#81

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 10:24
von Merkur | 1.018 Beiträge

Nun sind wir ja wieder schön weit weg vom eigentlichen Thema. Kann eigentlich mal ein Thema sachlich diskutiert werden, ohne das es sinnlos zertrollt wird ? Am meisten "beeindruckt" mich der beifallsklatschende Obermatrose, der einst für die Unantastbarkeit der Staatsgrenze gesorgt hat.
Also, zurück zum Thema.



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#82

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 12:15
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Merkur
Nun sind wir ja wieder schön weit weg vom eigentlichen Thema. Kann eigentlich mal ein Thema sachlich diskutiert werden, ohne das es sinnlos zertrollt wird ? Am meisten "beeindruckt" mich der beifallsklatschende Obermatrose, der einst für die Unantastbarkeit der Staatsgrenze gesorgt hat.
Also, zurück zum Thema.



Glaubst du dass ich einen Funken Sympathie für "euch" hatte, für diesen Staat und seine Claqueure? Niemals , auch schon beim Grenzdienst, den ich gezwungenermassen ausführen musste, bin ich ideologisch "fremdgegangen". Du wirst verstehen, dass vor diesem Hintergrund dein Post wie eine nachträgliche Belobigung für mich ist.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#83

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 21:12
von Fritze (gelöscht)
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Aber arrangiert hattest "DU" dich doch wohl ! Wenigstens lebst du jetzt hier in der Dir zustehenden Stadt .


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#84

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 22:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Grenzwolf62
Nach der Haftverbüßung wurde er in die BRD abgeschoben, die Frau und das Kind ließ man dann noch fürsorglicherweise ein Jahr weiter in der DDR schmoren bis sie im Rahmen einer humanitären Familienzusammenführung doch noch gehen durften.


herrliche wortblase...


fakt ist, dass bei ungesetzlichem verlassen nach § 213 stgb eines partners, der andere partner, nach antragstellung bei der abt. inneres auf "familienzusammenführung", etwa 2 jahre warten musste um zu diesem übersiedeln zu dürfen. die abt. inneres ging davon aus, dass jemand ca. 2 jahre benötigt um hier seine persönlichen angelegenheiten regeln zu können. obwohl dann, meiner meinung nach, die plötzliche 24 stunden regelung unangemessen war.

man sollte in dieser art diskussion zur asta* wirklich beachten:
- normale antragstellung
- antragstellung eines partners nach § 213
- familienzusammenführung
- beabsichtigte eheschliessung

von den hiesigen "anklägern" im forum wird gerne alles in einen topf geworfen und kräftig umgerührt...




*antragstellung auf ständige ausreise


Hier bekommt man ja noch die Kurve.....


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#85

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 22:34
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von eisenringtheo

Eine längere Frist hätte wohl zur Folge gehabt, dass man noch alle Freunde und Bekannen besucht hätte, um sich zu verabschieden. Ich meine, die Behörden wollten so verhindern, dass die Übersiedler (gewollt oder ungewollt) Werbung für die ständige Ausreise machten.
Theo


hmmm @theo, der these würde ich mich nicht anschliessen wollen, da sowieso alle bescheid wussten und man tatsächlich dann alle am abend vor der übersiedlung, zu einer feier zusammentrommelte. verwandte wussten sowieso bescheid, da diese einen verzicht auf zukünftige pflege und andere ansprüche, schriftlich unterzeichnen mussten. auch freunde wurden grundsätzlich sofort informiert, da man hoffte, dass die übersiedlung etwas schneller geht.

aber wie gesagt, ein eigenes thema...


Theo,da stimme ich dir uneingeschränkt zu! So war es!Übrigens keine These, sondern Realität,vor der sich manche immer noch verschließen!

Schwager und Schwägerin erging es genau so.
24 h vor Ausreise Bescheid bekommen!
Anschließend wurden wir&restliche Familie von meiner Schwägerin informiert.
Dann das nötigste schnell packen,im Beisein der "lieben Organe".
LKW etc. besorgen,filzen,dann verplomben und ab.
Für einen vernünftigen Abschied war keine Zeit.
Jaja,so human waren die Staatlichen Organe.....
Ohne weitere Worte soll jeder für sich selbst solche Machenschaften werten........


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#86

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 05.05.2012 22:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Fritze
Aber arrangiert hattest "DU" dich doch wohl ! Wenigstens lebst du jetzt hier in der Dir zustehenden Stadt .



Frfitze ich brauchte mich nicht zu arrangieren. Ich hatte einen klaren Klassenstandpunkt und den habe ich in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands in den 50 er und 1.Hälfte 60er Jahre gelernt. Natürlich habe ich meine wahre politische Einstellung so weit es opportun war, verschwiegen bzw. unterdrückt. Ich wollte nicht in den Kellerverliesen der Stasi landen. Dafür habe ich mir manchmal auf die Zunge gebissen.


.
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#87

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 06.05.2012 09:23
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Gert

Ich hatte einen klaren Klassenstandpunkt



das wäre ein extra thema wert...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#88

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 06.05.2012 10:11
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Fritze
Aber arrangiert hattest "DU" dich doch wohl ! Wenigstens lebst du jetzt hier in der Dir zustehenden Stadt .



Frfitze ich brauchte mich nicht zu arrangieren. Ich hatte einen klaren Klassenstandpunkt und den habe ich in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands in den 50 er und 1.Hälfte 60er Jahre gelernt. Natürlich habe ich meine wahre politische Einstellung so weit es opportun war, verschwiegen bzw. unterdrückt. Ich wollte nicht in den Kellerverliesen der Stasi landen. Dafür habe ich mir manchmal auf die Zunge gebissen.




Naja,nach so einen jahrelangen Klassenstandpunkt,im Wiederstand--ist die Zunge ja noch dran.


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#89

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 06.05.2012 10:55
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker

Zitat von Gert

Zitat von Fritze
Aber arrangiert hattest "DU" dich doch wohl ! Wenigstens lebst du jetzt hier in der Dir zustehenden Stadt .



Frfitze ich brauchte mich nicht zu arrangieren. Ich hatte einen klaren Klassenstandpunkt und den habe ich in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands in den 50 er und 1.Hälfte 60er Jahre gelernt. Natürlich habe ich meine wahre politische Einstellung so weit es opportun war, verschwiegen bzw. unterdrückt. Ich wollte nicht in den Kellerverliesen der Stasi landen. Dafür habe ich mir manchmal auf die Zunge gebissen.




Naja,nach so einen jahrelangen Klassenstandpunkt,im Wiederstand--ist die Zunge ja noch dran.




Oder man hat zwei!
Kommt in der Natur vor. http://www.zeit.de/1976/37/zweizuengig vorerst nur beim Rindvieh! Gott sei Dank!


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#90

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 06.05.2012 20:26
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Polter

Zitat von Rostocker

Zitat von Gert

Zitat von Fritze
Aber arrangiert hattest "DU" dich doch wohl ! Wenigstens lebst du jetzt hier in der Dir zustehenden Stadt .



Frfitze ich brauchte mich nicht zu arrangieren. Ich hatte einen klaren Klassenstandpunkt und den habe ich in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands in den 50 er und 1.Hälfte 60er Jahre gelernt. Natürlich habe ich meine wahre politische Einstellung so weit es opportun war, verschwiegen bzw. unterdrückt. Ich wollte nicht in den Kellerverliesen der Stasi landen. Dafür habe ich mir manchmal auf die Zunge gebissen.




Naja,nach so einen jahrelangen Klassenstandpunkt,im Wiederstand--ist die Zunge ja noch dran.




Oder man hat zwei!
Kommt in der Natur vor. http://www.zeit.de/1976/37/zweizuengig vorerst nur beim Rindvieh! Gott sei Dank!





@Polter ,ja, ja, du mich auch !


.
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#91

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 11:34
von glasi | 2.815 Beiträge

in DDR saßen ja nicht nur regimegegner und republikflüchtlinge. es gab ja bestimmmt ja auch normale straftäter. wurden die eigentlich getrennt inhaftiert? wieviele waren immer in einer zelle?



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#92

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 12:25
von grenzergold | 187 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von eisenringtheo

Eine längere Frist hätte wohl zur Folge gehabt, dass man noch alle Freunde und Bekannen besucht hätte, um sich zu verabschieden. Ich meine, die Behörden wollten so verhindern, dass die Übersiedler (gewollt oder ungewollt) Werbung für die ständige Ausreise machten.
Theo


hmmm @theo, der these würde ich mich nicht anschliessen wollen, da sowieso alle bescheid wussten und man tatsächlich dann alle am abend vor der übersiedlung, zu einer feier zusammentrommelte. verwandte wussten sowieso bescheid, da diese einen verzicht auf zukünftige pflege und andere ansprüche, schriftlich unterzeichnen mussten. auch freunde wurden grundsätzlich sofort informiert, da man hoffte, dass die übersiedlung etwas schneller geht.

aber wie gesagt, ein eigenes thema...


Theo,da stimme ich dir uneingeschränkt zu! So war es!Übrigens keine These, sondern Realität,vor der sich manche immer noch verschließen!

Schwager und Schwägerin erging es genau so.
24 h vor Ausreise Bescheid bekommen!
Anschließend wurden wir&restliche Familie von meiner Schwägerin informiert.
Dann das nötigste schnell packen,im Beisein der "lieben Organe".
LKW etc. besorgen,filzen,dann verplomben und ab.
Für einen vernünftigen Abschied war keine Zeit.
Jaja,so human waren die Staatlichen Organe.....
Ohne weitere Worte soll jeder für sich selbst solche Machenschaften werten........





Bei einer Ausreise innerhalb von 24h hat die Zeit zum Packen einiger Koffer gereicht. Um einen Lkw oder die Bahn zu bemühen brauchte man etwas mehr Zeit. Nicht jede Spedition war für den Transitverkehr zugelassen. Zu über 90% lief das über Deutras.Aber dafür brauchte der Auszureisende eine Ausfuhrgenehmigung vom Zoll und bei Deutrans mußte vorab ca.110 bis120 DM-West bezahlt werden. Alle Güter ( bis zur kleinsten Stecknadel ) mußten in 5 facher Ausfertigung aufgeliste sein. Erst dann kam der Zoll hat das Verladen kontrolliert , Stichproben gemacht und den Lkw verplomt. Bei 24h unmöglich.


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#93

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 14:14
von passport | 2.628 Beiträge

Hier einige Auszüge aus einen Beitrag von :

D. Winderlich

Chefinspekteur a. D

Was ist Zwangsarbeit?

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definierte 1930 in Artikel 2 Abs. 1 des Übereinkommens über Zwangs- und Pflichtarbeit die Zwangsarbeit als unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung, die unter Androhung einer Strafe ausgeübt wird.

Im Abs. 2 heißt es weiter dazu: „ Als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Übereinkommens gelten jedoch nicht …..c) jede Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person auf Grund einer gerichtlichen Verurteilung verlangt wird, jedoch unter der Bedingung, dass diese Arbeit oder Dienstleistung unter Überwachung und Aufsicht der öffentlichen Behörden ausgeführt wird und dass der Verurteilte nicht an Einzelpersonen oder privaten Gesellschaften und Vereinigungen verdingt oder ihnen sonst zur Verfügung gestellt wird.“

Der Einsatz der Gefangenen zur Arbeit im Strafvollzug der DDR erfüllte alle internationalen Bedingungen und ging darüber hinaus. Gefangene arbeiteten nicht für Privatunternehmen und es gab auch kein auf privatkapitalistischer Basis betriebenes Gefängnis, wie dies heute leider immer mehr zugelassen wird.



Wie sah es in der DDR in den 70-er Jahren aus?

Die Verfassung der DDR garantierte jedem Bürger ein Recht auf Arbeit. Dies galt auch für gerichtlich zu Freiheitsentzug verurteilte Bürger. Der Strafvollzugeinrichtung war es nicht erlaubt, einen Gefangenen vom Arbeitsprozeß auszuschließen. Dieses Verfassungsrecht konnte in den Mauern der Gefängnisse nicht verwirklicht werden und führte zu dem breiten System des Einsatzes Strafgefangener in den volkseigenen Betrieben fasst aller Wirtschaftszweige. Mehr als 65 % aller Strafgefangenen arbeiteten außerhalb der Vollzugseinrichtung in volkseigenen Betrieben. Dort wurden sie von Betriebsangehörigen fachlich angeleitet und kontrolliert, arbeiteten teils gemeinsam mit ihnen. Während des Arbeitseinsatzes galten die gleichen Lohnbestimmungen, Arbeitszeit-, Arbeitsschutz und Gesundheitsbestimmungen wie für freie Bürger/Arbeiter dieses Betriebes. Was und wie produziert wurde, entsprach den Richtlinien der Betriebe für ihre Arbeiter. Über den Verkauf der produzierten Güter entschied der Betrieb. Viele Betriebe, in denen auch Strafgefangene arbeiteten, lieferten ihre Waren oft unter hohen Verlust zu Niedrigpreisen an Unternehmen der BRD und des westlichen Auslandes, weil Devisen gebraucht wurden. Wenn alle Strafgefangenen eines Landes nicht in gefängniseigenen Werkstätten, sondern integriert in den Betrieben fasst aller Wirtschaftszweige arbeiten, dann bleibt es nicht aus, dass sie durch Teilprodukte und Zulieferketten an einer breiten Warenpalette beteiligt sind. In der DDR waren Strafgefangene in Bezug auf die produktive Arbeit gleichberechtigte Arbeitskräfte und wurden zentral vermittelt.

Das Strafvollzugsgesetz der DDR legte, wie auch das der Bundesrepublik Deutschland, für alle Strafgefangenen eine Arbeitspflicht fest. Warum nun die Arbeitspflicht im Strafvollzug der DDR Zwangsarbeit sein soll und die der Gefangenen in der Bundesrepublik nicht, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Der Unsinn geht ja noch weiter: Alle Strafgefangenen, egal nach welchem Gesetz sie verurteilt waren, mit oder ohne politische Hintergründe und Begleitumstände, waren zur produktiven, gesellschaftlich nützlichen Arbeit eingesetzt und erhielten die gesetzlich festgelegte Vergütung (18 % des Lohnes eines freien Arbeiters und 100% aller Zuschläge und Prämien). Warum nun politische Gefangene eine Entschädigung bekommen sollen und die anderen Gefangenen nicht, kann uns bisher keiner sagen.



IKEA, Neckermann und andere Abnehmer von Waren, an deren Herstellung Strafgefangene beteiligt waren, hatten keine Kenntnis von den Verpflechtungen der DDR-Wirtschaft und welche Betriebsabteilungen am Produkt arbeiteten. Auf Wunsch der Abnehmer wurde die Ware so verpackt und deklariert, dass deren Herkunft aus der DDR nicht erkennbar war. Es gab schließlich den Kalten Krieg, Hallstein-Doktrin und Boykottaufrufe.

Wer Gefangenen während der Haft einen bezahlten und mit freien Arbeitern vergleichbaren Arbeitseinsatz ermöglicht, macht nichts moralisch oder juristisch Anstößiges. Gesellschaftlich nützliche Arbeit trägt zur Resozialisierung bei, dies weiß jeder, der sich mit Fragen der Behandlung von Strafrechtsverletzern und deren Wiedereingliederung beschäftigt.



Der Arbeitseinsatz machte erst die sozialen Komponenten für den Strafgefangenen und deren Angehörige möglich. Wie in jedem Strafvollzug dieser Welt, erhielten die Strafgefangenen in der DDR nicht den vollen, erarbeiteten Lohn ausgezahlt, sondern nur einen kleinen Prozentsatz. Die Masse behält der Staat als Kompensation für seine Aufwendungen für Unterbringung, Versorgung, med. Betreuung, Bewachung und Sicherstellung ein. Strafgefangene in der DDR erhielten 18 % des Nettolohnes eines vergleichbaren freien Arbeiters, jugendliche Strafgefangene 35 % des vergleichbaren Lehrlingsentgeltes als Vergütung ausgezahlt. Alle Zuschläge wegen Nachtschicht, gesundheitsgefährdender Arbeit und alle Prämien ( für Materialeinsparungen, Planerfüllung, Neuerervorschläge usw.) wurden zu 100 % gezahlt.



In der DDR stand die Fürsorge für Kinder im Mittelpunkt sozialer Anstrengungen. Die Sicherstellung des Unterhalts für Kinder der Strafgefangenen wurde gesetzlich verankert. Die Angehörigen bekamen den Unterhalt von der Strafvollzugseinrichtung monatlich überwiesen, auch wenn der unterhaltsverpflichtende Vater nicht leistungsfähig war. Dies traf zu, wenn ein Strafgefangener durch Gerichtstermine, Krankheit, Verbüßung von Arreststrafen oder Verweigerung einer Arbeit nicht von seinem Recht auf Arbeit Gebrauch machen konnte. Eine solche Situation sollte sich nicht auf die unschuldige Familie auswirken. Die Höhe des Unterhalts war abhängig vom Nettoverdienst des Strafgefangenen, also von dem was ein freier Arbeiter verdiente, also von den 100 %, nicht den 18 %, die der Gefangene als Vergütung bekam.

Ähnlich verhielt es sich mit der Sozialversicherung für Gefangene. In der DDR war die Dauer des Arbeitseinsatzes der Gefangenen einer versicherungspflichtigen Tätigkeit gleichgestellt, d. h. der Gefangene war kranken- und rentenversichert. Damit wurde verhindert, dass für ihn und seine Familie noch lange nach der Entlassung aus dem Strafvollzug, finanzielle Auswirkungen der Straftat das Leben belasteten.



Wer Angesichts eines solchen sozial gefederten Arbeitseinsatzes der Strafgefangenen in der DDR von Zwangsarbeit spricht, kann nur böswillig oder aus Unwissenheit handeln. Letztere können hinzu lernen, die Böswilligen tun dies aus politischer Blindheit nicht.





Nachtrag von W.S.

02.05.2012



Aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 12, Absatz 3 lautet: "Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig."




ohne Worte

passport


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#94

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 14:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von passport
Hier einige Auszüge aus einen Beitrag von :

D. Winderlich

Chefinspekteur a. D

Was ist Zwangsarbeit?

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definierte 1930 in Artikel 2 Abs. 1 des Übereinkommens über Zwangs- und Pflichtarbeit die Zwangsarbeit als unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung, die unter Androhung einer Strafe ausgeübt wird.

Im Abs. 2 heißt es weiter dazu: „ Als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Übereinkommens gelten jedoch nicht …..c) jede Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person auf Grund einer gerichtlichen Verurteilung verlangt wird, jedoch unter der Bedingung, dass diese Arbeit oder Dienstleistung unter Überwachung und Aufsicht der öffentlichen Behörden ausgeführt wird und dass der Verurteilte nicht an Einzelpersonen oder privaten Gesellschaften und Vereinigungen verdingt oder ihnen sonst zur Verfügung gestellt wird.“

Der Einsatz der Gefangenen zur Arbeit im Strafvollzug der DDR erfüllte alle internationalen Bedingungen und ging darüber hinaus. Gefangene arbeiteten nicht für Privatunternehmen und es gab auch kein auf privatkapitalistischer Basis betriebenes Gefängnis, wie dies heute leider immer mehr zugelassen wird.



Wie sah es in der DDR in den 70-er Jahren aus?

Die Verfassung der DDR garantierte jedem Bürger ein Recht auf Arbeit. Dies galt auch für gerichtlich zu Freiheitsentzug verurteilte Bürger. Der Strafvollzugeinrichtung war es nicht erlaubt, einen Gefangenen vom Arbeitsprozeß auszuschließen. Dieses Verfassungsrecht konnte in den Mauern der Gefängnisse nicht verwirklicht werden und führte zu dem breiten System des Einsatzes Strafgefangener in den volkseigenen Betrieben fasst aller Wirtschaftszweige. Mehr als 65 % aller Strafgefangenen arbeiteten außerhalb der Vollzugseinrichtung in volkseigenen Betrieben. Dort wurden sie von Betriebsangehörigen fachlich angeleitet und kontrolliert, arbeiteten teils gemeinsam mit ihnen. Während des Arbeitseinsatzes galten die gleichen Lohnbestimmungen, Arbeitszeit-, Arbeitsschutz und Gesundheitsbestimmungen wie für freie Bürger/Arbeiter dieses Betriebes. Was und wie produziert wurde, entsprach den Richtlinien der Betriebe für ihre Arbeiter. Über den Verkauf der produzierten Güter entschied der Betrieb. Viele Betriebe, in denen auch Strafgefangene arbeiteten, lieferten ihre Waren oft unter hohen Verlust zu Niedrigpreisen an Unternehmen der BRD und des westlichen Auslandes, weil Devisen gebraucht wurden. Wenn alle Strafgefangenen eines Landes nicht in gefängniseigenen Werkstätten, sondern integriert in den Betrieben fasst aller Wirtschaftszweige arbeiten, dann bleibt es nicht aus, dass sie durch Teilprodukte und Zulieferketten an einer breiten Warenpalette beteiligt sind. In der DDR waren Strafgefangene in Bezug auf die produktive Arbeit gleichberechtigte Arbeitskräfte und wurden zentral vermittelt.

Das Strafvollzugsgesetz der DDR legte, wie auch das der Bundesrepublik Deutschland, für alle Strafgefangenen eine Arbeitspflicht fest. Warum nun die Arbeitspflicht im Strafvollzug der DDR Zwangsarbeit sein soll und die der Gefangenen in der Bundesrepublik nicht, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Der Unsinn geht ja noch weiter: Alle Strafgefangenen, egal nach welchem Gesetz sie verurteilt waren, mit oder ohne politische Hintergründe und Begleitumstände, waren zur produktiven, gesellschaftlich nützlichen Arbeit eingesetzt und erhielten die gesetzlich festgelegte Vergütung (18 % des Lohnes eines freien Arbeiters und 100% aller Zuschläge und Prämien). Warum nun politische Gefangene eine Entschädigung bekommen sollen und die anderen Gefangenen nicht, kann uns bisher keiner sagen.



IKEA, Neckermann und andere Abnehmer von Waren, an deren Herstellung Strafgefangene beteiligt waren, hatten keine Kenntnis von den Verpflechtungen der DDR-Wirtschaft und welche Betriebsabteilungen am Produkt arbeiteten. Auf Wunsch der Abnehmer wurde die Ware so verpackt und deklariert, dass deren Herkunft aus der DDR nicht erkennbar war. Es gab schließlich den Kalten Krieg, Hallstein-Doktrin und Boykottaufrufe.

Wer Gefangenen während der Haft einen bezahlten und mit freien Arbeitern vergleichbaren Arbeitseinsatz ermöglicht, macht nichts moralisch oder juristisch Anstößiges. Gesellschaftlich nützliche Arbeit trägt zur Resozialisierung bei, dies weiß jeder, der sich mit Fragen der Behandlung von Strafrechtsverletzern und deren Wiedereingliederung beschäftigt.



Der Arbeitseinsatz machte erst die sozialen Komponenten für den Strafgefangenen und deren Angehörige möglich. Wie in jedem Strafvollzug dieser Welt, erhielten die Strafgefangenen in der DDR nicht den vollen, erarbeiteten Lohn ausgezahlt, sondern nur einen kleinen Prozentsatz. Die Masse behält der Staat als Kompensation für seine Aufwendungen für Unterbringung, Versorgung, med. Betreuung, Bewachung und Sicherstellung ein. Strafgefangene in der DDR erhielten 18 % des Nettolohnes eines vergleichbaren freien Arbeiters, jugendliche Strafgefangene 35 % des vergleichbaren Lehrlingsentgeltes als Vergütung ausgezahlt. Alle Zuschläge wegen Nachtschicht, gesundheitsgefährdender Arbeit und alle Prämien ( für Materialeinsparungen, Planerfüllung, Neuerervorschläge usw.) wurden zu 100 % gezahlt.



In der DDR stand die Fürsorge für Kinder im Mittelpunkt sozialer Anstrengungen. Die Sicherstellung des Unterhalts für Kinder der Strafgefangenen wurde gesetzlich verankert. Die Angehörigen bekamen den Unterhalt von der Strafvollzugseinrichtung monatlich überwiesen, auch wenn der unterhaltsverpflichtende Vater nicht leistungsfähig war. Dies traf zu, wenn ein Strafgefangener durch Gerichtstermine, Krankheit, Verbüßung von Arreststrafen oder Verweigerung einer Arbeit nicht von seinem Recht auf Arbeit Gebrauch machen konnte. Eine solche Situation sollte sich nicht auf die unschuldige Familie auswirken. Die Höhe des Unterhalts war abhängig vom Nettoverdienst des Strafgefangenen, also von dem was ein freier Arbeiter verdiente, also von den 100 %, nicht den 18 %, die der Gefangene als Vergütung bekam.

Ähnlich verhielt es sich mit der Sozialversicherung für Gefangene. In der DDR war die Dauer des Arbeitseinsatzes der Gefangenen einer versicherungspflichtigen Tätigkeit gleichgestellt, d. h. der Gefangene war kranken- und rentenversichert. Damit wurde verhindert, dass für ihn und seine Familie noch lange nach der Entlassung aus dem Strafvollzug, finanzielle Auswirkungen der Straftat das Leben belasteten.



Wer Angesichts eines solchen sozial gefederten Arbeitseinsatzes der Strafgefangenen in der DDR von Zwangsarbeit spricht, kann nur böswillig oder aus Unwissenheit handeln. Letztere können hinzu lernen, die Böswilligen tun dies aus politischer Blindheit nicht.





Nachtrag von W.S.

02.05.2012



Aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:

Artikel 12, Absatz 3 lautet: "Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig."




ohne Worte

passport




@passport
Und wie siehst du bei widerechtlich Inhaftierten Menschen in der DDR das Thema "Zwangsarbeit" ? Unter widerrechtlich sehe ich alle sog. Strrafdelikte wie Republikflucht , Verbindungsaufnahme ( so hiess das doch, wenn die Leute ans Westfernsehen schrieben), Staatsverleumdung ( wenn du irgendeine Kritik an diesem Staat äußerst) usw.


.
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#95

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 15:07
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gert,

auch auf diese Bürger traf obiges zu: " Dies galt auch für gerichtlich zu Freiheitsentzug verurteilte Bürger."


zuletzt bearbeitet 08.05.2012 15:08 | nach oben springen

#96

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 15:13
von damals wars | 12.130 Beiträge

Zitat von Gert
[
Verbindungsaufnahme ( so hiess das doch, wenn die Leute ans Westfernsehen schrieben),




Erzähl nicht so einen Unsinn, sonst glaubt das noch jemand.

wiki: Der § 219 („Ungesetzliche Verbindungsaufnahme“) wurde genutzt, Kontakte in nicht sozialistische Staaten (insbesondere zu den Ostbüros von Parteien in der Bundesrepublik Deutschland) zu verfolgen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#97

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 15:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars

Zitat von Gert
[
Verbindungsaufnahme ( so hiess das doch, wenn die Leute ans Westfernsehen schrieben),




Erzähl nicht so einen Unsinn, sonst glaubt das noch jemand.

wiki: Der § 219 („Ungesetzliche Verbindungsaufnahme“) wurde genutzt, Kontakte in nicht sozialistische Staaten (insbesondere zu den Ostbüros von Parteien in der Bundesrepublik Deutschland) zu verfolgen.





Ich habe davon gelesen, wenn Ausreisewillige z.B. an die ZDF Sendung "Hilferufe von drüben" schrieben, wurden sie inhaftiert wegen Verbindungsaufnahme zum Klassenfeind. Ist das falsch oder gar der von dir gemeinte Unsinn ? Für eine entsprechende Aufklärung wäre ich sehr dankbar. Ich möchte ja nicht Tatarenmeldungen hier verbreiten.


.
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#98

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 15:23
von Alfred | 6.841 Beiträge

Gert,

hier mal den Text vom § 219:

§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. Wer zu Organisationen, Einrichtungen, Gruppen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

Durch Gesetz vom 28. Juni 1979 erhielt der § 219 folgende Fassung:
"§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. (1) Wer zu Organisationen, Einrichtungen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, Verurteilung auf Bewährung oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft
1. wer als Bürger der Deutschen Demokratischen Republik Nachrichten, die geeignet sind, den Interessen der Deutschen Demokratischen Republik zu schaden, im Ausland verbreitet oder verbreiten läßt oder zu diesem Zweck Aufzeichnungen herstellt oder herstellen läßt;
2. wer Schriften, Manuskripte oder andere Materialien, die geeignet sind, den Interessen der Deutschen Demokratischen Republik zu schaden, unter Umgehung von Rechtsvorschriften an Organisationen, Einrichtungen oder Personen im Ausland übergibt oder übergeben läßt.
(3) Der Versuch ist im Falle des Absatzes 2 Ziffer 2 strafbar."

Durch Vertrag vom 18. Mai 1990 wurde der § 219 aufgehoben.

Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 wurde der § 219 weggelassen.


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#99

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 15:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred
Gert,

hier mal den Text vom § 219:

§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. Wer zu Organisationen, Einrichtungen, Gruppen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.

Durch Gesetz vom 28. Juni 1979 erhielt der § 219 folgende Fassung:
"§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. (1) Wer zu Organisationen, Einrichtungen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, Verurteilung auf Bewährung oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft
1. wer als Bürger der Deutschen Demokratischen Republik Nachrichten, die geeignet sind, den Interessen der Deutschen Demokratischen Republik zu schaden, im Ausland verbreitet oder verbreiten läßt oder zu diesem Zweck Aufzeichnungen herstellt oder herstellen läßt;
2. wer Schriften, Manuskripte oder andere Materialien, die geeignet sind, den Interessen der Deutschen Demokratischen Republik zu schaden, unter Umgehung von Rechtsvorschriften an Organisationen, Einrichtungen oder Personen im Ausland übergibt oder übergeben läßt.
(3) Der Versuch ist im Falle des Absatzes 2 Ziffer 2 strafbar."

Durch Vertrag vom 18. Mai 1990 wurde der § 219 aufgehoben.

Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 wurde der § 219 weggelassen.





Na, Alfred da konnten ja die Gerichte der DDR fast alles hineinpacken in diesen §§, also ein sog. Gummiparagraph. Denn ich gehe mal davon aus, das die Staatsanwälte bestimmten welches Schriftgut den Interessen der DDR entgegenstand. Da hatteste als Bürger keine Chance gegen die Staatsmacht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#100

RE: Häftlingsarbeit - Arbeitseinsatz von Strafgefangenen

in Leben in der DDR 08.05.2012 20:17
von damals wars | 12.130 Beiträge

Zitat von Gert


Na, Alfred da konnten ja die Gerichte der DDR fast alles hineinpacken in diesen §§, also ein sog. Gummiparagraph. Denn ich gehe mal davon aus, das die Staatsanwälte bestimmten welches Schriftgut den Interessen der DDR entgegenstand. Da hatteste als Bürger keine Chance gegen die Staatsmacht.




So in etwa wie in "gegenwärtige erhebliche Gefahr" "Gefahrenabwehr" und "Störerauswahl"!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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