#421

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 18:46
von schnatterinchen (gelöscht)
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ZITAT Hartmut
Der Schutz nach aussen wird in den meisten Fällen ignoriert, ausgeklammert oder klein geredet. Fakt ist jedoch, das Sabotageakte nach Mauerbau und pioniertechnischen Ausbau der Staatsgrenze drastisch zurück gegangen sind. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, daß an der Staatsgrenze BRD/ DDR sich auch zwei Militärblöcke Auge um Auge schwerbewaffnet gegenüberstanden.



Hallo Hartmut,

da hast Du vollkommen recht. Ich habe mich in letzter Zeit etwas informiert über die Materie und mußte feststellen, daß es schon ne Menge gefährlicher von Westseite ausgehender Zwischenfälle gab. Von Hubschrauberüberflügen bis Beschuß durch Alliierte.
Das Ansinnen von östlicher Seite war ja eher Ruhe zu halten bei Bedarf zu Schleusen und die eigen Bevölkerung fern zu halten.
Ja mit den Militärblöcken , war schon verschärft.Die DDR wäre sicher zusammengebrochen ohne diese Grenze. Aber dauerhaft funktioniert so etwas eben doch nicht wie wir jetzt wissen.


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zuletzt bearbeitet 15.03.2013 18:49 | nach oben springen

#422

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 19:02
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mir fällt gerade der "Trennossi" ein. Ja richtig, wir trennen den Ossi vom Staat DDR und heraus kommt Einer, der kann richtig unbelastet über die alten Zeiten reden. Denn Der steht ja sozusagen daneben und lässt das mal Alles so Revue passieren. So ähnlich wie heute, da stehe ich zum Beispiel auch neben dem Staat, ich betrachte Ihn, bilde mir so meinen Reim und mal ehrlich, ich werde einfach nicht warm mit diesem komischen Gebilde BRD.

Ich lebe zwar in einem Land aber das Land ist irgendwie nicht mehr meines und haltet mich bitte nicht für altmodisch, im Gegenteil, ich bin voll da, stehe mit beiden Beinen im Leben, das stand ich auch schon in der DDR. Wie jetzt...mein Land? Ist das nicht eigentlich traurig, wenn man als Deutscher (hier ein Sachse) einfach nicht mehr dem Land in dem man lebt über den Weg traut? Zumal, ich begründe das auch mal.

Es geht schon wieder los. Genau wie zu DDR-Zeiten entfernt sich eine Führungsschicht vom Volk, es ist dasselbe Spiel....nur eben in einer anderen Farbe. Eigentlich einen Extrafred wert.

Lebensläufer


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#423

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 19:06
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #422
Mir fällt gerade der "Trennossi" ein. Ja richtig, wir trennen den Ossi vom Staat DDR und heraus kommt Einer, der kann richtig unbelastet über die alten Zeiten reden. Denn Der steht ja sozusagen daneben und lässt das mal Alles so Revue passieren. So ähnlich wie heute, da stehe ich zum Beispiel auch neben dem Staat, ich betrachte Ihn, bilde mir so meinen Reim und mal ehrlich, ich werde einfach nicht warm mit diesem komischen Gebilde BRD.

Ich lebe zwar in einem Land aber das Land ist irgendwie nicht mehr meines und haltet mich bitte nicht für altmodisch, im Gegenteil, ich bin voll da, stehe mit beiden Beinen im Leben, das stand ich auch schon in der DDR. Wie jetzt...mein Land? Ist das nicht eigentlich traurig, wenn man als Deutscher (hier ein Sachse) einfach nicht mehr dem Land in dem man lebt über den Weg traut? Zumal, ich begründe das auch mal.

Es geht schon wieder los. Genau wie zu DDR-Zeiten entfernt sich eine Führungsschicht vom Volk, es ist dasselbe Spiel....nur eben in einer anderen Farbe. Eigentlich einen Extrafred wert.

Lebensläufer

Hallo Lebensläufer
Nun , laß mal die Kirche im Dorf


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#424

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 19:16
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat:
"Lieber DDR-Bürger, interessant wären Vergleiche derartiger Statistiken, kurz nach der Wende und aus heutiger Sicht. Da spielt Enttäuschung, Nichtwissen und Verklärung eine nicht unbedeutende Rolle."

@grenzverletzerin

bin gerade zurück, erstaunlich was sich hier getan hat. Leider entfernt sich das Thema von der Sachlichkeit.

Zu Deinem Gedanken, ja da ist was dran. nach der Wende hatten viele Ex-DDR-Bürger noch Illusionen über die reale BRD. Viele dieser illusionen sind dann untergegangen. Meiner Meinung sind Nichtwissen und Verklärung falsche Ausdrücke, Enttäuschung passt besser. Jemand der sich verbessert trauert keiner Vergangenheit nach. Wenn viele die Vergangenheit "verklären" dann hat das einen Grund - Enttäuschung.

Wenn Menschen von der gegenwart enttäuscht sind und der Vergangenheit anhängen, warum sollen dann diese Menschen diese Vergangenheit als "Unrechtsstaat" sehen?

Und darum fallen die Gedanken zu der Ex DDR heute positiver aus, als z.B. 1990. Wem soll man das anlasten, doch eigentlich dem heutigen Staat, der mit seinem Unrecht das Unrecht der DDR relativiert.


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#425

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 19:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo Lebens-(auf-der-Buchmesse-ganz-allein-rum-)läuferle, vielleicht kommste ja an diesem Buch nicht vorbei ...
Nils Heinrich: Wir hatten nix, nur Umlaute. Rowohlt, 2013

Falls doch, eine Leseprobe ... http://www.rowohlt.de/fm/131/Heinrich_Wi...nur_Umlaute.pdf
Und nein, ich bin nicht im falschem Tread, schönes WE *breites_grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#426

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 19:51
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #422
Mir fällt gerade der "Trennossi" ein. Ja richtig, wir trennen den Ossi vom Staat DDR und heraus kommt Einer, der kann richtig unbelastet über die alten Zeiten reden. Denn Der steht ja sozusagen daneben und lässt das mal Alles so Revue passieren. So ähnlich wie heute, da stehe ich zum Beispiel auch neben dem Staat, ich betrachte Ihn, bilde mir so meinen Reim und mal ehrlich, ich werde einfach nicht warm mit diesem komischen Gebilde BRD.

Ich lebe zwar in einem Land aber das Land ist irgendwie nicht mehr meines und haltet mich bitte nicht für altmodisch, im Gegenteil, ich bin voll da, stehe mit beiden Beinen im Leben, das stand ich auch schon in der DDR. Wie jetzt...mein Land? Ist das nicht eigentlich traurig, wenn man als Deutscher (hier ein Sachse) einfach nicht mehr dem Land in dem man lebt über den Weg traut? Zumal, ich begründe das auch mal.

Es geht schon wieder los. Genau wie zu DDR-Zeiten entfernt sich eine Führungsschicht vom Volk, es ist dasselbe Spiel....nur eben in einer anderen Farbe. Eigentlich einen Extrafred wert.

Lebensläufer

Siehste Rainer,

mir gehts da ähnlich, mit der BRD bin ich auch nicht so richtig warm geworden. Es ist vor allem diese widerwertige Wegwerf- Kultur- Gesellschaft - mehr Verpackung als Inhalt.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#427

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 20:02
von matloh | 1.204 Beiträge

OT!

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #393
< ... ziemlich viel weg geschnitten ... >
http://www.politikundunterricht.de/4_09/ddr.pdf
< ... cut ...>
Wusste garnicht, dass der Vietnamkrieg bis 1986 dauerte... (vgl. S. 28)

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#428

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 20:08
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #427
OT!
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #393
< ... ziemlich viel weg geschnitten ... >
http://www.politikundunterricht.de/4_09/ddr.pdf
< ... cut ...>
Wusste garnicht, dass der Vietnamkrieg bis 1986 dauerte... (vgl. S. 28)

cheers matloh


kennst du nicht die Rambo-Filme?im 2.Teil holt er 1986 amerikanische Kriegsgefangene raus
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#429

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 20:36
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #424
Zitat:
"Lieber DDR-Bürger, interessant wären Vergleiche derartiger Statistiken, kurz nach der Wende und aus heutiger Sicht. Da spielt Enttäuschung, Nichtwissen und Verklärung eine nicht unbedeutende Rolle."

@grenzverletzerin

bin gerade zurück, erstaunlich was sich hier getan hat. Leider entfernt sich das Thema von der Sachlichkeit.

Zu Deinem Gedanken, ja da ist was dran. nach der Wende hatten viele Ex-DDR-Bürger noch Illusionen über die reale BRD. Viele dieser illusionen sind dann untergegangen. Meiner Meinung sind Nichtwissen und Verklärung falsche Ausdrücke, Enttäuschung passt besser. Jemand der sich verbessert trauert keiner Vergangenheit nach. Wenn viele die Vergangenheit "verklären" dann hat das einen Grund - Enttäuschung.

Wenn Menschen von der gegenwart enttäuscht sind und der Vergangenheit anhängen, warum sollen dann diese Menschen diese Vergangenheit als "Unrechtsstaat" sehen?

Und darum fallen die Gedanken zu der Ex DDR heute positiver aus, als z.B. 1990. Wem soll man das anlasten, doch eigentlich dem heutigen Staat, der mit seinem Unrecht das Unrecht der DDR relativiert.



Hallo DDR-Bürger,
ja, hier ist was los...aber wir bleiben im Gespräch...

In deiner Argumentation liegt viel Wahres!! Mit Unwissenheit meinte ich die Blauäugigkeit (auf beiden Seiten), mit der wir ins vereinte DE gestolpert sind.
Bei vielen Ossis (ich hasse diesen Termini...behalte es aufgrund der Vereinfachung mal bei) hatte ich das Gefühl, dass nur die DM wichtig war um am Westkonsum teilhaben zu können. Dabei konnte ich mich nicht des Eindrucks entziehen, dass nicht nur das Gebiet um Dresden sondern ca. 80% des DDR-Territoriums, Tal der Ahnungslosen war. Bei den Wessis war die *kommt Heim ins Reich, lb. Brüder & Schwestern*- Euphorie, als dann der Soli kam...na...lassen wir das.
Eine gewisse Verklärtheit ist bei der Betrachtung der Vergangenheit immer dabei. Das geht mir selbst so...ich vergesse/verdränge oft die negativen Aspekte und dadurch überwiegen die Positiven. Wenn dann noch Enttäuschung dazu kommt, potenziert sich das Ganze.

Ich selbst habe die DDR oft als Unrechtsstaat bezeichnet, natürlich spielen die eigenen Erlebnisse-Enttäuschungen-Repressalien- da mit rein.
Aber bedenke den Artilel 19 Absatz 2 lt. DDR-Verfassung:

Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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zuletzt bearbeitet 15.03.2013 20:38 | nach oben springen

#430

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:03
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #429
< ... cut ... >
In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!
Die Definitionsfrage halte ich eigentlich für geklärt (siehe Posts #314 (von mir) und #386 (von Schuddelkind) ).
Meinen "Postulaten" wurde bisher - falls ich nichts überlesen habe - nicht widersprochen:
1) "Rechtsstaatlichkeit bedeutet, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsstaat)
2) "Als Rechtsstaat gilt ein Staat, der die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit der Gerichte, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, Rechtsschutz gegen Akte öffentlicher Gewalt und eine öffentlich-rechtliche Entschädigung als unverzichtbare Institute anerkennt." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Formeller_u...ler_Rechtsstaat)

OK, die Begriffe Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit sind sehr dehnbar; Aber sie tragen nur beschränkt zum Inhalt bei, da die wesentliche Aussage ist, dass der Staat nur aufgrund von Gesetzen handelt.

Rainman hat aber in Post #336 angemerkt, dass es sich eher um ein psychologisches Problem handeln dürfte; Daher scheint der Begriff selbst überhaupt nicht wichtig zu sein. Vielmehr scheint es eher darum zu gehen, dass niemand hören will, dass er mal in einem Staat lebte, der rechtsstaatlichen Prinzipien nicht (vollständig) entsprochen hat.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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zuletzt bearbeitet 15.03.2013 21:04 | nach oben springen

#431

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:09
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

@Matloh, mal eine andere Frage. Du kommst doch aus Österreich, wie siehtst du euer Land in Bezug auf das Thema?


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

zuletzt bearbeitet 15.03.2013 21:10 | nach oben springen

#432

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:14
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #326
Sachma FED, mal direkt gefragt, mit wem?! Ich meine soweit ist ja Vienna nicht weg und am Ende hockste jetzt mit dem Nasenborer in irgendeiner Boiz und lachst Dich scheckig.
Nein, das ist eher unrealistisch - ich meide (Blech-)Blasmusik (im Speziellen und Volksmusik im Allgemeinen) wie der Teufel das Weihwasser.
Zitat von 94 im Beitrag #326
Oder mal noch direkter gefragt, an Beide: Ihr scheint ja nun nicht unbewandert in Belangen der Jurisdiction, ...
Ich bin in dieser Hinsicht ein naiver Laie - aber danke für das Kompliment...
Zitat von 94 im Beitrag #326
wieso geht ihr Euch in diesem Forum so offensichtlich aus dem Weg?
Ich geh niemandem aus dem Weg... Mir sind nur manche Diskussionen zu mühsam (aus verschiedenen Gründen). Abgesehen davon ist meine Zeit leider auch begrenzt.

cheers matloh


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#433

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:24
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #431
@Matloh, mal eine andere Frage. Du kommst doch aus Österreich, wie siehtst du euer Land in Bezug auf das Thema?
In Bezug zur DDR kann ich Österreich eigentlich nicht wirklich einordnen. Ich war auch erst 1991 zum ersten Mal in Berlin, aber davor schon einige Male in anderen COMECON-Ländern (Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei).
In Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit sehe ich hier keine Probleme - auch wenn Österreich manchmal ein klein wenig "Bananenrepublik" ist, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

cheers matloh


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#434

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:39
von utkieker | 2.925 Beiträge

Die DDR war ein Arbeiterstaat, welcher sich auf seine Arbeiterpartei reduzierte, daraus entsprang eine Bürokratische Kaste und ein vulgärer Sozialismus. @Grenzverletzerin: "Bei vielen Ossis (ich hasse diesen Termini...behalte es aufgrund der Vereinfachung mal bei) hatte ich das Gefühl, dass nur die DM wichtig war um am Westkonsum teilhaben zu können." Oh ja Grenzverletzerin, da ist ein Funken Wahrheit dran. Wie hieß das noch so schön? "Kommt die DM bleiben wir, kommt sie nicht gehn wir zu ihr" Dabei befand sich doch die DM im freien Fall zur Mark der DDR im Oktober 1989 stand der Schwindelkurs noch bei 1:5, unmittelbar vor der Währungsumstellung 1990 schon bei 1:2. Wer im großen Stil Währungshandel betrieb hat sich dabei dumm und dusselig verdient.
Noch im März 1990 wurde eine neue Volkskammer gewählt eines ihrer ersten Maßnahmen, war die Enteignung des Volkes zu Gunsten der so genannten Treuhand lediglich Thomas Klein und Jutta Braband hatten sich dagegen ausgesprochen, dies war definitiv das Ende der Revolution sie war gescheitert!!!! Die Arbeiterpartei SED- PDS hieß sie damals, hat ihr Klientel verraten ....

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#435

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 21:52
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #421
Hallo Hartmut,

da hast Du vollkommen recht. Ich habe mich in letzter Zeit etwas informiert über die Materie und mußte feststellen, daß es schon ne Menge gefährlicher von Westseite ausgehender Zwischenfälle gab. Von Hubschrauberüberflügen bis Beschuß durch Alliierte.
Das Ansinnen von östlicher Seite war ja eher Ruhe zu halten bei Bedarf zu Schleusen und die eigen Bevölkerung fern zu halten.
Ja mit den Militärblöcken , war schon verschärft.Die DDR wäre sicher zusammengebrochen ohne diese Grenze. Aber dauerhaft funktioniert so etwas eben doch nicht wie wir jetzt wissen.


Tja Schnattchen,

man hätte eine Politik führen müssen, die den Wahnsinn ein Ende bereitet hätte. Aber die Politbürokratie der DDR war da zu nicht im Stande.
"Das Gefühl nach zuviel Sicherheit, wirkt auf die Dauer tödlich" (Maxi Wander)

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#436

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 22:34
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


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#437

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 22:42
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #436
@grenzverletzerin

Zitat:
"Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.

Das ist verdammt nochmal in der DDR oft mit Füßen getreten geworden und besonders von den staatlichen Organen.

In unserem vereinten DE gibt es eine Menge Ungerechtigkeiten - meist sozialer Natur - aber als Unrechtsstaat betrachte ich die BR nicht.
So, nun sind wir wieder bei der Definitionsfrage angekommen - wir drehen uns im Kreis!!"


Das ist das traurige an der Geschichte...., die persönlichen Rechte wurden oft in den Hintergrund gedrängt. es gab Übergriffe und Unrecht. auch waren wir nicht mehr bei Marx, wir haben den guten Mann verbogen bis er paßte. Ich beteilige mich bei der Diskussion nur noch weil mir es stinkt die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen, wo ich heute sehe das das Unrecht hier und heute mindestens genauso groß ist. Eine Definition wird es nicht geben, jeder Rechtsbegriff ist abhängig vom moralischen und politischen Verständnis der Gesellschaft. In der Physik sind 50° C auch 50° C egal ob im Sozialismus oder Kapitalismus. Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen was an der heutigen Gesllschaft ungerecht ist oder was nicht meinen Begriffen von Rechtsstaatlichkeit entspricht, dann drehen wir uns (oder ich) wirklich im Kreis.

Ich kann damit leben wenn die Aussage getätigt wird - in der DDR wurde Recht gebeugt (das ist ja leider international üblich und an der Tagesordnung). Es ist nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt auch Grau. Nicht umsonst habe ich mich von dem System 1986 entfernt (da war noch alles in Beton gegossen), ich habe manchen Schwachsinn gesehen und auch Unrecht. Nach der "Wende" wurde ich gewendet aber in die andere Richtung, mit dem heutigen Erlebten relativiere ich den Begriff Unrecht....
Es wäre doch um einiges besser, wenn das Thema: "Weniger Unrecht in der Gesellschaft (vermeide den Begriff Rechtsstaat)" hier stände.

Eines noch - wenn Rechtsstaat / Unrechtsstaat, kein Staat hat in meinen Augen das Recht eine Todesstrafe zu praktizieren (wie in der DDR bis Anfang der 80er Jahre gab), oh jetzt habe ich doch glatt dem Klassenfeind Munition geliefert


Und wer ist der Klassenfeind? Ich sehe in diesem Deutschland keine Feinde...........höchstens hin und wieder rechts-und linksaußen ewig Gestrige....aber Feinde, NEIN!


Intellektuelle spielen Telecaster
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#438

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 22:46
von ddr-bürger (gelöscht)
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@schuddelkind

wie definiert man Ironie?


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#439

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 22:49
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #438
@schuddelkind

wie definiert man Ironie?


In dem man schreibt *Ironiemodus an*, zB.............


Intellektuelle spielen Telecaster
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#440

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 16.03.2013 00:46
von matloh | 1.204 Beiträge

Im Englischen kann man "Rechtsstaat" mit "rule of law" übersetzen.
=> es gibt diesen Begriff nicht nur im Deutschen
=> der englische Begriff beschreibt imho noch klarer worum es geht.

Aber wenn ihr wollt, könnt ihr gerne noch fünfzig mal - ohne eine zumindest einigermaßen stichhaltige Begründung anzugeben - posten, dass man den Begriff Rechtsstaat (und damit das Gegenteil davon, den Begriff Unrechtsstaat) nicht definieren kann.

cheers matloh

ps: Und ja, ich finde es auch ungerecht, dass Menschen die weniger können als ich teilweise ein besseres Einkommen haben. Das mag Unrecht sein, hat aber nichts, aber auch absolut nichts, mit einem Rechtsstaat/Unrechtsstaat zu tun.


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