#181

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 10.06.2012 15:29
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Ich denke mal, Felix ist damals in seinem Job voll aufgegangen.@Glasi


Arbeit soll ja nicht nur für den Broterwerb sein,nein sie soll auch Spass machen.


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#182

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 12.06.2012 13:37
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Nachdem das nun geklärt wäre sind wir dann also alle froh, dass Gert bei seiner räumlichen Neuorientierung von staatlicher Seite aus keine Probleme entstanden sind. Andernfalls könnte er sicher mehr zum Thema, zu dem wir jetzt bitte zurückfinden, beitragen.




Gottseidank, wie recht du doch hast. Feliks. Ich habe schon manchesmal fantasiert und mir vorgestellt, wie es wäre, du mein Vernehmer und ich auf der anderen Seite des Tisches als armes Flüchtlingswürstchen. Na ja mit meinen damals 20 Lenzen hättest du mich sicher in Stasimanier fertiggemacht, dass ich in keinen Schuhkarton mehr passe. Mit meiner heutigen Lebenserfahrung hättest du sicher einen sehr schweren Job vor der Brust.




Gert Du siehst zu viele Filme! Ich muss Dich da echt enttäuschen, aber diese "Stasimanier" war in der Realität doch eher gewöhnlich und ganz und gar nichts besonderes. Ein fortgeschrittenes Alter hätte es anders gemacht, jedoch nicht unbedingt schwerer. Aber das können wir ja gerne mal wieder einen Abend im Chat erörtern, da es hier nicht das Thema ist.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#183

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 09.07.2012 22:16
von Wolle76 (gelöscht)
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Heute 23.30 Uhr ARD "Westware aus dem Ostknast"

dazu folgende Info:

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~...lr5rbana~cm.asp


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#184

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 09:13
von josy95 | 4.915 Beiträge

Nun ja.
Der bekannte schwedische Möbelproduzent "**ea", der übrings in Deutschland und anderen Ländern der EU für seine ewas rüden Arbeisverhältnisse, die in seinem Heimatland niemals geduldet werden würden, bekannt ist, mußte ja nun aktuell zugeben, das auch er in der DDR von Häftlingen nicht gerade geringe Mengen an Ware hat produzieren lassen.

Wie dem auch sei, das Für und Wieder ist hier glaub ich schon ausreichend erörtert wurden.

Ich habe am Wochenende bei einer Zugreise einen interessanten Zeitungsartikel gefunden, der zwar schon ein paar Tage alt ist (09.11.2012).

Darin wird über die Entlassung eines in der DDR vor 42 Jahren verurteilten Straftäters berichtet.
Der Mann (jetzt 63) stammte aus Rostock und lebt nach seiner Entlassung jetzt auch dort.
Derzeit gibt es wohl noch 39 Häftlinge, die noch in der DDR verurteilt wurden.

Aber zurück zu der o. g. Person.
Schon die Kurzform seiner Strafakte ließt sich wie ein ganz schlechter Roman.

Sein Knastleben begann 1969, als noch Walter Ulbricht regierte.

- 1969 wollte er aus der DDR fliehen. Dafür bekam er 8 Monate aufgebrummt.
- Kaum entlassen, erwürgte er 1970 eine damals 32- jährige Frau. Dafür gerechter Weise lebenslänglich.
- Im DDR- Knast erstach er im Streit 1976 einen Mithäftling. Urteil: Nochmals lebenslänglich.
- Nur drei Jahre später, 1979 Geiselname (auch sowas gab es im DDR- Knast!), dabei verletzte er den als Geisel genommenen
Mithäftling lebensgefährlich mit einem Messer. Nochmals lebenslänglich wegen Mordversuch.

Für meine Begriffe, extrem harter Brocken mit gerechtfertigten 3 mal lebenslänglich....

Ist es eigentlich gerechtfertigt, nach diesen Taten und eigentlich nur gerechten Urteilen den Mann heute (vorzeitig) zu entlassen?

Ich hätte gern mal Euere Meinungen und Kommentare dazu gelesen.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 19.11.2012 09:15 | nach oben springen

#185

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 09:22
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#186

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 09:26
von Fritze (gelöscht)
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Benni (17Jahre) würde jetzt sagen :" Wie Allta ,du hast gearbeitet ? Du Opfa !


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#187

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 10:12
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #184
Nun ja.
Der bekannte schwedische Möbelproduzent "**ea", der übrings in Deutschland und anderen Ländern der EU für seine ewas rüden Arbeisverhältnisse, die in seinem Heimatland niemals geduldet werden würden, bekannt ist, mußte ja nun aktuell zugeben, das auch er in der DDR von Häftlingen nicht gerade geringe Mengen an Ware hat produzieren lassen.

Wie dem auch sei, das Für und Wieder ist hier glaub ich schon ausreichend erörtert wurden.

Ich habe am Wochenende bei einer Zugreise einen interessanten Zeitungsartikel gefunden, der zwar schon ein paar Tage alt ist (09.11.2012).

Darin wird über die Entlassung eines in der DDR vor 42 Jahren verurteilten Straftäters berichtet.
Der Mann (jetzt 63) stammte aus Rostock und lebt nach seiner Entlassung jetzt auch dort.
Derzeit gibt es wohl noch 39 Häftlinge, die noch in der DDR verurteilt wurden.

Aber zurück zu der o. g. Person.
Schon die Kurzform seiner Strafakte ließt sich wie ein ganz schlechter Roman.

Sein Knastleben begann 1969, als noch Walter Ulbricht regierte.

- 1969 wollte er aus der DDR fliehen. Dafür bekam er 8 Monate aufgebrummt.
- Kaum entlassen, erwürgte er 1970 eine damals 32- jährige Frau. Dafür gerechter Weise lebenslänglich.
- Im DDR- Knast erstach er im Streit 1976 einen Mithäftling. Urteil: Nochmals lebenslänglich.
- Nur drei Jahre später, 1979 Geiselname (auch sowas gab es im DDR- Knast!), dabei verletzte er den als Geisel genommenen
Mithäftling lebensgefährlich mit einem Messer. Nochmals lebenslänglich wegen Mordversuch.

Für meine Begriffe, extrem harter Brocken mit gerechtfertigten 3 mal lebenslänglich....

Ist es eigentlich gerechtfertigt, nach diesen Taten und eigentlich nur gerechten Urteilen den Mann heute (vorzeitig) zu entlassen?

Ich hätte gern mal Euere Meinungen und Kommentare dazu gelesen.

josy95

Hallo josy,

Für Jemanden der zwei Drittel seines Lebens im Knast verbracht hat ist eine Freilassung eher eine Bürde als eine Befreiung. Vor der Zellentür erwartet ihn ein Leben mit schmaler Rente und sozialer Schieflage. Drei mal Lebenslänglich ist ohne hin Quatsch schließlich sind Gefängnisse keine Mausoleen in der man über den Tod hinaus verweilt, bis zur endgültigen Verwesung. Nach 42 Jahren kann man ihn zu mindestens die Gnade einräumen den Lebensabend in Freiheit zu geniessen. So groß kann die staatliche Rache doch nicht angedeihen, schließlich sind andere Massenmörder schon viel früher wieder auf freien Fuß gelangt!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#188

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 10:37
von Udo | 1.266 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?


Hallo Gilbert, Deine Aussage erschließt sich mir nicht.
1980 mit damals ehemaligen Häftlingen oder mit heute gesehen ehemaligen Häftlingen?
Wenn es 1980 noch Häftlinge waren, die in HSH einsaßen, war HSH doch wohl gar nicht so geheim, wenn man Jugendliche mit den Häftlingen zusammen brachte. Stichwort weißes Gebiet auf der Stadtkarte von der Hauptstadt der DDR.
Dank im Vorraus für die Erklärung
Udo


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#189

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 11:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Möchte mich noch einmal kurz zum Thema melden. Häftlingsarbeit in der DDR dürfte sich kaum von der Häftlingsarbeit woanders unterschieden haben.Das Häftlinge billige Arbeitskräfte sind macht sie für die Wirtschaft doch erst einmal besonders interessant..Ikea oder wem auch immer der fragt nicht warum der Häftling welcher für sie arbeitet sitzt. Er ist Arbeitskraft auf Zeit und immer austauschbar.Außerdem glaube ich nicht das selbst auf Nachfrage mitgeteilt würde wer warum eine Strafe absitzt. Das schreibe ich sogar ,als Betroffener der in DDR Haft als "politischer" sitzen musste und Häftlingsarbeit verrichten musste. Aber natürlich würde ich auch mit auf den Zug aufspringen wenn es im Nachhinein eventuell etwas zu holen gibt. Mist ich musste immer nur für einen VEB arbeiten. Ob ich eventuell einen Nachfolger verklagen kann? Was zählt ist der Profit ,und der Preis der Ware.Den meisten Verbrauchern interessiert nicht wo und wer es hergestellt hat ,auch fragt er beim Kauf nicht unter welchen Umständen es prodoziert wurde. Der Preis ist wichtiger. Das ist keine Verurteilung ,nicht wenige müssen auf den Preis schauen in unserer Gesellschaft.Außerdem glaube ich nicht das IKEA der einzige Westkonzern war welcher in DDR Haftanstalten produzieren ließ.


josy95, jecki09, Anja-Andrea und PF75 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#190

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 11:40
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?

Zitat von Udo im Beitrag #188

Hallo Gilbert, Deine Aussage erschließt sich mir nicht.
1980 mit damals ehemaligen Häftlingen oder mit heute gesehen ehemaligen Häftlingen?
Wenn es 1980 noch Häftlinge waren, die in HSH einsaßen, war HSH doch wohl gar nicht so geheim, wenn man Jugendliche mit den Häftlingen zusammen brachte. Stichwort weißes Gebiet auf der Stadtkarte von der Hauptstadt der DDR.


@udo, die damen die dort arbeiteten sprachen damals davon, dass sie "aus politischen gründen inhaftiert waren". als schüler kiekt man erstmal blöd wenn man damit konfrontiert wird und plötzlich merkt, man soll mit ehem. knacki´s zusammenarbeiten . ansonsten war dies nie wieder ein thema zwischen den dortigen frauen und uns schülern. es war nicht in dem von dir bezeichneten "weißen gebiet", sondern die möbelfabrik befand sich in hohenschönhause* in der simon-bolivar-str. einmal in der woche brachte ein volvo (ddr -kennzeichen) die ikea-verpackung und brachte die fertig verpackten möbel nach berlin (west). alles unaufgeregt... und wir schüler haben damals gutes geld verdient.



* ich weiß, ich weiß... nichtbärliner meinen dank des "psychopathen aus hohenschönhausen", dass die gegend nur aus einem großen sperrgebiet bestand


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
Udo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#191

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 11:43
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #187
Zitat von josy95 im Beitrag #184
Nun ja.
Der bekannte schwedische Möbelproduzent "**ea", der übrings in Deutschland und anderen Ländern der EU für seine ewas rüden Arbeisverhältnisse, die in seinem Heimatland niemals geduldet werden würden, bekannt ist, mußte ja nun aktuell zugeben, das auch er in der DDR von Häftlingen nicht gerade geringe Mengen an Ware hat produzieren lassen.

Wie dem auch sei, das Für und Wieder ist hier glaub ich schon ausreichend erörtert wurden.

Ich habe am Wochenende bei einer Zugreise einen interessanten Zeitungsartikel gefunden, der zwar schon ein paar Tage alt ist (09.11.2012).

Darin wird über die Entlassung eines in der DDR vor 42 Jahren verurteilten Straftäters berichtet.
Der Mann (jetzt 63) stammte aus Rostock und lebt nach seiner Entlassung jetzt auch dort.
Derzeit gibt es wohl noch 39 Häftlinge, die noch in der DDR verurteilt wurden.

Aber zurück zu der o. g. Person.
Schon die Kurzform seiner Strafakte ließt sich wie ein ganz schlechter Roman.

Sein Knastleben begann 1969, als noch Walter Ulbricht regierte.

- 1969 wollte er aus der DDR fliehen. Dafür bekam er 8 Monate aufgebrummt.
- Kaum entlassen, erwürgte er 1970 eine damals 32- jährige Frau. Dafür gerechter Weise lebenslänglich.
- Im DDR- Knast erstach er im Streit 1976 einen Mithäftling. Urteil: Nochmals lebenslänglich.
- Nur drei Jahre später, 1979 Geiselname (auch sowas gab es im DDR- Knast!), dabei verletzte er den als Geisel genommenen
Mithäftling lebensgefährlich mit einem Messer. Nochmals lebenslänglich wegen Mordversuch.

Für meine Begriffe, extrem harter Brocken mit gerechtfertigten 3 mal lebenslänglich....

Ist es eigentlich gerechtfertigt, nach diesen Taten und eigentlich nur gerechten Urteilen den Mann heute (vorzeitig) zu entlassen?

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josy95

Hallo josy,

Für Jemanden der zwei Drittel seines Lebens im Knast verbracht hat ist eine Freilassung eher eine Bürde als eine Befreiung. Vor der Zellentür erwartet ihn ein Leben mit schmaler Rente und sozialer Schieflage. Drei mal Lebenslänglich ist ohne hin Quatsch schließlich sind Gefängnisse keine Mausoleen in der man über den Tod hinaus verweilt, bis zur endgültigen Verwesung. Nach 42 Jahren kann man ihn zu mindestens die Gnade einräumen den Lebensabend in Freiheit zu geniessen. So groß kann die staatliche Rache doch nicht angedeihen, schließlich sind andere Massenmörder schon viel früher wieder auf freien Fuß gelangt!

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Hallo @Hartmut,

ich belächele das auch immer etwas mit zwei-, drei- oder mehrmals lebenslänglich oder gar mit utopischen, die Lebenserwartung eines Menschen bei Weiten überschreitende Zahlen an Jahren 150, 222 ... oder wieviel auch immer.
Es ist ja viel mehr eine formal- juristische Sache vor allem in Bezug auf Amnestie oder Begnadigungen.

In der Tat, der Zeitungsartikel bezog sich weiter auf die Schwierigkeiten, die der nunmehr Entlassene hat, im heutigen Leben klar zukommen, einigermaßen Fuß zu fassen. Er beschreibt sich und seine Situation selbst so, das er keie großen Ansprüche mehr hat und ihm so fast alles egal ist. Naja, hat eben eine schwere und unverzeihliche Last mit seinen Taten auf sich genommen, anderen sehr großes Leid zugefügt. Damit muß er nun leben und darf zumindest bei mir nicht mit Mitleid rechnen.

josy95


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#192

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 11:44
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #189
(...)Außerdem glaube ich nicht das IKEA der einzige Westkonzern war welcher in DDR Haftanstalten produzieren ließ.




Es geht IKEA vor allem um Schadensbegrenzung: Braucht man Möbel, kauft man sie bei IKEA oder eben anderswo. IKEA sucht deshalb einen Weg, um die Diskussion abzustellen. In den letzten Jahren waren es die "IKEA Bomber", die den Gewinn schmälerten, jetzt die Produktion in den Gefängnissen.
Theo


Arnstädter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#193

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 11:56
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?




...oh je @Gilbert, ich würde es vielleicht eher als subversive Tätigkeit für den Klassenfeind einstufen..., ich denke mal auch vor dem Hintergrund, für den Klassenfeind nur Qualitätsarbeit abgeliefert zu haben!

Das war ja die unverholene Kontaktaufnahme mit dem Klassenfeind!

Oh je....!

josy95


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#194

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 12:37
von Arnstädter | 266 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #193
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?




...oh je @Gilbert, ich würde es vielleicht eher als subversive Tätigkeit für den Klassenfeind einstufen..., ich denke mal auch vor dem Hintergrund, für den Klassenfeind nur Qualitätsarbeit abgeliefert zu haben!

Das war ja die unverholene Kontaktaufnahme mit dem Klassenfeind!

Oh je....!

josy95



und dies meine ich auch ,das die DDR für das andere Deutschland ein billig Lohnland war.Dies gab es auch in vielen anderen Betrieben.
50% fürs RGW,30% für das andere Deutschland,und der Rest für uns,davon abzüglich noch Spendn für arme Länder.
Zur Einheitszeit hat das aber ,wie bei Ikea keiner gewußt.Ich bin ein schelm.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#195

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 13:22
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

50% fürs RGW,30% für das andere Deutschland,und der Rest für uns,davon abzüglich noch Spenden für arme Länder.@Arnstädter

An irgendetwas musste es ja gelegen haben


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#196

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 14:33
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #195
50% fürs RGW,30% für das andere Deutschland,und der Rest für uns,davon abzüglich noch Spenden für arme Länder.@Arnstädter

An irgendetwas musste es ja gelegen haben



@Pit59, die Gier nach Deviesen, frei konvertierbarer Währung..., um das System am Leben zu halten.

Um auch einen gewissen Anteil für die Sonderversorgung der Wandlitzbewohner abzweigen zu können....

Was denn sonst?

josy95


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#197

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 16:26
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Jeder Knasti freute sich, wenn er im Knast arbeiten durfte. Das war immer noch besser, als 24h am Tag die Wand anzuschauen und sich an der Sichtblende vor dem Zellenfenster zu ergötzen. Arbeit das bedeutete etwas mehr Knastgeld um sich solche extravaganten Wünsche, wie z.B.ein paar Zwiebeln zu kaufen, das einem wegen Vitaminmangel, nicht noch die letzten Zähne aus dem Mund fielen. Oder ein paar Karo für 1,60M kaufen. Bei den Arbeitslöhnen in der DDR, war es sicher kein großes Geschäft für den Staat, Strafgefangene auszubeuten, wenn man mal die Bewachungskosten einbezieht.
Bleibt also eine reine Propagandaaktion übrig, um sich mal wieder am System DDR abzuarbeiten und von Problemen in der jetzigen BRD abzulenken.
Wer unschuldig im Knast saß, sollte eine gerechte Haftentschädigung erhalten und da kann auch gerne IKEA als Sponsor auftreten. Der Rest dieser PR-Kampagne gehört in die Tonne.


furry, Krepp und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#198

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 17:03
von utkieker | 2.920 Beiträge

Natürlich ging es um Devisen! Wobei die Sonderversorgung der High Society von Wandlitz kaum ins Gewicht fällt. Bei Devisen fällt mir vor allem ein: Südfrüchte, Kaffee und Schokolade. Ohne Devisen waren bestenfalls Kuba- Orangen, Kaffeeersatz und Schlagersüßtafeln möglich. Um genügend Südfrüchte, Kaffee und Schokolade zu bekommen brauchte man vor allem eines, eine zumindestens ausgeglichene Aussenhandelsbilanz. Hört sich leicht an, wurde aber mit jedem Jahr des Fortbestehens der DDR immer schwieriger. Das größte Hindernis war dabei die Politbürokratie.
Heute benutzt man gerne das Totschlagargument die DDR sei pleite, tatsächlich hat die DDR bis zum Ende ihres Bestehens (02. 10. 1990) alle inländischen und ausländischen Verbindlichkeiten erfüllt. Fakt ist allerdings, daß die Effizienz ihrer Wirtschaft deutlich hinterherhinkte. Die DDR setzte vor allem auf Akkumulation was zunächst ja auch vernünftig wäre, wenn ja wenn man es nicht versäumt hätte genügend in die Wirtschaft zu investieren. Wo sie es taten, tat man es recht spärlich, sporadisch und häufig ohne Sinn und Verstand. Die DDR Top- Down- Kommando- Planwirtschaft verlangte eine stetige Produktionssteigerung ohne entsprechende Investitionen ging dies nur auf die Knochen der Arbeiter. In zunehmenden Maße berauschte man sich an an Zahlenspiele, statt an die tatsächlichen Bedürfnisse in der Bevölkerung. Die Folge war eine ziemliche Ladenhüterproduktion.
Um mehr Devisen einzunehmen muß man entweder mehr exportieren oder weniger importieren. Weniger Import heißt, weniger Südfrüchte, Kaffee und Schokolade. Mehr Export heißt alles was gut ist zu verhökern übrig blieb die Ladenhüterproduktion.
Eine Bottom- Up- Planung setzt demokratische Strukturen in den Betrieben voraus die noch über die "sozialdemokratischen" Betriebsräte hinaus gehen. Man hätte sicherlich schnell begriffen wie überflüssig die absurde Politbürokratie ist.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#199

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 18:52
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #190
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #185
ich habe 1980, als ferienarbeit, in hohenschönhausen mit ehemaligen häftlingen für ikea billy- regale und schränke produziert. bin ich jetzt opfer oder täter ?

Zitat von Udo im Beitrag #188

Hallo Gilbert, Deine Aussage erschließt sich mir nicht.
1980 mit damals ehemaligen Häftlingen oder mit heute gesehen ehemaligen Häftlingen?
Wenn es 1980 noch Häftlinge waren, die in HSH einsaßen, war HSH doch wohl gar nicht so geheim, wenn man Jugendliche mit den Häftlingen zusammen brachte. Stichwort weißes Gebiet auf der Stadtkarte von der Hauptstadt der DDR.


@udo, die damen die dort arbeiteten sprachen damals davon, dass sie "aus politischen gründen inhaftiert waren". als schüler kiekt man erstmal blöd wenn man damit konfrontiert wird und plötzlich merkt, man soll mit ehem. knacki´s zusammenarbeiten . ansonsten war dies nie wieder ein thema zwischen den dortigen frauen und uns schülern. es war nicht in dem von dir bezeichneten "weißen gebiet", sondern die möbelfabrik befand sich in hohenschönhause* in der simon-bolivar-str. einmal in der woche brachte ein volvo (ddr -kennzeichen) die ikea-verpackung und brachte die fertig verpackten möbel nach berlin (west). alles unaufgeregt... und wir schüler haben damals gutes geld verdient.



* ich weiß, ich weiß... nichtbärliner meinen dank des "psychopathen aus hohenschönhausen", dass die gegend nur aus einem großen sperrgebiet bestand


rot mark.
Gilbert, meinst du damit die ehemaligen Untersuchungsführer von HSH ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#200

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 19.11.2012 19:14
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Sicher nicht


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