#241

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #235
Was die alles meiner Familie alles angetan haben .


Vor oder nach der gemeinschaftlich begangenen Fahnenflucht? Es soll ja auch heute noch Staaten geben die sowas als untersuchungswürdige Straftat ansehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#242

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:17
von schnatterinchen (gelöscht)
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Du Feliks,

wo wir gerade so nett beim plaudern sind, ich habe dir doch von meinem Kumpel Bryan aus Quebec erzählt der so scharf auf Stasidevotionalien ist, kannst du da helfen der sucht für seine Sammlung : Deutschland_ Wehrmacht-Nazi_SovietZone_Stasi noch interessante Objekte.


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#243

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:18
von furry | 3.568 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #230

Alleinherrschaft? Meines Wissens hatt die SED lediglich 127 von 500 Abgeordneten gestellt! Dazu kamen 149 Abgeordnete die zwar SED Mitglieder waren, jedoch für andere Organisationen in die Volkskammer einzogen.



Wenn ich mal 127 + 149 mit Parteiauftrag zusammen rechne, bin ich bei 276 SED-Mitgliedern. Das müssten dann über 50% der Abgeordneten gewesen sein.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 13.03.2013 18:24 | nach oben springen

#244

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:18
von linamax | 2.018 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #241
Zitat von linamax im Beitrag #235
Was die alles meiner Familie alles angetan haben .


Vor oder nach der gemeinschaftlich begangenen Fahnenflucht? Es soll ja auch heute noch Staaten geben die sowas als untersuchungswürdige Straftat ansehen.


Hallo
Rede dich doch nicht immer raus .


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#245

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:19
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #240
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #237
Hallo Feliks D.,

ich bin enttäuscht von Deiner Argumentation.

Ich erinnere nur an die Nationale Front. Ich muss das wohl kaum detaillierter ausführen.

Ich hätte lieber was von der Diktatur des Proletariats gelesen. Das wäre eine gute Diskussionsgrundlage.

LG von der grenzgaengerin


Bestand diese denn nur aus der SED?


Hallo Feliks,

stell Dich doch bitte nicht dümmer als Du bist.

LG von der grenzgängerin


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#246

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:29
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Alleinherrschaft? Meines Wissens hatt die SED lediglich 127 von 500 Abgeordneten gestellt! Dazu kamen 149 Abgeordnete die zwar SED Mitglieder waren, jedoch für andere Organisationen in die Volkskammer einzogen.

Alleinherrschaft sieht anders aus. @ Feliks

Feliks,ich habe selten so gelacht. Ich habe Deine 2 Sätze gerade mal einen lesen lassen der einige Jahre im Zentralrat der FDJ war,sich also mit dieser Diktatorischen Politik ausgekannt hat.
selbst er konnte sich ein verschmitztes lächeln nicht verkneifen.
Feliks,bleibe dabei,und lasse Dich ja nicht von Deiner Linie abbringen


linamax und Harra318 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#247

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:37
von schnatterinchen (gelöscht)
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war alles lupenrein demokratisch damals.Stimmts Feliks?


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#248

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 18:48
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

@Feliks, hast du die Zahlen aus diesem Link?

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Volkskammer

Nun ja...wie war das mit den Wiki-Links?

Fakten...oder doch nicht...?? In der Liste stehen:

- FDJ mit 37 Abgegeordneten
- FDGB mit 61.
- Kulturbund mit 21
- DFD mit 32
- VdgB mit 14 zu Buche

Nun sind die letztgenannten keine Parteien sondern Massenorganisationen und es ist davon auszugehen, dass von diesen 165 mindestens 90% SED-Mitglieder waren...macht 149 Abgeordnete...+ die 127
ergibt = 55,2% gegenüber der restlichen 4 Parteien mit je 10,4%...na, diese absolute Mehrheit würden sich die heutigen Volksparteien wünschen.
Das alle 4 der anderen Parteien genau 52 Abgeordnete stellten, kommt mir sehr gestellt vor.

Sieht mir irgenwie wie *schön beschis*** gebastelt aus!!

.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#249

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:07
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #248

Das alle 4 der anderen Parteien genau 52 Abgeordnete stellten, kommt mir sehr gestellt vor.



.


Das ist meiner Meinung nach der falsche Ausdruck - gestellt. Fakt ist, dass die Mandate nach dem von Dir aufgeführten Schlüssel auf die einzelnen Parteien und Organisationen aufgeteilt wurden. Wählbar war ja eh nur die Einheitsliste der Nationalen Front - von daher waren die Sitze der einzelnen
Gruppierungen eher nebensächlich.

Gestellt gewesen wäre es eher, wenn zb. die LDPD 53 % der Stimmen bekommen hätte, aber trotzdem die bewussten 52 Sitze, die SED zb. 5 % und
eben auch diese 127 Sitze. Nur war ja durch die Einheitsliste keine Aufschlüsselung der Stimmen möglich.

Interessant wären mal Abstimmungsergebnisse in der Volkskammer - speziell, welches die höchste Zahl an Nein-Stimmen für ein Gesetz war, und die
Zeitschiene, in der dieses Abstimmungsergebnis zustande kam.

Gruss

icke



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#250

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:15
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von icke46 im Beitrag #249

Interessant wären mal Abstimmungsergebnisse in der Volkskammer - speziell, welches die höchste Zahl an Nein-Stimmen für ein Gesetz war, und die
Zeitschiene, in der dieses Abstimmungsergebnis zustande kam.




"Das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft war ein von der Volkskammer, dem Parlament der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), am 9. März 1972 beschlossenes Gesetz zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs. Mit seiner Verabschiedung wurde in der DDR für den Schwangerschaftsabbruch in Abkehr von der zuvor geltenden indikationsbasierten Regelung eine grundlegende Neufassung der Gesetzeslage in Form einer Fristenlösung eingeführt."

"Das Gesetz traf in der DDR auf Kritik und Ablehnung durch die Kirchen beider Konfessionen sowie durch Teile der Ärzteschaft, zu einer öffentlichen Diskussion in nennenswertem Umfang kam es allerdings nicht. Bis zur politischen Wende von 1989 war die Beschlussfassung über das Gesetz jedoch die einzige Abstimmung in der Geschichte der Volkskammer, die nicht einstimmig ausfiel, da es 14 Gegenstimmen und acht Enthaltungen gab. Die mit dem Gesetz geschaffene Rechtslage in der DDR, mit der erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte für den Schwangerschaftsabbruch eine Fristenregelung in Kraft trat"

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%...Schwangerschaft

LG von der grenzgaengerin


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#251

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:17
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Setzen wir das mal fort mit dem Unrecht. Denn ich schließe immer von dem Einzelnen im Alltag auf das große Ganze...der Gesellschaft. Sollte sowas verkehrt sein? Ich denke nicht. Der Staat DDR nahm mich Ende der 70er Jahre in dem ganzen Schaffensprozess in die Pflicht, die Wehrpflicht. 18 Monate völlig verlorene Zeit, zumindest im persönlichen Schaffensprozess, so sah ich es damals. Somit Unrecht? Wohl eher die Notwendigkeit denn jede Gesellschaft verteidigt das von Ihr Geschaffene, also kein Unrecht.

Geht weiter im Werdegang, zurück von der Pflicht gabs Alltag, jeden Tag Alltag und der sah in der DDR so aus, das man jeden Tag ähnlich der Jäger und Sammler unterwegs war. Wo gabs was, wie schnell war ich dort, wie kam ich da ran und wieviel blieb für mich, siehe der Alltagsmensch musste ein Beziehungsgeflecht aufbauen und auch gut pflegen nur da hatte ich mit Familie Null Probleme siehe Unrecht? Nein, eher der tägliche Kampf, das Gefordertsein ähnlich der Gesellschaft heute. Nur heute sind es ganz andere "Überlebens/Wohlfühlkampfpunkte" die wichtig sind.

94 was wolltest du mir eigentlich sagen mit deinem Text? Wenn du mal auf die Proletarierdenke des Rainer(einfach, simpel, ohne Schnösel, ohne Rumgespinne, ohne Hochgestochenes Gequatsche) herunterkommen könntest wäre ich dir wirklich verbunden. Ist nicht bös gemeint, ich kann dich trotzdem gut leiden, wir Beide sind uns wohl ähnlicher als wir ehrlich zugeben würden, halt bissel verrückt.(und das alles im Rahmen)

Lebensläufer

Ende vom Teil II.


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#252

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:30
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

@Icke, danke für die Verbesserung...letztendlich wurde diese Einheitsliste sprich die NF gewählt..klar. Und es war doch letztendlich bewusst so zusammengestellt um eben die Vormachtsstellung der SED zu sichern.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#253

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Jetzt mal Hand auf's Herz, warste heut mittag nüchtern beim Schreiben? Ansonsten bleibt mir wohl nix weiter übrig, als Dich weiter tapfer zu ignorieren, sorry LL, und das ist kein verschösseltes Gespinne und gestochenes Hochgequatsche. Sondern einfach nur eine gewisse Selbstachtung. In einem gebe ich Dir allerdings Recht, auch ich spiele gern mit Begriffen und Wuchstabenverbuchselungen. Nur Dir gelang das früher mal (deutlich) besser ... lass mal einfach einen Monat lang JEDEN Tropfen Alk, nur mal um zu sehen ob Du noch nicht 'over the edge' bist, also nix für ungut.

P.S. Hatteste nun ein Sparbuch mit diesem Stempel?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 13.03.2013 19:36 | nach oben springen

#254

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:51
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

94 der Rainer trinkt erst Abends ab 18.00Uhr, so wie Jeder Andere Normalo auch, müsste ich da jetzt noch nen Sachsen-Schwur leisten? Ich denke nicht. Du musst mir also nichts überhelfen, ich kann sowas alleine, mich alleine veralbern. Ok werde versuchen mich klarer zu artikulieren, auszudrücken, auch wenns um die Mittagszeit ist, denn dann gehe ich anschließend ins Bettchen.

Aber mal im Ernst siehe das freizügige Sparbuch zu DDR-Zeiten, das weiß ich echt nicht mehr, sowas hatte meine Frau erledigt, ich hatte nur immer mit Bargeld zu tun.

Lebensläufer


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#255

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 19:55
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #226
Also ich möchte meinen, mir und Angehörigen ist in der DDR Unrecht wiederfahren. Oder doch nicht ? War alles gesetzeskonform? Ich bin nicht sicher.
Auch meine Kindheit war schön und sorgenfrei in der DDR. Ich war im Ferienlager bin in den Ferien zu Oma gefahren usw.
Das war aber nicht unbedingt der Verdienst der DDR.
Eines ist mir unklar. War denn die SED legitimiert allein zu regieren?Wie hat die SED ihre Macht erlangt ? Ist es nicht so gewesen , daß bei freien Wahlen es mindestens mit der Alleinherrschaft der SED vorbei gewesen wäre? Schließt nicht schon diese Tatsache aus , daß die DDR ein demokratischer Staat war, der sich Gerecht zu seinen Bürger verhält ?


Rot: "Freie Wahlen - Definition - DDR". Das wird spätestens bei den nächsten Wahlen mal ein Thema sein. Ich habe mich mit dem Begriff mal befasst. Interessant, was dazu bei Wiki steht. Dann würde mich nach dieser Definition mal interessieren, was an den Wahlen in der DDR unfrei war ? Ich meine hier den eigentlichen Wahlvorgang, nicht die "Schönung" der Ergebnisse anschließend, die auch für mich unbestritten sind, weil ich es selbst erlebt hatte. Da wird genauso unkritisch nachgeplappert, was angeblich "Allgemeinwissen" ist und was von interessierten Kreisen so kolportiert wurde und wird wie es mit der Definition "Unrechtsstaat DDR" gamacht wird. Und es soll mir keiner weiszumachen versuchen, daß jeder registriert wurde, der mit seinem Wahlzettel in der Kabine verschwand und dann Nachteile hatte. Das ist erlogen und erstunken. In die Kabine sind fast alle Wähler, auch ich selbst, jedesmal (außer bei der NVA zur Verfassungsabstimmung). Ich weiß das, weil ich selbst bei den beiden letzten Wahlen mit im Wahllokal saß, einmal davon als Wahllokalleiter. Wenn eine Registrierung der im Geheimen Wählenden durch einen Beisitzer im Wahllokal erfolgt sein sollte, dann war das ungesetzlich, nicht vorgeschrieben und im höchstem Maße eigenmächtig und derjenige wird ernste Kritik eingesteckt haben. Sowas dürften dann die absoluten Ausnahmen gewesen sein.

Im Nachgang noch eine Ergänzung: Meine Ansicht hierzu bezieht sich auf die 80er Jahre. Ich schließe nicht aus, das es insbes. in den 50ern und teilweise noch in den 60ern Versuche der Einflußnahme gegeben hat, aber selbst wenn jemand sein Kreuzchen außerhalb der Kabine macht, dürfte es unmöglich sein von einiger Entfernung zu sehen, wo das kreuzchen gelandet ist, im Kreis oder daneben u.s.w.



zuletzt bearbeitet 13.03.2013 20:07 | nach oben springen

#256

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 20:13
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #251
Denn ich schließe immer von dem Einzelnen im Alltag auf das große Ganze...der Gesellschaft. Sollte sowas verkehrt sein? Ich denke nicht.
Hallo LL,
wie machst Du den so etwas genau? Schließt Du von dem Unrecht das Dir erfahren ist (oder eben nicht), dass es allen anderen genauso erging? Gut, wenn es tatsächlich so wäre, wüssten wir wenigstens, woran die DDR zugrunde gegangen ist: an ihren klauenden Bürgern.
Aber aus meiner Sicht ist der Schluss von einem Einzelfall auf die gesamte Gesellschaft jedenfalls unzulässig; Das würde ja implizieren, dass alle Menschen völlig gleich sind und sich gleich verhalten - das ist aus meiner Sicht völlig unrealistisch.
Zulässig wäre es natürlich, von einer repräsentativen Stichprobe aus der DDR-Bevölkerung auf die Gesellschaft der DDR zu schließen (ähnlich wie sie z.B. im Beitrag #1 dieses Threads erwähnt wird).
Ich gehe aber nicht davon aus, dass Du, bevor Du postest, eine Umfrage in einem repräsentativen Sample ehemaliger DDR-Bürger durchführst, oder?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#257

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 20:20
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #241
Vor oder nach der gemeinschaftlich begangenen Fahnenflucht? Es soll ja auch heute noch Staaten geben die sowas als untersuchungswürdige Straftat ansehen.
Ist die Fahnenflucht nicht jene, die ein angehöriger der Streitkräfte etc. durchführt? Bei allen anderen ist es doch eine Republikflucht, oder? Verwechsle ich hier etwas?
Wenn Fahnenflucht nur bei Angehörigen der Streitkräfte möglich ist, kann dann eine ganze Familie überhaupt fahnenflüchtig sein?
Nach der Flucht kann der Staat außerdem eh nichts mehr machen, oder? Oder hat der Staat dann versucht die Ex-DDR-Bürger aus dem anderen Land zurück zu holen?

cheers matloh


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#258

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 20:34
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Nein nein Matloh, ich meine nur ich werde doch nun nicht in meinem persönlichen Werdegang in der DDR ein einzelner Ausnahmefall gewesen sein.Mit liegt es einfach nicht, mich da erhöhen zu wollen, im Gegenteil, ich meine sogar, gut zwei Drittel der Leute haben genau so gelebt wie wir in der Familie. Das restliche Drittel war wohl der Nagel am Sarg des Sozialismus(mit).

Und bitte, nicht immer "die Klauerei" hervorheben. Ich komme mir da komischerweise ständig so vor, als wäre ich nur Alleine Derjenige gewesen, der seinen Kofferraum ab und an mal geöffnet und gefüllt hatte.Volkseigentum gehörte Allen in der DDR, Allen wenn auch mehr sinngemäß . Wer das nicht gesehen hatte muss irgendwie nicht die richtige Brille aufgehabt haben?Genau Du wirst dich da überhaupt nicht ausgeschlossen haben, so nehme ich mal gut an.(vorausgesetzt damals DDR-Bürger).

Lebensläufer


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#259

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 20:37
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #229
<... cut ...>das mir wiederfahrene Unrecht ist eine Art Erbe meines Bruders gewesen. Der Knast wegen Republikflucht,...
<... cut ...>Plötzlich Mann weg.Warum?? Nervenzusammenbruch. Nach späterer Akteneinsicht: Mann wurde von Stasi erpresst sich zu trennen.
<... cut ...>Nach Freikauf meines Bruders , gelegentliche Treffen in Prag und Budapest. Bei meiner Einreise in DDR jedesmal gefilzt und verhört worden.
<... cut ...>Dann kam unser ABVer regelmäßig zu mir und ich sollte Erklärungen unterschreiben, daß ich den Kreis nicht verlassen werde,da ich mit meinem Auftreten in der Öffentlichkeit nicht für die öffentliche Sicherheit und Ordnung garantieren könne.
<... cut ...>Am Anfang der Lehrausbildung haben sie mich ins VPKA einbestellt und haben meinen PA eingezogen.(aus Sicherheitsgründen)Heute weiß ich, dass das mit einer Reise in die CSSR zusammenhing bei der ich mich mit Leuten aus WB getroffen habe.

Wenn ich da jetzt nochmal die o.g. Definition zu Rechtsstaatlichkeit drüber legen darf...
Zur Erinnerung: „Rechtsstaatlichkeit bedeutet, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist.

Hier stellt sich dann für mich die Frage, ob es in der DDR entsprechende Gesetze gab.
ad Erbe des Bruders: Gab es ein Gesetz für Sippenhaft? Wie weit ging dieses Gesetz? Verwandtschaft 1. Grades? 2. Grades? 3. Grades?
ad Filzen bei der Einreise: Aufgrund welches Gesetzes haben hier die Zöllner bzw. die Passkontrolle hier agiert? Oder war das immer nur "Zufall"?
ad Verlassen des Kreises: Gab es hier auch ein Gesetz dafür? Kommt hier wieder Sippenhaft zur Anwendung?
ad Einziehen des Passes: Mit welchem Gesetz kann das begründet werden? Zieht hier auch wieder eine Sippenhaft-Regel?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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zuletzt bearbeitet 13.03.2013 20:40 | nach oben springen

#260

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 20:48
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #255

Im Nachgang noch eine Ergänzung: Meine Ansicht hierzu bezieht sich auf die 80er Jahre. Ich schließe nicht aus, das es insbes. in den 50ern und teilweise noch in den 60ern Versuche der Einflußnahme gegeben hat, aber selbst wenn jemand sein Kreuzchen außerhalb der Kabine macht, dürfte es unmöglich sein von einiger Entfernung zu sehen, wo das kreuzchen gelandet ist, im Kreis oder daneben u.s.w.


Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du bei den Wahlen spezielle Stimmzettel gehabt hast. Soweit ich weiss, gab es bei den Wahlzetteln der Volkskammerwahlen gar nicht die Möglichkeit, irgendwo Kreuzchen zu machen.

Zitat von der Seite www.wahlrecht.de:

Stimmabgabe

Die Zustimmung zur Einheitliste erfolgte durch Einwurf des unmarkierten Stimmzettels („Zettel falten“).

Zur Ablehnung eines oder aller Kandidaten musste der Stimmzettel entsprechend markiert werden.

Um den kompletten Wahlvorschlag abzulehnen, hätte man tatsächlich jeden einzelnen Kandidaten streichen müssen. Ein einfaches Durchkreuzen des gesamten Stimmzettels wurde ebenfalls als Ja-Stimme gewertet.

Und Stichwort "freie Wahlen": Die Mindestvoraussetzung für mich ist hierbei, dass ich die Wahl zwischen mindestens zwei Alternativen habe. Und die war in der DDR mit Sicherheit nicht gegeben.

Gruss

icke



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