#21

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 11.05.2013 21:11
von SET800 | 3.092 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #1


bildete sich in den 70er Jahren verstärkt eine auf Luxus und Konsum orientierte Prostitutions-Szene heraus.




Ähnlich in der BRD-West, ab ca. 1960 bist nach 1990 gab es für deutsche Frauen jeder Bildung, also auch ungelernte, mehr als genügend legale seriöse Arbeitsangebote.

Gut genug bezahlt um als Frau allein zu leben in nichtärmlichen bescheidenen Verhältnissen. Ob bei Grundig in Fürth, Textilindustrie, seriöse Gastronomie und Hotellerie, festangestellte tarifbezahlte Putzkräfte in Kliniken, Behörden oder Bürofirmen ( in einer Maschinefabrik wurde mit IG-Metall-Tarif geputzt, in einer Bundeswehrbehörde nach BAT )!



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#22

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 26.06.2013 11:21
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
Die Rostocker kennen sie sicher noch die http://www.storchenbar.de/ , ist allerdings nach der Kehre umgezogen. Der Lutz der damals schon aufgelegt hat ist heute der Inhaber, allerdings hats nicht mehr den Flair von früher. So manch einer war da plötzlich ganz verwundert wenn er für die Begleitung nach Hause, an die Dame die er mit reichlich spendierten Drinks schon "erobert" glaubte, plötzlich nochmal etwas investieren sollte. [grins]



Hahahahaha......Genau! Ein boeses Erwachen gabs auch fuer manche morgens im Interhotel. Die Huebsche war weg, der Geldbeutel Leer. Die Westknete weg. Da wurden so manche BRD Prahlhaense ueber Nacht Schmalhaense. Abgezockt! Hahahaha . An Rezeptionen der Interhotels schallendes Gelaechter. Hauefig auch Theater wegen nicht angemeldeter Uebernachtungsgaeste. Auch Theater wegen nicht bezahltem Liebeslohn. Nicht nur wegen Beischlafdiebstahl usw. Da musste man schon aufpassen. Nicht nur auf die Westkohle. Hahahaha.


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#23

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 26.06.2013 17:32
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #1
Angeregt durch die Diskussion (leicht oT) in Organisierte Kriminalität in der DDR hier mal eine Buchempfehlung:



Jenseits sensationslüsterner Medienberichte liefert Uta Falck hier erstmals eine chronologisch angelehnte Gesamtdarstellung zum Thema Prostitution in der DDR. Sie geht dabei den sich wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen genauso nach wie den veränderten Motiven der Beteiligten. Dominierten in der Nachkriegszeit vor allem existenzsichernde Gründe, bildete sich in den 70er Jahren verstärkt eine auf Luxus und Konsum orientierte Prostitutions-Szene heraus.
Die Akteure - weiblich wie männlich - agierten dabei in der Illegalität und waren häufig gezwungen, sich auf eine Gratwanderung zwischen offiziellem strafrechtlichem Verbot und dem inoffiziellen Informationsinteresse der Staatssicherheit einzulassen.
Uta Falck stützt sich in ihrer lebendig geschriebenen Darstellung sowohl auf zahlreiche Archivmaterialien, retrospektive Aussagen von Zeitzeugen aus dem DDR-Gesundheitswesen, der ehemaligen Volkspolizei, dem gastronomischen und dem Taxigewerbe als auch auf die Informationen von ehemaligen DDR-Prostituierten, die sich zu ausführlichen Gesprächen mit der Autorin bereitfanden.

Quelle: http://www.christoph-links-verlag.de/ind...1&titel_id=P161


Reinschnuppern (Inhalt und Vorwort) ... http://www.beam-ebooks.de/ebook/25216





Gutes buch


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#24

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 26.06.2013 18:36
von KID | 234 Beiträge

Prostitution gab es ueberall. Bei meinem 'weit ausgedehnten und schwer ueberschaubaren Bekanntenkreis' (so wie meine prueden FOs in der XI und III es beschrieben) kam ich mit solchen schnell Leuten in Verbindung. nach meiner Rueckkehr in die DDR zum groessten Teil auf mich selbst ueberlassen, war es fast nicht zu vermeiden. Das haengt damit zusammen, dass ich viele Bekannten hatte, die in der Gastronomie tateig waren. Wer was wollte - ob Bananen, Videos, oder Stricher - konnte man bei diesen Leuten schnell die richtigen Kontakte machen. Es war halt so.

Viele dieser maennlichen Prostituierten sassen frueher in Bautzen oder Brandenburg, waren also 'kampferhaertet' . Diese grossen Jungs dienten auch gelegentlich als Bodyguards. Geld war wahrlich ueberall zu verdienen.

Mein zufaelliger Einstieg in diese Kreise habe ich meinen schoenen Taetowierung zu verdanken. Als ich das erste Mal in einer Gaststaette unweit des Brandenburger Gefaengnisses platznahm, erschienen unbestellt mehrere Glaeser Bier auf dem Tisch. Jeder dachte, ich waere im gelben Elend gewesen, denn nur hochrangige 'Polit-Gefangene' haetten solche bunten Taetowierungen. Mir unbekannte Menschen stellten sich danach auch vor. Ob ich was brauche? Fliesen etwa? Fleisch aus dem Fleischkombinat...? Auch wenn ich nie davon Gebrauch machte, unterhielt ich diese Verbindungen, denn Beziehung war die wertvollste waehrung der DDR. Letztendlich waren viele dieser 'Kriminellen" auch IM, wie ein ehemaliger Gaststaettenleiter der Mokkastube am Alex. Diesen abscheulichen Menschen hat das MfS an mich gesetzt, um mich zu bespitzeln. Ich wusste sofort durch meine Knastis, dass er Spitzel war. Und so lief das Spiel Jahrelang. Nach seiner legalen (und von meinem FO genehmigten!) Ausreise, erschien dieser IM spaeter beim US-Konsulat in Hamburg, um mich zu verrraten. Tja, leider hatten mich schon drei andere Offiziere verraten, und der Spitzel musste ohne Judasgeld nach Hause. Manchmal ist das Leben halt komisch.

Jens


werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 26.06.2013 19:01
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Oder Pornos made in DDR? Passt auch so ein bisschen zum Thema Bordelle.


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#26

RE: VEB Bordell

in DDR Grenze Literatur 26.06.2013 19:55
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Mein Vater war bei allen großen Messen in Leipzig und einigen im Ausland dabei (Möbel). Meine Schwester war in seiner Firma als Sachbearbeiterin im ökonom. Bereich beschäftigt. Kunden war vorwiegend große Versanddhäuser aus der BRD (z.B. Neckermann) und einige Andere. Es bestanden sogar private Kontakte zu einem von Ihnen (meine Mutter redete mal etwas neidvoll darüber, daß der 40 Mio DM auf dem Konto hätte). Einmal sagte er, daß von der Gästebetreuerin auch erwartet wurde, daß sie mit einem potentiellen Geschäftspartner aus dem NSW schläft, wenn das der letzte Punkt ist, um den Vertrag durch ihn zu unterschreiben. Meine Schwester war ganz entrüstet, wie mein Vater als sog. "Sozialistischer Leiter" so etwas der sozialistischen Moral und Ethik total Widersprechendes sagen konnte. Nun, er war ein Pragmatiker, Wirtschafter, Ökonom und im internationalen Geschäftsverkehr nicht unerfahren. Außerdem war er selbst ein "toller Hecht", dem es die Damen leicht machten und der auch keine schmackhafte Suppe anbrennen ließ.



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