#1

Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 12.04.2012 19:11
von utkieker | 2.922 Beiträge

Die Ausbildung "Bergung Verunglückter aus der Minensperre" fand regelmäßig ein mal im Halbjahr im Bataillionsstab statt. Der Ausbilder benannte drei Personen einen "Verletzten" und zwei Leute, die den "Verletzten" bergen sollten. Am "Übungszaun" wurde der sogenannte Schlitten in das imaginäre Minenfeld geschoben. Unter idealen Voraussetzungen war die Bergung des "Verunglückten" immer eine Ausbildung mit Erfolgsaussicht.
Gott sei Dank ist es mir und den meisten Usern im Forum erspart geblieben jemals den "Schlitten" wirklich einsetzen zu müssen. Die Bergung aus der Minensperre ist nicht ganz unproblematisch und selbst für das Bergekommando nicht ungefährlich. Soll ich oder soll ich nicht den Flüchtenden davor bewahren in die Minensperre zu gelangen? Aber selbst ein gezielter Schuß um den mutmaßlichen Grenzverletzer bewegungsunfähig zu machen kann tötlich sein.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#2

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 12.04.2012 21:01
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Hartmut !

konnte man bestimmt nicht verhindern das ein Flüchtling in das Minenfeld gerät . Dafür waren eure Abschnitte ja auch recht groß
und das Risiko dort hinein zugeraten war ja eigentlich bekannt . Die Frage ist , hätte der GV sich selbst bei Warnungen ob Zuruf
oder Warnschuss stoppen lassen ?

VG
der Küchenbulle


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#3

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 11:35
von S51 | 3.733 Beiträge

Also an diese Frage hat man irgendwie gar nicht gedacht. Obwohl sie schon Sinn macht.
Ich war als KS oder AG ja nur wenige Monate gleichzeitig nur dann auch der Bergungstrupp. Da ist man theoretisch davon ausgegangen, dass vornehmlich an der 501 nur dann ein Bergungseinsatz notwendig würde wenn schon alles schiefgegangen sei.
Hätte dann noch jemand mit der Flucht "weiter gemacht", wäre wohl allenfalls der Einsatz der Waffe geblieben denn keiner wäre bei noch scharfer Anlage da hinein- und hinterher gerannt. Am Kolonnenweg war definitiv Schluß bis die Meldung kam, dass der Einzug gezogen war und man vor Ort dann noch den Verteiler abgeschaltet hatte.
Praktisch haben wir nur Rehe und Wildschweine geborgen oder die Reste von Krähen, Elstern und Hasen ("Sprungigel" nicht zu vergessen als mehr imaginäre Auslöseursache) entfernt.
Ich denke jedoch, dass niemand als GV so nervenstark gewesen wäre, gar nach einer Auslösung noch auch nur einen Schritt zu tun.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 11:57
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von S51
(...)Ich denke jedoch, dass niemand als GV so nervenstark gewesen wäre, gar nach einer Auslösung noch auch nur einen Schritt zu tun.



Es wurde hier allerdings an anderer Stelle berichtete, dass in frühen Zeiten der Anakgen einige GV die Splitterminen absichtlich auslösten, um dann nicht mehr getroffen zu werden; weshalb man die Anlagen geändert hat, um dieses Vorgehen zu verunmöglichen.
Theo


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#5

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 12:11
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

Es wurde hier allerdings an anderer Stelle berichtete, dass in frühen Zeiten der Anakgen einige GV die Splitterminen absichtlich auslösten, um dann nicht mehr getroffen zu werden; weshalb man die Anlagen geändert hat, um dieses Vorgehen zu verunmöglichen.@ Theo

Das ist aber ein hohes Risiko,wie wollte man das denn machen ?,10m lange Haken oder irgendwelchen Kram Mitschleppen.Die Splitterwirkung nach vorn und zur seite konnte doch Nieman Wissen.oder vieleicht doch?


zuletzt bearbeitet 13.04.2012 12:33 | nach oben springen

#6

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 13:02
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von Pit 59
(...)
Das ist aber ein hohes Risiko,wie wollte man das denn machen ?,10m lange Haken oder irgendwelchen Kram Mitschleppen.Die Splitterwirkung nach vorn und zur seite konnte doch Nieman Wissen.oder vieleicht doch?



Minen und SM 70 an der DDR Grenze (5)


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#7

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 13:55
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

Das ist doch die blanke Theorie.Ich glaube nicht das dies jemals Vorgekommen ist.


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#8

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 15:15
von S51 | 3.733 Beiträge

Bei der 501 war so etwas durchaus möglich. Nur praktisch erlebt (durch einen GV) habe ich es nicht. Es hätte aber wenigstens etwas Fachwissen benötigt und Planung.
Ich meine, es gab Vorfälle, wo auch Grenzer solche Auslösungen bewußt herbeigeführt haben. Aus Geigel Schneebälle oder (wirksamer) Dreckbatzen auf den Auslösedraht geschmissen. Weil sie aus irgendeinem Grunde stinkig waren und sich durch den dadurch verursachten Sa...stand an den Kameraden rächen wollten. Oder eben auch einfach aus Langeweile.
Ein GV hätte das auch gekonnt, natürlich. Ob er aber zur meist Unzeit (in den Nacht- oder Dämmerstunden) die erforderliche Übersicht hatte, sich dann nicht mal zu irren? Immerhin musste es dann schnell gehen. Mal abgesehen davon, dass es nicht jedermanns Sache ist, wenn kaum 10 Meter neben einem so eine Ladung hochgeht? Oder gar drei. Dagegen verblasst jeder D-Knaller als arg anämisch.
Andererseits beweisen geklaute Minen recht eindeutig, dass es Menschen gab, die so etwas drauf hatten.
Bei den Bodenminen ist das eher eine theoretische Variante. Dazu hätte man die Dinger sehen müssen und sehr direkt von oben mit ausreichend Wucht treffen müssen. Dann noch Glück haben müssen um nicht von durch die Detonation weggeschleuderten Gegenständen getroffen zu werden. Unmöglich war es nicht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 13.04.2012 15:17 | nach oben springen

#9

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 15:30
von S51 | 3.733 Beiträge

Mal eine Frage an die Anderen:
Hattet ihr die Bergungskiste immer wechselweise auf dem LO oder war sie fest angebracht?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#10

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 15:40
von utkieker | 2.922 Beiträge

Bei den sogenannten "Selbstschußanlagen" würde es vieleicht einen Sinn ergeben die Dinger auszulösen, wie mach ich das aber mit den vorgelagerten Tretminen? Die Selbstschußanlage war für Jedermann sichtbar, die Erdminen nicht.
Die Gefahr für das Bergekommando bestand darin, daß weitere Minen ausgelöst werden, entweder durch das Einbringen des Schlittens selbst, oder nach dem der Bergetrupp den Schlitten bestiegen hat. Das Aufhieven eines Verunglückten auf den Schlitten kann ein enormer Kraftakt sein zu mal die Bergung im Liegen erfolgte. Ich denke da wird einem schon bei dem Gedanken der Bergung mulmig, sein eigenes Leben auf's Spiel zu setzen um einen Schwerverletzten möglicherweise einen Toten zu bergen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#11

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 15:48
von utkieker | 2.922 Beiträge

Zitat von S51
Mal eine Frage an die Anderen:
Hattet ihr die Bergungskiste immer wechselweise auf dem LO oder war sie fest angebracht?



Wenn ich mich recht entsinne waren die Bergeschlitten bei der FüSt *grübel*??? Aber es gibt sicherlich noch einige Schlaufüchse die das besser in Erinnerung haben!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
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#12

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 15:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Schlitten? Vor Jahr und Tag erwähnte @Rostoker mal einen 'Minenbrücke'.

Wills aber gerad nicht finden, weil SuFu IST Schei*e!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#13

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 16:08
von coff | 710 Beiträge

Zitat von utkieker

Zitat von S51
Mal eine Frage an die Anderen:
Hattet ihr die Bergungskiste immer wechselweise auf dem LO oder war sie fest angebracht?



Wenn ich mich recht entsinne waren die Bergeschlitten bei der FüSt *grübel*??? Aber es gibt sicherlich noch einige Schlaufüchse die das besser in Erinnerung haben!

Gruß Hartmut!




Bei uns nannte sich das Teil Bergebrücke und es war bei der FÜSt mit einer Plane abgedeckt gegen den Witterungseinfluss gelagert.

Gruss
coff


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#14

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 16:13
von utkieker | 2.922 Beiträge

Zitat von 94
Schlitten? Vor Jahr und Tag erwähnte @Rostoker mal einen 'Minenbrücke'.

Wills aber gerad nicht finden, weil SuFu IST Schei*e!


Tja 94,

Offiziell hieß das Ding wohl Bergebrücke aber im Jargon auch Schlitten genannt, weil man das Gerät auf Kufen in die Minensperre schieben mußte!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#15

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 16:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Mit Bergebrücke kann auch die SuFu besser was anfangen.
... search.php?suchen=Bergebr%FCcke&I1=suchen&im_feld=text&forum=0&zeit=9999&s=2

Ich war jedenfalls damals schon heilfroh, das es Ende der 80er diese Drecksdinger nimmer gab.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#16

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 16:54
von coff | 710 Beiträge

http://www.nva-forum.de/nva-board/upload...-1195808146.jpg

Gut dass man die nie gebraucht hat - bzw im Döhrener Abschnitt hätte man die gar nicht mehr einsetzen können da zwischen den beiden Zäunen jede Menge Büsche und schon erstaunlich grosse Bäume wuchsen...

Gruss
coff


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#17

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 17:12
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Pit 59
Das ist doch die blanke Theorie.Ich glaube nicht das dies jemals Vorgekommen ist.




Mehr als einmal.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#18

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 17:15
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von utkieker
Bei den sogenannten "Selbstschußanlagen" würde es vieleicht einen Sinn ergeben die Dinger auszulösen, wie mach ich das aber mit den vorgelagerten Tretminen? Die Selbstschußanlage war für Jedermann sichtbar, die Erdminen nicht.
Die Gefahr für das Bergekommando bestand darin, daß weitere Minen ausgelöst werden, entweder durch das Einbringen des Schlittens selbst, oder nach dem der Bergetrupp den Schlitten bestiegen hat. Das Aufhieven eines Verunglückten auf den Schlitten kann ein enormer Kraftakt sein zu mal die Bergung im Liegen erfolgte. Ich denke da wird einem schon bei dem Gedanken der Bergung mulmig, sein eigenes Leben auf's Spiel zu setzen um einen Schwerverletzten möglicherweise einen Toten zu bergen.

Gruß Hartmut!




Schlitten, wie sah dass Teil aus?

Es gab für die Bergung aus der MS die Bergebrücke.
http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=8299


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#19

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 19:27
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von 94
Schlitten? Vor Jahr und Tag erwähnte @Rostoker mal einen 'Minenbrücke'.

Wills aber gerad nicht finden, weil SuFu IST Schei*e!



Bei uns im Bat.Abschnitt gab es noch einen Abschnitt mit Tretminen zu meiner Zeit 74/75 und zwar zog der sich von kurz vor den Schaalsee um den Boizenburgersack bis etwas links von Boize hin.Und die Dinger lagen zwischen einen 2m Doppelzaun.Die Minenbergungsbrücke befand sich an der Füst. Nun will ich mich aber nicht genau festlegen,so weit mir in Erinnerung ist.Wurde die Füst.immer mit ein LO besetzt.Und bei Ablösung wurde die Bergungsbrücke von einen LO auf den anderen umgeladen.Sicher ist auch hin und wieder mal vorgekommen,das der LO woanders eingesetz war.Aber die Bergungsbrücke musste sie dort erst holen und auch wieder zurückbringen.Wie haute das Ding hin.Befand sich ein Toter oder Verletzter im Minenfeld,löste man vom 2m Zaun das untere Mattenfeld und schob die zusammengesetzte Bergungsbrücke in das Minenfeld bis zum anderen 2m Zaun heran.Dann begann die Bergung,man kroch auf der Brücke zu den Verletzten heran--nahm ihn an Oberarm und Oberschenkel und zog ihn längs zu Brücke rauf.Ach ja noch was,die Bergungsbrücke befand sich in etwa,wenn sie aufgebaut war--50 cm übern Minenfeld.
Gruß Rostocker


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#20

RE: Bergung Verunglückter aus der Minensperre

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 13.04.2012 19:37
von PF75 | 3.294 Beiträge

also ich kann mich nicht erinnern das so etwas ein thema bei uns war,habe solch ein gerät nie gesehen.außerdem wurde bei uns im abschnitt die minensperre geräumt damit war also solche eine aktion nicht mehr notwendig und die 501 konnte man ja abschalten.


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