#1

das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 22.03.2012 21:36
von Hans55 | 762 Beiträge

Hallo,zusammen!
Wenn ich mich recht erinnere,bekam man doch die "Kaschi" erst nach der Vereidigung in die Hände gedrückt!Als wir dann zum ersten Mal zu einer Übung ausrückten, durften wir mit Platzpatronen kräftig rumballern!
Die Beintaschen der Hose waren voll mit kleinen Pappschachteln" Platzer"!Man hat das Spaß gemacht! Man war "Rotarsch"und hatte noch keine Ahnung!
Das große Erwachen kam hinterher,beim Waffenreinigen Die "Knarre"war so verkeimt,das wir ewig geputzt haben!
Jedenfalls war uns das eine Lehre!Bei späteren Übungen hat man sich zurückgehalten beim"Ballern"! Hans55


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#2

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 22.03.2012 22:21
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Muß ich voll zustimmen. Später, bei den Kampfgruppen, gab es zwei Gruppen: Eine, die alle Platzer an andere Kammeraden abgegeben haben und eine andere, die nicht genug davon bekommen konnten. Ich gehörte zur letzteren, habe aber nicht alle verballert, sondern mir eine gehörige Portion für Silvesterknallerbau aufgehoben. Da das alles in der Nähe des heimatlichen Wohnortes war, habe ich sie beim Marsch einfach irgendwo ins Gebüsch geschmissen und bin einige Tage später mit dem Fahrrad hingefahren und habe sie aufgelesen.
Übrigens, ich war schon vor meiner Armeezeit mal kurzzeitig bei den Kampfgruppen. Da hatten wir noch mit den ganz alten MPis geschossen, die mit der durchlöcherten Laufumhüllung und dem Trommelmagazin. Die Patronen waren relativ kurz und passten meines Wissens auch zu irgendeiner Pistole. Mann, haben diese MPis laut geknallt. Es soll ja vorgekommen sein, wenn beim Mannschaftstransport auf dem LKW jemand mit dem Kolben zu sehr auf der Planke aufschlug, daß sich ein Schuß löste und die ganze Trommel mit ca. 70 Schuss selbständig losratterte und die LKW-Plane danach ein Sieb war. Habe es selbst nie erlebt, aber es wird erzählt. Vielleicht können die gaaaaanz Alten unter uns dazu was sagen.



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#3

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 00:57
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von DoreHolm
Muß ich voll zustimmen. Später, bei den Kampfgruppen, gab es zwei Gruppen: Eine, die alle Platzer an andere Kammeraden abgegeben haben und eine andere, die nicht genug davon bekommen konnten. Ich gehörte zur letzteren, habe aber nicht alle verballert, sondern mir eine gehörige Portion für Silvesterknallerbau aufgehoben. Da das alles in der Nähe des heimatlichen Wohnortes war, habe ich sie beim Marsch einfach irgendwo ins Gebüsch geschmissen und bin einige Tage später mit dem Fahrrad hingefahren und habe sie aufgelesen.
Übrigens, ich war schon vor meiner Armeezeit mal kurzzeitig bei den Kampfgruppen. Da hatten wir noch mit den ganz alten MPis geschossen, die mit der durchlöcherten Laufumhüllung und dem Trommelmagazin. Die Patronen waren relativ kurz und passten meines Wissens auch zu irgendeiner Pistole. Mann, haben diese MPis laut geknallt. Es soll ja vorgekommen sein, wenn beim Mannschaftstransport auf dem LKW jemand mit dem Kolben zu sehr auf der Planke aufschlug, daß sich ein Schuß löste und die ganze Trommel mit ca. 70 Schuss selbständig losratterte und die LKW-Plane danach ein Sieb war. Habe es selbst nie erlebt, aber es wird erzählt. Vielleicht können die gaaaaanz Alten unter uns dazu was sagen.



eine 'leichte priese von der märchenwiese'!!!



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#4

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 09:09
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von DoreHolm
Übrigens, ich war schon vor meiner Armeezeit mal kurzzeitig bei den Kampfgruppen. Da hatten wir noch mit den ganz alten MPis geschossen, die mit der durchlöcherten Laufumhüllung und dem Trommelmagazin. Die Patronen waren relativ kurz und passten meines Wissens auch zu irgendeiner Pistole. Mann, haben diese MPis laut geknallt. Es soll ja vorgekommen sein, wenn beim Mannschaftstransport auf dem LKW jemand mit dem Kolben zu sehr auf der Planke aufschlug, daß sich ein Schuß löste und die ganze Trommel mit ca. 70 Schuss selbständig losratterte und die LKW-Plane danach ein Sieb war. Habe es selbst nie erlebt, aber es wird erzählt. Vielleicht können die gaaaaanz Alten unter uns dazu was sagen.



Zitat von frank
eine 'leichte priese von der märchenwiese'!!!



@frank hier irrst du leider. die von @doreholm, beschriebene ppsh 41 hatte tatsächlich dieses manko. am verschluss befand sich ein kleiner sicherungshebel welcher sich schnell löste und es dadurch zu den von @doreholm genannten unfällen kam. auch im wachregiment hatte es mit der ppsh 41 einige unfälle, durch zu hartes aufsetzen dieser mpi, gegeben.
damals zog man noch im wr mit stahlhelm und dieser ppsh41 auf posten auf. z.b. bei der ablösung und abstellen der mpi lösten sich unbeabsichtigt schüsse, die unter dem stahlhelm einschlugen dort abgelenkt wurden und in der gegenüberliegenden schulter austraten. u.a. auch wegen dieser vorfälle wurde der stahlhelm auf posten abgeschafft.


zum eigentlichen thema: ich selbst bekam meine kms 72 von einem alten veteran feierlich, noch weit vor der vereidigung, überreicht. mit dieser mpi musste ich üben, üben und nochmals üben. selbst das auseinander- und zusammenbauen mit verbundenen augen auf zeit wurde geübt.
die geschichte mit den platzpatronen hat sich wohl überall wiederholt...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#5

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 09:28
von Pit 59 | 10.122 Beiträge

Jeder wird es Kennen das "Heimgang" Klopfen auf dem LKW.Vorsichtiger mussten die mit Plastekolben sein,die mit Holzkolben haben doppelt so laut "gehämmert".Eine wahrscheinlich besonders "Ausgeleierte" hat sich dadurch mal geladen.Leider ist dann später im Grenzdienst dadurch ein Tödlicher Unfall passiert.


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#6

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 09:42
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Gefüllte Magazine wurden bei uns während Fahrzeugmärschen immer in der Magazintasche getragen. Da konnte so etwas nicht passieren.
Wir hatten damals auch noch die AK 47 mit Holzkolben, selbst wir als Kradfahrer.
Ich glaube, ich könnte die auch heute noch mit geschlossenen Augen auseinander- und wieder zusammenbauen. Vielleicht auch, weil ich nach der Fahne 1968 dann noch bis zu Wende KG-Angehöriger war, mal mit AK 47, mal mit LMG und auch mit Panzerbüchse und Makarow. Mit letzterer hatte ich mir meinen Gehörschaden eingefangen (Ein Knick im Audiogramm bei einer bestimmten hohen Frequenz). Hatte damals 4 Wochen krank gemacht, nachdem ich vier Schuß ohne Gehörschutz abgefeuert hatte. Mir war danach, als hätte mir jemand mit dem Holzhammer auf den Kopf gehauen. Nach 25 jahren KG hätten mir 100,-Mark (Ostmark) mehr Rente zugestanden. Ein Jahr hat mir noch gefehlt



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#7

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 10:35
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Noch mal für die Korinthenkacker unter uns: Mit "Letzterer" meinte ich natürlich nicht die Makarow, sondern die Panzerbüchse.



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#8

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 11:23
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von Pit 59
Jeder wird es Kennen das "Heimgang" Klopfen auf dem LKW.Vorsichtiger mussten die mit Plastekolben sein,die mit Holzkolben haben doppelt so laut "gehämmert".Eine wahrscheinlich besonders "Ausgeleierte" hat sich dadurch mal geladen.Leider ist dann später im Grenzdienst dadurch ein Tödlicher Unfall passiert.



Die PPsch-41 wurde dann später mit einem zusätzlichen Lederriemen am Schlossgriff gesichert, damit solche Vorfälle beim Aufschlagen ausgeschlossen wurden. PPsch-41 dürfte es nicht mit Plastekolben gegeben haben.

Eine Selbstladung mit eingelegtem Magazin ging ja eigentlich nur bei verschobenem Sicherungshebel. Wimre war zu meiner Zeit das Magazin erst bei Einfahrt/ Eintreten in den Abschnitt in die AK einzusetzten.( evtl war das eine Konsequenz aus dem oben erwähnten Unfall)


zuletzt bearbeitet 23.03.2012 12:02 | nach oben springen

#9

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 11:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Also ein ganzes Magazin in der Spriegelplane halte ich dann doch für eine moderne Sage. Die Schpagin nutze übrigens die Patronen der TT33, ein 1905/1911-Nachbau.

P.S. @DoreHolm Frage: Vor dem GWD KdA?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 23.03.2012 11:32 | nach oben springen

#10

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 11:53
von Pit 59 | 10.122 Beiträge

Die PPsch-41 wurde dann später mit einem zusätzlich Lederriemen am Schlossgriff gesichert damit solche Vorfälle beim Aufschlagen ausgeschlossen wurden. PPsch-41 dürfte es nicht mit Plastekolben gegeben haben.@GZB1

Von diesem Gerät habe ich auch nicht geredet.bei uns gab es nur AK mit Plaste u. Holzkolben.Das Magazin war schon bei der Vergatterung
drinnen.Wie und warum das passiert ist,keine Ahnung,es ist passiert.


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#11

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 12:05
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Bei einem Masseverschluss, verschobenem Sicherungshebel, schwacher Feder und starkem Aufprall ist es im ungünstigen Fall möglich.


zuletzt bearbeitet 23.03.2012 12:05 | nach oben springen

#12

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 12:22
von uffzx | 4 Beiträge

Ja und das Saubermachen hat danach bestimmt auch viel Spass gemacht nach dem Schiessen mit Platzpatronen .
Sorry ich fang immer am anfang an zu lesen !


zuletzt bearbeitet 23.03.2012 12:26 | nach oben springen

#13

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 12:52
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

94: Entschuldige, war zwar dabei, aber manche Abkü´s. muß ich vergessen. Was heißt GWD und KdA ?
Auf dem LKW saß ich gewöhnlich nur bei der fahrt zum Manöver. Bei Zugsicherung zu Fuß in den Abschnitt, später bei Kompaniesicherung war ich mit dem Krad unterwegs.



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#14

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 13:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Upps, nicht Du, sonder ich muß hier um Entschuldigung bitten, da ich nichtübliche Abkürzungen nutzte.
Mit GWD meinte ich Grundwehrdienst und mit KdA Kampfgruppen der Arbeiterklasse. Hier nun die Frage nochmal, aber ausformuliert:
Du warst vor Deinem Wehrdienst bereits Angehöriger der Kampfgruppen der Arbeiterklasse?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#15

RE: das erste Mal mit" Kaschi"

in Grenztruppen der DDR 23.03.2012 20:49
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

94, ja, entgegen aller Regel war ich schon vorher ein halbes Jahr dabei. Wahrscheinlich mußte die Werbestatistik stimmen. Aber ich hab´s nicht bereut. Das war im damaligen Kühlmöbelwerk Erfurt (Industriekühlschränke), wo ich als Laborant arbeitete, bis ich eingezogen wurde.



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