#1

Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 21:07
von ABV | 4.202 Beiträge

Es ist mal an der Zeit an ein Ereignis vor einundzwanzig Jahren zu erinnern, dass im Bewusstsein vieler Menschen bereits wieder in Vergessenheit geraten: dem Wegfall der Visapflicht für polnische Bürger bei der Einreise nach Deutschland am 08.04. 1991. Mit diesem Ereignis verbinden sich leider auch beschämende Szenen, welche sich am Abend des 08.04. 1991 am Frankfurter Grenzübergang –Stadtbrücke- abspielten.
Für Polizei und Bundesgrenzschutz herrschte bereits einige Tage vor dem 08. 04. 1991, ein Sonntag, Ausnahmezustand. Die Polizeiwachen im Bereich des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) mussten Einsatzgruppen bereithalten, die im Falle eines Falles an die Grenze beordert werden konnten. Auch in der Polizeiwache Seelow wurden sechs Mann ausgewählt, die sich ab 18:00 Uhr Zuhause in Alarmbereitschaft befanden. Auch ich gehörte damals dazu. So richtig glaubte niemand von uns, dass etwas passieren könnte. Außerdem waren bereits ausreichend Kräfte vor Ort. So glaubten wir jedenfalls.
Um 21:00 Uhr klingelte bei mir an der Wohnungstür. Mein Untermieter, ein Kriminaloberkommissar, verfügte als einziger im Haus über einen Telefonanschluss. Wie schön für ihn! Leider musste der Ärmste aus diesem Grunde auch als Alarmmelder fungieren, was nun wieder nicht so schön war.
„ Einsatzalarm, sofort zur Dienststelle“, schnarrte er mich sichtlich mies gelaunt an. Ich verspürte einen mordsmäßigen Adrenalinschub. „ Action, Abenteuer, endlich ist mal was los“, jubelte ich. Rein in die Einsatzuniform und dann ging es in Windeseile mit dem Trabant ins achtzehn Kilometer entfernte Seelow.
Dort angekommen, wurde ich sofort in die sich auf dem Hof befindliche Waffenkammer gejagt. Zum Empfang von Helm, Schild und Gummiknüppel. Zum ersten Mal in meinem Polizistenleben musste ich die so genannte Sonderausrüstung anlegen. Von den zwei Stunden Ausbildung auf der VP-Schule Neustrelitz einmal abgesehen. Wirklich sicher konnte man sich mit der Ausrüstung nicht fühlen. Der Helm sah nicht gerade vertrauenerweckend aus. Das Schild glich in frappierender Weise einer Trabanttür. 1991 liefen die Brandenburger Polizisten noch in ihren alten VP-Uniformen herum. Das heißt, meine Einsatzuniform bestand aus schwarzen Knobelbechern, Stiefelhose, Jacke und braunem Lederkoppel. Wir würden bestimmt auffallen, zwischen den modern ausgerüsteten Bundesgrenzschutzeinheiten.
„ Ihr werdet in Frankfurt dringend erwartet. Am Grenzübergang kam es zu schweren Ausschreitungen durch Rechtsradikale. Macht Seelow keine Schande“, verabschiedete uns der Diensthabende.
Auf der Ladefläche eines Polizei-LKW Typ „ W50“ fuhren wir über Dolgelin und Lebus nach Frankfurt (Oder). Vor der Konzerthalle, in der Collegienstraße, befand sich eine Art Sammelpunkt. Von dort aus marschierten wir im geschlossenen Verband mit anderen Verstärkungskräften hinüber zum Grenzübergang. Schon von weitem hörte ich die aufgeheizten Massen brüllen. Jetzt wurde mir nun doch ein wenig mulmig zumute. Schließlich konnte niemand sagen, was uns dort erwartet.
Auf beiden Seiten der von der Grenze in die Stadt hineinführenden Straße, standen behelmte Polizisten dicht an dicht. Gruppen von Jugendlichen und/oder Jungerwachsenen schrien und johlten bei jedem vorbeifahrenden polnischen Auto. Von einem sich schon längere Zeit dort im Einsatz befindlichen Kollegen erfuhr ich, dass irgendwelche Chaoten einen polnischen Reisebus nach der Grenzpassage demoliert hatten. Die Bilder des Busses, mit den eingeworfenen Scheiben, gingen um die Welt. Deutschland hatte mal wieder seine hässliche Fratze gezeigt. Keiner von den permanent „ Deutschland über alles“ blökenden, kahlgeschorenen „ Hirnakrobaten“ ahnte auch nur, welchen „ Bärendienst“ er diesem Deutschland so eben erwiesen hat.
Es war eine beklemmende, unheimlich bedrückende Atmosphäre die an diesem Abend in Frankfurt (Oder) herrschte. Die Polenfeindlichen Parolen schienen aus einem schlechten Film abgekupfert zu sein. Uns Polizisten blieb weiter nichts übrig, als die polnischen Fahrzeuge vor weiteren Übergriffen zu schützen.
Zwischen den Akteuren wuselten Kamerateams emsig hin und her. Nicht nur mir fiel auf, dass die Jugendlichen immer dann besonders aktiv wurden, wenn eine Kamera auf sie gerichtet war. Ein Kollege sah mit eigenen Augen, wie zwei Jugendliche vor laufender Kamera polnische Geldnoten verbrannten. Anschließend drückten der Reporter ihnen dafür DM in die Hand. Als Lohn für die „spektakulären“ Bilder?
Wir Seelower bezogen gegenüber dem großen Hochhaus, dort wo sich heute das
„ McDonalds-Restaurant“ befindet, Posten. Nach und nach rückten uns einige von den mit Bomberjacken und Springerstiefeln bekleideten Typen regelrecht auf die Pelle. „ Eh Bulle, auch dein Auto werden die Scheißpolacken klauen“, brüllte die „ Glatze“. Dabei wehte mir sein widerlicher Bieratem ins Gesicht. Diesen Kerl schaute die Blödheit regelrecht aus dem Gesicht! Ganz ehrlich, in Momenten wie diesen wünscht man sich, dass irgendjemand das Kommando „ Knüppel frei“ gibt.
Nicht nur ich verspürte dieses Verlangen. Es gab auch Frankfurter Bürger, die den Mut fanden, offen ihren Unmut über den Mob zu zeigen. Ein älterer Mann, er war sicher weit über sechzig, kam zu Fuß über die Grenzbrücke. „ Ich war in Polen bei Freunden zu Besuch“, rief er. „ Ihr solltet euch schämen.“ Dann wandte er sich an die Polizisten: „ Könnt ihr den Dummköpfen nicht den Arsch versohlen?“
Irgendwann nach Mitternacht entspannte sich die Lage. Den Rest der Nacht verbrachten wir in Bereitschaft im Speisesaal der Frankfurter Polizeiwache. Hundemüde, aber dennoch aufgekratzt, trudelte ich gegen 07:30 Uhr Zuhause ein. In „ SAT 1“ liefen gerade die Fernsehaufnahmen von den Frankfurter Ereignissen. Obwohl ich unmittelbar dabei war, erschienen mir die Aufnahmen irgendwie unwirklich. Aus der Kameraperspektive sah doch einiges anders aus. Die Bilder des zerstörten Busses schockierten mich. Woher rührte nur dieser ganze, sinnlose Hass?
Sechzehn Jahre später erlebte ich wieder einen historischen Moment an der deutsch-polnischen Grenze. Live und in Farbe, wie es so schön heißt. Diesmal fielen die Grenzkontrollen ganz weg. Niemand brüllte, keiner warf mit Steinen auf Reisebusse. Die Zeiten hatten sich, trotz einiger Schwierigkeiten und Rückschläge, zum besseren gewendet.
Ich musste auch nicht mehr mit Helm und Schild wie ein römischer Legionär in den „Kampf“ ziehen. Meine Aufgabe an diesem Tag, dem 21. Dezember 2007, bestand darin die erste offizielle Schicht im gerade erst gegründeten „ Deutsch-Polnischen Polizei & Zollzentrum“ am Grenzübergang Frankfurt (Oder)-Swiecko zu absolvieren. Im Beisein von Kamerateams und hochrangigen Politikern wie zum Beispiel der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble. Ganz wohl war mir dabei auch nicht.
Heute, im Jahre 2012, überqueren täglich tausende Menschen, zu Fuß, mit dem Fahrrad, oder im PKW, diese Grenze. Ungehindert und das von beiden Seiten. Probleme gibt es dennoch zu genüge. Der Abbau der Grenzanlagen verläuft nicht parallel mit dem Abbau der Grenze in den Köpfen der Menschen. Leider! Kriminelle nutzen die neue Freiheit und schaden dem Image ihres Landes, so wie die Bomberjackenträger vor einundzwanzig Jahren. Vielleicht kommt er noch, der Tag an dem die offene Grenze nur noch als positiv empfunden wird?

Gruß an alle
Uwe


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#2

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 22:17
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das Problem zwischen beiden Nationen sind halt die abgetrennten deutschen Ostgebiete welche heute groesstenteils zu Polen gehoeren. Auf beiden Seiten redet man nur ueber deutsches Unrecht in Polen waehrend dem Krieg, aber niemand erwaehnt das Unrecht der Vertreibung und Ermordung von Millionen von Deutschen in den Ostgebieten nach Kriegsende. Ein Schuldbekenntnis von polnischer Seite verbunden mit dem Versuch Wiedergutmachung an betroffene Deutsche und deren Nachkommen zu leisten wuerde einige Bruecken bauen zwischen beiden Nationen, den Frieden in Europa stabilisieren, und den Rechtsextremen den Naehrboden entziehen.


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#3

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 22:48
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
Ein Schuldbekenntnis von polnischer Seite verbunden mit dem Versuch Wiedergutmachung an betroffene Deutsche und deren Nachkommen zu leisten wuerde einige Bruecken bauen zwischen beiden Nationen, den Frieden in Europa stabilisieren, und den Rechtsextremen den Naehrboden entziehen.



Für mich fehlt in dem oben zitierten eine Kleinigkeit: Die Polen, die in Niederschlesien einzogen und die Vertreibung der Deutschen auslösten, sind im Ausgang des 2. Weltkrieges selber aus Ostpolen, das der damaligen UdSSR zugeschlagen wurde, vertrieben worden. Es war eine Umsiedlungsaktion grössten Ausmaßes, aber eben ein Ergebnis des Krieges.

Ich muss dazu sagen, dass meine Familie aus dem ehemaligen Neusalz/Oder, dem heutigen Nova Sol stammt und 1946 vertrieben wurde. Sicher hat es in den ersten Jahren Hassgefühle gegeben - aber die haben sich spätestens in den 60er Jahren gelegt, einfach weil man sich sagte: Die hatten doch auch nichts - was sollten sie machen?

Persönlich freue ich mich darüber, dass die Lage an der deutsch-polnischen Grenze so ist, wie sie heute ist, und das ich in der neuen Woche täglich die Frankfurter Stadtbrücke nach Slubice überschreiten kann - einfach so. Und vielleicht schaffe ichs auch noch mal, die 80 km weiter zu fahren, um den Ort kennen zu lernen, an dem meine Familie ihre Wurzeln hat.

Gruss

icke



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#4

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 22:53
von ABV | 4.202 Beiträge

Die " abgetrennten Ostgebiete" spielen im heutigen Umgang zwischen Deutschen und Polen so gut wie keine Rolle mehr. Außer vielleicht bei einer Minderheit von unbelehrbaren ewig gestrigen Deutschen! Im Gegenteil, viele, besonders junge Polen, interessieren sich immer mehr für die deutsche Geschichte ihrer Heimat. Die Gegend östlich von Frankfurt (Oder) hat da einiges zu bieten.
Ein Problem ist die ausufernde Grenzkriminalität, die immer wieder alte Vorurteile aufleben lässt. Viele historische Belastungen in dem Verhältnis der beiden Völker haben ihre Wurzeln im 18. und 19. Jahrhundert. Die von Preußen mitgetragenen Teilungen Polens bis hin zur völligen politischen Auslöschung des Landes und der arrogante Umgang mit der polnischen Bevölkerung zum Ende des 19. Jahrhunderts, wirken noch heute nach. Die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges von Deutschen an Polen sind unvergessen, werden aber heute keinem Deutschen mehr "aufs Brot geschmiert". Jedenfalls nicht permanent. Vor allem nicht, wenn man nicht den arroganten, belehrenden Deutschen heraushängen lässt.

Gruß an alle

Uwe


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#5

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 22:59
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Zitat von ABV
Die " abgetrennten Ostgebiete" spielen im heutigen Umgang zwischen Deutschen und Polen so gut wie keine Rolle mehr. Außer vielleicht bei einer Minderheit von unbelehrbaren ewig gestrigen Deutschen! Im Gegenteil, viele, besonders junge Polen, interessieren sich immer mehr für die deutsche Geschichte ihrer Heimat. Die Gegend östlich von Frankfurt (Oder) hat da einiges zu bieten.
(...)
Gruß an alle

Uwe



Ist das wirklich so? In polnischen Wahlkämpfen lebt die Angst vor deutschem Revisionismus wieder auf..
http://www.sueddeutsche.de/politik/wahlk...stasi-1.1155420
Theo


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#6

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 23:12
von ABV | 4.202 Beiträge

In den Wahlkämpfen mag diese Angst geschürt werden. Aber ich habe täglich mit polnischen Kollegen zu tun. Im Umgang zwischen uns spielt die früheren Ostgebiete keine Rolle. Und so ist das im allgemeinen an der deutsch-polnischen Grenze. Den ganzen normalen Alltag bestimmt dieses Thema schon lange nicht mehr, Theo.

Viele Grüße von der deutsch-polnischen Grenze
Uwe


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#7

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 30.03.2012 23:59
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von ABV
In den Wahlkämpfen mag diese Angst geschürt werden. Aber ich habe täglich mit polnischen Kollegen zu tun. Im Umgang zwischen uns spielt die früheren Ostgebiete keine Rolle. Und so ist das im allgemeinen an der deutsch-polnischen Grenze. Den ganzen normalen Alltag bestimmt dieses Thema schon lange nicht mehr, Theo.

Viele Grüße von der deutsch-polnischen Grenze
Uwe




sehe ich auch so , habe hier in der nachbarschaft ein polnisches pärchen und sehr gute kontakte , das thema was beschrieben wurde resultierte meiner meinung nach an der 'ohnmächtigkeit' der übergangs -bzw. - jetzigen regierung wo damals ein fast , in manchen regionen , rechtsfreier raum entstanden ist und dieser durch verblendete jugendliche voll ausgenutzt wurde !! teilweise wurden die örtlichen sicherheitsorgane auf sich allein gestellt und waren dann natürlich auch überfordert !! und diesen 'eklat' muß sich nun mal diese regierung auf die fahnen schreiben und nicht irgendwelche chaoten !!!



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#8

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 31.03.2012 00:57
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Ist auch gut so das Polen und Deutsche jetzt miteinander reden und sich anfreunden. Trotzdem aber muesste die polnische Regierung aber auch mal ein Zeichen setzen und die Vertreibungen von und Morde an deutschen Staatsbuergern, darunter auch ehemalige Konzentrationslagerhaeftlinge, ohne wenn und aber verurteilen. Natuerlich kann man nicht gutheissen was die deuitsche Regierung im Krieg der polnischen Zivilbevoelkerung angetan hat. Aber es geschah waehrend des Krieges. Was die Polen aber deutschen Zivilisten angetan haben geschah nach dem Krieg. Das ist nun halt der Unterschied. Zudem waren die Sowjets genauso beteiligt an der Teilung Polens und Uebergriffen auf die polnische Zivilbevoelkerung. Von Katyn will ich erst gar nich schreiben. Aber auch aus Moskau hoert man nichts von Entschuldigung oder fairer Vergangenheitsbewaeltigung. Aber wir Deutsche sollen staendig die andere Wange hinhalten und alle Schuld auf uns nehmen. Und wenn dann mal ein paar Halbwuechsigen im Suff der Kragen platzt so wie an diesem Tag vor fast 21 Jahren, dann beschmutzen wir Deutsche halt wieder das eigene Nest.


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#9

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 31.03.2012 02:29
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
Ist auch gut so das Polen und Deutsche jetzt miteinander reden und sich anfreunden. Trotzdem aber muesste die polnische Regierung aber auch mal ein Zeichen setzen und die Vertreibungen von und Morde an deutschen Staatsbuergern, darunter auch ehemalige Konzentrationslagerhaeftlinge, ohne wenn und aber verurteilen. Natuerlich kann man nicht gutheissen was die deuitsche Regierung im Krieg der polnischen Zivilbevoelkerung angetan hat. Aber es geschah waehrend des Krieges. Was die Polen aber deutschen Zivilisten angetan haben geschah nach dem Krieg. Das ist nun halt der Unterschied. Zudem waren die Sowjets genauso beteiligt an der Teilung Polens und Uebergriffen auf die polnische Zivilbevoelkerung. Von Katyn will ich erst gar nich schreiben. Aber auch aus Moskau hoert man nichts von Entschuldigung oder fairer Vergangenheitsbewaeltigung. Aber wir Deutsche sollen staendig die andere Wange hinhalten und alle Schuld auf uns nehmen. Und wenn dann mal ein paar Halbwuechsigen im Suff der Kragen platzt so wie an diesem Tag vor fast 21 Jahren, dann beschmutzen wir Deutsche halt wieder das eigene Nest.




Wanderer-von Deutschland aus, ist einer der schlimmsten WK-ausgegangen der 2.Weltkrieg.Was der für Folgen hatte ist ja bekannt:Nur mal einige Beispiele--Die Massenerschießungen in der Ukraine,in Weißrußland,die vielen KZ,s und man könnte vieles mehr aufzählen.
Wenn ich das so lese von Dir hier--kommt mir es so vor--das mal wieder die anderen Schuld an allen sind.Deutschland hat das Leid über Europa gebracht und Deutschland hatte die Folgen der Niederlage zu tragen.Man mag sich garnicht erst vorstellen,wenn man den Krieg gewonnen hätte.Dann wären doch einige Völker der Ausrottung zum Opfer gefallen---Wie hieß es doch damals noch mal---Lebensraum im Osten schaffen. Aber wie gesagt,mit der Geschichte erst mal vor der eigenen Tür kehren Und das hat nichts mit eigener Nestbeschmutzung zu tun. Gruß Rostocker


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#10

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 31.03.2012 23:50
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Rostocker


Wanderer-von Deutschland aus, ist einer der schlimmsten WK-ausgegangen der 2.Weltkrieg.Was der für Folgen hatte ist ja bekannt:Nur mal einige Beispiele--Die Massenerschießungen in der Ukraine,in Weißrußland,die vielen KZ,s und man könnte vieles mehr aufzählen.
Wenn ich das so lese von Dir hier--kommt mir es so vor--das mal wieder die anderen Schuld an allen sind.Deutschland hat das Leid über Europa gebracht und Deutschland hatte die Folgen der Niederlage zu tragen.Man mag sich garnicht erst vorstellen,wenn man den Krieg gewonnen hätte.Dann wären doch einige Völker der Ausrottung zum Opfer gefallen---Wie hieß es doch damals noch mal---Lebensraum im Osten schaffen. Aber wie gesagt,mit der Geschichte erst mal vor der eigenen Tür kehren Und das hat nichts mit eigener Nestbeschmutzung zu tun. Gruß Rostocker


Zweimal Unrecht macht noch lange kein Recht. Deutschland hat seine Vergangenheit bewaeltigt. Nun muss es Polen aber auch tun. Die Einrichtung von Gedenkstaetten fuer heimatvertrieben Deutsche gefoerdert von der polnischen Regierung waere ein guter Start.


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#11

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 00:50
von frank | 1.753 Beiträge

ich bin auch der meinung das die nachfolgenden generationen nicht für kriege und verbrechen ihrer vorväter verantwortlich zu machen sind! trotzdem , bei allem respekt ,wanderer... der unmenschlichste vernichtungsfeldzug in der geschichte der menschheit ging nun mal vom deutschen boden aus und da gestehe ich den betroffenen , heutigen , staaten auch eine andere sichtweise zu als die von DIR ! 'zeit heilt viele wunden' so sagt man aber , das was hitler da fabriziert hat braucht wahrscheinlich , für manche länder , noch jahrhunderte!!!



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#12

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 07:05
von damals wars | 12.137 Beiträge

WzdW,

Wenn Du Deinen Nachbarn die Familie ermordest, meinst Du, Du könntest mit viel Dankbarkeit rechnen?

Viele "Vertriebene" wurden von den den Polen und Juden gestohlenen Grundstücken "vertrieben".

Schon vergessen?

Die Deutschen hatten sich im Polen nicht bei Vertreiben aufgehalten, sie haben die Einwohner vernichtet. Auch vergessen?

Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Da hilft nicht mal ein Kniefall.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#13

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 10:31
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich sehe das auch so wie der Wanderer, 2 x Unrecht ergibt kein Recht. Wir müssen nicht in alle Ewigkeit in Sack und Asche herumlaufen, nur weil wir zufällig Deutsche sind. Wir sind alle Nachgeborene dieses furchtbaren Krieges aber eine Erbschaft dieses von der Generation unserer Väter und Großväter angerührten Unrechts trete ich jedenfalls nicht an.
Nur mal ein Beispiel: die Franzosen haben nach dem WKII mit dem Finger auf die bösen "boche" ( franz. abwertend für Deutsche für die die es nicht wissen ) gezeigt. Gleichzeitig haben sie in den 50 er und 60 er Jahren einen brutalen Kolonialkrieg sowohl in Indochina ( heute Vietnam) als auch in Algerien geführt. Sie hatten nichts aus dem Weltkrieg gelernt, aber bejammerten ständig die brutale Kriegführung der Deutschen auf ihrem Territorium und das Unrecht was ihnen angetan wurde. Man kann auf der einen Seite nicht sagen was uns nützt ist Recht und was die anderen uns antun ist Unrecht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#14

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 19:00
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von damals wars
WzdW,

Wenn Du Deinen Nachbarn die Familie ermordest, meinst Du, Du könntest mit viel Dankbarkeit rechnen?

Viele "Vertriebene" wurden von den den Polen und Juden gestohlenen Grundstücken "vertrieben".

Schon vergessen?

Die Deutschen hatten sich im Polen nicht bei Vertreiben aufgehalten, sie haben die Einwohner vernichtet. Auch vergessen?

Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Da hilft nicht mal ein Kniefall.



Wir muessen hier auch unterscheiden zwischen der deutschen Besatzung von Polen (die Sowjets waren daran auch nicht gerade unschuldig!) und den deutschen Ostgebieten. Das sind zwei paar Stiefel.


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#15

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 19:13
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von damals wars
WzdW,

Wenn Du Deinen Nachbarn die Familie ermordest, meinst Du, Du könntest mit viel Dankbarkeit rechnen?

Viele "Vertriebene" wurden von den den Polen und Juden gestohlenen Grundstücken "vertrieben".

Schon vergessen?

Die Deutschen hatten sich im Polen nicht bei Vertreiben aufgehalten, sie haben die Einwohner vernichtet. Auch vergessen?

Dafür gibt es keine Entschuldigung.
Da hilft nicht mal ein Kniefall.



Der Konflikt zwischen Deutschen und Polen ist doch nicht erst im 3. Reich aufgeflackert, sondern dauerte zu diesem Zeitpunkt schon fast 800 Jahre an. Auch von polnischer Seite gab es lange bevor Hitler ueberhaupt geboren wurde grausame Uebergriffe auf Deutsche. Aber das wird sowohl in Deutschland als auch in Polen unter den Teppich gekehrt.
Ich selbst hoffe das es durch den Wegfall der Grenzen, Visapflicht und anderen Einreiseschwierigkeiten endlich mal zum friedlichen Nebeneinander und Miteinander zwischen Polen und Deutschland kommt. Aber solange die Vergangenheit einseitig bewaeltigt wird, die Schuld der einen Seite staendig unterstrichen wird und die Schuld der anderen geleugnet wird, kann es nicht zu einer echten und ehrlichen Voelkerverstaendigung kommen.


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#16

RE: Erinnerung an die rechtsradikalen Ausschreitungen am 08.04. 1991

in Mythos DDR und Grenze 01.04.2012 19:35
von DoreHolm | 7.690 Beiträge

Ich denke, daß ist alles eine Frage der Zeit und mehrerer Generationswechel, so lange sich die EU nicht durch Nationalisten wieder auseinanderdiffidieren läßt. Da könnte vielleicht mal ein vergleichbares Verhältnis untereinander wie zwischen Texas und Oklahoma herauskommen, abgesehen von den Nationalsprachen ,aber auch da wird es durch den zunehmenden Austausch in verschiedenster Form auf eine Sprache hinauslaufen, die nahezu jeder halbwegs versteht. Scheint wohl das Englische zu werden. Aber diesen Zustand werden wohl die meisten hier im Forum noch nicht so erleben, eher unsere Kinder und Enkel.



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