#161

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:08
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #42

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
Jetzt verstehe ich den Begriff "Tafel" nicht, nehme aber an es ist so eine Art Soup Kitchen (Suppenkueche) wo Obdachlose, Leute die aus welchen Gruenden auch immer selbst nicht kochen koennen und Angehoerige von Randgruppen ein sehr billiges oder gar kostenloses warmes Essen bekommen? Nicht gerade ideal, aber besser als in Ost-Berlin zu wohnen und mit Gewalt daran gehindert zu werden eben mal nach Westen zu spazieren.


Nach mehrmaligen durchlesen frage ich mich ganz ehrlich wo Du beim schreiben dieser Zeilen gerade gewandelt bist! Besuch doch mal eine Tafel in Ostberlin und frage die Menschen dort was denen wichtiger ist. Ich denke mal 99% würden den Spaziergang nach Westberlin einem sozial abgesicherten und menschenwürdigen Leben vorziehen. Du nicht auch?




Hallo Felix, hier muss ich mal nachfragen:
warum habt "ihr" vor 89 nicht vermittelt bekommen, dass "der Spaziergang nach W-Berlin" möglicherweise mit dem Verlust eines abgesicherten Lebens einhergeht? Das wäre doch ein überzeugendes Argument gewesen, nicht alles hinzuschmeißen? ("menschenwürdig" lasse ich hier weg, weil ich da deine Einschätzung nicht teile)


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#162

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:08
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #157
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #153
Zitat von Lutze im Beitrag #152
Zitat von Alfred im Beitrag #150
Zitat von Lutze im Beitrag #149
@Feliks D.,am besten kann man sich in solch einer Situation hinein versetzen,
wenn man selber betroffen ist
Lutze


Lutz,

wer sagt denn, dass Feliks nicht betroffen ist / war ?

wenn er auf der anderen Seite vom Vernehmertisch gesessen hat,
dann sage ich ja
Lutze


@Lutze,

meinst du auf dem gepolsterten Stuhl?

gab es da gepolsterte Stühle?
Lutze


klar doch Lutze Felix D. und Kollegen saßen auf den gepolsterten.


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#163

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:15
von Lutze | 8.033 Beiträge

mein Anwalt war damals bei keiner Vernehmung dabei ,zu meiner Verhandlung
kam der im schicken Anzug mit den Bonbon-Abzeichen,den habe ich mir aus der Liste
der Rechtsanwälte ausgesucht,die man mir gab,waren wohl alle SED-Mitglieder
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#164

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:25
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #162
Zitat von Lutze im Beitrag #157
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #153
Zitat von Lutze im Beitrag #152
Zitat von Alfred im Beitrag #150
Zitat von Lutze im Beitrag #149
@Feliks D.,am besten kann man sich in solch einer Situation hinein versetzen,
wenn man selber betroffen ist
Lutze


Lutz,

wer sagt denn, dass Feliks nicht betroffen ist / war ?

wenn er auf der anderen Seite vom Vernehmertisch gesessen hat,
dann sage ich ja
Lutze


@Lutze,

meinst du auf dem gepolsterten Stuhl?

gab es da gepolsterte Stühle?
Lutze


klar doch Lutze Felix D. und Kollegen saßen auf den gepolsterten.


im Gerichtssaal saß ich auf eine Holzbank,auch ungepolstert
Lutze


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#165

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:41
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #156
Zum Thema Unrechtsstaat zitiere ich mich auch gerne noch ein drittes Mal.



umsonst, denn "oma schlawuttke" kann und wird es nicht begreifen... daher langweile bitte nicht mehr mit fakten.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#166

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 19:51
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #165
Zitat von Feliks D. im Beitrag #156
Zum Thema Unrechtsstaat zitiere ich mich auch gerne noch ein drittes Mal.



umsonst, denn "oma schlawuttke" kann und wird es nicht begreifen... daher langweile bitte nicht mehr mit fakten.

welche Fakten langweilen dich denn
Lutze


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#167

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 21:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #152
wenn er auf der anderen Seite vom Vernehmertisch gesessen hat, dann sage ich ja

Na dann gratuliere ich schonemal dem FED zu diesem schnellen Ermittlungserfolg, einfach nur dasitzen und Lutze sagt ja ...
War das nicht der Traum eines jeden Vernehmers *breit_fragend_grins*
Achso, den Link haste aber schonemal überlesen @Lutze? Also wieimmer jetzt 'überlesen' gedeutet werden kann, gell @FED *immernoch_grins*
Sonst isses schon wie's Fensterputzen, und dieses findet nicht nur der Gilbert langweilig *nichtmehr_grins*

Ich beantwortet mal die Frage, ob ich die DDR heute noch für einen Unrechtsstaat halte, mit einer (äußert unhöflich, ich weiß) Gegenfrage: 'Ist die BR Deutschland eine Siegerjustitz?' Wurde trotzdem noch ein richtig gutes Gespräch, als ich die Frage schonemal so beantwortet.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.03.2013 21:41 | nach oben springen

#168

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 21:35
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Ich fasse mal für mich zusammen: Die DDR war ein Rechtsstaat wie alle anderen auch. Es gab verfassungsrechtlich-geschützte Grundwerte, die man einklagen konnte. Wie zum Beispiel das Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Oder das Recht auf Meinungsfreiheit. Rechtsbeugung war in dem System natürlich völlig unbekannt.Anwälte konnten jederzeit Einblick in die Akten erhalten und Einfluß auf das Prozesssystem nehmen. Seinen Aufenthaltsort konnte man selber bestimmen, auch wenn dieser rein zufällig im NSA lag. Der Gebrauch der Schusswaffe gegen die eigene Bevölkerung an der Grenze war ein unerklärliches Mysterium, da es ja keinen Schießbefehl gab. Den Dienst an der Waffe konnte man ohne spätere Repressalien jederzeit verweigern. Auch konnte jeder den Beruf ergreifen, den er gerne erlernen wollte. Das MfS bewegte sich sowieso immer innerhalb rechtsstaatlicher Grundsätze und hatte nur das Wohl der eigenen Bevölkerung im Sinn.
Da frage ich mich nur, warum dann '89 die Leute auf die Straße gegangen sind und das System abgeschafft haben. War doch ein richtiges Kleinod, die DDR. Nur wegen der Bananen..........?


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zuletzt bearbeitet 11.03.2013 21:37 | nach oben springen

#169

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 21:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Kein Unrechtsstaat ist gleich Rechtsstaat? Na die Rechnung ist jetzt aber bissel seeeeehr einfach Herr Schuddeldetjowski.
Du bist doch'n Wessi, so einer ausm Bilderbuch, odär? Hast DU ein Problem mit dem Begriff 'Siegerjustitz'?


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#170

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 21:45
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #169
Kein Unrechtsstaat ist gleich Rechtsstaat? Na die Rechnung ist jetzt aber bissel seeeeehr einfach Herr Schuddeldetjowski.
Du bist doch'n Wessi, so einer ausm Bilderbuch, odär? Hast DU ein Problem mit dem Begriff 'Siegerjustitz'?


Büdde? Bilderbuch? Du warst wohl heute zu lange im Freien, wa? Mit Siegerjutiz hab ich kein Problem,jeder kann soviel verbale Gonorrhoe schreiben, wie er will, odär?


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#171

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 21:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Nich ausm Bilderbuch, och manno *traurig_grins*
Schon schei... mit den Schubladen, hä?

Naja und einge nachwendliche Entscheidungen des Rechststaates sind da zumindest etwas , hmm, wie sag ich's jetztmal ... fragwürdig. Iss das bissel genehmer, 'Siegerjustitz' klingt schon heftig, gebe ich ja zu. Aber ein Gespräch wird das glaube ich nimmer, zumindest heut.

Und auch einige vorwendliche Entscheidungen, aber die wurden ja schon mehrfach und auch recht kontrovers diskutiert. Neu war für mich die von @turtle erwähnte 'Mauschelei' mit der Volljährigkeit ... #24 Rückkehr nach Flucht?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.03.2013 22:48 | nach oben springen

#172

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 22:16
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #144
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #141
Zitat von GKUS64 im Beitrag #135
Hallo Nostalgiker,

ob nun Rechts- oder Unrechtsstaat: mindestens 90% der Bürger waren auf jeden Fall mit diesem System nicht einverstanden, waren die alle doof?
Skizziere doch mal ein System, welches all deine/unsere Wünsche erfüllt. Gründe eine Partei dazu und vielleicht wählen wir dich dann auch!


Jetzt weiß ich endlich woher die überwältigenden Wahlergebnisse in der DDR kamen, die waren also die über 90% welche mit ihrer Stimme ihre Verbundenheit mit dem System zum ausdruck brachten .....
@GKU, hinterher kann immer ein Schlauer behaupten das schon immer fast alle ganz doll dagegen waren, nur haben diejenigen die "dagegen waren" damals fleißig mitgemachrt......

Nostalgiker


Nostalgiker,

wie allgemein in der DDR bekannt war , hatte ein erhebliche Menge an Leuten zwei Meinungen:

eine für die Öffentlichkeit geeignet zum erlangen von Vorteilen in allen Lebenslagen
und die zweite für den privaten Bereich um sich mit Vertrauten auskotzen zu können.
Die ganz "roten" hatten natürlich nur eine die waren ja überzeugt.
Dann gab es noch die "Radischen" außen rot innen weiß (Karrieristen)

Eine Gesellschaft basierend auf Lug Trug und Täuschung. Ich danke sehr.



ja so wie heute,nur 10x schlimmer!


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#173

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 22:49
von Rainman2 | 5.756 Beiträge

Hatten wir zu dem Thema eigentlich schon mal den Schorlemmer gehört? Naja, ist zwar aus dem Focus der Artikel und hat auch schon ein paar Wochen auf dem Buckel, aber was Schorlemmer da sagt, kann ich akzeptieren. Nett und nachdenkenswert finde ich den Gedanken: „Es gab in der DDR die rhetorische und im Grunde unsinnige Frage: Bist du für den Frieden, Ja oder Nein? Der Tanz um den Begriff Unrechtsstaat heute folgt diesem Muster“, erklärte Schorlemmer. Zugleich warnte er davor, „die DDR in Gänze zu dämonisieren, weil genau das die Gegenreaktion der Verklärung hervorruft. Schwarzfärben führt zum Schönfärben.“

http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_398663.html

ciao Rainman

PS: Bevor ich es vergesse: Es gibt nicht nur Ostdeutsche, die den Begriff nicht akzeptieren. Es soll auch Westdeutsche geben, sogar Rechtswissenschaftler und Juristen, die einen differenzierten Umgang mit der Geschichte anmahnen.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 11.03.2013 22:51 | nach oben springen

#174

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 11.03.2013 23:11
von damals wars | 12.130 Beiträge

Schuddelkind , sicher rein zufällig hast Du das Recht auf Arbeit und das Recht auf Bildung vergessen.
Schön, das ich Dich erinnern durfte.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#175

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 06:23
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #174
Schuddelkind , sicher rein zufällig hast Du das Recht auf Arbeit und das Recht auf Bildung vergessen.
Schön, das ich Dich erinnern durfte.


Wie lieb von dir! Mit dem Recht auf Arbeit war das aber so eine Sache. Denn: "Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.“

– Artikel 24 (2) der DDR-Verfassung in der Fassung vom 7. Oktober 1974
Und dann gab es noch den § 249. Da soll es doch tatsächlich Leute gegeben haben, die ihr Recht auf Arbeit gar nicht wahrnehmen wollten und deshalb ein Problem hatten. Musiker z.B., heute würde man sie als semiprofessionell bezeichnen, besonders wenn sie gesellschaftskritisch waren, mussten sich oft eine Scheinarbeitsstelle besorgen, um nicht mit dem staatlichen System zu kollidieren, obwohl sie eigentlich lieber ihrer Passion nachgegangen wären.
Recht auf Bildung ist auch eine löbliche Sache, aber.........
"Ein wichtiger Grundsatz des Bildungssystems der DDR war die „Einheit von Bildung und Erziehung“. Die Kinder und Jugendlichen sollten zu vollwertigen Mitgliedern der „sozialistischen Gesellschaft“ werden und sich mit dem Staat identifizieren. Das gesamte Schulsystem war stark ideologisiert und militarisiert. Das ideologische System der DDR durchzog die Inhalte mehrerer Schulfächer. Wehrerziehung war, ab 1978 auch als spezifischer Wehrunterricht, Teil der schulischen Bildung. Von den Schülern wurde Engagement im Sinne des Gesellschaftssystems der DDR erwartet. Auch die Freizeitgestaltung an den Schulen durch die Pionierorganisation Ernst Thälmann und die Freie Deutsche Jugend war überwiegend ideologisch ausgerichtet.

Für den Zugang zu allen weiterführenden Bildungseinrichtungen waren neben den fachlichen Voraussetzungen in unterschiedlichem Maße auch politische Kriterien wie das „gesellschaftliche Engagement“ der Schüler, später auch die Verpflichtung zu einem längeren Dienst in der NVA, der Beruf der Eltern oder eine Mitgliedschaft in Massenorganisationen oder gar der SED entscheidend.v"
Da relativiert sich die ganze Sache schon ein wenig. Wenn ich studieren wollte, aber nicht zur NVA wollte, war dann nicht mehr viel los mit dem Recht auf Bildung.Und einklagen konnte ich das auch nicht.......womit wir wieder beim Rechtsstaat wären.........


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#176

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 07:57
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ja, ja die Ossis..... Rund 30 Jahre dürfen sie schon in "Freiheit" leben und haben immer noch nicht begriffen was die böse Zone für ein Unrechtsstaat war. Da ist wohl Hopfen und Malz verloren....


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#177

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 07:59
von 94 | 10.792 Beiträge

Auch wieder bissel sehr einfach, die Hauptzugangsvorrausetzung zur gehobenen Bildung war auch in der DDR die Hochschulreife. Und diese gab's in erster Linie und fast ausschließlich für Leistung, also mit einem Schnitt von über 1,5 war das schonema mau. Ausnahme, die Erziehungsberechtigten hatten einen Ausreiseantrag laufen, ist ja eigentlich nachvollziehbar?
Ansonsten half da auch das Elternhaus oder die Herkunft (A B oder I) nix, selbst für die BOB (Berufsoffiziersbewerber). Viele von diese schafften die Bedingungen für die EOS oder eine BmA nicht und durften dann in einem zusätzlichen Jahr OHS erstmal als Nullserie das Abi 'nachholen'.
Auch die drei Jahre hatten nur den 'Vorteil' gleich gezogen zu werden. Na gut, bissel mehr Stip gab's dann auch.

P.S. Stipendium gab übrigens elternunabhängig für Alle und auch nicht als 'Kredit' wie dieses Bafög.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 08:04 | nach oben springen

#178

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 08:27
von ddr-bürger (gelöscht)
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Übrigens, es gab da auch Statistiken, man wollte den Anteil der Studenten aus den Kreisen der Arbeiter fördern, so konnte es passieren das du als Kind eines "Staatsdieners" den studienplatz nicht bekommen hast, weil der Sohn eines Arbeiters besser in die Statistik paßte.


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#179

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 08:36
von matloh | 1.204 Beiträge

Um in der Diskussion weiter zu kommen, sollten wir vielleicht mal definieren, was einen Rechtsstaat bzw. einen Unrechtsstaat kennzeichnet, oder?

Diese Definition soll natürlich allgemein gültig sein, unabhängig von bestehenden oder nicht mehr bestehenden Staaten...

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 12.03.2013 08:36 | nach oben springen

#180

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 08:47
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Honecker unterzeichnete in Helsinki Vereinbarungen, die umgehend von Stasi-Chef Mielke durch konspirative Praktiken unterlaufen wurden.
Der normale DDR Bürger war auf gewissen Gebieten rechtlos und schutzlos.
Die Möglichkeit, staatliches Handeln durch ein Gericht überprüfen zu lassen, hat man sich in der DDR geschenkt. Beispielsweise gab es kein Gericht, daß man bei Ablehnung einer Ungarnreise hätte anrufen können.

Ähnlich funktionierte es bei Ausreisanträgen in meiner Verwandschaft. Erstmal hörte man lange Zeit garnichts. Die Anträge wurden einfach nicht bearbeitet. Faßte man dann mal Mut, bei den 'zuständigen Organen' vorzusprechen, bekam man die Wirkung der Gummi-Paragrafen zu spüren, bei nächstem mal auf Vorsprache könne man mit einer Anklage wegen, fallweise 'staatlicher Behinderung' oder 'staatsfeindlicher Hetze' rechnen.
Besaß man gar die Frechheit, etwa Amnesty International darauf hinzuweisen, daß das SED-Regime seine eigenen Helsinki-Verpflichtungen nicht gedenkt einzuhalten, gab es ein Verfahren wegen 'Hetze' sowieso, dann noch zusätzlich wegen 'ungesetzlichter Verbindungsaufnahme'.
Kurzum, dann war man blitzschnell ein 'Spion', wie ein unbewaffneter Zivilist ein 'Grenzduchbrecher' war.


Tobeck hat sich für diesen Beitrag bedankt
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