#41

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 09:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von werner

Zitat von Rüganer
[quote="eisenringtheo"]Gerechtigkeit gibts im Kapitalismus nicht

Gerechtigkeit gab es im Solzialismus ala DDR auch nicht, und was machen wir nun?



Kann mich erinnern, dass es immer hieß "auf dem Wege zu einer gerechteren Gesellschaft" oder "soziale Gerechtigkeit" und von beidem sind wir heute wohl weiter weg, als es die meisten sozialistischen Staaten je waren.

Wenn man als Maß für soziale Gerechtigkeit eine Skala von 1 bis 10 aufmachen würde (1 für wenig, 10 für viel), wo würdest Du da die BRD heute und DDR einordnen?




Und was ist "soziale Gerechtigkeit", mit welchem Maßstab ermisst man die?


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#42

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 09:46
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von werner

Zitat von Rüganer
[quote="eisenringtheo"]Gerechtigkeit gibts im Kapitalismus nicht

Gerechtigkeit gab es im Solzialismus ala DDR auch nicht, und was machen wir nun?



Kann mich erinnern, dass es immer hieß "auf dem Wege zu einer gerechteren Gesellschaft" oder "soziale Gerechtigkeit" und von beidem sind wir heute wohl weiter weg, als es die meisten sozialistischen Staaten je waren.

Wenn man als Maß für soziale Gerechtigkeit eine Skala von 1 bis 10 aufmachen würde (1 für wenig, 10 für viel), wo würdest Du da die BRD heute und DDR einordnen?





Wer hat sowas gesagt: "auf dem Wege zu einer gerechteren Gesellschaft" oder "soziale Gerechtigkeit" ?
Als Firmeninhaber habe ich mit Haus, Hof und Anbauschuppen für die Kredite meiner Firma gehaftet, habe das geerbte Haus im Sozialismus der DDR ausgebaut und nun im Überfluss der Baumaterialien meinen tatsächlichen Wünschen angepasst, keiner gibt mir einen Heizkostenzuschuss, keiner gibt mir einen Zuschuss für die Lasten, die der Zweckverband Wasser und Abwasser mir auferlegt.
Ich fange meinen Tag um 5.45 an, bin um 6.30 in der Firma und um 18.00 in der Regel wieder zu Hause. Sicher ist nur, dass meine Firma und das Wohl und Wehe der hier Beschäftigten von der allgemeinen Auftragslage am Bau, von dem Tourismus und der Hotellerie und Gastronomie hier abhängen, da könnte ich "strampeln" so viel ich will, gehts denen schlecht, dann geht es meinen Leuten und mir schlecht. Und wieder frage ich mich, warum ich dann keinen LKW-Fahrer bekomme, der als Vertretung dann auch einmal eine Badewane von der Straße in den Bau hineinträgt. Scheinbar bekommt er über den so beschimpften Sozialstaat soviel, dass er solche Arbeit nicht annehmen muss. Wo willst Du denn nun soziale Gerechtigkeit festmachen?
War der Ingenieur oder der Meister in der DDR besser dran, mit der Entlohnung? die Wartezeit auf die Wohnung und auf das Auto war sicherlich bei beiden gleich, aber ist dies soziale Gerechtigkeit? War es nicht aus Sicht vieler so, dass damals eine staatlich verordnete Gleichmacherei betrieben wurde, die vielleicht Gerechtigkeit vorgegaukelt hat, es aber mit Sicherheit niemals war.


zuletzt bearbeitet 15.03.2012 09:46 | nach oben springen

#43

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 09:47
von eisenringtheo | 9.157 Beiträge

Zitat von Rüganer

Zitat von eisenringtheo
Gerechtigkeit gibts im Kapitalismus nicht



Gerechtigkeit gab es im Sozialismus ala DDR auch nicht, und was machen wir nun?




Wenn man von der Annahme ausgeht, dass es im Sozialismus viel weniger persönlichen Reichtum gibt, müsste man annehmen, dass mehr für die Ärmeren übrigbleibt. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist: Was ausgegeben werden soll, muss erst erwirtschaftet werden. Das wurde WIMRE zum Hauptproblem des Sozialismus: Die gesellschaftliche Brache der "Intelligenz", also der Personen, die aufgrund ihrer Talente und Ausbildung zur Mehrung des Volksvermögen hätten beitragen können. Viele haben sich in ihrem Leben trotz Fähigkeiten mit wenig begnügt, es bestand oft nicht der Wunsch eine wirtschaftliche oder politische Karriere anzustreben, Führungspositionen mit persönlicher Verantwortung anzunehmen: Denn im Sozialismus kann es nicht die persönlichen Vorteile und Reichtümer geben, die der einzelne im Kapitalismus anstreben kann. Also reisst man sich im Sozialismus nicht unbedingt den A... für die Gesellschaft auf..
Schon die frühen Sozialisten sahen das Problem.
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/t...x/intellekt.htm
Dieses Prolem der menschlichen Natur ist bis heute ungelöst.
Theo


zuletzt bearbeitet 15.03.2012 09:49 | nach oben springen

#44

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 10:22
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von werner

Zitat von Rüganer
[quote="eisenringtheo"]Gerechtigkeit gibts im Kapitalismus nicht

Gerechtigkeit gab es im Solzialismus ala DDR auch nicht, und was machen wir nun?



Kann mich erinnern, dass es immer hieß "auf dem Wege zu einer gerechteren Gesellschaft" oder "soziale Gerechtigkeit" und von beidem sind wir heute wohl weiter weg, als es die meisten sozialistischen Staaten je waren.

Wenn man als Maß für soziale Gerechtigkeit eine Skala von 1 bis 10 aufmachen würde (1 für wenig, 10 für viel), wo würdest Du da die BRD heute und DDR einordnen?




Und was ist "soziale Gerechtigkeit", mit welchem Maßstab ermisst man die?





Ich habe Dich also nicht unterschätzt . . .
Meine Frage zielte vor allem darauf ab, dass man sich doch bitte mal Gedanken über genau diese Fragestellung machen soll.

@Rüganer, also wir haben bereits in der Schule in Geschichte und Staatsbürgerkunde darüber diskutiert, im Studium bei PolÖk und Philosophie, im Parteilehrjahr, in der GeWiWe. Und da ging es bereits heiß her - weil natürlich jeder aus seiner Perspektive eine andere Vorstellung davon hatte. Weil jeder anfing, azuwägen, ob es sozial ist, die Leute im Betrieb zu beschäftigen, obwohl sie eigentlich nicht arbeiten, ob es sozial ist, hier Arbeitsplätze zu vernichten und dafür in China welche zu schaffen, was sozialer ist: Solidaritätsgüter nach Cuba zu schicken oder zu versuchen, die Menschen dort aus ihrer Inselmentalität zu treiben . . . Diese Reihe Fragestellungen kann man weit fortführen und jeder wird für sich andere Gedanken und Wertmaßstäbe haben zu der Frage 'was ist sozial oder nicht'

Und genau deshalb habe ich die Frage mal gestellt.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#45

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 11:39
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von werner

Zitat von Grenzwolf62

Zitat von werner

Zitat von Rüganer
[quote="eisenringtheo"]Gerechtigkeit gibts im Kapitalismus nicht

Gerechtigkeit gab es im Solzialismus ala DDR auch nicht, und was machen wir nun?



Kann mich erinnern, dass es immer hieß "auf dem Wege zu einer gerechteren Gesellschaft" oder "soziale Gerechtigkeit" und von beidem sind wir heute wohl weiter weg, als es die meisten sozialistischen Staaten je waren.

Wenn man als Maß für soziale Gerechtigkeit eine Skala von 1 bis 10 aufmachen würde (1 für wenig, 10 für viel), wo würdest Du da die BRD heute und DDR einordnen?




Und was ist "soziale Gerechtigkeit", mit welchem Maßstab ermisst man die?





Ich habe Dich also nicht unterschätzt . . .
Meine Frage zielte vor allem darauf ab, dass man sich doch bitte mal Gedanken über genau diese Fragestellung machen soll.





Schweres Feld, schon die Definition von gefühlter und tatsächlich vorhandener sozialer Gerechtigkeit, wird manchen studierten Philosoph die Schweißperlen auf die Stirn treiben.
Also schauen wir auf die ehemalige DDR.
Die Einteilung der Klassen und Schichten erfolgte in Arbeiterklasse und werktätige Intelligenz, der Kapitalist war nicht vorhanden.
Die Produktionsmittel gehörten theoretisch allen, also Volkseigentum und alle beteiligten sich an der Wertschöpfung um später die erwirtschafteten Mittel zu verteilen.
Der Anspruch war, alle sind weitestgehend gleich und niemand kann sich persönlich übermäßig bereichern, also fühlt die Masse soziale Gerechtigkeit.
Dieses Gefühl wird aber teuer erkauft, durch die Suggerierung das Alles allen gehört und die gewünschte Gleichschaltung, wird dem einzelnen Induvidium der Drang nach Abhebung aus der Masse genommen und es beginnt sich ein Zustand der gesellschaftlichen Agonie zu entwickeln, der zum wirtschaftlichen Niedergang führt.
Am Ende stehen immer weniger Mittel zur Verteilung zur Verfügung und die Masse wird unzufrieden, obwohl die Grundbedürfnisse gesichert sind.
Im heutigen Deutschland leben wir unter marktwirtschaftlichen Bedingungen, die Produktionsmittel befinden sich weitestgehend in privater Hand, also in der des Kapitalisten.
Die breite Masse erhält für Arbeit Lohn und konsumiert und eine relativ kleine Schicht profitiert übermäßig davon und mehrt ihren Profit, in einer Marktwirtschaft ein normaler Vorgang.
Um den Konsum zu sichern erhält die Masse die Mittel zum konsumieren, in Form von Lohn wird ein nicht geringer Teil der geschaffenen Werte zurückgegeben.
Da aber nur soviel vom Profit abgegeben wird wie notwendig ist um den Konsum zu sichern, werden viele von der Möglichkeit ausreichend Mittel zum Konsum zu erwerben abgeschnitten.
Eine gefühlte soziale Ungerechtigkeit für diesen Teil der Gesellschaft entsteht.
Eine Gesellschaft mit vollkommender sozialer Gerechtigkeit wird wohl leider nur ein schöner Traum bleiben.


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#46

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 12:55
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Da sind sie wieder, die Urinstinkte der Menschen. Es war halt ein irrealer Traum vom "Neuen Menschen", den die SED-Oberen glaubten mit zwei Generationen Gleichmacherei geschaffen zu haben.



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#47

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 12:57
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

Schön beschrieben, @Grenzwolf.
"Vollkommene soziale Gerechtigkeit" wird immer Utopie bleiben.

Ich denke, einig sind wir uns darin, daß man in den sozialistischen Staaten danach strebte, sich diesem Ideal anzunähern, mit welchem Erfolg, ist sicher diskutabel.

Im echten Kapitalismus, der "freien Marktwirtschaft", spielt dieses Ideal keine Rolle.
Die Geschichte des 20. Jh. schaffte durch die Aufteilung Europas durch zwei Machtblöcke für Westdeutschland (resp. Gesamtwesteuropa) eine Sondersituation.

Es war nur der Existenz der DDR geschuldet, daß die Kapitaleigner in der BRD sich gezwungen sahen, auf einen Teil des möglichen Profits zu verzichten, um den Nicht-Kapital-Eignern eine Existenz in relativen Wohlstand und relativer Sicherheit zu ermöglichen.

Ohne die Existenz der DDR (und des anderen Machtblocks) hätte das Eherne Lohngesetz von Lassalle gegolten, das dem Nicht-Kapital-Eigner nur so viel zugesteht, wie zum Erhalt der Arbeitskraft notwendig ist.

Konsequenterweise erleben wir seit 1990 die Erosion der Sozialsysteme und der Reallöhne, das Eherne Lohngesetz kommt wieder in Gültigkeit.

Daher ist ein Vergleich zwischen BRD und DDR müßig, denn dann müßte man Henne und Ei miteinander vergleichen; der "Rheinische Kapitalismus" wäre ohne die DDR undenkbar gewesen.

@DoreHolm, volle Zustimmung, Du hast es a.a.O. sehr bildreich beschrieben.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#48

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 13:10
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Damals87
Hallo,

Schön beschrieben, @Grenzwolf.
"Vollkommene soziale Gerechtigkeit" wird immer Utopie bleiben.

Ich denke, einig sind wir uns darin, daß man in den sozialistischen Staaten danach strebte, sich diesem Ideal anzunähern, mit welchem Erfolg, ist sicher diskutabel.

Im echten Kapitalismus, der "freien Marktwirtschaft", spielt dieses Ideal keine Rolle.
Die Geschichte des 20. Jh. schaffte durch die Aufteilung Europas durch zwei Machtblöcke für Westdeutschland (resp. Gesamtwesteuropa) eine Sondersituation.

Es war nur der Existenz der DDR geschuldet, daß die Kapitaleigner in der BRD sich gezwungen sahen, auf einen Teil des möglichen Profits zu verzichten, um den Nicht-Kapital-Eignern eine Existenz in relativen Wohlstand und relativer Sicherheit zu ermöglichen.

Ohne die Existenz der DDR (und des anderen Machtblocks) hätte das Eherne Lohngesetz von Lassalle gegolten, das dem Nicht-Kapital-Eigner nur so viel zugesteht, wie zum Erhalt der Arbeitskraft notwendig ist.

Konsequenterweise erleben wir seit 1990 die Erosion der Sozialsysteme und der Reallöhne, das Eherne Lohngesetz kommt wieder in Gültigkeit.

Daher ist ein Vergleich zwischen BRD und DDR müßig, denn dann müßte man Henne und Ei miteinander vergleichen; der "Rheinische Kapitalismus" wäre ohne die DDR undenkbar gewesen.

@DoreHolm, volle Zustimmung, Du hast es a.a.O. sehr bildreich beschrieben.

Grüße aus Hessen



Nun ja, die Mehrheit erhält wohl auch nach Äuflösung der Blöcke mehr als nur so viel wie zum Erhalt der Arbeitskraft notwendig ist.
Nur Brot verkaufen bringt keinen Profit, da wird auch schon mal ein schmuckes Wägelchen unter die Leute gebracht und die Ferienflieger sollen auch nicht leer abheben.


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#49

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 13:22
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ein Aspekt ist auch die Ruhigstellung der Masse durch Konsum, der Zufriedengestellte begehrt nicht auf.


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#50

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 13:38
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

noch ist das der Fall, es braucht halt etwas Zeit, die milden Gaben wieder einzusammeln.

Würde der Profit tatsächlich aus den Arbeitseinkommen realisiert, hätten wir ein perpetuum mobile, ein solches haben nicht einmal die BWL'er erfunden (obwohl sie das teilweise glauben). Der Profit wird teils aus dem Wachstum realisiert, daher der Zwang zu selbigem, und zunehmend ohne jede Wertschöpfung durch reine Spekulation.

Wohin die Reise geht, zeigen die USA und Asien.
Die USA zeigen auch sehr deutlich, wie die Ruhigstellung der Massen funktioniert. Nicht nur durch Konsum, der Mensch ist niemals zufrieden mit dem, was er hat, er will immer mehr.
Die Stabilität der USA rührt daher, daß man den Massen erfolgreich die Alternativlosigkeit des Systems suggeriert, ihnen gleichzeitig vorspiegelt, jeder hätte die gleiche Chance (wenn er nur nicht so dumm und faul wäre, wie er ist), und wichtigstes von allen: Feindbilder.
Und, Spiele, Spiele, Spiele! Die Unterhaltungsindustrie.

Die Entwicklung des Bildungswesens ist da ebenfalls nur konsequent. Bildung nur für den, der sie braucht. Es braucht sie nur der, der sie bezahlt.

Grüße


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#51

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:23
von werner | 1.591 Beiträge

[quote="Grenzwolf62"]

Zitat
Ein Aspekt ist auch die Ruhigstellung der Masse durch Konsum, der Zufriedengestellte begehrt nicht auf.

[/quote

Auf nix ist mehr Verlass:
Ich habe schon dreimal runtergezählt, wo bleibt das qualifizierte Schmähgeschrei, wie ich es für einen ähnlichen Satz - das Bild mit den Satten vor ihrem Häuschen, bekommen habe.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 15.03.2012 15:24 | nach oben springen

#52

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:29
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Mensch @Werner

kommt eben manchmal darauf an wer Offensichtliches erneut schriftlich wiedergibt.

Pawlow läßt grüßen.


zuletzt bearbeitet 15.03.2012 15:30 | nach oben springen

#53

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:41
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Pit 59
Zu groß die Masse derer die satt vor ihrem Häuschen sitzen @Werner


Jeder kann nicht vor seinem Häuschen sitzen,das gibt es in keinem Land der Welt.Aber ich bin mir sicher auch der Rest wird Täglich Satt.




das denke ich auch mal..., gestern ging hier eine Meldung über die lokalen Radiosender, das jeder Sachsen- Anhaltiener durchschnittlich im Jahr Lebensmittel für ca. 1000 €uro in den Müll schmeißt.... Sachsen/ Anhalt liegt damit im unteren Bereich des bundesrepublikanischen Durchschnitts....!

Das ist was, was ich nicht begreifen kann! Der gesunde Mensch, dazu mit gesundem Verstand ausgestattet kauft doch nur soviel ein, wie er braucht, verbrauchen kann.
Gut, in einer zumindest leiblichen Wohlstandsgesellschaft, bei übervollen Regalen wird es hie und da schon mal ein bischen zu viel sein, da schließe ich mich nicht aus. Dafür habe ich aber dann mein Hühnervolk als Restverwerter. Auch wird heute eher was fortgeschmissen, haben Frische- und Halbarkeitskriterien wie früher. Ganz zu schweigen von Kriegs- und Nachkriegszeiten.

Aber diese gewollte Überproduktion, ohne Rücksicht auf Verluste bei Recurcen, ohne Rücksicht auf die Umwelt, gepaart mit aggressiver Werbung eben dieser Lebensmittellobby macht einen Angst, kannauf Dauer nicht gut gehen.

Wenn die Säckel vollgestopft sind, alles ruiniert, wer darf dann die Suppe wieder auslöffeln? Natürlich der Steuerzahler!

Der Titel dieses Thread`s ist vielleicht falsch gewählt und sollte "Armes reiches Deutschland" heißen.
Arm an Geist und Verstand, arm an fähigen Politikern, reich an Lobbyisten, reich an viel sinnlosem Überfluß...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 15.03.2012 15:42 | nach oben springen

#54

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:50
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

von systembedingter Überproduktion und deren Vernichtung schreibt schon im 19. Jh. einer der üblichen Verdächtigen...


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#55

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:51
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Nun @josy95 wie wir hier im Threat ja gelernt haben (man, sind wir hier im Politunterricht ??), ist ständiges wirschaftliches Wachstum die Triebfeder des gegenwärtigen Wirtschaftssystems, koste es was es wolle. Daraus folgt im Umkehrschluß....

Aber tröste dich, der einfache Mann war/ ist immer der, der blechen muss wenn es schief geht, egal in welchem System.


zuletzt bearbeitet 15.03.2012 19:42 | nach oben springen

#56

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 15:54
von Alfred | 6.841 Beiträge

Josy,


die Nachrichten sprachen von rund 80 Kilo pro Person und Jahr......ist aber auch noch zu viel.


zuletzt bearbeitet 15.03.2012 15:57 | nach oben springen

#57

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 16:10
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Alfred
Josy,


die Nachrichten sprachen von rund 80 Euro pro Person und Jahr......ist aber auch noch zu viel.



Da sich keiner was unter dem Gewicht vorstellen kann, hat wohl jemand in Joghurtbecher umgerechnet - 150g zu 1,875, wäre aber schon edelster Joghurt, aus´m Deli . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#58

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 16:53
von Polter (gelöscht)
avatar

Hallo

Interessante Meinungen. Ich will auch nicht ablenken. Eine Frage hätte ich dennoch. Wie kommt man zu den Zahlen; Gewichten der
weggeworfenen Lebensmittel?


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#59

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 17:46
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Ist die vernichtete bzw. weggeworfene Menge Lebensmittel pro Kopf nur das, was der Endkonsument in die Tonne geschmissen hat oder zählt da auch das dazu, was die Lebensmittelläden abgeschrieben haben ? Oder hat die Müllabfuhr die Biotonnen gewogen ?
Zu Hause bin ich immer der "Schweineeimer", weil ich dann die Reste esse, die keiner meiner Familienmitglieder mehr essen will. natürlich nur, so lange sie noch essbar sind. Da werden mehrere Packungen aufgerissen, weil jeder eine andere Wurst essen will und dann werden die Restinhalte irgendwann ungenießbar. Mir widerstrebt es irgendwie, Nahrungsmittel zu vergeuden, auch wenn ich niemals richtig Hunger gelitten habe (außer einmal bei einem Manöver, aber so richtiger Hunger war das auch nicht. Wir hatten noch trockenes Knäckebrot). So esse ich liebend gern die halbtrockenen Brotkanten. Meine Zähne sind trotz meines Alters noch ganz gut in Schuss (sagte auch mein Zahnarzt).



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#60

RE: Armes Deutschland

in Themen vom Tage 15.03.2012 18:49
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Polter
Hallo

Interessante Meinungen. Ich will auch nicht ablenke n. Eine Frage hätte ich dennoch. Wie kommt man zu den Zahlen; Gewichten der
weggeworfenen Lebensmittel?




Das geht aus den Verröffentlichungen nicht hervor, auch nicht, ob Haushalte oder auch Lebensmittler in die Bewertung eingehen. Erstmal entsteht aber der Eindruck, dass wir alle Verschwender sind. Da wird eine Zahl unter das Volk geworfen und alle arbeiten damit ohne zu hinterfragen, wo diese herkommt und wie die ermittelt wurde - sobald "Institut" als Quelle genannt ist, hat das schon fast einen amtlichen und in jedem Fall einen seriösen Anstrich.

Und @Dore, bin ich froh, dass es also nicht mir allein so geht, ich bin auch immer das Hausschwein. Kann es auch nicht sehen, wenn Essbares weggeworfen wird.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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