#201

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 13:22
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #197
Ich finde es beklagenswert, wenn bei der Argumentation von Sachthemen oder persönlichen Erfahrungen, als letztes Totschlaginstrument, der Nickname herangezogen wird und die Diskussion vomThema abgelenkt wird. Und da meine ich alle, die so verfahren.

Speziell zu FeliksD. möchte ich sagen, dass ich seine Ansichten nicht immer teile. Ich finde es aber bereichernd, dass er uns Einblick in Dienstvorschriften gewährt. Ob die im Einzelfall so angewendet wurden, sei mal dahin gestellt.

LG von der grenzgaengerin





wieso er den Nicknamen gewählt hat,seine Sache,da mir dieser Name bisher unbekannt war,
habe ich nachgefragt,da möchte ich nicht vom Thema ablenken,
wen es interessiert,mein Nickname ist Lutze,abgeleitet von meinen Vornamen Lutz,und so
nennen mich auch Freunde,Bekannte und Arbeitskollegen,hoffentlich verbindet dieser Name
nicht mit einen Massenmörder
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#202

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 13:27
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #201
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #197
Ich finde es beklagenswert, wenn bei der Argumentation von Sachthemen oder persönlichen Erfahrungen, als letztes Totschlaginstrument, der Nickname herangezogen wird und die Diskussion vomThema abgelenkt wird. Und da meine ich alle, die so verfahren.

Speziell zu FeliksD. möchte ich sagen, dass ich seine Ansichten nicht immer teile. Ich finde es aber bereichernd, dass er uns Einblick in Dienstvorschriften gewährt. Ob die im Einzelfall so angewendet wurden, sei mal dahin gestellt.

LG von der grenzgaengerin





wieso er den Nicknamen gewählt hat,seine Sache,da mir dieser Name bisher unbekannt war,
habe ich nachgefragt,da möchte ich nicht vom Thema ablenken,
wen es interessiert,mein Nickname ist Lutze,abgeleitet von meinen Vornamen Lutz,und so
nennen mich auch Freunde,Bekannte und Arbeitskollegen,hoffentlich verbindet dieser Name
nicht mit einen Massenmörder
Lutze


Ich hörte aber schonmal vom Lutze the Ripper...*duck und weg*...


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

nach oben springen

#203

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 13:31
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #202
Zitat von Lutze im Beitrag #201
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #197
Ich finde es beklagenswert, wenn bei der Argumentation von Sachthemen oder persönlichen Erfahrungen, als letztes Totschlaginstrument, der Nickname herangezogen wird und die Diskussion vomThema abgelenkt wird. Und da meine ich alle, die so verfahren.

Speziell zu FeliksD. möchte ich sagen, dass ich seine Ansichten nicht immer teile. Ich finde es aber bereichernd, dass er uns Einblick in Dienstvorschriften gewährt. Ob die im Einzelfall so angewendet wurden, sei mal dahin gestellt.

LG von der grenzgaengerin





wieso er den Nicknamen gewählt hat,seine Sache,da mir dieser Name bisher unbekannt war,
habe ich nachgefragt,da möchte ich nicht vom Thema ablenken,
wen es interessiert,mein Nickname ist Lutze,abgeleitet von meinen Vornamen Lutz,und so
nennen mich auch Freunde,Bekannte und Arbeitskollegen,hoffentlich verbindet dieser Name
nicht mit einen Massenmörder
Lutze


Ich hörte aber schonmal vom Lutze the Ripper...*duck und weg*...


noch nie gehört,wer ist das denn?,aber dann wieder zurück zum Thema
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#204

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 14:11
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

hier noch ein Link als Hinweis der Rechsstaatlichkeit in der DDR

http://einestages.spiegel.de/static/topi...odesschuss.html


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 14:12 | nach oben springen

#205

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 14:29
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
der Artikel lässt etwas entschveidenes weg. War das eine ausschließliche Todesschußprämie oder eine Prämie für
Grenzübertrittsverhinderung, daher gab es auch eine Belohnung für Festnahmen in gleicher oder gar größerer Höhe?


Wie war es denn bei den DDR-Grenzorganen, wurde etwa ein Todesschuß höher belobigt als eine unblutige Festnahme
dicht am Zaun? Ich hörte davon noch nichts. Ich gehe aber davon aus daß ein Toter mit dem bürokratischen Ablauf samt
Berichtanfertigung unabhängig von jeder ethischen Bewertung deutlich "lästiger" für die Grenzer war.

Gruß



zuletzt bearbeitet 12.03.2013 14:49 | nach oben springen

#206

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 14:32
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Auch wenn es bei Wiki und anderen Quellen anders geschrieben wird, so lautet die richtige Schreibweise des Namens

Feliks Edmundowitsch Dzierzynski

Nicht der Name ist Programm für die Taten, die ihm angehängt werden - sondern sein Name und seine Grundsätze sind mißbraucht worden um Taten zu rechtfertigen und zu legitimieren.
Ich empfehle mal die Erinnerungen seiner Frau Zofia zu lesen - sie schreibt u.a. darin

"Feliks war nach den Worten W. R. Menshinskis ‘der strengste Kritiker seiner Schöpfung (der Tscheka - Z.D.)’. Er fürchtete nichts mehr, als daß sich der Wurm in ihr einniste, sie ein sich selbst genügendes Organ werde, die Verbindung zur Partei verlöre, ihre Mitarbeiter schließlich auf Abwege gerieten und ihre immensen Rechte ausnutzten."

Weiter berichtet Zofia Dzierzynska, ihr Mann habe die Gefahr gesehen, seine Schöpfung könne "schädlich" werden und "in eine Ochrana oder in ein Organ der Konterrevolution (ausarten)". Nämlich dann, wenn sie nicht ein "Organ des Zentralkomitees" bleibe, also dessen Kontrolle entzogen werde. Dieser Satz muß vor dem Hintergrund des leninschen Parteiverständnisses und Lenins Verlangen nach Demokratismus und der damaligen Situationen verstanden werden, in welcher die Frage "Wer - wen?“ noch nicht entschieden war.

Mit wenigen Sätzen vermittelt Zofia Dzierzynska zudem, worin ihr Mann das eigene, ein kommunistisches Ethos dieses Machtorgans sah: Er verlangte nämlich nicht nur Konsequenz bei der Bekämpfung der im damaligen Bürgerkrieg und der ausländischen Intervention gegenwärtigen Konterrevolution. In dieser angespannten Situation forderte er strikte Gesetzlichkeit sowie von den Mitarbeitern, "sich um die Menschen zu kümmern und taktvoll (sich!) selbst gegenüber denen zu sein, die verdächtigt wurden, Verbrechen gegen die Arbeiter-und Bauern-Macht begangen zu haben.

Zofia Dzierzynska zitiert Feliks D.: "Wer von euch hart geworden ist gegenüber den Leiden der Inhaftierten, der sollte diese Institution verlassen. Hier muß man mehr als anderswo ein gutes mitfühlendes Herz haben." Den Tschekisten als Repräsentanten dieser Macht gebot er: „’Jeder Anschnauzer, jede Grobheit, Unbescheidenheit und Unhöflichkeit ... ist ein Schandfleck, der auf diese Macht zurückfällt."


Vierkrug


schulzi, passport und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#207

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 14:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #206
Auch wenn es bei Wiki und anderen Quellen anders geschrieben wird, so lautet die richtige Schreibweise des Namens

Feliks Edmundowitsch Dzierzynski

Nicht der Name ist Programm für die Taten, die ihm angehängt werden - sondern sein Name und seine Grundsätze sind mißbraucht worden um Taten zu rechtfertigen und zu legitimieren.
Ich empfehle mal die Erinnerungen seiner Frau Zofia zu lesen - sie schreibt u.a. darin

"Feliks war nach den Worten W. R. Menshinskis ‘der strengste Kritiker seiner Schöpfung (der Tscheka - Z.D.)’. Er fürchtete nichts mehr, als daß sich der Wurm in ihr einniste, sie ein sich selbst genügendes Organ werde, die Verbindung zur Partei verlöre, ihre Mitarbeiter schließlich auf Abwege gerieten und ihre immensen Rechte ausnutzten."

Weiter berichtet Zofia Dzierzynska, ihr Mann habe die Gefahr gesehen, seine Schöpfung könne "schädlich" werden und "in eine Ochrana oder in ein Organ der Konterrevolution (ausarten)". Nämlich dann, wenn sie nicht ein "Organ des Zentralkomitees" bleibe, also dessen Kontrolle entzogen werde. Dieser Satz muß vor dem Hintergrund des leninschen Parteiverständnisses und Lenins Verlangen nach Demokratismus und der damaligen Situationen verstanden werden, in welcher die Frage "Wer - wen?“ noch nicht entschieden war.

Mit wenigen Sätzen vermittelt Zofia Dzierzynska zudem, worin ihr Mann das eigene, ein kommunistisches Ethos dieses Machtorgans sah: Er verlangte nämlich nicht nur Konsequenz bei der Bekämpfung der im damaligen Bürgerkrieg und der ausländischen Intervention gegenwärtigen Konterrevolution. In dieser angespannten Situation forderte er strikte Gesetzlichkeit sowie von den Mitarbeitern, "sich um die Menschen zu kümmern und taktvoll (sich!) selbst gegenüber denen zu sein, die verdächtigt wurden, Verbrechen gegen die Arbeiter-und Bauern-Macht begangen zu haben.

Zofia Dzierzynska zitiert Feliks D.: "Wer von euch hart geworden ist gegenüber den Leiden der Inhaftierten, der sollte diese Institution verlassen. Hier muß man mehr als anderswo ein gutes mitfühlendes Herz haben." Den Tschekisten als Repräsentanten dieser Macht gebot er: „’Jeder Anschnauzer, jede Grobheit, Unbescheidenheit und Unhöflichkeit ... ist ein Schandfleck, der auf diese Macht zurückfällt."


Vierkrug





Für mich war er der Heinrich Himmler. der SU, in der Verbrecherliste nach Stalin und Berija die Nr. 3
Glaubst du, Vierkrug, an das im Zitat Beschriebene ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#208

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 14:57
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Na wenn seine Ehefrau nur Gutes berichten kann , will ich mal nichts gesagt haben.Sicher alles nur Hetzpropaganda.
Er enfernte schließlich die Rostflecken am Schwert der Arbeiterklasse.


nach oben springen

#209

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 15:03
von 94 | 10.792 Beiträge

Na dann würde ich mal sagen, dann hat da Einer gründlich versagt. Oder gut gemeint ist NICHT gut gemacht.
Übrigens, als 'richtige' Schreibweise gilt für den teutschen Sprachraum F. Dserschinski. Der Gründer der Tscheka war doch aber Litauer von Geburt und und sogar adlig, eigentlich auch Pole und später dann Sowjetrusse in seiner Wahlheimat?
Und da das Litauische ebensowenig wie das Polnische den Vatersnamen kennt, dann bitte Feliksas Dzeržinskis oder Feliks Dzierzynski oder ebend Фе́ликс Эдму́ндович Дзержи́нский. Und aus dem Kyrillischen kommt je nach Transliteration dann die unterschiedlichsten Versionen zustande.
Der FED war da schon schlau, als er den Nick wählte, er kürzte den Familiennamen einfach ab und ließ das Patronym untern Tisch fallen.

Achso @Gert zum Reichsheini paßt doch besser der Berija, da ist sogar eine gewisse zwillingshafte Ähnlichkeit im Aussehen erkennbar?
Kennt eigentlich jemand die Todesumstände des Genossen D. genauer? Vielleicht war er zu ideal(istisch) für diesen Posten? Was Besseres kam jedenfalls nimmer nach.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 15:07 | nach oben springen

#210

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 16:07
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich kann mit diesen vorangegangen Aussagen leben - sie werfen mich auch nicht gleich um !!!
Gert, den Glauben überlasse ich der Kirche. Ich lese und bilde mir mein eigenes Urteil - auch zur Person von Feliks Edmundowitsch Dzierzynski. Ich habe auch das Buch von Zofia Dzierzynska gelesen.
Die Todesumstände von Feliks Edmundowitsch sind bis heute nicht eindeutig.

Vierkrug

PS: Es ist ja Fastenzeit - als Atheist werde ich mich in ein sogenanntes Heilfasten in Bezug auf das Forum begeben. Auch urlaubsbedingt wegen bevorstehender Cuba-Reise.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.03.2013 16:58 | nach oben springen

#211

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 17:45
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zwei Links zum Thema Rechtsstaat: [urlhttp://www.bpb.de/nachschlagen/lexika...548/rechtsstaat][/url]

http://www.humboldtverein.de/lernhilfe/1...Rechtsstaat.pdf


Eine internationale Definition gibt es nicht, da der Begriff "Rechtsstaat" nur im Deutschen existiert.


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#212

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 17:49
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von Vierkrug im Beitrag #210
Ich kann mit diesen vorangegangen Aussagen leben - sie werfen mich auch nicht gleich um !!!
Gert, den Glauben überlasse ich der Kirche. Ich lese und bilde mir mein eigenes Urteil - auch zur Person von Feliks Edmundowitsch Dzierzynski. Ich habe auch das Buch von Zofia Dzierzynska gelesen.
Die Todesumstände von Feliks Edmundowitsch sind bis heute nicht eindeutig.

Vierkrug

PS: Es ist ja Fastenzeit - als Atheist werde ich mich in ein sogenanntes Heilfasten in Bezug auf das Forum begeben. Auch urlaubsbedingt wegen bevorstehender Cuba-Reise.




Na dann Patria o Muerte Genosse Vierkrug und einen guten Flug.


nach oben springen

#213

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 20:43
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #205
Hallo,
der Artikel lässt etwas entschveidenes weg. War das eine ausschließliche Todesschußprämie oder eine Prämie für
Grenzübertrittsverhinderung, daher gab es auch eine Belohnung für Festnahmen in gleicher oder gar größerer Höhe?


Wie war es denn bei den DDR-Grenzorganen, wurde etwa ein Todesschuß höher belobigt als eine unblutige Festnahme
dicht am Zaun? Ich hörte davon noch nichts. Ich gehe aber davon aus daß ein Toter mit dem bürokratischen Ablauf samt
Berichtanfertigung unabhängig von jeder ethischen Bewertung deutlich "lästiger" für die Grenzer war.

Gruß


Bei den GT wurde nicht für Schüsse belobigt. Sondern nur für verhinderte Grenzdurchbrüche. Dabei spielte das "wie" keine Rolle und bei der Frage, wie hoch eventuelle Prämien sein konnten war nur wichtig, was es für die Aktion als Auszeichnung insgesamt gab - wenn es was gab. So bedeutete die Auszeichnung mit dem Grenzerei (Leistungsabzeichen) wohl (Stand 1983-85) eine Prämie von 150,00 Mark. Für die Medaille für vorbildlichen Grenzdienst gab es 200,00 Mark, für die Verdienstmedaille 250,00 Mark und für das Foto vor der Truppenfahne gab es gar nichts.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 20:44 | nach oben springen

#214

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 12.03.2013 23:14
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
Zusatzfrge, was bedeutete denn diziplinarmäßig ein unbewaffneter angeschossender oder gar Toter der ostwärts vom Kontrollstreifen
an einer Grenzverletzung gehindert wurde, gar angeschossen ausserhalb der Nahkampfdistanz? Wenn das überhaupt je vorkam, wer
hörte oder las davon? Objektiv betrachtet gezielter Schußwaffengebrauch NICHT als letztes Mittel?

( Nach Bildzeitungspolemik der 80er Jahre kam das ja täglich 5-10-mal vor....)

Gruß


PS.:

Das in der Gegend Sonneberg-Eisfeld-Rodach der Westen im Osten lag ist bekannt.



zuletzt bearbeitet 12.03.2013 23:16 | nach oben springen

#215

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 01:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Meines Wissens wurde jemand, der zwar in der Meinung rechtmäßig die Waffe anzuwenden aber trotzdem rein sachlich überreagiert oder gar unrechtmäßig geschossen hatte, nicht rechtlich belangt. Es wurde kein Verfahren durchgezogen. Bedingung war der gute Wille - politisch gesehen. Das Ding wurde totgeschwiegen, die Leute aus der politischen Schußlinie genommen, nach sonstwo versetzt. Sinnbildlich wie wortwörtlich. Kann sein dass ich irre aber mir ist kein Fall bekannt. Mir ist aber bekannt, wo an den Berichten so geschrieben wurde, dass es dann doch "gerechtfertigt" war.
Der Eindruck besteht durchaus, dass man solche Fälle zwar nicht wollte aber den Leuten aus Angst, sie könnten dann gar nicht mehr handeln, grundsätzlich keine Vorhaltungen machte. Das ist so manchem nach der Wende arg auf die Füße gefallen, weil das Prinzip des Verbotes einer Doppelbestrafung hier halt nicht griff.
Allerdings habe ich selbige Praxis Andernorts nach der Wende auch erlebt. Weshalb ich der ganz privaten Meinung bin, dass der spitze Bleistift hüben wie drüben nicht unüblich war oder ist.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 13.03.2013 01:17 | nach oben springen

#216

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 01:32
von S51 | 3.733 Beiträge

Gezielten Schußwaffengebrauch an der Grenze würde ich als extrem selten einstufen. Viel, viel seltener als Grenzverletzer überhaupt. Und das war schon selten zumindest Mitte der 80-er Jahre. Zumindest für die grüne Grenze. Die einzigen Fälle, von denen ich zu DDR-Zeiten wußte, waren Fälle, wo Fahnenflüchtige ihre Kameraden unter Feuer genommen hatten. Wenn ich das zusammenzähle, was ich im Nachhinein erfahren habe, dann kamen in unserem Bereich Oberharz (Stapelburg bis Elend) auf grob gepeilt mehrere tausend Festnahmen in all den Jahren drei Anwendungen der Schußwaffe, von denen ein Fall Lutz Meier war, ein Fall ein Minderjähriger bei Sorge war, der als einziger wirklicher Flüchtling in der Zeit beschossen und getötet wurde und der dritte Fall jemand war, der kraft des Alkohols vom Westen aus in eine Aufklärungsaktion geriet und unter dubiosen Umständen getötet wurde. Dies speziell war einer von zwei Fällen an der Grenze insgesamt, die später wegen Mordes verhandelt wurden.
Ein weiterer Fall im Hinterland betraf einen sowjetischen Soldaten, der Geiseln genommen hatte und sich Feuergefechte auch mit eigenen Leuten geliefert hatte. Mehr war nicht. Alle anderen Festnahmen gingen unblutig und ohne auch nur einen Schuß, es sei denn als Warnschuß aus.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#217

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 07:55
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mal wieder hin zur Überschrift. Ich gebe ihr Recht, der Überschrift begründe das auch gleich einmal. Der Staat DDR gab mir ne wunderbare Kindheit, na gut, die vielen Schläge meiner Mutter habe ich vergessen, besser gut abgelegt. Und da konnte ja der Staat nichts dafür, eher meine Mutter.Aber der Rest der Kindheit geht voll in Ordnung. Fast jedes Jahr FDGB-Urlaub an der Ostseeküste, der kleine Sachse konnte dann immer richtig durchatmen, kam ja aus der Leipziger Braunkohlenecke.Spätestens in Dessau(Auf der Zugrückfahrt) war Schluss mit Durchatmen. Deswegen Unrecht...?

Mit der späteren Kind/Jugend geht es weiter, da wurde aber auch Alles mitgenommen, was es mitzunehmen gab so klauen, saufen, schwindeln ohne Rot zu werden, mit Mädels rummachen, Geschlechtskrankheiten so den Tripper einfangen, paar Hakenkreuze an die Tafel malen, Schule und Berufsschule permanent schwänzen, die Schule und Lehre wurde gerade so mit viel Glück bestanden siehe der Staat war wohl milde mit mir. Unrecht hier irgendwo, ich kann wirklich keines sehen?

Berufseinstieg nicht gerade im Traumberuf (Zensuren einfach zu schlecht)mit Wechsel des Betriebes kurz nach der Lehre völlig ohne Probleme, Junge Familie gefunden...nu endlich einmal bzw. deren Gründung gleich mal mit Kind, Wohnungsvergabe nach allabendlicher Eigeninitiative mit Suche im Stadtbezirk brachte die Wohnung zum Selberausbauen, es lief wie geschmiert, der Staat gab dazu ordentliches Einkommen, ich schuftete dafür wie ein Stier, davon verlangte der Staat besser der Vermieter ne billige Miete, lies mir Freiraum, ich konnte loswerkeln und werkeln, also der Tag hätte 48 Stunden haben können.Unrecht, wo war Unrecht?

Hier unterbreche ich mal, nenne es erster Teil eines Werdeganges ohne Unrecht in der DDR.

Lebensläufer

Wenn Einer dazwischen...also oben zwischen meinen Zeilen staatliches Unrecht findet bitte melden oder besser ergänzen.


nach oben springen

#218

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 08:31
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo Lebensläufer,

so oder ähnlich war auch mein Leben in der DDR.
Man kann in jedem Land dieser Erde, auch unter den schlimmsten Diktaturen, leben, lieben und dort glücklich sein.
Was ist aber, wenn ich mein Leben anders gestalten will, als es für mich vorgesehen ist? Wenn ich einen Beruf ausüben will, den es diesem Land nicht gibt? Wenn ich mit dem künstlerischen Umfeld als Musiker, Maler oder Tänzer nicht zufrieden bin? Was ist, wenn ich einfach nur in der Sonne der Karibik an die Einheimischen Thüringer Bratwürste verkaufen will?
Wer kann mich eigentlich davon abhalten bzw. wer darf es?
Ich habe in dieser DDR auch sehr schöne und glückliche Zeiten erlebt. Aber ich vergesse es ihr nicht, dass ein paar alte Männer um diese kleine DDR einen Zaun bauen ließen - als Schutz vor dieser bösen Welt.
Merkwürdigerweise hingen die Minen auf der Innenseite.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
Grenzverletzerin, Jobnomade und Schuddelkind haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#219

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 09:10
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #188
Worauf will man sich beziehen bei dem Begriff Rechtsstaat? Habe bei "Wiki" nachgeschaut, mit der Definition ist bei dem Thema kein weiter kommen. ...
Aus meiner Sicht gehört zu einem Rechtsstaat auch z.B. Gewaltentrennung Legislative - Exekutive - Judikative.

Auch Wikipedia gibt natürlich wertvolle Hinweise zum Rechtsstaat: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsstaat

Hier ist bspw. auch eine Definition zum "Rechtsstaat" zu finden:
Rechtsstaatlichkeit bedeutet, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist.

cheers matloh

ps: Wikipedia hat auch zum Unrechtsstaat etwas zu sagen: "Unrechtsstaat ist eine abwertend gebrauchte Bezeichnung für einen Staat, der kein Rechtsstaat ist." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Unrechtsstaat). Folgt man dieser Auffassung, gibt es also imho nichts zwischen Rechtsstaat und Unrechtsstaat.


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 13.03.2013 09:11 | nach oben springen

#220

RE: Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat

in Das Ende der DDR 13.03.2013 10:06
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von matloh

ps: Wikipedia hat auch zum Unrechtsstaat etwas zu sagen: "Unrechtsstaat ist eine abwertend gebrauchte Bezeichnung für einen Staat, der kein Rechtsstaat ist." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Unrechtsstaat). Folgt man dieser Auffassung, gibt es also imho nichts zwischen Rechtsstaat und Unrechtsstaat.


Nun heißt es in nach dem von Dir zitierten Satz aus der Wikipedia dann weiter: Es handelt sich hierbei nicht um einen juristischen, sondern um einen politischen Begriff. Und damit wird dann auch klar, warum es 'in die Hose geht', wenn man diesen Begriff durch die Schwarz-Weiß-Brille betrachtet.
Und wenn man sich mal dann die Möglichkeiten der Formulierungen zum Begriff Politik betrachtet, na dann wird es ja sogar richtig 'bunt' *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 13.03.2013 10:07 | nach oben springen



Besucher
26 Mitglieder und 70 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 2302 Gäste und 153 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 558045 Beiträge.

Heute waren 153 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen