#1

Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 10:39
von Hans55 | 360 Beiträge | 1270 Punkte

Hallo,zusammen!
Bei den jetzigen Temperaturen,fällt mir der Winter 1986-87,wieder ein! Damals arbeitete ich imVEG Aschersleben,in der Bautruppe!
Da wir im Winter Arbeitsmäßig nicht viel machen konnten,wurden wir in den Braunkohlentagebau Nachterstedt zur"sozialistischen Hilfe" delegiert!
Die Arbeit bestand darin,mit einem Vorschlaghammer große,gefrorene Kohleklumpen zu zerkleinern,damit sie durch ein Rost paßten!
Niemand hat bei dieser Arbeit gefroren und wir haben es sehr gut bezahlt bekommen,aber es war eine elende Schinderei! Damals lernte ich auch den sogenannten"Schachtschnaps"kennen!Ein furchbares Zeug!
Mit uns zusammen arbeiteten auch Gefangene derJVA Thale! Es waren nur leichte Fälle und die haben genauso geschindert wie wir!
Ich kann mir vorstellen das im Forum Kameraden sind ,die auch ihre "sozialistische Hilfe"geleistet haben,wie auch immer!Gruß Hans

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#2

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 10:54
von Gert | 3.561 Beiträge | 9085 Punkte

Ich habe das damals im(West)fernsehen gesehen, in meinem Sessel in der warmen Stube. Ich habe euch nicht beneidet und konnte mir die Situation gut vorstellen. Das muss hart gewesen sein, im doppelten Sinne. Brrrr......... Das war ein harter Winter.


Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert! *Albert Einstein

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#3

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 11:09
von damals wars | 952 Beiträge | 5180 Punkte

Ich habe damals in Westfernsehen gesehen, wie die Jungs der Bundeswehr gefroren haben.
Da waren wir mit unserer Watteuniform fein raus.


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#4

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 12:56
von Fall 80 | 116 Beiträge | 1080 Punkte

Das mit der Bekleidung ist bei der Bundeswehr so eine Sache. Da hat sich bis Heute zwar schon einiges geändert, aber von Funktionbekleidung usw. haben die Herren vom Beschaffungsamt anscheinend noch nichts gehört. Da kaufen sich die Soldaten die funktionelle Ausrüstung selbst. Armes Deutschland.

Zitat von damals wars
Ich habe damals in Westfernsehen gesehen, wie die Jungs der Bundeswehr gefroren haben.
Da waren wir mit unserer Watteuniform fein raus.

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#5

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 13:43
von Gert | 3.561 Beiträge | 9085 Punkte

Zitat von damals wars
Ich habe damals in Westfernsehen gesehen, wie die Jungs der Bundeswehr gefroren haben.
Da waren wir mit unserer Watteuniform fein raus.




Also damals, dein Ätsch Effekt geht in diesem Falle völlig an mir vorbei, weil es mich nicht betraf.
Ich war nie bei der BW, daher kann ich da nicht mitreden Ich kenne aber die Wattemontur der NVA, die war gut und
hat mich gut geschützt im Winter auf den Steilküsten der Lübecker Bucht. Da kann's auch arschkalt werden an der Ostsee, das glaubt man gar nicht, wenn man die Ostsee nur aus dem Sommerurlaub kennt. Ich glaube wir hatten auch noch Filzstiefel bei kaltem Wetter.


Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert! *Albert Einstein

zuletzt bearbeitet 03.02.2012 13:44 | nach oben scrollen

#6

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 13:52
von Pit 59 | 2.296 Beiträge | 4960 Punkte

Die Wattekombi von uns war wirklich gut.Aber die allein hats auch nicht gebracht.Lange Unterwäsche,2Paar Strümpfe,Trainingsanzug,Dienstuniform,Wattekombi,Filzstiefel.Das war bei uns die Winterausrüstung.Leider ging nicht mehr.

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#7

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 13:57
von GZB1 | 2.248 Beiträge | 3985 Punkte

Zitat von Fall 80
Das mit der Bekleidung ist bei der Bundeswehr so eine Sache....von Funktionbekleidung usw. haben die Herren vom Beschaffungsamt anscheinend noch nichts gehört.



Das kommt daher weil die Herren Beamten und Oberste sich ihren Ar..h im Winter in ihren geheizten Büros nicht abfrieren müssen, ne halbjährige Versetzung nach A-stan im Winter würde das ratz fatz ändern.

Am Geld kanns ja wohl nicht liegen. Einfach mal ne Fregatte und zwei Eurofighter und drei Leo´s weniger bestellen.

zuletzt bearbeitet 03.02.2012 15:53 | nach oben scrollen

#8

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 15:26
von Thomas-Porta | 51 Beiträge | 20 Punkte

Zitat von Hans55
Hallo,zusammen!
Bei den jetzigen Temperaturen,fällt mir der Winter 1986-87,wieder ein! Damals arbeitete ich imVEG Aschersleben,in der Bautruppe!
Da wir im Winter Arbeitsmäßig nicht viel machen konnten,wurden wir in den Braunkohlentagebau Nachterstedt zur"sozialistischen Hilfe" delegiert!
Die Arbeit bestand darin,mit einem Vorschlaghammer große,gefrorene Kohleklumpen zu zerkleinern,damit sie durch ein Rost paßten!
Niemand hat bei dieser Arbeit gefroren und wir haben es sehr gut bezahlt bekommen,aber es war eine elende Schinderei! Damals lernte ich auch den sogenannten"Schachtschnaps"kennen!Ein furchbares Zeug!
Mit uns zusammen arbeiteten auch Gefangene derJVA Thale! Es waren nur leichte Fälle und die haben genauso geschindert wie wir!
Ich kann mir vorstellen das im Forum Kameraden sind ,die auch ihre "sozialistische Hilfe"geleistet haben,wie auch immer!Gruß Hans



da kann ich wie Hans ähnliches berichten, jedoch Winter 1978-wollten nach dem Weinachtsurlaub von Thüringen gen Falkensee, aber die DR brachte uns nur bis Leipzig und dort harrten wir 1-2 tage aus bis wieder die Schiene frei war. Die Ausgangsuniform war zwar mit Mantel und Fellmütze, jedoch die Halbschuhe hielten nicht viel ab.
Wir wurden auch für die Kohle vorgesehen und auch Eisschollen sprengen als Pioniere...
Gruß
Thomas

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#9

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 17:42
von Wanderer zwischen 2 Welten | 773 Beiträge | 8720 Punkte

Leute, der Bundeswehr Parka (gibt es den ueberhaupt noch?) war nicht schlecht. Gab ja zwei Arten von Innenfutter - Kunstfell und Watte. Watte schuetzte besser vor Kaelte, aber Fell war mehr verbreitet. Aber der Parka alleine haelt nicht warm. Es kommt halt drauf an was man darunter anzieht. Ausserdem gab es einen laengeren und kuerzeren Parka. Der Kuerzere war jedoch mehr verbreitet.
Die Wattejacken der NVA sind nicht schlecht, aber zu kurz. Darum ist mir im Winter der BW Parka lieber. Habe gluecklicherweise noch drei oder vier in Reserve, so auch zwei NVA Wattejacken.

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#10

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 17:47
von PF75 | 1.219 Beiträge | 2450 Punkte

gings eigendlich hier nicht um den Einsatz in der Braunkohle und nicht um BW-Klamotten ?

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#11

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 03.02.2012 18:00
von Wanderer zwischen 2 Welten | 773 Beiträge | 8720 Punkte

Zitat von PF75
gings eigendlich hier nicht um den Einsatz in der Braunkohle und nicht um BW-Klamotten ?



o.k., off topic. Aber jetzt wieder zurueck zum Thema.

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#12

RE: Es war eine Schinderei

in Leben in der DDR 18.02.2012 14:43
von Hackel39 | 460 Beiträge | 1500 Punkte

Zitat von Hans55
Hallo,zusammen!
Bei den jetzigen Temperaturen,fällt mir der Winter 1986-87,wieder ein! Damals arbeitete ich imVEG Aschersleben,in der Bautruppe!
Da wir im Winter Arbeitsmäßig nicht viel machen konnten,wurden wir in den Braunkohlentagebau Nachterstedt zur"sozialistischen Hilfe" delegiert!
Die Arbeit bestand darin,mit einem Vorschlaghammer große,gefrorene Kohleklumpen zu zerkleinern,damit sie durch ein Rost paßten!
Niemand hat bei dieser Arbeit gefroren und wir haben es sehr gut bezahlt bekommen,aber es war eine elende Schinderei! Damals lernte ich auch den sogenannten"Schachtschnaps"kennen!Ein furchbares Zeug!
Mit uns zusammen arbeiteten auch Gefangene derJVA Thale! Es waren nur leichte Fälle und die haben genauso geschindert wie wir!
Ich kann mir vorstellen das im Forum Kameraden sind ,die auch ihre "sozialistische Hilfe"geleistet haben,wie auch immer!Gruß Hans



Genau dieser Winter hatte aber auch andere Seiten.
Ich war damals auf dem Rangierbahnhof noch mit meiner Lok tätig und mußte Tag für Tag mit erleben wie die Schneewache der Bahnmeisterei (BM) in Truppenstärke anrückte, um alle 1-2 Stunden mal eine Weiche freizufegen, die ohne Heizung war.
Da hätte ein Bruchteil der Leute gereicht und die hätten auch nicht jeden Tag da sein müssen.
Man konnte also nur noch fasziniert zusehen, wie in deren Kaschemme zum Sendeschluß des DDR- Fernsehens die Lichter ausgingen und die Tür oft bis zum regulären Schichtbeginn nicht wieder auf ging.
Im Nachhinein erfuhr ich, daß die sich gegenüber ihren Vorgesetzten wohl dahingehend solidarisiert hatten, daß sie nicht wegen 2-3 Stunden ihren Arbeitsplatz aufzusuchen gedenken, um vielleicht von 24- 8 statt 6-14 Uhr zu arbeiten , nein nur wenn sowohl die komplette Schlafschicht (als Überzeit) als auch die reguläre Schicht bezahlt würde, käme man ins Geschäft.
Es ist also keine Erfindung der Neuzeit, daß es auch in der größten Krise noch Profiteure gab.


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