#1

Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 20:36
von ABV | 1.110 Beiträge | 780 Punkte

Momentan feiert der Wolf sein Comeback in Deutschland. Dabei tun die Medien so, als wären diese Tiere tatsächlich für lange Zeit vollständig aus unseren Gefilden verschwunden gewesen. So ganz stimmt das aber nicht. In der 1964-er Ausgabe des in der DDR beliebten " Urania-Universum", berichtet ein Waidmann wie man damals mit dem Wolf umging. Nicht sehr fein, um es mal kurz vorwegzunehmen. Es herrschte sozusagen Schießbefehl!

" Nicht einmal von Wölfen bleiben wir verschont. Im ersten Fall von dem ich hörte, hatte sich der graue Würger 1952 in der Nähe von Güstrow selbst in einer Schlinge gefangen. Großes Aufsehen erregte im Herbst 1960 in den Kreisen Luckau, Jessen, Jüterbog auftauchender Wolf. Er riss einige große Rinder und ließ sich auch dabei nicht einmal von den in der Nähe arbeitenden Traktoren stören. Schafe holte er sich aus den Ställen, aber kein Jäger bekam ihn zu Gesicht. Daher wurden die kühnsten Spekulationen angestellt. Das ging sogar so weit, dass man nicht nur von einem Wolf, sondern von einem Bären, Leoparden oder gar Tiger sprach. Am 24. Marz 1961 sahen zwei Genossenschaftsbäuerinnen einen übergroßen dunklen Hund. Den Frauen fiel der merkwürdig schleichende Vierbeiner auf. Sie benachrichtigten den Genossenschaftsvorsitzenden. Die alarmierten Jäger waren bald darauf zur Stelle. Sechs Jäger, zwei Volkspolizisten und sechs Treiber umzingelten die Stelle an der das Tier vermutet wurde. Die geladene Flinte unterm Arm, schlich der Genossenschaftsbauer Werner Schmidt aus Ihlow um eine Schilfdickung. Am Rande einer Wiese verbarg er sich im fast mannshohem, grasdurchwachsenem Schilf. Die Zeit bewegte sich im Bummelschritt. Es planschte im Wasser. Ein dunkler Körper tauchte vierzig Meter entfernt von ihm auf. Vorsichtig hob der Jäger die Waffe. Der erste Schuss krachte. Der Wolf brach zusammen. Schmidt schoss ein zweites Mal. Der Graue richtete sich auf, näherte sich dem erneut ladenden Schützen. Aus fünfzehn Meter Entfernung streckten ihn zwei weitere Schüsse zu Boden und ließen ihn verenden. Es war ein stattlicher Wolf, 185 cm lang, 85 cm Schulterhöhe und 70 kg schwer. Ganz ehrlich, allein möchte ich so einem Burschen nicht begegnen."


Und ich dem Verfasser nicht! Obwohl dieser, ein gewisser Fritz Gottschalk, sicher längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist. Heutigen Tierschützern würden die Haare zu Berge stehen. Aber bei dieser Konstellation an Jägern konnte der Wolf doch nur verlieren. Der LPG-Vorsitzende als Chef der Meute, Schulter an Schulter mit der Volkspolizei. Hauptmann Fuchs stellt Räuber Wolf. Wäre doch ein schöner Titel für einen "Polizeiruf 110" gewesen.Fehlt nur noch, dass die zuständige Kreisdienststelle für Staatssicherheit, die Operative Personenkontrolle " Lupo" eröffnete. Und als Hasen getarnte Inoffizielle Mitarbeiter, sich an die Fährte des " Grauen Würgers" hefteten. Überhaupt, "Grauer Würger", womit hat der arme Wolf denn diesen blöden Beinamen verdient? Also ich kenne nur den " Blauen Würger". So wurde eine in der DDR berüchtigte Schnapssorte genannt. Natürlich auch nur wieder inoffiziell. Offiziell trug der Fusel die irreführende Bezeichnung " Juwel Klarer". Nach dessen soll am nächsten Tag so mancher wie ein Wolf gejault haben. Von wegen der starken Kopfschmerzen.
Waidmann Gottschalk besaß aber außer Wölfen, noch ein weiteres Feindbild. Die gemeine Hauskatze. Bei Gottschalk liest sich das so:
"Sie durchstreifen allerorts unsere Jagdgebiete und würgen alles, was ihnen in die Fänge und Krallen gerät: Kaninchen, Hasen, Rebhühner, Fasanen und Rehe. Im allgemeinen ist es schwer, diese Räuber zu erlegen, weil sie meistens nur nachts im Revier wildern und bei Tage das brave Haustier spielen. Daher muss an Stelle der Waffe viel häufiger die Falle treten, um ihrem Treiben Einhalt zu gebieten.

Gottschalk hat natürlich auch noch ein konkretes Beispiel aus seinem Jägerleben parat:
Ich hatte einmal eine Ricke angeschossen. Etwa eine halbe Stunde später führte mich der Hund auf der Schweißspur zu der Ricke. Als wir ankamen, sprang eine Katze von dem Tier. Sie hatte die noch Lebenszeichen gebende Ricke angefallen und gewürgt.


Seitdem Studium von Gottschalks Jagdabenteuern, sehe ich meine beiden Katzen mit ganz anderen Augen. Am Tage die friedliche Muschi mimen und in der Nacht reihenweise Oderbruch-Bambis erwürgen. Mit bloßen Samtpfoten!

Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert. Ein " Tierfreund" wie Gottschalk dürfte heutzutage höchstens im Internet Moorhühner abknallen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Abend

der Uwe aus dem Oderbruch


www.Oderbruchfotograf.de

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#2

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 20:42
von GZB1 | 2.248 Beiträge | 3985 Punkte

Wieder sehr schön erzählt ABV. Klasse!

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#3

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 21:17
von Altmark01 | 206 Beiträge | 758 Punkte

Hab mir grad mal die ganze Geschichte im Urania Universum Band 10 durchgelesen, klingt schon sehr "interessant" was der Herr Gottschalk so schreibt:

Wir haben im vergangenen Jahr in unserem Jagdgebiet 54 streunende Katzen erlegt. Es bedarf keiner großen Phantasie, um sich vorzustellen, wieviel Rebhühner, Fasanen, Kaninchen und Hasen von ihnen gerissen wurden.

Also an Phantasie mangelte es dem Herrn Gottschalk vermutlich nicht.

Gruß aus der Colbitz-Letzlinger Heide (wo auch schon Wölfe gesehen wurden)
Heiko


02.89 - 04.89 GAR 40 / 05.89 - 01.90 GR 34

zuletzt bearbeitet 03.02.2012 21:51 | nach oben scrollen

#4

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 21:23
von exgakl | 2.903 Beiträge | 5519 Punkte

wieder sehr gut geschrieben von unserem ABÄFAU.... also als bekennender Katzenfreund muss ich sagen, ich kenne den Herrn zwar nicht, aber er ist mir trotzdem sehr unsymphatisch.
Also meine Katzen kamen noch nie mit dem oben genannten Getier nach Hause


Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennen gelernt hat!

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#5

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 21:44
von Wanderer zwischen 2 Welten | 773 Beiträge | 8720 Punkte

So wie der Herr Gottschalk redet bzw schreibt kommen bei mir Zweifel auf ob der ueberhaupt schon mal in einem richtigen Wald gewesen ist oder jemals was anderes als vielleicht mal eine Hausmaus in einer Falle gefangen oder getoetet hat.
Herumstreunende Katzen koennen schon einige Schaeden in der Natur anrichten. Aber so gefaehrlich wie er sie darstellt sind sie bestimmt nicht. Sind Kaninchen eigentlich eine einheimische Tierart in Deutschland. Also hier sind sie es nicht und werden auch als Ungeziefer betrachtet.

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#6

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 21:54
von Fall 80 | 116 Beiträge | 1080 Punkte

Hallo Uwe, da bin ich voll Deiner Meinung Gruß, Uli.

Zitat von ABV
Momentan feiert der Wolf sein Comeback in Deutschland. Dabei tun die Medien so, als wären diese Tiere tatsächlich für lange Zeit vollständig aus unseren Gefilden verschwunden gewesen. So ganz stimmt das aber nicht. In der 1964-er Ausgabe des in der DDR beliebten " Urania-Universum", berichtet ein Waidmann wie man damals mit dem Wolf umging. Nicht sehr fein, um es mal kurz vorwegzunehmen. Es herrschte sozusagen Schießbefehl!

" Nicht einmal von Wölfen bleiben wir verschont. Im ersten Fall von dem ich hörte, hatte sich der graue Würger 1952 in der Nähe von Güstrow selbst in einer Schlinge gefangen. Großes Aufsehen erregte im Herbst 1960 in den Kreisen Luckau, Jessen, Jüterbog auftauchender Wolf. Er riss einige große Rinder und ließ sich auch dabei nicht einmal von den in der Nähe arbeitenden Traktoren stören. Schafe holte er sich aus den Ställen, aber kein Jäger bekam ihn zu Gesicht. Daher wurden die kühnsten Spekulationen angestellt. Das ging sogar so weit, dass man nicht nur von einem Wolf, sondern von einem Bären, Leoparden oder gar Tiger sprach. Am 24. Marz 1961 sahen zwei Genossenschaftsbäuerinnen einen übergroßen dunklen Hund. Den Frauen fiel der merkwürdig schleichende Vierbeiner auf. Sie benachrichtigten den Genossenschaftsvorsitzenden. Die alarmierten Jäger waren bald darauf zur Stelle. Sechs Jäger, zwei Volkspolizisten und sechs Treiber umzingelten die Stelle an der das Tier vermutet wurde. Die geladene Flinte unterm Arm, schlich der Genossenschaftsbauer Werner Schmidt aus Ihlow um eine Schilfdickung. Am Rande einer Wiese verbarg er sich im fast mannshohem, grasdurchwachsenem Schilf. Die Zeit bewegte sich im Bummelschritt. Es planschte im Wasser. Ein dunkler Körper tauchte vierzig Meter entfernt von ihm auf. Vorsichtig hob der Jäger die Waffe. Der erste Schuss krachte. Der Wolf brach zusammen. Schmidt schoss ein zweites Mal. Der Graue richtete sich auf, näherte sich dem erneut ladenden Schützen. Aus fünfzehn Meter Entfernung streckten ihn zwei weitere Schüsse zu Boden und ließen ihn verenden. Es war ein stattlicher Wolf, 185 cm lang, 85 cm Schulterhöhe und 70 kg schwer. Ganz ehrlich, allein möchte ich so einem Burschen nicht begegnen."


Und ich dem Verfasser nicht! Obwohl dieser, ein gewisser Fritz Gottschalk, sicher längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist. Heutigen Tierschützern würden die Haare zu Berge stehen. Aber bei dieser Konstellation an Jägern konnte der Wolf doch nur verlieren. Der LPG-Vorsitzende als Chef der Meute, Schulter an Schulter mit der Volkspolizei. Hauptmann Fuchs stellt Räuber Wolf. Wäre doch ein schöner Titel für einen "Polizeiruf 110" gewesen.Fehlt nur noch, dass die zuständige Kreisdienststelle für Staatssicherheit, die Operative Personenkontrolle " Lupo" eröffnete. Und als Hasen getarnte Inoffizielle Mitarbeiter, sich an die Fährte des " Grauen Würgers" hefteten. Überhaupt, "Grauer Würger", womit hat der arme Wolf denn diesen blöden Beinamen verdient? Also ich kenne nur den " Blauen Würger". So wurde eine in der DDR berüchtigte Schnapssorte genannt. Natürlich auch nur wieder inoffiziell. Offiziell trug der Fusel die irreführende Bezeichnung " Juwel Klarer". Nach dessen soll am nächsten Tag so mancher wie ein Wolf gejault haben. Von wegen der starken Kopfschmerzen.
Waidmann Gottschalk besaß aber außer Wölfen, noch ein weiteres Feindbild. Die gemeine Hauskatze. Bei Gottschalk liest sich das so:
"Sie durchstreifen allerorts unsere Jagdgebiete und würgen alles, was ihnen in die Fänge und Krallen gerät: Kaninchen, Hasen, Rebhühner, Fasanen und Rehe. Im allgemeinen ist es schwer, diese Räuber zu erlegen, weil sie meistens nur nachts im Revier wildern und bei Tage das brave Haustier spielen. Daher muss an Stelle der Waffe viel häufiger die Falle treten, um ihrem Treiben Einhalt zu gebieten.

Gottschalk hat natürlich auch noch ein konkretes Beispiel aus seinem Jägerleben parat:
Ich hatte einmal eine Ricke angeschossen. Etwa eine halbe Stunde später führte mich der Hund auf der Schweißspur zu der Ricke. Als wir ankamen, sprang eine Katze von dem Tier. Sie hatte die noch Lebenszeichen gebende Ricke angefallen und gewürgt.


Seitdem Studium von Gottschalks Jagdabenteuern, sehe ich meine beiden Katzen mit ganz anderen Augen. Am Tage die friedliche Muschi mimen und in der Nacht reihenweise Oderbruch-Bambis erwürgen. Mit bloßen Samtpfoten!

Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert. Ein " Tierfreund" wie Gottschalk dürfte heutzutage höchstens im Internet Moorhühner abknallen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Abend

der Uwe aus dem Oderbruch

zuletzt bearbeitet 03.02.2012 21:55 | nach oben scrollen

#7

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 22:06
von Altmark01 | 206 Beiträge | 758 Punkte

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
So wie der Herr Gottschalk redet bzw schreibt kommen bei mir Zweifel auf ob der ueberhaupt schon mal in einem richtigen Wald gewesen ist oder jemals was anderes als vielleicht mal eine Hausmaus in einer Falle gefangen oder getoetet hat.
Herumstreunende Katzen koennen schon einige Schaeden in der Natur anrichten. Aber so gefaehrlich wie er sie darstellt sind sie bestimmt nicht. Sind Kaninchen eigentlich eine einheimische Tierart in Deutschland. Also hier sind sie es nicht und werden auch als Ungeziefer betrachtet.



Der Herr Gottschalk schreibt in einem Nachsatz der Geschichte:

Als mein Urlaub zu Ende war, hatte mein Freund, ob sie es glauben oder nicht, einen Jäger aus mir gemacht.
Das erklärt doch so einiges..............


02.89 - 04.89 GAR 40 / 05.89 - 01.90 GR 34

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#8

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 03.02.2012 22:09
von exgakl | 2.903 Beiträge | 5519 Punkte

Zitat von Altmark01

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten
So wie der Herr Gottschalk redet bzw schreibt kommen bei mir Zweifel auf ob der ueberhaupt schon mal in einem richtigen Wald gewesen ist oder jemals was anderes als vielleicht mal eine Hausmaus in einer Falle gefangen oder getoetet hat.
Herumstreunende Katzen koennen schon einige Schaeden in der Natur anrichten. Aber so gefaehrlich wie er sie darstellt sind sie bestimmt nicht. Sind Kaninchen eigentlich eine einheimische Tierart in Deutschland. Also hier sind sie es nicht und werden auch als Ungeziefer betrachtet.



Der Herr Gottschalk schreibt in einem Nachsatz der Geschichte:

Als mein Urlaub zu Ende war, hatte mein Freund, ob sie es glauben oder nicht, einen Jäger aus mir gemacht.
Das erklärt doch so einiges..............




und wenn der Kerl mit mir Urlaub machen würde dann würde ich den "Jäger" zur Schnecke machen


Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennen gelernt hat!

zuletzt bearbeitet 03.02.2012 22:11 | nach oben scrollen

#9

RE: Jägerlatein in den Farben der DDR

in Mythos DDR und Grenze 06.02.2012 14:59
von S51 | 2.728 Beiträge | 2840 Punkte

Es wurden nahezu jedes Jahr in der DDR Wölfe geschossen. Nie sehr viel, wenn es mal fünf waren (insgesamt), dann war das schon viel. Das ist weniger, als ein kleines Rudel im Jahr Nachwuchs hat. Dampf gemacht wurde nur, wenn die Tiere dem Menschen und vor allem dem Vieh zu nahe kamen, weniger also auf den großen TüP bei Halbe oder dergleichen. Auch keineswegs nur im Bereich der Lausitz.
Mir ist ein Abschuß 1984 bei Falkenberg/Elster bekannt und bei einem Abschuß 1981 nahe Niederndodeleben bei Magdeburg war ich als Lehrling der Wasserwirtschaft als Treiber selbst bei.
So stark wie beschrieben aber war das Tier nicht. Etwas über einen Zentner. Es steht heute als Präparat in Berlin im Naturkundemuseum. Der Wolf stand nicht unter Naturschutz, hatte keine Schonzeit. Ab und an wurden die Abschüsse in der Zeitschrift "Unsere Jagd" erwähnt.
Es hat immer Wölfe gegeben, wie auch Luchse und, im Harz sowie im Hainich auch Wildkatzen. Man hat nur nicht so laut davon gesprochen. Weil man keine unnötigen Ängste wecken wollte. Denn eigentlich waren die Schäden sehr gering.
Mit streunenden Hauskatzen im Revier ist es etwas anders. Eine Wildkatze sorgt dafür, dass es auf rund 1000 Hektar nur einen "Revierinhaber" gibt. Hauskatzen ist es egal, wenn auf drei Meter zwei Katzen streunen. Natürlich holen die sich nicht nur Mäuse sondern viel lieber Bodenbrüter, junge Vögel. Wo da zu viele Dachhasen sind, kommt nichts mehr an den Grabenrändern hoch. Ich habe aber nie gesehen, dass eine Katze ein erwachsenes Reh angegangen wäre. Kitze, gerade in den ersten Stunden jedoch schon.
Katzen zu sterilisieren erscheint als unmöglich. Das ist auf dem Dorf nicht durchsetzbar. Da ist es schon ein Beitrag zum Naturschutz, wenn es streunenden Katzen ab etwa 300 Meter Entfernung zum Dorf an den Kragen geht. Aber nicht in Ortsnähe, die Stubentiger haben ja auch ihre Aufgaben.
10 Katzen hat zu DDR-Zeiten so mancher Jäger im Jahr erlegt. Dafür gab es immer ein paar Pfennige, die die Munition wettmachten. Manchmal ließen sich die Felle auch verkaufen. Heute macht die Entsorgung so etwas teuer.
Übrigens, im Moment ist Notzeit in den Wäldern, da nehmen die Wölfe alles, auch Pilzsucher...


GK Nord, GR 20, 7. GK
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