#21

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.05.2012 10:01
von S51 | 3.733 Beiträge

Es gab Klappen die üblicherweise nicht für den Anmarsch sondern lagebedingt für den Abmarsch genutzt wurden. Durch die ist man dann vorzugsweise zurück gegangen. Da war dann der Schlitz zwischen der Zaunmatte und dem auf den Detailbildern zu sehenden Metallrahmen sehr klein. Jedoch eigentlich immer (mehr oder weniger) vorhanden.
Die Einschränkung deshalb, weil manchmal nicht das selbe Metall für Rahmen wie Matte verwendet wurde sondern billiger Baustahl und das rostete dann sehr schnell. Der Rost wiederum blockierte die Öffnung. Normalerweise befand sich die Stelle zum Durchgreifen neben dem Schloß etwas tiefer.
Von der GMK mal abgesehen hatte übrigens der 13/81 Posten die Schlüssel nicht bei sich. Die wurden von der Alarmgruppe mitgebracht und vom PF durch den Zaun gereicht. Ich glaube, die Schlüssel befanden sich auf der FüSt in einem mit Petschaft gesicherten Holzkasten. Sicher bin ich mir da allerdings nicht.
Als es Funk gab (ich meine die UFT) war die Absprache kein Problem mehr. Davor wurden entweder GMN-Verlängerungen bis an die Klappe gelegt oder man sprach die Zeiten vorher mit der FüSt ab. Hilfsweise machte man sich eben irgendwie bemerkbar.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#22

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.05.2012 20:13
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62
Da hauptsächlich nicht der Gegner sondern der gemeine Ost-GV am überwinden der Grenze gehindert werden sollte, wird man wohl keine Schlupf-Gässchen die sich nach feind...., äh, Richtung BRD öffnen ließen installiert haben, wäre ja wohl etwas unlogisch, so in Richtung Grenzdurchbruch leicht gemacht.



Hmm, auf den Fotos im ersten Beitrag sieht das allerdings genau so aus -> Klappe öffnet in Richtung feindwärts.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#23

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.05.2012 20:29
von EK82I | 869 Beiträge

Es sollten sich doch Kameraden finden lassen,die genau wussten,wie das ablief.Besonders die Drähte in unmittelbarer Reichweite des Krabbelnden.
Der gesamte 9.Abschnitt und auch teile des 10.waren mit der 501 bestückt.So auch dort an der Müssinger.Klappe Richtung Osten öffnen,schlecht möglich gewesen.


zuletzt bearbeitet 21.05.2012 20:35 | nach oben springen

#24

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.05.2012 07:03
von S51 | 3.733 Beiträge

Na ja, das mit den GV ist wohl mehr Ulk, nich?
Die Klappen waren mit Vorhängeschlössern gesichert jedoch zumindest bis 1985 eher selten mit Signalgeräten. Denn da hätte man zur Kontrolle bis vor an den Zaun gehen und die Spur auf dem K 6/ K10/K 0 entsprechend verwischen müssen. Um nicht Sa...stand (Grenzalarm) auszulösen was im Winter trotzdem so manches Mal passiert ist, wenn eine alte Trittspur bei Tauwetter wieder zum Vorschein kam. So etwas wie Meldekontakte mit Signalisierung auf der FüSt gab es zu meiner Zeit noch nicht.
Praktisch gesehen hätte es auch nicht viel gebracht. Denn wer da durch war, falls er die relativ unsichtigen Klappen überhaupt sah und deren Sinn kannte, hatte ja meist nur noch wenige Meter zu laufen.
Die Vorhängeschlösser mussten bei jedem Wetter funktionieren. Das war schon Qualität. Wobei dieser Begriff natürlich auch dehnbar war und ist. Es sollte nicht sein aber so manches Schloß hatte eine sehr universelle Codierung der Marke "Nagelschere" und funktionierte ulkigerweise nur mit Schlüsseln eben nicht. Wie an den Gassentoren auch.
Solche Klappen gab es auch an Abschnitten, die bis Ende 1983 mit 501 versehen waren. Da verlief dann der Abweiserdraht knapp oberhalb der Klappe und der Auslöserdraht noch mal einige Zentimeter höher und beides in einigem Abstand vom Zaun. Meist war es so, dass die unterste Reihe ca. 5 m hinter der Klappe war, die mittlere Reihe knapp dahinter und die oberste Reihe genau darüber. So hatte der unterste Auslösedraht die größte Distanz.
Die Minen mussten etwa eine halbe Stunde, bevor die Passage vorgesehen war, abgeschaltet werden, der Einzug gezogen und die Verteiler abgeschaltet werden. Aber es wurde in der Regel nicht der Sicherungssplint gesetzt obwohl es die Vorschrift wohl so vorsah. Man ging relativ ungern an die Dinger ran. Weil die Technik Macken hatte, hat es ab und zu trotz der Abschaltung bei Passagen gerummst. Ich habe da eine Klappe nördlich knapp vor der Stapelburger Mauer in relativ unguter Erinnerung...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#25

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.05.2012 07:22
von EK82I | 869 Beiträge

Endlich mal eine genaue Beschreibung zur 501Problematik.Gibt es kein Bild,wie das in Echtzeit aussah?


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#26

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.05.2012 07:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von S51
Na ja, das mit den GV ist wohl mehr Ulk, nich?



Durchschaut
Als durchaus braver Soldat (und dazu verheiratet mit Kind) hatte ich die Feindwärts-Bestätigung und war ab und an mit einem Oberfähnrich "Lippe" (Spitzname), nebst seiner Fotoausrüstung im vorgelagerten Bereich, also schon 83 nur zu zweit (du hattest mal wo anders geschrieben das dies erst ab 85 so gewesen wäre).
Mal unmilitärisch ausgedrückt, die Anreise erfolgte im A-Gruppen-Kübel/LO und auch die Abreise.
Durchstieg meist durch Klappe.
Wie das mit dem Aufschließen war, sorry, 30 Jahre sind eine lange Zeit und da hat sich Lippe drum gekümmert.
Bei "Feindberührung" mit GZD/BGS/Rheinarmee alles korrekt und höflich mit "Guten Morgen", Lippe hatte schon 15 Jahre auf dem Buckel und hat die alle gekannt, die kannten sogar seinen Spitznamen


zuletzt bearbeitet 24.05.2012 16:39 | nach oben springen

#27

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2012 21:50
von matti | 49 Beiträge

Durch diese gezeigte Klappe an der Str. Müssingen bin ich - bzw. wir- damals in unserem letzten Grenzeinsatz im Sept./Okt. 86 mehrmals durchgekrochen.Meinen W 50 LA/A hatte ich gegenüber dem Durchlass neben dem BT abgestellt. Dann sind wir feindwärts und haben da aufgeklärt:gegenüber des BT war eine Wendestelle mit GZD-Häuschen, weiter rechts war eine große Tribüne aus Holz (ca. 5m hoch), damit konnte man bestiimt weit zu uns reinschauen . Ich habe von diesem letzten Grenzeinsatz noch ein paar private Top-Sekret-Bilder, muss nur noch Zeit finden sie zu scannen. Die Klappe haben wir damals von beiden Seiten öffnen können.


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#28

RE: Klappe im Metallzaun

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2012 10:11
von EK82I | 869 Beiträge

Hallo matti,auf Deine Bilder bin ich sehr gespannt.Die Aussicht Richtung Wiewohl war schon beindruckend.Konnte im Februar 90 selber da oben stehen.Sehr beeindruckend,auch weil man einige Jahre vorher auf der anderen Seite selber unterwegs war.
Freue mich auf Deine Bilder! Gruss Michael


zuletzt bearbeitet 15.07.2012 10:12 | nach oben springen



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