#141

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 18:08
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #120

Jendefalls war diese Stasipostkontrolle eine Bande von Dieben, nichts weiter.



Wie ist diese Aussage mit Punkt 4.9 der Forenregeln vereinbar, warum müssen sich hunderte Bürger hier derart verunglimpfen lassen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#142

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 19:33
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #141
Zitat von Gert im Beitrag #120

Jendefalls war diese Stasipostkontrolle eine Bande von Dieben, nichts weiter.



Wie ist diese Aussage mit Punkt 4.9 der Forenregeln vereinbar, warum müssen sich hunderte Bürger hier derart verunglimpfen lassen?


Mit Sicherheit nicht jede Postsendung die in der DDR verloren ging wurde von Stasi Leuten "beschlagnahmt". Aber die Stasi war an Postzensur/diebstahl aktiv beteiligt. Das kannst Du nicht abstreiten, Feliks.


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#143

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 19:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Spätestens jetzt wäre mal eine Forschungsanfrage nach Ermittlungen und/oder sogar Verurteilungen von Postdiebstählen bei der BStU sinnvoll, geht aber nicht weil der Täter (oder waren es sogar zwei) ja immer noch ehemaliger Angehöriger der Firma und damit per Definition kein Opfer sein kann.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#144

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 19:50
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #128
Absender: Eisenacher

Frage an die Insider: Hatten DDR-Zollbeamte die Möglichkeit beschlagnahmte Westware zu kaufen?


kurz und knapp : Nein



passport


Das hatte ich auch gedacht. Bis ich eines Tages in Eisenach bei einem DDR -Zollbeamten in der Speisekammer war. Das war 1971. Da sah es aus wie im Intershop.


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#145

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 20:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie bisten zu dieser 'Ehre' gekommen? Und sicher das die Speisekammer? Oder doch eher die Asservatenkammer, hmm?

Wobei, ein POS-Mitschüler, Sohn eines ZV-OSL hatte einen West-Taschenrechner. Zwar nur 4-Spezies, aber West-Modell! Und 7353 eintippen und jedem stolz wie Oskar das Ding verkehrtrum unter die Nase halten (war kurz vor der SR1-Einführung) hat's gereicht. Wo der wohl herkam *grübel*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 10.12.2012 20:14 | nach oben springen

#146

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 20:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #143
Spätestens jetzt wäre mal eine Forschungsanfrage nach Ermittlungen und/oder sogar Verurteilungen von Postdiebstählen bei der BStU sinnvoll, geht aber nicht weil der Täter (oder waren es sogar zwei) ja immer noch ehemaliger Angehöriger der Firma und damit per Definition kein Opfer sein kann.


Der Forschungsantrag sollte jetzt genau warum nicht gestellt werden können?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#147

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 20:15
von 94 | 10.792 Beiträge

Geht das auch telefonisch?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#148

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 20:36
von passport | 2.639 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #128
--------------------------------------------------------------------------------
Absender: Eisenacher

Frage an die Insider: Hatten DDR-Zollbeamte die Möglichkeit beschlagnahmte Westware zu kaufen?

kurz und knapp : Nein



passport
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Das hatte ich auch gedacht. Bis ich eines Tages in Eisenach bei einem DDR -Zollbeamten in der Speisekammer war. Das war 1971. Da sah es aus wie im Intershop.



Wenn ich das so geschrieben habe, stimmt das auch so. Angehörigen der Zollverwaltung haben keine eingezogene oder beschlagnahmte Ware käuflich erwerben dürfen. Ebenso war es verboten private ( ausgenommen dienstliche ) Kontakte zu Personen aus dem NSW zu haben.
Kann natürlich deine Aussage von Sachen die vor 40 Jahren passiert sind, hier nicht wiederlegen.
Gebe aber zu Bedenken, das dein Zöllner sehr leichtsinnig handelte, als er dir diese Sachen zeigte. Entweder war er du.. oder kein Zöllner.
Bei Unterschlagung, Bestechlichkeit oder Diebstahl hätte dieser Zöllner eine harte Strafe bekommen und wäre aus der Zollverwaltung entlassen wurden.
Übrigens die DDR hatte keine Beamten

passport


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#149

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 21:00
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #146
Zitat von 94 im Beitrag #143
Spätestens jetzt wäre mal eine Forschungsanfrage nach Ermittlungen und/oder sogar Verurteilungen von Postdiebstählen bei der BStU sinnvoll, geht aber nicht weil der Täter (oder waren es sogar zwei) ja immer noch ehemaliger Angehöriger der Firma und damit per Definition kein Opfer sein kann.


Der Forschungsantrag sollte jetzt genau warum nicht gestellt werden können?


Die Mühe könnt ihr euch sparen, das wurde schon aufgearbeitet und zwar von dem hier: http://www.amazon.de/Strafverfahren-wege...u/dp/383051140X ------->>>Feliks, falls dir noch ein Weihnachtgeschenk fehlt.....

In dem Buch geht es darum: "Auf der Grundlage des deutsch-deutschen Einigungsvertrags waren ab 1990 bundesdeutsche Strafgerichte mit Fällen sogenannter DDR-Systemkriminalität befaßt. Einen Teil dieses justitiellen Prozesses bilden 158 Anklagen gegen 260 Angeklagte, die wegen von Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Ausübung ihres Dienstes begangener Straftaten erhoben wurden. Mit Ausnahme der Spionagetätigkeit stellt das Buch die sehr unterschiedlichen MfS-Tätigkeiten, die Gegenstand von Strafverfahren waren, anhand der Justizmaterialien detailliert dar. Neben massenhaft eingesetzten Überwachungsmaßnahmen, die dem Opfer häufig verborgen geblieben waren, waren längerfristig geplante Maßnahmen mit schwerer wiegenden Auswirkungen für die Betroffenen wie langjährige Haft oder Mordanschläge sowie die MfS-Tätigkeiten zur Unterdrückung von Ausreisebegehren und einige Sonderfälle Gegenstand der Verfahren. Die Verfahren werden zwölf Fallgruppen zugeordnet, Bewertungen der Ergebnisse erfolgen sowohl hinsichtlich der einzelnen Fallgruppen als auch hinsichtlich der Gesamtheit der Verfahren. Die Untersuchung bezieht sämtliche durchgeführte gerichtliche Verfahren ein und bietet daher einen auch zahlenmäßig vollständigen Überblick. Dr. Roland Schißau, geb. 1968, studierte Rechtswissen schaften in Konstanz, Glasgow/Schottland und Heidelberg. 1994-1996 Rechtsreferendariat. 1997-1998 Mitarbeit im Forschungsprojekt "Strafjustiz und DDRUnrecht" an derHumboldt-Universität zu Berlin. Seit 1999 Diplomat im Auswärtigen Amt mit Posten in Berlin, Kiew/Ukraine und Khartum/Sudan. Promotion 2004 an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Quelle: Amazon Kurzbeschreibung

Auszug aus einer Rezension: "Die anschließende Darstellung ergibt zu dieser Frage jedoch größere Klarheit. Anders als es die öffentliche Aufmerksamkeit über die Tätigkeit der „Stasi“ vermuten lässt, ist die Strafverfolgung des „MfS-Unrechts“ selten geblieben. Abgesehen von einigen spektakulären Strafverfahren wegen Tötungsdelikten (Schißau nennt eine vollendete und zwei versuchte Tötungen sowie die Planung zweier weiterer Anschläge und die Unterstützung bei dem Anschlag auf das Berliner „Maison de France“) handelt es sich überwiegend nicht um Fälle von Hochkriminalität. Anknüpfend an das Objekt seiner Arbeit unterteilt Schißau die Straftaten mit MfS-Beteiligung in 11 Fallgruppen und eine Auffangkategorie „sonstige Straftaten“. Die Fallgruppen beinhalten typische Fälle staatlicher Überwachung, wie das „Abhören von Telefongesprächen“ (S. 57ff.), das „Öffnen von Briefsendungen“ (S. 80ff.), die sich anschließende „Entnahme von Geld und Wertgegenständen aus Postsendungen“ (S. 105ff.) und das „heimliche Betreten fremder Räumlichkeiten“ (S. 124ff.) sowie die Repressionsmechanismen einer Diktatur. Dazu gehören die „Preisgabe von Informationen aus Mandants- und Patientenverhältnissen“ (S. 134ff.), „Tötungsdelikte“ (S. 141ff.), „Verrat und Denunziation“ (S. 182ff.), „Drangsalierungen zur Aussageerzwingung“ (S. 198ff.), „unerlaubte Festnahmen“ (S. 204ff.) und „Repressalien gegenüber Ausreiseantragstellern“ (S. 217ff.). Hinzu kommen die überwiegend durch die Besonderheiten des kalten Krieges und die deutsche Teilung zu erklärenden „Verschleppungen aus der Bundesrepublik in die DDR“ (S. 159ff.). Die Verfolgung einer großen Zahl der genannten Delikte scheiterte – eben weil sie nicht zu der „Schwerkriminalität“ gehörte – nicht am Eintritt der Verjährung, sondern schon am Ablauf der Strafantragsfrist."
Quelle: http://www.koeblergerhard.de/ZRG128Inter...fS-Unrechts.htm

Wenn es also Strafprozesse gegen MfS-Mitarbeiter gegeben hat ,wegen dem Rotmarkierten, und es diese Vorkommnisse gab, seh ich persönlich keine Voraussetzung, hier wie wild mit den Forumsregeln zu wedeln.
So, jetzt möchte ich Vokabeln wie "Propaganda" "Siegerjustiz" " Verleumdung" usw lesen.........


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#150

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 21:35
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #141
Zitat von Gert im Beitrag #120

Jendefalls war diese Stasipostkontrolle eine Bande von Dieben, nichts weiter.



Wie ist diese Aussage mit Punkt 4.9 der Forenregeln vereinbar, warum müssen sich hunderte Bürger hier derart verunglimpfen lassen?

Zitat von Feliks D. im Beitrag #141
Zitat von Gert im Beitrag #120

Jendefalls war diese Stasipostkontrolle eine Bande von Dieben, nichts weiter.



Wie ist diese Aussage mit Punkt 4.9 der Forenregeln vereinbar, warum müssen sich hunderte Bürger hier derart verunglimpfen lassen?


Nu muss ich Zoll und Stasi etwas entlasten.
West- Pakete konnten ganz bestimmt auch auf ganz anderen Wegen verschwinden.

Eine kleine Story hierzu, natürlich alles frei erfunden
In Rostock gab es zwischen Hauptbahnhof und Dieselmotorenwerk einen modernen Postbahnhof.

Dort konnte ich 1985 in der Nacht unbehelligt zwischen den Förderbändern umherlaufen, Pakete besichtigen. usw.
Dieser Postbahnhof erregte mein Interesse weil dort regelm. ein Wagon herum stand welcher über die Grenze ging.
Die Idee war unter einen Zug- Wagon ein Behältnis als Versteck zu montieren.
Aus heutiger Sicht wohl nicht sehr schlau. Dem Eisenbahner der die Achsen abklopft wäre das wohl sofort aufgefallen.
Aber egal, darum soll es ja hier nicht weiter gehen.

Ich hatte also beobachtet, dass immer dieser einzelne Wagon vom Schnellzug aus der BRD immer dort hin rangiert wurde.
Erst am nächsten Tag war er wieder verschwunden. Er stand also die ganze Nacht dort herum. UNBEWACHT !

Ich sah mir diesen Wagon natürlich etwas näher an. Ein Postwagon aus Burg/F.
Voller Post- Säcke mit Paketen. Man hätte sich also nur bedienen müssen.......
Schwierig wäre der Abtransport weil die Jungs vom Hauptstellwerk ihren "B- Turm" auch gleich dort in der Nähe zu stehen hatten.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 10.12.2012 21:37 | nach oben springen

#151

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 21:51
von passport | 2.639 Beiträge

Die deutsche Justiz ermittelte unter großer Medienbeachtung die Tatsachen dieses Unrechts in Verfahren gegen 100.000 Beschuldigte. Im Jahr 2000 war diese justizielle Bewältigung der DDR-Vergangenheit beendet.

Zwei Rechtsprofessoren der Humboldt-Universität, die Professoren Klaus Marxen und Gerhard Werle behandelt dasselbe Thema in ihrem Buch "Die strafrechtliche Aufarbeitung von DDR-Unrecht. Eine Bilanz." Ihr Ergebnis wich nur minimal von dem Schaefgens ab. Während dieser von "etwa 300 Personen" schrieb, die rechtskräftig verurteilt wurden, erklärten Marxen und Werle, es seien 289 Personen gewesen. Von diesen Verurteilten waren nach Marxen und Werle 20 und nach Schaefgen 25 Angehörige des MfS. Davon wurde 1 zu Freiheitsstrafe, 22 zu Freiheitsstrafen mit Bewährung, 1 zu Geldstrafe und 1 mit Verwarnung verurteilt. Was die einzelnen Verurteilten MfS-Angehörigen begangen haben, wird von Schaefgen nicht mitgeteilt.



Nachzulesen : http://archiv2007.sozialisten.de/politik...p1/bs1/zid33021

Der Berg kreißte und gebar eine Maus

und hier noch ein Auszug eines Urteils :


--------------------------------------------------------------------------------

Bearbeiter: Rocco Beck

Zitiervorschlag: BGH, GSSt 1/95, Beschluss v. 25.07.1995, HRRS-Datenbank, Rn. X


--------------------------------------------------------------------------------


BGH GSSt 1/95 - Beschluss vom 25. Juli 1995
BGHSt 41, 187; Strafbarkeit eines Funktionärs der DDR, der veranlasste, dass Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, wegen Unterschlagung (Merkmal des "sich zueignens").

§ 246 StGB a.F.
Leitsatz des BGH
Gesetzliche Voraussetzung der Unterschlagung (§ 246 StGB) ist, dass der Täter eine Sache "sich" zueignet. Ein Funktionär der DDR, der veranlaßte, daß Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, erfüllte dieses Merkmal nicht. (BGHSt)
Entscheidungstenor
Gesetzliche Voraussetzung der Unterschlagung (§ 246 StGB) ist, daß der Täter eine Sache "sich" zueignet. Ein Funktionär der DDR, der veranlaßte, daß Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, erfüllte dieses Merkmal nicht.
Gründe
I.
1
Das Landgericht hat den Angeklagten von dem Vorwurf einer Unterschlagung freigesprochen.



sh. http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/95/gs....php?view=print

Ja, so sieht es mit dem "DDR-Unrecht" aus !

passport


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#152

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 22:16
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #141
Zitat von Gert im Beitrag #120

Jendefalls war diese Stasipostkontrolle eine Bande von Dieben, nichts weiter.



Wie ist diese Aussage mit Punkt 4.9 der Forenregeln vereinbar, warum müssen sich hunderte Bürger hier derart verunglimpfen lassen?


Unter verunglimpfen verstehe ich, über einen anderen etwas falsches zu sagen um ihn in seiner Ehre zu kränken.
Das habe ich aber nicht gemacht. Als ich von Dieben bei der Stasi-Postkontrolle sprach, sprach ich aus eigener Erfahrung. Es sind Briefe wegegekommen, es sind Sachen aus Paketen weggekommen und es sind Postsendungen auch überhaupt nicht angekommen. Es wurde niemals eine Information oder Erklärung ( beispielsweise wie es beim Zoll ist, wenn Waren deklariert werden müssen, bzw. Zollabgaben bezahlt werden sollen) mitgegeben bzw. an mich gesandt, warum solche Unregelmäßigkeiten entstanden sind. Insofern ist das für mich Postraub weil es der Wahrheit entspricht. Mit dem posten der Wahrheit habe ich niemanden verunglimpft.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#153

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 23:00
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #151
Die deutsche Justiz ermittelte unter großer Medienbeachtung die Tatsachen dieses Unrechts in Verfahren gegen 100.000 Beschuldigte. Im Jahr 2000 war diese justizielle Bewältigung der DDR-Vergangenheit beendet.

Zwei Rechtsprofessoren der Humboldt-Universität, die Professoren Klaus Marxen und Gerhard Werle behandelt dasselbe Thema in ihrem Buch "Die strafrechtliche Aufarbeitung von DDR-Unrecht. Eine Bilanz." Ihr Ergebnis wich nur minimal von dem Schaefgens ab. Während dieser von "etwa 300 Personen" schrieb, die rechtskräftig verurteilt wurden, erklärten Marxen und Werle, es seien 289 Personen gewesen. Von diesen Verurteilten waren nach Marxen und Werle 20 und nach Schaefgen 25 Angehörige des MfS. Davon wurde 1 zu Freiheitsstrafe, 22 zu Freiheitsstrafen mit Bewährung, 1 zu Geldstrafe und 1 mit Verwarnung verurteilt. Was die einzelnen Verurteilten MfS-Angehörigen begangen haben, wird von Schaefgen nicht mitgeteilt.



Nachzulesen : http://archiv2007.sozialisten.de/politik...p1/bs1/zid33021

Der Berg kreißte und gebar eine Maus

und hier noch ein Auszug eines Urteils :


--------------------------------------------------------------------------------

Bearbeiter: Rocco Beck

Zitiervorschlag: BGH, GSSt 1/95, Beschluss v. 25.07.1995, HRRS-Datenbank, Rn. X


--------------------------------------------------------------------------------


BGH GSSt 1/95 - Beschluss vom 25. Juli 1995
BGHSt 41, 187; Strafbarkeit eines Funktionärs der DDR, der veranlasste, dass Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, wegen Unterschlagung (Merkmal des "sich zueignens").

§ 246 StGB a.F.
Leitsatz des BGH
Gesetzliche Voraussetzung der Unterschlagung (§ 246 StGB) ist, dass der Täter eine Sache "sich" zueignet. Ein Funktionär der DDR, der veranlaßte, daß Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, erfüllte dieses Merkmal nicht. (BGHSt)
Entscheidungstenor
Gesetzliche Voraussetzung der Unterschlagung (§ 246 StGB) ist, daß der Täter eine Sache "sich" zueignet. Ein Funktionär der DDR, der veranlaßte, daß Gelder aus Postsendungen entnommen und an die Staatskasse abgeführt wurden, erfüllte dieses Merkmal nicht.
Gründe
I.
1
Das Landgericht hat den Angeklagten von dem Vorwurf einer Unterschlagung freigesprochen.



sh. http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/5/95/gs....php?view=print

Ja, so sieht es mit dem "DDR-Unrecht" aus !

passport


Ich würde nicht zu früh jubeln. Gesetzestexte sind schwere Kost........da muss man schon gründlich lesen. In dem Fall ging es um Unterschlagung und zwar in Blick auf das den Briefen entnommenden Geldes. Wird deutlich hier: " Der 4. Strafsenat hat sich in seiner Entscheidung ausschließlich mit Zahlungsmitteln befaßt, die dem Staatshaushalt der DDR durch Einzahlung bei der Staatsbank zugeführt wurden. Für die Verwertung anderer Sachen, die Postsendungen entnommen wurden, hat er die Zueignungsfrage nicht (auch nicht mittelbar) erörtert."
Knackpunkt sind die Begriffe "Gewahrsam" und "Sich-Zueignen". Heißt im Klartext: Geld gehört im besitzrechtlichen Sinne keiner Person, bzw. der, dessen Geld aus dem Brief entwendet wurde ist im juristischen Sinne nicht Besitzer des Geldes. Somit ist auch der Begriff "Unterschlagung" nicht zutreffend, denn der setzt die Wegnahme eines Besitzes voraus.
Da es dem 4. Senat aber nur um Zahlungsmittel ging, heißt der Umkehrschluß, das in all den anderen Fällen, wo Sachen entwendet wurden, die einen Besitzer haben ( ich sag jetzt mal Schallplatte), eine Verurteilung wegen Diebstahl oder Unterschlagung möglich wäre.

Ferner wurde auch festgestellt:
"Ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen sich wegen Unterschlagung auch strafbar macht, wer als Organ oder Angestellter einer juristischen Person, einer Personenvereinigung oder einer sonstigen Organisation eine fremde Sache deren Vermögen zuführt, ist in der bisherigen Rechtsprechung noch nicht geklärt."
Gemeint sind also die MfS-Mitarbeiter bzw. die SED-Führungsriege.
Weitaus interessanter fand ich aber dies:
"In seiner Funktion als Leiter der Abteilung M war der Angeklagte für die gesamte, in der DDR flächendeckend und systematisch praktizierte Postkontrolle verantwortlich. Sie wurde in Ostberlin durch die dem Angeklagten unterstellte Abteilung, im übrigen durch die Abteilungen M der 14 Bezirksverwaltungen des MfS durchgeführt. Die Deutsche Post leitete den Abteilungen M zu diesem Zwecke sämtliche ihr zur Beförderung anvertrauten Brief- und Kleingutsendungen zu."

Und das:"Entsprechend diesen Anweisungen wurden die einbehaltenen Zahlungsmittel in monatlichen Abständen der Abteilung Finanzen des MfS in Berlin zugeführt. Von dort wurden die Zahlungsmittel bei der Staatsbank der DDR eingezahlt und dadurch dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt. In den Jahren 1984 bis 1989 wurden auf diese Weise durch die Abteilungen M der Zentrale und der 14 Bezirksverwaltungen des MfS insgesamt Zahlungsmittel im Wert von über 32 Millionen DM vereinnahmt."
Spricht für sich selbst..............


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zuletzt bearbeitet 10.12.2012 23:03 | nach oben springen

#154

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 23:28
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat
Knackpunkt sind die Begriffe "Gewahrsam" und "Sich-Zueignen". Heißt im Klartext: Geld gehört im besitzrechtlichen Sinne keiner Person, bzw. der, dessen Geld aus dem Brief entwendet wurde ist im juristischen Sinne nicht Besitzer des Geldes. Somit ist auch der Begriff "Unterschlagung" nicht zutreffend, denn der setzt die Wegnahme eines Besitzes voraus.



Selten so einen Schmarn gelesen, allein schon weil Du Besitz und Eigentum durcheinanderbringst sagt mir das einiges.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 10.12.2012 23:30 | nach oben springen

#155

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 23:47
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #148
Zitat von passport im Beitrag #128
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Absender: Eisenacher

Frage an die Insider: Hatten DDR-Zollbeamte die Möglichkeit beschlagnahmte Westware zu kaufen?

kurz und knapp : Nein



passport
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Das hatte ich auch gedacht. Bis ich eines Tages in Eisenach bei einem DDR -Zollbeamten in der Speisekammer war. Das war 1971. Da sah es aus wie im Intershop.



Wenn ich das so geschrieben habe, stimmt das auch so. Angehörigen der Zollverwaltung haben keine eingezogene oder beschlagnahmte Ware käuflich erwerben dürfen. Ebenso war es verboten private ( ausgenommen dienstliche ) Kontakte zu Personen aus dem NSW zu haben.
Kann natürlich deine Aussage von Sachen die vor 40 Jahren passiert sind, hier nicht wiederlegen.
Gebe aber zu Bedenken, das dein Zöllner sehr leichtsinnig handelte, als er dir diese Sachen zeigte. Entweder war er du.. oder kein Zöllner.
Bei Unterschlagung, Bestechlichkeit oder Diebstahl hätte dieser Zöllner eine harte Strafe bekommen und wäre aus der Zollverwaltung entlassen wurden.
Übrigens die DDR hatte keine Beamten

passport


Ich war bei einem Radsportkollegen zu Gast,. Dessen Vater war beim Zoll. Der Sohn hat mir ganz stolz die Speisekammer gezeigt. Ich hatte gedacht , das Zöllner die Möglichkeit hatten, die beschlagnahmten Waren zu kaufen. Da es nicht so war , hatte er bestimmt eine geheime spendierfreudige Westverwandschaft.

Die Beamten der DDR nannt sich Behördenangestellte. Ja, es waren keine Beamten. Behördenangestellter klingt auch viel besser.


zuletzt bearbeitet 10.12.2012 23:52 | nach oben springen

#156

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 08:46
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #155

Ich war bei einem Radsportkollegen zu Gast,. Dessen Vater war beim Zoll. Der Sohn hat mir ganz stolz die Speisekammer gezeigt. Ich hatte gedacht , das Zöllner die Möglichkeit hatten, die beschlagnahmten Waren zu kaufen. Da es nicht so war , hatte er bestimmt eine geheime spendierfreudige Westverwandschaft.


So entstehen Mythen und Legenden .......
Eine ehemals bürgerbewegte Frau weiß in ihrem Rechtfertigungsbüchlein warum sie schon immer CDU war sehr "Überzeugend" davon zu berichten das bei einer Freundin, deren Vater beim MfS oder anderem Organ war, das Westgeld Haufenweise offen in der Wohnung herumlag.
Das ganze geschehen in den ausgehenden sechziger Jahren, Anfang Siebziger in Berlin......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#157

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 09:33
von Alfred | 6.853 Beiträge

Hallo,

etwas länger, aber mal eine andere Sicht zur "Postkontrolle".

Quelle: "Die Sicherheit - Zur Abwehrarbeit des MfS"


Dateianlage:
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#158

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 09:41
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #145
Wie bisten zu dieser 'Ehre' gekommen? Und sicher das die Speisekammer? Oder doch eher die Asservatenkammer, hmm?

Wobei, ein POS-Mitschüler, Sohn eines ZV-OSL hatte einen West-Taschenrechner. Zwar nur 4-Spezies, aber West-Modell! Und 7353 eintippen und jedem stolz wie Oskar das Ding verkehrtrum unter die Nase halten (war kurz vor der SR1-Einführung) hat's gereicht. Wo der wohl herkam *grübel*


Wir hatten u.a. auch die ersten PC von Schneider in der DDR , die waren noch mit 5 Zoll-Diskettenlaufwerk . Die kamen aber nicht aus "Paketen", sondern wurden aus beantragten und bewilligten NSW-Mitteln angeschafft. Man sollte schon mal die Kirche im Dorf belassen und nicht versuchen, sie krampfhaft an einen anderen Standort zu versetzen.
Mythen und Legenden gehören in das Reich der Märchen und da wären sogar die Gebrüder Grimm heute sprachlos über die Vielzahl der heutigen Geschichten und Märchenbücher.

Vierkrug


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.12.2012 09:43 | nach oben springen

#159

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 10:47
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Hatten so ein ähnliches Thema schon mal woanders und da hatte ich geschrieben, was meine Mutter uns damals erzählte. Sie war eine zeitlang bei der Paketkontrolle eingesetzt und versicherte uns, daß peniebel genau Buch geführt wurde, wenn etwas und was in welcher Menge aus einem Paket entnommen wurde, was von der Einfuhr ausgeschlossen war. Da war nix drin von wegen sich was privat unter den Nagel reißen. Meine Mutter war keine reguläre Angestellte des Zolls, zumeist war sie Hausfrau (drei Kinder) und hat diese Tätigkeit zeitweise ausgeübt, um die Finanzen der Familie zu verbessern.



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#160

RE: Stasi - Ein Volk unter Kontrolle

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 10:56
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #159
Hatten so ein ähnliches Thema schon mal woanders und da hatte ich geschrieben, was meine Mutter uns damals erzählte. Sie war eine zeitlang bei der Paketkontrolle eingesetzt und versicherte uns, daß peniebel genau Buch geführt wurde, wenn etwas und was in welcher Menge aus einem Paket entnommen wurde, was von der Einfuhr ausgeschlossen war. Da war nix drin von wegen sich was privat unter den Nagel reißen. Meine Mutter war keine reguläre Angestellte des Zolls, zumeist war sie Hausfrau (drei Kinder) und hat diese Tätigkeit zeitweise ausgeübt, um die Finanzen der Familie zu verbessern.


Das setzt voraus, dass die Angestellten regelmässig einer Taschenkontrolle unterzogen werden, denn man kann auch etwas herausnehmen, ohne zu rapportieren (sozusagen "Kurzer Dienstweg": direkt aus dem Paket in den eigenen Sack). Vermutlich war die Aufklärungsrate solch illegaler Aktivitäten sogar eher hoch - der volkswirtschaftliche und der Imageschaden für die DDR aber auch.
Theo


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