#541

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 09:02
von ddr-bürger (gelöscht)
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Nach dem die Versuche Rechtsstaat und Unrechtsstaat zu definieren so ziemlich gescheitert sind bleibt doch nur der "gefühlte" Rechts- / Unrechtsstaat.

Hier gehen die Meinungen stark auseinander, da ja jeder für sein Leben andere Ziele hat. Nur kann es für mich kein (gefühlter) Rechtsstaat sein, in dem die Interessen von "wenigen" über die Intersssen von "vielen" erhoben werden. Wenn der Rechtsstaat die Sozialgesetzgebung "willkürlich" ändert (z.B. H4), wenn das Gesetz zur Überlassung von Arbeitnehmern zu ungunsten der Arbeitenden geändert wurde, wenn die Grundlagen für Volksbegehren- bzw. Entscheide hoch geschraubt werden, wenn der gesetzl. Mindestlohn blockiert wird, und, und.

Wenn ich in einem solchen "Rechtsstaat" lebe, dann kann ich die DDR nicht als "Unrechtsstaat" bezeichnen.

Wie gesagt es gab Unrecht in der DDR, nur schade das es keine mathematische Formel gibt mit "größer und kleiner als", dann wäre das problem schnell gelöst.....


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#542

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 11:18
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #541
Nach dem die Versuche Rechtsstaat und Unrechtsstaat zu definieren so ziemlich gescheitert sind...
Aus meiner Sicht ist die Definition nicht gescheitert, es gibt relativ klare Richtlinien was ein Rechtsstaat (und damit auch was ein Unrechtsstaat) ist (nämlich, dass der Staat ausschließlich aufgrund von Gesetzen tätig wird und dass eine Trennung Exekutive/Legislative/Judikative vorliegt). Nur habe ich den Eindruck als interessiere diese Definition niemanden. Jeder bastelt sich seine eigene Definition zusammen und bestätigt bzw. widerlegt (nach Gutdünken - mit der eigenen Definition) die Aussage zum "Unrechtsstaat DDR".
Weiters teile ich hier auch die Meinung von Rainman2, der (sinngemäß) meinte, dass es nur um die Anerkennung der ehemaligen DDR-Bürger gehe.

Daher pflichte ich Dir mit der folgenden Aussage bei:
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #541
bleibt doch nur der "gefühlte" Rechts- / Unrechtsstaat.
Hier teile ich Deine Meinung nicht:
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #541
<... cut ...>Nur kann es für mich kein (gefühlter) Rechtsstaat sein, in dem die Interessen von "wenigen" über die Intersssen von "vielen" erhoben werden. Wenn der Rechtsstaat die Sozialgesetzgebung "willkürlich" ändert (z.B. H4), wenn das Gesetz zur Überlassung von Arbeitnehmern zu ungunsten der Arbeitenden geändert wurde, wenn die Grundlagen für Volksbegehren- bzw. Entscheide hoch geschraubt werden, wenn der gesetzl. Mindestlohn blockiert wird, und, und.

Wenn ich in einem solchen "Rechtsstaat" lebe, dann kann ich die DDR nicht als "Unrechtsstaat" bezeichnen.

Wie gesagt es gab Unrecht in der DDR, nur schade das es keine mathematische Formel gibt mit "größer und kleiner als", dann wäre das problem schnell gelöst.....
Die von Dir angeführten Dinge mögen zwar ungerecht sein, haben aber nichts mit einem Rechts- bzw. Unrechtsstaat zu tun.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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#543

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 12:43
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #309
Was willst Du uns damit sagen, außer dass der Staat im Modell "DDR" mehr Aufgaben hat als im System "BRD"/"Deutschland"?
Willst Du diskutieren wie viele Aufgaben ein Staat übernehmen soll? Nachtwächterstaat vs. Überwachungsstaat oder so?

cheers matloh


Och @matloh, Dein Querdenken gefällt mir ja manchmal schon, aber so weit brauchst Du´s nun wirklich nicht treiben.

Ich sehe @damals87 Einwurf eher als Erläuterung zum Verständnis des Rechtssystems der DDR.

Weiter sehe ich es so, dass eine solche "Definition" immer von Menschen erstellt wird, und abweichend von Definitionen der Mathematik sind Fragen von Recht oder Unrecht immer in einem gesellschftlichen und sozialem Kontext vor einer konkreten zeitlichen Schiene und Ereignissen zu sehen. D.h. die Auffassungen darüber, was Recht oder Unrecht ist, unterliegen auch einem Wandel. Und das ist das Ergebnis:

Zitat

Zitat
Jeder bastelt sich seine eigene Definition zusammen und bestätigt bzw. widerlegt (nach Gutdünken - mit der eigenen Definition) die Aussage zum "Unrechtsstaat DDR".





Und nur weil sich ein paar mehr oder weniger kluge Köpfe auf eine "Definition" verständigen, und eine mehr oder weniger große Anzahl Menschen diese mehr oder weniger kritiklos hinnimmt, muss das noch lange nicht heißen, dass diese Definition richtig ist und/oder dauerhaft Bestand hat.

Wir sollten uns alle hüten, unseren heutigen Blickwinkel als den einzig wahren und richtigen zu sehen, weil das bedeutet, dass anderen unsere Meinung, unser Rechtsverständnis oktroyiert wird. Das beanstanden viele am Verhalten radikaler Denker, stellen sich aber nicht selbstkritisch die Frage, wie weit sie selbst von solcher Denkstruktur weg sind oder schieben die Antwort als inakzeptabel, übertrieben einfach von sich. Und genau solches Verhalten ist bisher nicht nur einmal in die Hose gegangen.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#544

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 14:28
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #543
Zitat von matloh im Beitrag #309
Was willst Du uns damit sagen, außer dass der Staat im Modell "DDR" mehr Aufgaben hat als im System "BRD"/"Deutschland"?
Willst Du diskutieren wie viele Aufgaben ein Staat übernehmen soll? Nachtwächterstaat vs. Überwachungsstaat oder so?
< ... cut ... > Ich sehe @damals87 Einwurf eher als Erläuterung zum Verständnis des Rechtssystems der DDR.
Möglich, dass er das vor hatte, in seinem Post #308 (Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat (16)) konnte ich das nicht heraus lesen. Hier beschreibt er imho nur, dass ein DDR-Bürger mehr/öfter mit staatlichen Institutionen zu tun hatte als ein BRD-Bürger.
Zitat von werner im Beitrag #543

Weiter sehe ich es so, dass eine solche "Definition" immer von Menschen erstellt wird, und abweichend von Definitionen der Mathematik sind Fragen von Recht oder Unrecht immer in einem gesellschftlichen und sozialem Kontext vor einer konkreten zeitlichen Schiene und Ereignissen zu sehen. D.h. die Auffassungen darüber, was Recht oder Unrecht ist, unterliegen auch einem Wandel. < ... cut ... >
Und nur weil sich ein paar mehr oder weniger kluge Köpfe auf eine "Definition" verständigen, und eine mehr oder weniger große Anzahl Menschen diese mehr oder weniger kritiklos hinnimmt, muss das noch lange nicht heißen, dass diese Definition richtig ist und/oder dauerhaft Bestand hat.

Wir sollten uns alle hüten, unseren heutigen Blickwinkel als den einzig wahren und richtigen zu sehen, weil das bedeutet, dass anderen unsere Meinung, unser Rechtsverständnis oktroyiert wird. Das beanstanden viele am Verhalten radikaler Denker, stellen sich aber nicht selbstkritisch die Frage, wie weit sie selbst von solcher Denkstruktur weg sind oder schieben die Antwort als inakzeptabel, übertrieben einfach von sich. Und genau solches Verhalten ist bisher nicht nur einmal in die Hose gegangen.
Ja, solange es sich nicht um Definitionen in einem mathematischen Sinne handelt, können auch sprachliche "Definitionen" einem Wandel unterzogen sein. Es hat auch niemand behauptet, dass die von mir oben vorgeschlagene Definition der Weisheit letzter Schluss ist - au contraire! Ich habe (in Post #314 Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat (16)) sogar selbst darum gebeten die Definition ggf. zu erweitern.

Aber wozu überhaupt die Definition?
Wir diskutieren hier seit 543 Posts darüber, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei. Nur hat man sich noch nicht darauf verständigt, was ein Unrechtsstaat überhaupt ist, daher kann die Diskussion aus meiner sicht nur ins Leere führen. Ist ein wenig wie wenn man sich z.B. über "Effizienz" unterhält, aber noch niemand genau weiß, was Effizienz eigentlich bedeutet (oder war es doch Effektivität...?). Wir haben auch alle schon in unserer Kindheit gelernt, was ein "Tisch" ist - wenn das nicht der Fall wäre, müsste man sich zuerst mal darüber verständigen, was wir unter dem Wort Tisch "verstehen" bevor wir über Tische diskutieren könnten.

Da wir uns hier im Thread noch nicht darüber verständigen konnten, was einen Rechtsstaat ausmacht, werden auch immer - zumindest aus meiner Sicht - unterschiedliche Begriffe vermischt. Die Überschrift des Threads bezieht sich auf einen Rechtsstaat (d.h. ein Staat der aufgrund seiner Gesetze/Rechte agiert); Oft aber wird hier aus meiner Sicht über Gerechtigkeit geschrieben (d.h. wie der Staat die ihm zur Verfügung stehenden Mittel auf seine Bürger verteilt).
Der Begriff "Gerechtigkeit" ist aus meiner Sicht auch deutlich subjektiver als "Rechtsstaat"/"Unrechtsstaat". Daher kann es zu Gerechtigkeit auch nahezu unendlich viele Meinungen geben - schließlich findet jeder, je nachdem wie seine eigene Situation ist, unterschiedliche Dinge gerecht bzw. ungerecht (z.B. jemand mit hohem Einkommen wird sich wohl beschweren, dass er soviel Steuer zahlen muss, ein H4-Bezieher wird sich beschweren, dass er nicht genügend Geld vom Staat bekommt -> beides ist auf die jeweilige Art "Unrecht", aber der Staat kann halt Geld auch nicht herbei zaubern -> wie man's macht ist's falsch...).

just my 2ct.

cheers matloh


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#545

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 14:41
von Polter (gelöscht)
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@mathloh
Genau, wir nennen den Tisch " Tisch ". Es soll auf unserer Welt Kulturen geben, denen der Tisch völlig unbekannt ist.


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#546

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 14:59
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #545
@mathloh
Genau, wir nennen den Tisch " Tisch ". Es soll auf unserer Welt Kulturen geben, denen der Tisch völlig unbekannt ist.
Richtig. Wenn man mit diesen Kulturen über Tische reden will, muss man sich zuerst auf ein gemeinsames Verständis des Begriffs "Tisch" verständigen. Bevor man das nicht gemacht hat, braucht man über Tische nicht zu philosophieren. Genauso wenig können wir über Unrechtsstaat philosophieren, wenn wir kein gemeinsames Verständnis dieses Begriffs haben. Erst wenn wir das selbe unter dem Begriff verstehen, können wir darüber diskutieren, ob Staat X oder Staat Y ein Rechts-/Unrechtsstaat ist/war.

cheers matloh


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#547

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 15:32
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Polter im Beitrag #540
Zitat von Barbara im Beitrag #539
Zitat von Polter im Beitrag #529
Zitat von Gert im Beitrag #526
[quote=Küchenbulle 79|p245155][quote=DoreHolm|p245150][quote=Küchenbulle 79|p245147][quote=Zermatt|p245033][quote=Küchenbulle 79|p244786]Das sogenannte Gebilde DDR kann man wirklich nicht mit dem heutigen deutschen Staat vergleichen




Die liebe Barbara hat Dich in einem anderen Thema gelobt. Namentlich !! Und hat Dich Gerd genannt! Ungerügt! Muß ich mir merken, kleine Unterschiede müssen sein.





Nicht „die liebe Barbara“ benutzen, Polter! Das kann sie nämlich nicht leiden!

Und faktisch richtig ist, dass sie sich bei dem Gert im anderen Thema bedankt hat für seine Reaktion auf ihren Beitrag, ihn aber nicht gelobt hat.
Eine solche Reaktion fände sie nämlich angesichts ihres eigenen fortgeschrittenen Alters und das der anderen Forum-Teilnehmer, von denen der Gert einer ist, unangemessen.

Davon abgesehen, gab es schon diverse Beiträge von Gert, denen „die liebe Barbara“ uneingeschränkt zustimmt. Denn sie ist nicht nur „lieb“ sondern auch „differenziert“!

Aber bei der Gelegenheit:

Da ist noch eine Frage offen, die „die liebe Barbara“ dir mal gestellt hatte, und die nur mit einem schlichten „ja“ oder „nein“ zu beantworten gewesen wäre - möchtest du ihr jetzt vielleicht antworten?

Denn mag die „liebe Barbara“ auch bei der Rechtschreibung manchmal etwas „flüchtig“ sein, sie hat ein unglaublich gutes Gedächtnis und sieht und merkt sich nahezu alles. :-)

Gerne weist sie nochmal auf die entsprechende Stelle hin – auch lieb, wenn’s gefällt!



(Sorry Gert, wegen der Falschschreibung deines Namens!)



nein




Polter diese Antwort bezieht sich auf die aktuelle Frage oben nehme ich an?
O.k, das ist deine gutes Recht!
Das gute Gedächtnis haben wir aber offensichtlich schonmal gemeinsam :-)
Ich probiere das mit der Beantwortung der anderen Frage dann später mal wieder.....
Bis dahin der Verweis auf deinen Underliner von Joubert (den ich klasse finde):
Dieses Statement setzt voraus, dass man überhaupt eine Meinung hat - diese muss man aber natürlich nicht äußern! Auch das ist Freiheit!


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#548

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 15:37
von Barbara (gelöscht)
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Meine völlig unmaßgebliche (bereits schonmal geäußerte) und schlichte Meinung bei diesemThema:
eine Definition "Unrechtstaat" ist sinnlos - denn: reine "Befindllichkeit"

eine Definition Rechtsstadt ist sinnvoll, nämlich:
die einem Staat zugrunde liegende Rechts- und Gesetzeslage muss auch GEGEN den Staat justiziabel sein.
Ob das in der DDR der Fall war, können aussschließlich ehem. DDR-Bürger beurteilen.


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#549

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 15:39
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #548
Meine völlig unmaßgebliche (bereits schonmal geäußerte) und schlichte Meinung bei diesemThema:
eine Definition "Unrechtstaat" ist sinnlos - denn: reine "Befindllichkeit"

eine Definition Rechtsstadt ist sinnvoll, nämlich:
die einem Staat zugrunde liegende Rechts- und Gesetzeslage muss auch GEGEN den Staat justiziabel sein.
Ob das in der DDR der Fall war, können aussschließlich ehem. DDR-Bürger beurteilen.



Das gilt natürlich für jeden anderen Staat auch. Für die Bundesrepublik Deutschland trifft das zu, sie ist in diesem Sinne ein Rechtsstaat. Meine Meinung als ihre Staats-Bürgerin!


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#550

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 17:57
von Polter (gelöscht)
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" Gegen das Schweigen und das Getöse erfinde ich das Wort. (Octavio Paz 1914-1998) "

Schweigen als Strafe....
Schweigen als Kritik.....
Schweigen als Antwort.....
Schweigen kann höflich und angemessen sein, klug und verständlich !
Meine Meinung und keine Antwort.

Juristisch sehr strittig: Unrechtsstaaten !
Ich verstehe darunter einen Staat, der sich nicht an das Recht hält oder der unrechtes Recht schafft und anwendet.
Bis 2009 galt in Deutschland nur der NS - Staat als " Unrechtsstaat " US - Präsident erschuf die " Schurkenstaaten ".
Na ja, Rechtstaatlichkeit hatte die bundesdeutsche Obrigkeit selber in den 1969er, 1970er und 1980er schmerzhaft erfahren müssen.
Für mich zählt hier das Sprichwort:

" Es gibt kein richtiges Leben im falschen "


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#551

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 18:03
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

ich wollte nur höflichst anmerken, dass jetzt um 18:00 Uhr im Ersten der 3485. Teil von "Verbotene Liebe" kommt. So ist's recht, nicht wahr.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#552

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 18:39
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Entschuldigt aber so langsam artet das hier irgendwie in eine Doktorarbeit aus. Ich bekomm da immer als gestandener Proletarier leichte "Vermauleprobleme" siehe ich könnte dem ganzen Sesselfurzersektor aber auch sowas von eine reinschmeisen das es fürchterlich kracht. Bleibt also einfach mal auf der Ebene von Mann/Frau auf der Strasse, genau die einfachen Leutchen aus dem Alltag, auch dem damaligen DDR-Alltag die auch heute noch sowas von einfach leben und sich nicht den Hintern mit vergoldetem Toilettenpapier abwischen.

Lebensläufer

Bringt es somit runter, einfach, leicht nachvollziehbar, so wie der kleine Mann, die Frau nun meinten:" Lebte ich nun in einem Staat der mich irgendwie nicht leben ließ, mit Unrecht zufügte oder wars doch anders, ganz Anders"?


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#553

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 18:58
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #552
Bringt es somit runter, einfach, leicht nachvollziehbar, so wie der kleine Mann, die Frau nun meinten:" Lebte ich nun in einem Staat der mich irgendwie nicht leben ließ, mit Unrecht zufügte oder wars doch anders, ganz Anders"?
Mein lieber Lebensläufer,

besser als wie Herbert Köfer in seinem Buch "Nie war es so verrückt wie immer" kann ich es auch nicht ausdrücken:

"Napoleon soll gesagt haben: 'Das objektive Bild der Geschichte ist die Summe aller Lügen, auf die sich die Gesellschaft nach 30 Jahren geeinigt hat.'"

...

"Wenn gesagt wird, die DDR war ein Unrechtsstaat, werde ich immer darauf entgegnen: Die DDR war ein Staat, in dem auch Unrecht geschah. Wer daraus einen 'Unrechtsstaat' macht, soll es tun. Ich möchte aber - wie Millionen von Menschen aus der DDR - mir nicht sagen lassen müssen, Jahrzehnte in einem Unrechtsstaat gelebt haben zu müssen. Immerhin war die DDR von mehr als 100 Ländern der Welt völkerrechtlich anerkannt. Auch von den Amerikanern und von der Bundesrepublik."


Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


Lebensläufer und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 19:14 | nach oben springen

#554

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 19:04
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #553
[...]Immerhin war die DDR von mehr als 100 Ländern der Welt völkerrechtlich anerkannt. Auch von den Amerikanern und von der Bundesrepublik
Liebe Grüße

Ecki


Von der Bundesrepublik Deutschland war die DDR völkerrechtlich nicht anerkannt.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#555

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 19:04
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #552
<... cut ...>Bringt es somit runter, einfach, leicht nachvollziehbar, <... cut ... >

Aber klar doch...

Frage: War die DDR ein Rechtsstaat, also ein Staat der ausschließlich auf Basis von Gesetzen agierte und der eine Gewaltentrennung Exekutive/Legislative/Judikative hatte?
Antwort: die muss ein ehemaliger DDR-Bürger geben.

Frage: War die DDR ein Staat in dem es Unrecht gab?
Antwort: Manche Bürger empfanden Unrecht, andere nicht (genauso wie in jedem anderen Staat der Welt auch).

cheers matloh

Edit: Leserlichkeit verbessert.


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zuletzt bearbeitet 08.04.2013 19:09 | nach oben springen

#556

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 08.04.2013 22:45
von ddr-bürger (gelöscht)
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@matloh

als ehemaliger DDR Bürger:

zu 1.: ja, diese Gewaltentrennung gab es

zu 2.: ja, es gab auch Unrecht

mein Fazit - die DDR war eindeutig ein Rechtsstaat.


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#557

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 09:14
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #556
< ... cut ...>zu 1.: ja, diese Gewaltentrennung gab es < ... cut ...>
Tatsächlich?

"Eine unabhängige Justiz mit neutralen Richtern als Teil eines bürgerlich-demokratischen Systems der Gewaltenteilung hat es in der DDR nie gegeben." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/DDR-Justiz)

"Da in der DDR bereits die formellen Elemente des Rechtsstaates wie die Gewaltenteilung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung und die Unabhängigkeit der Gerichte fehlten, entsprach das Rechtswesen der DDR nicht rechtsstaatlichen Standards." (Quelle: http://www.kas.de/wf/de/71.6643/)

"In der früheren DDR war der Grundsatz der Gewaltenteilung nur theoretisch, nicht aber in der Praxis verwirklicht. Insbesondere gab es dort keine unabhängigen Gerichte." (Quelle: http://www.rechtslexikon.net/d/gewaltent...ltenteilung.htm)

"In der DDR gab es keine Gewaltenteilung." (Quelle: http://www.geschichtsforum.de/f46/ddr-ju...islative-19934/)

"Gemäß dem Verständnis der marxistisch-leninistischen Staatslehre von der Gewalteneinheit (gegenüber der Gewaltenteilung in bürgerlich-parlamentarischen Systemen) wurde der DDR-Staatsapparat nicht als eigenständige exekutive Gewalt gesehen." (Quelle: http://www.kas.de/wf/de/71.6611/)

Viele weitere Quellen sind hier zu finden: http://www.google.at/#hl=de&gs_rn=8&gs_r...7c5cc63bb60df3d

cheers matloh


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#558

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 10:06
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
"unabhängige Richter"? Formal schon, aber an die Oberlandesgerichte und Bundesgerichtshöfe werden genau die Richter befördert
die im "vorauseilenden Gehorsam" die gewünschte Linie vertreten, zu Teil als kuhandel auch aus Oppostionsrichtuing.

Z.B. die Frauen-Gender-Forschungstussi am BGH auf "Grünen-Ticket". Dr. Susanne Baer, Eine "Grundrechtsvertreterin"
die meinen Homo- und Lesbenpaare brauchen Steuersplitting oder Adoptionsrecht....

Der BGH wird auf diesem Weg als Überparlament genutzt um durchzusetzen für das was im Bundestag KEINE 2/3-Mehrheit
findet....



zuletzt bearbeitet 09.04.2013 10:09 | nach oben springen

#559

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 10:19
von ddr-bürger (gelöscht)
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Das Internet ist ein gutes Hilfsmittel bei Recherchen, aber die "Auslegung" ist da manchmal fragwürdig. Habe da schon Texte gefunden, einfach unsachlich.

Beispiel:
Rolle der Frau in der DDR, da stand doch glatt sinngemäß - die Frau wurde als Arbeitskraft gebraucht, da zu viele Männer in den bewaffneten Organen dienten. Für mich so eine sinnfreie Aussage. Oder halt doch nicht, damit wurde ja suggeriert, in dem Unterdrückungsstaat wurden die meisten Männer zur Aufrechterhaltung des bösen Regime gebraucht


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#560

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 09.04.2013 11:00
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #559
Das Internet ist ein gutes Hilfsmittel bei Recherchen, aber die "Auslegung" ist da manchmal fragwürdig. Habe da schon Texte gefunden, einfach unsachlich.

Beispiel:
Rolle der Frau in der DDR, da stand doch glatt sinngemäß - die Frau wurde als Arbeitskraft gebraucht, da zu viele Männer in den bewaffneten Organen dienten. Für mich so eine sinnfreie Aussage. Oder halt doch nicht, damit wurde ja suggeriert, in dem Unterdrückungsstaat wurden die meisten Männer zur Aufrechterhaltung des bösen Regime gebraucht
Willst Du damit sagen, dass die DDR eine unabhängige Justiz hatte?

cheers matloh


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