#761

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 16:42
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #751
Zitat von Rostocker im Beitrag #750

grün---Kann ich absolut nicht bestätigen. Kollege von mir. der 88 ausreiste mit Familie. Hat noch sein Haus verkauft und nahm noch an Brigadefeiern teil und selbst in den Pausenzeiten saß man zusammen. Ich weiß so was wir heute nicht gerne gehört. Aber man soll sich heute nicht hinstellen und alles verallgemeinern.




... selbst in den Pausenzeiten saß man zusammen und sein Haus durfte er auch noch verkaufen.
Ach wie menschlich. War eben doch nicht alles schlecht.
Mal eine Frage Rostocker. War es nicht so , daß man als Ausreiseantragsteller zum Gegner des Systems wurde?
Die Genossen habe das schon richtig gesehen, wer den sozialistischen Staat verlassen wollte, wollte nicht mehr mitmachen und fand etwas anderes besser. Ergo: Er war dagegen.


Schnattchen, hör doch endlich mal mit der pauschalen Rundumkeule auf. DIE Genossen, wer waren den DIE ? Hattest Du im Bekannten- Verwandten- und Kollegenkreis nur solche Typen oder wolltest Du sie pauschal als solche sehen ?



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#762

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 16:51
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #757
Zitat von Lutze im Beitrag #755
@grenzgaengerin,
eins verstehe ich nicht,bei deiner Schwägerin,
wenn man einen Ausreiseantrag gestellt hatte,wollte man raus aus der DDR,
egal nach den Gründen,
und erst am Tag der Ausreise hat sie sich für den Westen entschieden?
Lutze


Ja Lutze. In der Zwischenzeit ist mein Neffe größer und älter geworden, sollte eingeschult werden, gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Kindergarten in der Schule quer über die Straße. Die Bindung der Schwester an ihren Bruder, der neben ihren Vater ihr einziger lebender Verwandter war, ist enger geworden. Wenn es in ihrer Beziehung zu ihrem Freund und späteren Ehemann mal gekracht hatte, wie in jeder Beziehung, dann hatte sie ihr lieb gewordene Menschen an ihrer Seite. Mein Neffe hat seinen Onkel, meinen Mann, über alles geliebt - war er doch der väterliche Freund, der für ihn immer erreichbar war, wenn der Vater nicht da war.

Es waren am Ende die menschlichen Beziehungen im Alltag, die sie zögern liessen. Die mussten von einem Tag auf den anderen gekappt werden. Nicht jeder ist mit einem freudig erregtem Lächeln zum Grenzübergang und hat seine Entlassung aus der DDR - Bürgerschaft vorgezeigt.

Alles nicht so einfach gewesen, damals.

LG von der grenzgaengerin


eine Frage noch dazu,
aus damaliger und aus heutiger Sicht,
hat deine Schwägerin die richtige Entscheidung getroffen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#763

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 16:55
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #754
Bei den Ausreisen von DDR-Bürgern hat wahrscheinlich jeder ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Das war sowohl von der Zeit, von dem Ausreisenden, seinen Gründen und seiner Vorgeschichte abhängig. Aber auch da gab es die ganze Bandbreite von unterschiedlichen Wahrnehmungen. Von der Ausreise von Manfred Krug bis hin zum Freikauf politischer Häftlinge. Die einen wollte man halten, die anderen so schnell wie möglich los werden.

Eine Gruppe von Menschen wurde meiner Meinung in den vielen Beiträgen hier im Forum ausgelassen. Und zwar die, deren Familienverbände von einem Tag auf den anderen auseinander gerissen wurden. Besonders in Berlin konnte man das sehr gut beobachten. Da haben die Eltern in Reinickendorf gelebt und die Tochter in Pankow. Manchmal nur ein Paar Straßen von einander entfernt.

So eine Tochter war meine Schwägerin. Sie lebte in Pankow, ihr Vater in Reinickendorf. Sie hatte aber auch noch einen jüngeren Halbbruder in Pankow, für den sie sich verantwortlich fühlte, nachdem ihre Mutter gestorben war. Mit den Jahren wurde ihr Vater, der Kriegsinvalide war, in Westberlin immer gebrechlicher und sie konnte ihm nicht helfen. Er selbst hatte auch nicht mehr die Kraft, seine Tochter zu besuchen. Ich weiß nicht wie viele Jahre sie in dem Konflikt gelebt hat – sich zwischen Vater und Halbbruder zu entscheiden, bevor sie den ersten Ausreiseantrag zur Familienzusammenführung gestellt hat, der dann auch prompt abgelehnt wurde. Das war Anfang der 70-er als mein Mann von der Armee wieder kam.

Fast zur gleichen Zeit lernte sie in Klärchens Ballhaus (?) einen Westberliner kennen und verliebte sich in ihn. Wie es manchmal so ist im Leben. Sie arbeitete damals als Verkäuferinin. Als sie ihren Kolleginnen von ihrer neuen Liebe erzählte, wurde ihr von einigen bösartig unterstellt, dass sie wohl nun einen anderen Weg über die Mauer suche. Zuerst hat sie das auf die „Berliner Großschnauze“ zurückgeführt, die manchmal sehr direkt sein kann. Doch je fester die Beziehung zwischen ihr und dem Mann aus Westberlin wurde, um so mehr wurde gestichelt. Ob das nun Neid der anderen war, weil sie anders duftete, oder der Pullover schicker war, auch wenn er „nur“ von C&A war, sei mal dahingestellt. Auch wenn es nur Zickenkrieg unter Frauen war, so war er zu der Zeit schon besonders. Die politische Komponente kam hinzu, als sie in die Kaderleitung bestellt und ihr dort nahe gelegt wurde, dass sie doch das Verhältnis mit dem Westberliner lösen sollte.

Es bewirkte jedoch das Gegenteil. Sie suchte sich einen Job in einem mehr oder weniger anonymen Berliner Großbetrieb, kündigte den sauberen Job im Textilhandel und saß fortan am Band, verdiente mehr und war mit ihrer Wochenendbeziehung zu dem Westberliner mehr oder weniger glücklich. Sie liebte auch ihre Arbeit und vor allem fand sie dort zwei Freundinnen, mit denen sie sich offen über ihre Probleme austauschen konnte, ohne das es zum Politikum der ganzen Abteilung wurde. Da fasste sie wieder Mut und stellte wieder einen Ausreiseantrag auf Familienzusammenführung, zumal sie nun 2 Gründe hatte – der kranke Vater und der Freund, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt schon 1 ½ Jahre zusammen war, den sie im Antrag bzw. in der Begründung nicht erwähnte. Und was sagte man ihr in einem Gespräch bei der Abteilung Inneres beim Rat des Stadtbezirkes? Ihr Freund gehöre zu ihren wechselnden Männerbekanntschaften, und kein Grund zur Ausreise, sondern eher ein Grund für ihr gestörtes Verhältnis zum sozialistischen Arbeitskollektiv. Und der Vater sei nur vorgeschoben, um ihren Problemen die ausschließlich in ihrer Person liegen, aus dem Weg zu gehen.

Und schon hatte sie den nächsten Gewissenskonflikt. Sollte sie sich von ihrem Freund trennen, damit er ihr nicht im Wege stand, bei ihrer Sorge um ihren Vater? Ärztliche Gutachten über den Gesundheitszustand und die Pflegebedürftigkeit ihres Vaters, die sie den Anträgen beilegte, schienen bei der Beurteilung ihres Begehrens keine Rolle zu spielen. Und so gab sie den Gedanken, sich vom Freund zu trennen auf. Ihr Freund hatte in der Zwischenzeit in Westberlin Kontakt zu ihrem Vater und unterstützte ihn soweit es ihm möglich war. Nicht zuletzt durch lange Gespräche über Tochter und Freundin. So konnten Vater und Tochter auf kurzem Weg Anteil am Alltag des jeweiligen anderen nehmen.

So verging die Zeit und meine Schwägerin wurde schwanger. Mit das schönste, was einer Frau passieren konnte. Die ersten Monate der Schwangerschaft waren für sie die Hölle. Auf der einen Seite die Freude über das in ihr wachsende Kind und auf der anderen Seite die Gewissheit, dass es spätestens mit der Geburt es neue Probleme geben wird, denen man mit einem Schwangerschaftsabbruch aus dem Weg gehen könnte. Sie entschieden sich für das Kind und auch zu heiraten. Sie sammelten alle dafür notwendigen Dokumente zusammen und sprachen beim Standesamt in Berlin – Pankow vor.

Meine Schwägerin wollte nicht ausreisen – sie wollte den Vater ihres Kindes heiraten. Und es ist genau das passiert, was sie befürchtet hat – egal wo sie vor sprach, das noch ungeborene Kind, wurde ihr als Druckmittel auf den Staat ausgelegt – Kind – Heirat – Familienzusammenführung mit dem Ehemann. Im Mai 1974 kam mein Neffe zur Welt. Im Oktober 1979, 5 ½ Jahre später, erhielten sie vom Standesamt Berlin – Pankow kurzfristig einen Termin zur Eheschließung. Ein halbes Jahr später, im April 1980 erhielt sie vollkommen unerwartet die Ausreise, die bis zum 30. Mai 1980 erfolgen musste.

Bis zum letzten Tag hat sie mit sich gerungen, von Pankow nach Reinickendorf zu ziehen. Sie hat zwar alle Formalitäten erledigt, auch die wichtigsten Sachen für sich und die Kinder gepackt – den Mietvertrag gekündigt, aber nicht ihren Hausstand aufgelöst und verschenkt oder verkauft. Sie war bis zuletzt hin und her gerissen zwischen ihren beiden Familien – dem Vater im Westen und dem Bruder im Osten, zumal auch er in der Zwischenzeit eine Familie hatte und sein Sohn im Mai 1980, in den Tagen der Entscheidung geboren wurde. Erst am Tag der Ausreise hat sie sich endgültig für den Weg in den Westen entschieden. An diesem Tag war für uns alle Beteiligten der Bahnhof Friedrichstraße nicht der Tränenpalast, sondern die Tränenhölle.

Doch damit ist die Geschichte der Ausreise meiner Schwägerin noch nicht zu Ende. Mein Mann arbeitete zu diesem Zeitpunkt schon seit 8 Jahren bei eine Massenorganisation. Er war auch Reisekader – wenn auch nur ins sozialistische Ausland. Eine Woche nach der Ausreise meiner Schwägerin wurde er zur Kaderleitung zu einem Gespräch bestellt. Dort stellte man ihm die Frage, ob er nicht hätte verhindern können, dass seine Schwester ausreist. Und eine Ehe mit einem Westberliner hätte es auch nicht geben dürfen. Ich weiß nicht, ob es diese Fakten waren oder die Reaktion meines Mannes der fragte, ob es bei einem Russen etwas anderes gewesen sei, dazu führte, dass mein Mann versetzt wurde. Ein halbes Jahr später kündigte er dort.

Die Gründe meiner Schwägerin waren nicht politisch. Doch bei denen, die sie zurück gelassen hat sind die Gründe, sich mit der Politik der DDR kritisch auseinander zu setzen, größer geworden.

LG von der grenzgaengerin

EDIT (?)




Die Angelegenheit halte ich für ziemlich realistisch geschildert. So ähnlich wird es bei meiner Schwägerin auf den Ämtern auch abgelaufen sein. Irgendwie, und da komme ich wieder auf schon Geschriebenes zurück, haben bestimmte Behördenmitarbeiter ihre Kompetenzen im Umgang mit den Menschen deutlich überschritten. Ob nun aus vorauseilendem Gehorsam oder auch heimlichem Neid auf Menschen, die sich möglicherweise bald einige Wünsche aus dem Warenangebot West erfüllen können. Sie wurden nicht abgemahnt, weil es sich die Antragsteller verkniffen haben, sich zu beschweren. Hatte es vorhin schon mal geschrieben, für meine Schwägerin hatte ich eine Beschwerde formuliert, die sie aber nicht abgeschickt hatte.



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#764

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 17:13
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #762
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #757
Zitat von Lutze im Beitrag #755
@grenzgaengerin,
eins verstehe ich nicht,bei deiner Schwägerin,
wenn man einen Ausreiseantrag gestellt hatte,wollte man raus aus der DDR,
egal nach den Gründen,
und erst am Tag der Ausreise hat sie sich für den Westen entschieden?
Lutze


Ja Lutze. In der Zwischenzeit ist mein Neffe größer und älter geworden, sollte eingeschult werden, gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Kindergarten in der Schule quer über die Straße. Die Bindung der Schwester an ihren Bruder, der neben ihren Vater ihr einziger lebender Verwandter war, ist enger geworden. Wenn es in ihrer Beziehung zu ihrem Freund und späteren Ehemann mal gekracht hatte, wie in jeder Beziehung, dann hatte sie ihr lieb gewordene Menschen an ihrer Seite. Mein Neffe hat seinen Onkel, meinen Mann, über alles geliebt - war er doch der väterliche Freund, der für ihn immer erreichbar war, wenn der Vater nicht da war.

Es waren am Ende die menschlichen Beziehungen im Alltag, die sie zögern liessen. Die mussten von einem Tag auf den anderen gekappt werden. Nicht jeder ist mit einem freudig erregtem Lächeln zum Grenzübergang und hat seine Entlassung aus der DDR - Bürgerschaft vorgezeigt.

Alles nicht so einfach gewesen, damals.

LG von der grenzgaengerin


eine Frage noch dazu,
aus damaliger und aus heutiger Sicht,
hat deine Schwägerin die richtige Entscheidung getroffen?
Lutze


Ich kann die Frage nicht beantworten - beide, sowohl meine Schwägerin, als auch mein Mann leben nicht mehr. Meine Schwägerin hatte es nicht einfach im Westen an zu kommen. Wir waren 1989 alle heilfroh, als die Mauer gefallen ist. Erst da hat sie uns auch erzählt, dass sie an trüben Tagen ihre Entscheidung manchmal bereut hat, weil die meisten ihr wichtigen Kontakte in den Osten abgerissen sind. Es war damals nach 1989 ein mühseliges Anknüpfen mit vielen heiteren, aber auch sehr bedrückenden Erlebnissen. Das Verhältnis zwischen Bruder und Schwester war aber nie mehr so, wie 1980. Dafür fehlten 9 Jahre gemeinsame Erinnerungen, vor allem gemeinsame Alltagserlebnisse.

LG von der grenzgaengerin


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#765

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 17:47
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Jeder DDR Bürger der seine Heimat DDR endgültig verlassen wollte wurde von seinen Behörden zum Gegner des Staates erklärt und so behandelt.
Ist dies wirklich alles an Dir vorbeigegangen ohne das Du irgendetwas davon bemerkt hast?
Wer in seinem Betrieb noch was werden wollte oder vom Staat was wollte und eine Kollegin oder Kollege hatte die einen Antrag laufen hatten , war tunlichst bestrebt die Kontakte zu dieser Person auf das Mindestmaß herunterzuschrauben oder abzubrechen um nicht zu diesen Kreisen gezählt zu werden.
Ich habe das selbst erlebt. Die Leute waren auch im Bekanntenkreis weitestgehend abgeschrieben.Die gehörten nicht mehr dazu.Waren quasi schon weg, auf nimmerwiedersehn.
"Nette Plauderei" oder "Privatangelegenheit" im Zusammenhang mit Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR , passt zusammen wie ein Hundeschiss auf einer weißen Tischdecke.


ja Schnattchen , ich kann deinen Beitrag voll bestaetigen habe es genau so 1984 erlebt. Jahrzehnte Freunde gingen in der Stadt auf die andere Strassenseite und guckten in ein Schaufenster um nicht zu gruessen . Als mein Schwager mit dem ich ansonsten ein sehr gutes Verhaeltnis hatte mich das erstemal nach meiner Antragstellung sah sagte er mir ins Gesicht ---- verrecken sollst du da drueben -----man war halt Staatsfeind

Gruss Hapedi



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#766

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 17:53
von ABV | 4.202 Beiträge

Das lag wohl am Charakter der DDR, dass jeder der aus der vorgegebenen Norm ausbrechen wollte, sofort zum Feind erklärt und auch als solcher behandelt wurde! Antragsteller auf "ständige Ausreise in die BRD" galten zumindest als undankbar. Weil sie dem Staat, der soviel Gutes getan hat, verlassen wollten. Und diese "Undankbarkeit" lies man dem Antragsteller von der ersten Minute an spüren.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Hapedi und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#767

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 18:10
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #766
Das lag wohl am Charakter der DDR, dass jeder der aus der vorgegebenen Norm ausbrechen wollte, sofort zum Feind erklärt und auch als solcher behandelt wurde! Antragsteller auf "ständige Ausreise in die BRD" galten zumindest als undankbar. Weil sie dem Staat, der soviel Gutes getan hat, verlassen wollten. Und diese "Undankbarkeit" lies man dem Antragsteller von der ersten Minute an spüren.

Gruß Uwe

für mich ist das zu allgemein geschrieben,
es gab auch DDR-Bürger, die kritisch auf die
Politik der DDR hingewiesen haben,
viele von ihnen wurden benachteiligt,
DDR und Unrechtsstaat?,ich sage ja dazu
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#768

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.11.2013 18:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #763

Die Angelegenheit halte ich für ziemlich realistisch geschildert. So ähnlich wird es bei meiner Schwägerin auf den Ämtern auch abgelaufen sein. Irgendwie, und da komme ich wieder auf schon Geschriebenes zurück, haben bestimmte Behördenmitarbeiter ihre Kompetenzen im Umgang mit den Menschen deutlich überschritten. Ob nun aus vorauseilendem Gehorsam oder auch heimlichem Neid auf Menschen, die sich möglicherweise bald einige Wünsche aus dem Warenangebot West erfüllen können. Sie wurden nicht abgemahnt, weil es sich die Antragsteller verkniffen haben, sich zu beschweren. Hatte es vorhin schon mal geschrieben, für meine Schwägerin hatte ich eine Beschwerde formuliert, die sie aber nicht abgeschickt hatte.


Dore, das ist keine Angelegenheit, sondern 10 Jahre in Kurzform aus dem Leben einer Frau, die Verantwortung für ihren Vater übernehmen wollte und später aus Verantwortung für ihr Kind ins Zweifeln gekommen ist.

Und ich kann nicht glauben, dass es bei den Ämtern eine Kompetenzüberschreitung im Umgang mit Menschen gab. Im Ton vielleicht schon. Eher hätte jemand seine Kompetenzen überschritten, wenn er/sie ohne Anordnung den Stempel "genehmigt" gegriffen und seinen/ihren Wilhelm unter den Ausreiseantrag gesetzt hätte. So ein Fall ist mir bis jetzt noch nie unter gekommen. Aber vielleicht gab es auch so etwas.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 16.11.2013 18:52 | nach oben springen

#769

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 00:24
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #707
Zitat von Hackel39 im Beitrag #704
Und um jetzt nicht die Angehörigen der Polizei allein für diesen Aufklärungsstau verantwortlich zu machen, hier die eigentlichen Architekten des Unrechtsstaates BRD.
.


Wenn ein rechtskräftig Verurteilter Sexualtäter aus der Sicherheitsverwahrung entlassen wird, weil in dem Verfahren ein Formfehler begangen wurde, dann wiederspricht das zwar dem "gesunden Volksempfinden", zeigt aber gerade das Wesen des Rechtstaates. Man kann zwar im Einzelfall einige Entscheidungen nicht nachvollziehen und den Kopf schütteln, ist aber besser als ein Polizeistaat. Hätte ich in der DDR eine Druckmaschiene für Flugblätter gehabt und ich wäre aufgeflogen und man hätte sie beschlagnahmt, hätte ich sie nie wiedergesehen. Hier müsste man sie mir wieder aushändigen, weil es mein persönliches Eigentum ist. Das ist der Unterschied!



1. Staatsfeindliche Hetze konnte z.B. auch das Verbreiten von Nazipropaganda o.ä sein. Heute nennt sich das im StGB Volksverhetzung.
2. Tatwerkzeuge können per Urteil im Strafverfahren eingezogen werden. Da sind die Gesetze von DDR und BRD nicht so unterschiedlich.



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#770

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 00:43
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #739
Zitat von Hans im Beitrag #732
Kurz zu Axel:
Familie, das sozialistische, persönliche, oder private Eigentum, die allgemeine Sicherheit oder die

Hier ist das aber nur die Eigentumsform-es gab drei -die gemeint ist.
Selbstverständlich ist "Recht" in der DDR -IMMER -sozialistisches Recht . Jeder Staat schafft sich das Recht -oder eben Unrecht- das er zum Erhalt seiner Gesellschaft braucht. Obs dann hilft oder Erfolgreich ist, entscheidet die Geschichte, und das ist ja im Fall DDR schon geschehen.
Aber -etwas neben dem Thema-obwohl das auch ne Rolle spielt---Wobei :Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat- da ist der 249 wohl in der Empfindlichkeit ganz weit hinten.
73 Hans


An dieser Stelle möchte ich mal kurz einwerfen, daß es in meinem Lehrberuf ein Unterrichtsfach "Sozialistisches Recht" gab, das war eines der interessantesten Erinnerungen an meine Lehrzeit, weil der Lehrer an der BBS der Rbd Halle ein promovierter Rechtsgelehrter war.
Dr. S. brachte gelegentlich Fälle aus der Praxis in den Unterricht ein, wenngleich es überwiegend ums Große ging, wie Besitzverhältnisse und Verantwortung für das Volksvermögen.
Aber auch das Recht auf Ehekredite und weitere sozialpolitische Maßnahmen kamen zur Sprache und es gab erstaunlicherweise nur ganz wenige Noten, daran erinnere ich mich noch sehr gut, ich glaube wir schrieben im Jahr nur eine oder zwei Arbeiten.
Leider weiß ich nicht, ob dieses Fach Standard im Ausbildungswesen der DDR war und ob das auch auf der EOS (Erweiterte Oberschule...10.-12. Klasse zu meiner Zeit) gelehrt wurde.
Es gab auch nach meiner Erinnerung Ratgeberliteratur für Rechtsangelegenheiten relativ leicht zu kaufen, die waren zumindest immer als Buchprämien für FDJ- Kollektivmitglieder gern gesehen und in größeren Stückzahlen im Handel verfügbar, mithin auch ein kleiner Indikator für den Rechtsstaat.



Das Fach Sozialistisches Recht war ein Grundlagenfach an allen Berufsschulen und in vielen Studiengängen (zumindest Ing.-Wiss. Studienrichtungen).
Dabei wurde allgemeines Recht (vorwiegend Zivil- und Arbeitsrecht), als auch Spezialrecht (z.B. für Berufe bei der Reichsbahn bahnspezifisches Recht, z.B. EBO, EVO, Gefahrgutrecht usw.) gelehrt.



Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#771

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 08:22
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #760

Grün: Es mag ja sein, daß Du es anders erlebt hast. Ich kann es nur zum ...zigsten male wiederholen, daß in unserer Firma mit unseren Leitern, ob staatlich oder gesellschaftlich, manches nicht so heiß gegessen wurde wie es gekocht wurde, ob Du es glaubst oder nicht. Unsere ehemalige Qualitätschefin wurde keinesfalls vom Brigadeleben ausgeschlossen. Solche Leute aus dem Bekanntenkreis, die wegen einem Ausreiseantrages auf Distanz gegangen sind, kannst Du in die Tonne drücken. Als meine Schwägerin ein gutes Jahr vor der Wende ihren Kölner Freund geheiratet hatte (nach gut 2 Jahren Behördenkampf), ich ihr noch einen Brief aufgesetzt hatte, in dem sie sich über das Verhalten der Behörden beschweren sollte (hat sie leider nie abgeschickt), wurde auch von uns verlangt, mit dem Zeitpunkt der Übersiedlung den Kontakt zu ihr abzubrechen. Das haben meine Frau und ich als Anmaßung empfunden und uns strikt dagegen verwahrt.
Vielleicht sind meine Ansichten und Handlungsweisen zur damaligen Zeit nicht verallgemeinerbar, aber ich war ganz sicher keine Ausnahme unter den BPO-Sekretären des Stadtbezirkes, zumindest nicht unter den Nebenamtlichen, so wie ich diese bei gemeinsamen Beratungen erlebt habe. Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen und ich werde nicht wider besseren Wissens hier den Mainstream bedienen.
Ach so, als Ergänzung. Hatte ich auch schon mal geschrieben. Mein Hobbyfreund, mit dem wir eng familiär verkehrten und er Oberleutnant der NVA (kurz vor der Wende noch zum Major befördert), sagte mir einmal, an ihn wurde herangetragen, die Kontakte zu mir nicht zu eng zu gestalten. Hintergrund waren wohl meine zeitweise recht intensiven Hobbykontakte nach Westdeutschland u.a. westeuropäische Staaten.
Er hat sich darin allerdings nicht beeinflussen lassen. Wir haben weiterhin zusammen gefeiert und Whisky getrunken und auf Sammelexkursion gefahren. Betonköpfe und 150%ige verhalten sich anders.



Vielleicht hättest Du , wenn Deine DDR weiter existiert hätte auch noch andere Erfahrungen machen dürfen.
Ich schreibe es nochmal: Jeder DDR Bürger , der etwas von diesem Staat wollte, sei es eine Westreise, eine leitende Position oder sonstwas hat sich tunlichst von solchen Leuten mehr oder weniger deutlich distanziert die einen Ausreiseantrag gestellt hatten.

Wie der Betrieb mit der ausreisewilligen Person umgegangen ist spielte überhaupt keine Rolle.Wenn von der Stasi eine Anweisung kam , gab es keine Diskussion auf Betriebsebene. Es wurde ausgeführt was befohlen wurde.
Ich kenne Friedhofsgärtner und Bestattungshelfer , die ihre Anstellung der Stasi zu verdanken hatten.
Es ist ja schön für Dich, wenn mit Dir als SED Parteisekretär so nachsichtig verfahren wurde,mir als Angehörigen der Arbeiterklasse ging es da nicht ganz so komod.


zuletzt bearbeitet 18.11.2013 08:59 | nach oben springen

#772

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 09:22
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #771
Zitat von DoreHolm im Beitrag #760

Grün: Es mag ja sein, daß Du es anders erlebt hast. Ich kann es nur zum ...zigsten male wiederholen, daß in unserer Firma mit unseren Leitern, ob staatlich oder gesellschaftlich, manches nicht so heiß gegessen wurde wie es gekocht wurde, ob Du es glaubst oder nicht. Unsere ehemalige Qualitätschefin wurde keinesfalls vom Brigadeleben ausgeschlossen. Solche Leute aus dem Bekanntenkreis, die wegen einem Ausreiseantrages auf Distanz gegangen sind, kannst Du in die Tonne drücken. Als meine Schwägerin ein gutes Jahr vor der Wende ihren Kölner Freund geheiratet hatte (nach gut 2 Jahren Behördenkampf), ich ihr noch einen Brief aufgesetzt hatte, in dem sie sich über das Verhalten der Behörden beschweren sollte (hat sie leider nie abgeschickt), wurde auch von uns verlangt, mit dem Zeitpunkt der Übersiedlung den Kontakt zu ihr abzubrechen. Das haben meine Frau und ich als Anmaßung empfunden und uns strikt dagegen verwahrt.
Vielleicht sind meine Ansichten und Handlungsweisen zur damaligen Zeit nicht verallgemeinerbar, aber ich war ganz sicher keine Ausnahme unter den BPO-Sekretären des Stadtbezirkes, zumindest nicht unter den Nebenamtlichen, so wie ich diese bei gemeinsamen Beratungen erlebt habe. Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen und ich werde nicht wider besseren Wissens hier den Mainstream bedienen.
Ach so, als Ergänzung. Hatte ich auch schon mal geschrieben. Mein Hobbyfreund, mit dem wir eng familiär verkehrten und er Oberleutnant der NVA (kurz vor der Wende noch zum Major befördert), sagte mir einmal, an ihn wurde herangetragen, die Kontakte zu mir nicht zu eng zu gestalten. Hintergrund waren wohl meine zeitweise recht intensiven Hobbykontakte nach Westdeutschland u.a. westeuropäische Staaten.
Er hat sich darin allerdings nicht beeinflussen lassen. Wir haben weiterhin zusammen gefeiert und Whisky getrunken und auf Sammelexkursion gefahren. Betonköpfe und 150%ige verhalten sich anders.



Vielleicht hättest Du , wenn Deine DDR weiter existiert hätte auch noch andere Erfahrungen machen dürfen.
Ich schreibe es nochmal: Jeder DDR Bürger , der etwas von diesem Staat wollte, sei es eine Westreise, eine leitende Position oder sonstwas hat sich tunlichst von solchen Leuten mehr oder weniger deutlich distanziert die einen Ausreiseantrag gestellt hatten.

Wie der Betrieb mit der ausreisewilligen Person umgegangen ist spielte überhaupt keine Rolle.Wenn von der Stasi eine Anweisung kam , gab es keine Diskussion auf Betriebsebene. Es wurde ausgeführt was befohlen wurde.
Ich kenne Friedhofsgärtner und Bestattungshelfer , die ihre Anstellung der Stasi zu verdanken hatten.
Es ist ja schön für Dich, wenn mit Dir als SED Parteisekretär so nachsichtig verfahren wurde,mir als Angehörigen der Arbeiterklasse ging es da nicht ganz so komod.


Grün: Was heißt hier "so nachsichtig verfahren" ? Der Qu.-Chefin wurde ein anderer Aufgabenbereich übertragen, auf wessen Anweisung, weiß ich nicht, aber es war mit Sicherheit keine Degradierung in´s letzte Glied. Ich kenne auch keinerlei Hinweise an uns, wie wir uns ihr gegenüber zu verhalten haben, außer daß der Reihe um mit ihr Gespräche zu führen sind, um sie zur Rücknahme des Antrages zu bewegen. Wie die, zumindest bei mir, verliefen, hatte ich schon beschrieben. Ich hätte mir aber von niemanden vorschreiben lassen, wie ich mich ihr gegenüber zu verhalten hätte. Wie schon geschrieben. Sie war weiterhin in unserer Brigade integriert und auch nach ihrer Übersiedlung hatte eine Kollegin noch regelmäßigen Kontakt mit ihr. Das ist also m.E. ein ziemlicher Unsinn, wenn Du da was schreibst von "nachsichtig verfahren". Auf uns hat niemand erkennbar Einfluss ausgeübt, weder nachsichtig noch befohlend. Wenn Du meinst, wenn die DDR länger bestanden hätte und ich auch andere Erfahrungen gemacht hätte, dann irrst Du, wenn Du meinst, ich wäre eingeknickt. Ich schrieb es schon mal woanders: An meinem Stuhl hat bis ca. 1 1/2 Jahre vor der Wende (mit Erscheinen eines neuen BD) niemand gesägt und ich habe auch nicht an dem Stuhl geklebt und sooo wichtig war die Sache auch nicht, daß mir fachlich was auf die Füße gefallen wäre. Aber ich schrieb es schon mal: Jeder hat es anders erlebt oder zumindest anders empfunden. Zwei gleiche Ereignisse werden nicht selten unterschiedlich wahrgenommen, je nach Empfindlichkeiten. Aber Folgendes: Ich werde beim nächsten Besuch in meiner alten Firma mit der Kollegin sprechen. Vielleicht ist sie bereit, mir noch ein paar Einzelheiten aus dieser Zeit zu erzählen.

Ach so, als Nachtrag: (Rot): Daß ich BPO-Sekretär war (ich betone: nebenamtlich) bedeutet nicht, daß ich nicht auch zur AK gerechnet wurde. Habe schließlich dort viele Jahre als Produktionsarbeiter gearbeitet und eine Ing.-Qualifikatiion später ändert an diesem Status nichts. Und einem PA hätte man in o.g. Hinsicht noch weniger an den Karren fahren können als einem mit einer Funktion.



zuletzt bearbeitet 18.11.2013 09:27 | nach oben springen

#773

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 11:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Dore, ich möchte Deine Erfahrungen und Erlebnisse nicht in Abrede stellen. Es ist wie bei meiner Schwägerin, wo viel zwischen Zeilen steht, bzw. im nachhinein Fragen aufgeworfen hat, ein Einzelfall, an dem man persönlich Anteil nahm.

In der DDR gab es tausende, hundertausende Ausreisewillige, die einen Antrag gestellt haben. Und schon alleine um das administrativ zu bewältigen, brauchte man eine Verwaltung, um es mal positiv auszudrücken. Diese Verwaltung hatte einen politischen Auftrag. Und je nachdem wann und an wen solch ein Ausreisewilliger geraten ist, entwickelten sich ganz unterschiedliche Ausreisebiografien.

Die Zentrale Koordinierungsgruppe - Bekämpfung von Flucht und Übersiedlung

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...publicationFile

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 18.11.2013 11:39 | nach oben springen

#774

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 12:35
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #773
Dore, ich möchte Deine Erfahrungen und Erlebnisse nicht in Abrede stellen. Es ist wie bei meiner Schwägerin, wo viel zwischen Zeilen steht, bzw. im nachhinein Fragen aufgeworfen hat, ein Einzelfall, an dem man persönlich Anteil nahm.

In der DDR gab es tausende, hundertausende Ausreisewillige, die einen Antrag gestellt haben. Und schon alleine um das administrativ zu bewältigen, brauchte man eine Verwaltung, um es mal positiv auszudrücken. Diese Verwaltung hatte einen politischen Auftrag. Und je nachdem wann und an wen solch ein Ausreisewilliger geraten ist, entwickelten sich ganz unterschiedliche Ausreisebiografien.

Die Zentrale Koordinierungsgruppe - Bekämpfung von Flucht und Übersiedlung

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...publicationFile

LG von der grenzgaengerin


Grün: Jetzt kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Das ist es, was ich in meinen Ansichten und Erfahrungen sagen will. Es sind immer konkrete Menschen, die darüber entscheiden, wie ein Anderer, der mit ihnen zu tun hat, etwas erlebt und empfindet. Das findest du überall, wo Menschen über Schicksale Anderer mit entscheiden können, Damals bei den zuständigen Behörden für Ausreiseanträge, im Knast, auf dem Bauamt z.B. und anderen Ämtern heute, in den Betrieben, den Krankenkassen u.s.w.u.s.f.
Rot: Klar, die hatte einen Auftrag. Sicher gibt es dazu auch konkrete schriftliche Dienstanweisungen in den Archiven, es kam aber immer auf den Sachbearbeiter an, wie er seinen Spielraum, den er mit Sicherheit hatte, ausgeschöpft hat. Im Interesse des Antragstellers oder gegen dessen Interessen.



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#775

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 13:15
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #774

Grün: Jetzt kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Das ist es, was ich in meinen Ansichten und Erfahrungen sagen will. Es sind immer konkrete Menschen, die darüber entscheiden, wie ein Anderer, der mit ihnen zu tun hat, etwas erlebt und empfindet. Das findest du überall, wo Menschen über Schicksale Anderer mit entscheiden können, Damals bei den zuständigen Behörden für Ausreiseanträge, im Knast, auf dem Bauamt z.B. und anderen Ämtern heute, in den Betrieben, den Krankenkassen u.s.w.u.s.f.
Rot: Klar, die hatte einen Auftrag. Sicher gibt es dazu auch konkrete schriftliche Dienstanweisungen in den Archiven, es kam aber immer auf den Sachbearbeiter an, wie er seinen Spielraum, den er mit Sicherheit hatte, ausgeschöpft hat. Im Interesse des Antragstellers oder gegen dessen Interessen.



Verharmlosung.
Das Bestreben eines DDR Bürgers das Land dauerhaft zu verlassen rüttelte an den Grundfesten des Systems.Das wußten die Genossen ganz genau.
Jeder Antragsteller hatte ein menschliches Umfeld auf das sein Ausreiseantrag wirkte und dadurch neue Unzufriedenheit erzeugte.
Deshalb Mauer, deshalb handverlesene NSW Reisekader, deshalb keine diesbezüglichen Gesetze auf die sich eine Bürger der DDR berufen konnte.
Dore Holm.
Dein Vergleich der Stasi und deren Umgang mit Antragstellern auf ständige Ausreise aus der DDR mit heutigen Behörden ist der blanke Hohn für alle die damals in der DDR davon betroffen waren und zeugt davon wie weit weg Du von diesen Dingen warst.


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#776

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 18.11.2013 14:25
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #775
Zitat von DoreHolm im Beitrag #774

Grün: Jetzt kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Das ist es, was ich in meinen Ansichten und Erfahrungen sagen will. Es sind immer konkrete Menschen, die darüber entscheiden, wie ein Anderer, der mit ihnen zu tun hat, etwas erlebt und empfindet. Das findest du überall, wo Menschen über Schicksale Anderer mit entscheiden können, Damals bei den zuständigen Behörden für Ausreiseanträge, im Knast, auf dem Bauamt z.B. und anderen Ämtern heute, in den Betrieben, den Krankenkassen u.s.w.u.s.f.
Rot: Klar, die hatte einen Auftrag. Sicher gibt es dazu auch konkrete schriftliche Dienstanweisungen in den Archiven, es kam aber immer auf den Sachbearbeiter an, wie er seinen Spielraum, den er mit Sicherheit hatte, ausgeschöpft hat. Im Interesse des Antragstellers oder gegen dessen Interessen.



Verharmlosung.
Das Bestreben eines DDR Bürgers das Land dauerhaft zu verlassen rüttelte an den Grundfesten des Systems.Das wußten die Genossen ganz genau.
Jeder Antragsteller hatte ein menschliches Umfeld auf das sein Ausreiseantrag wirkte und dadurch neue Unzufriedenheit erzeugte.
Deshalb Mauer, deshalb handverlesene NSW Reisekader, deshalb keine diesbezüglichen Gesetze auf die sich eine Bürger der DDR berufen konnte.
Dore Holm.
Dein Vergleich der Stasi und deren Umgang mit Antragstellern auf ständige Ausreise aus der DDR mit heutigen Behörden ist der blanke Hohn für alle die damals in der DDR davon betroffen waren und zeugt davon wie weit weg Du von diesen Dingen warst.




Thema und Aussage nicht begriffen, kann ich da nur kommentieren.

Nachtrag: Erinnert mich an meine Schwiegermutter, über die ihre Enkelin mal gesagt hat: Falsch verstehen wollen und dann beleidigt sein.



zuletzt bearbeitet 18.11.2013 14:26 | nach oben springen

#777

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.02.2016 21:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #10
Wer den Begriff Unrechtsstaat nutzt, sollte auch mit dem Begriff Siegerjustiz kein Problem haben?
aber auch
Zitat von 94 im Beitrag RE: Sackgassen-Sprache
Wer den Begriff Siegerjustiz nutzt, sollte auch mit dem Begriff Unrechtsstaat kein Problem haben?


Na wie auch immer, ich sage ma GN8!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.02.2016 21:38 | nach oben springen

#778

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.02.2016 21:59
von Fritze | 3.474 Beiträge

Sehr interessante Literatur zu dem Thema !
http://www.amazon.de/Unrechtsstaat-DDR-R...t/dp/3360010779


Auseinandersetzung um das Recht der DDR. Der beste Kenner des Strafrechts der DDR vergleicht die Rechtsordnung der beiden deutschen Staaten. Wie hat sich die Rechtslage für die Bürger aus dem Beitrittsgebiet mit dem 03.10.1990 verändert?
Für die Regierenden, die Justiz, die Medien…steht die DDR für Sozialismus. Deswegen und nur deswegen muss die positive Erinnerung an sie ausgelöscht werden. Friedrich Wolff


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
DoreHolm, bürger der ddr und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#779

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.02.2016 22:25
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #777
Zitat von 94 im Beitrag #10
Wer den Begriff Unrechtsstaat nutzt, sollte auch mit dem Begriff Siegerjustiz kein Problem haben?
aber auch
Zitat von 94 im Beitrag RE: Sackgassen-Sprache
Wer den Begriff Siegerjustiz nutzt, sollte auch mit dem Begriff Unrechtsstaat kein Problem haben?


Na wie auch immer, ich sage ma GN8!


Ööhm. Zitierst du dich nun schon selber? Mit welchem Ziel?


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#780

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.02.2016 23:26
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #778
Sehr interessante Literatur zu dem Thema !
http://www.amazon.de/Unrechtsstaat-DDR-R...t/dp/3360010779


Auseinandersetzung um das Recht der DDR. Der beste Kenner des Strafrechts der DDR vergleicht die Rechtsordnung der beiden deutschen Staaten. Wie hat sich die Rechtslage für die Bürger aus dem Beitrittsgebiet mit dem 03.10.1990 verändert?
Für die Regierenden, die Justiz, die Medien…steht die DDR für Sozialismus. Deswegen und nur deswegen muss die positive Erinnerung an sie ausgelöscht werden. Friedrich Wolff




ist ja hinreichend bekannt. Von dem Vergleiche zu lesen und zu glauben, verbietet sich von selbst, da er meilenweit entfernt ist als neutraler Beobachter anerkannt zu werden-


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 12.02.2016 23:27 | nach oben springen



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