#1

"Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 08:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Neben den aktuellpolitischen Scharmützeln wie um Griechenland und Syrien, bringt das Forum doch so manche Erinnerung zum Dienst an der Grenze hervor und auch die Erinnerung an Gefühle die einem als jungen Mann bei diesem Dienst durchströmten.
Mir haben sich vor allem die dunklen Nächte eingegraben, das unterschwellige Spüren von Angst in der Dunkelheit.
Bei Kompaniesicherung erfolgte der Postenaufzug relativ selbstständig, am Dienstplan orientieren mit wem, wann und wo.
Es gab die neuralgischen Postenpunkte und Schichten auf denen die es in sich hatten.
Wenn z.B. am Plan stand, ich glaube PB 45, 23/07 mit Anmarsch zu Fuß, dann wußtest du das ein paar mulmige Stunden auf dich warteten.
Der PB 45 war der legendäre und meistgehasste B-Turm Hasselhorst ca. 5 Km von der Kaserne entfernt im Wald.
Also abends die Postentasche gepackt, Flinte an den Mann und Abmarsch.
Das erste Stück des Weges ging durch das abendliche Grenzdorf durch Stille, wie das Grenzdörfer so an sich hatten, rauchend und mit einem kleinen Schwatz.
Dann Durchgang am Tor und der Abschnitt hatte dich wieder.
Die Sinne waren ja immer bei Eintritt in den Abschnitt geschärfter, aber am Tage baumelte doch ab und an die Seele, wenn dich die Dunkelheit in Beschlag nahm war das anders.
Also nicht verzagt und auf einem Weg am GSZ entlang, links der Wald, nannte sich Ochsenwald, rechts der Zaun, stockduster aber irgendwie noch gut.
Nach 30 Minuten kamst du an einen Stichweg der durch den Wald Richtung Kolonnenweg führte.
Dort wude die Taschenfunzel benutzt um die aufgestellten Signalgeräte zu umgehen, bei den ersten Schichten mit einem Frischling wurde auch mal ein Platzer ausgelöst um die Stimmung etwas aufzulockern, denn der hatte spürbar, wie man selbst unspürbar, die Hosen voll.
Dann ging es in den stockfinsteren Wald und wie soll man das Gefühl beschreiben Schiss, Grusel, Arschflattern?
Der Begriff die Braut des Soldaten bekam hier seinen ursprünglichen Sinn, die Waffe gab das einzige Gefühl unterschwelliger Sicherheit und die Hand war immer dran.
Wenn es, wie bei Nieselregen oder Nebelschwaden, besonders "schön" war, befand sich auch der "kalte" in der Kammer, ob es verboten war oder nicht, war in diesen Momenten einfach schnuppe.
Nach 2 Kilometern hatte der gegenständliche Schrecken ein Ende und wenn das freie Feld vor einem lag dann plumste der sprichwörtliche Stein zur Erde.
Ja, so war das und auch wenn es 30 Jahre her ist, dieser Waldweg bei Nacht und die Angst haben sich mehr in meine Erinnerung eingegraben als alles andere.
Vermutlich hatten aber alle ihr persönliches "Lieblingsstück" Grenze.


Angelo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.07.2012 08:56 | nach oben springen

#2

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 09:02
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

@grenzwolf, das haste gut geschrieben. auch wenn ich ein schönwettergrenzer war (heist selten mal 8 stunden draussen, aber sehr viel a gruppe) kenne ich einige vollschichten nachts. die waren nie angenehm, man vertraute nur auf den kameraden glück der jeden fremden abhält einen zu begegnen.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#3

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 09:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2 im Beitrag #2
@grenzwolf, das haste gut geschrieben. auch wenn ich ein schönwettergrenzer war (heist selten mal 8 stunden draussen, aber sehr viel a gruppe) kenne ich einige vollschichten nachts. die waren nie angenehm, man vertraute nur auf den kameraden glück der jeden fremden abhält einen zu begegnen.


Man Andy du alter Auskenner, wie hast du das hinbekommen?


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#4

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 09:18
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #3
Zitat von EK 82/2 im Beitrag #2
@grenzwolf, das haste gut geschrieben. auch wenn ich ein schönwettergrenzer war (heist selten mal 8 stunden draussen, aber sehr viel a gruppe) kenne ich einige vollschichten nachts. die waren nie angenehm, man vertraute nur auf den kameraden glück der jeden fremden abhält einen zu begegnen.


Man Andy du alter Auskenner, wie hast du das hinbekommen?


grenzwolf das sagte ich doch schon oft, ich war schloßer. gehörte damit zur KMS und war 3 monate mal als schirrmeister eingesetzt als mein boss auf lehrgang war. augen auf im leben und dumm stellen, so kommste durch. aber die a-gruppen waren auch nicht angenehm. kennste ja so eine nacht auf dem bock im mief des anderen schlafen. wichtig nie eine minute vor dienstbeginn im abschnitt anmelden, das ersparte manchen stress. ich bin ja nicht blöd, nur nicht so schlau.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#5

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 09:53
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Also Grenzwolf--eine gute Schilderung.Ja da kommen einen so manchmal Erinnerungen hoch.An so manche Nachtschicht bei Nebel oder bei einen PP beziehen bei Dunkelheit am Schalsee,wo ich war.Aber solche Erlebnisse hat wohl fast jeder Grenzer gemacht.


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#6

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 10:06
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


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#7

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 10:19
von EK82I | 869 Beiträge

Eigener Anmarsch,den Stress hatten wir nicht.War ja auch Batt-Sicherung.Es gab auch pp,da hatte man gehörigen Respekt.So war das an der TL zwischen 8 und 9,bei Nebel sah man absolut nichts mehr,auch nicht seinen Posten.
Wer mit wem,das kam bei der Einteilung,meistens auf dem Flur und auch erst kuz vorher.
Gruss Michael


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#8

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 10:26
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

stimmt pitt, auch wenn ich mich damals zu den harten zählte (grund eine dumme sache das meine verlobte fremd ging und aus war es, aber nicht nur fremd, sondern gemein fremd ging). da war mir alles egal, in solchen momenten ist man der beste diener.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#9

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 10:52
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Ja das liebe Wild,als man als Glatter am Kanten kam.Hat man sonst was für Geräusche gehört,hatte fast in jede 2. Nachtschicht einen GV in meiner unmittelbaren Nähe gehabt.Und zwar wenn ein Igel durchs trockene Laub lief.


zuletzt bearbeitet 16.07.2012 10:59 | nach oben springen

#10

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 11:41
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #9
Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Ja das liebe Wild,als man als Glatter am Kanten kam.Hat man sonst was für Geräusche gehört,hatte fast in jede 2. Nachtschicht einen GV in meiner unmittelbaren Nähe gehabt.Und zwar wenn ein Igel durchs trockene Laub lief.


meine erste schicht war eine a- gruppenauslösung und die bolzen sassen in hose wie waffe. als hobbygrenzer (so kann man KMS nennen) hatte ich immer pampers an sozusagen.. die ständig draussen waren gabn mir mut.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#11

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 11:44
von exgakl | 7.223 Beiträge

so so, da hat also die Alarmgruppe ausgelöst.... was es nicht alles gibt


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#12

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 12:03
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #11
so so, da hat also die Alarmgruppe ausgelöst.... was es nicht alles gibt

wo hat denn die alarmgruppe ausgelößt? ich war 25prozent der a gruppe und eine auslösung kam von oben dem kc im abschnitt. mano du solltest es besser wissen. im übrigen gab mir der @94 nach 30 jahren mal ne korrekte aufklärung weswegen ich fast in schwedt gelandet wäre. schon toll, ich hatte nämlich ein foto wo ein gackel der unökonomischste fahrer war auf der pinwand. ich bediente ja auch das TC-10 glaube hieß es.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#13

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 16:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.


zuletzt bearbeitet 16.07.2012 16:16 | nach oben springen

#14

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 16:37
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.@GW62

Die Postendichte wird nicht anders als bei Dir gewesen sein,Ich habe auch während der ganzen Schicht Niemand anderes getroffen und gesehen.Nur bei Grenzstreife (wenn genehmigt) und man wollte unbedingt ein anderes Postenpaar mal Treffen.das war aber weit und auch gefährlich. Nö mit dem K6 hatte das nichts zu tun,da war auch Niemand ständig.Wir sind ja manchmal 30-40 min (oder noch länger)gefahren bis zum PP.


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#15

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 16:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #14
Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.@GW62

Die Postendichte wird nicht anders als bei Dir gewesen sein,Ich habe auch während der ganzen Schicht Niemand anderes getroffen und gesehen.Nur bei Grenzstreife (wenn genehmigt) und man wollte unbedingt ein anderes Postenpaar mal Treffen.das war aber weit und auch gefährlich. Nö mit dem K6 hatte das nichts zu tun,da war auch Niemand ständig.Wir sind ja manchmal 30-40 min (oder noch länger)gefahren bis zum PP.


Danke, dann war es doch anders als ich es angenommen habe, dachte das LOs den Kolonnenweg langfahren und so alle 200m wird ein Postenpaar abgesetzt und dann retoure wieder eingesammelt..


zuletzt bearbeitet 16.07.2012 16:53 | nach oben springen

#16

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 17:04
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #13
Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.



Bat.Sicherung war--da sicherte eine Kompanie-4 Kompanieabschnitte also in jeden Abschnitt ein Kompaniezug.Zu Postendichte möchte ich sagen--manchmal sah man in der Ferne das andere Postenpaar und ein anderes mal keinen.Das hing von der örtlichen Beschaffenheit ab.Zum K6--nicht alle Postenplätze waren in unmittelbarer Nähe vom K6. Das sind natürlich die Eindrücke wie ich sie damals hatte.


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#17

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 18:10
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #13
Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.



Bat.Sicherung war--da sicherte eine Kompanie-4 Kompanieabschnitte also in jeden Abschnitt ein Kompaniezug.Zu Postendichte möchte ich sagen--manchmal sah man in der Ferne das andere Postenpaar und ein anderes mal keinen.Das hing von der örtlichen Beschaffenheit ab.Zum K6--nicht alle Postenplätze waren in unmittelbarer Nähe vom K6. Das sind natürlich die Eindrücke wie ich sie damals hatte.


stimmt rostocker, es lag am umgebungsfeld und die postendichte konnte schon mal bis 3 km betragen wenn zurmsicherung war.


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#18

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 19:29
von utkieker | 2.912 Beiträge

Wenn es noch eine Steigerung zur Nachtschicht gibt, dann war es die berüchtigte 12 Std.- Schicht über Nacht! Mein Lieblingspostenplatz war am Wirl ein markanter Grenzknick an der deutsch/ deutschen Grenze. Nicht weit davon entfernt war die Führungsstelle vom Abschnitt 2. Zwischen FüSt und Wirl gab es eine Minengasse, wenn ich getürmt wäre, dann an dieser Stelle.
Die Battalionssicherung hatte durchaus Vorteile gegenüber der Kompaniesicherung eine höhere Postendichte wurde dadurch jedoch auch nicht erzielt.
Postentreffen wurden durchaus geschickt lanciert allerdings mußte man die FüSt im "Unklaren" über den tatsächlichen Postenpunkt machen und möglichst zum Feierabend wieder zurück sein, war natürlich ein großes Hallo wenn die K6- Streife auch noch zum Treff kam! So ein Treffen gepaart mit einem Transistorempfänger ("Kosmos") nannte man auch Disko.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#19

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 20:18
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #18
Wenn es noch eine Steigerung zur Nachtschicht gibt, dann war es die berüchtigte 12 Std.- Schicht über Nacht! Mein Lieblingspostenplatz war am Wirl ein markanter Grenzknick an der deutsch/ deutschen Grenze. Nicht weit davon entfernt war die Führungsstelle vom Abschnitt 2. Zwischen FüSt und Wirl gab es eine Minengasse, wenn ich getürmt wäre, dann an dieser Stelle.
Die Battalionssicherung hatte durchaus Vorteile gegenüber der Kompaniesicherung eine höhere Postendichte wurde dadurch jedoch auch nicht erzielt.
Postentreffen wurden durchaus geschickt lanciert allerdings mußte man die FüSt im "Unklaren" über den tatsächlichen Postenpunkt machen und möglichst zum Feierabend wieder zurück sein, war natürlich ein großes Hallo wenn die K6- Streife auch noch zum Treff kam! So ein Treffen gepaart mit einem Transistorempfänger ("Kosmos") nannte man auch Disko.Gruß Hartmut!


Ja und dazu Freitag-Nacht,mit der Sendung---Wünsch Dir einmal Tanzmusik


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#20

RE: "Gute" Nacht

in Grenztruppen der DDR 16.07.2012 20:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #13
Zitat von Pit 59 im Beitrag #6
Ich kenne nur Batt-Sicherung.Wir haben unsere PP erst kurz vor der Vergatterung erfahren.Vorher schnell noch mal in die Küche und geschaut was eingepackt wurde,wegen Spiritustabletten u.s.w. Ja Nachts wars schon manchmal ganz schön mulmig, die vielen Geräusche durch Wild waren manchmal nicht ohne,wir hatten ja viel Wald und Wiese.Und nicht vergessen den PP schön vor Ungebetenen Gästen absichern.(Postenkontrolle)


Hallo, wie war denn da die Postendichte?
Vermute mal die meisen am K6 und ständig?
Hab von Bat.-Sicherung keine Ahnung.
Bei K-Sicherung war oft kilometerweit kein anderer.



Bat.Sicherung war--da sicherte eine Kompanie-4 Kompanieabschnitte also in jeden Abschnitt ein Kompaniezug.Zu Postendichte möchte ich sagen--manchmal sah man in der Ferne das andere Postenpaar und ein anderes mal keinen.Das hing von der örtlichen Beschaffenheit ab.Zum K6--nicht alle Postenplätze waren in unmittelbarer Nähe vom K6. Das sind natürlich die Eindrücke wie ich sie damals hatte.



So richtig schnalle ich es noch nicht, also waren alle 4 Züge einer Kompanie draußen und zwangsläufig mußte ja, wegen Schlaf und doch auch etwas Freizeit, dann die gesamte Kompanie einen Tag Ruhe haben, dann kam der nächste Aufzug.
Wie war das geregelt, mußte ja mal am Tag und auch nachts Dienst sein.
Bei K-Sicherung hatte der Soldat auf jeden Fall 8 Stunden Dienst, egal wie die Schichten lagen z.B 6/13, 13/20, 20/4 u.s.w. und wenn möglich auch 8 Stunden Schlaf, Freizeit so wie es halt personaltechnisch ging, vom Schlaf und der Freizeit gingen noch die A-Gruppen ab.
Wenn viele krank waren oder mal in Urlaub mussten, dann wars auch Essig mit 8 Stunden Schlaf, waren oft nur fünf, keine Freizeit außer Kaffee und wieder raus.
Gab auch Dinge die ehemaligen Offizieren unter uns sicherlich die Haare zu Geberge stehen lassen, da der Waffenkammer-Bevollmächtigte ja auch mal ruhen musste waren vor den Nachtdiensten und Nacht-Alarmgruppen, die Kaschis immer "sicher" im Spind verschlossen nebst voller Magazintasche an dem Koppelhalter an der rechten Tür, war ganz normal.
Vergatterung gab es so auch nicht, ich glaube es gab ein Dienstbuch wo man sich eingeschrieben hat.
Aber wenn eine Kompanie immer geschlossen in den Dienst geht, wie war das dann geregelt?
Sorry für das Gefrage ich hab von der Bat.-Sicherung echt keinen Schimmer.


zuletzt bearbeitet 16.07.2012 22:59 | nach oben springen


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