#561

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 11:51
von chantre | 425 Beiträge

Ich möchte nur mal, vollkommen unabhängig von Weltanschauungen, einen Beitrag, zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Urland der Demokratie, von Swissinfo zur Kenntnis geben.

http://www.swissinfo.ch/ger/gesellschaft...389950&rss=true


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#562

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 12:51
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

eine unabhängige Justiz ist ebenso Illusion wie unabhängige Medien. Staaten unterscheiden sich imho lediglich dadurch, daß es ihnen unterschiedlich gut gelingt, diese Illusion aufrechtzuerhalten.
Die DDR versuchte das erst gar nicht, man anerkannte einen Klassenauftrag auch der Justiz.
Einen ähnlichen Klassenauftrag sehe ich auch bei der Justiz der BRD, nur mit umgekehrtem Vorzeichen, hier muß dieser jedoch verschleiert werden.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


DoreHolm und Kurt haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#563

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 12:55
von ddr-bürger (gelöscht)
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@matloh
zeige mir bitte eine unabhängige Justiz. Und wieder drehen wir uns im Kreis...


Feliks D. und Eisenacher haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#564

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 18:20
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Polter im Beitrag #550
" Gegen das Schweigen und das Getöse erfinde ich das Wort. (Octavio Paz 1914-1998) "

Schweigen als Strafe....
Schweigen als Kritik.....
Schweigen als Antwort.....
Schweigen kann höflich und angemessen sein, klug und verständlich !
Meine Meinung und keine Antwort.

Juristisch sehr strittig: Unrechtsstaaten !
Ich verstehe darunter einen Staat, der sich nicht an das Recht hält oder der unrechtes Recht schafft und anwendet.
Bis 2009 galt in Deutschland nur der NS - Staat als " Unrechtsstaat " US - Präsident erschuf die " Schurkenstaaten ".
Na ja, Rechtstaatlichkeit hatte die bundesdeutsche Obrigkeit selber in den 1969er, 1970er und 1980er schmerzhaft erfahren müssen.
Für mich zählt hier das Sprichwort:

" Es gibt kein richtiges Leben im falschen "




Gegen das Schweigen...............


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#565

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.04.2013 19:22
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #11
Das stimmt mit dem Recht auf Arbeit,da waren soviele im Betrieb deren Arbeit Geheim war,die wussten selbst nicht was sie machten.
das wusste ich gar nicht das man heute was an die Schule Überweissen muss.


100 Punkte für Sprachwissenschaften.


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#566

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.04.2013 21:39
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #556
@matloh

als ehemaliger DDR Bürger:

zu 1.: ja, diese Gewaltentrennung gab es

zu 2.: ja, es gab auch Unrecht

mein Fazit - die DDR war eindeutig ein Rechtsstaat.


Zumindest wurde Recht und Unrecht öffentlich diskutiert, es gab sowohl Ratgebersendungen ("Fragen Sie Prof. Kaul", "Der Staatsanwalt hat das Wort"), Abhandlungen von Rechtsfällen im Alltag (z.B. "Wochenpost", letzte Seite oder "Junge Welt" vom Freitag) als auch Bücher zu Rechtsfragen jeglicher Art.
Man wußte woran man war und war in der Regel keiner Willkür ausgesetzt und das ist sicher nicht nur meine Erfahrung.



Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#567

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.04.2013 22:01
von DoreHolm | 7.682 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #566
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #556
@matloh

als ehemaliger DDR Bürger:

zu 1.: ja, diese Gewaltentrennung gab es

zu 2.: ja, es gab auch Unrecht

mein Fazit - die DDR war eindeutig ein Rechtsstaat.


Zumindest wurde Recht und Unrecht öffentlich diskutiert, es gab sowohl Ratgebersendungen ("Fragen Sie Prof. Kaul", "Der Staatsanwalt hat das Wort"), Abhandlungen von Rechtsfällen im Alltag (z.B. "Wochenpost", letzte Seite oder "Junge Welt" vom Freitag) als auch Bücher zu Rechtsfragen jeglicher Art.
Man wußte woran man war und war in der Regel keiner Willkür ausgesetzt und das ist sicher nicht nur meine Erfahrung.



Grün: Stimme ich Dir voll zu. Gesetze, einschl. auch Steuerrecht, waren einfacher aufgebaut und für den Normalbürger mit einer Mindestintelligenz soweit durchschaubar, daß man eigentlich wußte, was man darf und was nicht und was andere dürfen oder nicht dürfen. Ein Anwalt war nicht zwingend erforderlich und wenn, dann konnte man sich an drei Fingern abzählen, ob man den Prozess gewinnt oder verliert und auch ein
Steuerberater war für die Meisten ein Fremdwort. Der Wirrwar im deutschen Recht ist m.E. politisch gewollt und ein beabsichtigtes Abspecken ist immer nur Wahlkampfgetöse vorher. Mit einem Bürger, der auch ohne Anwalt weiß, was seine Rechte und Pflichten sind, kann eine Staatsführung nicht so umspringen, mit dem sog. "mündigen Bürger". Und was soll auch aus den ...zigtausend oder gar hunderttausend plötzlich arbeitslosen Anwälten, Steuerberatern und Lohnsteuerhilfevereinen werden ?
Hackel39, nein, das ist nicht nur Deine Erfahrung, meine ist es auch. Die Bürokratie in der BRD ist wesentlich größer als jemals in der DDR.
Als wir am 11.11.1989 meine Schwägerin in Köln besuchten, hatten wir uns gewundert, warum die so eine Menge Ordner mit Amts- und Behördensachen rumliegen hatte. Wir sollten es sehr bald erfahren.



zuletzt bearbeitet 16.04.2013 22:02 | nach oben springen

#568

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.04.2013 22:08
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Polter im Beitrag #565
Zitat von Pit 59 im Beitrag #11
Das stimmt mit dem Recht auf Arbeit,da waren soviele im Betrieb deren Arbeit Geheim war,die wussten selbst nicht was sie machten.
das wusste ich gar nicht das man heute was an die Schule Überweissen muss.


100 Punkte für Sprachwissenschaften.


Na für das Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig (2) kannste aber auch mindestens 200 beantragen


zuletzt bearbeitet 16.04.2013 22:56 | nach oben springen

#569

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.04.2013 23:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #567
Zitat von Hackel39 im Beitrag #566
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #556
@matloh

als ehemaliger DDR Bürger:

zu 1.: ja, diese Gewaltentrennung gab es

zu 2.: ja, es gab auch Unrecht

mein Fazit - die DDR war eindeutig ein Rechtsstaat.


Zumindest wurde Recht und Unrecht öffentlich diskutiert, es gab sowohl Ratgebersendungen ("Fragen Sie Prof. Kaul", "Der Staatsanwalt hat das Wort"), Abhandlungen von Rechtsfällen im Alltag (z.B. "Wochenpost", letzte Seite oder "Junge Welt" vom Freitag) als auch Bücher zu Rechtsfragen jeglicher Art.
Man wußte woran man war und war in der Regel keiner Willkür ausgesetzt und das ist sicher nicht nur meine Erfahrung.



Grün: Stimme ich Dir voll zu. Gesetze, einschl. auch Steuerrecht, waren einfacher aufgebaut und für den Normalbürger mit einer Mindestintelligenz soweit durchschaubar, daß man eigentlich wußte, was man darf und was nicht und was andere dürfen oder nicht dürfen. Ein Anwalt war nicht zwingend erforderlich und wenn, dann konnte man sich an drei Fingern abzählen, ob man den Prozess gewinnt oder verliert und auch ein
Steuerberater war für die Meisten ein Fremdwort. Der Wirrwar im deutschen Recht ist m.E. politisch gewollt und ein beabsichtigtes Abspecken ist immer nur Wahlkampfgetöse vorher. Mit einem Bürger, der auch ohne Anwalt weiß, was seine Rechte und Pflichten sind, kann eine Staatsführung nicht so umspringen, mit dem sog. "mündigen Bürger". Und was soll auch aus den ...zigtausend oder gar hunderttausend plötzlich arbeitslosen Anwälten, Steuerberatern und Lohnsteuerhilfevereinen werden ?
Hackel39, nein, das ist nicht nur Deine Erfahrung, meine ist es auch. Die Bürokratie in der BRD ist wesentlich größer als jemals in der DDR.
Als wir am 11.11.1989 meine Schwägerin in Köln besuchten, hatten wir uns gewundert, warum die so eine Menge Ordner mit Amts- und Behördensachen rumliegen hatte. Wir sollten es sehr bald erfahren.


Schlimmer noch Dore Holm, das nunmehr gesamtdeutsche Rechtswesen muß man streckenweise schon als Krebsgeschwür bezeichnen, das sich bereits derart verselbständigt hat, daß man schon von einer Prozeßindustrie sprechen muß, wo man mit Fällen handeln kann indem man beispielsweise zahlungsunfähigen Opfern das Recht abkauft, ihren Prozeß zu führen.
Selbst Investoren, die einfach nur Geld anlegen wollen können hier über geschlossene Fonds einsteigen, ich könnte einfach nur noch Kotzen in einem solch perversen System leben zu müssen.
Berufskläger haben schon Firmen systematisch in den Ruin getrieben wie z.B. damals Q- Cells Thalheim / Bitterfeld als man sich fast schon einig war über Rettungsmaßnahmen, die ja durch überwiegend externe Faktoren notwendig wurden (staatlich subventionierte China- Solarmodule) aber genau zwei Parteien haben alles blockiert, weil sie ganz offensichtlich an der Börse schon auf den Konkurs spekuliert hatten.
Das Heer der Advokaten ist die gleiche Plage wie das Heer der IM's aus der DDR- Zeit, die stehen denen in nichts nach, sie vernichten im Dienst ihrer oft zwielichtigen Mandanten Existenzen ohne über den eigentlichen Sinn ihrer Tätigkeit nachzudenken.
Ich finde es schlimm, so etwas schreiben zu müssen, aber aus der Sicht der jeweiligen Opfer spielt es nun mal effektiv keine Rolle, ob man durch einen Internetbetrüger oder den böswilligen Parteisekretär in die Pfanne gehauen wird.
Die Konsequenzen sind oft die gleichen.



DoreHolm, Küchenbulle 79, Damals87, Bugsy, Wahlhausener und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.04.2013 06:55 | nach oben springen

#570

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 17.04.2013 12:22
von Fritze (gelöscht)
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@Hackel Da sprichst Du mir auch voll aus der Seele . Es ist wirklich zum Spucken ,was da so abläuft in deutschen Gerichten !

Eine riesige Anzahl von Rechtsverdrehern hat sich etabliert und achtet mit Argusaugen über ihre Pfründe .Allein schon die Abmahnindustrie macht Millarden. Dann das ewige gemauschel und die Deals welche Gerichte und Staatsanwaltschaft machen . Wer genug Geld hat kann sich doch freikaufen.
Pfui schämt Euch !


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#571

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 17.04.2013 14:27
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #570
@Hackel Da sprichst Du mir auch voll aus der Seele . Es ist wirklich zum Spucken ,was da so abläuft in deutschen Gerichten !

Eine riesige Anzahl von Rechtsverdrehern hat sich etabliert und achtet mit Argusaugen über ihre Pfründe .Allein schon die Abmahnindustrie macht Millarden. Dann das ewige gemauschel und die Deals welche Gerichte und Staatsanwaltschaft machen . Wer genug Geld hat kann sich doch freikaufen.
Pfui schämt Euch !


Das Basisproblem kann man möglicherweise sogar in den Strukturen der freiheitlich demokratischen Grundordnung finden, wonach jeder seinen beruflichen Wünschen nachgehen kann ohne reglementiert zu werden, wie es in der DDR gehandhabt wurde, z.B. über Lehrstellenverzeichnisse und bedarfsorientierten Studienplätzen.
Anwalt war nun mal seit jeher ein Traumberuf und so ließ man die lieben Kleinen eben studieren was sie wollten....wird schon gut gehen.
Daß das nun zu Überkapazitäten in Form einer Juristenhalde geführt hat, die sich nun selbst die Arbeit organisieren muß zeigt einmal mehr, welche Pannen diese Marktwirtschaft eben auch impliziert, wenn sie nicht reguliert wird.
Problematisch und maktfern sind auch die Honorarordnungen, wonach ein Advokat umso mehr verdient, je mehr er den Streitwert aufzublähen vermag unabhängig davon, ob es der Gerechtigkeit dient oder nicht.
Und auch Sendungen im Fernsehen wonach Anwälte angeblich im aufopferungsvollen Einsatz für ihre Mandanten ihren Arsch aus ihren Büros hinausbewegen, um mit voller Kraft zu helfen tun ihr Übriges und komplettieren die Volksverdummung bis zur Perfektion.
Man kann daraus zu resümieren, nichts zu tun, was nicht 100%ig zu Ende gedacht ist, andere zu fragen bevor man etwas unterschreibt und vor allem niemanden ins Haus zu lassen, der nicht bereits an der Türschwelle klipp und klar sagt, was er will.



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#572

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 27.04.2013 13:59
von rotrang (gelöscht)
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An Alfred
Was weißt Du über den Unrechtsstaat wo wir als Grenzer dienten. Wer hat Honecker den roten Teppich in Bonn ausgerollt? Dieses Wort Unrechtssaat. Deine Quelle:die 27. Straffkammer in Berlin. wann tagte diese denn? UND um wem ,oder was ging es dort genau? warum haben die Herren Kohl, Genscher Schäuble mit den Deiner Meinung nach Unrechtsstaat getroffen, und Vereinbarungen abgeschlossen? Es war doch so, das sich der Richter Dr.Bräutigam so stark dafür einsetzte, das 1990 die ehemalige DDR als Unrechtsstaat vorgeführt wurde. dieser Herr wurde kurze Zeit danach vom Gericht abgezogen.(Übereifer)?
Eine kleine Episode von der Grenze zweier unterschiedlichen Systemen
Eine Person aus den Machtzentrale von Honecker wollte auf Einladung Bayerns Einreisen. der BRD Grenzschutz stellte Recherchen an, beim Verfassungsschutz, BND; Dokumentationszentrum in Salzgitter und diversen Fahndungslisten. Ergebniss: Der diensthabende Offizier reichte ihm den Pass mit den Worten# Gegen Sie liegt in der BRD nicht das Geringste vor.
So Alfred
Wo ist jetzt Dein Unrechtsstaat. Es war eine GRENZE zweier unterschiedlichen Weltsystemen, der Grenzer- Zöllner und andere Organe haben nur ihre Aufgaben gemacht. Von den Grenzern hat keiner mit Vorliebe(
hier Gerufen) um den Dienst mit Waffe auszuüben. Rotrang


Lebensläufer, Küchenbulle 79, Damals87, Schmiernippel und Bugsy haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#573

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 01.07.2013 20:39
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Es ist der blanke Unsinn ,beides ueberhaupt zu vergleichen .
Sicher war es eine Diktatur ,nur sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Das sage ich als einer,der nicht zu den 100 % igen gehörte.

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #388
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #383
[quote=schnatterinchen|p239657]
Ich denke viele von den ehemaligen politischen Eliten der ddr machen sich diese Diskussion zu Nutze um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.Nach dem Motto : seht ihr das haben wir euch doch schon immer gesagt!


wer oder was sind nach Deinem Selbstverständnis "ehemalige politische Eliten der DDR"?
Das würde mich schonmal interessieren was darunter zu verstehen ist......


"DDR Diktatur" und wenn es damit so weiter geht wird man in einigen Jahrzehnten die NS-Zeit für eine Wellness Oase halten im Gegensatz zu dem wie die DDR Bürger unter Terror, Folter und Unmenschlichkeit litten .....

Gruß
Nostalgiker


wer soll das denn sein? vom Politbüro bis zu den Bezirksleitungen.Sind ja noch ne Menge von übrig.Zumindest unterhalb vom Politbüro.
Einiges aus dem Text sehe ich ähnlich.Genörgelt wurde in der DDR immer schon gerne und nach 1989 waren auch plötzlich hundert tausende ehemalige SED Mitglieder eigentlich schon immer dagegen gewesen. Aber müssig.
Ich kann schon sehr wohl den Unterschied und die Ideen der beiden Gesellschaftsmodele erkennen.Das nur mit dumpfem Dagegensein abzutun ist es selbst.
Das nach 1990 angebliche freiwillige Bekenntniss zu DDR ? Mal nicht übertreiben.Das resultiert eher aus dem Zusammentreffen von Arroganz und Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplexen, Dessinteresse und den Brüchen die die Menschen zu ertragen hatten.
Das mit der Wellnes Oase Nazi-Deutschland und der ddr Diktatur ,ich muß schon bitten!


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#574

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 01.07.2013 21:23
von Heckenhaus | 5.120 Beiträge

Es war eine Diktatur, sicher. Aber eine, mit der man leben konnte. Nicht perfekt, aber erträglich.
Mir hatte dort niemand etwas getan, und ich kam zurecht, nicht perfekt, aber es ging.
Aber was ist perfekt ? Wo ist es perfekt ?
Müssen wir über fiktive "politische Eliten" in der DDR lamentieren, die es so, wie es gemeint ist, nicht gab ?
Was ist heute ? Sind das nicht eher politische Eliten, abgehoben und fern jeglicher Realität ?
Nur Vetternwirtschaft, Klientelgemauschel und den eigenen Geldbeutel im Kopf ? Mit einem Riesenabstand zu dem, was in der DDR als Elite bezeichnet wurde ? So manch fleißiger gelernter DDR-Bewohner hatte mehr Lebensqualität und mehr Komfort als die Oberen aus Partei und Politik.
Als Unrechtsstaat allgemein würde ich die DDR nicht einordnen. Sicher, nicht alles war so, wie wir es uns erträumt hatten, aber pauschal den Begriff
Unrechtsstaat anzuwenden, ich habe da so meine Probleme.
Ist es heute rechtens, mit Wasserwerfern und Tränengas/Pfefferspray auf normalen Protest zu reagieren ? Ich denke da an S 21.
Wird immer rechtens reagiert auf Protest und Widerstand ? Beispiel G8-Treffen, Okkupy Frankfurt ? Ist sozialer Abstieg, staatlich totgeschwiegen, kein Unrecht ?
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, das trifft besonders für unsere gegenwärtigen Regierenden zu.
Unrechtsstaat ist ein relativer Begriff, der immer aus dem Blickwinkel der Herrschenden festgelegt wird.
Mir ist, bei gesetzeskonformem Handeln, kein Unrecht geschehen. Deshalb gehe ich mit der Überschrift.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#575

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 01.07.2013 22:13
von SET800 | 3.097 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #571

Das Basisproblem kann man möglicherweise sogar in den Strukturen der freiheitlich demokratischen Grundordnung finden, wonach jeder seinen beruflichen Wünschen nachgehen kann ohne reglementiert zu werden, wie es in der DDR gehandhabt wurde, z.B. über Lehrstellenverzeichnisse und bedarfsorientierten Studienplätzen.


hallo,
bedarfsorientierter Ausbildungzugang? Auch in der aktuellen BRD der Normalzustand, nur zur Dekoration nicht in Teilen der Universitäten.

Aber ob Fachschulen für Finanzbeamte, die diversen Polizeilaufbahnen, Piloten bei Lufthansa und Bundeswehr, Laufbahnen für Nichtakademiker in Verwaltungen, Facharbeiter in der Industrie, duale Studiengänge, Krankenpflege usw. usw. Ausbildungszugang immer nach Bedarf....

Und das Rattenrennen an den Universitäten ( Generation Praktikum ) kostet viel Lebenszeit, Geld UND Bildungsqualität. Ich denke mit der Perspektive nach ordentlichem Studienabschluß auch eine feste Stellung zu bekommen motiviert und gibt dem Kopf Freiheit für wirkliches Lernen!



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#576

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 01.07.2013 22:15
von Bugsy | 454 Beiträge

Das ganze Gelalle mit “Diktatur” und “Unrechtsstaat” kam eigentlich erst nach der Kolonisierung auf. Also 1977/78 als ich in der DDR war, wurden sie nicht einmal erwähnt und sie standen nie als Gesprächs- oder Diskussionsthema im Raum. Aber auch um 1992 herum, als die so genannte "Aufarbeitung ernsthaft anfing, war ich in der nunmal ehemaligen DDR und die Freunde und KollegInnen verstanden zuerst überhaupt nicht, was gemeint war. Was ja nicht Wunder nimmt, den der Begriff "Unrechtsstaat" ist nie definiert worden. Bis heute nicht. Aber die waren alle so ziemlich der Meinung, dass sie nicht in einer “Diktatur“ gelebt hatten. Nun war das natürlich keine repräsentative Umfrage, aber die Meinung wurde so oft vertreten, dass schon etwas dran gewesen sein müsste.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#577

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 01.07.2013 22:53
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ich habe die Zeit von 1977/78 in der DDR ganz anders in Erinnerung. Man sprach zwar nicht von "Unrechtsstaat" und "Diktatur" - wenn dann von der Diktatur des Proletariats - aber nach der Ausbürgerung Biermanns hat es mächtig gerappelt im Karton DDR, was auch nicht spurlos am DDR - Bürger vorbeigegangen ist.

"Durch eine liberalere Haltung gegenüber den Künstlern und Intellektuellen wollte die SED-Führung die Kluft zwischen Bevölkerung und Führung überbrücken. Dies änderte sich 1976 durch die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Dieser Vorgang löste energische Proteste aus und führte zu einer Unterschriftensammlung bei Künstlern und Schriftstellern - für die SED ein ungeheuerlicher Akt. Zahlreiche prominente Unterzeichner wurden anschließend unter Druck gesetzt und so zur Ausreise in die Bundesrepublik getrieben"

In der Folge stand auf einmal die DDR ohne Armin Müller - Stahl da. Ohne Manfred Krug. Ohne Sarah Kirsch, Reiner Kunze und Jürgen Fuchs. Ich könnte die Liste fortsetzen.

Der Umgang mit Robert Havemann, Jahrgang 1910, Chemie-Professor und KP-Mitglied seit 1932, 1943 von den Nazis wegen Hochverrat zum Tode verurteilt worden, hat viele DDR - Bürger aufmerksam werden lassen.

Zumindest waren das Themen, die 1977-80 immer wieder in Gespräche mit Freunden und Bekannten sich in den Mittelpunkt drängten. Und die Frage: Ist das die DDR, die in der Schlussakte von Helsinki, unter anderem die selbstverpflichtende Aussage über die Anerkennung der Menschenrechte, unterzeichnete, in deren Folge die DDR von zahlreichen Staaten als souveräner Staat anerkannt wurde?

LG von der grenzgaengerin

EDIT Tippfehler


Bugsy und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.07.2013 23:15 | nach oben springen

#578

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 02.07.2013 04:41
von S51 | 3.733 Beiträge

Und erinnerte doch an das Vorgehen seinerzeit in den Staaten durch einen Ausschuß für unamerikanisches Verhalten gegen Beamte, Künstler...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#579

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 02.07.2013 07:52
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von Bugsy im Beitrag #576
Das ganze Gelalle mit “Diktatur” und “Unrechtsstaat” kam eigentlich erst nach der Kolonisierung auf. Also 1977/78 als ich in der DDR war, wurden sie nicht einmal erwähnt und sie standen nie als Gesprächs- oder Diskussionsthema im Raum. Aber auch um 1992 herum, als die so genannte "Aufarbeitung ernsthaft anfing, war ich in der nunmal ehemaligen DDR und die Freunde und KollegInnen verstanden zuerst überhaupt nicht, was gemeint war. Was ja nicht Wunder nimmt, den der Begriff "Unrechtsstaat" ist nie definiert worden. Bis heute nicht. Aber die waren alle so ziemlich der Meinung, dass sie nicht in einer “Diktatur“ gelebt hatten. Nun war das natürlich keine repräsentative Umfrage, aber die Meinung wurde so oft vertreten, dass schon etwas dran gewesen sein müsste.

MsG



wie immer @Bugsy,
messerscharfe Analysen,die Welt wartet auf dein Buch!


zuletzt bearbeitet 02.07.2013 08:07 | nach oben springen

#580

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 02.07.2013 07:56
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Aber die waren alle so ziemlich der Meinung, dass sie nicht in einer “Diktatur“ gelebt hatten.@Bugsy

Das kann dann aber nur auf einer Wahlveranstaltung der PDS gewesen sein. Hätteste lieber mal eine von Neuen Forum besucht Bugsy


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