#181

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 11.07.2012 21:06
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #177
Heute ist schon in mehreren Beiträgen das Wort Planwirtschaft gefallen. Das war ganz lustig mit der Planwirtschaft. Das ganze Jahr hat man nicht ein und nicht aus gewusst, weil die Ersatzteile fehlten und am 5. Januar konnte man es an der großen Wandtafel lesen, der Plan vom Vorjahr ist mit 102,9 % erfüllt. Das waren immer ganz tolle Dinger, man kann es auch bezeichnen als Selbstbetrug. Nur zwei kleine Beispiele. In unserem ehemaligen VEB sind Busse stehen geblieben nur weil es keinen Keilriemen gab. Das hatte natürlich auch den Vorteil wenn der Bus in der Ecke steht braucht er auch keinen Diesel. Somit konnte man sich brüsten, dass wir im Jahr mehrere hundert Liter Diesel eingespart haben. Wenn mehrere Busse standen waren die Disponenten gezwungen mehrere Dienste zusammenzulegen. Schlussfolgerung war, dass einige Fahrten ausgefallen sind (im Stadtbussbereich). Einen Disponenten hatten wir er sagte jedes Mal“ das lassen wir sausen“, es dauerte auch nicht lange dann hatte er seinen Spitznamen weg. Es war der“Sauser“. Wenn von 180 Bussen in drei Betriebsteilen 15 stehen bleiben müssen, macht sich das schon bemerkbar. Gerade bei diesen Fahrzeugen die stehen bleiben mussten wegen Keilriemen Schaden. Also labal. Da in unseren damaligen VEB auch Fahrzeuge von der“ Deutrans“ mit anwesend waren, in unserem Jargon hießen sie Interzone, hat man dann einen Fahrer ordentliches Geld mitgegeben, also eine konvertierbare Währung und den Auftrag gegeben diese jeweils benötigten Größen von Keilriemen mitzubringen. Als nach einigen Tagen der Fahrer von seiner Tour kam und die Keilriemen der Werkstatt übergab war das Lächeln unseres Betriebsdirektors groß. Nun noch ein zweites Beispiel zur Planwirtschaft. Bekanntlich gab es ja auch keine Reifen für die Busse also musste man sich in der Beziehung auch etwas einfallen lassen. Die Fahrzeuge von Deutrans bekamen immer neue Reifen denn sie haben ja wertvolle Fracht aus unseren sozialistischen Betrieben in das nicht sozialistische Ausland gebracht. Die Busse aus unseren damaligen VEB bekamen so genannte 30 KM/h Reifen, d.h. im Klartext sie waren zweimal rund erneuert. Das war ja auch nicht so schlimm denn es sind ja nur die Werktätigen der sozialistischen Betriebe damit befördert worden die die wertvolle Fracht für das nicht sozialistische Ausland produzierten.


Lustig war es nicht nur in der DDR- Planwirtschaft.
Etwas ähnliches wie Deine 100 %+ x- Wandzeitung war auch das Bilanzjahr vor dem versuchten Börsengang der Bahn.
Da gab es bei Karsdorf einen Bahnübergang, der durch hohes Verkehrsaufkommen nicht mehr unbeschrankt sein durfte, also gesichert werden mußte.
Diese Sicherung hätte 500.000 Euro gekost, wenn man auf den Wärter verzichten wollte.
Die Sicherung durch Wärter hat aber nur 50.000 Euro im Jahr gekostet und wurde somit als Lösung des Problems bevorzugt, die Braut mußte ja nur für die erste Nacht hübsch sein.
Weitere zehn Jahre und über 500.000 Euro Postenkosten später, wo nicht mal die hochprofitable DB Netz an die Börse durfte und alles im Staatsbesitz blieb, hat man den Posten mit Halbschrankenanlage nun doch gebaut, naja aber wenigstens hatte der Wärter mit seinem stupiden Job noch ein Einkommen vor der Haustür.
Glaub es mir ruhig, das ist keine Eigenart von Günter Mittags Kreativkommission, so was ist auch heute noch Alltag, erst recht wenn es bloß um Steuergelder geht.



zuletzt bearbeitet 11.07.2012 21:12 | nach oben springen

#182

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 11.07.2012 21:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #178
Zitat von Gert im Beitrag #176

Tobeck, das hast du sehr gut analysiert. so sehe ich das auch . Einzig die "Verniedlichung" von 10 Mrd $ sehe ich nicht so, damals war der Wechselkurs zwischen $ und DM etwa 1:4 ( diesen Kurs erlebte ich auch noch, als ich Mitte der 60er in die Bundesrepublik kam) das waren also immer hin 40 Mrd DM-chen. , Ende der der 40er Jahre ein gewaltige Summe.


@Gert, schonmal etwas von nominaler Wert einer Währung und inflationsbereinigtem Wert einer Währung gehört?
Kaufkraft?

Die Aussage wieviel Mitte der 60er Jahre angeblich 10Mrd US Dollar waren sagt überhaupt nichts darüber aus was der Gegenwert in Waren war.

Da lesen bekanntlich bildet hier nochmal ein Satz aus meinem Beitrag #175:
Die Marshallplanhilfe betrug insgesamt fast 14 Milliarden US-Dollar, Westdeutschland erhielt davon ca. 1,4 Milliarden. Die Gesamtsumme entspricht im heutigen Geldwert etwa 100 Milliarden USD.

Vielleicht fallen Dir dann zwei Fehler in Deinem obigen Zitat auf.....

Für Dich Gert noch ein einfaches nachvollziehbares Beispiel (hoffe ich jedenfalls):

Eine Kinokarte kostete in den USA in Premierenkinos Ende der 40 Jahre im Schnitt 25 bis 30 Cent!
Nach Deiner "Rechnung" wären das dann 1 DM.
Die 0,25 US $ von 1948 entsprächen einem Heutigen Preis von ungefähr 30 US $ was dann wiederum ca. 24,5€ wären.....und in DM wären das etwa 48 DM.

Nicht für Umsonst heißt manches "Milchmädchenrechnung" und wie gesagt, Preise, Geldsummen von vor 60 oder 70 Jahren aus dem wirtschaftlichen Zusammenhang gerissen sagen überhaupt nichts aus.


Gruß
Nostalgiker



Also ich habe die Zahl noch mal überprüft und es ist richtig, es sind etwa 1,4 Mrd $ , also etwa 5,6 Mrd DM die Ende der 40er Jahre an ERP Krediten an D liefen. Die von Tobeck genannte Zahl stimmte nicht.
Auf den Rest deiner anmassenden Diskussionsweise gehe ich nicht weiter. So etwas habe ich nicht nötig.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#183

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 07:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #175


Die eine Supermacht brach 1990 in sich zusammen, mal sehen wie lange es die Verbliebene noch durchhält.......






Einfach die Zeichen deuten


zuletzt bearbeitet 12.07.2012 07:41 | nach oben springen

#184

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 09:19
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #180

Gert widerspricht! Wetten?




Bingo!
Wette gewonnen.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#185

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 13:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Tobeck im Beitrag #174
Zitat von Hackel39 im Beitrag #163


Trotzdem hat alles eine Kausalität und unsere nachträglichen Denkmodelle haben nur ausnahmsweise mit Verklärung von Tatsachen zu tun.
Die DDR ist nicht primär gegründet worden, um Leute zu bespitzeln oder künstlichen Mangel zu organisieren- am Anfang dieser Kette steht nun mal der Mensch, der erst mal froh war, den 2. Weltkrieg überstanden zu haben.
Es ging weiter im Monopolyspiel der Systeme mit der einen Republik, die mit der komplett vermieteten Schloßallee (Marshallplan) starten durfte und der anderen, die mit 1000 Mark aus dem Gefängnis kam (Reparationen bis zum Schluß).


Das Geld aus dem Marshallplan war nicht geschenkt, sondern nur ein Darlehen, das auch vollständig zurückgezahlt wurde. Im Übrigen bekamen die Westzonen nur 10 % der Marshallplangelder, den Rest andere Staaten. Die Bedeutung des Marshallplans für die Westzonen wird meiner Meinung nach überbewertet. Denn nach heutigem Gegenwert sind das nur 10 Mrd. US-Dollar. Was sind heute schon 10 Mrd. Dollar? Damit kann man keine Volkswirtschaft aufbauen. Nur mal als Vergleich - Griechenland hat in den letzten Jahrzehnten umgerechnet mehrere Marshallpläne geschenkt (!) bekommen.

Das Thema Reparationen und deren Auswirkungen ist in der Literatur umstrittenen. Es gibt Untersuchungen, nach denen die französische Besatzungszone die höchsten Pro-Kopf-Reparationen aller vier Besatzungszonen in den ersten 5 Jahren zu leisten hatte. So paradox es klingen mag, aber für die westlichen Zonen werden in der Literatur sogar einige Vorteile gesehen. Die Briten haben aus ihrer Besatzungszone - vor allem dem Ruhrgebiet - veraltete Maschinen herausgeschleppt und dann in der britischen Industrie eingesetzt. Diese veralteten Maschinen führten aber dann zu einem Wettbewerbsnachteil der britischen Industrie gegenüber der westdeutschen Industrie, die gezwungen war, mit neueren Maschinen zu arbeiten.

Man kann dennoch davon ausgehen, dass die sowjetischen Reparationen und der zu leistende Unterhalt für die sowjetischen Truppen für die DDR eine Bürde in der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung darstellten. Die westlichen Besatzungsmächte haben den Unterhalt ihrer Truppen selbst finanziert und stellten sogar einen Wirtschaftsfaktor da ( Arbeitsplätze für Zivilbeschäftigte, Aufträge für westdeutsche Betriebe, Gastronomie, KFZ-Betriebe, Mieteinnahmen für Mietwohnungen u.s.w.), der dem von Westdeutschland zu leistenden Unterhalt für die Instandhaltung der militärischen Einrichtungen gegenüber stand. Nur lässt sich eine marode Mangelwirtschaft nicht alleine mit zu leistenden Reparationen erklären. Das Wirtschaftssystem hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, wie man auch am Vergleich von Nord- und Südkorea sehen kann.

.


Wie auch immer, wir sehen beim Stande von 493:7 für den Westen, was es heißt, ohne Startkapital am Anfang des östlichen Einheitsdeutschlands dazustehen.
Wenn fast ein Viertel Jahrhundert nach dem Vereinigungsakt von den 500 größten deutschen Unternehmen nur 7 aus der ostdeutschen Fläche (außer Berlin) kommen, so ist das unabhängig von den Ursachen, ein klarer Beweis dafür wie wichtig es ist, entweder starke Partner oder von Anfang an viel Kapital zu haben, dazu ist nicht mal in jedem Fall ein Krieg nötig, jedenfalls keiner mit Waffen.
Mit der überstürzten DM- Einführung hat man im Prinzip das gleiche geschafft, was Adenauer mit seinen Nachkriegsverwaltern per Währungsreform 1948 geschafft wird- nämlich eine Sperre zu bauen für eine wirkliche Einheit, eine Sperre für die Ostdeutschen zur Schlossallee, die man mit eben diesen amerikanischen Hilfen und sicher auch Kriegsprofiten aufgebaut hat.
Man spekulierte recht erfolgreich darauf, daß die konsumanfälligen Frühzeitossis zahlreich und primitiv genug sind, um sich von dieser gedopten Wirtschaft blenden zu lassen und abzuhauen, die Amerikaner taten gut daran, Morgenthau in die Schranken zu weisen und den Agrarstaat nicht zuzulassen.
Das Volk stimmte somit bis 1961 mit den Füßen ab, bis man im Politbüro die Reißleine zog und entsprechend der Weisung der Sowjets die Grenzen dicht machte - diese Grenzsicherung wurde von Honecker übrigens später als Niederlage bewertet und hier war man auch das erste Mal wirklich schneller bei der Abgrenzung als der Westen.
Bis dahin war sowohl die BRD früher als die DDR als auch die Bundeswehr früher als die NVA gegründet worden und auch bei der Einbindung der beiden deutschen Staaten war die BRD schneller in der NATO als die DDR im Warschauer Pakt, gleichzeitig verbot man die Kommunisten, obwohl man sich auf der Siegerstraße sah- beschimpfte gestandene Demokraten wie H. Wehner sogar im Bundestag als Kommunisten- vor irgendwas hatten die Angst und die haben sie auch heute noch.
Auch wenn manche Foristen von solchen Diskussionen genervt sind, die Erfahrungen einer Nation sind niemals vollständig nutzlos und meine 23 glücklichen "Honecker- Jahre" haben mich im Einheitsdeutschland vor allerhand Schäden bewahrt, die Mechanismen, die Marx analysiert hat sind einfach nur wahr und so wie es -zig Bibelübersetzungen gibt, brauchen auch die Klassiker immer wieder mal einen update, eine Moderisierung der Sprachform.
Und genauso wie bei Deiner Analyse über die Dollarkursproblematik immer die Relativität zur jeweiligen Zeit zu wahren ist, so ist beispielsweise auch der Begriff der Verelendung aus den MEGA- Werken 1*) im Bezug zur jeweiligen Zeit zu sehen, nichts desto Trotz ist Verelendung und Ausbeutung auch heute noch allgegenwärtig, auch wenn eben niemand mehr hungern muß bzw. mit der Peitsche um sich schlägt, die Lehre selbst bleibt aktuell.

1*) M E G A.... Marx/ Engels Gesamtausgabe



zuletzt bearbeitet 12.07.2012 15:42 | nach oben springen

#186

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 14:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #185




Wie auch immer, wir sehen beim Stande von 493:7 für den Westen, was es heißt, ohne Startkapital am Anfang des östlichen Einheitsdeutschlands dazustehen.
Wenn fast ein Viertel Jahrhundert nach dem Vereinigungsakt von den 500 größten deutschen Unternehmen nur 7 aus der ostdeutschen Fläche (außer Berlin) kommen, so ist das unabhängig von den Ursachen, ein klarer Beweis dafür wie wichtig es ist, entweder starke Partner oder von Anfang an viel Kapital zu haben, dazu ist nicht mal in jedem Fall ein Krieg nötig, jedenfalls keiner mit Waffen.
Mit der überstürzten DM- Einführung hat man im Prinzip das gleiche geschafft, was Adenauer mit seinen Nachkriegsverwaltern per Währungsreform 1948 geschafft wird- nämlich eine Sperre zu bauen für eine wirkliche Einheit, eine Sperre für die Ostdeutschen zur Schlossallee, die man mit eben diesen amerikanischen Hilfen und sicher auch Kriegsprofiten aufgebaut hat.
Man spekulierte recht erfolgreich darauf, daß die konsumanfälligen Frühzeitossis zahlreich und primitiv genug sind, um sich von dieser gedopten Wirtschaft blenden zu lassen und abzuhauen, die Amerikaner taten gut daran, Morgenthau in die Schranken zu weisen und den Agrarstaat nicht zuzulassen.
Das Volk stimmte somit bis 1961 mit den Füßen ab, bis man im Politbüro die Reißleine zog und entsprechend der Weisung der Sowjets die Grenzen dicht machte - diese Grenzsicherung wurde von Honecker übrigens später als Niederlage bewertet und hier war man auch das erste Mal wirklich schneller bei der Abgrenzung als der Westen.
Bis dahin war sowohl die BRD früher als die DDR als auch die Bundeswehr früher als die NVA gegründet worden und auch bei der Einbindung der beiden deutschen Staaten war die BRD schneller in der NATO als die DDR im Warschauer Pakt, gleichzeitig verbot man die Kommunisten, obwohl man sich auf der Siegerstraße sah- beschimpfte gestandene Demokraten wie H. Wehner sogar im Bundestag als Kommunisten- vor irgendwas hatten die Angst und die haben sie auch heute noch.
Auch wenn manche Foristen von solchen Diskussionen genervt sind, die Erfahrungen einer Nation sind niemals vollständig nutzlos und meine 23 glücklichen "Honecker- Jahre" haben mich im Einheitsdeutschland vor allerhand Schäden bewahrt, die Mechanismen, die Marx analysiert hat sind einfach nur war und so wie es -zig Bibelübersetzungen gibt, brauchen auch die Klassiker immer wieder mal einen update, eine Moderisierung der Sprachform.
Und genauso wie bei Deiner Analyse über die Dollarkursproblematik immer die Relativität zur jeweiligen Zeit zu wahren ist, so ist beispielsweise auch der Begriff der Verelendung aus den MEGA- Werken 1*) im Bezug zur jeweiligen Zeit zu sehen, nichts desto Trotz ist Verelendung und Ausbeutung auch heute noch allgegenwärtig, auch wenn eben niemand mehr hungern muß bzw. mit der Peitsche um sich schlägt, die Lehre selbst bleibt aktuell.

1*) M E G A.... Marx/ Engels Gesamtausgabe



Das wirklich gute am ehemals real existierenden Sozialismus war, das er vorgeführt hat wie diese Lehren anwendbar sind und den Menschen somit gezeigt hat wofür sie sich tunlichst hüten sollten.
Bleibt zu hoffen das das Vergessen nicht umsichgreift und vielen ein warmer Hintern und ein bequemes wenn auch ödes Dasein wichtiger erscheint als Freiheit und Selbstbestimmung.


zuletzt bearbeitet 12.07.2012 14:33 | nach oben springen

#187

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 14:59
von damals wars | 12.125 Beiträge

Wenn man in Hartz IV gelandet ist, hat es sich mit Freiheit und Selbstbestimmung.

Dann haben die dummen Tussen von Arge oder Arbeitsamt das Sagen, die im wesentlichen mit ihrem PC reden.
Nach dem Motto: Alles menschliche ist uns fremd!

Die Freiheit kommt aus dem Portemonaise und aus dem Geldautomaten.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#188

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 15:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #187
Wenn man in Hartz IV gelandet ist, hat es sich mit Freiheit und Selbstbestimmung.

Dann haben die dummen Tussen von Arge oder Arbeitsamt das Sagen, die im wesentlichen mit ihrem PC reden.
Nach dem Motto: Alles menschliche ist uns fremd!

Die Freiheit kommt aus dem Portemonaise und aus dem Geldautomaten.


Kann man so aber auch anders sehen.


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#189

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 16:19
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #186
Zitat von Hackel39 im Beitrag #185




Wie auch immer, wir sehen beim Stande von 493:7 für den Westen, was es heißt, ohne Startkapital am Anfang des östlichen Einheitsdeutschlands dazustehen.
Wenn fast ein Viertel Jahrhundert nach dem Vereinigungsakt von den 500 größten deutschen Unternehmen nur 7 aus der ostdeutschen Fläche (außer Berlin) kommen, so ist das unabhängig von den Ursachen, ein klarer Beweis dafür wie wichtig es ist, entweder starke Partner oder von Anfang an viel Kapital zu haben, dazu ist nicht mal in jedem Fall ein Krieg nötig, jedenfalls keiner mit Waffen.
Mit der überstürzten DM- Einführung hat man im Prinzip das gleiche geschafft, was Adenauer mit seinen Nachkriegsverwaltern per Währungsreform 1948 geschafft wird- nämlich eine Sperre zu bauen für eine wirkliche Einheit, eine Sperre für die Ostdeutschen zur Schlossallee, die man mit eben diesen amerikanischen Hilfen und sicher auch Kriegsprofiten aufgebaut hat.
Man spekulierte recht erfolgreich darauf, daß die konsumanfälligen Frühzeitossis zahlreich und primitiv genug sind, um sich von dieser gedopten Wirtschaft blenden zu lassen und abzuhauen, die Amerikaner taten gut daran, Morgenthau in die Schranken zu weisen und den Agrarstaat nicht zuzulassen.
Das Volk stimmte somit bis 1961 mit den Füßen ab, bis man im Politbüro die Reißleine zog und entsprechend der Weisung der Sowjets die Grenzen dicht machte - diese Grenzsicherung wurde von Honecker übrigens später als Niederlage bewertet und hier war man auch das erste Mal wirklich schneller bei der Abgrenzung als der Westen.
Bis dahin war sowohl die BRD früher als die DDR als auch die Bundeswehr früher als die NVA gegründet worden und auch bei der Einbindung der beiden deutschen Staaten war die BRD schneller in der NATO als die DDR im Warschauer Pakt, gleichzeitig verbot man die Kommunisten, obwohl man sich auf der Siegerstraße sah- beschimpfte gestandene Demokraten wie H. Wehner sogar im Bundestag als Kommunisten- vor irgendwas hatten die Angst und die haben sie auch heute noch.
Auch wenn manche Foristen von solchen Diskussionen genervt sind, die Erfahrungen einer Nation sind niemals vollständig nutzlos und meine 23 glücklichen "Honecker- Jahre" haben mich im Einheitsdeutschland vor allerhand Schäden bewahrt, die Mechanismen, die Marx analysiert hat sind einfach nur war und so wie es -zig Bibelübersetzungen gibt, brauchen auch die Klassiker immer wieder mal einen update, eine Moderisierung der Sprachform.
Und genauso wie bei Deiner Analyse über die Dollarkursproblematik immer die Relativität zur jeweiligen Zeit zu wahren ist, so ist beispielsweise auch der Begriff der Verelendung aus den MEGA- Werken 1*) im Bezug zur jeweiligen Zeit zu sehen, nichts desto Trotz ist Verelendung und Ausbeutung auch heute noch allgegenwärtig, auch wenn eben niemand mehr hungern muß bzw. mit der Peitsche um sich schlägt, die Lehre selbst bleibt aktuell.

1*) M E G A.... Marx/ Engels Gesamtausgabe



Das wirklich gute am ehemals real existierenden Sozialismus war, das er vorgeführt hat wie diese Lehren anwendbar sind und den Menschen somit gezeigt hat wofür sie sich tunlichst hüten sollten.
Bleibt zu hoffen das das Vergessen nicht umsichgreift und vielen ein warmer Hintern und ein bequemes wenn auch ödes Dasein wichtiger erscheint als Freiheit und Selbstbestimmung.


Die Freiheit im Sozialismus wurde mit Kreativität erkauft, diese Währung ist schwerer zu beschaffen als Geld.
Der Weg in die Freiheit im Kapitalismus ist mit Geld gepflastert und nominal bin ich bereits seit 2005 frei, d.h. daß für mich alle Einkommensbestandteile, die bislang Nebeneinkommen sind, ausreichen würden, um nicht mehr arbeiten zu müssen.
Warum nur, kann ich mich allein darüber nicht freuen ?
Weil ein Tag ohne Arbeit unendlich lang ist und man Bestätigung, Anerkennung und Herausforderungen braucht, auch wenn man schon 46 ist.
Weil jene Nebeneinnahmen sich in dieser Betrügerökonomie von einen Tag auf den anderen in Luft auflösen könnten?
Weil man ohne Kontakt nach draußen der BILD- Zeitung und Hartz- TV ausgeliefert ist ?
Also diese Freiheit kannst Du nicht gemeint haben, bleibt noch die Meinungs- Reise und Pressefreiheit...gibt es die überhaupt ?
Nur weil die DDR quantitativ weniger Kritikerjournale hatte so reichte doch "Prisma" , der "Eulenspiegel" oder O.F. Weidling aus und alles war im Prinzip gesagt, ohne daß es danach in den Knast ging, man mußte nur kreativ sein, um alles zu verstehen.
Ärger haben nur die gekriegt, die um der Provokation willen provoziert haben, die auf realwirtschaftlichen Betätigungsfeldern versagt haben bzw. anderweitig unzufrieden waren oder warum ist z.B. außer Werner Schulz von den Grünen keiner mehr aus der Bürgerbewegung in den vorderen Reihen des Parlaments vertreten ?
Was von den Bündnis 90 ist überhaupt noch da, sowohl personell als auch geistig ?
Was war öde in der DDR ?
Na gut, da gehe ich ein Stück weit mit.
Die grauen Fassaden, graue Menschen, die bei Interviews mit Westjournalisten hilflos herumstottern, so einer wäre Hackel wohl auch gewesen, was aber nicht heißt, daß sein Wesen grau ist, man ist nur eben kein Selbstdarsteller und muß keine andere Fassade aufbieten als die eigene Mentalität darstellt.
Ach so Reisefreiheit, na von mir aus.
Aber die meisten Leute, die ich dahingehend ausgehorcht habe, nannten als schönste Urlaubserinnerungen Dinge, die nicht NSW- spezifisch sind, wie nette Nachbarn, gute Bewirtung, saubere, ruhige Zimmer, schönes Wetter- für mich hat immer nur gezählt, daß ich im Urlaub Muse für alles hatte was sonst ein wenig zu kurz kam.
Überhaupt ist die Reisefreiheit zu großen Teilen nur noch eine Prestigeangelegenheit, man muß halt mitgackern können, wenn sich Nachbarn und Arbeitskollegen gegenseitig ihre stories erzählen, von mir aus, Deutschland ist längst wieder in.
Einzig um jene tatsächlich kultur- und landschaftsinteressierte Mitbürger tut es mir ein wenig leid, die schon immer ägyptische Pyramiden oder stressige und exotische Millionenstädte kennen lernen wollten um der Attraktionen willen, die es nur dort gab, denen nehme ich das ab, daß sie sich eingesperrt fühlten, aber die waren in der Minderheit.



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#190

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 17:08
von Sennewald | 25 Beiträge

warum nur erinnert mich dieser Trad an die Aussage, Jammern auf hohem Niveau"...???



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#191

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 17:32
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Sennewald im Beitrag #190
warum nur erinnert mich dieser Trad an die Aussage, Jammern auf hohem Niveau"...???


Weil wir schon weit vom Ausgangsthema weg sind.


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#192

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 18:17
von Arnstädter | 266 Beiträge

in erster linie ist die DDR für mich mein Heimatland wo ich geboren bin.Es war nicht alles schlecht,sprach der specht.
Habe dort eine schöne und stressfreie Kindheit gehabt,als jugendlicher saß ich in der Gaststätte Völkerfreunschaft mit meinen Kumpels und Freunden.Wir haben uns damals schon unterhalten,was wäre wenn die, DDR und die BRD eins sind.Sportlich gesehen waren wir alle eine Macht.Ich persönlich neige dazu zu sagen das wir Bürger der DDR wirtschaftlich gesehen, der Westen für alle Osteuropäischen Staaten waren.Auch wir haben konkurenzfähige Produkte hergestellt.Made in GDR.
Was ich noch betonen möchte ist die Tatsache das meine Firma ,damals in der DDR pleite gegangen ist ,weil uns ein Westdeutsches Unternehmen aufgekauft hat,nach ein 1/2 Jahr waren wir pleite bzw bankrott.Man hat ganz einfach eine konkurenz aus den weg geräumt.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#193

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 19:57
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #186

Das wirklich gute am ehemals real existierenden Sozialismus war, das er vorgeführt hat wie diese Lehren anwendbar sind und den Menschen somit gezeigt hat wofür sie sich tunlichst hüten sollten.
Bleibt zu hoffen das das Vergessen nicht umsichgreift und vielen ein warmer Hintern und ein bequemes wenn auch ödes Dasein wichtiger erscheint als Freiheit und Selbstbestimmung.


Auch wenn es sich langsam vom Ursprungsthema entfernt empfinde ich die Totschlagargumente "Freiheit" und der Modebegriff für alles nichterklärbare, nämlich "Selbstbestimmung" als ärmlichen und nicht aussagefähigen Versuch etwas mit Begriffen zu begründen unter denen aber auch jeder etwas anderes versteht und erfährt.

In meinen Augen ist das einfach eine gedankenlose, oberflächliche inflationäre Verwendung von Worten über deren ureigenen Inhalt sich keine Gedanken gemacht wird.

Wir in Europa und da speziell in Deutschland reden mit einer Maßlosigkeit über Rechte welche in einer Charta sehr allgemein und unverbindlich als Ziel für alle Menschen benannt werden als ob sie ehernde Gesetze seien welche in Deutschland Eins zu Eins Realität sind.

Es kommt auch hier in der Diskussion zum Vorschein das ein Mensch welcher, aus welchen Gründen auch immer, unterhalb des Existenzminimums leben muß eine ganz andere Deutung von diesen Begriffen 'Freiheit', 'Selbstbestimmung', 'Reisefreiheit' und 'Lebensqualität' hat.

Um nur mal beim Begriff "Selbstbestimmung" zu bleiben, unter ihm wird im weitesten folgendes verstanden:


- Wahlmöglichkeiten zu haben zwischen verschiedenen akzeptablen Alternativen
- schließt das Recht ein, seine eigenen (persönlichen) Angelegenheiten selbst regeln zu können,
- am politischen Leben teilnehmen zu können,
- verschiedenste soziale Rollen wahrnehmen zu dürfen
- Entscheidungen treffen zu können ohne dabei psychisch oder körperlich in Abhängigkeit zu geraten
- auch das Recht, Fehler machen zu dürfen.

alles schön und gut, nur diese Begriffserklärungen welche ich genannt habe fand ich auf einer Seite auf der es um die 'Selbstbetimmung' von Menschen mit Behinderungen geht.
Ergo waren die Menschen in der DDR etwa behindert weil laut @Grenzwolf62 es eine Selbstbestimmung nicht gab?
Weitere Begriffserklärungen für dieses Wort gehen über Autonomie, Emanzipation, Souveränität, Ungebundenheit bis hin zu Willkür, Zwanglosigkeit, Enthemmung, .........
Von Begriffsannäherung aus der esotherischen Ecke mal ganz zu schweigen......

In welchem Kontex ist denn nun die fehlende 'Selbstbestimmung' in der DDR zu sehen?

Um aus dem propagandistischen Sprachgebrauch welcher in der Wahrnehmung der DDR Bürger und Außenstehender als leere Worthülsen daherkam weil er etwas darzustellen versuchten was in der unmittelbar selbst erfahrenen Realität so nicht existierte, darauf zu schließen, dass das Ziel dieser Bemühungen, eine sozial gerechte gerechte Gesellschaft zu schaffen deren Priorität eben nicht der Schutz des privaten Eigentums zum Zwecke der Ausbeutung des größeren Teil der Gesellschaft ist, für alle Zeiten vom Tisch sei und das nur weil das Experiment der Schaffung dieser Gesellschaft scheiterte, ist meiner Meinung nach zu einfach geschlussfolgert.
Dieser Versuch scheiterte an inneren wie an äußeren Faktoren, an einer Umsetzung der Idee welche mit der ursprünglichen Idee so gut wie nichts mehr gemein hatte.

Die heutige Gesellschaft bietet weder Ideen noch Ziele sondern nur Worthülsen wie 'Freiheit' und 'Selbstbestimmung' aus dem Baukasten "wie bastle ich mir eine Lebensphilosophie welche keinen wehtut aber sehr überzeugend klingt".
Ganz wichtig ist das diese individuelle Lebensphilosophie auf keinen Fall die Grundfesten, dem Motor der gegenwärtigen Gesellschaft,angreift nämlich die Macht- und Besitzverhältnisse.
So lange dies funktioniert und es funktioniert zur Zeit halbwegs weil mit immensen finanziellen und manipulativen Aufwand denjenigen Menschen die es selbst erlebt haben und vor allen denjenigen die es nicht kennen das System 'Sozialismus' als das Schreckenssystem auf dieser Welt an sich nahegebracht werden soll und wird.

Inkompetente, machtbesessene und realitätsfremde Politiker und Parteiführer haben einen immensen Schaden angerichtet in dem sie unter anderem meinten grundlegende ökonomische Gesetze umzudeuten, zu ignorieren und auszuhebeln, mit dem bekannten Ergebnis. Ob dieser erzeugte Schaden irreparabel ist wird die Zukunft zeigen.

Ein sollte klar sein, die Ressourcen dieser Welt lassen es nicht zu das 7 Milliarden Menschen, und es werden immer mehr, den gleichen Lebensstandard haben wie die Mehrheit der Deutschen, die diesen ja als das ihnen zustehende Grundrecht ansehen und die restliche Welt nach diesem "Standard" messen.

Schon jetzt werden Kriegseinsätze zum Schutz der Handelswege geführt, wann brechen die ersten offenen Kämpfe um Rohstoffe, Nahrungsmittel, Wasser, Land aus?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#194

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 20:09
von Rüganer (gelöscht)
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Lieber Theoretiker Nostalgiker,

das Thema war doch:

Die DDR war doch noch zu retten...

Und wenn du mit klarem Klassenstandpunkt und dem ideologischen Bewusstsein Selbstbestimmung in der DDR ausüben konntest, na ja, dann warst du gut dran. Ich konnte es nicht, sonst wäre ich zur See gefahren oder hätte einen Job in einer Firma in Solingen angenommen. Soweit ging die Selbstbestimmung dann auch bei nicht behinderten Menschen nun doch nicht.
also komm doch zum Thema zurück,es wäre der Sache sehr dienlich.
Es geht nicht um Ressourcen und die Welt, es geht darum ob und wer denn die DDR hätte retten können...


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#195

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 20:27
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Lieber Praktiker Rüganer,

mein klar definierter Klassenstandpunkt hat mir zwar nur unter anderem einen Rausschmiss eingebracht aber ich will da mal nicht weiter klagen, ist schon einige Jahre her.

Was Deine Frage der Rettung betrifft; wenn natürlich alle DDR Bürger in der Schmollecke saßen weil sie nicht zur See fahren konnten oder nach Solingen auswandern........
Immer nach dem Motto: was kann ich dafür das mir die Hände frieren, hätte mir Mutti doch die Handschuhe angezogen!

Hättest mal brav in den Pol-Ök . Vorlesungen/Seminaren aufgepasst ........

Wenn Du es als Quintessenz gerne lesen möchtest, die DDR ist am politischen Missmanagement der Führung gescheitert.
Da konnte keiner "Retten".
Noch Fragen?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#196

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 20:51
von Rüganer (gelöscht)
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Nostalgiker,
welcher Führung? Des Politbüros, des ZK, der Räte der Bezirke, der Räte der Kreise?
Oder meintest du, etwa am Missmanagement der Partei, die ja die führende Rolle und das ewig geltende Recht in der DDR innehatte?
Welche Führung meinst du?
Meinst du ich wäre glücklicher gewesen, wenn ich in Pol-Ök aufgepasst hätte. Wäre mir dies heute von Nutzen? Ich glaube kaum, Nostalgiker, ich glaube kaum. Also lass das mal so, wie das mit der Pol. -Ök war. Schrott...Füllmaterial für müde Studentenbeine..
Ansonsten, ich bin nicht Kienzle oder der alte Hauser...
Aber ich bin auch kein nostalgischer Klassenkämpfer... da sei sonstwer vor...


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#197

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 21:09
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #196
Nostalgiker,
welcher Führung? Des Politbüros, des ZK, der Räte der Bezirke, der Räte der Kreise?
Oder meintest du, etwa am Missmanagement der Partei, die ja die führende Rolle und das ewig geltende Recht in der DDR innehatte?
Welche Führung meinst du?
Meinst du ich wäre glücklicher gewesen, wenn ich in Pol-Ök aufgepasst hätte. Wäre mir dies heute von Nutzen? Ich glaube kaum, Nostalgiker, ich glaube kaum. Also lass das mal so, wie das mit der Pol. -Ök war. Schrott...Füllmaterial für müde Studentenbeine..
Ansonsten, ich bin nicht Kienzle oder der alte Hauser...
Aber ich bin auch kein nostalgischer Klassenkämpfer... da sei sonstwer vor...




und ich glaube , wenn dieser , dein damaliger staat , der dir diese ausbildung ermöglicht hat ,so nutzlos gewesen wäre wie du es heute gerne möchtest , würde deine freizeitbeschäftigung nicht angel'n oder reisen sein sondern sich begrenzen auf schlafen !!!



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#198

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 21:11
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #196

Aber ich bin auch kein nostalgischer Klassenkämpfer... da sei sonstwer vor...



Ne aber wie mir scheint ein notorischer Meckerkopp

Die Ebenen wo inkompetente Leute in der DDR saßen kannst du dir nach eigenem erleben zusammenstellen, genauso wie ich das mache.

"Also lass das mal so, wie das mit der Pol. -Ök war. Schrott...Füllmaterial für müde Studentenbeine.."
Bezeichnest Du Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft auch als Schrott?

Aber es entsprach dem Trend in der DDR grundsätzlich gegen bestimmte Dinge zu sein, einfach weil es schick war und dem Massengeschmack entsprach.....

Es ist meist leichter gegen etwas zu sein .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#199

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 21:34
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Nostalgiker,
ich führe einen kleinen Betrieb und dies schon seit der Wende, da ist Betriebswirtschaft das A und O. Jedoch nicht politisch betrachtet und schon gar nicht im Sinne der Klasse, welcher auch immer. Einzig und allein in dem Sinne, dass Gewinn erwirtschaftet werden muss, schließlich sind da Kosten und ich will ja auch leben und dies nicht schlecht...
Wenn dies in der DDR auch so gehandhabt worden wäre, dann wäre sie unter Umständen noch zu retten gewesen, aber wir mussten uns ja mit persönlich schöpferischen Plänen, Kollektivschöpferischen Pläne, ´Kampfprogrammen und dem sozialistischen Wettbewerb und den Übungen der Zivilverteidigung innerhalb der Arbeitszeit abgeben. Soweit zu der Durchsetzung der ökonomischen Erkenntnisse in der DDR.
Unterstell mir nicht, ich wäre trendy gegen alles gewesen, ich finde es nur im Nachgang Schei.. wie die führende Klasse mit Leuten umgegangen ist, die sich nur selber etwas aufbauen wollten. Da hätten ja Ausbeuter draus werden können, Kulaken oder gar schlimmeres...
Aber diese Geschichten wären dann ja wieder erlebte Praxis a'la DDR.


zuletzt bearbeitet 12.07.2012 21:34 | nach oben springen

#200

RE: Die DDR war doch noch zu retten

in Themen vom Tage 12.07.2012 22:10
von Fritze (gelöscht)
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Du führst einen kleinen Betrieb ? Sehr schön ! Was machst Du mit einem Angestellten,der klaut ? In der DDR habt ihr doch alle geklaut wie die Raben und fandet das noch cool und gerecht. Man muss doch schliesslich alles mitnehmen.War doch Volkseigentum.
Pass nur auf,daß Du als Konkurent nicht plattgemacht wirst.dann ist Schluss mit Leben !
Stell Dir mal vor ,es gibt sogar Leute die nicht unbedingt Gewinnorientiert sind,trotzdem Spass am Schaffen haben und sich freuen,wenn sie anderen helfen können ohne ihnen überteuerte Rechnungen zu präsentieren.Aber der Standardspruch vom deutschen Handwerker :"Das wird teuer ",ist ja schon das Normale .
Freundschaft und schlaf gut !


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