#1

War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 15:38
von Angelo | 12.397 Beiträge

War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler? Die Frage ist in den vergangenen Tagen mal so, mal so beantwortet worden: Frühere Oppositionelle aus der DDR erinnerten daran, dass der kommende Bundespräsident im Wendeherbst „erst später auf den fahrenden Zug“ gesprungen sei, wie es der Pfarrer Hans-Jochen Tschiche formuliert, der sich schon seit 1968 aktiv gegen das Regime der alten Männer engagierte.
hier weiter lesen
http://www.taz.de/Debatte-Erbe-der-DDR-Opposition/!89291/


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#2

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 15:53
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von Angelo
...dass der kommende Bundespräsident im Wendeherbst „erst später auf den fahrenden Zug“ gesprungen sei, wie ...
http://www.taz.de/Debatte-Erbe-der-DDR-Opposition/!89291/



Nun Angelo,

da befindet er sich ja in guter Gesellschaft von jemandem die ihn dann letztendlich "gezwungenermaßen" in der Berufungs-Pressekonferenz vorgestellt hat.


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#3

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:12
von Gert | 12.367 Beiträge

er ist kurz vor der Wende zu den Bürgerrechtlern gestossen, wie so viele andere auch. Ich denke mal, von mir aus der Ferne mit großem Interesse und Sympathie beobachtet , bis zu den von der SED gefälschten Kommunalwahlen ( Mai 89 ??) war es sicher nicht möglich irgendwelche organisierte Opposition zu machen, ausser du hattest ein Komfortbett im Interhotel HSH in der Hinterhand. Das brauchtest du ganz gewiss, denn so bald du den Mund aufmachtest oder gar eine Org.aufbautest, haben dich die Rezeptionisten des besagten Hotels weggefangen. Also im Grunde sinnlos, da aussichtslos. So konnte eine wirksame Opposition nur einhergehen mit dem langsamen Machtverfall der SED. Dieser Machtverfall trat im Sommer 89 deutlich erkennbar hervor. Die, die diesen Machtverfall erkannten, sind dann aktiv geworden unter anderen auch Gauck. Das ist doch OK, zumindest aus meiner Sicht.Sinnloses Heldentum zuvor war eher kontraproduktiv.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Mahatma Gandhi
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#4

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:26
von GZB1 | 3.287 Beiträge

"Wenn die Richtung des Zuges erkennbar wird spring auf und mach dich zu dessen Lokomotivführer."

Zitat
Sinnloses Heldentum zuvor war eher kontraproduktiv.



Da werden sich die Helden von vor 1989 aber freuen über deine pragmatische Meinung @Gert.


zuletzt bearbeitet 09.03.2012 16:26 | nach oben springen

#5

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:30
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Gert
..... bis zu den von der SED gefälschten Kommunalwahlen ( Mai 89 ??) war es sicher nicht möglich irgendwelche organisierte Opposition zu machen, ausser du hattest ein Komfortbett im Interhotel HSH in der Hinterhand. Das brauchtest du ganz gewiss, denn so bald du den Mund aufmachtest oder gar eine Org.aufbautest, haben dich die Rezeptionisten des besagten Hotels weggefangen......



Gert,
deine Beobachtungen sind wie gelegentlich, auch hier nicht ganz zutreffend! Friedrich Schorlemmer initiierte z.B. 1983 auf dem Kirchentag in Wittenberg die äußerst medienwirksame Aktion "Schwerter zu Pflugscharen", ohne in HSH einfahren zu müssen! Er ist, im Gegensatz zu Gauck, eine Person welche auch vor dem Herbst 1989 den Menschen im Osten bekannt war. Für mich wäre die durch und durch Integere Person Schorlemmer eine wesentlich bessere Wahl für das höchste Amt im Staate wie der Großinquisitor! Aber da er zu oft mit der "Real Politik" in Konflikt gerät, wie Afghanistankrieg oder Sozialabbau, hat er für dieses Amt nicht die Vorraussetzung!

SCORN


zuletzt bearbeitet 09.03.2012 16:33 | nach oben springen

#6

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:32
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Gert
. . . bis zu den von der SED gefälschten Kommunalwahlen ( Mai 89 ??) war es sicher nicht möglich irgendwelche organisierte Opposition zu machen, ausser du hattest ein Komfortbett im Interhotel HSH in der Hinterhand. Das brauchtest du ganz gewiss, denn so bald du den Mund aufmachtest oder gar eine Org.aufbautest, haben dich die Rezeptionisten des besagten Hotels weggefangen. . . . .



Das ist nicht richtig!

Es gab einige Gruppen, die durchaus sehr aktiv waren, einige davon unter dem Kirchendach. Und nicht erst 1989, sondern schon Jahre zuvor. Und diese Gruppen waren sehr wohl bekannt und standen unter Beobachtung, ohne dass jemand von denen in U-Haft gegangen ist.

Im Bez. Ff/O gab es eine Gruppe, in der ein heute prominenter Anwalt mitwirkte. Dieser Anwalt fuhr mehr oder weniger regelmäßig nach Westberlin zu "Klienten". Und wie durch ein Wunder kam es jedesmal etwa eine Woche nach seiner Rückkehr zu einer Aktion dieser Gruppe. Aber natürlich ist das reiner Zufall und es gab da keine logistische Unterstützung.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#7

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:46
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von werner

Zitat von Gert
. . . bis zu den von der SED gefälschten Kommunalwahlen ( Mai 89 ??) war es sicher nicht möglich irgendwelche organisierte Opposition zu machen, ausser du hattest ein Komfortbett im Interhotel HSH in der Hinterhand. Das brauchtest du ganz gewiss, denn so bald du den Mund aufmachtest oder gar eine Org.aufbautest, haben dich die Rezeptionisten des besagten Hotels weggefangen. . . . .



Das ist nicht richtig!

Es gab einige Gruppen, die durchaus sehr aktiv waren, einige davon unter dem Kirchendach. Und nicht erst 1989, sondern schon Jahre zuvor. Und diese Gruppen waren sehr wohl bekannt und standen unter Beobachtung, ohne dass jemand von denen in U-Haft gegangen ist.

Im Bez. Ff/O gab es eine Gruppe, in der ein heute prominenter Anwalt mitwirkte. Dieser Anwalt fuhr mehr oder weniger regelmäßig nach Westberlin zu "Klienten". Und wie durch ein Wunder kam es jedesmal etwa eine Woche nach seiner Rückkehr zu einer Aktion dieser Gruppe. Aber natürlich ist das reiner Zufall und es gab da keine logistische Unterstützung.





Werner, das mag ja richtig sein, was du da entgegen hältst, aber die Aktionen waren sicher so harmlos, dass ihr sie gewähren liesset, natürlich unter strikter Beobachtung, Desinformation, Zersetzungsarbeit , Einsatz von IM ganz wichtig und wie die ganze Klaviatur des MfS hiess. Das war, wenn ich mich gedanklich auf den Stuhl eines MfS Mitarbeiters setze, produktiver in Sachen Sicherheit, als sie festzusetzen. Denn wenn ihr Opposition aus dem Verkehr gezogen habt, hat das ja immer ne Menge Staub aufgewirbelt. Stichwort " Hilferufe von drüben ", Gerhard Löwenthal oder Kennzeichen D mit H.W Schwarze. Das hat dem Politbüro sicher gar nicht gefallen und da hat der kleine/große Mielke wahrscheinlich oft Stress bekommen, oder liege ich da falsch ?
Wovon ich sprach, ist einfach, wenn Opposition die von der SED gezogene rote Linie überschritten hatte. Dieses konnte sie einigermassen gefahrlos erst im Spätsommer 1989 und dann nahm die Dynamik ihren Lauf.
e


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#8

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 16:54
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von GZB1
"Wenn die Richtung des Zuges erkennbar wird spring auf und mach dich zu dessen Lokomotivführer."

Zitat
Sinnloses Heldentum zuvor war eher kontraproduktiv.



Da werden sich die Helden von vor 1989 aber freuen über deine pragmatische Meinung @Gert.





Dein Beitrag und andere, die zum Ziel haben Gauck zu delegitimieren, ihm die Fähigkeit abzusprechen ein guter Präsident zu werden sind doch nur aus dem Gedanken geboren, dass ihr bedauert, nicht mehr an den Fressnäpfen zu sitzen wie zu SED Zeiten, also der pure Neid zerfrisst euch über die politische Bedeutungslosigkeit, in der ihr steckt. Nimm's doch sportlich, 40 Jahre ward ihr die Privilegierte, dann hat euch das Volk in die Wüste geschickt und nun sind mal andere dran. Nicht weinen, das Leben geht weiter, auch ohne Kommunismus oder wie ein Politiker mal sagte, Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.


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#9

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 17:00
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Ach @Gert ich nehms schon lange sportlich, nur mag ich es nicht wenn man mich und die heutige Bevölkerung für dumm verkaufen will und Leuten wie Gau.. einen Glorienschein andichtet der Ihnen nicht zusteht.

Was dabei herauskommen kann hat man bei Wulff gesehen.

Und das haben beileibe nicht nur sogenannte "ewig Gestrige" so gesehen!


zuletzt bearbeitet 09.03.2012 17:03 | nach oben springen

#10

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 17:09
von utkieker | 2.929 Beiträge

Wenn ich an den Rostocker Wendeherbst denke und an die Massenproteste auf den Donnerstagsdemonstrationen denke fällt mir vor allem der spätere Rostocker Bürgerschaftspräsident Christoph Kleemann ein. Und warum fand ich ausgerechnet, Fred Mahlburg als Sympathieträger der friedlichen Revolution in Rostock? Wirklich in Erscheinung getreten ist Gauck erst bei der Abwicklung der DDR, als ihm die Stasiunterlagenbehörde anvertraut wurde.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#11

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 17:12
von Gert | 12.367 Beiträge

GZB1 ............... ich persönlich fühle mich nicht für dumm verkauft. Und das seit 47 Jahren Bundesrepublik. Und wie wirksam die Demokratie ist, hast du ja an dem Ablauf der Entmachtung des Präsidenten Wulff gesehen. Das funktioniert , auch in der Zukunft und wenn es mit der von vielen geschmähten Bl..d zeitung oder Spiegel geht. Die passen auf, da sind die besseren Journalisten als in der Jungen Welt oder ND. Sind wir uns einig, dass der Vorgang bis zum gestrigen Abschied mit Zapfenstreich innerhalb nur weniger Wochen in einem kommunistischen Staat nie stattgefunden hätte? Das ist der kleine Unterschied in der Staatsform, den ich seit dem Tage, als ich in der wunderschönen Rhön zum ersten Mal meinen Fuss auf den Boden der Bundesrepublik setzte, so liebe.


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#12

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 17:19
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Nun @Gert hinter der causa Wulff steckt sicher mehr als journalistische Recherchearbeit, kannste glauben oder nicht.

Der Ex-Buprä muss wohl jemand mächtig auf die Füsse getreten sein oder es übertrieben und somit andere gefährdet haben, denn sonst säße er noch im Schloss Bellevue. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.
Und in Ungnade fallen gibt es wohl in allen Herrschaftsformen.


zuletzt bearbeitet 10.03.2012 09:56 | nach oben springen

#13

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 17:54
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Zitat von Gert
GZB1 ............... ich persönlich fühle mich nicht für dumm verkauft. Und das seit 47 Jahren Bundesrepublik. Und wie wirksam die Demokratie ist, hast du ja an dem Ablauf der Entmachtung des Präsidenten Wulff gesehen. Das funktioniert , auch in der Zukunft und wenn es mit der von vielen geschmähten Bl..d zeitung oder Spiegel geht. Die passen auf, da sind die besseren Journalisten als in der Jungen Welt oder ND. Sind wir uns einig, dass der Vorgang bis zum gestrigen Abschied mit Zapfenstreich innerhalb nur weniger Wochen in einem kommunistischen Staat nie stattgefunden hätte? Das ist der kleine Unterschied in der Staatsform, den ich seit dem Tage, als ich in der wunderschönen Rhön zum ersten Mal meinen Fuss auf den Boden der Bundesrepublik setzte, so liebe.




In sozialistischen Staaten und anderen Diktaturen bitten die in Ungnade gefallenen ("Geputschten") um ihren Rücktritt - aus gesundheitlichen Gründen: Man machte ihnen klar, dass es nicht so gesund für sie werden würde, wenn sie bleiben würden. Der Rücktritt geht dann sehr rasch, innert Stunden oder Minuten.
Die Gruppe verkündete, dass Gorbatschow erkrankt sei und daher von seinen politischen Ämtern befreit worden war. Gennadi Janajew, Vizepräsident der Sowjetunion, wurde zum Interimspräsidenten ernannt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Augustputsch_in_Moskau
Solche und ähnliche Befürchtungen waren doch letztlich der Grund für die ausserordentliche Hektik bei der deutschen Einigung: Die Angst, dass Gorbatschow plötzlich erkrankt..
Theo


zuletzt bearbeitet 09.03.2012 17:57 | nach oben springen

#14

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 09.03.2012 18:03
von EK82I | 869 Beiträge

Zur Huldigung dieses Herren werd ich auch eines dieser gestern abend verwendeten Radaumacher verwenden.Schade,dass man dies hier nicht hören kann.


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#15

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 08:33
von Weichmolch (gelöscht)
avatar

Eine interessante Frage. Bürgerrechtler? Gauck?

Mit freundlicher Gemehnigung hänge ich hier mal eine Datei zur Kentnissnahme rein.

Weichmolch


Dateianlage:
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#16

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 11:34
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von Weichmolch
Eine interessante Frage. Bürgerrechtler? Gauck?

Mit freundlicher Gemehnigung hänge ich hier mal eine Datei zur Kentnissnahme rein.

Weichmolch




...alles klar aus welcher Ecke das pdf kommt


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#17

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 11:44
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Weichmolch
Eine interessante Frage. Bürgerrechtler? Gauck?

Mit freundlicher Gemehnigung hänge ich hier mal eine Datei zur Kentnissnahme rein.

Weichmolch

-

Naja wird schon was dran sein.


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#18

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 11:46
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Gert

Zitat von Weichmolch
Eine interessante Frage. Bürgerrechtler? Gauck?

Mit freundlicher Gemehnigung hänge ich hier mal eine Datei zur Kentnissnahme rein.

Weichmolch




...alles klar aus welcher Ecke das pdf kommt




Na Gert,past Dir wieder nicht was.


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#19

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 12:04
von SEG15D | 1.128 Beiträge

Meine Meinung zu diesem Mann ist, ein "klassischer Wendehals", der zugegebenermaßen im richtigen Moment die Zeichen der Zeit
erkannt hat, um sein Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Ein Friedrich Schorlemmer an seiner Stelle würde mir viel besser gefallen.

Und damit keine Mißverständnisse aufkommen...ich gehöre keinem "Lager" an, die Person ist mir jedoch menschlich
mehr als suspekt!



mfG SEG15D



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#20

RE: War Joachim Gauck ein Bürgerrechtler?

in Themen vom Tage 10.03.2012 12:07
von SCORN | 1.456 Beiträge

ERKLÄRUNG zur bevorstehenden Wahl eines neuen Bundespräsidenten
Hartwig Hohnsbein, Pastor i.R., Göttingen
Göttingen, 24. Februar 2012
Helmhard Ungerer, Pastor i.R., Göttingen

"Die offizielle Kirche hat nicht für uns gesprochen.
Wir bezweifeln auch, dass der Ex-Pfarrer Gauck gute Voraussetzungen für das hohe Amt mitbringt.
Wir beziehen uns dabei auf Äußerungen, die seit seiner ersten Kandidatur 2010 bekannt geworden sind und die durchaus den Charakter von Grundsatzpositionen widerspiegeln:

· Erschreckend ist für uns, dass er in einem Interview Thilo Sarrazin für dessen unsägliches Buch Deutschland schafft sich ab, das er damals nicht einmal gelesen hatte, „Mut“ bescheinigt. Die „Junge Freiheit“ weiß deshalb, dass „Joachim Gauck ein guter Bundespräsident wird“, weil „Gauck Sarrazin lobte“.

· Zum Sozialstaatsgebot, das nach dem GG Art. 20 garantiert ist und von unzähligen Menschen in der evangelischen Kirche immer engagiert mitgetragen wurde, fällt ihm dieses ein: „Wir stellen uns nicht gerne die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.“

· Sein Problem mit der polnischen Westgrenze kleidete er in die Worte: „Einheimischen und Vertriebenen galt der Verlust der Heimat als grobes Unrecht, das die Kommunisten noch zementierten, als sie 1950 die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten“.

Die mühsame Entwicklung einer „Neuen Ostpolitik“ in den 60er/70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, an der die evangelische Kirche mit ihrer „Vertriebenendenkschrift“ von 1965 einen beträchtlichen Anteil hatte und an der auch wir seinerzeit mitwirkten, weil erst dadurch das Tor zu einer Verständigung mit unseren östlichen Nachbarn aufgestoßen werden konnte, sehen wir in seiner Haltung zur polnischen Westgrenze im Nachherein in Frage gestellt.

· Der evangelischen Kirche im Westen und „westdeutschen Theologen“ in den 70er und 80 Jahren wirft der Ex-Ostpfarrer „Linkslastigkeit“ vor. „Linke in der Bundesrepublik inner- und außerhalb der Kirche hätten mit ihrer Kapitalismuskritik den Begriff Freiheit negativ besetzt“.

In jener Zeit waren wir in den westdeutschen Kirchen wie er in Ostdeutschland als Pastoren tätig. Wir maßen uns nicht an, seine Arbeit von damals zu überprüfen oder zu verwerfen. Wir verwahren uns allerdings dagegen, unsere pfarramtlichen Tätigkeiten, die er nicht kennen kann, als freiheitsfeindlich zu diffamieren.
Wir haben seinerzeit, angeregt durch Theologen wie Martin Luther King, Helmut Gollwitzer und Ernst Käsemann, später Dorothee Sölle, gepredigt, gebetet, demonstriert (und dabei oft üble Nachreden ertragen müssen), und zwar:

· gegen den amerikanischen Vietnamkrieg und für die Freiheit des vietnamesischen Volkes;
· gegen die südafrikanische Apartheid, die von mächtigen Banken und Konzernen Westdeutschlands unterstützt wurde, und für die Freiheit der Schwarzen, insbesondere auch für Nelson Mandela;
· gegen den Putsch in Chile und für die Freiheit des chilenischen Volkes;
· gegen eine Welt voller Waffen und gegen die atomare „Nachrüstung“ und für die Freiheit von Waffen und Waffenexporten.

Zu dieser „Friedensbewegung“ in den 80er Jahren äußerte der Ex-Pastor Gauck, sie hatte „unrecht“. Martin Niemöller, Heinrich Albertz, Dorothee Sölle, Heinrich Böll und viele andere Christen wären danach so etwas wie Deppen gewesen.

Von einem „Bürgerrechtler“ wie Gauck befürchten wir, dass er, einmal im Bundespräsidentenamt, so wie er den derzeitigen Afghanistankrieg gerechtfertigt hat, dann auch weitere mögliche Kriegsbeteiligungen Deutschlands, auch um Rohstoffe, mit pastoralem Pathos rechtfertigen wird."

Der Weltrat der Kirchen hat 1948 als Grundaussage proklamiert:
„KRIEG SOLL NACH GOTTES WILLEN NICHT SEIN!“ und damit den Krieg als Mittel der Politik geächtet.

Deshalb sagen wir NEIN zu diesem designierten Präsidenten!

V.i.S.d.P : Hartwig Hohnsbein, 37079 Göttingen, Romstr. 70
Helmhard Ungerer, 37083 Göttingen, Am Hachweg 17


boaspik hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.03.2012 12:10 | nach oben springen



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