#21

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.04.2012 18:29
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten

Zitat von Feliks D.


Ist daran etwas unnormal, sieht jemand dies als ungewöhnlich und als eine Eigenart der DDR bzw. des MfS an?




Unnormal in meinem Weltbild schon. Aber trifft leider nicht nur auf DDR und andere ehemalige Ostblocklaender zu.





Genau,

auch auf die BRD.


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#22

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 08:52
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

BND Kinder - Mein Vater war beim BND

Diese Väter laufen heute sicher durch die Gegend und erzählen jedem der es wissen will dass sie beim BND oder VS sind und auch die Kinder erzählen in der Schule mein Papa ist Geheimagent.

Da erfahren die Angehörigen und das Umfeld ebenfalls nichts und als Legende arbeitet man heute [wer hätte das gedacht] im Geschäftsbereich des Innenministeriums. Aber unsere Medien schießen lieber gegen die DDR als ob es sowas nur dort gab, das ist echt so billig.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#23

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 09:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Vielleicht schämen sich ja manche Kinder von MfS-Angehörigen einfach nur für den Beruf ihrer Eltern.


Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.04.2012 09:59 | nach oben springen

#24

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 10:28
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Grenzwolf62, ich glaube nicht, daß die Mehrheit der Kinder von MfS-Eltern richtig Grund dazu haben. Ich wäre stolz auf meinen Vater, wenn ich erführe, daß er z.B. bei der Auslandsaufklärung erfolgreich gearbeitet hat, oder schwere Wirtschaftsverbrechen mit aufklärte. Bei der Abteilung, die vergleichbar mit dem heutigen Verfassungsschutz war, würde ich aber schon als Kind etwas differenzieren und mir die vormalige Tätigkeit und vor allem die Ergebnisse der Tätigkeit meiner Eltern etwas genauer ansehen. Ist er gegen Leute vorgegangen, denen es ganz klar um eine Schädigung der DDR und ihre Beseitigung ging oder waren es Leute, die weitestgehend die bestehende Gesellschaftsordnung ,d.h. Eigentumsverhältnisse, beibelassen wollten, aber sich unter Demokratie etwas anderes vorgestellt haben oder die auch ehrlich für besseren Naturschutz und Abrüstung eintraten. Letztere natürlich nicht einseitig, sonst liefe es wieder auf die o.g. erste Gruppe hinaus.



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#25

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 10:33
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Vielleicht stehe ich da auf dem Schlauch.. aber in der DDR, wo oft und reichlich überprüft wurde, musste es ja dann so sein, wenn die Frau und die Kinder sagten: "Mein Mann/ Papi ist beim MDI z.B. als Oberlöschmeister (Feuerwehr), Oberleutnant VP, Meister Trapo.."
Dann musste je so sein, dass ein solcher Mfs Mitarbeiter bei der entsprechenden Dienststelle auch eine Personalakte mit allen möglichen Daten wie Mitarbeitergesprächen usw. usw vorliegen musste? Und dass der MfS Mitarbeiter auch ab und zu, möglichst für alle Kollegen sichtbar auftauchen musste? Sonst wäre die ganze schöne Legende schon beim kleinsten Verkehrsdelikt futsch gewesen, weil der Beamte die Papiere überprüft. Oder wenn die Hausverwaltung wegen irgendwas beim Betrieb anruft. Oder irgendemand Post für den Mitarbeiter in den Betrieb sendet. usw. usw.
Theo


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#26

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 10:50
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Mal zwischendurch zum Auflockern, aber nicht OT:
http://www.youtube.com/watch?v=5LJgS2Nl1WU

Scheint also Mitte der 80'er in der BRD auch aus irgendeinem Grund Thema gewesen zu sein....
Kann natürlich aber auch daran liegen, daß Heinz Rudolf Kunze gebürtiger Sachse ist, also Bundesbürger mit
"Migrationshintergrund", und deshalb eigene Erfahrungen verarbeitet hat....

SEG15D



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#27

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 12:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm
Grenzwolf62, ich glaube nicht, daß die Mehrheit der Kinder von MfS-Eltern richtig Grund dazu haben. Ich wäre stolz auf meinen Vater, wenn ich erführe, daß er z.B. bei der Auslandsaufklärung erfolgreich gearbeitet hat, oder schwere Wirtschaftsverbrechen mit aufklärte. Bei der Abteilung, die vergleichbar mit dem heutigen Verfassungsschutz war, würde ich aber schon als Kind etwas differenzieren und mir die vormalige Tätigkeit und vor allem die Ergebnisse der Tätigkeit meiner Eltern etwas genauer ansehen. Ist er gegen Leute vorgegangen, denen es ganz klar um eine Schädigung der DDR und ihre Beseitigung ging oder waren es Leute, die weitestgehend die bestehende Gesellschaftsordnung ,d.h. Eigentumsverhältnisse, beibelassen wollten, aber sich unter Demokratie etwas anderes vorgestellt haben oder die auch ehrlich für besseren Naturschutz und Abrüstung eintraten. Letztere natürlich nicht einseitig, sonst liefe es wieder auf die o.g. erste Gruppe hinaus.



Ich schrieb "manche", also meinte nicht die Mehrheit und kann mir durchaus vorstellen das sich Kinder kritisch Gedanken um die Tätigkeit ihrer Eltern gemacht haben, beziehungsweise machen.
Davon abgesehen wird das wohl nichts an dem seelischen Verhältnis Kinder-Eltern ändern, dies wird sicherlich immer ein liebevolles sein, unabhängig des Berufes der Eltern.
Übrigens, das von dir gesendete Buch ist überaus interessant, noch einmal danke.


zuletzt bearbeitet 09.04.2012 12:06 | nach oben springen

#28

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 14:05
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Vielleicht stehe ich da auf dem Schlauch.. aber in der DDR, wo oft und reichlich überprüft wurde, musste es ja dann so sein, wenn die Frau und die Kinder sagten: "Mein Mann/ Papi ist beim MDI z.B. als Oberlöschmeister (Feuerwehr), Oberleutnant VP, Meister Trapo.."
Dann musste je so sein, dass ein solcher Mfs Mitarbeiter bei der entsprechenden Dienststelle auch eine Personalakte mit allen möglichen Daten wie Mitarbeitergesprächen usw. usw vorliegen musste? Und dass der MfS Mitarbeiter auch ab und zu, möglichst für alle Kollegen sichtbar auftauchen musste? Sonst wäre die ganze schöne Legende schon beim kleinsten Verkehrsdelikt futsch gewesen, weil der Beamte die Papiere überprüft. Oder wenn die Hausverwaltung wegen irgendwas beim Betrieb anruft. Oder irgendemand Post für den Mitarbeiter in den Betrieb sendet. usw. usw.
Theo



Tja @theo, da wäre wohl rückwwärts die Frage, ob denn tatsächlich so oft und reichlich überprüft wurde, wie man heute glauben machen möchte?

und bitte nicht IM, HIM mit hauptamtlichen MA in einen Topf schmeißen.

Wenn jemand HIM war, war die Legende auch entsprechend abgesichert. Und regelmäßig arbeiten musste auch der.

Die kleineren Kinder wussten meist nicht genau, wo die Eltern arbeiten. Wenn der Partner selbst nicht auch dabei war, wusste er/ sie meist auch nur, dass der Partner beim MfS war. In welcher Abteilung mit welchen Aufgaben, war normalerweise kein Gesprächsthema. Das war aber bei allen Einrichtungen mit Geheimhaltung so.

Ohnehin gab es eine goldene Regel: Wenn die Dienststelle verlassen ist, Wohnungstür aufgeht, ist die Arbeit kein Thema mehr – bis das Telefon klingelt oder der Bereitschaftsfahrer vor der Tür steht. (Diese Regel halte ich heute noch und fahre prima damit.)

Über die Arbeit wurde zu Hause nicht gesprochen, egal ob der Partner auch bei der Firma war oder nicht. Das war nicht unbedingt eine Frage der Geheimhaltung oder gar des Mißtrauens, wie das heute so gern dargestellt wird. Sondern, dass man die Arbeit einfach nicht mit nach Hause nimmt. Der Beruf hat allein auf Grund der Arbeits- und Bereitschaftszeiten das Privatleben arg strapaziert.

Wenn in der Schule die Eltern Beruf und Arbeitsstelle angegeben haben, gab es sowohl diejenigen, die offiziell MfS angeben durften. Andere haben entsprechend abgesicherter Legende angegeben.

Wenn jemand von der Polizei angehalten wurde, gab es regelmäßig einen konkreten Anlass. Da hatte sich jeder mit seinem Personalausweis auszuweisen und wurde dann wie Otto-Normalverbraucher behandelt. Wenn da jemand (im Suff vielleicht) der Meinung war, dass er mit seinem Klappfix wedeln musste – nach dem Motto „Leg Dich nicht mit mir an!“- ging das ganz ordentlich nach hinten los, weil auch die Polizisten durchaus wussten, was die Mitarbeiter des MfS durften und was nicht und dass der Ausweis keine "Freie Fahrt" - Karte war.
Der Mitarbeiter, der so was machte, hat es ganz sicher nur einmal gemacht, denn das gab nicht nur bloß eine Ansage, dass dem die Haare wehten. Stichwort „Schädigung des Ansehens des MfS in der Öffentlichkeit“


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#29

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 17:56
von Sonne | 510 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62
Vielleicht schämen sich ja manche Kinder von MfS-Angehörigen einfach nur für den Beruf ihrer Eltern.



Richtig.....

Nicht umsonst haben 10 tausende in Leipzig gerufen- Stasischweine raus-

Ich glaube kein Kind war begeistert wenn die Eltern in der Firma gearbeitet haben-außer Sie waren auch dort !!!


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#30

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 18:18
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Sonne

Zitat von Grenzwolf62
Vielleicht schämen sich ja manche Kinder von MfS-Angehörigen einfach nur für den Beruf ihrer Eltern.



Richtig.....

Nicht umsonst haben 10 tausende in Leipzig gerufen- Stasischweine raus-

Ich glaube kein Kind war begeistert wenn die Eltern in der Firma gearbeitet haben-außer Sie waren auch dort !!!





Sonne,

wenn ich höre welche Titel heute die Polizei so bei den verschiedensten Auseinandersetzungen bekommt ..

Sind dann auch entsprechende Rückschlüsse zulässig ?


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#31

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 18:22
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Sonne,

wenn ich höre welche Titel heute die Polizei so bei den verschiedensten Auseinandersetzungen bekommt ..

Sind dann auch entsprechende Rückschlüsse zulässig ?@ Alfred

das ist ja nun Überhaupt kein Vergleich.


zuletzt bearbeitet 09.04.2012 18:24 | nach oben springen

#32

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 18:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zwei staatliche Sicherheitsorgane...

- Welches Image hat den der VS mit seinen IM?
- Welcher Legende bedienen sich dessen MA?
- Was wissen und erzählen die Kinder dieser MA?

Ist das ein Vergleich?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 09.04.2012 18:25 | nach oben springen

#33

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 18:31
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Pit 59
Sonne,

wenn ich höre welche Titel heute die Polizei so bei den verschiedensten Auseinandersetzungen bekommt ..

Sind dann auch entsprechende Rückschlüsse zulässig ?@ Alfred

das ist ja nun Überhaupt kein Vergleich.



Ein Vergleich ist nur Zulässig wenn der Vergleich zu Ungunsten der DDR ausfällt und sie grundsätzlich Negativ darstellt.
Alle anderen Vergleiche welche eventuell zu Gunsten der DDR ausfallen könnten sind nicht erlaubt.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#34

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 18:45
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von Sonne

Zitat von Grenzwolf62
Vielleicht schämen sich ja manche Kinder von MfS-Angehörigen einfach nur für den Beruf ihrer Eltern.



Richtig.....

Nicht umsonst haben 10 tausende in Leipzig gerufen- Stasischweine raus-

Ich glaube kein Kind war begeistert wenn die Eltern in der Firma gearbeitet haben-außer Sie waren auch dort !!!




Nach deiner Logik waren das alles Kinder von Stasileuten?


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#35

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.04.2012 19:59
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Zitat von Pit 59
Sonne,

wenn ich höre welche Titel heute die Polizei so bei den verschiedensten Auseinandersetzungen bekommt ..

Sind dann auch entsprechende Rückschlüsse zulässig ?@ Alfred

das ist ja nun Überhaupt kein Vergleich.



Ein Vergleich ist nur Zulässig wenn der Vergleich zu Ungunsten der DDR ausfällt und sie grundsätzlich Negativ darstellt.
Alle anderen Vergleiche welche eventuell zu Gunsten der DDR ausfallen könnten sind nicht erlaubt.
Gruß
Nostalgiker




Ist doch albern.



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#36

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2012 13:19
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von ek40
TV-Tip

MDR FERNSEHEN | 10.04.2012 | 22:10 Uhr : Stasikinder - Mein Vater war beim MfS

Wiederholung | 11.04.2012 | 13:15 Uhr

"In der Dokumentation "Stasikinder" erzählen zwei Frauen und drei Männer, wie es war, mit einem Vater aufzuwachsen, der im Dienste Erich Mielkes stand: was sie von seiner Arbeit wussten oder ahnten, wie sich das auf das Familienleben auswirkte und welche Spuren die Erlebnisse von damals in ihrer Biografie hinterlassen haben. "

Quelle: http://www.mdr.de/damals/webtv/kinder-de...ikinder102.html



Hier entsteht ja momentan nicht gerade die qualifizierteste Diskussion zum eigentlichen Thema, daher zitiere ich dieses noch einmal.

Nehmen wir doch folgendes einmal als Einleitung...

Zitat
"Mein Vater ist beim MdI" – so sollten die Kinder antworten, wenn sie nach der Arbeit ihrer Eltern gefragt wurden. "MdI", das steht für "Ministerium des Innern". In Wirklichkeit aber war es das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, in dem ihre Väter arbeiteten. Hauptamtlich, mit lebenslang gültigem Eid und der Verpflichtung zu strikter Geheimhaltung. So strikt, dass die Mitarbeiter auch zu Hause nicht über ihre Arbeit sprechen durften – und ihre Kinder zu einer Lüge anhielten.



Ist daran etwas unnormal, sieht jemand dies als ungewöhnlich und als eine Eigenart der DDR bzw. des MfS an?

Auch ist das nicht allgemeingültig, in der Schule neben unserer BV wussten die meisten Kinder, Lehrer und Eltern ganz genau das ca. 85% der Eltern bei der "Firma" arbeiteten und das war in deren Augen nicht unbedingt ein Mangel.



oha nun wird mir einiges klar. die anderen 15 prozent fuhren öffentliche verkehrsmittel und waren im nahrungsbedarf beschäftigt, darum der mangelbedarf und für die autoindustrie fehlten die leute. man lernt ja nie aus. aber wenn 85 prozent bei der firma waren frage ich mich warum so viele die maueröffnung wollten? ich rechne mal rentner und kinder ab von den übrigen 15 prozent des mob. komme immer wieder zu dem ergebnis"scheiß stasi" die wollten rüber, denn die restliche prozentzahl des mob ist zu klein um ein staat zu stürzen.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#37

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.04.2012 13:46
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Andy lies doch nochmal ganz langsam...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#38

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2012 02:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D.
BND Kinder - Mein Vater war beim BND
Diese Väter laufen heute sicher durch die Gegend und erzählen jedem der es wissen will dass sie beim BND oder VS sind und auch die Kinder erzählen in der Schule mein Papa ist Geheimagent.
Da erfahren die Angehörigen und das Umfeld ebenfalls nichts und als Legende arbeitet man heute [wer hätte das gedacht] im Geschäftsbereich des Innenministeriums. Aber unsere Medien schießen lieber gegen die DDR als ob es sowas nur dort gab, das ist echt so billig.



Aus den Augen einer zwoelfjaehrigen gesehen: (aus meinem uralten Tagebuch) habe ich vom englischen uebersetzt, ich sprach damals noch kein Deutsch. Wir sollten ueber unsere Vaeter und deren Berufe schreiben.

My Dad is a German citizen..... Mein Papi ist Deutscher, auch wenn ich in England geboren bin. Der war bei der SS Hauptsturmbandfuehrer, Wehrkreis number two in Berlin. Die Uniform war dunkel und er sah sehr gut aus mit seinen langen Stiefeln und seiner Muetze. Berlin ist die Hauptstadt vom Grossdeutschen Reich, so schrieb ich weiter. Ja was denn? das hatte ich alles von meinem Vater gelernt. Mein Vater sagte naemlich immer ganz genau wie gut der Herr Hitler gewesen war, und die Autobahnen und so weiter gebaut haette und was sie alles fuer Vorzuege hatten nach 1933 in den Jugendclubs, dass sie Motorrad fahren durften und was noch alles, auch die Maedchen, die mit den schoenen Zoepfen und Uniformen, und dass das arbeitsscheue Gesindel endlich von den Strassen herunterkam und die Moral und Reinheit........und der Deutsche nun endlich zeigen konnte, was in ihm steckte und die Russen waeren alle Barbaren.......Auf diese Russen musste ich dann immer schiessen bei den Schiessuebungen mit ihm. Ich hatte auch Zoepfe, sah eben mit meiner englischen Schuluniform auch aus wie eines dieser Maedels aus dem BDM. Darauf war ich stolz und sicher etwas besonderes in der englischen Schule.....
Meine englische Lehrerin war schockiert und entsetzt, die wusste, dass mein Vater Deutscher war, aber das ging dann zu weit. Ich musste den Aufsatz neu schreiben, und sein Talent fuer technische Finessen dann beschreiben. Er baute tatsaechlich kleine Raketen aus verschiedenen Materialien fuer die Schule, diese waren sogar beleuchtet und silber angestrichen. So hatte der deutsche Papa wieder ein gutes Ansehen, einigermassen jedenfalls. Das hielt ihn nicht davon ab, mich zu vertrimmen, weil ich 'zu viel' erzaehlt hatte. Das war eben nur fuer meine Ohren bestimmt, sagte er. Verstehe die Erwachsenen wer will.
Fotos von meinem Vater mit dieser schoenen Uniform tauchten an verschiedenen Stellen in der deutschen Familie dann Jahre spaeter auf und verschwanden auch ganz schnell wieder. Sein ehemaliger 'Beruf in der WM' war allgemein bekannt.
Der kam mit einem blauen Auge davon hiess es nach dem Krieg, er ging in Wirklichkeit im grossen Heer der Kriegsgefangenen bei den Amis unter, war sein Glueck, so sind doch einige davon gekommen, und andere mussten eine Strafe auf sich nehmen. So konnte ich eben diesen guten Papi behalten. Der wurde dann mein Schicksal, bis ich eben lernte, dass Herr Hitler auch KZs gebaut hatte und in Wirklichkeit, kein so netter Mensch gewesen war. So lief ich dann zum gefuerchteten russischen Feind hinueber spaeter. Ich habe bis heute (er ist laengst verstorben) immer noch Respekt vor diesem intelligenten Mann, der mein Vater war, obwohl ich bis heute Faschismus und alles was damit zu tun hat, als groessten Feind betrachte.

Puntkum. Hiermit will ich folgendes sagen. Kinder!? Kinder sehen alles aus einer ganz anderen Perspektive, obwohl sie auch leiden, weil sie eben nicht verstehen. Wie viele Kinder wissen wirklich, wo und als was ihre Vaeter oder auch Muetter arbeiten/arbeiteten und welche Bedeutung diese 'Arbeit' hatte. Kleinere Kinder genieren sich nicht, haben keine Ahnung und kein Interesse, aeltere Kinder haben meist ihre eigenen Sorgen, und diese sind sicherlich zu einem ganz geringen Teil wirklich von dem Treiben ihrer Eltern zum positiven oder negativen hin kaum beruehrt, allenfalls wenn das Geld knapp wird.
Nun ja, es wird ja wenigstens nicht eine direkte Hexenjagd auf die Nachkommen der Staatssicherheit in diesem Lande gemacht, wie auch nicht auf die direkten Nazi Nachkommen, wie ich es damals war.
In einigen Bundeslaendern der BRD war nur bekannt, wenn Eltern bei bestimmten Institutionen (Geheimdienste) arbeiteten, dass diese beim 'Senator fuer Inneres' beschaeftigt waren, oder beim 'Staat' angestellt waren. Obwohl das ja nun die 'guten' Agenten waren............durfte es keiner wissen, auch nicht in der Familie, mission impossible war streng geheim. Interessierte also auch Frauchen und Kinderchen nicht sonderlich.
Allerdings, es kommt dann auf das an, was sich nachher so im Leben ergibt, ob sich das Leben veraendert und ob grosse und sichtbare Einschraenkungen, wie auch Nachteile fuer die Familien entstanden, wie in der DDR und da passierte dies eben auch nur in der DDR, weil, da waren ja die 'boesen' Agenten. Seien wir ehrlich, da tobte doch der Baer, erst priviligiert, aller Privilegien beraubt, arbeitslos wie viele andere, aber dann auch noch verfolgt. Was spielt sich in einem Kinderhirn ab? Da brechen Welten zusammen, auch wenn man keine Ahnung hat was der Papa nun wirklich getan hat. Es ging heftig zur Sache. Es sassen auch laengst nicht alle 'Mitarbeiter' (um alles abzudecken) in der Normannenstrasse oder in anderen Einrichtungen der DDR. Diese waren eben auch auf anderen 'Feldern' unterwegs, in Uebersee und in alle Welt verstreut, arbeiteten wie auch ich, fuer die Sowjetunion oder fuer das MfS. Ich hatte einen Untermieter spaeter in der BRD, der in der DDR Botschaft in Kuba jahrelang mit einem 'Traumjob' als KGB Mitarbeiter residiert hatte. Er sagte mir, seine Kinder wuessten bis heute nicht, wie sein Status damals war, und es interessiert sie auch nicht, selbst als das 'schoene' Leben ploetzlich vorbei war. Es gab 'Mitarbeiter' die jahrelang zur See fuhren oder voellig normal in westlichen Gefilden lebten ueber Jahre hinweg. Ganz klar, dass die Kinder und auch oft die Ehefrauen uberhaupt nicht im Bilde waren. Es ist ein breites, weites Feld, und auszuschliessen ist sicher nicht, dass Kinder und Familien schwer belastet wurden im Nachhinein. Viele Ehen gingen auseinander, als die Wahrheit ans Licht kam. Kinder sind immer betroffen wenn Ehen auseinander gehen, nicht unbedingt allerdings davon, dass die Vaeter oder Muetter fuer bestimmte Ministerien gearbeitet haben. Da gibt es auf der anderen Seite auch eine hohe Anzahl von Nachkommen, die es ueberhaupt nicht juckt. Sicher ist nur, weder im Westen noch im Osten ging es immer glimpflich ab, nach dem Fall der Mauer, jedenfalls im Falle von Ost-Agenten. Meine Nachkommen im Westen hatten ebenfalls keine Ahnung von meinem Doppelleben. Selbst nach meiner Festnahme waren Sohn und Tochter, beide noch Jugendliche, im Westen durchaus davon betroffen, auch wenn ich in den Jahren zuvor kaum bei ihnen gewesen war; auch der Schwiegersohn spaeter, ein Mitarbeiter des groessten Ruestungsunternehmens der Welt. Ich zog es vor, zu gehen, um diese Nachkommen vor Repressalien zu bewahren, die sich bereits heftigst andeuteten. Bis zum heutigen Tag halten wir uns an gewisse Regeln: Ich bin nicht da, ich spiele keine Rolle in deren Leben, es gibt gewisse Vorkommnisse in ihrem Leben aus dem ich mich vollkommen zurueckziehe. Der Aelteste Enkel, fast 15 jahre alt, will meine Buecher lesen, will diese mit zur Schule nehmen. Wird mir doch da ganz warm ums Herz. Nun bekomme ich mit den Enkeln also Feuer unterm Arsch. Es gab bereits viele Fragen von ihm und es ist ein verdammt schmaler Grat auf dem ich mich bewegen muss, um nicht einseitig herunterzufallen, ohne mein eigenes Gesicht zu verlieren, wenn ich versuche ihn nicht einseitig zu belasten. Zunaechst ist er am 'Faschismus' interessiert. Absolut mein Thema; was aber kommt danach, das wird spannend! Ich bin zunaechst davon ueberrascht, wie wenig er weiss, von der DDR, von der Vereinigung und von der Vergangenheit Deutschlands, und wie stark sein Wissensdrang ist. (Waere auch ein neues Thema wert. Was ist ueberhaupt die Lehre an Deutschen Schulen? das frage ich mich) Diese Aufgabe wird mich noch lange am Leben halten hoffe ich, einige Erfahrungen mit US Kindern habe ich bereits durchgestanden.

Stasi Kinder, welch eine Ausdrucksbluete in einem vereinten bluehenden Land. Es blueht noch einiges im Verborgenen unter all diesem Geruempel der deutsch-deutschen Vereinnahmung - verzeihung, Vereinigung. Wir koennen noch nicht einmal die Nazivergangenheit unserer Grossvaeter von unseren gesamtdeutschen Schultern streifen, oder Kinder und Enkelkinder belehren, ohne Tritte zu nehmen, auch wenn wir immer wieder sagen, wir wollen ja gar nicht vergessen!
Wie sollen wir diese 'Nachkommenschaft' in dem knapp ueber zwanzigjaehrige neuen Reich mit all den verbliebenen Ungereimtheiten, Luegen und der falschen Verarbeitung der Geschichte der DDR und der BRD von ihnen fernhalten? Diese in der BRD aufgewachsenen Kinder, und Enkel, sind Stasi Nachkommen im gewissen Sinne, auch wenn meine 'Vorliebe' die SU war. Das sagt, wenn nicht alles, doch viel zu diesem Thema und zu diesem Land aus.
Wir diskutieren nicht, wir beantworten offene Fragen nicht objektiv, sondern nur ausweichend. Wir lassen die Vergangenheit einseitig auf unsere Nachkommen niederrieseln. Ja..........wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart niemals verstehen, und das wird die Zukunft fein vermasseln....
Kinder, ob sogenannte Stasi 'Kinder' oder andere, die aus einem Leben gerissen werden und nicht verstehen; die, die Verfolgung ihrer Eltern, zum groessten Teil voellig zu Unrecht verarbeiten muessen, weil mit zweierlei Mass gemessen wird in einem Land; und die, die voellig unschuldig daneben stehen, und nicht wissen, weil man sie nicht richtig aufklaert, werden eines Tages Erwachsene mit schwerwiegenden emotionalen Narben sein.
Diese verheilen nie, und es ist schwer, mit solchen Narben zu leben.
Larissa


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#39

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2012 08:57
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie gehen eigentlich HEUTE die Nachkommen mit der hauptamtlichen oder auch inoffiziellen Stasi-Vergangenheit ihrer Erzeuger um? Wird da des lieben Familienfriedens willen (zu) viel tabuisiert?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.04.2012 08:57 | nach oben springen

#40

RE: Stasikinder-Mein Vater war beim MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.04.2012 09:07
von utkieker | 2.920 Beiträge

"Du sollst Vater und Mutter ehren", so heißt ein biblisches Gebot. Warum soll ich das tun, wenn sie ihrem Kinde weder die genügende Aufmerksamkeit noch genügend Geduld mitbringen? Warum soll ich ehrfurchtsvoll meinen Eltern die Füße küssen, wenn sie doch nur auf dich eindreschen, züchtigen und quälen. Es ist mehr als nur Heuchelei würde ich mich für die Züchtigungen auch noch Dankbar erweisen.
Zum Glück ist ein solches Elternhaus eher die Ausnahme. Ich kann meine Eltern mit Respekt begegnen, weil sie mir das ein mal eins des Lebens mit auf den Weg gegeben haben. Ich hatte das Recht meine Meinung zu äußern, mich zu irren und Fragen zu stellen.
Wenn sie mir dann noch genügend Herzensbildung mit auf den Weg gegeben haben, dann zolle ich ihnen höchste Achtung und es wäre mir in so fern egal ob sie Stasi waren oder Kfz- Schlosser oder Schweinehirt. Ich muß nicht das Kainsmal meiner Eltern mit übernehmen und vieleicht würden sie mich auch akzeptieren wäre ich Stasi, Kfz- Schlosser oder Schweinehirt.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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