#281

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 09:49
von utkieker | 2.914 Beiträge

Kein Problem Schnattchen, irren ist menschlich

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#282

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 09:54
von ddr-bürger (gelöscht)
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Apropo, falsche Wahlergebnisse..., ist das auch ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit wenn statt wahlergebnisse Armutsberichte verfälscht werden?

Die DDR war kein größerer "Unrechtsstaat" als die BRD heute, man muß nur immer die Frage aufwerfen "Wem nützt es?". Und des weiteren wer ist besser in der Lage "Rechtsgefühle" zu manipulieren, was ja Dank einiger Privatsender und "Blättchen" immer besser gelingt?

Es wird nie den "Rechtsstaat" geben, es wird immer der gesellschaftlichen Doktrin der Herrschenden entsprechen. Nur woran will man den Grad der "Rechtssicherheit" messen?
An dem Recht der Mehrheit auf ein Leben ohne Ausbeutung, an dem Recht sich durch Ausbeutung zu berreichern, an dem Recht sich privat voll entfalten zu können, welches Recht ist höher zu bewerten?
Jede Personengruppe möchte "seine" gegnsätzliche Rechte gewahrt und durchgesetzt wissen.


Küchenbulle 79 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#283

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:00
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #278
< ... cut ... >§ 16 Fahnenflucht
(1) Wer eigenmächtig seine Truppe oder Dienststelle verläßt oder ihr fernbleibt <... cut ... >
OK, wir fassen zusammen: "Fahnenflucht" ist das was gemeinhin oft als "Desertieren" bezeichnet wird und hat nichts mit einer Republikflucht im speziellen oder mit dem Verlassen eines Staates im allgemeinen zu tun.
Damit verstehe ich FEDs Beitrag #241 noch schlechter:
Zitat von Feliks D. im Beitrag #241
Zitat von linamax im Beitrag #235
Was die alles meiner Familie alles angetan haben .
Vor oder nach der gemeinschaftlich begangenen Fahnenflucht? Es soll ja auch heute noch Staaten geben die sowas als untersuchungswürdige Straftat ansehen.

Wie begeht man als Familie "gemeinschaftliche Fahnenflucht"? Gab es in der DDR auch Wehrpflicht für Frauen und Kinder?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#284

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:04
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #283
Zitat von utkieker im Beitrag #278
< ... cut ... >§ 16 Fahnenflucht
(1) Wer eigenmächtig seine Truppe oder Dienststelle verläßt oder ihr fernbleibt <... cut ... >
OK, wir fassen zusammen: "Fahnenflucht" ist das was gemeinhin oft als "Desertieren" bezeichnet wird und hat nichts mit einer Republikflucht im speziellen oder mit dem Verlassen eines Staates im allgemeinen zu tun.
Damit verstehe ich FEDs Beitrag #241 noch schlechter:
Zitat von Feliks D. im Beitrag #241
Zitat von linamax im Beitrag #235
Was die alles meiner Familie alles angetan haben .
Vor oder nach der gemeinschaftlich begangenen Fahnenflucht? Es soll ja auch heute noch Staaten geben die sowas als untersuchungswürdige Straftat ansehen.

Wie begeht man als Familie "gemeinschaftliche Fahnenflucht"? Gab es in der DDR auch Wehrpflicht für Frauen und Kinder?

cheers matloh


Moin matloh, das hast du sicherlich falsch verstanden. Vermutlich beging er die Flucht mit seinem Postenpartner!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#285

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:27
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #284
Moin matloh, das hast du sicherlich falsch verstanden. Vermutlich beging er die Flucht mit seinem Postenpartner!!
Daran hatte ich auch schon gedacht, aber die Frage bezog sich ja ursprünglich auf die Familie. Aber ja, mir ist klar, dass es in der DDR so etwas wie Sippenhaftung gab; nur den Paragraphen dazu kenne ich noch nicht (und auch nicht, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad die Sippenhaftung ging).


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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#286

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:32
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #282
Die DDR war kein größerer "Unrechtsstaat" als die BRD heute, ... < ... cut ... >
Kennen wir jetzt schon die Kriterien für einen Rechtsstaat? Bzw. einen Unrechtsstaat?
Wenn nein, ist die Aussage für die Katz und völlig wertlos. Wenn ja, dann bitte belegen, wie das heutige Deutschland zu diesen Kriterien passt.

Danke.

Cheers matloh


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#287

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Richtig, die Fahnenflucht beging er mit einem weiterem AGT.

Nur ist es dann doch wohl das normalste der Welt, dass anschließend auch die zurückgebliebenen Angehörigen durchleuchtet wurden, um tatbegünstigende Umstände und mögliche Mitwisser zu ermitteln, und auch die Rückverbindungen eine Zeitlang unter Kontrolle gehalten wurden. Wenn man dies schon als "Leiden" bezeichnet, dann sollte man sich vor seiner Tat überlegen ob man seine Angehörigen solchen Ermittlungen aussetzen will. Viele haben das für sich ja anders entschieden, kommt sicher immer auf den Charakter der betreffenden Person an. Denke ich nur an mich oder auch an andere...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#288

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:52
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #287
Richtig, die Fahnenflucht beging er mit einem weiterem AGT.

Nur ist es dann doch wohl das normalste der Welt, dass anschließend auch die zurückgebliebenen Angehörigen durchleuchtet wurden, um tatbegünstigende Umstände und mögliche Mitwisser zu ermitteln, und auch die Rückverbindungen eine Zeitlang unter Kontrolle gehalten wurden. Wenn man dies schon als "Leiden" bezeichnet, dann sollte man sich vor seiner Tat überlegen ob man seine Angehörigen solchen Ermittlungen aussetzen will. Viele haben das für sich ja anders entschieden, kommt sicher immer auf den Charakter der betreffenden Person an. Denke ich nur an mich oder auch an andere...


Also mein Bruder war mit seinem Kumpel und mit ner Zange Richtung Grenze unterwegs und hat die "Sperranlagen " aus der Ferne gesehen.
Die Behandlung unserer Familie war aber auch naja jetzt muß ich aufpassen , sagen wir mal gewöhnungsbedürftig und das über Jahre.
Sein damaliger Begleiter war ein Sohn von nem Kollegen von Genossen Dzerjinski, der war nach nem knappen Jahr wieder draußen.Weiß ich aber auch erst seit nem knappen Jahr.
Vielleicht hat mein Bruder den ja auch als Geisel mitgeschleppt.


zuletzt bearbeitet 14.03.2013 10:53 | nach oben springen

#289

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:53
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #279
Im Artikel 1 der Verfassung der DDR stand er drin, der Führungsanspruch der marxistisch-leninistischen Partei.


Das ist nicht ganz richtig
Wenn man so eine Aussage trifft, sollte man auch dazu sagen, welcher Stand gemeint ist.

In der Verfassung von 1949 finde ich keinen Führungsanspruch der SED, in der Verfassung von 1968 ist von der Führung der Arbeiterklasse und Ihrer marxistisch-leninistischen Partei die Rede.

Krümelkack an: Es wird der Führungsanspruch der Arbeiterklasse betont, als personell stärkste Kraft im Land und erst darin die m/l Partei. SED wird da nicht explizit genannt - denn auch in der DDR wusste man, dass Namen Schall und Rauch sind.

Ich hab´s andernorts schon mal gesagt, bei 2Mio Parteimitgliedern wird man einer Partei dieser Stärke wohl durchaus eine dominierende Rolle zusprechen können - selbst CDU und SPD zusammen kommen nicht auf solche Werte, und das bei 80Mio Bevölkerung, also mehr als 4x soviel wie die DDR hatte.
Mal unterstellt, dass ohne die Wahlhelfer die Wahlbeteiligung auf 60% gesunken wäre und auch von den SED Mitgliedern nur die Hälfte Ihre Stimme direkt ihrer Partei gegeben hätten, wäre das Ergebnis immer noch klar gewesen, wenn auch nicht so grandios, wie es gemacht wurde.

Die Rolle der anderen Parteien wurde hier bisher kaum berührt.
Ich traf mich - es muss 1987 oder 1988 gewesen sein - einen Schulfreund und Journalisten einer Zeitung. Er kam gerade von einem Parteitag der Partei, bei der seine Zeitung angebunden war. Er meinte zu mir, dass es für ihn unglaublich sei, dass man dort auf dem Parteitag Beschlüsse gefasst hat, mit denen man die SED noch links überholen würde. So etwas hat ja den Blockparteien in der Zeit nach dem Zusammenbruch zu Recht erhebliche Probleme bereitet.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#290

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:54
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #287
Richtig, die Fahnenflucht beging er mit einem weiterem AGT.
Nur ist es dann doch wohl das normalste der Welt, dass anschließend auch die zurückgebliebenen Angehörigen durchleuchtet wurden <... cut ... >
Ok, das ist die schon oben erwähnte Sippenhaft.
Du bist ja juristisch recht gut bewandert, kannst Du mir mal schnell das Gesetz, das diese "Durchleuchtung" (und alle anderen Maßnahmen, die den Angehörigen von Fahnenflüchtigen passieren konnten) für die Familienangehörigen vorsah, raussuchen? Ich nehme an, dass dort auch drinnen steht, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad welche Maßnahmen vorgesehen waren.
Oder gab es da nur einen Gummiparagraphen, der alle, denen der Fahnenflüchtige irgendwann mal die Hand gegeben hatte, unter Generalverdacht stellte?
In dubio pro reo?

cheers matloh


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#291

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:56
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #285
Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #284
Moin matloh, das hast du sicherlich falsch verstanden. Vermutlich beging er die Flucht mit seinem Postenpartner!!
Daran hatte ich auch schon gedacht, aber die Frage bezog sich ja ursprünglich auf die Familie. Aber ja, mir ist klar, dass es in der DDR so etwas wie Sippenhaftung gab; nur den Paragraphen dazu kenne ich noch nicht (und auch nicht, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad die Sippenhaftung ging).


Es gab sicher keinen Paragraphen der die Sippenhaft direkt beinhaltet hat. Hier wurde vielleicht mit Präventation argumentiert...es war ja nicht selten so, einer flüchtete und versuchte dann weitere Familienmitglieder nachzuholen. Also waren die staatl. Organe verpflichtet, die Familienmitglieder zu bespitzeln.
Im Falle von Schnatterinchen eigentlich eine klare Sache, Bruder sitzt wegen Republikflucht...dann Freikauf. Der kleine Bruder im Umfeld von "subversiven" Elementen, Reisen in die ČSSR um sich mit seinem Bruder zu treffen...Folge: Entzug des PAs...die hatten Angst einen weiteren DDR-Bürger zu verlieren. Warum der Druck auf die Mutter? Angst schüren, damit sie *positiven* Einfluß auf ihren Jüngsten nimmt...usw. usf...
Nur liegt hier, im Umgang mit den Zurückgebliebenen, für mich keine Ungerechtigkeit vor sondern Unrecht...


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#292

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 10:59
von ddr-bürger (gelöscht)
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@matloh

es wurden ja schon das Verfälschen von Wahldaten als Kriterium herangezogen, das Verfälschen eines "Regierungsberichtes" ist ebenso einzuordnen, warum wird das als Kriterium nicht gewertet.
Und wie Du schon erwähnt hast, es sind noch keine konkreten Aussagen im Bezug Rechtsstaat bzw. Unrechtsstaat getroffen worden. das war bisher auch kein Grund die Wahlverfälschungen als "Beweispunkt" zu diskutieren. Und nun Kehrtwende.....


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#293

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:05
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzverletzerin

da stimme ich Dir zu, ja das war Unrecht. Wir reden aber vom Unrechtsstaat. War Berufsverbot in der BRD Unrecht? Wen ja, ist die BRD Unrechtsstaat?


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#294

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:07
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #293
@grenzverletzerin

da stimme ich Dir zu, ja das war Unrecht. Wir reden aber vom Unrechtsstaat. War Berufsverbot in der BRD Unrecht? Wen ja, ist die BRD Unrechtsstaat?

Welches Berufsverbot?

ps: Wenn ein Staat, in dem es die Todesstrafe gibt, von einem Staat, in dem es keine Todesstrafe gibt, übernommen wird, werden wohl jede Menge Scharfrichter arbeitslos. Ist damit dann der Staat ohne Todesstrafe ein Unrechtsstaat?


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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zuletzt bearbeitet 14.03.2013 11:09 | nach oben springen

#295

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:08
von ddr-bürger (gelöscht)
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Es gab Berufsverbote für Mitglieder der DKP im öffentlichen Dienst, z.B. Lehrer.

Ergänzung:

Siehe "Radikalenerlass 1972" Damit wurden pol. Unliebsame auch Mundtot gemacht.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.03.2013 11:10 | nach oben springen

#296

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Mich beschleicht das Gefühl das hier munter 'Ungerechtigkeiten' welche zweifelsohne passierten; wo passieren sie nicht; munter zu 'Unrecht' stilisiert werden .......

Irgendwo wird im Thread mal wieder das leidige Beispiel der "Auswahl" für die EOS gebracht. Aussage, den Mädchen wurde allein auf Grund der Tatsache das sie Katholisch waren der Besuch der EOS verwehrt...... So ist es einfach falsch!
Die Mädchen hatten ein Elternhaus und die Eltern hatten einen Beruf, ein entscheidendes Auswahlkriterium war auch die soziale Herkunft!!!!
Wenn ihre Eltern Angestellte waren oder noch schlimmer der Intelligenz angehörten hatten sie gegenüber einem Arbeiterkind einfach schlechte Karten!
Gesellschaftliche Aktivitäten waren durchaus von Vorteil und damit meine ich nicht die ausschließliche Mitgliedschaft in der Jungen Gemeinde oder ähnliches wenn sie konfessionell gebunden waren ......
In der Spät DDR waren die Kriterien andere wie in den 50ger oder den streckenweise fast liberalen Anfangs 60gern .....

Natürlich ist es für den unmittelbar Betroffenen ungerecht aber es ist in meinen Augen kein 'Unrecht' wie es heute gerne gehandelt wird ......
Wurde mit der Entscheidung, wer zur EOS geht, bewußt eine Verletzung der damals gültigen Rechtsordnung begangen?
Wohl eher nein, es sei denn wir nehmen die zugrunde liegende 'Rechtsnorm' unter die Lupe und schauen wo in den Verbindlichen Feststellungen der Auswahlkriterien eine Verletzung dieser liegt um letztendlich Nachzuweisen das da 'Unrecht' praktiziert wurde.

.... und ob es ein Segen für die Gesellschaft ist wenn gut 50% eines Schuljahrganges (Gegenwart) das Abitur machen mag ich anzweifeln ist aber ein anderes Thema ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#297

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:28
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #296
Mich beschleicht das Gefühl das hier munter 'Ungerechtigkeiten' welche zweifelsohne passierten; wo passieren sie nicht; munter zu 'Unrecht' stilisiert werden .......
Deswegen versuche ich schon seit geraumer Zeit eine Definition für Rechtsstaatlichkeit zu finden.
Bisher hat noch niemand Einspruch gegen diese Definition erhoben:
"Rechtsstaatlichkeit bedeutet, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist."
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #296
Irgendwo wird im Thread mal wieder das leidige Beispiel der "Auswahl" für die EOS gebracht. Aussage, den Mädchen wurde allein auf Grund der Tatsache das sie Katholisch waren der Besuch der EOS verwehrt...... So ist es einfach falsch!
Die Mädchen hatten ein Elternhaus und die Eltern hatten einen Beruf, ein entscheidendes Auswahlkriterium war auch die soziale Herkunft!!!!
Wenn ihre Eltern Angestellte waren oder noch schlimmer der Intelligenz angehörten hatten sie gegenüber einem Arbeiterkind einfach schlechte Karten!
Ok, das bringt mich nun - in Bezug auf die oben erwähnte Definition eine Rechtsstaats - zu der Frage: In welchem Gesetz war verankert, dass Arbeiterkinder für die EOS zu bevorzugen waren? (Anm.: Auch hier ist wieder die Sippenhaft zu finden... Was können die Kinder dafür, in eine Arbeiter-/Angestellten-/Intelligenz-Familie geboren zu sein?) Das wiederum wirft für mich die Frage auf "Waren denn nicht alle Menschen [vor dem Gesetze] gleich in der DDR?
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #296
Gesellschaftliche Aktivitäten waren durchaus von Vorteil und damit meine ich nicht die ausschließliche Mitgliedschaft in der Jungen Gemeinde oder ähnliches wenn sie konfessionell gebunden waren ...... < ... cut ... >
Auch hier wieder die Frage: Welches Gesetz bildete die Grundlage hierfür?
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #296
Wurde mit der Entscheidung, wer zur EOS geht, bewußt eine Verletzung der damals gültigen Rechtsordnung begangen?
Im Hinblick auf Rechtsstaatlichkeit ist das imho die falsche Frage. Die Frage müsste lauten: Aufgrund welchen Gesetzes erfolgte die Auswahl?

cheers matloh


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#298

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:33
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #294
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #293
@grenzverletzerin

da stimme ich Dir zu, ja das war Unrecht. Wir reden aber vom Unrechtsstaat. War Berufsverbot in der BRD Unrecht? Wen ja, ist die BRD Unrechtsstaat?

Welches Berufsverbot?

ps: Wenn ein Staat, in dem es die Todesstrafe gibt, von einem Staat, in dem es keine Todesstrafe gibt, übernommen wird, werden wohl jede Menge Scharfrichter arbeitslos. Ist damit dann der Staat ohne Todesstrafe ein Unrechtsstaat?


Jetzt vergleichst du aber Äpfel mit Birnen. Beim KPD-Berufsverbot war es staatlich diktiert und in deinem Beispiel wären die Betroffenen arbeitlos aufgrund Arbeitsmangel.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

zuletzt bearbeitet 14.03.2013 11:36 | nach oben springen

#299

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 11:58
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #298
Zitat von matloh im Beitrag #294
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #293
@grenzverletzerin

da stimme ich Dir zu, ja das war Unrecht. Wir reden aber vom Unrechtsstaat. War Berufsverbot in der BRD Unrecht? Wen ja, ist die BRD Unrechtsstaat?

Welches Berufsverbot?

ps: Wenn ein Staat, in dem es die Todesstrafe gibt, von einem Staat, in dem es keine Todesstrafe gibt, übernommen wird, werden wohl jede Menge Scharfrichter arbeitslos. Ist damit dann der Staat ohne Todesstrafe ein Unrechtsstaat?


Jetzt vergleichst du aber Äpfel mit Birnen. Beim KPD-Berufsverbot war es staatlich diktiert und in deinem Beispiel wären die Betroffenen arbeitlos aufgrund Arbeitsmangel.
Ja, ich habe das - zugegebenermaßen an den Haaren herbeigezogene - Beispiel formuliert, bevor ich vom Berufsverbot von KPD-Mitgliedern wusste. Die beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun!

cheers matloh


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#300

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 14.03.2013 12:05
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #296
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Irgendwo wird im Thread mal wieder das leidige Beispiel der "Auswahl" für die EOS gebracht. Aussage, den Mädchen wurde allein auf Grund der Tatsache das sie Katholisch waren der Besuch der EOS verwehrt...... So ist es einfach falsch!
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Ok, das bringt mich nun - in Bezug auf die oben erwähnte Definition eine Rechtsstaats - zu der Frage: In welchem Gesetz war verankert, dass Arbeiterkinder für die EOS zu bevorzugen waren? (Anm.: Auch hier ist wieder die Sippenhaft zu finden... Was können die Kinder dafür, in eine Arbeiter-/Angestellten-/Intelligenz-Familie geboren zu sein?) Das wiederum wirft für mich die Frage auf "Waren denn nicht alle Menschen [vor dem Gesetze] gleich in der DDR?



Die Verfassung der DDR besagte folgendes:

Artikel 20
1 Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat unabhängig von seiner Nationalität, seiner Rasse, seinem weltanschaulichen oder religiösen Bekenntnis, seiner sozialen Herkunft und Stellung die gleichen Rechte und Pflichten. Gewissens- und Glaubensfreiheit sind gewährleistet. Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich.

Quelle: http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html


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