#1

Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2012 18:12
von Angelo | 12.396 Beiträge

Mir ist mal wieder eine Frage eingefallen. Wie war das eigentlich mit Haustieren in der DDR ? Speziell Hunde, durfte man sich diese einfach so anschaffen oder mußte man dafür auch erst einen Antrag stellen ?


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#2

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2012 18:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Mir ist mal wieder eine Frage eingefallen. Wie war das eigentlich mit Haustieren in der DDR ? Speziell Hunde, durfte man sich diese einfach so anschaffen oder mußte man dafür auch erst einen Antrag stellen ?


Ich denke mal ein Polizeiliches Führungszeugniss war das mindeste was benötigt wurde.
Klassenstandpunkt sowieso, denn genauso wie Kinder wurden Haustiere nur in Familien mit dem entsprechenden Klassenstandpunkt abgegeben damit die Tiere im Sinne des Fortschritts erzogen wurden.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#3

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2012 18:45
von furry | 3.576 Beiträge

Tja, Angelo. Bei den Haustieren gab es so'ne und solche. Die zum Geldverdienen und die zum Knuddeln.
Bei denen zum Geldverdienen bekam man z.B. beim Schwein je dt Schlachtgewicht (das sind ca. 80% des Lebendgewichtes) 750 Mark. Aktuell gibt es dafür 163 Euronen. Und die zum Knuddeln waren z.T. Steuerzahler.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#4

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2012 18:48
von bruno | 598 Beiträge

hund musste natürlich angemeldet werden,
gab es eine kleine plakete die mit an das halsband kam.
die hundesteuer betrug, ich glaube, 20 ostmark im quartal.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#5

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2012 23:15
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von bruno im Beitrag #4
hund musste natürlich angemeldet werden,
gab es eine kleine plakete die mit an das halsband kam.
die hundesteuer betrug, ich glaube, 20 ostmark im quartal.


lebte zu ddr - zeiten auf dem land , hat nun wirklich keinen vom staat aus interessiert ob der hund gemeldet war oder nicht ! überprüfung deshalb kann ich mich nicht errinnern !!!



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#6

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 09:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Angelo im Beitrag #1
Mir ist mal wieder eine Frage eingefallen. Wie war das eigentlich mit Haustieren in der DDR ? Speziell Hunde, durfte man sich diese einfach so anschaffen oder mußte man dafür auch erst einen Antrag stellen ?

Antrag stellen, wenn man 10 Jahre gute, sozialistische Führung nachweisen konnte. Kanarienvögel durften nur mit Ausnahmegenemigung der SLI ( Einrichtung zur Überprüfung der Luftfahrt wie Luftfahrt-Bundesamt) betrieben werden.
Aquarienfische mussten ausserhalb der Verteilzentren die Schwimschtufe A vorweisen.......


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#7

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 10:52
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Mir ist mal wieder eine Frage eingefallen. Wie war das eigentlich mit Haustieren in der DDR ? Speziell Hunde, durfte man sich diese einfach so anschaffen oder mußte man dafür auch erst einen Antrag stellen ?


Was aber über die Einheit 1:1 gerettet wurde, das ist die Vereinstätigkeit rund ums Haustier.
Das gab und gibt es rührige Hundesportvereine, Geflügelzüchter, Zierfischzüchter und und und.
Was neu ist, das ist der ganze Kommerz drum herum, gut, Vereinszeitschriften hat es wohl damals schon gegeben (wie hießen die gleich noch ???), aber richtig verrückt wird es, wenn man in Katalogen sehen muß, für welche Eventualitäten mindestens 10 Produkte bereit stehen- glänzendes Fell, Geruch aus der Hundeschnauze, Zahnbelag und was weiß ich was, um aus diesem Beispielfall Hund über Steuer, Versicherung, Impfung hinaus eine Industrie zu installieren, die heute völlig normale Leute zu völlig bekloppten Ausgaben anregt.
Ich frage mich immer noch wie die mindestens 25 DDR- Katzen, die ich damals insgesamt hatte, ohne Frontline Zeckenschutz und alnutria- Dosen- Qualitätfutter so alt werden konnten.
Sehr tragisch war meine Erinnerung an eine wunderschöne Zuchttaube, die ich einmal bei einer Tombola der Taubenzüchter gewonnen hatte.
Nachdem die zu Hause beim Jungfernflug im Wohnzimmer einen erheblichen Flurschaden angerichtete hatte, sollte ich die Zurückbringen, gab sie aber einem Klassenkameraden dessen Vater sie dann zubereitet hat.



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#8

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 12:19
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn auch einige Beiträge hier ins lustige gehen , mit der Haustierhaltung war ja auch einiges Verbunden in der DDR. Da ich ja auf dem Dorf aufgewachsen bin , kann ich nur dazu schreiben wie ich es kenne. Jedes Jahr wurde ein Viehzählung in den Gemeinden durchgeführt. Verantwortlich dafür war das Gemeindebüro. Es wurden alle Tiere eines jeden Haushaltes erfasst -. Die Viehbestände wie Schweine , Rinder , Gänse , Schafe und mehr wurden an die zuständigen Planstellen gemeldet und wohl in die Planwirtschaft des zuständigen Kreise mit einbezogen . Zum privaten Schlachten entsprechender Tiere , benötigte man einen Schlachteschein , Schwein , Rind , usw, (Federvieh nicht) im Schlachteschein war ein Vermerk , der besagte , das vom geschlachteten Tier eine bestimmte Größe vom Fell abzugeben ist , auch mußte ein Vermerk vom Fleischbeschauer dort drauf sein. Der Schein wurde dann wieder im Gemeindebüro abgegeben. Für Hundesteuer wurden 20 Mark im Jahr bezahlt , aber wer bezahlte das schon???. mfg ratata


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#9

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 12:43
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #8
Wenn auch einige Beiträge hier ins lustige gehen , mit der Haustierhaltung war ja auch einiges Verbunden in der DDR. Da ich ja auf dem Dorf aufgewachsen bin , kann ich nur dazu schreiben wie ich es kenne. Jedes Jahr wurde ein Viehzählung in den Gemeinden durchgeführt. Verantwortlich dafür war das Gemeindebüro. Es wurden alle Tiere eines jeden Haushaltes erfasst -. Die Viehbestände wie Schweine , Rinder , Gänse , Schafe und mehr wurden an die zuständigen Planstellen gemeldet und wohl in die Planwirtschaft des zuständigen Kreise mit einbezogen . Zum privaten Schlachten entsprechender Tiere , benötigte man einen Schlachteschein , Schwein , Rind , usw, (Federvieh nicht) im Schlachteschein war ein Vermerk , der besagte , das vom geschlachteten Tier eine bestimmte Größe vom Fell abzugeben ist , auch mußte ein Vermerk vom Fleischbeschauer dort drauf sein. Der Schein wurde dann wieder im Gemeindebüro abgegeben. Für Hundesteuer wurden 20 Mark im Jahr bezahlt , aber wer bezahlte das schon???. mfg ratata


Es gab ja in der DDR somit eine Hobby- und eine Versorgungsebene.
An die Nutztiererfassung kann ich mich auch noch erinnern und daß es für die Schweinehaut immer noch ein paar Mark gab, weiß ich ebenfalls noch, überhaupt sind mir die Schlachtefeste noch in recht guter Erinnerung, die habe ich über die Wende hinaus auch noch hin- und wieder mit gemacht.
Besonders in Erinnerung ist mir auch die Katastrophe um unsere Kaninchenzucht.
Wir hatten damals über 30 Tiere, die innerhalb weniger Tage an Myxematose (nur informell http://www.kaninchen-24.de/kaninchenkran...henkrankheiten/) erkrankt und vom Vater per Genickschlag hintereinander getötet werden mußten.
Danach hatten wir nie wieder welche gehalten, diese Virusrkrankung scheint auch heute noch unheilbar zu sein.
Bezüglich unserer Katzen ist auch noch bemerkenswert, daß die durch die Bank Freigänger waren, und normalerweise bezüglich Medikamenten und Vorsorgeimpfungen lange nicht so hingebungsvoll behandelt wurden wie heute, aber geheult hatte ich als Kind bei manchen trotzdem, wenn wieder mal eine gestorben war, die älteste wurde übrigens fast 25.
In der Regel fraßen die auch mal hier mal da, wir fütterten wie selbstverständlich auch fremde mit durch während es eigene gab, die kaum was anrührten zu Hause und trotzdem recht gut genährt waren, es war halt alles irgendwie Volkseigentum.
Meine Mutter arbeitete damals in der MITROPA und brachte die Reste der Hähnchen mit nach Hause, das reichte außerdem noch für die halbe LPG, wo meine Großmutter noch Milchkannen zu waschen hatte und im Kuhstall für die Katzen jede Menge Futterstellen angelegt hatte, die ich mir merken mußte, falls sie später mal nicht mehr kann.
Die Katzen dort sorgten dafür, daß die Mäuse dem Vieh nicht das Futter weg fraßen, so wurden selbst Katzen schon in den landwirtschaftlichen Produktionsprozeß intergriert.



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#10

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 19:57
von Fritze (gelöscht)
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Kann mich noch erinnern,daß die Hundesteuer wegfiel wenn ein Gehöft mit Wachhund vom Dorf weg lag.Genauso Sport und Jagdhunde und gewisse Züchter waren auch steuerbefreit.
Mit den Kaninchenfellen hab ich mir schönes Taschengeld verdient.Anfang der 1980er Jahre gab es sogar bis zu 5 Mark für ein Fell,je nach Zustand.
An die blauen Zettel,welche auf eine Viehzählung hinwiesen,kann ich mich noch erinnern.Sogar Bienenvölker wurden erfasst.


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#11

RE: Haustiere in der DDR

in DDR Zeiten 15.07.2012 22:57
von Greso | 2.377 Beiträge

Leute,es geht um Haustiere in der DDR.(nicht um Schweine und Gänse oder...) das waren auch in der DDR nur Nutztiere(wie im Westen) Wir hatten auch ,Hunde Katzen und Singvögel.( das gab es auch in der DDR.Ach einen Tierarzt hatten wir auch,Autos,Leitern Wassereimer,---ähhh,was hatten wir noch? ach wir lebten ja hintern Mond...Hatte ich ganz vergessen.
Gruß an alle W....


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