#61

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:34
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von EK 82/2
EK 40 bringt hier aber normale grenzdienstsicherung mit völkermörd in einklang, darauf möchte ich keine antworten geben. er sollte die unterschiede selber wissen.
andy


Nun gut andy,

wenn du es nicht tust, versuche ich hier ein mal meinen Senf dazuzugeben. Ich möchte den ganzen Dialog mit ek40 nicht wieder geben, der dürfte bekannt sein. Als am 9. November zahlreiche Bürger in Richtung Westberlin und zur deutsch - deutschen Grenze zogen, fiel kein einziger Schuß, weder Grenzsoldaten noch PKE zogen die Waffe obgleich die Situation für die Grenzer sehr nebulös war, sie ahnten nichts von der Pressekonferenz und dem Zettel von Schabowski, wäre dies 4 Wochen zuvor geschehen, es hätte womöglich ein Blutbad gegeben. Irgendwo in diesen Zeitraum hat ein Tropfen das Faß zum überlaufen gebracht, wie gesagt, die Bereitschaft auf das Volk zu schießen schwand zunehmend aller Befehle zum Trotz.
Vergleichbar mit den Soldaten des ersten Weltkrieges, welche mit großer Euphorie in den Krieg zogen und vier Jahre später traumatisiert von den Ereignissen an der Front, dem Kaiser dem Garaus machten. Das Sein bestimmt das Bewußtsein!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#62

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:36
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von 94
Also ich hab da mal eine ganz krude Theorie ...
OHNE die Tiān'ānmén-Ereignisse wäre die Wende nicht sooo unblutig abgelaufen.


man @94 muste es immer so kompliziert machen? schreibe einfach"platz des himmlischen friedens"
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#63

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:37
von damals wars | 12.145 Beiträge

Um zum Thema zurückzukehren, was im Falle des Auftretens eines Grenzverletzer zu machen ist, habe ich wohl tausend mal im Geiste durchgespielt.
Gerade auf dem Turm war das meines Erachtens gar nicht so einfach.
So einfach gingen die Fenster nicht auf, man hätte es also zerschlagen müssen.
Und dann die Reaktionszeit. In Berlin waren manche Abschnitte nur 10 bis 20 Meter breit.

Und Richtung Westberlin durfte man ja nicht schießen.
Zum Teil gab es ja die Streckmetallzäune. Die Mauer hätte ja so einen Schuss vieleicht (?) abgefangen, aber der Zaun.
Gerüchten zufolge haben ja im Falle eine Schusses in die falsche Richtung die Grenzauklärer ja das vorgelagerte DDR Territorium mit Metalldedektoren abgesucht, damit niemand eine Kugel in die falsche Richtung findet.

Und dann kommt eines Tages die Meldung "Spuren in der zweiten Sicherungslinie (SL)" gefunden.
Da Richtung Grenzübergang Drewitz immer mal welche unterweg waren, gab es im Hinterland noch einen zusätzlichen KS.
Da war die Aufregung groß!
Auf Motorrad und ab ging es zum Postenpunkt an der alten Autobahn.
Dort wurde Posten bezogen. Der Posten wurde eingewiesen, einer sicherte links und einer rechts.
Auf einmal sagte der Posten "Da kommt einer!"
Auf der anderen Seite des Grenzsignalzaunes lief ein Mann im Arbeitsanzug.
Den Schreck kann man sich überhaupt nicht vorstellen.
Befehl "Waffen durchladen und sichern!"

Ich habe den dann mit meiner UvD Stimme angesprochen und aufgefordert die Hände hoch zu nehmen. Angeblich war ich hunderte Meter weit zu hören. Die blanke Angst.
Und immer nur gedacht" Was machst Du, wenn der wieder ins Unterholz abhaut?"

Noch dazu war das so eine typische Bulette, die beim Blick ins "Mündungsfeuer" noch die große Schnauze hatte! Unfassbar. Ich hasse den Mann bis heute.

Kurz darauf kam das Postenpaar von der Füst.
Die habe ich dann schnell eingewiesen und ebenfalls die Waffen durchladen lassen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann mein KC Major "Ü" in Hinterland angefahren und nahm den Mann fest.

Wirklich, da denkt man nur noch "Schwein gehabt".
Im meinen Gruppenführerbereich habe ich mich dann auf eine Postenpunkt im Wald abgemeldet, und bin zu einem befreundeten Postenpaar auf den Turm.
Dort habe ich mich hingesetzt und war erst mal weg.
Fix und alle.
Ich wußte, das ich geschossen hätte und war so froh, es nicht gemusst zu haben.

Das Posttrauma war noch nicht erfunden und es kam auch niemand auf die Idee, mich danach zu fragen.
Alle waren nur froh, das es sie nicht getroffen hatte.

Da ich bereits einmal nachts überprüft worden war( die Geschichte mit dem Hund habe ich schon mal erzählt) , bin ich mir bis heute nicht im klaren, ob der wirklich abhauen wollte oder ob die uns testen wollte.
Ja, die Medaille für "Vorbildlichen Grenzdienst" gab es noch. Beim Sonderurlaub bin ich mir nicht so sicher.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#64

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:45
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat EK82/2:

"und ich denke ebend nicht das die masse der soldaten bereit gewesen wäre auf ihr eigenes volk zu schießen. so wie es schon geschrieben wurde glaube ich es eher das sich die waffen gedreht hätten und gegen die gerichtet worden wären, welche solche befehle gegeben hätten. das es einige gab die solche befehle geben wollten wissen wir, aber sie waren in der minderheit. und das hat mit normalen grenzdienst wo ein einzelner GV im speerbereich ist nun gar nichts zu tun, damit ist es auch kein widerspruch.
andy"
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-Das kannst du auch denken,nur nichts Genaues weiß man nicht.
-Das kannst du glauben.....
-Wie drückt sich die Minderheit in Zahlen aus,bitte mal Quellen&Zahlen auf den Tisch.
Wird doch hier immer verlangt.
Heute möchte ich dafür mal die Beweise sehen.

-Ich rede nicht von einzelnen GV's!
Es hätte zu jener Zeit auch Massenanstürme geben können.......
Es ist somit ein Widerspruch!


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#65

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:46
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von damals wars
Um zum Thema zurückzukehren, was im Falle des Auftretens eines Grenzverletzer zu machen ist, habe ich wohl tausend mal im Geiste durchgespielt.
Gerade auf dem Turm war das meines Erachtens gar nicht so einfach.
So einfach gingen die Fenster nicht auf, man hätte es also zerschlagen müssen.
Und dann die Reaktionszeit. In Berlin waren manche Abschnitte nur 10 bis 20 Meter breit.

Und Richtung Westberlin durfte man ja nicht schießen.
Zum Teil gab es ja die Streckmetallzäune. Die Mauer hätte ja so einen Schuss vieleicht (?) abgefangen, aber der Zaun.
Gerüchten zufolge haben ja im Falle eine Schusses in die falsche Richtung die Grenzauklärer ja das vorgelagerte DDR Territorium mit Metalldedektoren abgesucht, damit niemand eine Kugel in die falsche Richtung findet.

Und dann kommt eines Tages die Meldung "Spuren in der zweiten Sicherungslinie (SL)" gefunden.
Da Richtung Grenzübergang Drewitz immer mal welche unterweg waren, gab es im Hinterland noch einen zusätzlichen KS.
Da war die Aufregung groß!
Auf Motorrad und ab ging es zum Postenpunkt an der alten Autobahn.
Dort wurde Posten bezogen. Der Posten wurde eingewiesen, einer sicherte links und einer rechts.
Auf einmal sagte der Posten "Da kommt einer!"
Auf der anderen Seite des Grenzsignalzaunes lief ein Mann im Arbeitsanzug.
Den Schreck kann man sich überhaupt nicht vorstellen.
Befehl "Waffen durchladen und sichern!"

Ich habe den dann mit meiner UvD Stimme angesprochen und aufgefordert die Hände hoch zu nehmen. Angeblich war ich hunderte Meter weit zu hören. Die blanke Angst.
Und immer nur gedacht" Was machst Du, wenn der wieder ins Unterholz abhaut?"

Noch dazu war das so eine typische Bulette, die beim Blick ins "Mündungsfeuer" noch die große Schnauze hatte! Unfassbar. Ich hasse den Mann bis heute.

Kurz darauf kam das Postenpaar von der Füst.
Die habe ich dann schnell eingewiesen und ebenfalls die Waffen durchladen lassen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann mein KC Major "Ü" in Hinterland angefahren und nahm den Mann fest.

Wirklich, da denkt man nur noch "Schwein gehabt".
Im meinen Gruppenführerbereich habe ich mich dann auf eine Postenpunkt im Wald abgemeldet, und bin zu einem befreundeten Postenpaar auf den Turm.
Dort habe ich mich hingesetzt und war erst mal weg.
Fix und alle.
Ich wußte, das ich geschossen hätte und war so froh, es nicht gemusst zu haben.

Das Posttrauma war noch nicht erfunden und es kam auch niemand auf die Idee, mich danach zu fragen.
Alle waren nur froh, das es sie nicht getroffen hatte.

Da ich bereits einmal nachts überprüft worden war( die Geschichte mit dem Hund habe ich schon mal erzählt) , bin ich mir bis heute nicht im klaren, ob der wirklich abhauen wollte oder ob die uns testen wollte.
Ja, die Medaille für "Vorbildlichen Grenzdienst" gab es noch. Beim Sonderurlaub bin ich mir nicht so sicher.


das hast du gut geschrieben und ich hatte ebend glück nie in solch eine lage zu kommen außer einmal einen russen zu bewachen. aber ich glaube wie du damals gedacht zu haben. was wenn der türmt oder gar angreift um zu türmen weil er sich denken konnte was geschieht wenn die ihn abholen. ich denke das ich geschossen hätte. zu den fenstern auf dem turm, unsere gingen leicht auf und waren nicht verrostet.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 19:47 | nach oben springen

#66

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von utkieker

Zitat von EK 82/2
EK 40 bringt hier aber normale grenzdienstsicherung mit völkermörd in einklang, darauf möchte ich keine antworten geben. er sollte die unterschiede selber wissen.
andy


Nun gut andy,

wenn du es nicht tust, versuche ich hier ein mal meinen Senf dazuzugeben. Ich möchte den ganzen Dialog mit ek40 nicht wieder geben, der dürfte bekannt sein. Als am 9. November zahlreiche Bürger in Richtung Westberlin und zur deutsch - deutschen Grenze zogen, fiel kein einziger Schuß, weder Grenzsoldaten noch PKE zogen die Waffe obgleich die Situation für die Grenzer sehr nebulös war, sie ahnten nichts von der Pressekonferenz und dem Zettel von Schabowski, wäre dies 4 Wochen zuvor geschehen, es hätte womöglich ein Blutbad gegeben. Irgendwo in diesen Zeitraum hat ein Tropfen das Faß zum überlaufen gebracht, wie gesagt, die Bereitschaft auf das Volk zu schießen schwand zunehmend aller Befehle zum Trotz.
Vergleichbar mit den Soldaten des ersten Weltkrieges, welche mit großer Euphorie in den Krieg zogen und vier Jahre später traumatisiert von den Ereignissen an der Front, dem Kaiser dem Garaus machten. Das Sein bestimmt das Bewußtsein!

Gruß Hartmut!



Hartmut war schneller,ähnliche Gedanken mit dem dazugehörigen Beispiel wollte ich eben niederschreiben.

ek40


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#67

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von EK 82/2
man @94 muste es immer so kompliziert machen?


Sach'ma, Stabs-[...], hamm'r heut wieder das Ossi-Syndrom, hä? Meckern, meckern, und nochmals meckern. Erst sind die Texte zu lang, dann klappt der Linksklick nicht. Also erspart ich Dir den Link und wähle auch die kürzere Form und nun ... ach, blass mir doch den Schuh auf! Wärste bei 天安门事件 auch sooo schnell drauf gekommen, hä?
Na egal, okee, zurück zum Thema ... Empfindungen

@utkicker und @ek40, OSL Jäger in der Bornholmer Straße, der ja die 'erste Welle' abbekam, schildert seine Empfindungen über diesen Abend sehr anschaulich in einem leider nur noch antiquarisch erhältlichen Buch ... [nö, den Link erspare ich mir jetzt]
Nur soviel, es war äußerst knapp.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#68

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 19:58
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von ek40
Zitat EK82/2:

"und ich denke ebend nicht das die masse der soldaten bereit gewesen wäre auf ihr eigenes volk zu schießen. so wie es schon geschrieben wurde glaube ich es eher das sich die waffen gedreht hätten und gegen die gerichtet worden wären, welche solche befehle gegeben hätten. das es einige gab die solche befehle geben wollten wissen wir, aber sie waren in der minderheit. und das hat mit normalen grenzdienst wo ein einzelner GV im speerbereich ist nun gar nichts zu tun, damit ist es auch kein widerspruch.
andy"
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-Das kannst du auch denken,nur nichts Genaues weiß man nicht.
-Das kannst du glauben.....
-Wie drückt sich die Minderheit in Zahlen aus,bitte mal Quellen&Zahlen auf den Tisch.
Wird doch hier immer verlangt.
Heute möchte ich dafür mal die Beweise sehen.

-Ich rede nicht von einzelnen GV's!
Es hätte zu jener Zeit auch Massenanstürme geben können.......
Es ist somit ein Widerspruch!


@ek40 kannst mich nun nennen wie du willst, dumm oder so. woher soll ich denn zahlen nehmen? die leute welche solche gedanken hatten auch gegen das eigene volk zu schießen kennen wir doch namentlich und er liebte uns doch alle. aber wieviele seine befehle zu der zeit noch hörig waren weis ich nicht.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#69

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 20:13
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von 94

Zitat von EK 82/2
man @94 muste es immer so kompliziert machen?


Sach'ma, Stabs-[...], hamm'r heut wieder das Ossi-Syndrom, hä? Meckern, meckern, und nochmals meckern. Erst sind die Texte zu lang, dann klappt der Linksklick nicht. Also erspart ich Dir den Link und wähle auch die kürzere Form und nun ... ach, blass mir doch den Schuh auf! Wärste bei 天安门事件 auch sooo schnell drauf gekommen, hä?
Na egal, okee, zurück zum Thema ... Empfindungen

@utkicker und @ek40, OSL Jäger in der Bornholmer Straße, der ja die 'erste Welle' abbekam, schildert seine Empfindungen über diesen Abend sehr anschaulich in einem leider nur noch antiquarisch erhältlichen Buch ... [nö, den Link erspare ich mir jetzt]
"Nur soviel, es war äußerst knapp.



Die Situation verschärfte sich vor Ort weiter. Harald Jäger ließ – von seinen Vorgesetzten alleingelassen, mit etwas Wut im Bauch und teilweise resignierend – am 9. November 1989 um 23:29 Uhr, entgegen der Befehlslage, eigenmächtig die Grenzübergangsstelle öffnen und sämtliche Passkontrollen einstellen.[1][2] An dieser Stelle wurde die Berliner Mauer als erstes geöffnet, worauf die bis dahin fast 1000 Reisewilligen, die sich an der Grenzübergangsstelle versammelt hatten, in den Westen gelangten"

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Grenz%C3%BC...mer_Stra%C3%9Fe


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#70

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 20:21
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von EK 82/2

Zitat von ek40
Zitat EK82/2:

"und ich denke ebend nicht das die masse der soldaten bereit gewesen wäre auf ihr eigenes volk zu schießen. so wie es schon geschrieben wurde glaube ich es eher das sich die waffen gedreht hätten und gegen die gerichtet worden wären, welche solche befehle gegeben hätten. das es einige gab die solche befehle geben wollten wissen wir, aber sie waren in der minderheit. und das hat mit normalen grenzdienst wo ein einzelner GV im speerbereich ist nun gar nichts zu tun, damit ist es auch kein widerspruch.
andy"
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-Das kannst du auch denken,nur nichts Genaues weiß man nicht.
-Das kannst du glauben.....
-Wie drückt sich die Minderheit in Zahlen aus,bitte mal Quellen&Zahlen auf den Tisch.
Wird doch hier immer verlangt.
Heute möchte ich dafür mal die Beweise sehen.

-Ich rede nicht von einzelnen GV's!
Es hätte zu jener Zeit auch Massenanstürme geben können.......
Es ist somit ein Widerspruch!


@ek40 kannst mich nun nennen wie du willst, dumm oder so. woher soll ich denn zahlen nehmen? die leute welche solche gedanken hatten auch gegen das eigene volk zu schießen kennen wir doch namentlich und er liebte uns doch alle. aber wieviele seine befehle zu der zeit noch hörig waren weis ich nicht.
andy



Nein,ich bezeichne dich nicht so.
Aber es ist halt alles nur reine Spekulation,ohne haltbare Belege die du vorweisen kannst.
Das wollte ich dir aufzeigen.
Komisch nur,dass hier andere nicht nach Beweise schreien.....
Ich denke du weißt was ich meine Andy.


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#71

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 20:36
von Dogbert | 143 Beiträge

Mir ist das jetzt unangenehm, daß ich als Neuling den Thread versaut habe und hier einen Steit angezettelt habe.

Der Gedanke zu Empfindungen in Ausnahmesituationen an der Grenze und dessen Weiterführung zu Befehlsempfängen bei inneren Unruhen sollte jetzt nicht zum "Völkermord" eskalieren.

Irgendwie kam mir das in den Sinn, ein Szenario durchzuspielen, wie man möglicherweise zusätzlich unter Gruppenzwang reagiert hätte oder mußte. Das Stellen von Grenzverletztern bewegt sich sicherlich auf einer anderen mentalen Ebene, da man, wie ich hier lese, die Mechanismen/Abfolgen weitestgehend durchexerziert hat und der Schußwaffengebrauch das letzte Mittel war.

Ob die Situation am 9. 11.1989 so vergleichbar ist, möchte ich doch anzweifeln.

Die Montagsdemosntrationen wurden sicherlich eine Weile beobachtet und hierbei eine Strategie entwickelt, dem Einhalt zu gebieten. Es hätte sicherlich genügt, an einem Ort ein Exampel zu statuieren. Am 40. Jahrestag der DDR kam es doch auch zu größeren Auseinandersetzungen an mehreren Orten.



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#72

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 20:57
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Dogbert


Ob die Situation am 9. 11.1989 so vergleichbar ist, möchte ich doch anzweifeln.

Die Montagsdemosntrationen wurden sicherlich eine Weile beobachtet und hierbei eine Strategie entwickelt, dem Einhalt zu gebieten. Es hätte sicherlich genügt, an einem Ort ein Exampel zu statuieren. Am 40. Jahrestag der DDR kam es doch auch zu größeren Auseinandersetzungen an mehreren Orten.



Es ist der Besonnenheit der GT aber auch Stasi (hier muss man einfach mal ein Kompliment aussprechen) zu verdanken das es am 9.11. nicht zum Blutbad kam. Stellt Euch vor, nur einer haette geschossen. Was dann? In Berlin haette dann die West Berliner Bereitschaftspolizei eingreifen muessen. Sonstwo wahrscheinlich BGS. Nicht auszudenken wie die Wende dann abgelaufen waere.


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#73

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 21:01
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Dogbert
Mir ist das jetzt unangenehm, daß ich als Neuling den Thread versaut habe und hier einen Steit angezettelt habe.

Der Gedanke zu Empfindungen in Ausnahmesituationen an der Grenze und dessen Weiterführung zu Befehlsempfängen bei inneren Unruhen sollte jetzt nicht zum "Völkermord" eskalieren.

Irgendwie kam mir das in den Sinn, ein Szenario durchzuspielen, wie man möglicherweise zusätzlich unter Gruppenzwang reagiert hätte oder mußte. Das Stellen von Grenzverletztern bewegt sich sicherlich auf einer anderen mentalen Ebene, da man, wie ich hier lese, die Mechanismen/Abfolgen weitestgehend durchexerziert hat und der Schußwaffengebrauch das letzte Mittel war.

Ob die Situation am 9. 11.1989 so vergleichbar ist, möchte ich doch anzweifeln.

Die Montagsdemosntrationen wurden sicherlich eine Weile beobachtet und hierbei eine Strategie entwickelt, dem Einhalt zu gebieten. Es hätte sicherlich genügt, an einem Ort ein Exampel zu statuieren. Am 40. Jahrestag der DDR kam es doch auch zu größeren Auseinandersetzungen an mehreren Orten.


Dir muß das nicht unangenehm sein,denn du hast keine Anteile an diesem Disput.

Zum Thema:
In der Guppe läuft sicherlich einiges anders ab,als wenn man als einzelnes Postenpaar eingesetzt war.
(Gruppendynamik&Gruppenzwang)
Ein Szenario könnte sich in 2 Richtungen bewegen.
Soll auch heißen die Situation am Punkt A wird anders geregelt als am Punkt B.
Wichtig war und ist immer, von welchem Charakter ein Mensch geleitet wird.
Soll heißen,der Führende vor Ort war die wichtigste Person,damals wie heute.
Er konnte alles eskalieren lassen,oder eben auch den besseren Weg gehen.


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#74

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 21:35
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Nach der Wende wurden in unserer Firma einige Ehemalige vom MfS als ganz normale Arbeiter eingestellt. Die weitere Entwicklung zeigte, was jeder drauf hatte. Einer hat sich selbständig gemacht (Telekommunikation), einer war Alkoholiker und ein Dritter wurde nach einiger Zeit mein Kollege, nämlich Anwendungstechniker (Bauklebstoffe, er war von Beruf Maurer) und ist es noch erfolgreich heute. Aber zum Thema: Er sagte mir damals als Grund, warum die Stasi dann nicht eingriff, daß sie schon lange in ihren Auswertungen und Berichten an die Bezirks-
leitung der SED die Lage detailiert dargestellt hatte. Unser Landesfürst ("Fürstentum Müller" genannt) wollte sowas Negatives gar nicht wissen, hat es ignoriert und vom Tisch gefegt. Da hat sich die BL des MfS dann irgendwann gesagt, Ihr wolltet es nicht anders, so macht eben Euren Dreck allein (wie der Sachsenkönig einst) und wir halten uns jetzt raus. Ich halte das für glaubhaft, denn ein so gutes Einvernehmen wie nach Außen dargestellt gab es wohl zwischen keinem der Machtorganisationen.



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#75

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 21:39
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Nachtrag: Ähnlich wird es wohl auch auf der ganz oberen Ebene gelaufen sein, also zwischen MfS und Politbüro. Mielke wird vermutlich hinter vorgehaltener Hand mit so mancher Verachtung betitelt worden sein, denn ich glaube nicht, daß er intellektuell z.B. einem Markus Wolf auch nur annähernd das Wasser reichen können.



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#76

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 21:45
von Dogbert | 143 Beiträge

Dann ist wohl davon auszugehen, daß Egon Krenz in Markus Wolf den richtigen Berater hatte. Nach dem Rücktritt Honeckers wurde Krenz auch sehr kooperativ.



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#77

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 21:53
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Ja, man kann davon ausgehen. Bei Mielke wäre ich mir ziemlich sicher, daß er einen Schießbefehl gegeben hätte. Wolf hätte zu diesem Zeitpunkt und wohl auch schon Jahre vorher nicht getan. Er war etliche Jahre vorher schon aus persönlichen Gründen aus dem MfS ausgeschieden und die Gründe waren u.a. auch darin zu suchen, daß die Politik in eine Richtung ging, die M.Wolf nicht mehr verantworten wollte. Ich kann empfehlen, mal seine Memoiren zu lesen. Habe mir vor einem Jahr mal "M.Wolf: Spionagechef im geheimen Krieg - Erinnerungen" zu Gemüte geführt. Sehr empfehlenswert.



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#78

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 22:01
von Dogbert | 143 Beiträge

Leise Andeutungen zu seiner Haltung machte Wolf doch schon in seiner Ansprache am 4.11.89? Damals schien ihm das wohl keiner abgenommen zu haben.



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#79

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 22:03
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von 94
Was Grenzer nach einer, wie es @Kimble nennt, 'Krönung' empfanden, kann man gut beschrieben im erstinstanzlichen Urteils des LG Berlin vom 20. Jänner 1992, Aktenzeichen (523) 2 Js 48/90, auffindbar zum Beispiel in 3-11-017400-6 Seite 25f, nachlesen ...
http://books.google.de/books?id=Sc1U7c0Ut4IC&pg=PA25

@Turtle Frage: Feind oder Gegner? Oder macht das (für Dich) keinen Unterschied?

P.S. Anfrage an die Administration: ist es gewollt, das dieses Thema öffentlich diskutiert wird?



Ein fairer Gegner konnte der Grenzer für mich nicht sein. Er war bewaffnet und hatte den Auftrag mich mit allen Mitteln daran zu hintern die DDR zu verlassen.Damals sah ich ihn als meinen Feind,der mir böses antun wollte.Ich war damals davon überzeugt das nur Auserwählte diese Grenze bewachen durften und nicht zögern würden die Waffe gegen mich einzusetzen.
Trotzdem kam mir nie in den Sinn eine Waffe einzusetzen. Mein Feindbild machte mich aber äußerst Vorsichtig.
Einen Gegner hätte ich sportlicher gesehen. Aber es war kein sportlicher Wettbewerb.
Gruß Peter(turtle)


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#80

RE: Empfindungen

in Grenztruppen der DDR 25.04.2012 22:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von DoreHolm
Bei Mielke wäre ich mir ziemlich sicher, daß er einen Schießbefehl gegeben hätte.



Irgendwie hat das leider alles nichts mehr mit dem sehr guten Anfangsbeitrag zu tun, aber was veranlaßt Dich zu dieser Annahme? Scheinbar ist Dir Mielkes Aussage in der PB-Sitzung vom 17.10 nicht bekannt?

Zitat von Erich Mielke
"Wir haben vieles mitgemacht. Wir können doch nicht anfangen, mit Panzern zu schießen."


Jetzt bitte wieder mit dem Ursprungsthema weitermachen und die MfS- und Waffeneinsatzdiskussion auslagern und an anderer Stelle fortsetzten. Danke!

Ich persönlich warte ja noch auf folgendes...

Zitat von Pitti53
Ich werde morgen dazu was schreiben,aber auch ich habe meine Empfindungen gehabt und war froh,wenn unsere Jungs unbeschadet zurück in der Kompanie waren.Das war für mich immer das wichtigste!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 25.04.2012 22:19 | nach oben springen


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