#1

Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.06.2009 13:23
von Angelo | 12.397 Beiträge

Im September 1979 gelingen tatsächlich zwei Ost-Familien die Flucht aus der DDR im Heissluftballon. Wie verzweifelt muss man sein um das Risiko einzugehen inmitten von Minen, Stacheldraht und Selbstschussanlagen im Ballon aufzusteigen - ohne zu wissen ob der Ballon tatsächlich abhebt? Ballonsport war in der DDR verboten und nicht existent. Generell steckte die Ballonfahrt im Heissluftballon noch in den Kinderschuhen.

Peter Strelzyk aus dem südthüringischen Pößneck kam auf die Idee in einem selbstgebautem Heissluftballon nachts mit seiner Familie über die Grenze zu fahren. Das war die einzige Möglichkeit zur Flucht!

Acht Menschen soll der Ballon über die Grenze tragen; neben der vierköpfigen Familie Strelzyk will auch Günter Wetzel, ein Kollege Strelzyks, mit seiner Frau und zwei Kindern die gefährliche Flucht wagen. Bald gehen die Männer an die Konstruktion des Gefährts. Deutlich komplizierter als die Berechnungen gestaltet sich allerdings das Auftreiben von 850 Quadratmeter Stoff, der für rund 2.800 Kubikmeter Ballonvolumen benötigt wird.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Fluchtversuch ist der Wind aus Norden. Jeden Tag hört die Familie aufmerksam den Segelflugbericht im Radio und hofft auf den richtigen Augenblick.

Am 3. Juli 1979 misslingt der erste Versuch , bei dem doch nur Famile Strelzyk teilnimmt: Nach einer halben Stunde ist die Ballonfahrt beendet. Sie hatten es nicht bis in den Westen geschafft haben. Enttäuscht und erschöpft schaffen sie es zurück zum Startplatz in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden.

Nachdem Sie die Ballonhülle zurücklassen mussten, wagten sie einen erneuten Versuch, der letztendlich glückt. In der Zwischenzeit leitete die Volkspolizei die Fahndung nach den Republikflüchtlingen ein - der erste Ballon wurde gefunden.

Am 16. September 1979 weht der Wind erneut aus Norden - und auch sonst ist das Wetter für die Flucht geeignet. Dennoch, während des Fluges besteht jederzeit Gefahr, dass sie entdeckt und abgeschossen werden, ihr Ballon den Belastungen nicht gewachsen ist, der Gasvorrat nicht reicht oder der nicht imprägnierte Ballonstoff durch die Gasflammen in Brand gerät. Aber die Flucht gelingt : Nur wenige Kilometer von ihrer Heimat entfernt landen die Acht in Oberfranken.


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#2

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.06.2009 13:40
von manudave (gelöscht)
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Die einzige gelungene Ballon-Flucht. Einige sind schon vorher beim Stoffkaufen gescheitert.


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#3

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.06.2009 14:11
von Berliner (gelöscht)
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Es gibt einen Film darueber "Night Crossing", made in USA (hab' ihn auch ).

Anscheinend wurde die Familie nach der Flucht immer noch vom MfS gezielt schikaniert. Es stellte sich spaeter heraus, dass einer der besten Freunde des Strelzyk Stasi-IM war.

http://www.th.schule.de/g/goethegym/schu...chis/peter.html

Der beste Freund ein IM

Thomas Dietrich wurde seit der Ballonflucht seines Freundes observiert. Während seiner Haftzeit in Naumburg wurde er regelmäßig zu Gesprächen mit einem Stasi-Major geholt. Wochen vergingen, in denen Dietrich offenkundig auf seine Mission vorbereitet wurde. Er verfasste am 28. Januar 1981 eine handschriftliche Verpflichtungserklärung, in der er versprach, nach der Haftentlassung mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammenzuarbeiten und dazu beizutragen, dass "die Machenschaften des Feindes Peter Strelzyk" aufgeklärt werden. Er verpflichtete sich ebenso, alle Aufträge in Sachen "Staatsfeind Peter Strelzyk" zu erfüllen und wählte sich zur Wahrung der Anonymität den Decknamen Karl Diener. Anfang 1982 wurde Thomas Dietrich vorzeitig aus der Haft entlassen und nahm sofort seine Spitzeltätigkeit auf, indem er über Doris Mutter Informationen über die im Westen lebenden Strelzyks herausfinden wollte. Im Herbst 1982 ließ die Stasi Dietrich und seine Familie aus der DDR ausreisen, zwar ohne konkreten Auftrag, aber mit der Absicht mehr über den "Hauptverräter Strelzyk" zu erfahren. Der IM Karl Diener wurde zur wertvollsten Informationsquelle der Stasi im Operativvorgang "Birne". Peter und Doris Strelzyk machten sich in Bad Kissingen selbstständig und erklärten Dietrich, der mittlerweile auch dort wohnte, um der Familie Strelzyk möglichst nahe zu sein, zu dem Geschäftsführer ihres Elektrogeschäfts. Dort sammelte er viele Informationen über das Ehepaar und dessen Tätigkeiten. Als er den Auftrag erhielt, Strelzyk möglichst stark in seiner Geschäftstätigkeit zu schädigen, tat er alles in seiner Macht stehende um diese Aufgabe zu der Zufriedenheit der Stasi zu erfüllen. Diese erdachte sich den Nutzen, Peter und Doris auf diese Weise von "feindlichen Aktivitäten" abzubringen, da ihnen die finanziellen Möglichkeiten dafür fehlen würden. Der "Staatsfeind Strelzyk" sollte vollständig verunsichert und demoralisiert werden. Strelzyks mussten ihr Geschäft wegen fehlender Kunden aufgeben und Dietrich übernahm es daraufhin. Karl Diener erhielt mehrere tausend Westmark für seine Taten und Informationen.

zuletzt bearbeitet 01.06.2009 14:13 | nach oben springen

#4

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.06.2009 16:11
von Zermatt | 5.293 Beiträge

War auch höchste Zeit-schon wenige Stunden,nachdem die beiden Familien die DDR "verlassen " hatten wurden
die Häuser der Flüchtenden vom MFS umstellt-zu spät.



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#5

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 00:39
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Wie soll man es Heute aufnehmen,wie auffassen,soll man an Rache oder Mitleid denken.Mit solchen Dietrichs--die sich skrupellos verkaufen ließen, um Andere zu schädigen.Ich weiß es nicht,es gibt viele Dietrichs und wird es weiterhin geben.Es stellt sich nur die Frage, in welchen Diensten sind und handeln sie.


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#6

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 00:48
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Berliner
Es gibt einen Film darueber "Night Crossing", made in USA (hab' ihn auch )...

Naja, obwohl mit guter Besetzung war der Film doch eher ziemlich "Hollywoodisch". Irgendwie haette es die Ballongeschichte verdient, das sich da nochmal ein guter Regisseur und Drehbuchauthor der Sache annimmt. In "Night Crossing" sind soviele Detailfehler, den kann man sich nur volltrunken bis zum Ende anschauen.
-Th


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#7

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 01:47
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
obwohl mit guter Besetzung war der Film doch eher ziemlich "Hollywoodisch"


es ist mir auch aufgefallen, aber ueber diese Flucht gab es nur diesen einen Film. Es hat sich trotzdem gelohnt ihn anzuschauen.

Ich bevorzuge aber grundsaetzlich die deutschen Dokufilme, aber das soll Euch nicht zu Kopfe steigen.

Berliner


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#8

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 08:59
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Nach der Flucht erschien ein Buch mit dem Titel "Mit dem Wind nach Westen" und vor Jahren lief auch im Deutschen Fernsehen ein gleichnamiger Film. Das scheint wohl die synchronisierte Version von Nightcrossing zu sein.

zuletzt bearbeitet 02.06.2009 09:01 | nach oben springen

#9

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 09:19
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Heldrasteiner
Nach der Flucht erschien ein Buch mit dem Titel "Mit dem Wind nach Westen" und vor Jahren lief auch im Deutschen Fernsehen ein gleichnamiger Film. Das scheint wohl die synchronisierte Version von Nightcrossing zu sein.

Yup, da hast Du Recht.
-Th


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#10

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.06.2009 10:39
von Heldrasteiner (gelöscht)
avatar

Hier habe ich noch einen Bericht und ein paar Fotos zur Ballonflucht gefunden:
http://www.ballonservice.de/webblog/2007...eissluftballon/


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#11

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 30.09.2011 22:11
von Mozart | 56 Beiträge

Zitat von Angelo
Im September 1979 gelingen tatsächlich zwei Ost-Familien die Flucht aus der DDR im Heissluftballon. Wie verzweifelt muss man sein um das Risiko einzugehen inmitten von Minen, Stacheldraht und Selbstschussanlagen im Ballon aufzusteigen - ohne zu wissen ob der Ballon tatsächlich abhebt? Ballonsport war in der DDR verboten und nicht existent. Generell steckte die Ballonfahrt im Heissluftballon noch in den Kinderschuhen.

Peter Strelzyk aus dem südthüringischen Pößneck kam auf die Idee in einem selbstgebautem Heissluftballon nachts mit seiner Familie über die Grenze zu fahren. Das war die einzige Möglichkeit zur Flucht!

Acht Menschen soll der Ballon über die Grenze tragen; neben der vierköpfigen Familie Strelzyk will auch Günter Wetzel, ein Kollege Strelzyks, mit seiner Frau und zwei Kindern die gefährliche Flucht wagen. Bald gehen die Männer an die Konstruktion des Gefährts. Deutlich komplizierter als die Berechnungen gestaltet sich allerdings das Auftreiben von 850 Quadratmeter Stoff, der für rund 2.800 Kubikmeter Ballonvolumen benötigt wird.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Fluchtversuch ist der Wind aus Norden. Jeden Tag hört die Familie aufmerksam den Segelflugbericht im Radio und hofft auf den richtigen Augenblick.

Am 3. Juli 1979 misslingt der erste Versuch , bei dem doch nur Famile Strelzyk teilnimmt: Nach einer halben Stunde ist die Ballonfahrt beendet. Sie hatten es nicht bis in den Westen geschafft haben. Enttäuscht und erschöpft schaffen sie es zurück zum Startplatz in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden.

Nachdem Sie die Ballonhülle zurücklassen mussten, wagten sie einen erneuten Versuch, der letztendlich glückt. In der Zwischenzeit leitete die Volkspolizei die Fahndung nach den Republikflüchtlingen ein - der erste Ballon wurde gefunden.

Am 16. September 1979 weht der Wind erneut aus Norden - und auch sonst ist das Wetter für die Flucht geeignet. Dennoch, während des Fluges besteht jederzeit Gefahr, dass sie entdeckt und abgeschossen werden, ihr Ballon den Belastungen nicht gewachsen ist, der Gasvorrat nicht reicht oder der nicht imprägnierte Ballonstoff durch die Gasflammen in Brand gerät. Aber die Flucht gelingt : Nur wenige Kilometer von ihrer Heimat entfernt landen die Acht in Oberfranken.



@Angelo,
Ich diente 78/79 an der Berliner Mauer.
Uns wurde damals strikt untersagt, auf Flugobjekte jedweder Art Gewalt anzuwenden.
Die Befehle lauteten in etwa : Wir sind für den Boden zuständig, die Luftwaffe ist für die Luft zuständig.
Auf Fragen von Grenzern, wie denn mit Flugobjekten umgegangen werden soll, welche z.B. in Augenhöhe an einem vorübertrieben kam die ganz lapidare Antwort:
Alles, was bei der Fortbewegung nicht den Boden berührt ist als Flugobjekt zu betrachten und unterliegt demzufolge der Luftverteidigung.
Daraus resultiert, dass kein Flüchtling in einem Heissluftballon hätte Angst haben müssen, vom Boden aus beschossen zu werden.
Mozart


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#12

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 30.09.2011 23:06
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von Mozart

@Angelo,
Ich diente 78/79 an der Berliner Mauer.
Uns wurde damals strikt untersagt, auf Flugobjekte jedweder Art Gewalt anzuwenden.
Die Befehle lauteten in etwa : Wir sind für den Boden zuständig, die Luftwaffe ist für die Luft zuständig.
Auf Fragen von Grenzern, wie denn mit Flugobjekten umgegangen werden soll, welche z.B. in Augenhöhe an einem vorübertrieben kam die ganz lapidare Antwort:
Alles, was bei der Fortbewegung nicht den Boden berührt ist als Flugobjekt zu betrachten und unterliegt demzufolge der Luftverteidigung.
Daraus resultiert, dass kein Flüchtling in einem Heissluftballon hätte Angst haben müssen, vom Boden aus beschossen zu werden.
Mozart



Es kann sein, dass diese Weisung mit den komplizierten Rechtsverhältnissen in Berlin zusammenhing. Als ich in Berlin war, ist mir aufgefallen, dass die Alliierten in den jeweils anderen Sektoren "Kontrollfahrten" machten. In der Luft gab es eine Kontrollzone im Umkreis von 20 Meilen (32km) vom Kontrollratsgebäude, wo nur alliierte Flugzeuge verkehren durften. Diese erfolgten unter Planung und Aufsicht der alliierten Luftsicherheitszentrale. Ob und inwieweit GSSD Flugzeuge über Westberlin oder amerikanische, französische oder britische Flugzeuge über Ostberlin verkehrten, habe ich übers Internet noch nicht herausgefunden. Es wird nur von Protesten der jeweils anderen Seite berichtet, wenn Hubschrauber der Volksarmee über Westberlin flogen, und bei An- und Abflügen von Interflug Verkehrsmaschinen ab Schönefeld, weil dieser Flughafen in der 20 Meilen lag.
In den achtziger Jahren, als ich in Berlin war, wurden diese alliierten Rechte, wenn es sie überhaupt gab, sehr zurückhaltend ausgeübt. In Ostberlin sah ich keine Westhelikopter herumfliegen und in Westberlin keine aus dem Osten.
Theo
Theo


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#13

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 30.09.2011 23:32
von feldwebel88 | 279 Beiträge

.....dass sie entdeckt und abgeschossen werden........

ich weiss es nicht mehr genau.

uns wurde damals gesagt das auf ,,flugobjekte,, geschossen werden kann, wenn man sich 100% sicher ist das das ,,flugobjekt,,auf DDR gebiet landet oder abstürzt.(grüne grenze).für berlin gab es bestimmt andere bestimmungen.

mfg feldwebel88


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#14

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.10.2011 00:11
von Mozart | 56 Beiträge

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Mozart

@Angelo,
Ich diente 78/79 an der Berliner Mauer.
Uns wurde damals strikt untersagt, auf Flugobjekte jedweder Art Gewalt anzuwenden.
Die Befehle lauteten in etwa : Wir sind für den Boden zuständig, die Luftwaffe ist für die Luft zuständig.
Auf Fragen von Grenzern, wie denn mit Flugobjekten umgegangen werden soll, welche z.B. in Augenhöhe an einem vorübertrieben kam die ganz lapidare Antwort:
Alles, was bei der Fortbewegung nicht den Boden berührt ist als Flugobjekt zu betrachten und unterliegt demzufolge der Luftverteidigung.
Daraus resultiert, dass kein Flüchtling in einem Heissluftballon hätte Angst haben müssen, vom Boden aus beschossen zu werden.
Mozart



Es kann sein, dass diese Weisung mit den komplizierten Rechtsverhältnissen in Berlin zusammenhing. Als ich in Berlin war, ist mir aufgefallen, dass die Alliierten in den jeweils anderen Sektoren "Kontrollfahrten" machten. In der Luft gab es eine Kontrollzone im Umkreis von 20 Meilen (32km) vom Kontrollratsgebäude, wo nur alliierte Flugzeuge verkehren durften. Diese erfolgten unter Planung und Aufsicht der alliierten Luftsicherheitszentrale. Ob und inwieweit GSSD Flugzeuge über Westberlin oder amerikanische, französische oder britische Flugzeuge über Ostberlin verkehrten, habe ich übers Internet noch nicht herausgefunden. Es wird nur von Protesten der jeweils anderen Seite berichtet, wenn Hubschrauber der Volksarmee über Westberlin flogen, und bei An- und Abflügen von Interflug Verkehrsmaschinen ab Schönefeld, weil dieser Flughafen in der 20 Meilen lag.
In den achtziger Jahren, als ich in Berlin war, wurden diese alliierten Rechte, wenn es sie überhaupt gab, sehr zurückhaltend ausgeübt. In Ostberlin sah ich keine Westhelikopter herumfliegen und in Westberlin keine aus dem Osten.
Theo
Theo



@Theo
Ich kann Dir jetzt schon sagen, dass ich in meiner gesamten Grenzerlaufbahn an der Berliner Mauer nicht einen einzigen Helicopter der GSSD zu Gesicht bekam.
Alles was auf westberliner Seite und in grenznähe sich in der Luft bewegte waren Helicopter der US ARMY meist vom Typ UH1H .
Diese Piloten hatten ein sehr provokantes Auftreteten gegenüber uns . Im Schwebeflug stand man uns gegenüber, meisst mit geöffneten Seitentüren, Füsse heraushängend, Kamera oder Fotoapperad im Anschlag und uns minutenlang beobachtend um dann zum nächsten Zielobjekt zu fliegen.
Dabei kam es zwangsläufig zu Grenzverletzungen durch überfliegen des Hoheitsgebietes der DDR
Mozart


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#15

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.10.2011 00:15
von icke-ek71 (gelöscht)
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während meiner ausbildung im gab nordhausen gab es zwar eine schießübung auf luftziele..aber am kanten gab es keinen befehl auf irgendwelche luftziele zu schießen!!ich glaube das lag auch nicht in unserem zuständigkeitsbereich!!ich kann mir auch nicht vorstellen das ein posten den himmel nach grenzverletzern überwacht hat!!und wenn dann hätte man das dem führungspunkt gemeldet!!da wäre so viel zeit vergangen ohne das etwas passiert wäre!!gruß aus berlin


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#16

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.10.2011 00:33
von icke-ek71 (gelöscht)
avatar

hallo mozart,also wenn die amis das hoheitsgebiet der ddr beim überfliegen der berliner mauer verletzt haben...dann verstehe ich gar nichts mehr!!eigendlich konnten die amis als siegermacht sich doch in allen sektoren bewegen ohne das sie jemand daran hindern konnte!!und die ddr sowiso nicht!!hauptstadt der ddr das war doch nur eine farce die durch die russen gedeckt wurde!!wir am kanten hatten oft auch besuch vom bgs oder von den engländern..ob die uns fotografiert haben oder nicht..das war mir doch total egal..und wenn sie unseren luftraum verletzt haben..das gabe auch öfters!!das war uns am kanten schnurz piepe!!


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#17

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.10.2011 11:15
von Mozart | 56 Beiträge

Zitat von icke-ek71
hallo mozart,also wenn die amis das hoheitsgebiet der ddr beim überfliegen der berliner mauer verletzt haben...dann verstehe ich gar nichts mehr!!eigendlich konnten die amis als siegermacht sich doch in allen sektoren bewegen ohne das sie jemand daran hindern konnte!!und die ddr sowiso nicht!!hauptstadt der ddr das war doch nur eine farce die durch die russen gedeckt wurde!!wir am kanten hatten oft auch besuch vom bgs oder von den engländern..ob die uns fotografiert haben oder nicht..das war mir doch total egal..und wenn sie unseren luftraum verletzt haben..das gabe auch öfters!!das war uns am kanten schnurz piepe!!



icke-ek71,damit hast Du natürlich Recht.
Ich wollte damit nur sagen, dass jeder Überflug, auch wenn er nur zur Abkützung diente und ein Heli nicht unbedingt scharfe Kurve fliegen kann trozdem an die FS gemeldet werden sollte.
;ozart


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#18

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.10.2011 00:00
von icke-ek71 (gelöscht)
avatar

hallo mozart,wir hatten am kanten fast täglich überflüge mit der alouette...ich kann mich erinnern das die hubschrauber nicht immer auf der westseite geflogen sind..wenn wir sie gesehen haben und die ankunft war ja nicht zu überhören...dann hat die besatzung uns oft zugewunken..der gruß wurde von uns jenachdem mit dem wir draussen waren erwiedert..dem führungspunkt haben wir nur den überflug gemeldet..der natürlich auf westlichem gebiet war..ich mußte mal mit meinem zugführer den k6 ablatschen und wie es so immer ist hörten wir die geräusche eines aufkommenden hubschraubers..mein zugführer befahl mir in deckung zu gehen..wir lagen beide auf freiem feld wo wirklich keine deckung war im gras..ich glaube der pilot hat uns beide wie wir da auf dem präsentierteller lagen sofort gesehnen...er kreiste über uns ...erwischt sagte ich zu meinem zugführer...das ist ja peinlich..da hätten wir doch einfach weiterlaufen können!!!ich bekam dafür 2 wochen ausgangsperre..die der ko chef nach einer aussprache aussetzte!!!gruß aus berlin von icke


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#19

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.10.2011 10:55
von Mozart | 56 Beiträge

Ja icke-ek71,
heute kann mann nur noch schmunzeln über mache Begebenheit von damals.
Um nicht zu weit vom Thema abzukommen (Heissluftballon) noch eine kleine Episode.
Ich diente in Treptow. Es kam vor, dass bei den Vergatterungen zum GD ein Heli vom nahegelegenen Flughafen Neukölln im Schwebeflug genau in unserer Blickrichtung stand.
Dann kam immer eine Bemerkung : Macht freundliche Gesichter, denn wir werden gerade fotografiert.
Das taten wir dann auch, je nach Verfassung.
Mozart


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#20

RE: Flucht über die Innerdeutsche Grenze mit dem Heissluftballon

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.10.2011 18:48
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Ausschnitt aus dem Film "Night Crossing"..

Theo


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