#101

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 17:09
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Dann müsste entsprechend der Infos des Thread-Links in #97 von @Maik59 die Sache in Hönebach so zwischen 1962 und 1965 passiert sein.
Dass das MfS in den 60’er Jahren mit Vertretern westlicher GÜO manchmal ruppig umging, wenn sie operative Maßnahmen an der Grenze störten, beweist auch ein Beitrag im Forum von @thunderhorse über einen Zwischenfall an der ehem. Bahnlinie Tettau-Pressig. Dort wurde der BGP-Angehörige Weigelt beschossen und verletzt, als er dem Verdacht der Existenz eines TBK unmittelbar an der Grenze nachgehen wollte.

Ich finde den Beitrag trotz Suchfunktion nicht und kann ihn deswegen leider nicht verlinken.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 03.07.2014 19:12 | nach oben springen

#102

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 20:44
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #88
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #80
Falls schon bekannt, hatte ich es bisher überlesen:
Arnstadt arbeitete offenbar von 1957 bis 1958 (als IM?) für das MfS.

Ari


Die Zusammenarbeit ruhte nur ab 1958, seitens der zuständigen Bereiche des MfS war eine Aktivierung der Tätigkeit geplant.



Ah ok, thanks.
War mir bisher unbekannt.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#103

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 22:00
von damals wars | 12.161 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #82
Hallo Pitti,
heisst das, dass alle KC automatisch IM waren???
Mit freundlichen Grüßen Marder


Wenn Du einer Behörde Amtshilfe leistest, wirst Du auch kein Behördenmitarbeiter.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#104

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 22:07
von Marder | 1.413 Beiträge

War der IM doch auch nicht oder???
Amtshilfe ist glaube ich etwas anderes.
So mit offizieller Anfrage usw. Gibt es sogar Formblätter.
Oder heisst IM nicht mehr Inoffiziell???
Amtshilfe ist ....????
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#105

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 22:23
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #94
Zitat von Mike59 im Beitrag #93

Bei dem Autor, ist es fraglich ob es da wirklich den erwähnten Zwischenfall mit der genannten Person gab.


Wieso, hat Böckel etwa einen schlechten Ruf in puncto Authentizität? Die Beschreibung der Örtlichkeit scheint zu stimmen. Ich selbst habe mich mal an diesen Ort begeben. Auch die Bemerkung zum einst umstrittenen Grenzverlauf im Bereich des Grenzgrabens entspricht den Tatsachen. Die historischen Grenzsteine der thüringisch-hessischen Grenze stehen mal links und mal rechts vom Graben, so dass die Grenze früher im Zick-Zack drüber weg ging. Die Grenzkommission hat sie in den 70 Jahren in die Gewässermitte gelegt (heute noch erkennbar an den beiderseites des Grabens auf gleicher Höhe aufgestellten neueren Grenzsteinen).

Gruß Kalubke


historischer Grenzstein am Grenzgraben (DDR-Seite ist linkes (südliches) Ufer)


neuere Grenzsteine beiderseits des Grenzgrabens (Blick nach S in Richtung DDR)


Reste einer DDR-Grenzsäule (Blick von hess. Seite (Straße Hönebach-Raßdorf) aus)




Gewässer unterliegen ständigen Veränderungen.

Daher wird und wurde die indirekte Vermarkung durchgeführt.
Und wenn schon die alten Grenzsteine links und rechts standen hat sich damit nichts geändert.

Auf den Grenzsteinen die durch die gemeinsame Grenzkommission gesetzt wurden findet sich bei indirekter Vermarkung auch nicht das Kürzel: DDR

Grenzverlauf dennoch in Bach, Fluß, Grabenmitte.

Ach ja der Herr B.!!!


"Mobility, Vigilance, Justice"
Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.07.2014 22:24 | nach oben springen

#106

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 22:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #94
Wieso, hat Böckel etwa einen schlechten Ruf in puncto Authentizität?

Scheint's ist'r nicht der einzige Ex-BGSler, der sich allwissend meint. Hier mal seine Biografie beim 'Zeitzeugenbüro', lange hats er ja nun nicht am Kanten ausgehalten ...
http://www.zeitzeugenbuero.de/index.php?id=detail&zzp=127

Die 'Wahrheit' ist immer der letzte Stein in einem endlosen Mosaik ... .. .


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#107

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 22:35
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #106
Zitat von Kalubke im Beitrag #94
Wieso, hat Böckel etwa einen schlechten Ruf in puncto Authentizität?

Scheint's ist'r nicht der einzige Ex-BGSler, der sich allwissend meint. Hier mal seine Biografie beim 'Zeitzeugenbüro', lange hats er ja nun nicht am Kanten ausgehalten ...
http://www.zeitzeugenbuero.de/index.php?id=detail&zzp=127

Die 'Wahrheit' ist immer der letzte Stein in einem endlosen Mosaik ... .. .



Solchereiner gibts zur Genüge in Ost und West.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 03.07.2014 22:36 | nach oben springen

#108

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 23:09
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Nu sind wa eigentlich wieder so schlau wie vorher, war da nu was zwischen BGS und MfS an der Autobahn in Hönebach oder nicht? Böckels Aussagen liegen mit dem Stempel "unglaubwürdig" in der Tonne. Das diese Stelle heikel war, dafür gibs aber nun mindestens 3 vertauenswürdige Quellen: 1. Beiträge von Wilhelm Mensing, 2. Gotthold Schramm in seinem Buch "Der Botschaftsflüchtling" und 3. Lorenz Betzing alias IM "Heinz Schaller" himself, der in dem Buch "Top Spione im Westen" seinen Rückzug 1985 über die OGS "Autobahn" beschreibt.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 03.07.2014 23:21 | nach oben springen

#109

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.07.2014 23:46
von Thunderhorse | 4.010 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #108
Ndie OGS "Autobahn" beschreibt.

Gruß Kalubke


Hm, wenn die OGS Autobahn gar nicht an der auf den Kartenschnipseln gezeigten Stelle/-en lag.!!!

P.S.: Bezüglich dem Vorfall der dort in diesem Bereich vorgefallen sein soll, sieht schlecht aus!!!


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 03.07.2014 23:48 | nach oben springen

#110

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.07.2014 00:13
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Biste Dir da ganz sicher, dass das nicht die Stelle ist?
Wenn man sich die Beiträge von Schramm und Betzing genau durchliest, kann es eigentlich kaum einen anderen Ort geben, auf den das alles so gut passt.
1. Schramm: Autobahn (A4) und Landstraße (Hönebach-Raßdorf), die auf der hessischen Seite dicht bis an die Grenze rangehen und ca. 1 km parallel zu ihr verlaufen.
2. Schramm: Der Wagen von Betzing wurde auch in die DDR geschleust. Geht dort prima, weil zwei Forstwege durch das Wäldchen führen und direkt an den asphaltierten Patroullienweg auf der hessischen Seite anbinden
3. Betzing: letzter Satz in seinem Beitrag: "Wir gingen schweigend durch die Nacht, geisterhaft fuhr ein Zug über die Brücke." Damit kann eigentlich nur die Strecke Gerstungen-Hönebach gemeint sein. Die ist nämlich zu sehen, wenn man das Wäldchen an der Grenze in Richtung Großensee wieder verlässt. Eine Unterführung (Brücke) gibts dort auch. Durch die muss man durch, wenn man von der OGS aus nach Großensee fährt oder läuft.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 04.07.2014 00:21 | nach oben springen

#111

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2014 13:11
von UvD815 | 619 Beiträge

1965 war im Abschnitt der GK Großensee ein BT 111 zur Absicherung der Bahnlinie nach Raßdorf bekannt. Er stand hinter dem Gelände der heutigen Grenzkompanie mind. noch bis 1972. ( Ostern 71 gab es von diesem BT 111 eine FF )

Aus Bericht Zeitzeuge ( 1965 - 1974 GK Großensee ) war bekannt, dass es ebenfalls einen Holz BT im Bereich Harther Eck - oberhalb Elstertal gab. Dort steht heute eine Jagdkanzel.

Aus den 50 iger Jahren waren auch Verstöße der Grenzpolizei bekannt, welche im Bereich Harther Eck den Forstweg nutzen, um zur Landstrasse
Hönebach - Raßdorf u zur Autobahn zu kommen. Einmal zur Kontaktaufnahme mit westdeutschen Personen oder einfach mal um Zigaretten zu erbetteln. Manche Grenzpolizisten machten sich sogar einen Spaß daraus dort oben westdeutsche Fahrzeuge zu stoppen ... nicht selten kam es daher auch zum Einsatz MFS, um diese Aktionen aufzudecken.

Das MFS nutzte diesen Bereich ebenfalls für Aktionen oder Aufklärungsmaßnahmen, wie den Kleinenseer Kopf u.a. oder den " Grund " im Dankmarshäuser Wald.

Weiterhin gab es im Abschnitt Bahnlinie - Bahngasse Hönebach Ost - Postenpunkt HO - ein Beobachtungsstand - Eigenbau linksseitig der Bahn Rtg. Hönebach. Später in den 60iger Jahren einen Beton Beobunker rechts der Bahn Rtg. Hönebach - steht heute immer noch.


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zuletzt bearbeitet 06.07.2014 13:14 | nach oben springen

#112

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2014 13:33
von damals wars | 12.161 Beiträge

Ich staune immer, wie oberflächlich selbst langjährige Mitglieder hier lesen.
Es ist schon mehrfach ausgeführt worden, das die KCs oder ihre Stelli die Postenpaare zusammenstellten und diese Planung durch die http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltung_2000 bestädigt werden musste. Insofern arbeiteten die KC mit dem MFS zusammen.
Somit kann man jeden als IM bezeichnen, der diese Tätigkeit ausübte, wenn man nicht bereit ist, sich mit den Tatsachen auseinander zu setzen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#113

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2014 09:25
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #111
....Bereich Harther Eck - oberhalb Elstertal ....




Hi @UvD815,

danke für Deine Infos zu diesem GA. und auch für die Infos zu den dortigen FW-Einsätzen in Brandbekämpfung auf dem Vorgelagerten (2) Die Brandstelle scheint wieder aufgeforstet worden zu sein, denn dort findet man heute direkt östlich an älteren Mischwald angrenzend, eine ca. 30 Jahre alte Kiefernschonung vor.

Für mich zum Verständnis:

Harther (Harder) Eck ist das der Flurname für den kleinen Zipfel DDR-Gebiet (Wäldchen), der direkt an der Landsstraße Hönebach-Raßdorf liegt?

"Elstertal", ist das die talförmige NW-SE-verlaufende Geländesenke mit Feldweg, die sich vom Wäldchen an der Grenze bis zur nördlich von Großensee befindlichen Unterführung des Bahnstreckenabschnittes Raßdorf-Höhnebach erstreckt?

Der BT am Harther (Harder) Eck, befand der sich auf einer Anhöhe unmittelbar am vorderen Grenzzaun, oder lag er ca. 250 m südlich davon, auf einem etwas größeren Hügel?

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 07.07.2014 15:38 | nach oben springen

#114

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2014 21:36
von UvD815 | 619 Beiträge

Genau - Harther Eck ist das kleine Wäldchen am asphalt. Weg Bahnlinie - Hönebach i.R. Strasse Hönebach - Raßdorf.

Elstertal ist die Senke rechts vom Feldweg

Früher gab es dort auch die " Putenfarm " von Grossensee.


Beide Bezeichnungen waren auch geläufige Bezeichnungen im Abschnitt der GK Großensee.

Der alte Holz BT stand am Ende des Feldweges , welcher i.R. Harther Eck führte. Also auf der Anhöhe, freundwärts der MS 62

Ab 1962 wurde im kompletten Bereich die Minensperre 52 errichtet - doppelte Drahsperre. Die Reste liegen heute noch im kleinen Wäldchen Harther Eck.

Nach Minensprengungen Neubau Grenzzaun I 1980

Im Harther Eck stand die Grenzsäule 1581


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2014 21:42 | nach oben springen

#115

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2014 21:55
von UvD815 | 619 Beiträge

weiterer Zeitzeugenbericht ehem. Grenzer der GK Großensee ( 1965 - 1974 ) :

.... gerade am 17. Juni gab es im Bereich BODESRUH sowie im Bereich Obersuhl sog. Aufmärsche der Landsmannschaften der Vertriebenen sowie der
Revanchisten. Neben Lagerfeuer in der Nacht gab es Lautsprecherbeschallungen und Hetz Kundgebungen.

Häufig begleitete ich gerade in den 60iger Jahren MFS Offiziere der Aufklärung. Im Vorfeld stellten wir schon getarnte Deckungen im Bereich Kleinenseer Kopf her, um Dokumentationen der Veranstaltungen im Bereich Bodesruh zu führen.

Ebenso im Bereich Harther Eck lag ich mit Offizieren der Aufklärung MFS und wir führten eine Beobachtung der Autobahn nach Obersuhl von dort
durch. Kennzeichen von Reisebussen und KFZ von Veranstaltungsteilnehmern wurden festgehalten.

Manche Einsätze gingen bis 24 Stunden. Ein verantwortlicher MFS Major wurde von uns nur " der Ledernacken " benannt.

Häufig gingen Personen an unserer Deckung vorbei, ohne zu ahnen, dass wir im Einsatz waren.....

Während der Einsätze erzählte mir auch der "Ledernacken ", dass schon eine Aktion seiner Einheit im Bereich Dankmarshäuser Wald - Im Grund aufgeflogen ist, weil man in ein Signalgerät lief und eine US Streife die Aktion bemerkte... Mit Aktion meinte er einen Gang über die Grenze...


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2014 22:09 | nach oben springen

#116

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2014 06:34
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Hi @UvD815,

nochmals vielen Dank für Deine detaillierten Angaben zum Bereich GK Großensee. Das ist ja super, jemanden hier im Forum zu haben, der die Aktivitäten der MfS-Grenzaufklärer von der HA I mal live miterlebt hat.

Die GS 1581 im Harther Eck, das müsste diese hier sein (siehe Bild). Sie steht ca. 30-40 m von der Straße Hönebach-Raßdorf entfernt innerhalb des Wäldchens.


Ein weiteres heute noch vorhandenes zeitgeschichtliches Relikt sind die Reste des ganz alten 1,5 m hohen Grenz- bzw. Warnzaunes (Stacheldraht und Holzpfähle) aus den 50er Jahren. Bemerkenswert ist, dass er südöstlich des Harther Ecks verläuft, das Wäldchen also auch schon in den 50er Jahren den Sperranlagen vorgelagertes DDR-Gebiet war.


Im nächsten Bild ist schön zu sehen, wie der Forstweg aus dem Harther Eck kommend direkt in den bereits zu Hessen gehörenden Asphaltweg einmündet.

Im Harther Eck direkt an der nördlichen Grenzlinie (dort wo die Grenze den Grenzgraben wieder verlässt und einen Sprung von ca. 100 m nach S macht) bin ich auf zwei seltsame auf der DDR-Seite an Bäumen befestigte Objekte gestoßen, die aussehen, wie die heutigen Geo-Caching-Kartuschen, welche man manchmal im Gelände findet. Nur sehen sie viel älter aus und das Material scheint noch aus DDR-Zeiten zu sein. Das Rohr ist aus dunkelbraunem Pertinax und der Boden aus grauem Plaste, aus dem früher auch die Regen- und Abwasserinstallationsrohre bestanden).


Der Deckel ist aus Holz (hat dem Aussehen nach auch schon einige Jährchen auf dem Buckel) mit einer 3x3 cm großen Öffnung. Sie sind beide mit zweistelligen Zahlen nummeriert (Nr. 46 und Nr. 52). Was meinst Du, kann es sich bei diesen Kartuschen evt. um alte TBK handeln, über die Nachrichten ausgetauscht wurden?



Der Zugang von Westen her an diese Stelle führt über den Grenzgraben und genau dort überspannt ein alter provisorischer Steg aus dünnen Kiefernstämmen den Graben.


An jener Stelle ist der BGS-Mann Herbert Böckel seinen eigenen Angaben nach in den 60’er Jahren vom BT „Harther Eck“ aus mit MPi-Feuer vertrieben worden, als er sich einen Stofffetzen näher ansehen wollte, der dort am Grenzzaun híng. Nun wird ja den Aussagen von Böckel allseits wenig Glauben geschenkt, wie man verschiedenen Beiträgen hier entnehmen kann. Aber es könnte doch, wenn seine Aussagen wahr sind, durchaus sein, dass der Stofffetzen da nicht zufällig hing, sondern vieleicht ein Belegungszeichen für einen auch damals dort installierten TBK war. Wenn einer den Schleier lüften kann, dann bist sicher Du es. Bin gespannt, ob Du als unmittelbarer Zeitzeuge dazu evt. mehr weißt.

Von der Panne mit einem Signalgerät bei einer Schleusung habe ich auch schon hier im Forum gelesen. Da müssen sie wohl im Dunkeln über den Draht gestolpert sein.


Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 08.07.2014 09:17 | nach oben springen

#117

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2014 09:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #115
weiterer Zeitzeugenbericht ehem. Grenzer der GK Großensee ( 1965 - 1974 ) :

.... gerade am 17. Juni gab es im Bereich BODESRUH sowie im Bereich Obersuhl sog. Aufmärsche der Landsmannschaften der Vertriebenen sowie der
Revanchisten. Neben Lagerfeuer in der Nacht gab es Lautsprecherbeschallungen und Hetz Kundgebungen.

Häufig begleitete ich gerade in den 60iger Jahren MFS Offiziere der Aufklärung. Im Vorfeld stellten wir schon getarnte Deckungen im Bereich Kleinenseer Kopf her, um Dokumentationen der Veranstaltungen im Bereich Bodesruh zu führen.

Ebenso im Bereich Harther Eck lag ich mit Offizieren der Aufklärung MFS und wir führten eine Beobachtung der Autobahn nach Obersuhl von dort
durch. Kennzeichen von Reisebussen und KFZ von Veranstaltungsteilnehmern wurden festgehalten.

Manche Einsätze gingen bis 24 Stunden. Ein verantwortlicher MFS Major wurde von uns nur " der Ledernacken " benannt.

Häufig gingen Personen an unserer Deckung vorbei, ohne zu ahnen, dass wir im Einsatz waren.....

Während der Einsätze erzählte mir auch der "Ledernacken ", dass schon eine Aktion seiner Einheit im Bereich Dankmarshäuser Wald - Im Grund aufgeflogen ist, weil man in ein Signalgerät lief und eine US Streife die Aktion bemerkte... Mit Aktion meinte er einen Gang über die Grenze...





ihr ward ja tolle Typen!


.
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#118

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2014 10:01
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #116
Im Harther Eck direkt an der nördlichen Grenzlinie (dort wo die Grenze den Grenzgraben wieder verlässt und einen Sprung von ca. 100 m nach S macht) bin ich auf zwei seltsame auf der DDR-Seite an Bäumen befestigte Objekte gestoßen, die aussehen, wie die heutigen Geo-Caching-Kartuschen, welche man manchmal im Gelände findet. Nur sehen sie viel älter aus und das Material scheint noch aus DDR-Zeiten zu sein. Das Rohr ist aus dunkelbraunem Pertinax und der Boden aus grauem Plaste, aus dem früher auch die Regen- und Abwasserinstallationsrohre bestanden).
[[File:Kartusche.jpg|none|auto]]

Der Deckel ist aus Holz (hat dem Aussehen nach auch schon einige Jährchen auf dem Buckel) mit einer 3x3 cm großen Öffnung. Sie sind beide mit zweistelligen Zahlen nummeriert (Nr. 46 und Nr. 52). Was meinst Du, kann es sich bei diesen Kartuschen evt. um alte TBK handeln, über die Nachrichten ausgetauscht wurden?
[[File:Kartusche 1.jpg|none|auto]]
[[File:Kartusche 2.jpg|none|auto]]

Der Zugang von Westen her an diese Stelle führt über den Grenzgraben und genau dort überspannt ein alter provisorischer Steg aus dünnen Kiefernstämmen den Graben.


Kann es sein, daß mit diesen "Kartuschen" vor geraumer Zeit Baumharz gewonnen wurde?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#119

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2014 10:14
von FRITZE (gelöscht)
avatar

nein Hartmut ,Harz wurde in Glastöpfen gesammelt ! Diese ließen sich besser leeren und reinigen ! Und die typischen Einritzungen am Baum sind auch nicht zu sehen .
Die These vom TBK ist mir auch weit hergeholt . So frei aufgehangen ,da kann doch jeder drüber stolpern !
Ich vermute ,da hat jemand eine Brutmmöglichkeit für Vögel oder einen Unterschlupf für Fledermäuse aufgehangen .
Würde auch das Loch im Deckel erklären.
Aber wie gesagt ,Vermutungen !

MfG Fritze


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#120

RE: Racheakt der DDR-Staatssicherheit Die Ermordung des früheren BGS-Beamten Hans Plüschke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.07.2014 10:18
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Die Überwachung von Veranstaltungen an der Grenze war nur ein relativ unbedeutender Nebenschauplatz der geheimen Aktivitäten im Bereich der GK Großensee. Hier mal ein Auszug aus Mensing: „SED-Hilfe“ über die Schleusungsaktivitäten der Abt. VK beim ZK der SED:

(KPD-Grenz-)Gruppe »Urwald«
Die Gruppe setzte die Arbeit der Gruppen »Alex« und »Doberg« (seit 1959) ab 1963 fort. In ihrem Bereich gab es sechs Material- und Personenschleusen im Grenzabschnitt Werra (Sooden-Allendorf/Witzenhausen/Eschwege/Bremke/Friedland). Die Mehrzahl davon wurde allerdings seit den frühen sechziger Jahren nicht oder nur zu »Probeläufen« genutzt. Ihre am stärksten benutzte Übertrittsstelle war die Schleuse »Autobahn« (an der A 4, nahe dem Dorf Hönebach im Gebiet der Gemeinde Wildeck), wo bis 1968 Personen in beide Richtungen und auch Material geschleust wurden.
Dienstältester bei der Gruppe war »Alex«, der die Gruppe »Alex« geleitet und zuvor schon auf anderen »Linien« gearbeitet hatte: Er war für die »Deutsche Grenzpolizei« konspirativ tätig gewesen und hatte für die Aufklärung des MfS als »Ferdinand Fuchs« gearbeitet. Seine Tochter »Eva« war ebenso »altgedient«. »Wilhelm« (aus Frankfurt/M.) war bei der Gruppe »Alex« Instrukteur mit der Gesamtverantwortung; er besorgte auch die Transporte ins »Hinterland«. Auch das Mitglied »Alfred« war nicht nur in dieser Gruppe sondern von 1958 bis 1961 ausweislich seiner Personalakte als Geheimer Informant tätig. Die Gruppe »Urwald« wurde im November 1968 wegen »der neuen politischen Lage« stillgelegt.


Auch der Vorgänger der Abt. VK, der so genannte „Stahlmann-Apparat“ war hier bereits Ende der 40er Jahre aktiv und geriet ins Blickfeld des CIC. Hier mal ein Auszug aus dem CIC-Bericht Nr. 27402 der 7970 CIC Gp (GerInft): Betr.: Kurier-Aktivitäten der KPD von 1948/49 (Quelle: Mensing: SED-Hilfe)

Dem Problem effektiver und sicherer Kommunikation zwischen Einrichtungen der KPD und der SED wurde mit dem Ausbau eines Kuriersystems begegnet, das mit Erfolg die Übermittlung »klassifizierten« Materials und von Propagandaschriften sichergestellt hat. Das Kuriersystem wird ergänzend zu den begrenzter nutzbaren Diensten von Post und Telefon benutzt. Es wird ergänzt durch den Einsatz von Instrukteuren und reisenden örtlichen Funktionären. Vor der Einrichtung des Dreizonenvorstandes in Frankfurt war das Kommunikationssystem lokal organisiert. In jüngerer Zeit haben sich zunehmende Beweise für eine Zentralisierung ergeben, wobei sich eine zunehmende Konzentration auf die Kommunikation innerhalb der Länder einer Besatzungszone, zwischen den westlichen Besatzungszonen und zwischen Frankfurt und Berlin abzeichnet.



GRENZQUERUNGEN ZWISCHEN DER AMERIKANISCHEN UND DER SOWJETISCHEN ZONE

Es scheint so zu sein, als ob das gesamte Netzwerk des Grenz-Kurierdienstes über die Grenze der amerikanischen Zone durch eine zuständige Organisation unter Georg Schnauber in Eisenach auf der sowjetischen Seite kontrolliert wird. Die meisten bekannten Grenzquerungen weisen nach Eisenach (vgl. Karte, Anhang 1). Diese Stadt ist höchstwahrscheinlich der Sammelpunkt für die meisten Kuriere und Reisenden, die illegal die Grenze überschreiten, vor allem in der Umgebung von Kaltenwestheim und Tann, den am stärksten genutzten Grenzstellen. Darüberhinaus existiert hier eine gut funktionierende Anlaufstelle (Rings Gaststätte). Sie deutet auf einen extrem hohen Grad der Organisation hin, die das System der Grenzschleusen aus der Sowjetischen Zone überwacht.
Zusätzlich zu den Übergangsstellen bei Tann gibt es noch eine Reihe weiterer Stellen, die ebenfalls auf einfache Weise zur Innenstadt von Eisenach führen.

a) Über Honebach oder Heringen – Der Kurier fährt in der Regel über Honebach oder Heringen Richtung Sowjetzone, von dort weiter mit einem Pkw der KPD. In Kleinsee trifft er einen Johann Brill, der ihn bis zum Rand eines Waldes (Dankmarshauser Wald) begleitet, an dem die russische Zone beginnt. Der Kurier geht nach Dankmarshausen, Sowjetzone, wo ein Albrecht die Weiterfahrt organisiert, möglicherweise mittels eines Telefonats nach Eisenach. (Vgl. Karte, Anhang 1) Diese Route wird derzeit häufiger benutzt, da die KPD von der Landesleitung derzeit eine Sonderzuteilung Treibstoff erhält, um die Kurierfahrten zu erleichten.





Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 08.07.2014 10:43 | nach oben springen


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