#21

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 21.02.2012 22:29
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von S51
Eid auf Lebenszeit?
Da bin ich mir nicht sicher. Ich habe es so in Erinnerung, dass am letzten Tag ein Appell für die EK stattfand, mit dem wir aus unseren Dienstpflichten und vom Eid entbunden wurden. Mit der Maßgabe, noch bis 24:00 Uhr desselben Tages AGT (Angehöriger der GT) zu sein. Und so in etwa der Formulierung "Entlasse ich sie hiermit in die Reserve..." Was mit einem kollektiven und absolut nicht vorschriftsmäßigen Jubel aller honoriert wurde. Ob wir da noch etwas unterschrieben haben oder nur in der Ansprache verdonnert wurden, über militärische Geheimnisse und dienstliche Details Stillschweigen zu bewahren, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß, dass ich vor der Abfahrt des Busses aus Schierke wie alle (ehemaligen) GAK bei Zugführer solch einen Zettel unterschrieben habe. Das galt aber eben nur jeweils für die in die Reserve zu versetzenden GAK und für bestimmte Unteroffiziere (Waffen-Uffz und Nachrichten-Uffz wohl auch). Ich glaube auch, dass da kein Verfallsdatum daraufstand. Eigentlich ergaben sich Verschwiegenheitspflichten jedoch aus den Gesetzen. Muss mal schauen, ob ich die noch wo finde.
Die Zugehörigkeit bis 24:00 Uhr hatte für mich den Vorteil, dass ich noch mal mit dem Bus zurück nach Schierke konnte, mein Motorrad abholte und mich im Ort verabschiedet habe. Das hat ein Neuer bei der VP zum Anlaß genommen, wegen meiner Maschine einen Alarm loszutreten, ihm war die 24-Uhr Regel irgendwie neu. Vielleicht wollte er sich aber auch nur für irgendwas revanchieren. Den konnte gerade noch so der ABV stoppen.
Hat man danach "umgekohlt" (ich zur Polizei) wurde man nach einer gewissen Zeit, bei mir ein knapper Monat später in Leipzig neu vereidigt. Dann eben auf das MdI.
Selbiges hat mich kurze Zeit vor dem 03.10.1990 dann noch in Aschersleben wiederum vom Eid entbunden und das Land Berlin dann einen neuen Eid eingefordert. Bestimmte Verschwiegenheitsregeln ergaben sich dann jeweils aus dem Dienstrecht bzw. Beamtenrecht. Dafür habe ich später nicht noch mal irgendwo unterschrieben.


ich denke mal der Eid hatte Bestand bis zur Wehruntüchtigkeit (65-igstes Lebensjahr ??), sonst hätte ja praktisch jeder Resevist neu vereidigt werden müssen.


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#22

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 02:16
von SFGA | 1.519 Beiträge

Zitat von torpedoschlosser

Zitat von S51
Eid auf Lebenszeit?
Da bin ich mir nicht sicher. Ich habe es so in Erinnerung, dass am letzten Tag ein Appell für die EK stattfand, mit dem wir aus unseren Dienstpflichten und vom Eid entbunden wurden. Mit der Maßgabe, noch bis 24:00 Uhr desselben Tages AGT (Angehöriger der GT) zu sein. Und so in etwa der Formulierung "Entlasse ich sie hiermit in die Reserve..." Was mit einem kollektiven und absolut nicht vorschriftsmäßigen Jubel aller honoriert wurde. Ob wir da noch etwas unterschrieben haben oder nur in der Ansprache verdonnert wurden, über militärische Geheimnisse und dienstliche Details Stillschweigen zu bewahren, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß, dass ich vor der Abfahrt des Busses aus Schierke wie alle (ehemaligen) GAK bei Zugführer solch einen Zettel unterschrieben habe. Das galt aber eben nur jeweils für die in die Reserve zu versetzenden GAK und für bestimmte Unteroffiziere (Waffen-Uffz und Nachrichten-Uffz wohl auch). Ich glaube auch, dass da kein Verfallsdatum daraufstand. Eigentlich ergaben sich Verschwiegenheitspflichten jedoch aus den Gesetzen. Muss mal schauen, ob ich die noch wo finde.
Die Zugehörigkeit bis 24:00 Uhr hatte für mich den Vorteil, dass ich noch mal mit dem Bus zurück nach Schierke konnte, mein Motorrad abholte und mich im Ort verabschiedet habe. Das hat ein Neuer bei der VP zum Anlaß genommen, wegen meiner Maschine einen Alarm loszutreten, ihm war die 24-Uhr Regel irgendwie neu. Vielleicht wollte er sich aber auch nur für irgendwas revanchieren. Den konnte gerade noch so der ABV stoppen.
Hat man danach "umgekohlt" (ich zur Polizei) wurde man nach einer gewissen Zeit, bei mir ein knapper Monat später in Leipzig neu vereidigt. Dann eben auf das MdI.
Selbiges hat mich kurze Zeit vor dem 03.10.1990 dann noch in Aschersleben wiederum vom Eid entbunden und das Land Berlin dann einen neuen Eid eingefordert. Bestimmte Verschwiegenheitsregeln ergaben sich dann jeweils aus dem Dienstrecht bzw. Beamtenrecht. Dafür habe ich später nicht noch mal irgendwo unterschrieben.


ich denke mal der Eid hatte Bestand bis zur Wehruntüchtigkeit (65-igstes Lebensjahr ??), sonst hätte ja praktisch jeder Resevist neu vereidigt werden müssen.





Wie schon geschrieben der Eid der NVA/GT wurde 1990 entbunden. Bei Bw und anderen Organen besteht er, bis die Person nicht mehr dienstfähig ist bzw. sich strafbar gemacht hat im größeren sinne.


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#23

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 08:08
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Für alle Diejenigen die im Sommer 1990 noch den veränderten Eid auf die DDR geleistet haben, gilt der Tagesbefehl vom 02.10.1990.

"...Hiermit entlasse ich Sie als Angehörige oder Zivilbeschäftigte der Nationalen Volksarmee aus Ihren Verpflichtungen, die Sie gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik zu erfüllen hatten....

Sie sind ab 3. Oktober 1990, 0 Uhr, Soldaten bzw. Zivilangestellte der Bundeswehr und unterstehen damit dem Zuständigkeitsbereich des Bundesministers für Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland...."

Quelle: http://www.parow-info.de/Parow%201956/Tagesbefehl021090.html


zuletzt bearbeitet 22.02.2012 08:09 | nach oben springen

#24

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 08:21
von Alfred | 6.841 Beiträge

Einiges ist auch heute noch geheim, auch für die NVA.

Es gibt das Protokoll über den Austritt der NVA aus dem Warschauer vertrag. Dort ist unter Punkt 5 zu lesen :

"Alle Dokumente, die die NVA der DDR von den Führungsorganen der Militärorganisation des WV erhalten hat, werden an die entsprechenden Organe zurückgegeben bzw. nach Abstimmung mit ihnen in eigener Zuständiskeit vernichtet. Der Inhalt dieser Dokumente wird dritten Ländern nicht zugängig gemacht und nicht offengelegt".


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#25

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 08:28
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Ist jetzt die BRD nach dem Beitritt der DDR ein Drittland?

Trotzdem dürften die Kopierer und Fotoapparate geglüht haben.


zuletzt bearbeitet 22.02.2012 08:28 | nach oben springen

#26

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 08:36
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von GZB1
Ist jetzt die BRD nach dem Beitritt der DDR ein Drittland?

Trotzdem dürften die Kopierer und Fotoapparate geglüht haben.




Hallo,

das Dokument stammt von September 1990.

Einiges an Dokumenten war aber schon zeitiger Richtung Osten verschwunden.


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#27

RE: Was haben wir Unterschrieben ?

in Grenztruppen der DDR 22.02.2012 19:09
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Auch ich kann mich nicht an eine "Verschwiegenheitsverpflichttung" o.ä erinnern. Hat wohl aber im Januar 90 auch keinen mehr wirklich interessiert.


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