#381

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #377

Bei Dir liest sich das aber wie Verschwöhrung.



Wie kommst Du auf Verschwörung? Ich habe hier mit keinem Wort "Medienmanipulation" erwähnt. Sondern nur die Tatsache angedeutet, dass wir in einer Mediendemokratie leben. Und wie die funktioniert, muss ich doch hier nicht erklären. Ich finde dramatisch, dass die Stasiakten sich langsam zur 5. Gewalt in unserem Land entwickeln. Nur das eventuelle Vorhandensein von diesen, kann einen Menschen (Politiker) unendlich schaden oder lenkt hervorragend von Sachthemen ab. Und daher wundert es mich nicht, das jeder ehemaliger DDR - Bürger der im Fokus der Öffentlichkeit steht sehr vorsichtig mit seiner Vergangenheit umgeht. Und von denen wird der Blick auf die ehemalige DDR geprägt.

Und glaub mir, ich bin tief genug in der Materie, um zu beurteilen, welches Bild von der DDR transportiert wird.

LG von der grenzgaengerin


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#382

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:27
von schnatterinchen (gelöscht)
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Jetz auch noch die Stasiakten.
Eines ist mal festzuhalten. Die Stasiakten sind made in GDR.
Desweiteren ist die Nachfrage von ehemaligen DDR Bürgern nach Akteneinsicht ungebrochen und steigt an.
Meiner Meinung zeigt das Interesse nach Akteneinsicht die tiefen Wunden die dieses System der ostdeutschen Gesellschaft zugefügt hat.


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#383

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:31
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #373

Ich denke viele von den ehemaligen politischen Eliten der ddr machen sich diese Diskussion zu Nutze um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.Nach dem Motto : seht ihr das haben wir euch doch schon immer gesagt!




wer oder was sind nach Deinem Selbstverständnis "ehemalige politische Eliten der DDR"?
Das würde mich schonmal interessieren was darunter zu verstehen ist......

Eine diffuse, nicht näher begründete Ablehnung, Abneigung, bis hin zum offenen Hass auf alles was auch nur ansatzweise nach DDR aussieht hat mich schon immer gestört, gerade zu DDR Zeiten.....
Dunkel kann ich mich noch an das Wehklagen der anderen 15 und 16 jährigen auf dem Schulweg erinnern über das Jammertal in dem man leben mußte ...... es war einfach schick zu jammern und alles Scheiße zu finden was die DDR betraf......
Wie mir scheint haben Einige dieses jugendlich pupertierende Protestgehabe in ihre Erwachsenenwelt hinüber gerettet, weiter gepflegt und gehegt um sich darin gefallen "dagegen" zu sein ......
So wie sich Eltern von ihren pupertierenden Gören nicht unendlich auf der Nase rumtanzen lassen und klare Grenzen ziehen, bis hier her und keinen Schritt weiter hat sich der 'Unrechtsstaat' ebenfalls nicht auf der Nase rumtanzen lassen und sehr schnell zu teilweise rigiden Maßnahmen gegriffen um den Renitenten zu zeigen: bis hier her und keinen Schritt weiter .....

In diese ganze "Unrechtsstaatsdikussion" passt hervorragend eine Meldung vom Mittwoch .....

Um nicht ganz in Vergessenheit zu geraten machte ein gewisser Markus Meckel, jetzt Stiftungsrat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, auf einer Podiumsdiskussion einen "Vorschlag" in dem er dafür plädierte die Zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft; Neue Wache Berlin; umzuwidmen in eine Gedenkstätte für die Opfer des SED-Regimes.
Was er nicht gesagt hat aber ich denke das steht ihm unter anderem im Sinn, da könnte man bei der "Umgestaltung" der Neuen Wache endlich die Plastik von der verhassten Kommunistin Käte Kollwitz entsorgen ......
Ein H. K. war und ist selbstredend von dieser Idee begeistert, stellte er auf besagter Podiumsdiskussion fest, das es so viele Erinnerungsorte für Opfergruppen gäbe, aber es gibt keine zentrale Gedenkstätte die nur den Opfern des Unrechtssystems gewidmet sei .....
Rainer Wagner, Chef der UOKG, tendierte gleich zum großen Wurf. Er meinte es zählen nicht nur Mauertote, Inhaftierte oder aus dem Land geflohene dazu, sondern auch diejenigen die unter der SED-Herrschaft berufliche Nachteile erlitten haben ......[Nun weiß ich es, auch ich bin Opfer weil ich gefühlt berufliche Nachteile hatte in der DDR]
Am Ende müsse eine Mahnung stehen; welche, so wie er es formulierte, eher eine unverholene Drohung ist (persönliche Meinung): "Diesen Weg, den des Kommunismus nämlich, darf man nie wieder einschlagen!"

Die Mahnung je größer der "Opferkreis" desto unkonkreter die Mahnung und der Hinweis das auch historische Zusammenhänge nicht außer acht gelassen werden dürfen, etwa die Tatsache, dass die sowjetische Gewaltherrschaft auf deutschem Boden erst eine Folge der NS-Zeit war, vehallte unbeachtet im Kreis der Diskussanten .....

Soweit inhaltlich eine Meldung zum Thema welche offensichtlci ziemlich untergangen ist.

An anderer Stelle schrieb ich mal etwas zur DDR-Identität.
Das was ganz massiv ab 1974, Verfassungsänderung DDR; durch die Herausnahme folgender Formulierung: " sozialistischer Staat deutscher Nation" und dessen Ersetzung durch: "sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern".
Im gleichem Atemzug wurde auch die in der Verfassung verankerte angestrebte Wiedervereinigung:
2) Die Herstellung und Pflege normaler Beziehungen und die Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten auf der Grundlage der Gleichberechtigung sind nationales Anliegen der Deutschen Demokratischen Republik. Die Deutsche Demokratische Republik und ihre Bürger erstreben darüber hinaus die Überwindung der vom Imperialismus der deutschen Nation aufgezwungenen Spaltung Deutschlands, die schrittweise Annäherung der beiden deutschen Staaten bis zu ihrer Vereinigung auf er Grundlage der Demokratie und des Sozialismus.
ersatzlos gestrichen.

Ab diesem Zeitpunkt setze ich das bestreben von offizieller DDR Seite eine "DDR Nationalität" und damit DDR Identität zu schaffen welche vor der Nationalität 'Deutsch' stehe .....
Nur klappte das bis 1989 nicht so richtig .......

Erstaunlicherweise hat sich erst mit der ab 1990 massiven Diffamierung und pauschalen Verteufelung von allem dem das Edikett "DDR" anhaftete im Nachhinein das von der Politführung der DDR so herbeigewünschte freiwillige Bekenntnis zur DDR Identität herausgebildet.
Wobei ich der Meinung bin dass das sehr häufig aus einer Trotzhaltung gegenüber den Erklärern des DDR Lebens resultiert ......

So wie es nie den "idealen" Staat mit dem "idealen" Wirtschafts- und Gesellschaftssystem geben wird, wird es immer gefühlte Ungerechtigkeit im Leben geben.

Es geht auch bei dieser ganzen Diskussionen um "Unrechtsstaat", "SED-Gewaltherrschaft", "Stasi" also eine Reduzierung auf marginalen und damit eine hervorragende Ablenkung durch die Meinungsmacher von der Tatsache das hinter all diesem "Unrecht" eine Gesellschaftsform mit einer grundlegend anders gestalteten Eigentumsform am gesellschaftlichem Eigentum stand.
Die Interessen des Privatkapitals müssen bei Strafe des eigenen Unterganges gewahrt und Verteidigt werden und dazu eignet sich seit über 100 Jahren das Schreckgespenst "Kommunismus" ......
Der freien Welt ist nach 1989 der Gegner des kalten Krieges abhanden gekommen, der Taliban eignet sich nur bedingt, zumal er bis ende des Kalten Krieges ein treuer Verbündeter im Kampf gegen den Kommunismus war und da eignet sich speziell in Deutschland hervorragend das Schreckgespenst "DDR Diktatur" und wenn es damit so weiter geht wird man in einigen Jahrzehnten die NS-Zeit für eine Wellness Oase halten im Gegensatz zu dem wie die DDR Bürger unter Terror, Folter und Unmenschlichkeit litten .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Damals87 und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2013 12:39 | nach oben springen

#384

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:35
von DoreHolm | 7.675 Beiträge

Zitat von Monte im Beitrag #379
Der Begriff Unrechtsstaat ist weder ein wissenschaftlicher noch ein juristischer Begriff,taugt allerdings hervorragend zu niedrigstem Populismus.Im übrigen ist bemerkenswert daß dieser Begriff vom Unrechtsstaat, dem Vernehmen nach, nur auf die DDR bezogen angewandt wird;bei allen anderen ehemals dem Ostblock angehörenden Ländern ist dieser Terminus - warum wohl? - umgangssprachlich nicht gängig.



Na warum wohl ? Das sind andere Regierungen, denen hat man nichts zu sagen und die lassen sich auch nichtssagen von den eingebildeten Deutschen. Mit denen will man Geschäfte machen, Rohstoffe importieren und noch viel lieber die eigenen Produkte exportieren. Und wenn dann dort zufälligerweise eine frei gewählte Regierung an der Macht ist, die sich aus Menschen mit ähnlichem Hintergrund wie die der hiesigen Die Linke zusammensetzt, gehen solche Vorhaltungen schnell nach hinten los.



zuletzt bearbeitet 15.03.2013 12:36 | nach oben springen

#385

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #382
Jetz auch noch die Stasiakten.
Eines ist mal festzuhalten. Die Stasiakten sind made in GDR.
Desweiteren ist die Nachfrage von ehemaligen DDR Bürgern nach Akteneinsicht ungebrochen und steigt an.
Meiner Meinung zeigt das Interesse nach Akteneinsicht die tiefen Wunden die dieses System der ostdeutschen Gesellschaft zugefügt hat.


Da stellst sich mir die Frage, mit welcher Intention die Akteneinsicht beantragt wird. Sind es Wunden oder Neugierde. Deswevitern wird glaube nicht berichtet wieviel Wiederholungsanträge darunter sind, weil vielleicht vor Jahren der Bescheid kam, dass keine Einträge vorhanden sind, man jedoch noch nicht alle Dokumente gesichtet hat.

Und schliesslich geht es auch um die Daseinsberechtigung der BStU und Mittelbereitstellung. Die aber nicht in Frage stelle, sondern wo sich vielleicht die Schwerpunkte der Forschung nicht auf Personen sondern künftig gesellschaftliche Zusammenhänge konzentrieren sollte.

LG von der grenzgaengerin


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#386

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:40
von Duck | 1.741 Beiträge

385 Beiträge und ihr werdet trotzdem nicht auf einen Nenner kommen aber das wäre ja auch langweilig denke ich.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#387

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 12:55
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Um mal was persönliches beizusteuern: Auf meiner Arbeitstelle sind wir ja ein bunter Haufen aus "Ost" und "West", viele der Kolleginnen/Kollegen sind wesentlich jünger als ich. Das Thema, was wir hier gerade zu akribisch beackern, ist für die kein Thema. Also endet wohl die hier oft beschriebene Einflußnahme der Medien in diesem Land dort, wo sie ignoriert werden. Und das scheint ein nicht unerheblicher Teil unserer Bevölkerung zu sein. Vielleicht betrachten wir das Thema auch einfach nur zu verkopft........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#388

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 13:03
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #383
[quote=schnatterinchen|p239657]
Ich denke viele von den ehemaligen politischen Eliten der ddr machen sich diese Diskussion zu Nutze um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.Nach dem Motto : seht ihr das haben wir euch doch schon immer gesagt!


wer oder was sind nach Deinem Selbstverständnis "ehemalige politische Eliten der DDR"?
Das würde mich schonmal interessieren was darunter zu verstehen ist......


"DDR Diktatur" und wenn es damit so weiter geht wird man in einigen Jahrzehnten die NS-Zeit für eine Wellness Oase halten im Gegensatz zu dem wie die DDR Bürger unter Terror, Folter und Unmenschlichkeit litten .....

Gruß
Nostalgiker


wer soll das denn sein? vom Politbüro bis zu den Bezirksleitungen.Sind ja noch ne Menge von übrig.Zumindest unterhalb vom Politbüro.
Einiges aus dem Text sehe ich ähnlich.Genörgelt wurde in der DDR immer schon gerne und nach 1989 waren auch plötzlich hundert tausende ehemalige SED Mitglieder eigentlich schon immer dagegen gewesen. Aber müssig.
Ich kann schon sehr wohl den Unterschied und die Ideen der beiden Gesellschaftsmodele erkennen.Das nur mit dumpfem Dagegensein abzutun ist es selbst.
Das nach 1990 angebliche freiwillige Bekenntniss zu DDR ? Mal nicht übertreiben.Das resultiert eher aus dem Zusammentreffen von Arroganz und Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplexen, Dessinteresse und den Brüchen die die Menschen zu ertragen hatten.
Das mit der Wellnes Oase Nazi-Deutschland und der ddr Diktatur ,ich muß schon bitten!


zuletzt bearbeitet 15.03.2013 13:06 | nach oben springen

#389

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 13:52
von Uleu | 527 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #382
Jetz auch noch die Stasiakten.
Eines ist mal festzuhalten. Die Stasiakten sind made in GDR.
Desweiteren ist die Nachfrage von ehemaligen DDR Bürgern nach Akteneinsicht ungebrochen und steigt an.
Meiner Meinung zeigt das Interesse nach Akteneinsicht die tiefen Wunden die dieses System der ostdeutschen Gesellschaft zugefügt hat.


Früher haben wir es schlicht Neugier genannt, heute sind es gleich " tiefe Wunden " ...


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
94, Feliks D., Mike59 und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#390

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 13:57
von schnatterinchen (gelöscht)
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Früher haben wir es schlicht Neugier genannt, heute sind es gleich " tiefe Wunden " ...



genau Schwamm drüber!


Aber eins muß ich doch noch anfügen. Die Erziehung in der DDR zu Doppelzüngigkeit und Verstellung war schon besonders.


matloh hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2013 14:01 | nach oben springen

#391

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 14:39
von Lutze | 8.026 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #390
Früher haben wir es schlicht Neugier genannt, heute sind es gleich " tiefe Wunden " ...



genau Schwamm drüber!


Aber eins muß ich doch noch anfügen. Die Erziehung in der DDR zu Doppelzüngigkeit und Verstellung war schon besonders.






der weisse Mann spricht mit gespaltene Zunge,würde Winnetou sagen,hau
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#392

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 15:10
von Arnstädter | 266 Beiträge

Doppelzüngigkeit und Verstellung gibts auch heute noch.Frage mal deinen Nachbarn in den alten Bundesländern. Das hat nix mit der Erziehung bzw.Bildung in derDDR zu tun.Damals war es die Stasi.
Heute sind es aufmerksame Bürger.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#393

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 15:11
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #390

Aber eins muß ich doch noch anfügen. Die Erziehung in der DDR zu Doppelzüngigkeit und Verstellung war schon besonders.



Hallo Schnatterinchen,

was Du als Doppelzüngigkeit bezeichnest, ist der Versuch mit dem Thema rational umzugehen und keine Pauschalurteile zu akzeptiern.

Ich habe mir eigentlich nur wegen Dir die Mühe gemacht und Auszüge aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht der BStU gelesen.

Das Kapitel Beweggründe wurde wie folgt eingeleitet:

"Danach sind die Beweggründe sehr vielfältig. Im Berichtszeitraum wurde das Interesse an einer persönlichen Akteneinsicht bei vielen Menschen durch die Berichterstattung über die Jahrestage im Zusammenhang mit der Friedlichen Revolution geweckt. Andere fanden mit dem Erreichen des Rentenalters nun die Zeit, sich mit der Thematik zu befassen. Einige wurden von ihren Kindern und Enkeln, die inzwischen älter und damit politisch bewusster geworden sind, zur Antragstellung angeregt. Auch imRahmen der Zweckbegründung zu Anträgen naher Angehöriger von Vermissten und Verstorbenen kommt vermehrt zum Ausdruck, dass offenbar mit Voranschreitender Zeit verschiedene bisherige Tabuthemen in Familienaufgearbeitet werden. Veranlasst werden Anträge auch durch Archivführungen von Schüler- und Studentengruppen sowie insbesondere in den Außenstellen durch Schülerprojekte. Es werden dann häufig Antragsformularemitgenommen mit der Begründung, das Gespräch mit den Eltern oder Großeltern suchen zu wollen."

http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...publicationFile

Es sind also die verschiedensten Gründe. Was mich beeindruckt hat, ist das Interesse der jungen Menschen. Und daher ist es um so wichtiger ein Gesamtbild der DDR zu zeichnen. Und wenn ich mir die Zeitschrift für politische Bildung ansehe, dann bestätigt sich meine Wahrnehmung:

„Eines aber ist sicher: Die Auseinandersetzung mit der deut-schen Geschichte, mit Diktatur und Demokratie auf deutschem Boden gehört zum Kernbestand der politischen Bildung. Dass sich die Landeszentrale für politische Bildung in den Gedenkjahren 2009 und 2010 in besonderer Weise der deutschen Teilung und ihrer Überwindung widmet, ist insofern Auftrag und Selbstverpflichtung. Mit dem vorliegenden Heft von Politik & Unterricht tun wir dies in besonderer Weise. Denn in der Zwischenzeit liegt eine ganze Fülle – wohlgemerkt verdienstvoller – Publikationen und Arbeitshilfen über den Fall der Mauer und den Prozess der deutschen Wiedervereinigung seit 1989/90 vor, aber didaktische Literatur über das alltägliche Leben in der DDR ist weiterhin Mangelware.“

http://www.politikundunterricht.de/4_09/ddr.pdf

Ich hoffe Du kannst jetzt ein wenig verstehen, warum ich beunruhigt bin.

LG von der grenzgaengerin


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#394

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 15:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich war Erzbebirgler, ich bin Erzgebirgler und ich bleibe Erzgebirgler.
Das himmelschreiendste Unrecht war damals für uns das wir keine Weihnachtsengel mehr drechseln durften sondern nur noch "Geflügelte Jahresendpuppen"
Man hatten die einen an der Klatsche.


Arnstädter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2013 15:45 | nach oben springen

#395

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #394
Ich war Erzbebirgler, ich bin Erzgebirgler und ich bleibe Erzgebirgler.
Das himmelschreiendste Unrecht war damals für uns das wir keine Weihnachtsengel mehr drechseln durften sondern nur noch "Geflügelte Jahresendpuppen"
Man hatten die einen an der Klatsche.



Die sind aber bestimmt als Engelchen zu einem Spottpreis als Devisenbringer über die Grenze geflattert

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.03.2013 16:03 | nach oben springen

#396

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:04
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja Grenzgaengerin so isses,

ich hab jetz einiges aus den Beiträgen hier mitgenommen.
Mir liegt fern irgend jemandens Lebenslauf herabwürdigen zu wollen.Ich würde sagen ich habe in einem Land gelebt mit dem Namen DDR.Es war der Versuch eine bessere Gesellschaft zu gründen. Doch das Fundament welches viele Jahre vorher gelegt wurde war nicht gut.
Die Menschen haben sich gemüht doch ihre Träume haben sich nicht erfüllt.Sie wurden zerrieben zwischen den Interessen größerer Mächte.
Jetzt habe ich eine Tochter die geht aufs Gymmi ohne Nachweis der Herkunft und ohne Stabüunterricht und demnächst fährt sie zu einer Freundin nach Straßbourg , die musizieren zusammen. Ich habe jetzt Freunde in Kanada und Israel . Und das finde ich einfach Klasse. Und das alles würde es mit DDR nicht geben.


Rainman2 und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2013 16:07 | nach oben springen

#397

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:08
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #395
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #394
Ich war Erzbebirgler, ich bin Erzgebirgler und ich bleibe Erzgebirgler.
Das himmelschreiendste Unrecht war damals für uns das wir keine Weihnachtsengel mehr drechseln durften sondern nur noch "Geflügelte Jahresendpuppen"
Man hatten die einen an der Klatsche.



Die sind aber bestimmt als Engelchen zu einem Spottpreis als Devisenbringer über die Grenze geflattert

LG von der grenzgaengerin


Die Jahresendpuppen die zum Devisenerwerb Richtung Klassenfeind flattern durften waren sogar noch Engel


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#398

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:11
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #397
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #395
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #394
Ich war Erzbebirgler, ich bin Erzgebirgler und ich bleibe Erzgebirgler.
Das himmelschreiendste Unrecht war damals für uns das wir keine Weihnachtsengel mehr drechseln durften sondern nur noch "Geflügelte Jahresendpuppen"
Man hatten die einen an der Klatsche.



Die sind aber bestimmt als Engelchen zu einem Spottpreis als Devisenbringer über die Grenze geflattert

LG von der grenzgaengerin


Die Jahresendpuppen die zum Devisenerwerb Richtung Klassenfeind flattern durften waren sogar noch Engel




...hießen die Engel nicht geflügelte Jahresendfiguren?


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#399

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:15
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #398



...hießen die Engel nicht geflügelte Jahresendfiguren?



Kann sein, auf jeden Fall wurden die zu Weihnachten, äh zum "Fest des Lichtes und des Friedens" rausgestellt
So nu mit Ernst und Verbissenheit weiter mit der Suche nach dem Wesen des verwehten DDR-Menschen.


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2013 16:19 | nach oben springen

#400

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 15.03.2013 16:19
von Arnstädter | 266 Beiträge

zu den Beitrag 396!

Mußt ja eine schlechte Jugend gehabt haben.Zu meiner Jugendzeit hatte ich sowohl treffen mit,Ungarn Polen ,Franzosen(in) und auch anderstdenkenden
Deine Ansicht das es menschliche Kommunikation anderer Völker in der bösen DDR nicht gab ist absurd.


das System funktioniert weil du funktionierst
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