#101

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 12:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Polter im Beitrag #97
Zitat von Barbara im Beitrag #93
Hallo Polter,

ich möchte dir gerne eine Frage stellen.

Major Tom sagte oben:

Ich hatte in der U-Haft in der Potsdamer Bauhofstrasse eine fuerchterliche Grippe, mir ging es hundeelend. Als ein Arzt kam sagte der mir frech ins Gesicht: ''Ziehen sie kaltes Wasser mit der Nase hoch, das hilft'' und zack war die Tuere wieder zu... Scheinbar war zu diesem Zeitpunkt mein Freikauf noch nicht in trockenen Tuechern denn spaeter in Karl-Marx-Stadt erlebte ich das Gegenteil, da wurde man von den Schliessern fast liebevoll ins Bett gebracht und zugedeckt.

Als ich das las, dachte ich spontan „Armer Kerl“, in U-Haft und dann noch Grippe ......

Ich hatte gerade mal wieder eine Grippe, also Schüttelfrost, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, geschwollener Hals – so wie wir das alle kennen – wie elend man sich dann fühlen kann. Also so in der Richtung stelle ich mir vor wird Major Tom wahrscheinlich gefühlt haben, neben der wahrscheinlich Stress-Belastung wegen der U-Haft. Nicht schön - so ein Mensch hat in allererste Hinsicht mein Mitgefühl, egal was er getan hat, und dass war hier ja noch nicht mal klar.
Der offenbar herbei gerufene Gefängnis-Arzt ist ja in seiner Reaktion mal haarscharf am hypokratischen Eid vorbei geschliddert – aus meiner Sicht. Also würde mein Arzt so reagieren, wenn ich mit „Grippe“ zu ihm käme, würde ich ihn a) wechseln und b) vielleicht mal bei der Bundesärztekammer anrufen. Nein, ich bin gewohnt, und du wahrscheinlich auch, dass der Doktor in den Hals guckt, die Lunge abhört, irgendwas verschreibt etc., also seiner ärztlichen Pflicht nachkommt. Warum der Gefängnis-Arzt das nicht tat (oder hat er Major Tom?), wissen wir nicht. Er hat ihn jedenfalls nicht als Patient angesehen, das steht mal fest. Warum denn nicht? Das war seine Aufgabe!

Jetzt meine Frage an dich:
Du reagierst auf den oben genannten Umstand mit:
Das kalte Wasser in der Nase.......Rezept auch meiner Großmutter. Muß also gut sein.

Als ich das las dachte ich, was hat denn seine Oma jetzt hier zu suchen? War das einfach nur die Bestätigung eines alten Hausmittelchens, so ganz sachlich? Wäre das dann hier thematisch angebracht?
(Deine Oma hätte übrigens gesagt „eine Meersalzlake“ - nicht einfach kaltes Wasser. Das wäre ja eine Maßnahme gewesen, hätte der Gefängnis-Arzt eine Meersalzlakezum Abschwellen der Schleimhäute für Major Tom angewiesen. Das hätte mich wirklich beeindruckt.)

Fandest du die Vorgehensweise des Arztes - also eine offensichtlich kranken Menschen nicht angemessen zu behandeln -ok? Wenn ja - warum?
Oder habe ich alles falsch verstanden?

Freu mich wenn du mir antwortest!
Herzlichen Gruß
Barbara




Die Vorgehensweise des Arztes, einen Häftling in der Zelle aufzusuchen, finde ich schon bemerkenswert. In welchem Knast dieser Welt
erfolgt das ? Mit Husten oder Schnuppen wird der Häftling vorgeführt zur Sprechzeit und ins Sprechzimmer des Anstaltarztes. Also, ich sehe hier nichts, was man verurteilen könnte!
An die Qualifikation des Arztes ( war es überhaupt ein Arzt und nicht nur ein Hilfspfleger im weißen Kittel ? ) kann ich keine Zweifel anmelden. Erkältung oder Grippe wurde vor über 25 Jahren anders diagnostiziert und therapiert.
Salzlake kam bei den Hausmittel in der gesteigerten Form der Erkältung zur Anwendung. Meeressalzlake? woher sollte die denn kommen? Im Osten hatten sie doch nüschd.
Aber, liebe Barbara, nun hab ich mal eine Frage an Dich. Warum verurteilst Du, in Deinen so sehr mütterlich geprägten Beiträgen, nicht die selbstmörderischen Basteleien der Häftlinge? Diese Basteleien waren eine Gefahr für die Allgemeinheit da im Knast.
Ich will nichts verniedlichen. Knast ist immer Scheiße. Alles was gegen meinen Willen mit mir passiert ist Zwang, Folter und Nötigung. Das kann essen und trinken sein. Freigang und sogar arbeiten.....na ja...

Schönes Wochenende.

Es wurde doch über eine eventuelle Grippe geredet,oder?
Dann muß doch auch gefälligst ein Arzt sich diesen Patienten anschauen und untersuchen,oder sehe ich da etwas falsch?
Übrigens wurde man auch schon vor 25 Jahren bei solch einer Untersuchung in der Ex-DDR an der Lunge abgehört (hier ohne Stasi) und es wurde z.B. in den Rachen geschaut.
Deine,ich nenne es mal Verharmlosung und das "Oma-Rezept" finde ich hier auch daneben,kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Wie wurde denn damals eine Grippe sozialistisch diagnostiziert?
Beim vorbeigehen mit dem "Wasser-Rezept"?

Vielleicht kann sich mal unser Ex-Huf zu diesem Thema äussern?

Etwaige Anklänge von Ironie und Sarkasmus in meinem Text bitte ich schon jetzt im voraus zu entschuldigen........

Auch noch einen schönen Tag


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#102

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 13:27
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Hallo Barbara,

ist ja alles richtig was du sagst aber dennoch gilt Ost-West und es hat mit Ideologie zu tun. Durch Berichte die ich mir anschaue, maße ich mir an zu sagen, dass der allgemeine Strafvollzug im Westen Deutschlands milde war -aber- ich weiß von Erzählungen einer Userin, die in HH einsaß als Kommunistin, dies nicht zutraf...ergo...spielt die Ideologie egal wo du im Strafvollzug bist eine Rolle. Wenn ich jetzt böse wäre, müsste meine Frage lauten...Wo wart ihr da...??
Menschlichkeit und politischer Strafvollzug schließt sich m.E. aus – wenn - es da ein Funken Menschlichkeit gegeben hat, war der vermutlich von den jeweiligen Wärtern abhängig. Eisenacher brachte es auf den Punkt: „So ein Knast ist nun mal kein 4Sterne Hotel“.
Das wir uns unsere Empathie bewahrt haben und bei solchen Berichten Bauchschmerzen bekommen, spricht für uns.
Meine Tante hat vor ihrem Freikauf einige Jahre in Hoheneck gesessen, mir muss man nicht erzählen wie menschenverachtend DDR-Strafvollzug sein konnte aber ich fange langsam an zu differenzieren.

Zitat
Also sollte es mehr Leute geben, die so etwas erleiden mussten, stehe ich auf jeden Fall neben ihnen.


Ist ja ein schöner Satz – aber – da stellt sich mir die Frage, wer hier hinter dem Mond gelebt hat.

Beste Grüße,
Andrea


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#103

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 13:34
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #102
Hallo Barbara,

ist ja alles richtig was du sagst aber dennoch gilt Ost-West und es hat mit Ideologie zu tun. Durch Berichte die ich mir anschaue, maße ich mir an zu sagen, dass der allgemeine Strafvollzug im Westen Deutschlands milde war -aber- ich weiß von Erzählungen einer Userin, die in HH einsaß als Kommunistin, dies nicht zutraf...ergo...spielt die Ideologie egal wo du im Strafvollzug bist eine Rolle. Wenn ich jetzt böse wäre, müsste meine Frage lauten...Wo wart ihr da...??
Menschlichkeit und politischer Strafvollzug schließt sich m.E. aus – wenn - es da ein Funken Menschlichkeit gegeben hat, war der vermutlich von den jeweiligen Wärtern abhängig. Eisenacher brachte es auf den Punkt: „So ein Knast ist nun mal kein 4Sterne Hotel“.
Das wir uns unsere Empathie bewahrt haben und bei solchen Berichten Bauchschmerzen bekommen, spricht für uns.
Meine Tante hat vor ihrem Freikauf einige Jahre in Hoheneck gesessen, mir muss man nicht erzählen wie menschenverachtend DDR-Strafvollzug sein konnte aber ich fange langsam an zu differenzieren.

Zitat
Also sollte es mehr Leute geben, die so etwas erleiden mussten, stehe ich auf jeden Fall neben ihnen.

Ist ja ein schöner Satz – aber – da stellt sich mir die Frage, wer hier hinter dem Mond gelebt hat.

Beste Grüße,
Andrea



Wenn auch nicht zum Thema, danke für die PN


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#104

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 13:49
von Polter (gelöscht)
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AI hat sich damit beschäftigt.

http://books.google.de/books?id=pslPpOCa...epage&q&f=false

Seite 89 könnte man anfangen mit lesen....


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#105

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:08
von 94 | 10.792 Beiträge

Tja, könnte man ... und auf Seite 92 dann findet man Sätze wie folgt:

Immer wieder kam auch die Frage auf, ob in der DDR-Haft gefoltert
wird? Folter oder »systematische Misshandlungen« stellte AI zu DDR-Zei-
ten nicht fest. Die Organisation sprach in den Jahren ihres aktiven Handelns
zur DDR nie von systematischer Folter, ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#106

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:09
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #85
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #84
Ufo oder wie auch immer,eine gute Wilkinson-Rasierklinge...an die 2 Löcher 2 isolierte meist 1qmm Kabel als Phasen befestigt und die Enden in die Steckdose...und der Elektrozähler ...raste....die Klinge natürlich vorher in das Gefäß mit dem Wasser hängen. In nullkommanicht war das Kaffeewasser heiß .


Und in Kürze gabs durchgebrannte Leitungen ,die waren auf so einen "Ansturm" nicht ausgelegt!!

Nicht inder UHA sondern in der GK erlebt
Die Elektriker standen immer vor einem Rätsel

gab es bei den Grenztruppen keine ganz normalen Tauchsieder?


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#107

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Bei Spieß, ne ganze Kiste voll. Nur leider alle ohne Kabel. War scheinbar eine Sammelleidenschaft von ihm, also irgendwie. Über die Kabel haben sich die Hausmeister gefreut, besonders über die Schukostecker. Schuko gabs ja nicht für jeden in der Verflossenen.

Jetzt isses aber schon ganzschön weit weg von Thema, also irgendwie, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 15.02.2013 14:14 | nach oben springen

#108

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:39
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #107
Bei Spieß, ne ganze Kiste voll. Nur leider alle ohne Kabel. War scheinbar eine Sammelleidenschaft von ihm, also irgendwie. Über die Kabel haben sich die Hausmeister gefreut, besonders über die Schukostecker. Schuko gabs ja nicht für jeden in der Verflossenen.

Jetzt isses aber schon ganzschön weit weg von Thema, also irgendwie, odär?


War das (abschneiden der Kabel) nicht verboten(?), also ich meine da Perse das zerstören/ unbrauchbarmachen/ vernichten von Privateigentum?
Also unser Spieß hatte ja auch sporadisch so eine "Sammelleidenschaft": er ließ uns immer so 3-4 Monate gewähren und uns in Sicherheit wiegen, bis er mit der großen Kiste herumlief und zum Rundumschlag ausholte und verbotene Sachen einsammelte.Ich meine mich in diesem Zusammenhang erinnern zu können, daß es dann immer hieß, man könne sich am Ende der Dienstzeit seine Sachen bei Ihm abholen...


Gruß Axel
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#109

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:43
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hey @94,

Zitat von 94 im Beitrag #99
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #84
Ufo oder wie auch immer,eine gute Wilkinson-Rasierklinge...

Hä?
...



Kann es sein, daß Du früher die "Atze" im Abo hattest?
Da gab es doch auch immer so ein Kurzkomik unter der Rubrik "Was gab es damals noch nicht". War glaube ich sogar mit so einer Art Preisausschreiben.


Gruß Axel
zuletzt bearbeitet 15.02.2013 14:45 | nach oben springen

#110

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 14:59
von 94 | 10.792 Beiträge

Stimmt, na klar die Atze. Die hatten in dem Comic immer irgendsowas drinne, zum Beispiel ein Moped in einer Geschichte wo's um die Novemberrevolution ging. Ähm, nö, leider nicht. lch hatte nichtmal die Весёлые картинки im Abo. Na egal. Weil ... Wilkinson gab's damals nämlich schon sogar in der DDR. Ein Dorfsheriff ließ sich damit zum Beispiel mal entlohnen ...
Meine persönlichen Wendeerlebnisse als Volkspolizist
Und da einige Berichte ehemaliger Insassen von StVE des MdI und auch von UHA des MfS von Zellenspitzeln berichteten, liegt (vielleicht nicht nur mir) ein Verdacht nahe, hmm?

Die gängigen Klingen waren CROMA und TRITON ...
http://www.gut-rasiert.de/forum/index.php?topic=293.180
http://www.andreawitte.de/ddr/rasier02.html

P.S. Zu den Ufos paßt Manchmal war der Strom weg
Und nicht jeder Gänger forderte auch am Entlassungstag sein Eigentum zurück. Entweder vergessen oder in eine andere Einheit versetzt oder, oder ... Und so sammelte sich da eine schöne Sammlung zusammen. Die Stecker benötigten die Hausmeister zum Beispiel auch, um Bahnheizkörper für die B-Türme wieder gangbar zu machen. Bissel trottlig war der Spieß da aber schon, so schnitt er auch angegossene Stecker sehr knapp ab.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 15.02.2013 15:37 | nach oben springen

#111

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 19:41
von Barbara (gelöscht)
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Hallo zusammen!
Da das jetzt hier arg durcheinander geht, möchte ich es mal auf den Punkt bringen:

Major Tom:
Ich hatte in der U-Haft in der Potsdamer Bauhofstrasse eine fuerchterliche Grippe, mir ging es hundeelend. Als ein Arzt kam sagte der mir frech ins Gesicht: ''Ziehen sie kaltes Wasser mit der Nase hoch, das hilft'' und zack war die Tuere wieder zu...


1. Frage: Hat dieser Arzt sich korrekt verhalten?


Polter: Das kalte Wasser in der Nase.......Rezept auch meiner Großmutter. Muß also gut sein.

2. Frage: Kann man diese Aussage dahin gehend (miss)verstehen, dass Polter das Vorgehen des Arztes in Ordnung fand?

Weil ich Polter „Nr. 2“ nicht unterstellen wollte, habe ich ihn gefragt.


3. Meine Motivation: der, um den es hier eigentlich geht und der unsere Diskussion wohlmöglich mitliest, hat diese Situation durchlebt – und es ging ihm offensichtlich schlecht. Ich finde es nicht in Ordnung, dass sein Erleben durch eine möglicherweise missverständliche Aussage relativiert wird. Das steht uns nicht zu. Ich bin im Übrigen überzeugt davon, dass das auch nicht in Polters Absicht lag. Deshalb hätte eine Antwort auf meine Frage vollkommen genügt.


That’s all.

Ich grüße euch herzlich!
Barbara

Zu allen anderen Themen, die mit in diesen Topf geworden wurden, nehme ich gerne Stellung - aber nicht hier, weil sie hiermit nichts zu tun haben!


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#112

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 20:49
von Lutze | 8.034 Beiträge

zu meiner Haftzeit hatten sich die Ärzte mir gegenüber korrekt verhalten,muss dazu sagen,
dass ich 2 mal ärztliche Hilfe in Anspruch genommen habe,einmal wegen einer Entzündung
am Bein,die einfach nicht heilen wollte,die Wunde wurde jeden Tag im Arztzimmer neu
versorgt,das andere waren Zahnschmerzen imStrafvollzug,dort befand sich ein ganz normaler
Raum mit Zahnarztstuhl usw.,der Zahnarzt kam immer von draussen in die Haftanstalt und hat
die Insassen genauso behandelt wie seine sonstigen Patienten,
wenn das Wort Folter fällt erinnere ich mich an das Mittelalter,für mich gab es andere Worte
wie Selbsterziehung unter Jugendlichen was oft mit Schlägereien und anderen Demütungen
verbunden war,solche Erinnerungen vergisst man nicht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 15.02.2013 21:01 | nach oben springen

#113

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 15.02.2013 23:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Barbara im Beitrag #111
Hallo zusammen!
Zu allen anderen Themen, die mit in diesen Topf geworden wurden, nehme ich gerne Stellung - aber nicht hier, weil sie hiermit nichts zu tun haben!



Barbara, auch Du wirst dieses Forum nicht aendern. Ich verweise damit auf Deine Vorstellung, das wusste man nach einigen Tagen nicht mehr worum es ueberhaupt ging, so viele Themen wurden eroertert, hinterfragt, verworfen, usw usw usw.
Wir werden hier zwar 'organisiert' behandelt sind aber in kein Schema gepresst und lassen uns auch nicht pressen. So ergeben sich in einer Diskussionen vielfaeltige Aussagen und selbst in einem bestimmten Thema gehts im Schneeballverfahren.

Lutze, es gibt Folter, und zwar meine ich nicht Entwicklungslaender, sondern in sogenannten zivilisierten Staaten. Ansonsten gefiel mir Dein Bericht.

Ich habe hier erst heute Abend gelesen.
Nein, sie waren nicht da Grenzverletzerin! Richtig! Weit weg waren sie, diese Menschen, die uns heute vorhalten was wir alles falsch gemacht haben, uns sagen sie wir haetten geschlafen, in ihrem Siegeszug durch den Osten, da lebten sie in ihren kleinen Fresszellen und Hochhaeusern, und in ihrer kleinen guten Welt und kuemmerten sich wie ihnen anerzogen, nur darum, wie es ihnen selbst in ihrer Ellenbogengesellschaft ging. Keiner von ihnen hatte eine Ahnung wie es in ihren eigenen Gefaengnissen aussah. Die Aussagen heute noch von damalig Inhaftierten a la coleur prallen an einer Mauer des Schweigens ab.

Was haben wir fuer Richter hier, die weder vom westlichen noch vom oestlichen Gefaengnisaufenthalt eine Ahnung haben. Polter hat nix falsches geschrieben. Das ist hier eine Diskussionsrunde und es wird keinem verboten sich zu aeussern oder wie er das macht. Und selbst wenn er relativiert, so sei es drum. Und, uns steht hier einiges zu, und es ist lediglich den Admins oder Angelo vorbehalten hier Urteile zu faellen und fuer Ordnung zu sorgen. Was genuegt und nicht genuegt, steht alleine demjenigen zu, der antwortet oder schreibt. Jedem Einelnen.

Ich wundere mich, wenn ich hier blaettere, und die, die angeblich geschlafen haben jahrelang oder die wohl alles falsch gemacht haben, aus Hoeflichkeit keine Gegenwehr zeigen. Ganz im Sinne einer westlichen Abkanzlung. Das haben wir jahrelang erlebt, das erleben wir weiterhin, ich weiterhin mit Russland, dass uns solche Scheisse vorgehalten wird, waehrend in Wirklichkeit der gesamte Untergang der DDR und die Transformation der Sowjetunion auf ganz anderen Beinen steht und mit Bedacht ueber Jahre vorangetrieben wurde. Den Verantwortlichen koennen wir nicht aus dieser Schuld entlassen. Aber ansonsten ziemt es sich nicht, wer im Glashaus sitzt mittlerweile, sollte darauf achten, dass er nicht mit dicken Brocken schmeisst. Darauf will ich bei meinem Zustand heute lieber nicht mehr eingehen, es koennte politisch gefaehrlich werden.

Ich mass mir an zu sagen, dass einige Menschen absolut keine Ahnung vom Strafvollzug im Westen wie im Osten haben, so ein kleiner Prozentsatz war nur in einem Gefaengnis diesseits und jenseits der Mauer. Aber gerade diese Unwissenden verzehren sich danach, dabei zu sein. Diese sollten lieber zuhoeren, Gehirn einschalten, fragen eventuell und dann erst reden.
Was interessiert es, ob ein verdammter bornierter Knastarzt sich mal richtig verhalten hat oder nicht? Da muss man kein Buch drueber schreiben. Ein grosser dunkelhaeutiger Arzt sagte mir nur, Pech, schoene Erkaeltung haste Maedchen, wenn’s ne Grippe wird ruf nach mir. War ich im Hotel oder bei den Diakonissen? Nein, im Knast! Und da hatten wir auch unseren Stolz. Und ich moechte auch nicht, und habe nie darum gebeten, dass jemand neben mir steht, auch jetzt nicht 25 Jahre fast danach. Nicht mal ein sehr enger Freund oder Freundin wuerde das zu mir sagen, ganz einfach, weil diese wissen, dass sie nix aendern koennen an meinem Erlebten. Das mag sich hart anhoeren. Es ist so wie es ist und keiner soll sich anmassen zu glauben er koenne auch nur etwas davon verstehen. Ich bin eine lebenserfahrene Frau und kein Ueberbleibsel einer Aera, die gehegt und gepflegt werden muss, wie eine zerbrechliche Wachtel. Ich weiss, warum ich immer noch aus Flugzeugen springe, die Frage wird mir gestellt oft in meinem Alter. In den wenigen Minuten wenn ich vom Himmel falle, dann vergesse ich alles. Nur dann.

Die Menschen, die jemals im Strafvollzug eingessen haben, aus politischen Gruenden, oder in einem Straflager zur Erziehung kamen, haben ihre Gedanken und ihre Erfahrungen gemacht. Denen kann keiner helfen. Es bleibt in ihnen. Entweder sie leben weiter oder sie gehen vor die Hunde. Auch nach Jahren ist der Einzelhaft noch so erinnerlich, ich sehe nur die Steinwaende, das dreckige Scheisshaus und die einzelne Birne, die Tag und Nacht brannte. Die maennlichen Waerter, die sich schamlos mir gegenueber verhielten, die beistanden, als ich mich ganz ausziehen musste und dabei ihre Witzchen darueber machten, dass Kommis im Bett gut sein sollten. Kaltes Wasser durch die Nase ziehen zwar auch ekelhaft, aber Bedarf keinerlei Ausfuehrung dieser Art, tatsaechlich sagte das auch meine Grossmutter! Dieses ganze Thema ist kein Witz. Es ist ein delikates Thema, das auch so behandelt werden sollte. Bleibt beim Wesentlichen und hoert Euch an, was die Betreffenden zu sagen haben und zehrt Euch nicht an Fuck auf. Wagt ja nicht zu glauben, dass Ihr irgend etwas wisst, dass Ihr Euch vorstellen koennt, was es heisst entwuerdigend behandelt zu werden.
Damals jedenfalls wussten wir alle, in Ost und West, dass ein Gefaengnis kein Hotel war. Heute scheint das anders zu sein. Mein ehemaliges Refugium ist inzwischen saniert worden, die Insassen haben Fernsehen und Buecher und Schreibmaschine. Mein Vorteil war, dass die russische Erziehung so hart und penetrant war, aber mich hart gemacht hat und sichergestellt hat, dass bei mir die westliche versuchte Umerziehung zum Scheitern verurteilt war. Wie Turtle es beschrieb, ja die Fliege konnte durch die Gitter; ich habe die weichen schlabberigen Broetchen den Tauben verfuettert, indem ich auf den Tisch mich stellte unter dem zerbrochenen Fenster.
Ich habe gewusst, dass ich eines Tages entweder es schaffe noch davonzukommen, oder, dass ich haengenbleiben wuerde am Stacheldraht der Geschichte und in einem Westknast landen wuerde. So ist das Leben!
Hier gibt es so wie ich es sehe keine Jammerer die Trost suchen, sondern Menschen, die zum Thema beitragen wollen und koennen, und das verdammt noch mal wollen sie in Wuerde tun, ohne dass andauernd jedes Wort hinterfragt wird.
Und noch was, ein Jammern ist das nicht. Ich liebe mein Leben, ich habe ueberlebt, alles.


frank, Eisenacher, passport, Lutze, chantre, Damals87 und erkoe haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.02.2013 23:56 | nach oben springen

#114

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 00:37
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #82
Rasierklingen, Isolator aus Plastikgabel und ein Stück Kabel. Strom von Steckdose, falls vorhanden,hilfsweise von der Beleuchtung. Das sind alles Künstler in so einem Knast. Überlebenskünstler. Da kommt so viel Kreativität zum Vorschein. Da kannst Du nur staunen. Da ist es natürlich gut, wenn ein BVer auf der Bude ist. Der kennt da schon alle Tricks.


ja , bei soviel 'positiver' energie kann man nur den hut ziehen !!! so manche justizsenatorin in berlin mußte schon ihr 'amt' niederlegen weil es in gewissen anstalten mehr drogen gab als draußen und der 'freigang' wörtlich genommen wurde ! den stress braucht man sich ja auch nicht zu geben wenn eine höhere richterliche instanz ruft !!!



Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 13:18
von Lutze | 8.034 Beiträge

@Larissa,da hast du völlig Recht,wer das nicht mitgemacht hat, sollte ruhig sein,
was interessant wäre was jeder persönlich unter Folter versteht?
wenn ich mich so an das Mittagessen erinnere,wo dem einen oder anderen das
Stück Fleisch vom Teller weggenommen wurde,das ist für mich keine Folter,
wenn derjenige sich beschwert und den Rest des Tellers übern Kopf gekippt wurde,
ist des Folter?sicherlich auch nicht,oder wenn abends jemand sexuell genötigt wurde,
für mich menschliche Erniedrigung und Verachtung und Ekel zugleich,und für die
Betroffenen?da kann man schon über Folter sprechen
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#116

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 13:57
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #102
Hallo Barbara,

ist ja alles richtig was du sagst aber dennoch gilt Ost-West und es hat mit Ideologie zu tun. Durch Berichte die ich mir anschaue, maße ich mir an zu sagen, dass der allgemeine Strafvollzug im Westen Deutschlands milde war -aber- ich weiß von Erzählungen einer Userin, die in HH einsaß als Kommunistin, dies nicht zutraf...ergo...spielt die Ideologie egal wo du im Strafvollzug bist eine Rolle. Wenn ich jetzt böse wäre, müsste meine Frage lauten...Wo wart ihr da...??
Menschlichkeit und politischer Strafvollzug schließt sich m.E. aus – wenn - es da ein Funken Menschlichkeit gegeben hat, war der vermutlich von den jeweiligen Wärtern abhängig. Eisenacher brachte es auf den Punkt: „So ein Knast ist nun mal kein 4Sterne Hotel“.
Das wir uns unsere Empathie bewahrt haben und bei solchen Berichten Bauchschmerzen bekommen, spricht für uns.
Meine Tante hat vor ihrem Freikauf einige Jahre in Hoheneck gesessen, mir muss man nicht erzählen wie menschenverachtend DDR-Strafvollzug sein konnte aber ich fange langsam an zu differenzieren.

Zitat
Also sollte es mehr Leute geben, die so etwas erleiden mussten, stehe ich auf jeden Fall neben ihnen.

Ist ja ein schöner Satz – aber – da stellt sich mir die Frage, wer hier hinter dem Mond gelebt hat.

Beste Grüße,
Andrea




Hallo Andrea,

nochmal konkret zu deinem Beitrag. Lass uns über den Strafvollzug in Ost und West reden, aber nicht auf einmal, denn dann relativiert man die eine durch die andere Situation, und wird keiner der beiden Situationen gerecht.

Ich will das mal konkret sagen: also wenn wir sagen der Turtel hatte schlimme Haftbedingungen, und sofort jemand sagt, im Westen saß eine Kommunistin in Haft, die hatte aber auch schlimme Haftbedingungen, relativiert das das , was Turtel erlitten hat. Und schwupps ist man vom eigentlichen Thema weg. Das nützt doch keinem.

Menschlichkeit und politischer Strafvollzug schließt sich m.E. aus
Welch ein Satz. Ich finde, was er inhaltlich bedeutet, ist echt schrecklich....

Meine Tante hat vor ihrem Freikauf einige Jahre in Hoheneck gesessen, mir muss man nicht erzählen wie menschenverachtend DDR-Strafvollzug sein konnte aber ich fange langsam an zu differenzieren.

Das kann ich nicht natürlich nicht beurteilen, sowohl die Haftbedingungen da als auch das mit dem "differenzieren", da hast du garantiert sehr viel mehr Wissen als ich. Hierzu hätte ich mich im Übrigen nie geäußert! Ich will mich nur zu den Sachen äußern, die hier im Forum konkret berichtet werden, falls ich es kann.

Also sollte es mehr Leute geben, die so etwas erleiden mussten, stehe ich auf jeden Fall neben ihnen.
Ist ja ein schöner Satz – aber – da stellt sich mir die Frage, wer hier hinter dem Mond gelebt hat.


„neben ihnen stehen“ - hier habe ich gemeint, wenn sie im Forum ihre Geschichte erzählen, stehe ich menschlich auf ihrer Seite.
Lass uns gerne weiter darüber austauschen!
Barbara


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#117

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:02
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von turtle im Beitrag #95
Ich erinnere mich nicht daran im Verwahrraum Steckdosen gehabt zu haben.Ich glaube eher nicht. Rasiereklingen hatte ich nur bekommen wenn es sein musste ,zB. um mich zu einer Verhandlung hübsch zu machen. Damals musste ich mich sowieso nicht jeden Tag rasieren,da freute ich mich mehr wenn überhaupt was zu sehen war.Natürlich wurde darauf geachtet das die Rasiereklinge zurück gegeben wurde. So ein Gemisch aus Wollfusseln und Plastikspäne abgekratzt von einer Seifebdose z.B. wurde auf die Glühbirne gelegt.Wenn man Glück hatte glimmte es oder fing Feuer . So konnte man die Zigarette anzünden. Doch oft knallte es und die Glühbirne war geplatzt. Da gab es Ärger. Beim nächstem Rundgang konnte der Wärter nichts sehen.Ich glaube allein durften sie in so einer Situation nicht die Zelle betreten ,da holte er einen Kollegen dazu.
Irgendwas war da noch glaube die sagten Bombe schrubben dazu ein Gemisch aus Wollfäden und Asche wurde zu einer festen Wurst gedreht.Zwischen zwei Stück Holz wurde diese Wurst kräftig gerollt.Wenn es heiß genug war ,wurde diese Wurst zerbrochen und man konnte sich eine anzünden.Nagelt mich jetzt nicht fest aber so ähnlich war es jedenfalls.Alle anderen Tricks die hier aufgezählt wurden sind mir fremd.
In der U Haft hatte ich sowieso nur 5 Zigaretten pro Tag ,und 5X bekam ich auch nur Feuer.Ich habe auch schon Bücher gelesen in denen beschrieben wird wie es im DDR Knast so war. Da muss ich in einer Haft Außenstelle auf dem Mond gesessen haben,oder die Alzheimer hat mich schon.Aber man kann immer nur mitreden was man selber erlebt hat. Und da muss ich eben passen. Ich glaube aber schon das die Haftbedingungen ab den 70 er Jahren besser wurden.Aber da war ich schon unterwegs auf den Weltmeeren.Angemustert in Hamburg!

Ja ich hatte gegen gültiges DDR Gesetz verstoßen. Aber kann ein Gesetz das mir verbietet meinen Wohnsitz da zu wählen wo ich leben möchte rechtens sein? Da dürfte ich doch höchstens nur Probleme wegen einer Einreise und Aufenthalt bekommen. Aber ein Land zu verlassen ist strafbar oder noch schlimmer das der illegale Versuch dazu auch das Leben kosten kann? Das soll sich mit Demokratie und persönlicher Freiheit vereinbaren lassen?Nein so ein Gesetz war Unrecht!! Auch wenn ich mich wiederhole ,warum ich keinen Ausreiseantrag gestellt habe. Das gab es damals noch nicht.



Turtel, war der letzte Absatz oben an mich gerichtet?
Dann ist mir wichtig zusagen: natürlich finde ich ein Gesetz nicht „rechtens“, das einen Menschen derartig in seiner Freiheit einschränkt, und er möglicherweise sogar sein Leben deswegen verliert. Aus meiner Sicht warst du natürlich kein Straftäter.

Aber „innerhalb“ der DDR war an diesem Gesetz nicht zu rütteln. So war das gemeint. Und deswegen habe ich aus der „Innensicht der DDR“ argumentiert. Weil ich glaube, dass deine Haftbedingungen auch gegen geltendes Gesetz der DDR verstießen. Vielleicht kann da mal einer was zu sagen? Gab es Möglichkeiten für einen Häftling sich dagegen zur Wehr zu setzen oder war es tatsächlich so, dass ein „Politischer“ jedweder Willkür ausgesetzt war? Ich weiß sowas einfach nicht...

Ich finde im übrigen auch gut > Andrea, wie sachlich und differenziert Turtel erzählt hat. Dass er neben dem widerlichen Wärter auch den aufführt, der ihm „eine brennende Zigarette in der Zelle hat liegenlässt“.
Menschlichkeit findet sich offenbar eben doch auch unter den schwierigsten Bedingungen...

Herzlicher Gruß
Barbara


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#118

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:03
von Barbara (gelöscht)
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Hallo Polter,

du hast ja bemängelt, dass ich nicht die „Selbstmörderischen Basteleien“ der Häftlinge verurteile.

Ich habe mir die entsprechenden Beiträge jetzt durchgelesen.
Meine erste Frage dazu ist: warum waren sie gezwungen das zu tun?

Warum durfte ein Häftling kein Feuer in der Zelle haben und wie war die Möglichkeit, sich was Heißes zu trinken zu machen?

Diese Frage ist keine Provokation, ich weiß es einfach nicht.
Für sachliche Info bin ich dankbar.

Gruß
Barbara


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#119

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:08
von Barbara (gelöscht)
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Warum eine solche Attacke, Larissa?

Dass in meiner „Vorstellung“ nach ein paar Tagen niemand nicht mehr wusste worum’s ging, den Eindruck hatte ich gar nicht. Ich fand und finde die Beiträge, die da alle geschrieben werden, sehr interessant, sehr kontrovers und – ja – die Deutsche Geschichte ist komplex, da kommt einiges an Themen zusammen. Auch du hast ja einiges dazu beigetragen, was ich klasse fand, weil du nochmal eine ganz andere Sicht auf Deutschland hast.
Dein Vorwurf, dass ich mich als Richter aufspiele, arrogant andere „abkanzle“, tut mir Leid, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich bemühe mich sehr um Verständnis und Freundlichkeit, bin sehr an „Gemeinsamkeit“ interessiert, „höre sehr viel zu“ und denke sehr viel nach. Sage allerdings auch meine Meinung – wie alle anderen hier auch.

Es stimmt, ich war noch nie in einem Gefängnis, weder in einem westlichen noch in einem östlichen, ich habe aber auch nicht global über Strafvollzug gesprochen, sondern habe ganz konkret auf die Beiträge von Turtle und Major Tom reagiert – mehr nicht.
Ich habe Polter auch nicht vorgeschrieben, was er zu sagen hat, sondern ihm eine ganz konkrete Frage gestellt, weil ich seine Bemerkung zumindest interpretierbar fand. Vielleicht kriegen wir das nicht geklärt und dann werde ich das so zur Kenntnis nehmen. Ich musste aber diese Frage stellen, das hat was mit meiner persönlichen Haltung zu tun, und diese ist – bitte – ganz allein meine Sache.

Du hast hier schon oft in deinen Beiträgen von „Herz und Seele“ gesprochen, nichts anderes als das hat mich veranlasst meine Kommentare zu Turtel und Major Tom zu schreiben, weil ich ein fühlendes menschliches Wesen bin. Wenn man mal ganz genau nachliest, was ich geschrieben habe, müsste man das eigentlich merken und dass alles andere, was mir - ganz nebenbei übrigens -unterstellt wird, gar nicht zutrifft. Aber das muss man aushalten - missverstanden oder falsch interpretiert zu werden, wir sind hier auf der „freien Wildbahn“, da hast du ganz Recht.
Und sollte ich wirklich jemandem zu nahe getreten sein, der – wie du sagst – „aus Höflichkeit schweigt“, dann möchte ich diese Person bitten, mich per PM direkt darauf anzusprechen, denn mir fällt es nicht schwer, mich zu entschuldigen.

Ich habe überhaupt keine Probleme damit, über den Strafvollzug der ehem. Bundesrepublik oder überhaupt Missstände zu der Zeit zu sprechen. Ich meine auch an der ein oder anderen Stelle ziemlich deutliche Kritik über die BRD und den „alten Westen“ geäußert zu haben.

Darüber hinaus – man könnte ja auch mal über das Leben in Wessi-Deutschland sprechen – auch mal so ohne Klischees vielleicht?
Bisher hat aber keiner danach gefragt, dann ist es wohl auch nicht von Interesse. Und ich selbst bin ja hier angetreten, um meine „Landsleute“ kennen zu lernen.
Ich möchte aber nicht Themen miteinander vermischen, weil dann kommt man gar nicht weiter un dreht sich immer nur im Kreis.

Also, ich will überhaupt nicht das Forum verändern, irgendjemanden einschränken oder verurteilen - das Gegenteil ist der Fall.

Was du zu deiner eigene Haftzeit schreibst, dazu empfinde ich natürlich auch etwas, aber ich verstehe dich so, dass du dazu nichts hören willst, das respektiere ich natürlich.

Ich hoffe, dass wir einfach demnächst, so wie gehabt, miteinander fair streiten, diskutieren und auch lachen können ohne dass wir uns gegenseitig abqualifizieren.

Barbara


Kimble und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#120

RE: Strafgefangener in der DDR

in DDR Staat und Regime 16.02.2013 14:08
von Barbara (gelöscht)
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Eine prinzipielle Frage:

Ist dieser Thread so zu verstehen, dass Beiträge von jemandem, der noch nie im Strafvollzug war und dazu noch ein Wessi ist, hier nicht erwünscht ist? Möchte man „unter sich“ bleiben? Dann bitte ich, mir das mitzuteilen, ich würde das natürlich respektieren.


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