#41

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.12.2012 19:18
von Schlutup | 4.102 Beiträge

moin moin!

ich hätte mal eine Frage zur Halbinsel Kampen / Werder bei Stintenburg. Laut aussage eine Freundes gab es auf dieser Insel Richtung Westen kein Zaun.
Wohl nur einen Spurensicherungsstreifen, es sollen aber dort auch Leute gewohnt haben. Kann einer von euch bestätigen, das es dort keine Sperrmaßnahmen Richtung Westen gab?

gruß schlutup



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#42

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.12.2012 19:30
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #41
moin moin!

ich hätte mal eine Frage zur Halbinsel Kampen / Werder bei Stintenburg. Laut aussage eine Freundes gab es auf dieser Insel Richtung Westen kein Zaun.
Wohl nur einen Spurensicherungsstreifen, es sollen aber dort auch Leute gewohnt haben. Kann einer von euch bestätigen, das es dort keine Sperrmaßnahmen Richtung Westen gab?

gruß schlutup


Also Schlutup--ich schreibe mal von meiner Zeit 74/75. Es stimmt,so wie Du es schreibst.Bin 3 bis 4 mal dort den K6 abgelaufen.Bei guten Wetter übernahm das die Kradstreife.Der Posten befand sich am Inselzugang dort wo die Grenzboote lagen.Und die paar Leute die auf der Insel wohnten,hätten im Prinzip handel treiben können. Gruß Rostocker


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#43

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.12.2012 20:21
von Fritze (gelöscht)
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Hallo Schlutup ! Da hat dein Freund Recht gehabt .Auf der Insel wohnte zu meiner Zeit eine Familie und noch eine alleinstehende ältere Frau. Die mussten nur am Gassentor (Zufahrt zur Insel) ihren Passieschein zeigen.Meistens wurde nicht mal der Kofferraum von Rudi Zahns Wartburg kontrolliert.Der Sohn und seine Freundin , welche auswärts wohnten durften auch auf die Insel.Manchmal gab es dort Forst -oder Landarbeiten,welche dann durch Posten abgesichert wurden.
Auf der Insel gab es nichts mehr was ,jemand aufhalten konnte. Ursprünglich war dort mal ein K6 mit Kolonnenweg,welcher aber schon Anfang 80er Jahre abgebaut wurde. Paar GMN Säulen gabs und mehr nicht. Von der Nordspitze bis zur Südspitze der Insel war die Grenze genau Ufer.
Achso und den Kugelbaum gab es noch .


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#44

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.12.2012 23:29
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Fritze im Beitrag #43
Hallo Schlutup ! Da hat dein Freund Recht gehabt .Auf der Insel wohnte zu meiner Zeit eine Familie und noch eine alleinstehende ältere Frau. Die mussten nur am Gassentor (Zufahrt zur Insel) ihren Passieschein zeigen.Meistens wurde nicht mal der Kofferraum von Rudi Zahns Wartburg kontrolliert.Der Sohn und seine Freundin , welche auswärts wohnten durften auch auf die Insel.Manchmal gab es dort Forst -oder Landarbeiten,welche dann durch Posten abgesichert wurden.
Auf der Insel gab es nichts mehr was ,jemand aufhalten konnte. Ursprünglich war dort mal ein K6 mit Kolonnenweg,welcher aber schon Anfang 80er Jahre abgebaut wurde. Paar GMN Säulen gabs und mehr nicht. Von der Nordspitze bis zur Südspitze der Insel war die Grenze genau Ufer.
Achso und den Kugelbaum gab es noch .


Nabend Fritze....

abgesehen mal von dem Parkplatz im bekannten Stil von Lochplatten Beton....der von Dir erwaehnte Kugelbaum..koennte heute einen Diameter von rund 1.5 m haben ..vielleicht eine Buche sein und jede Menge "Narben"haben...
Welch "Bedeutung oder Schicksal hatte dieses Pflaenzchen"..also wenn ick nich voellig daneben liege???

Gruessli BO


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#45

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.12.2012 23:35
von Fritze (gelöscht)
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Da liegste nicht daneben .Vom Kugelbaum hatte man n grosses Areal im Blick und wurde selbst nicht gesehen.


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#46

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 10:23
von tesssi55 | 57 Beiträge

Zu meiner Zeit 78/79 war auf der Halbinsel die Fuchsschule und paar Einwohner .Ich hatte dort regelmäßig Schichten.Vorne war ein Kolonnenweg,KS und Streckmetallzaun.Grenze war Uferkante und im Wasser war schon BRD.Der Zaun war ein Witz da man ihn rechts und am linken Ende umgehen konnte. Auf der Insel war es glaube ich PP 13. Er befand sich am Waldrand links davon der Kugelbaum und geradezu die Häuser der Einwohner.
Die Leute in der Fuchsschule wurden geschliffen das es nur so rauchte. Uns haben sie leid getan.


GR6, 3.GB,9.GK, EK 79/2
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#47

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 10:40
von Gelöschtes Mitglied
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Mal eine Frage an Euch, wurde die seeseitige Grenzsicherung (Schaalsee) nicht vom Bootszug Lassahn wahrgenommen ???

Vierkrug


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#48

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 11:04
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #47
Mal eine Frage an Euch, wurde die seeseitige Grenzsicherung (Schaalsee) nicht vom Bootszug Lassahn wahrgenommen ???

Vierkrug


Da hast Du Recht--das stimmt,so viel ich weiß waren die auch im Grenzbatt. Lassahn untergebracht.


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#49

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 12:26
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #48
Zitat von Vierkrug im Beitrag #47
Mal eine Frage an Euch, wurde die seeseitige Grenzsicherung (Schaalsee) nicht vom Bootszug Lassahn wahrgenommen ???

Vierkrug


Da hast Du Recht--das stimmt,so viel ich weiß waren die auch im Grenzbatt. Lassahn untergebracht.



genau Rostocker ! Die Enten oder auch die Trachtengruppe vom Schaalsee.Lassahn war ja in den 80er jahren dann Sitz vom II.GB.


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#50

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 13:05
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #49
Zitat von Rostocker im Beitrag #48
Zitat von Vierkrug im Beitrag #47
Mal eine Frage an Euch, wurde die seeseitige Grenzsicherung (Schaalsee) nicht vom Bootszug Lassahn wahrgenommen ???

Vierkrug


Da hast Du Recht--das stimmt,so viel ich weiß waren die auch im Grenzbatt. Lassahn untergebracht.



genau Rostocker ! Die Enten oder auch die Trachtengruppe vom Schaalsee.Lassahn war ja in den 80er jahren dann Sitz vom II.GB.





Ja,Fritze--zu meiner Zeit,war das 3.Batt.in Lassahn untergebraucht.Und von dort führte auch der KGS die jeweilige Kompanie,die sich gerade in der Batt.Sicherung im Abschnitt befand.


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#51

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 13:19
von Gelöschtes Mitglied
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Dann kennt ihr auch die Sage, wie die Maränen in den Schaalsee kamen - das war sehr, sehr lange vor Eurer Zeit !!! In der Weihnachtszeit werden oft Sagen und Märchen erzählt. Hier ein paar Sagen aus Zarrentin und vom Schaalsee.

Wie die Maräne in den Schaalsee kam

Eine Äbtissin vom Kloster, so erzählt die Sage, hatte Appetit auf ein Maränengericht. Der Teufel bot sich an, ihr Maränen aus dem Bodensee zu holen. Bis Mitternacht sollte er zurück sein und dann als Gegenleistung ihre Seele erhalten. Doch sobald der Teufel fort war, ließ das schlechte Gewissen der Äbtissin keine Ruhe mehr und sie vertraute sich einer Nonne an. Diese kam auf die Idee, die Klosteruhr eine Stunde vorzustellen.
Gesagt, getan. Als der Teufel mit seinem Netz voller Maränen gerade über dem Schaalsee war, schlug die Uhr Mitternacht. Aus Wut, dass ihm wieder mal eine Seele entgangen war, schleuderte er die Maränen samt Netz in den See, wo sie seitdem leben.

Wie die Tiefe des Schaalsees gemessen werden sollte

Als sich wieder einmal ein paar Wagemutige unter den Augen einer riesigen Zuschauermenge in einem Boot auf den See hinaus wagten, ließen sie ein langes Tau ins Wasser hinab, an dessen Ende eine Zinnkanne befestigt war. Obwohl es völlig windstill war, setzte plötzlich heftiger Wellenschlag ein. Die Zuschauer vom Ufer riefen, man solle die Arbeit doch einstellen, aber die Männer im Boot hörten nicht darauf. Nun war das Tau abgelaufen, aber der Grund des Sees nicht erreicht. Man verlängerte das Tau, indem man ein zweites anknüpfte.
Darauf tobte der See noch wütender und das Boot drohte zu kentern. Man gelangte auch dieses Mal nicht auf den Grund. Da der See immer stärker tobte, hatte man Mühe, die beiden Taue heraufzuziehen. Die Zinnkanne war jedoch bis auf den Griff weg geschmolzen. Während sich noch alle darüber wunderten, spaltete sich plötzlich das Wasser, der Kahn schlug um und eine schreckliche Gestalt tauchte aus den Wellen hervor und rief: „Wenn ihr noch einmal versucht, den See auszumessen, so soll ganz Zarrentin untergehen“. Die Männer im Boot waren noch einmal glimpflich davongekommen. Das Tau aber hatte eine solche Länge, dass man dreimal damit um die Kirche ziehen und dann noch dreimal von unten bis an die Turmspitze halten konnte.
Der von euch erwähnte Trachtenverein, war daran bestimmt nicht beteiligt, oder ???

Die Sage vom versunkenen Schloss Stintenburg

In alten Zeiten ist das Schloss auf dem Kampenwerden verwünscht worden und im Schaalsee untergegangen. Fischer sehen oft um Mitternacht ein seltsames Leuchten vom Grunde des Sees aufsteigen. Sie erkennen, dass der Schein von vielen Lichtern hinter den Fenstern des versunkenen Schlosses herrührt. Im See soll ein uralter Hecht leben, der schon Moos auf seinem Kopf trägt. Er soll den goldenen Schlüssel für das Schlossportal in seinem Kopf haben. Wenn ein Fischer ihn fängt und den Schlüssel aus seinem Kopf herausnimmt, so kommt das Schloss wieder nach oben. Der Fischer kann die Tür öffnen, überall hinein gehen und alles, was er im Schloss findet, darf er sein Eigen nennen. Jedoch der Fischer muss Bülow heißen.
Bülow hieß bestimmt keiner von euch, denn das versunkene Schloß ist bis heute nicht aus dem Schaalsee aufgetaucht !!!

Spass beiseite und wieder zum eigentlichem Thema zurück.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 23.12.2012 14:26 | nach oben springen

#52

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.12.2012 16:34
von andy | 1.199 Beiträge

Also auf den See haben wir uns zu meiner Stintenburg-Zeit auch getraut.
Im Schaalsee vor dem ehemaligen und jetzigen Herrenhaus befand sich eine kleine Insel. Diese Insel war mit dem Festland durch ein Drahtseil verbunden. An diesem Drahtseil war eine Handlaufrolle befestigt, mit der man bis kurz vor die Insel rollen konnte. Aus voller Fahrt dann vor der Insel abspringen, dann wurde die Rolle zurückgezogen und der Rest der Gruppe setzte über. Sobald der letzte im Wasser war ging es schwimmend mit Höchstgeschwindigkeit zurück zum Festland. Das ganze natürlich nach Zeit - leider haben wir das beim ersten Mal nicht in der Normzeit geschafft und so durften wir im Sommer 1981 länger im Wasser sein, als uns lieb war - das ganze in Schwarzkombi mit Holz-MPi.

Leider durften wir die Bademöglichkeit der Stintenburg nur zu Ausbildungszwecken nutzen. Gerne hätten wir uns nach dem "spielen" im Sportgarten mal im See abgekühlt, anstatt nur zu "schüsseln".

Vom Grenzverlauf hatten wir damals keinerlei Ahnung, wir wusten nur, dass sie in der Nähe war. Auch von Kampenwerder wussten wir nichts. Unsere regelmäßige Laufstrecke (5 km) in ES/KS-Hose mit Stiefeln führte in Richtung Lassahn und dann auf der Landstraße Richtung Zarrenthin bis auf Höhe der nächsten Ortschaft. Wenn die Ausbilder gute Laune hatten, brauchten wir bloß bis zur Landstrasse laufen, allerdings abwechselnd im Huke-pack. Ansonsten verliessen wir die Stintenbürg meiner Erinnerung nach nur mit dem W 50 und runtergelassener Plane.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.07.2014 14:31
von Schlutup | 4.102 Beiträge

Moin Moin,
gab es auf der Insel eine Führungsstelle?

Danke



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#54

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.07.2014 17:05
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #53
Moin Moin,
gab es auf der Insel eine Führungsstelle?
Danke


Für den normalen Grenzdienst 79/80 nicht.
Es gab nur 1 Postenpunkt am Waldrand am Ende des Feldweges.
Dieser war nur selten besetzt und dann auch nur durch "Bestätigte" denn
am Ufer (ca. 250m vom PP entfernt) war Grenzlinie und schon wär man weg gewesen.
Kein Zaun - kein nichts!!
Ich war glaube 1-2x in dem Jahr dort.
Jetzt kann ichs ja verraten. Ich war auch 1x am Ufer und mit den Zehen im Westen
Am Zugang zur Insel gab es bei uns keinen PP, dort war die Boote stationiert.

Edit-Nachtrag:
Im übrigen habe ich von der so genannten "Fuchsschule" oder auch "MFS-Schule"
nichts aber auch garnichts mitbekommen oder gewusst. Bewohner ja, denn wir sind
ja vom Zugang bis zum PP dann auch durchs Dorf gelaufen.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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zuletzt bearbeitet 18.07.2014 17:11 | nach oben springen

#55

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.07.2014 23:50
von Rothaut | 400 Beiträge

Wie Krepp schon geschrieben hat...auf der Insel nicht.
Nur an der Zufahrt zu dieser.....

Schlutup...aber ne GSä gab es dort....sie wurde aber leider 1990 mittels Flaschenzug geborgen.(dort geht es einen Hang runter zum Ufer).

Gruß Rothaut


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.07.2014 23:50 | nach oben springen

#56

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.07.2014 14:56
von FRITZE (gelöscht)
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Ich denke mal ,daß es die Säule an der Nordspitze der Insel war ! Obwohl wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt ,könnte an der Kante gerade aus , von der Ortschaft , auch Eine gestanden haben . Treibgut lag auch reichlich an der Westküste der Insel . Hab einmal unter der Regenpelle ne PKW Felge mitgenommen . Reifen hatte ich runtergeschnitten. Passte beim Lada vom KFZ Meister .
Robber Duck die Gummiente hatte ich auch mal gefunden und mitgenommen .Aber das Entenquietschtier hat der Hund vom Gakl gerupft !


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#57

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2016 16:01
von Ratze | 400 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #31
Zitat von Feliks D. im Beitrag #23
Welcher HIM ist nebensächlich weil für alle die selbe RL galt und sie vom Wesen her gleich waren. Alfred ist ja nun schon mit dem wichtigsten Punkt aufgeschlagen. Möchte mal wissen wie man so ganz ohne es zu merken sein Gehalt beziehen kann?





Warum es so war kann ich auch nicht sagen - es war aber, offensichtlich bei Niclas und mir so.
Die Ausbildung in Stintenburg vermittelte allen Lehrgangsteilnehmern nicht unbedingt das Gefühl, dass sie sich in einer normalen GT-Diensteinheit befanden. Neben der Körperertüchtigung (Sport frei) gab es ja auch - zumindest in meiner Zeit (Sommerlehrgang 81) - auch den theoretischen Teil:
hier wurden die Regeln der Konspiration vermittelt und durch die Kursanten gepauckt, es wurden Grundlagen der gedeckten Fotografie, der Observation, des B-Stellen-Baus, der gedeckten Ermittlung in Zivil uvm. erlernt und in der Praxis erprobt.

Meine "Anwerbung" für diesen Lehrgang erfolgte während meiner Uffz-Ausbildung in Perleberg. Irgendwann hat mich der Spiess der Kompanie dazu befohlen, einen bestimmten Raum im Stab aufzusuchen und ich bin da hin getrottet. Die dort angetroffenen zwei Offiziere in GT-Uniform fragten mich, ob ich an einer speziellen Ausbildung teilnehmen wolle und ich fragte damals nur, ob ich dort Sport machen müsse. Die Antwort war eher lächerlich im Vergleich mit dem, was ich dann dort erlebte. Das war im Vorfeld von Stintenburg alles. Als unser LKW Ende April 81 dann dort ankam wurde uns eröffnet, dass man uns an unsere physische Leistungsgrenze führen wolle und das haben sie dann auch getan. (Sport frei).

Dass wir plötzlich im Hintergrund als HIM des MfS geführt wurden hat zumindest mir niemand gesagt - im Gegenteil: diese Ausbildungseinheit hatte sogar einen eigenen Abwehr-Offizier, der sich auch als solcher vorstellte. Meine eigentliche Werbung und Verpflichtung erfolgte erst nach dem Lehrgang in einem KO in Berlin-Müggelheim. Vorher war von MfS nie die Rede - wir konnten uns allerding bei den Ausbildungsinhalten den Part an drei Fingern abzählen - es war eben nur nicht offiziell. Ich kann mich an einen Nachtalarm mit zivilen Beobachtern erinnern, unter denen ich dann nach Ausbildungsende meinen Führungsoffizier ausmachte - spätestens da war mir klar, wer der Träger der Schule war.

Wir wurden während der Ausbildung in S. durchaus schon als HIM geführt und meiner Erinnerung nach erhielten wir den normalen Uffz.-Sold von ca. 600,- - wer uns das Geld überwiesen hat, hat zumindest mich damals nicht interessiert..
Nach Abschluss der Ausbildung landete ich bei AERO, erst in Spree (Berlin-Müggelheim) und später in Kablow bei Königs Wusterhausen. In Spree reiste ich direkt nach Ausbildungsende (konspirativ mitten in der Nacht) an und dort erfolgte dann auch die schriftliche Verpflichtung als HIM und somit der erste offizielle Kontakt zum MfS. Meiner Erinnerung nach gab es ab diesem Tag dann auch mehr Geld (750,-(?) )

andy


Moin
Auf der Insel gab es ja auch ein "kleines Dorf", wer wohnte denn dort? (Man sieht auf dem Bild die Däche ganz unten am Rand)
Gab es während der Ausbildung zu den Bewohnern Kontakt?
Wie war das mit dem Ausgang, es mußte ja immer der Posten am Bunker passiert werden, wie wurde sich denn dort ausgewiesen,. oder ging das über die übliche Parole?



|addpics|196-l-d88a.jpg-invaddpicsinvv|/addpics|


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#58

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2016 17:29
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #57
Zitat von andy im Beitrag #31
Zitat von Feliks D. im Beitrag #23
Welcher HIM ist nebensächlich weil für alle die selbe RL galt und sie vom Wesen her gleich waren. Alfred ist ja nun schon mit dem wichtigsten Punkt aufgeschlagen. Möchte mal wissen wie man so ganz ohne es zu merken sein Gehalt beziehen kann?





Warum es so war kann ich auch nicht sagen - es war aber, offensichtlich bei Niclas und mir so.
Die Ausbildung in Stintenburg vermittelte allen Lehrgangsteilnehmern nicht unbedingt das Gefühl, dass sie sich in einer normalen GT-Diensteinheit befanden. Neben der Körperertüchtigung (Sport frei) gab es ja auch - zumindest in meiner Zeit (Sommerlehrgang 81) - auch den theoretischen Teil:
hier wurden die Regeln der Konspiration vermittelt und durch die Kursanten gepauckt, es wurden Grundlagen der gedeckten Fotografie, der Observation, des B-Stellen-Baus, der gedeckten Ermittlung in Zivil uvm. erlernt und in der Praxis erprobt.

Meine "Anwerbung" für diesen Lehrgang erfolgte während meiner Uffz-Ausbildung in Perleberg. Irgendwann hat mich der Spiess der Kompanie dazu befohlen, einen bestimmten Raum im Stab aufzusuchen und ich bin da hin getrottet. Die dort angetroffenen zwei Offiziere in GT-Uniform fragten mich, ob ich an einer speziellen Ausbildung teilnehmen wolle und ich fragte damals nur, ob ich dort Sport machen müsse. Die Antwort war eher lächerlich im Vergleich mit dem, was ich dann dort erlebte. Das war im Vorfeld von Stintenburg alles. Als unser LKW Ende April 81 dann dort ankam wurde uns eröffnet, dass man uns an unsere physische Leistungsgrenze führen wolle und das haben sie dann auch getan. (Sport frei).

Dass wir plötzlich im Hintergrund als HIM des MfS geführt wurden hat zumindest mir niemand gesagt - im Gegenteil: diese Ausbildungseinheit hatte sogar einen eigenen Abwehr-Offizier, der sich auch als solcher vorstellte. Meine eigentliche Werbung und Verpflichtung erfolgte erst nach dem Lehrgang in einem KO in Berlin-Müggelheim. Vorher war von MfS nie die Rede - wir konnten uns allerding bei den Ausbildungsinhalten den Part an drei Fingern abzählen - es war eben nur nicht offiziell. Ich kann mich an einen Nachtalarm mit zivilen Beobachtern erinnern, unter denen ich dann nach Ausbildungsende meinen Führungsoffizier ausmachte - spätestens da war mir klar, wer der Träger der Schule war.

Wir wurden während der Ausbildung in S. durchaus schon als HIM geführt und meiner Erinnerung nach erhielten wir den normalen Uffz.-Sold von ca. 600,- - wer uns das Geld überwiesen hat, hat zumindest mich damals nicht interessiert..
Nach Abschluss der Ausbildung landete ich bei AERO, erst in Spree (Berlin-Müggelheim) und später in Kablow bei Königs Wusterhausen. In Spree reiste ich direkt nach Ausbildungsende (konspirativ mitten in der Nacht) an und dort erfolgte dann auch die schriftliche Verpflichtung als HIM und somit der erste offizielle Kontakt zum MfS. Meiner Erinnerung nach gab es ab diesem Tag dann auch mehr Geld (750,-(?) )

andy


Moin
Auf der Insel gab es ja auch ein "kleines Dorf", wer wohnte denn dort? (Man sieht auf dem Bild die Däche ganz unten am Rand)
Gab es während der Ausbildung zu den Bewohnern Kontakt?
Wie war das mit dem Ausgang, es mußte ja immer der Posten am Bunker passiert werden, wie wurde sich denn dort ausgewiesen,. oder ging das über die übliche Parole?



|addpics|196-l-d88a.jpg-invaddpicsinvv|/addpics|


Also ich kann mich nicht dran erinnern,das es auf der Insel ein kleines Dorf gab--ja einige Gehöfte: 74/ 75 war auch der Grenzausbau noch nicht wie auf dem Foto dargestellt. Da befand sich am Inselszugang nur der Fischer und der Steg für die Grenzboote. Der Bunker neben den Schlagbaum war unser Postenplatz. Auf der Insel selbst befanden sich keine Sperranlagen ausser ein KS und einige Signalgeräte. Auch kann ich mich nicht dran erinnern, das sich dort ein Ausbildungsobjekt befand. Also kam alles erst nach meiner Zeit dort.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#59

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2016 19:07
von Fritze | 3.474 Beiträge

Auf der Insel in der Ortschaft gab es mehrere Häuser . Vom kommend Schloss , gesehen rechts waren die Häuser von Rudi Zahn und Frau und dann wohnte da noch eine ältere allein stehende Frau ,welche ich aber nur zweimal gesehen habe .Name fällt mir auch nicht mehr ein .
Mit Rudi Zahn habe ich paarmal gesprochen , auch am Gassentor (Zufahrt nach Stintenburg) Er hatte nen gelben Wartburg !
Sein Sohn und dessen Freundin waren auch öfters bei Rudi Zahn auf der Insel zugegen .In der Gaststätte in Lassahn haben wir auch zusammen gebechert ! Er arbeitete in der Forst ,so daß man sich auch gelegentlich "draussen " traf .
Links standen noch ein altes grösseres ehemaliges Wohn -Wirtschaftsgbäude und paar Kleinställe und Holzschuppen.
Alles leer und verlassen . Naja ganz leer war s nich ! Fanden sich dort paar ganz brauchbare Gegenstände .
Die Bewohner auf der Insel waren eigentlich ein Novum ! Aber heute sieht man das alle in einem anderen Licht .

Fritze

Edith Die Bewohner und Besucher sowie die Fischer wiesen sich mit ihren Sonderausweisen aus .


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.02.2016 19:10 | nach oben springen

#60

RE: Stintenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.06.2016 20:58
von IM Kressin | 914 Beiträge



In diesen Tagen hatte ich Zeit für einen Kurzbesuch auf der Insel.

Von Lassahn folge ich der Beschilderung zum Brückenhaus



und fahre über die schmale Gasse des Stintenburger Damm



zur großzügigen Parkfläche des Brückenhauses.



Ich folge der Beschilderung des Trampelfades.



Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock ist Namensgeber der „Klopstockeiche“.



Nach 5 Minuten Fußweg überquere ich als Nächstes die Brücke zur Ortschaft Stintenburg



und befinde mich an der Gaststätte „Brückenhaus am Schaalsee“.



Das Brückenhaus verfügt über eine ausgezeichnete Seeterrasse





und feine Außenanlagen mit großartigem Ausblick auf den See.

Der Verlockung, mich hier zu platzieren, gebe ich nicht nach und laufe weiter zum Herrenhaus.



Hinter diesen Mauern, Sitz der Familie Bernstorff, befand sich die Fuchsschule.

Wie es der Zufall will, bemerkenswert oder doch kein Zufall, begegne ich an diesem geschichtsträchtigen Ort
einem ehemaligern Aufklärer.

Auch wenn wir uns vorher noch nie begegnet sind, erkennen wir uns innerhalb kurzer Zeit mit geschultem Blick.

Das sind wahrscheinlich Folgen unserer beider Berufskrankheiten.

Zu meinem Bedauern war das Zeitfenster des FO für den IM in seinem OG zu klein.

Er hatte noch eine Verabredung. Wir beenden unser freundliches Gespräch, dessen ungeachtet sehen uns wieder.


Ich gehe allein weiter und betrachte den rückwertigen Teil der ehemaligen Fuchsschule.



Der Weg führt mich in die Ortschaft



zu top mit Feld- und Backsteinen restaurierten Häusern.



Ich verlasse die Ortschaft und begebe mich in westliche Richtung.



Ich möchte den Bereich ausfindig machen, an welcher der User Krepp erstmalig seinen großen Zeh badete in bundesdeutsche Wasserfläche.

Immer weiter in westliche Richtung, den Hang hinunter an das Ufer, überlege ich, hier könnte es gewesen sein.



Etliche Male bin ich hier mit dem Zollboot vorbeigekommen.

Ein Fleck mit Sicht auf den Campingplatz Groß-Zecher.

Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir vom ZGD keine Kenntnis darüber, dass der Kampen Werder de facto weniger gesichert war
als die Landgrenze mit Sicherungsanlagen.

Der Familiensitz der Bernstorffer war gemäß unseres damaligen Wissenstandes bis 1985 eine Ausbildungskompanie für GAK.


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
Fritze, furry, Harzwanderer, kassberg, andyman, exgakl, der sturmbahn könig, Ratze, prignitzer, der 39., Rostocker und andy haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.06.2016 21:01 | nach oben springen


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