#1

Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 21:40
von Carolus | 22 Beiträge | 45 Punkte

Guten Abend allerseits,

seit einiger Zeit lese ich interessiert die Forumsbeiträge, da ich diverse und langjährige Erfahrungen mit Grenzabfertigungen habe. Von 1984 bis zur Wende war beruflich ca. 1 x im Monat in der DDR (Dauervisa etc.) und habe so meine diversen Erlebnisse gehabt. Wie ich aus den Forumsbeiträgen erfahren konnte, war ja der überwiegende Teil der Mitglieder nicht mit Grenzabfertigungen beschäftigt sondern haben sich am Zaun die Füsse plattgetreten. Wenn Interesse besteht, würde ich den Kollegen vom "Kanten" in loser Form berichten, was einem "privelegierten" Bundesbürger im Laufe der Jahre so widerfahren ist. Einigen Betonköpfen in diesem Forum wird wahrscheinlich die letzte Illusion von einem "gerechten Staat" geraubt werden. Lasst es mich zusammenfassen, selbst der letzte levantinische Zöllner war nicht so korrupt wie die Damen und Herren an den Grenzübergangsstellen und grosse Teile der Volkspolizei. Es war nicht so, dass nur einzelne Personen korrupt waren, das ganze System war korrumpiert.
Beispiel:
Die Nichte eines Verantwortlichen in einem Elektromaschienenwerkes im Harz war Angehörige beim Zoll in Herleshausen. Wenn ich z.B. "Geschenke" für Ihren Onkel mitführte (natürlich nicht angemeldet) und zu einer bestimmten Zeit in Herleshausen eintraf, war der Grenzübergang ähnlich wie nach dem Schengen-Abkommen.

Wie gesagt, falls Interesse besteht, meldet euch.

Gruß

Michael

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#2

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 22:03
von SEG15D | 407 Beiträge | 1620 Punkte

Jaja, da haben wir es mal wieder: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod...und das schon im Threadtitel...

Übrigens, ungeachtet Deiner sicherlich interessanten Erfahrungen werden Deine Pauschalurteile hier wohl keinen hinter
dem Ofen vorlocken...Also, wie wäre es zunächst einmal mit einer Vorstellung (hab zu Deiner Person nix gefunden aus den letzten Tagen) und einer sachlichen Diskussion?

Grüße vom SEG15D

edit: sehe grad, bist seit 2010 angemeldet....mit 20 Beiträgen bisher...Tschuldigung!

zuletzt bearbeitet 05.02.2012 22:06 | nach oben scrollen

#3

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 22:11
von Mike59 | 3.324 Beiträge | 4790 Punkte

Interessiert mich eigentlich, allerdings war ich schon beruflich in der Levante und bin immer noch - nein das ist falsch, bin jetzt an einem Grenzübergang tätig.
Deswegen interessiert es mich dann doch nicht ganz so dolle.
Aber wenn es aus dir einen besseren Menschen macht - schreib dich frei.

Mike59


zuletzt bearbeitet 05.02.2012 22:12 | nach oben scrollen

#4

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 22:11
von Feliks D. | 6.730 Beiträge | 11415 Punkte

Zitat von Carolus

Die Nichte eines Verantwortlichen in einem Elektromaschienenwerkes im Harz war Angehörige beim Zoll in Herleshausen. Wenn ich z.B. "Geschenke" für Ihren Onkel mitführte (natürlich nicht angemeldet) und zu einer bestimmten Zeit in Herleshausen eintraf, war der Grenzübergang ähnlich wie nach dem Schengen-Abkommen.



Wir haben ja hier auch ehem. MA der PKE, diese freuen sich sicher auf einen sachlichen Austausch. Dein Beispiel taugt nur bedingt, selbiges könnte ich auch für einen bestimmten Grenzübergang Tschechien/Bayern anführen wenn früher eventuell mal eine Zigarette zuviel im Auto war. Solche Gefälligkeiten kennt sicher jeder der jemanden kennt...


*Wenn wir den Stand gewählt, in dem wir am meisten für die Menschheit wirken können, dann können uns Lasten nicht niederbeugen, weil sie nur Opfer für alle sind; dann genießen wir keine arme, eingeschränkte, egoistische Freude, sondern unser Glück gehört Millionen, unsere Taten leben still, aber ewig wirkend fort, und unsere Asche wird benetzt von der glühenden Träne edler Menschen. Karl Marx*

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#5

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 22:31
von Wanderer zwischen 2 Welten | 773 Beiträge | 8720 Punkte

Also man muss ja alle Seiten anhoeren um zu einem gerechten Urteil zu kommen. Darum will ich mehr hoeren.

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#6

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 22:39
von Mike59 | 3.324 Beiträge | 4790 Punkte

Nachdem er einen Knochen hingeworfen hat, wundert er sich wohl das die Hunde knurren und ist verschwunden.

Mike59


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#7

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 23:04
von utkieker | 744 Beiträge | 2575 Punkte

Ich war ca 1 Jahr im Sicherungszug der GüSt Salzwedel, hin und wieder war ich auch Gehilfe des Diensthabenden Offiziers (GDHO) der GüSt. Eigentlich verlief der Grenzverkehr hier recht reibungslos und routeniert. Werktags gings erfahrungsgemäß zügiger als am Wochenende, bestenfalls am Wochenende konnte es etwas länger dauern und Ostern konnte es schon sein, daß die Wartezeiten an der Grenze schon mal über 20 Minuten dauerten. Nur einmal habe ich erlebt, daß ein Fahrzeug in die "Garage" gewunken wurde, war sogar Kantinengespräch, ging mich im Prinzip auch nichts an. Kann mir allerdings auch nicht vorstellen, daß die reibungslose Abfertigung permanent durch Bestechung abgewickelt wurde.
Natürlich freue ich mich über Erfahrungsberichte von Reisenden, welche Art von Geschenken an PKE und Zoll abgegeben wurden. Vieleicht gibt es ja auch Zöllner oder PKEler denen Geschenke angeboten wurden es angenommen oder auch abgewiesen haben.

Gruß Hartmut!

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#8

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 05.02.2012 23:13
von Gert | 3.561 Beiträge | 9085 Punkte

Zitat von Feliks D.

Zitat von Carolus

Die Nichte eines Verantwortlichen in einem Elektromaschienenwerkes im Harz war Angehörige beim Zoll in Herleshausen. Wenn ich z.B. "Geschenke" für Ihren Onkel mitführte (natürlich nicht angemeldet) und zu einer bestimmten Zeit in Herleshausen eintraf, war der Grenzübergang ähnlich wie nach dem Schengen-Abkommen.



Wir haben ja hier auch ehem. MA der PKE, diese freuen sich sicher auf einen sachlichen Austausch. Dein Beispiel taugt nur bedingt, selbiges könnte ich auch für einen bestimmten Grenzübergang Tschechien/Bayern anführen wenn früher eventuell mal eine Zigarette zuviel im Auto war. Solche Gefälligkeiten kennt sicher jeder der jemanden kennt...




Also Feliks, da muss ich dir mal ideologiscnen support geben. Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov in Bayern nach Tschechien. Da konnte man schon etwas machen. Besonders fiebrig wurden die tschech. Grenzer bei Quellekatalogen.Warum weiss ich bis heute nicht, die konnten ja nichts bestellen. Die konnte ich mir vor einer Reise zum Nulltarif schicken lassen und dann den Weihnachtsmann dort spielen, kam gut an. Der Grenzübertritt war dann ein Klacks. Heute kann man da mit 100 Sachen durchdonnern auf der Autobahn.


Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert! *Albert Einstein

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#9

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 06.02.2012 09:22
von damals wars | 952 Beiträge | 5180 Punkte

Die wollten einfach mal sehen, was in der DDR so alles produziert wird!


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#10

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 06.02.2012 21:19
von glasi | 1.644 Beiträge | 1260 Punkte

Zitat von Carolus
Guten Abend allerseits,

seit einiger Zeit lese ich interessiert die Forumsbeiträge, da ich diverse und langjährige Erfahrungen mit Grenzabfertigungen habe. Von 1984 bis zur Wende war beruflich ca. 1 x im Monat in der DDR (Dauervisa etc.) und habe so meine diversen Erlebnisse gehabt. Wie ich aus den Forumsbeiträgen erfahren konnte, war ja der überwiegende Teil der Mitglieder nicht mit Grenzabfertigungen beschäftigt sondern haben sich am Zaun die Füsse plattgetreten. Wenn Interesse besteht, würde ich den Kollegen vom "Kanten" in loser Form berichten, was einem "privelegierten" Bundesbürger im Laufe der Jahre so widerfahren ist. Einigen Betonköpfen in diesem Forum wird wahrscheinlich die letzte Illusion von einem "gerechten Staat" geraubt werden. Lasst es mich zusammenfassen, selbst der letzte levantinische Zöllner war nicht so korrupt wie die Damen und Herren an den Grenzübergangsstellen und grosse Teile der Volkspolizei. Es war nicht so, dass nur einzelne Personen korrupt waren, das ganze System war korrumpiert.
Beispiel:
Die Nichte eines Verantwortlichen in einem Elektromaschienenwerkes im Harz war Angehörige beim Zoll in Herleshausen. Wenn ich z.B. "Geschenke" für Ihren Onkel mitführte (natürlich nicht angemeldet) und zu einer bestimmten Zeit in Herleshausen eintraf, war der Grenzübergang ähnlich wie nach dem Schengen-Abkommen.

Wie gesagt, falls Interesse besteht, meldet euch.

Gruß

Michael


herleshausen ein grenzübergang ähnlich wie nach dem schengen abkommen.. hätte ich gerne mal erlebt. bei uns mußte immer die rückbank raus.


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#11

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 07.02.2012 05:43
von Anton | 153 Beiträge | 190 Punkte

Zitat von Gert
[Also Feliks, da muss ich dir mal ideologiscnen support geben. Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov in Bayern nach Tschechien. Da konnte man schon etwas machen. Besonders fiebrig wurden die tschech. Grenzer bei Quellekatalogen.Warum weiss ich bis heute nicht, die konnten ja nichts bestellen. Die konnte ich mir vor einer Reise zum Nulltarif schicken lassen und dann den Weihnachtsmann dort spielen, kam gut an. Der Grenzübertritt war dann ein Klacks. Heute kann man da mit 100 Sachen durchdonnern auf der Autobahn



Da mußt du doch nur 1+1 zusammenzählen, Gert. Bei Quelle-Katalogen und dergleichen haben mich auch nur die Seiten interessiert, auf denen Bikinimode und knappe Damenunterwäsche präsentiert wurden. Wird wohl bei den tschechischen Grenzern ähnlich oder genauso gewesen sein.

VG Anton


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#12

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 07.02.2012 09:32
von eisenringtheo | 2.771 Beiträge | 7360 Punkte

Versandkataloge gab es in der DDR nur bis 1975
http://www.ddrtechnik.de/DDR/Versandhaus...us_leipzig.html
Danach waren Westkatalage sehr gesucht, jedenfalls habe ich relativ viele Westkataloge in der DDR gesehen. Grund war angeblich, dass die Westverwandten meist älteren Jahrgangs die "falschen Geschenke" mitbrachten. Deshalb wünschten sich viele, vor allem jüngere Frauen, dass man Kataloge mitbrachte. Dann konnten sie ganz einfach sagen, was sie wünschten. Auch ich erhielt auf diesem Wege genaue Instruktionen und hatte dadurch vor allem ein Bild, was gefragt war. Da Kataloge meist nicht auf dem neuesten Stand sind, konnte man das Gewünschte leicht im Ausverkauf organisieren. Also nicht ich, sondern mir bekannte jüngere Frauen, die schon damals oft stundelang in Boutiquen verbrachten. Ich habe die feinen Nuancen zwischen "in" und "out" nie verstanden.
Erstaunlicherweise war die Einfuhr von Modekatalogen in die DDR nicht verboten
Theo

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#13

RE: Grenzerfahrungen eines Bundesbürger

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 07.02.2012 13:08
von Schreiberer | 189 Beiträge | 80 Punkte

Zitat von Carolus
Guten Abend allerseits,

seit einiger Zeit lese ich interessiert die Forumsbeiträge, da ich diverse und langjährige Erfahrungen mit Grenzabfertigungen habe. Von 1984 bis zur Wende war beruflich ca. 1 x im Monat in der DDR (Dauervisa etc.) und habe so meine diversen Erlebnisse gehabt. Wie ich aus den Forumsbeiträgen erfahren konnte, war ja der überwiegende Teil der Mitglieder nicht mit Grenzabfertigungen beschäftigt sondern haben sich am Zaun die Füsse plattgetreten. Wenn Interesse besteht, würde ich den Kollegen vom "Kanten" in loser Form berichten, was einem "privelegierten" Bundesbürger im Laufe der Jahre so widerfahren ist. Einigen Betonköpfen in diesem Forum wird wahrscheinlich die letzte Illusion von einem "gerechten Staat" geraubt werden. Lasst es mich zusammenfassen, selbst der letzte levantinische Zöllner war nicht so korrupt wie die Damen und Herren an den Grenzübergangsstellen und grosse Teile der Volkspolizei. Es war nicht so, dass nur einzelne Personen korrupt waren, das ganze System war korrumpiert.
Beispiel:
Die Nichte eines Verantwortlichen in einem Elektromaschienenwerkes im Harz war Angehörige beim Zoll in Herleshausen. Wenn ich z.B. "Geschenke" für Ihren Onkel mitführte (natürlich nicht angemeldet) und zu einer bestimmten Zeit in Herleshausen eintraf, war der Grenzübergang ähnlich wie nach dem Schengen-Abkommen.

Wie gesagt, falls Interesse besteht, meldet euch.

Gruß

Michael


Hallo Michael,

also Du bist der erste und einzige ehemalige Bundesbürger den ich kenne , der die Kontrollorgane der DDR so sieht. Sie mit letzten levantinische Zöllner zu vergleichen , finde ich nicht nur sehr unpassend sondern einfach völlig daneben. Wie Du auf so einen solchen..... kommst keine Ahnung. Und ich zähle mich nicht zu irgend einen Betonkopf in diesem Forum.

Mfg der Schreiber

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