wollte nach Abschluß der 10. Klasse (keine Ehrenrunden gedreht) gerne Tischler, Elektriker, Decksmatrose werden.
War aber ohne Vitamin B nix zu bekommen. Und bei der Handelsflotte gab es im Hintergrund noch andere Kriterien,
die ich nicht gerade als sozialistische Errungenschaft feiern würde. Das war alles andere als freie Berufswahl.
Mußte ich dann eben Maschinist werden, hörte sich gut an aber lief auf eine einfache Hilfstätigkeit hinaus.

Nach meiner doch etwas plötzlichen Abreise in Richtung Westen standen mir sofort wirklich fast alle Wege im Beruf offen.
Ich begann nochmal von Null an eine Ausbildung zum Elektroniker. 3 Jahre später hatte ich sofort eine Anstellung für viele Jahre.

Gert, ich kann alles was Du geschrieben hast sehr gut nachvollziehen.
Das schmeckt eben einigen hier nicht, kann man aber mit leben. Ich bin da inzwischen sehr "Altersmilde".
Wer weiß, wenn hier nicht das gewünschte herausgearbeitet wird, schließen'se das Thema ganz schnell wieder oder es kommt der Reset.

Also das was man der DDR zugute halten kann und muß ist, daß jeder irgendwie aufgefangen wurde.
Wenn es auch nicht der Wunschberuf geworden ist. Viele werden auch damit (gefühlt) glücklich geworden sein. ist doch OK so.
Na und der winzige Rest, so welche wie Gert oder ich, haben sich auf den Weg wo anders hin gemacht, sich gekümmert.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.07.2012 16:09 | nach oben springen

#14

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 15:41
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

In meiner Geburtsstadt war zu DDR Zeiten ein Obertrikotagenkombinat mit mindestens 3000 Mitarbeiterinnen.Ich zweifle sehr stark an das diese Mädchen oder Frauen alle Näherin lernen wollten.
Ich habe auch die Erfahrungen gemacht (Studium mal Ausgenommen) egal ob zu DDR Zeiten oder auch jetzt das viel zu sehr nach den Schulnoten geschaut wird.Der wirklich Interesse für einen Job hat ,und auch Arbeiten!!!!! kann,bekommt die Lehrstelle auf Grund zu schlechter Noten nicht.Das ist für mich der grösste Schwachsinn.


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#15

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 16:36
von Rostocker | 7.716 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



Das ist der größte Schwachsinn, den ich in diesem Forum gelesen habe. Ich habe es anders erlebt, ich habe eine total negative Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und dieses daraus resultierende Gefühl war ein Hauptmotiv mit dem System SED und DDR zu brechen und letztendlich auch aus diesem System auszubrechen.( mit Erfolg, die Grenzer in der Rhön mögen es mir nachsehen ) und das war gut so, habe es keine Sekunde bereut.


edit
P.S. meine neue Heimat die Bundesrepublik hat mir nie eine Rechnung für Ausbildung/Fortbildung geschickt, hat mir auch keine Dankbarkeitsrituale abgepresst. Dafür habe ich viele Jahr meine Steuern bezahlt , das ist es.



Das ist nichts Neues---das hatte ich hier auch


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#16

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 16:55
von Rostocker | 7.716 Beiträge

Also nach der Schule begann ich eine 2 jährige Lehre als Schiffbauschlosser.Während der Lehre meldete sich auch mal das Fischkombinat und machte Andeutungen ob einige von uns nicht nach der Lehre zu See fahren wollen--natürlich bei der Fischerei.Aber das war nicht so mein Ding. Sagte mir einfach,du baust die Schiffe und die Sachsen können sie Probe fahren.
Nach meiner Armeezeit begann ich dann eine Weiterbildung als Schweißer,das hat sich ergeben,weil die Werft zu wenig Lehrlinge als Schweißer die Jahre davor ausgebildet hat.Und die Jahre darauf,folgten dann die Aufbaulehrgänge und alle 2 Jahre die Wiederholungsprüfungen.
Und nun noch mal was zu Gert.Ich brauchte keinen Pfennig dazubezahlen und auch keiner Partei und FDJ in den A......kriechen.


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#17

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 17:15
von Polter (gelöscht)
avatar

Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR! Ich will hier nicht auf die selektiven Kriterien der Berufwahl und Berufsausbilung der
BRD eingehen. Nennen schon: Leistung, Lehrervorschlag zum Gym. Gesundheit, Bewerbertest und Kosten. Und mir möchte bitte niemand erklären, daß in der BRD Gymnasium, Lehre oder Studium am Bedarf vorbei erfolgt. Oft reicht schon das Nennen vom Wohngebiet, ob jemand die Azubi - Stelle bekommt. Es ist nicht sicher, daß jeder Schulabgänger überhaupt einen Vertrag bekommt.Und sicher ist auch, daß jemand in der BRD, der sich als bekennender Kommunist outet, ein Theologiestudium erhält und anschließend seine
Bewerbung als Militärseelsorger erhält.
Berufswahl und Berufsauswahl in der DDR? Ist es nicht in jeder Gesellschaft/Staat erforderlich Eliten zu schaffen? Wie lange dauert es, bis eine Elite ensteht, die die entsprechende Gesellschaft/ Staat trägt? In allen Gesellschaften ist es wohl erlaubt und wird gern gesehen. Dies soll für die ehemalige DDR nicht zutreffen dürfen? Selbst hier gab es für
die DDR Beispiele als Pfarrer/Pastoren oberste Polizisten und Militärminister wurden.
Wenn ich mir in der Namens - Liste von DDR - Oppositionellen anschaue und die Bildungsabschlüsse sehe, dann kann das alles nicht so repressiv gewesen sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_O...llen_in_der_DDR

PS. Es juckt natürlich auf solche Vorhaltungen, wie " größter Schwachsinn " zu antworten. Es ist schon lustig, wenn man selber
nichts zu bieten hat. Unkenntnis und Unwahrheiten können, müssen nicht ubedingt zur Lachnummer werden. Dann ist es krankhafter,
eitriger Gehirnausfluß!


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#18

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 17:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Sehr gut erinnern kann ich mich noch an die Sendung "Berufe im Bild" http://www.youtube.com/watch?v=0E_hjKPV1xo
Hier hat man stellvertretend für den jeweiligen Beruf kurz einen Schüler befragt, ich glaube die waren alle aus einer Schule in Parey, und darauf hin den entsprechenden Berufstätgen im Alltag über die Schulter geschaut.
Das war schon recht interessant und lief nachmittags zu festen Sendezeiten im DDR- Fernsehen.
Die Zensuren waren auch für Aspiranten des nichtakademischen Bereiches recht wichtig, da die begehrten Stellen über dieses Kriterium vergeben wurden, eventuell gab es auch familienbezogene Traditionen, die waren recht verbreitet.
Fakt ist aber, daß nicht jeder sofort den Traumberuf erlernen konnte, oft war eine Warteschleife notwendig, wie es auch konkret in meiner Erinnerung mit den Fahrzeugschlossern der Spezialisierung Triebfahrzeugführer vonstatten ging.
Hier gab es seit 1978 die Möglichkeit über die Direktausbildung nach zwei Jahren Rangierloks der Baureihe 106 (V 60) zu fahren und später, je nach den Erfordernissen der Dienststellen weiter zu machen bis zur Streckenlok.
Parallel dazu konnten Tfz- Schlosser mit abgeschlossener Lehre später auch in diesen Beruf nachrücken, ohne noch mal zwei weitere Jahre lernen zu müssen, da reichten dann vier Monate Lokfahrschule und 40 Belehrungsfahrten aus, diese Chance hatte jeder.
Aber es war entgegen mancher hier dargelegten Einlassungen auch möglich, ohne drei Jahre NVA in einen akademischen Beruf aufzurücken, ein Pfleger schaffte das über ein begleitendes Studium zum Hausarzt hier an meinem Wohnort.
Oft war die Berufswahl aber auch von den lokalen Erfordernissen abhängig, hier war es eben der Bergbau anderswo die Landwirtschaft und notfalls konnte man ja noch wegheiraten in eine andere Gegend, wo man möglicherweise leichter an den Traumberuf gelangen konnte, zumindest war es über diesen Weg wegen der allgegenwärtigen Wohnungsnot am einfachsten, hier kann ich mich aber auch irren.
Meine Erkenntnisse beruhen da nur auf die Informationen zweier Mitstreiter aus dieser Zeit, die fasziniert vom Schiffsbau waren und auf irgendeiner Werft anheuerten, das wäre hier niemals möglich gewesen.



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#19

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 17:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #15
Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von Feliks D. im Beitrag #1

Zitat
Ein oft bemühtes Vorurteil bescheinigt der DDR, dass eine aus der Diktatur resultierende Bevormundung eine persönliche Entwicklung des Einzelnen verhindert hätte. In einigen Köpfen schwirrt die Idee, in der ehemaligen DDR hätte es keine freie Berufswahl gegeben. Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. In der DDR hatte jeder Schüler die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was er einmal werden möchte, solange seine Schulnoten das rechtfertigten.
http://www.aus-der-ddr.de/artikel/freie_...dr-aid_143.html



Das ist der größte Schwachsinn, den ich in diesem Forum gelesen habe. Ich habe es anders erlebt, ich habe eine total negative Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht und dieses daraus resultierende Gefühl war ein Hauptmotiv mit dem System SED und DDR zu brechen und letztendlich auch aus diesem System auszubrechen.( mit Erfolg, die Grenzer in der Rhön mögen es mir nachsehen ) und das war gut so, habe es keine Sekunde bereut.


edit
P.S. meine neue Heimat die Bundesrepublik hat mir nie eine Rechnung für Ausbildung/Fortbildung geschickt, hat mir auch keine Dankbarkeitsrituale abgepresst. Dafür habe ich viele Jahr meine Steuern bezahlt , das ist es.


Das ist nichts Neues---das hatte ich hier auch[perlweiss]


@Rostocker
Solange du für die gearbeitet hast , stimme ich dir zu, dafür haben sie dich ja ausgebildet damit du einen Mehrwert für den Sieg des Sozialismus erringst. Sobald du einen Ausreiseantrag aus dem gelobten Land gestellt hättest, wären sie sehr beleidigt gewesen, weil du ihre Großzügikeit nicht zu schätzten wusstest, ich schätze mal der Verkaufspreis für den Rostocker wäre sicher so um die 30.000 DM gewesen.


.
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#20

RE: Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR

in Leben in der DDR 27.07.2012 17:34
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #17
Berufswahl und Berufsausbildung in der DDR! Ich will hier nicht auf die selektiven Kriterien der Berufwahl und Berufsausbilung der
BRD eingehen. Nennen schon: Leistung, Lehrervorschlag zum Gym. Gesundheit, Bewerbertest und Kosten. Und mir möchte bitte niemand erklären, daß in der BRD Gymnasium, Lehre oder Studium am Bedarf vorbei erfolgt. Oft reicht schon das Nennen vom Wohngebiet, ob jemand die Azubi - Stelle bekommt. Es ist nicht sicher, daß jeder Schulabgänger überhaupt einen Vertrag bekommt.Und sicher ist auch, daß jemand in der BRD, der sich als bekennender Kommunist outet, ein Theologiestudium erhält und anschließend seine
Bewerbung als Militärseelsorger erhält.

Berufswahl und Berufsauswahl in der DDR? Ist es nicht in jeder Gesellschaft/Staat erforderlich Eliten zu schaffen? Wie lange dauert es, bis eine Elite ensteht, die die entsprechende Gesellschaft/ Staat trägt? In allen Gesellschaften ist es wohl erlaubt und wird gern gesehen. Dies soll für die ehemalige DDR nicht zutreffen dürfen? Selbst hier gab es für
die DDR Beispiele als Pfarrer/Pastoren oberste Polizisten und Militärminister wurden.
Wenn ich mir in der Namens - Liste von DDR - Oppositionellen anschaue und die Bildungsabschlüsse sehe, dann kann das alles nicht so repressiv gewesen sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_O...llen_in_der_DDR

PS. Es juckt natürlich auf solche Vorhaltungen, wie " größter Schwachsinn " zu antworten. Es ist schon lustig, wenn man selber
nichts zu bieten hat. Unkenntnis und Unwahrheiten können, müssen nicht ubedingt zur Lachnummer werden. Dann ist es krankhafter,
eitriger Gehirnausfluß!


Mich juckt es auch, dir zu schreiben, dass das rotmarkierte unter die DDR Floskel einzuordnen ist : so etwas gibt es in keinem 3-teiligen Russenfilm


.
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