#1

Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 08.07.2012 21:32
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo,zusammen!
Als es die letzten Tage so heiß war und ich zum Feierabend die schweren Bauschuhe ausziehen konnte,kamen mir auch so Gedanken an damals!
Damals allerdings, zogen nach Dienstschluß 10 Mann ihre Stiefel auf der Stube aus,die Socken obenauf!
Der Gestank war erste Wahl,sogar die Fliegen sind getürmt!Ich möchte nicht wissen wieviele Leute sich durch die Stiefel Schweißfuß usw weggeholt haben!
Wer sich denn auch noch Blasen gelaufen hatte und zum Med.Punkt gegangen ist, in der Hoffnung einer Stiefelbefreiung,der hatte sich meistens ein Eigentor geschossen! Die haben die Blasen aufgeschnitten,das hat gebrannt wie Feuer! Später haben wir die Blasen mit einer Nadel und Wollfaden durchzogen! Wenn dann wieder mal marschieren angesagt war,haben wir alte gebrauchte Socken angezogen und es gab keine Blasen mehr!


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#2

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 07:44
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Mein Vater mußte als Landser auf dem Vormarsch auf Gewaltmärschen zig Kilometer in kürzester Zeit in den Knobelbechern marschieren, die haben nur Fußlappen genommen.
Auf dem Land wurden auch später die Siefel gerne zum arbeiten getragen, bei ihm gab es da auch nur seine Fußlappen.
Die Dinger sind für Socken nicht gemacht.
Bei der Stiefelausgabe war ja das eine Paar schon mächtig ausgelatscht.
Mich würde mal interessieren wie lange ein NVA-Stiefel durchschnittlich in Benutzung war.


zuletzt bearbeitet 09.07.2012 07:51 | nach oben springen

#3

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 08:54
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Mein Vater mußte als Landser auf dem Vormarsch auf Gewaltmärschen zig Kilometer in kürzester Zeit in den Knobelbechern marschieren, die haben nur Fußlappen genommen.
Auf dem Land wurden auch später die Siefel gerne zum arbeiten getragen, bei ihm gab es da auch nur seine Fußlappen.
Die Dinger sind für Socken nicht gemacht.
Bei der Stiefelausgabe war ja das eine Paar schon mächtig ausgelatscht.
Mich würde mal interessieren wie lange ein NVA-Stiefel durchschnittlich in Benutzung war.


Kann ich Dir sagen--bei mir 18 Monate und ob ich beim Resi-Dienst die gleichen Stiefel wieder bekam.Das wusste ich nicht. Kann auch gewesen sein,das ich Gert seine Stiefel bekam. (Letzter Satz,bitte als Ironie verstehen)


zuletzt bearbeitet 09.07.2012 08:58 | nach oben springen

#4

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 09:05
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #3
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Mein Vater mußte als Landser auf dem Vormarsch auf Gewaltmärschen zig Kilometer in kürzester Zeit in den Knobelbechern marschieren, die haben nur Fußlappen genommen.
Auf dem Land wurden auch später die Siefel gerne zum arbeiten getragen, bei ihm gab es da auch nur seine Fußlappen.
Die Dinger sind für Socken nicht gemacht.
Bei der Stiefelausgabe war ja das eine Paar schon mächtig ausgelatscht.
Mich würde mal interessieren wie lange ein NVA-Stiefel durchschnittlich in Benutzung war.


Kann ich Dir sagen--bei mir 18 Monate und ob ich beim Resi-Dienst die gleichen Stiefel wieder bekam.Das wusste ich nicht. Kann auch gewesen sein,das ich Gert seine Stiefel bekam. [rot](Letzter Satz,bitte als Ironie verstehen)


Rostocker das kann nicht sein, "Ironie an "meine Fussspuren sind für dich zu groß"Ironie aus"


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#5

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 10:42
von amigaguru | 96 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #2
Mein Vater mußte als Landser auf dem Vormarsch auf Gewaltmärschen zig Kilometer in kürzester Zeit in den Knobelbechern marschieren, die haben nur Fußlappen genommen.
Auf dem Land wurden auch später die Siefel gerne zum arbeiten getragen, bei ihm gab es da auch nur seine Fußlappen.
Die Dinger sind für Socken nicht gemacht.
Bei der Stiefelausgabe war ja das eine Paar schon mächtig ausgelatscht.
Mich würde mal interessieren wie lange ein NVA-Stiefel durchschnittlich in Benutzung war.


Zu meiner Zeit(1965-66) gab es nur Fußlappen.Mit ausgelatschten Knobelbechern und den Fußlappen,
konnte man seine 40 oder 50 km gut überstehen.


zuletzt bearbeitet 10.07.2012 14:49 | nach oben springen

#6

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 10:55
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von amigaguru im Beitrag #5

Zu meiner Zeit(1965-66) gabe es nur Fußlappen.Mit ausgelatschten Knobelbechern und den Fußlappen,
konnte man seine 40 oder 50 km gut überstehen.


Nun war ich nicht bei der Armee aber mein Vater weihte mich in das legen ? von Fußlappen ein und ich bin mit diesen in Stiefeln sehr gut sehr weit gekommen und das ohne Blasen.....
Stiefel waren bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten von Vorzug und dann war ich eine Zeitlang Freizeitkrieger (Kampfgruppe).

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#7

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 11:06
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Ich glaube mich zu erinnern,das es zu meiner Zeit 74/75 auch noch Fußlappen gab.Aber die befanden sich im Sturmgepäck,ob nun Teil 1 oder Teil 2 ---das weiß ich nicht mehr.


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#8

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 14:41
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Ich kann den Beiträgen nur zustimmen , die Fußlappen haben sich mit den Knobelbechern besser vertragen . Da ich in der Küche
ja auch ständig die Stiefel getragen habe , hats bis zum Käsehuf nicht lange gedauert . Die Stiefel wurden nie richtig trocken durch
die Wasserpanscherei beim täglichen Küche scheuern . Ja und die Raumluft war bei 8 Mann auf der Bude abends delikat obwohl
in der Küche täglich geduscht wurde . Die Knobelbecher haben dann auch nur noch Lederfett bekommen um sie länger am Leben
zu halten . Denn so freigiebig war der B/A - Stelle nun auch nicht . Wir haben dann später irgendsolche alten knöchelhohen
Ausgangsschuhe von Anno Krug bekommen , das war noch richtiges Leder die haben geknarrt wie Sau . Wir nannten die Botten
dann Politschuhe , da war man auf 50m schon zu hören .

VG
der Küchenbulle


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#9

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 20:49
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Beim Bund bekam jeder neue Rekrut bandneue Stiefel. Nur andere Uniformteile hatten oftmals schon einen Vorbesitzer.


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#10

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 20:53
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Hier ist noch was zum Thema Fusslappen

http://www.dererstezug.com/Fusslappen.htm


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#11

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 22:39
von SanGefr | 218 Beiträge

Das es beim Bund für jeden Rekruten brandneue Stiefel gab, war aber erst ab Anfang der 80er Jahre der Fall, da nach Ableistung des Wehrdienstes die Stiefel mit nach Hause genommen werden durften. Ich bin 1976 eingezogen worden und habe gebrauchte Stiefel (Knobelbecher) in der Grundausbildung erhalten. Nach der Grundausbildung erhielten wir in der Stammeinheit wieder andere Stiefel, die sogenannten Springerstiefel. Ich durfte sogar zwischen nagelneuen und gebrauchten Stiefel wählen. Der Einkleider hat mir aber zu gebrauchten, gut eingelaufenen, Stiefeln geraten. Die habe ich genommen und es nie bereut. Am Ende des Wehrdienstes mußten die Springerstiefel wieder abgegeben werden. Heul! Anfang der 80er Jahre, als das Geld bei er Bundesregierung noch nicht so knapp war und das Wort "sparen" noch als Fremdwort durchging, hat man sich entschlossen, jedem Soldaten, aus hygienischen Gründen, nagelneues Schuhwerk zu verpassen. Jeder Soldat durfte am Ende seiner Dienstzeit daher die Stiefel ins Zivilleben mitnehmen.


zuletzt bearbeitet 09.07.2012 22:41 | nach oben springen

#12

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 23:29
von Schmiernippel | 244 Beiträge

Neue Stiefel und damit die GD 19, das wäre für viele der Untergang. Blasen gab es so schon genug. Zur Erinnerung: Zu meiner Zeit (1969) war die GD 19 eine 19stündige Übung im Gelände mit 20-km-Marsch, Einlagen und den entsprechenden Hindernissen usw. nach den ersten 4 Wochen Grundausbildung.
Noch was anderes: Anfang Oktober 1969 wurden wir ein paar Tage vorzeitig als Uffz. geschlagen, da wir in Berlin anlässlich des 20. Jahrestages der DDR bei der Militärparade Ex kloppen mussten. Die Stiefel mussten dazu gut sitzen und glänzen. Und nun der Clou: In der Nacht vor der Parade wurden alle möglichen Schuster herangeholt, die die Stiefel am Bein ausmaßen, hinten die Nähte auftrennten und auf das Beinmaß wieder zusammennähten. Jede Menge Frauen und Männer, woher, weiß ich nicht, putzten dann unsere Stiefel mit einer Schmiere, die wir nicht kannten und glänzten sie. Dann auf die LKW und los. In Berlin eine Stunde vor der Parade Aufstellung und noch einmal mit einem Tuch über die Stiefel. Zum Paradeende rauf auf die LO und in das Objekt Halberstadt. Von da an stiefelten wir paßgerecht durch die Gegend und sahen nicht aus wie die Zicke im Melkeimer! Ich habe sie bis zur Entlassung getragen.



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#13

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 09.07.2012 23:54
von Fritze (gelöscht)
avatar

Schöne Geschichte .Ich hab neue Stiefel erhalten und mir trotz der gebrauchten Socken ,Blasen wie Markstücke gelaufen.
Aber der Hammer war,nach nem 20 km Marsch kam Einem vor mir ,das Blut durch die Fersennähte der Stiefel,und der hat nichtmal gehumpelt.Ich hätte es nicht gesehen ,aber mein GF machte mich drauf aufmerksam.


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#14

RE: Man hat immer dazu gelernt

in Grenztruppen der DDR 14.07.2012 20:28
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,

meiner Treter in Halberstadt waren alte Gurken mit neuen Absätzen. Die Dinger waren am Schaft schön weich und standen deshalb nicht so ganz korrekt beim Stubendurchgang. Nach welcher Seite mussten eigentlichen die Socken hängen und weshalb war das dumme Papier in der Unterwäsche im Spind - alles schön auf Kante gelegt, hätte doch auch gereicht.
Die ganze Armeezeit hatte ich nicht eine Blase. Der Gewaltmarsch in Halberstadt ging auch ohne ab. Der war schon lustig. Wecken mit Alarm so gegen 1 Uhr. Abmarsch vom Regiment und dann tippeln, tippeln, tippeln. Gegen 9.00 Uhr war Frühstück. Auf unsere Fragen hat man uns geantwortet, das die Häfte noch nicht geschafft sei und das dicke Ende noch kommt. Bei 2/3 der Strecke haben die Ersten paar schlapp gemacht und wir durften deren Ausrüstung schleppen. Je 2 kräftige Kerle haben die Brüder mitgezogen. Kaum im Regiment angekommen haben diese Burschen wieder aufgelebt und sprachen von Ausgang. Da war aber Stimmung auf der Bude.
Zurück zu den Socken. Die durften nicht neu sein und meine waren reine Wolle. In den Stiefeln bin ich nicht herumgeschlackert. Die haben wie eine zweite Haut gepasst.

P.S. Meine nächstgrößere Stadt Worms ist wegen seiner Salamander-Werke (Stiefel für die Wehrmacht) in Schutt und Asche gelegt worden. Man sieht, daß so ein paar Stiefel große Bedeutung haben können.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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