#101

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 09:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzwolf62
Da ich erst 17 Jahre nach Kriegsende geboren bin kann ich keine persönliche Wertung aus Erlebtem vornehmen.
Mein alter Vater war Kriegsteilnehmer und 10 Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, der arme Mann war vom Krieg und Gefangenschaft schwer traumatisiert, ein deutsches Opfer, mit 19 Jahren als Wehrpflichtiger auf seinen 12jährigen "Opfergang" geschickt. Als der Sieg gefeiert wurde hatte er schon lange den Krieg anderer persönlich verloren.
An solchen Tagen wie dem 8. Mai sollte man kurz in sich gehen und aller Opfer dieses schrecklichen Krieges gedenken, er hatte keine Sieger sondern nur Verlierer.



Nur Verlierer.
Zwischen 1992 und 1996 sind die überlebenden Mitglieder (420) der Stalingrader Spätheimkehrer einzeln durch die Oberste Militär-Staatsanwaltschaft Rußlands amtlich mit der Bemerkung "Keine persönliche Schuld nachgewiesen, nur aus politischen Gründen zur Zwangsarbeit verurteilt" rehabilitiert worden. Viele Gefangene dieser Gruppe wurden zudem erst nach dem Kriege in "Gewahrsam" genommen, als Zivilisten verhaftet oder als heimkehrende ehemalige Soldaten von den Amerikanern unter Gewalteinwirkung an die Rote Armee ausgeliefert. Folgerichtig werden diese Verschleppten von den russischen Behörden auch als "Zwangsarbeiter" bezeichnet. Die Bundesrepublik verweigert den Betroffenen diesen Status jedoch bis heute.

Zusatz: mein Vater wurde verhaftet, zunaechst nach England, dann nach Amerika verschifft. In Camp Alice, Alabama, arbeitete er auf Erdnuss- und Baumwollfelder, zusammen mit den Farbigen. Dort hat er von der Kapitulation Deutschlands erfahren. Wieder nach England zurueck und in gewahrsam genommen aufgrund seiner 'Karriere' bei den Nazis. Bis 1954 war er auf der britischen Insel interniert und durfte zum erstenmal am 15. August 1956 als 36jaehriger nach West Deutschland reisen. Er hatte sich mit siebzehn Jahren freiwillig der nationalsozialistischen Herrschaft verschrieben und die Kapitulation nie anerkannt. Selbst die Qual um den Tod der Mutter und den 'Heldentod' des einzigen Bruders in Reval und den Verlust seiner Heimat und Gut, konnte ihn nicht davon abbringen weiterhin an diesen Teufel zu glauben.
Heute will ich in mich gehen,mit den russischen Freunden diesen Tag gedenken, deshalb verabschiede ich mich fuer heute.
Gruss an alle, seid gut zueinander, egal welcher Meinung ihr seid. Larissa


zuletzt bearbeitet 09.05.2012 09:15 | nach oben springen

#102

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 09:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Larissa

Zitat von Grenzwolf62
Da ich erst 17 Jahre nach Kriegsende geboren bin kann ich keine persönliche Wertung aus Erlebtem vornehmen.
Mein alter Vater war Kriegsteilnehmer und 10 Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, der arme Mann war vom Krieg und Gefangenschaft schwer traumatisiert, ein deutsches Opfer, mit 19 Jahren als Wehrpflichtiger auf seinen 12jährigen "Opfergang" geschickt. Als der Sieg gefeiert wurde hatte er schon lange den Krieg anderer persönlich verloren.
An solchen Tagen wie dem 8. Mai sollte man kurz in sich gehen und aller Opfer dieses schrecklichen Krieges gedenken, er hatte keine Sieger sondern nur Verlierer.



Nur Verlierer.
Zwischen 1992 und 1996 sind die überlebenden Mitglieder (420) der Stalingrader Spätheimkehrer einzeln durch die Oberste Militär-Staatsanwaltschaft Rußlands amtlich mit der Bemerkung "Keine persönliche Schuld nachgewiesen, nur aus politischen Gründen zur Zwangsarbeit verurteilt" rehabilitiert worden. Viele Gefangene dieser Gruppe wurden zudem erst nach dem Kriege in "Gewahrsam" genommen, als Zivilisten verhaftet oder als heimkehrende ehemalige Soldaten von den Amerikanern unter Gewalteinwirkung an die Rote Armee ausgeliefert. Folgerichtig werden diese Verschleppten von den russischen Behörden auch als "Zwangsarbeiter" bezeichnet. Die Bundesrepublik verweigert den Betroffenen diesen Status jedoch bis heute.

Zusatz: mein Vater wurde verhaftet, zunaechst nach England, dann nach Amerika verschifft. In Camp Alice, Alabama, arbeitete er auf Erdnuss- und Baumwollfelder, zusammen mit den Farbigen. Dort hat er von der Kapitulation Deutschlands erfahren. Wieder nach England zurueck und in gewahrsam genommen aufgrund seiner 'Karriere' bei den Nazis. Bis 1954 war er auf der britischen Insel interniert und durfte zum erstenmal am 15. August 1956 nach West Deutschland reisen.




Diese Wertung (rot markiert) ist meine eigene, ganz persönliche.
Da niemand unfehlbar ist, kann sie natürlich auch falsch sein.


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#103

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 09:30
von Polter (gelöscht)
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Für mich ist der II. Weltkrieg eines der erschütternsten Ereignisse der gesamten Menscheitsgeschichte. Ob 8. Mai oder 9. Mai, ob
Tag des Sieges, ob Tag der Befreiung, die Aufrechnung von Opfer, von vermeintlichen oder tatsächlichen Verbrechen ?
Dieses Herangehen halte ich für völlig falsch, weil die Mahnung: Nie wieder Krieg völlig unterbleibt.
Für die Leute, die noch nicht genug Krieg gelebt haben:

http://www.youtube.com/watch?v=Y1Ww0X5SFH4


frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 13:24
von Gelöschtes Mitglied
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Meine Großväter wurden als normale Wehrmachtsangehörige (Soldaten) in diesen babarischen Krieg dieser Braunen Pest geschickt.
Kurzum,einer (Väterlicherseits) kam in Frankreich in die Kriegsgefangenschaft.
Dann ging es nach Canada ins "War-Prison-Camp" (Ottawa).
Von dort berichtete er nur Gutes.
Sie wurden gut behandelt.
(Briefe und ein wunderbares handgeschriebens Buch,welches er während der Gefangenschaft anfertigte,sind Zeugen dieser Zeit und im Besitz meines Vaters.)
Er mußte bei einem Farmer auf dessem Land arbeiten (Opa war Landschaftsgärtner).
Eigentlich wollte er nach der Entlassung dort bleiben,doch Oma wollte nicht mit 4 Kindern über den "Großen Teich".
Er kam zurück nach Deutschland.
Oft erzählte er mir von diesem hässlichen Krieg,wie oft sie sich doch vor Angst in die Hose gesch..... hätten.
Ja,da war nix mit großem Heldentum.
Die mussten auch einfach nur als Kanonenfutter funktionieren.

Der Vater meiner Mutter kam in sowjet. Kriegsgefangenschaft,ebenso der Opa meiner Frau.
Sie kamen als kranke gebrochene Männer zurück.
Von DSF wollten die auch zu DDR-Zeiten nichts hören,verständlicherweise.
Die hatten nun wirklich nichts Gutes zu berichten,sie waren froh einige derjenigen wenigen zu sein,die diese Tortur in den Lagern der SU lebendig überstanden.
Verbittert kamen sie spät aus der Gefangenschaft,aber sie lebten!
Die "Iwans" ,wie sie die "Russen" nannten,wurden nie ihre Freunde.
Eigentlich bei ihrer Historie auch verständlich,sie haben in den Lagern viel Grausamkeiten erlebt.
Auch konnten sie in der DDR nie verstehen,wieso sie ihrer Kameraden nie gedenken durften,welche in diesem furchtbaren Krieg fielen.
So ziemlich alle "Erinnerungsplatten" oder "Gedenkstätten" mit den Namen der deutschen Gefallenen wurden von den neuen Diktatoren geschleift.
Sowjetische dagegen entstanden allerorts.
Was ich sagen will ist,es wurde ihnen quasi verboten,ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken.
Ich finde,dass war auch kein gutes Beispiel der "DDR-Führung" zur/für dieTrauerbewältigung der deutschen Toten Soldaten im 2.WK!
Das waren doch nicht alles Faschisten und Nazis!
Es waren unsere Großväter,die in diesem Krieg verheizt wurden!
Angst um ihr Leben hatten!
Lieber bei ihren Kindern,bei ihrer Familie geblieben wären!
Meine Großväter incl. der meiner Frau wurden eingezogen,keiner meldete sich freiwillig!
Was mit denen geschah die sich weigerten, brauch ich doch hier nicht zu erörtern.

Mein Uropa wurde von ihnen vor den Augen der Familie erschlagen.....mit dem Gewehrkolben.
Warum?
Weil er nachstehendes verhindern wollte.
Eine Tante wurde von der Sowjets verschleppt,sie tauchte niewieder auf.

Fazit für mich:

Gedenken aller Toten dieses Krieges,ja.
Befreiung von der Braunen Pest,ja.
Leider wurde dann eine neue Diktatur installiert.
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Zitat @Mike59:

"Übrigens - es besteht hier kein Zwang zu jedem Tread einen Beitrag zu schreiben."

Mike59

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Rot markiert:
Sind nur 2 Fragen.
Nimmst du dir deine eigenen Vorschläge zu Herzen?
Gilt das auch für dich?

Gruß ek40


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#105

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 13:51
von Alfred | 6.841 Beiträge

EK 40,

mal einige Zahlen.

In sowjetischer Gefangenschaft befanden sich rund 3 Millionen DEUTSCHE , von denen rund 1 Million starben.
In DEUTSCHER Gefangenschaft befanden sich rund 5,7 Millionen sow. Soldaten von denen rund 3,3 Millionen starben.
Ich will jetzt nicht noch anfangen mit Kommissarbefehl etc.


zuletzt bearbeitet 09.05.2012 13:52 | nach oben springen

#106

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 15:07
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred
EK 40,

mal einige Zahlen.

In sowjetischer Gefangenschaft befanden sich rund 3 Millionen DEUTSCHE , von denen rund 1 Million starben.
In DEUTSCHER Gefangenschaft befanden sich rund 5,7 Millionen sow. Soldaten von denen rund 3,3 Millionen starben.
Ich will jetzt nicht noch anfangen mit Kommissarbefehl etc.

Alfred,wo habe ich deine Zahlen angezweifelt?
Sag mir wo?
Ich habe ganz einfach persönliches aus unserer Familie berichtet und wie ich dieses Datum deshalb sehe,nichts weiter!
Das den Sowjets unendlich viel Leid angetan wurde,steht doch ausser Frage!
Die "Keule" kam zurück,musste zurück kommen.
Doch wenn man in der eigenen Familie dann solche "Erfahrungen" machen musste,sieht man diverse Aspekte andes!
Der "Blickwinkel" kann dann ein anderer sein,ist doch sicherlich auch verständlich!


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#107

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 15:23
von Alfred | 6.841 Beiträge

EK,

es geht mir um solche Formulierungen: "Die hatten nun wirklich nichts Gutes zu berichten,sie waren froh einige derjenigen wenigen zu sein,die diese Tortur in den Lagern der SU lebendig überstanden."

Da wird aus meiner Sicht ein falscher Eindruck vermittel, denn die Zahlen - sicher schlimm - sprechen anderes.

Es ist und bleibt eine Tatsache, dass man mit den sow. Gefangenen schlimmer umging als mit denen der westl Streitkräfte. Da befanden sich rund 240.000 in deutscher Gefangenschaft und es starben rund 8.000.

Welche Möglichkeiten hatte denn das von den deutschen geschundene Land die deutschen Gefangenen entsprechend zu behandeln. Das eigene Land war zerstört, es gab Millionen Tote und man hatte selbst nichts zu fressen. Da sah es in Canada oder den USA anders aus.

Ich hatte es bereits geschrieben. Ich habe in der UdSSR nicht nur Wochen gelebt und dies in einer Zeit wo der 2. Weltkrieg noch nicht so lange vergangen war. Ich habe von Seiten der Bürger der UdSSR NIE Hass oder ähnliches gegen die DEUTSCHEN erlebt, obwohl die "Fritzen" der UdSSR mehr Leid zugefügt hatten als umgekehrt.

Das sollte nicht und nie vergessen werden.


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#108

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 16:04
von Gelöschtes Mitglied
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Es war gut mit Euch zu reden und von Euch zu hoeren zu diesem Thema. Ich hatte nicht mit dieser Resonanz gerechnet. In vielen Beitraegen wird dieses auch teilweise zu einem Generationsproblem. Die Nachkommen koennen nur das aufnehmen, was weitergegeben wird. Und es kommt doch deutlich zum Ausdruck, dass entweder keine oder nur eine einseitige Verarbeitung nach dem Krieg und waehrend des Kalten Krieges stattfand, nicht nur in Deutschland. Ich wurde mit Hass erzogen und hatte das Glueck, mich aus dieser einen Welt schaelen zu koennen, und mir ein eigenes Bild anzueignen. Ich liess alle Rachegedanken, Vorbehalte und auch die Angst zurueck, die mir eingeblaeut worden war. Und darueber bin ich froh.
Die Menschen haben das Recht zu trauern und ihre Meinung kundzutun, dennoch sollten wir uns einig darueber sein, was die Macht des Boesen angerichtet hat unter allen beteiligten Voelkern, bis heute noch.

Wir koennen an unseren Narben erkennen, wo wir gewesen sind im Leben
Wir sollten uns aber von diesen Narben nicht diktieren lassen, wohin wir gehen.

The scars we have, show us where we have been in life, but we should not let these scars dictate our way of life.

Наши шрамы показывают нам, через что мы прошли в этой жизни.
Мы не должны позволять им диктовать как нам жить и определять
наше будущее.


Dieses lernte ich in Russland und danach richte ich mich seit dreissig Jahren.


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#109

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 16:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Larissa
Wir koennen an unseren Narben erkennen, wo wir gewesen sind im Leben
Wir sollten uns aber von diesen Narben nicht diktieren lassen, wohin wir gehen.

The scars we have, show us where we have been in life, but we should not let these scars dictate our way of life.

Наши шрамы показывают нам, через что мы прошли в этой жизни.
Мы не должны позволять им диктовать как нам жить и определять
наше будущее.


Das habsch doch schonema irschendwo gelesen *grübel* ahja ... Cheshunt Girl Marlene


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#110

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 17:36
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von ek40
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Zitat @Mike59:

"Übrigens - es besteht hier kein Zwang zu jedem Tread einen Beitrag zu schreiben."

Mike59

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Rot markiert:
Sind nur 2 Fragen.
Nimmst du dir deine eigenen Vorschläge zu Herzen?
Gilt das auch für dich?

Gruß ek40





Na das sind zwar zwei Fragen aber es geht ja wohl um einen einzigen Punkt. Sollte es dir noch nicht aufgefallen sein, dann durchforste einfach mal das Forum.

Mike59


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#111

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 18:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Der Beitrag von ek 40 mit den persönlichen Schilderungen aus der Verwandtschaft ist sehr beeindruckend. Das macht tausend mal mehr Eindruck, als die von User Alfred dahin geworfenen Zahlen. Was sind Zahlen ? nichts , man muss dahinter schauen und persönliche Schicksale kennenlernen.
In meiner Familie habe ich gottseidank solche schrecklichen Erfahrungen nicht. Mein (Stief)Vater war Flieger bei der Luftwaffe und ist im Frühjahr 1945 in Bayern von den Amis gefangen genommen worden. Anfang Juli 1945 haben sie ihn entlassen, da war der Krieg vorbei für ihn.
Gut, die Russen haben großes Leid von uns erfahren und sie hatten sicher auch das Recht, die Gefangenen einige Zeit Aufbauarbeit in Russland leisten zu lassen. Dass es dabei wenig zu essen gab ist auch klar, denn sie hatten selbst sehr wenig. Was aber ein Verbrechen ist, sind die vielen Unschuldigen, die sie in der Ljubljanka ermordeten oder für Jahre in Lager einsperrten und das noch Jahre nach Kriegsende. Ich sah kürzlich einen Film über Werwölfe. Da wurden 16 jährige nach dem Krieg von der Strasse weggefangen und nach Russland verschleppt, praktisch für nix. Man bezichtigte sie Werwölfe zu sein und das wars. Oder Beispiel: der Vater des BP, der erst 1951 verhaftet wurde und nach Russland verschleppt. /(wieso fiel denen 6 Jahre nach Kriegsende ein, dass er angeblich Kriegsverbrechen begangen hatte )
Ich habe einen Halbbruder, der am Kriegsende Student war an der Bergakademie Clausthal-Zellerfeld. Er besuchte seine Mutter , die in Leipzig wohnte, regelmäßig. Eines Tages in 1945 verhafteten die Russen ihn und beschuldigten ihn der Spionage für die Engländer. Sie sperrten ihn in ein Verlies, ich weiss nicht wo, und folterten ihn z.B. durch tagelangen Essensentzug. Dann bauten sie eine große Tafel mit Delikatessen auf und sagten, wenn er alles zugebe, könnte er sich satt essen. Er blieb hart. Nach 3/4 Jahren entliessen sie ihn ohne irgendeine Erklärung. Frage was soll so etwas ? Hatten die Paranoia mit ihren Spionen und Werwölfen ?
Die Nazis bezeichneten Die Russen als "Untermenschen". Das war übelste, rassistische Propaganda des Nazi Propandaministers Goebbels. Andererseits haben die Russen aber auch wenig getan, um dieser Propaganda Lügen zu strafen.Von einem Rechtsstaat waren sie Lichtjahre entfernt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#112

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 18:14
von Micos | 48 Beiträge

Zitat von Fritze
Grossmut ist auf jeden Fall eine der russischen Tugenden.



...auf jeden Fall !!!


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#113

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 18:29
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gert
Der Beitrag von ek 40 mit den persönlichen Schilderungen aus der Verwandtschaft ist sehr beeindruckend. Das macht tausend mal mehr Eindruck, als die von User Alfred dahin geworfenen Zahlen. Was sind Zahlen ? nichts , man muss dahinter schauen und persönliche Schicksale kennenlernen.




Gert,

"hingeworfene Zahlen" ?

Gab es hinter diesen Zahlen keine Schicksale ? Die UdSSR hatte Hitler und Co nicht eingeladen und hatte rund 25 Millionen Tote.


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#114

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 20:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred

Zitat von Gert
Der Beitrag von ek 40 mit den persönlichen Schilderungen aus der Verwandtschaft ist sehr beeindruckend. Das macht tausend mal mehr Eindruck, als die von User Alfred dahin geworfenen Zahlen. Was sind Zahlen ? nichts , man muss dahinter schauen und persönliche Schicksale kennenlernen.




Gert,

"hingeworfene Zahlen" ?

Gab es hinter diesen Zahlen keine Schicksale ? Die UdSSR hatte Hitler und Co nicht eingeladen und hatte rund 25 Millionen Tote.





steht doch schon da, musst nur verstehend lesen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#115

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 20:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94

Zitat von Larissa
Wir koennen an unseren Narben erkennen, wo wir gewesen sind im Leben
Wir sollten uns aber von diesen Narben nicht diktieren lassen, wohin wir gehen.

The scars we have, show us where we have been in life, but we should not let these scars dictate our way of life.

Наши шрамы показывают нам, через что мы прошли в этой жизни.
Мы не должны позволять им диктовать как нам жить и определять
наше будущее.


Das habsch doch schonema irschendwo gelesen *grübel* ahja ... Cheshunt Girl Marlene




@94, gut gelesen, das 'Cheshunt Girl' hat einen weiten Weg hinter sich............Cheshunt in der Grafschaft Hertfordshire ist mein Geburtsort.
Das Foto zeigt meine Grossmutter, die in Sibirien in einem Arbeitslager verstarb im August 1945. Deshalb muss ich nicht ein ganzes Volk hassen.
Wie Du verfolgen kannst, so denken einige hier anders. Es wird einfach nicht begriffen, dass man fuer die Verfehlungen der einen nicht ein gesamtes Volk schuldig sprechen muss, das gilt fuer die Deutschen, die Russen, fuer alle.
@ Gert, ich denke, die Zahlen sind trotzdem sehr wichtig.


zuletzt bearbeitet 09.05.2012 20:14 | nach oben springen

#116

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 20:59
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred
EK,

es geht mir um solche Formulierungen: "Die hatten nun wirklich nichts Gutes zu berichten,sie waren froh einige derjenigen wenigen zu sein,die diese Tortur in den Lagern der SU lebendig überstanden."

Da wird aus meiner Sicht ein falscher Eindruck vermittel, denn die Zahlen - sicher schlimm - sprechen anderes.

Kein falscher Eindruck für mich!Weil sie eben von jenen "Freunden" alle als Faschisten und Nazis behandelt wurden.
Die haben dort genug durchgemacht,da interessier(t)en keine Zahlen.
Sie wussten selber,dass Deutschland den Krieg anzettelte,aber sie wussten als einfache Lanzer nicht von den vielen Greultaten,die z.B. von der Waffen-SS begangen wurden.Letztendlich hat diese Tatsache ihnen gar nichts genutzt.


Es ist und bleibt eine Tatsache, dass man mit den sow. Gefangenen schlimmer umging als mit denen der westl Streitkräfte. Da befanden sich rund 240.000 in deutscher Gefangenschaft und es starben rund 8.000.

Das kann man nachvollziehen,aber frag mal die Familien dieser 8000!
Es ist eine Aufrechnung,den Familien nützte das nichts.


Welche Möglichkeiten hatte denn das von den deutschen geschundene Land die deutschen Gefangenen entsprechend zu behandeln. Das eigene Land war zerstört, es gab Millionen Tote und man hatte selbst nichts zu fressen. Da sah es in Canada oder den USA anders aus.

Dann hätte man sie eher Heim lassen sollen!

Ich hatte es bereits geschrieben. Ich habe in der UdSSR nicht nur Wochen gelebt und dies in einer Zeit wo der 2. Weltkrieg noch nicht so lange vergangen war. Ich habe von Seiten der Bürger der UdSSR NIE Hass oder ähnliches gegen die DEUTSCHEN erlebt, obwohl die "Fritzen" der UdSSR mehr Leid zugefügt hatten als umgekehrt.

Das Leid was unserer Familie angetan wurde hat gereicht.
Oma musste mit den Konsequenzen leben und sie hat sicher nicht gesagt,selber Schuld und Pech gehabt,aber ich höre auf,weil du das eh nicht hören willst,sondern mit Zahlen spielst.
Nochmal,jeder Tote,egal welcher Nation,war einer zuviel,doch hast du dann durch die "Befreier" soetwas erlebt,ändert sich wahrscheinlich deine Ansicht und Wahrnehmung.
Übrigens wäre der Blickpunkt genau so,z.B.wenn durch Franzosen,Amis oder Engländer so verfahren worden wäre.
Hier in dieser Geschichte waren es nun mal die "Russen".


Das sollte nicht und nie vergessen werden.

Das die Bürger der SU keinen Hass gegen uns Deutschen hegten,kann ich bestätigen,sie waren immer sehr gastfreundlich und hilfsbereit.
Hielt mich auch ein paarmal dort auf.
Ich perönlich habe auch keine Probleme mit den ehem. Völkern der SU.
.



@Alfred,ich will in diesem Thread keine ideologischen Zwiegespräche mit dir führen,sondern schilderte nur meine Gedanken.
Wir müssen auch nicht die Toten aller Seiten gegeneinander aufzählen,da es nichts mehr bringt.
Jeder kann nachlesen,welche Nation in diesem Scheiß-Krieg wieviel Tote zu beklagen hatte.
Ich könnte jetzt auch anfangen und erzählen,dass Stalin seine Kämpfer,quasi in Wellen mit dem Holzgewehr gegen deutsche Maschinengewehre anrennen ließ........ich will das nicht vertiefen und fortführenweil es nichts bringt.
Vielleicht drücke ich mich auch nur ungeschickt aus,oder du willst es aus meiner Sicht nicht verstehen.
Ich kann deine Meinung es aus deinem Blickwinkel jedenfalls nachvollziehen und akzeptiere sie.
Auch wenn es nicht die meine ist.

ek40


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#117

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2012 23:05
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Micos

Zitat von Fritze
Grossmut ist auf jeden Fall eine der russischen Tugenden.



...auf jeden Fall !!!



Auch in meiner Familie gab es ähnliche Schicksale, wie die hier geschilderten .Ich will nicht weiter darauf eingehen.
Aber ich habe in der UdSSR genügend Menschen kennengelernt,welche mich ein anderes Bild sehen liessen.
Eine Frage an die Ereiferer.Wie hättet Ihr Euch verhalten,wenn ihr nach russ. Überfall (nach Vertrag und Wortbruch)Ihr dann die Okupanten aus dem Land geschmissen hättet ??? Und die Taktik der verbrannten Erde wird auch nicht gerade dabei geholfen haben ,nach Ende des Krieges gerecht mit den "Besiegten "umzugehen.
Wer in der amerikanischen Kreigsgefangenschaft war ,hatte doch meistens (nicht immer ) das Glück halbwegs vernünftig behandelt worden zu sein,weil die Amis nicht das Leid des russischen Volkes widerfahren hatten.
Jede Münze hat zwei Seiten !

Und wie (gerecht) Siegermentalität sein kann ,haben doch viele von uns nach 1989 erfahren.

Nur mal als Denkanstoss !

Dann noch für alle nicht Geschichtskundigen ! Fast alle Kriege wurden den Russen durch Überfall auferzwungen.( Komm hier keiner mit Afganstan )
Und die Planung für den nächsten Krieg mit Russland liegen schon in Schubläden.


zuletzt bearbeitet 09.05.2012 23:32 | nach oben springen

#118

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2013 10:58
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #1
Die Deutsche Delegation muss im französischen Reims, dem Hauptquartier von US-General Eisenhower, in die bedingungslose Kapitulation einwilligen. Dönitz überbringt den Deutschen die Nachricht mit den Worten:
"Am 8.Mai um 23 Uhr schweigen die Waffen."[...]

Ist ggf. jemandem bekannt, wie es zu der Uhrzeit 23:01 Uhr am 8. Mai kam? Damit verbunden war der unmittelbare Datumswechsel vom 8. auf den 9. Mai in Moskau.

Danke
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 09.05.2013 10:59 | nach oben springen

#119

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2013 21:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #118
Ist ggf. jemandem bekannt, ...

Das Deutsche Historische Museum meint dazu:
Am frühen Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier in Reims. Zusammen mit der Kapitulationsurkunde unterzeichnete Jodl ein Dokument, demzufolge an einem noch festzulegenden Ort die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandos zu wiederholen sei. Josef Stalin hatte zuvor deutlich gemacht, dass er die Gültigkeit der Gesamtkapitulation nur bei Unterzeichnung durch den Oberkommandierenden der Roten Armee, Marschall Georgij K. Schukow, anerkennen werde. Um den Beitrag der Roten Armee an der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus zu würdigen, wurde die Kapitulation nochmals im Sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterzeichnet. Zudem wurde der Kapitulationsurkunde durch die Unterzeichnung seitens hochrangiger Vertreter aller drei Wehrmachtsteile sowie des Oberkommandierenden der Roten Armee und des Stellvertreters von General Eisenhower größeres Gewicht verliehen. In Karlshorst ratifizierten Wilhelm Keitel für das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und für das Heer, Hans-Georg von Friedeburg für die Marine und Hans-Jürgen Stumpff (1889-1968) für die Luftwaffe die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile. Unterzeichnet wurde die auf den 8. Mai 1945 datierte Urkunde erst kurz nach 0 Uhr des 9. Mai. Verhandlungen über Textveränderungen und das Fehlen von Zeilen in der russischen Fassung hatten die eigentlich für den Nachmittag vorgesehene Unterzeichnung verzögert. Damit war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet.
Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/kapitulation

Damit war dann der Versuch einer Teilkapitulation von 'La Keitel' gescheitert.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#120

RE: Zur Erinnerung 8./9. Mai 1945

in Themen vom Tage 09.05.2013 22:05
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Ja aber warum eine so unrunde Uhrzeit? 23Uhr und eine Minute?
http://web.archive.org/web/2007092623525...unde_Reims1.jpg
Theo


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