#141

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 13.02.2013 17:17
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #140
danke 94
Die Abrieglung ist eine taktische Handlung, die einen Gegner hindert (hindern soll) durch Feuer, Sperren oder Truppen einen bestimmten Geländeabschnitt zu durchschreiten. Eins, setzten!

für die ganz Doofen (hier ich!)
"in die Abriegelung" bedeutete "zwischen zwei Zäunen"? oder " eine Wachmannschaft "riegelt einen Bereich ab?


sowohl als auch...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#142

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 13.02.2013 17:24
von Barbara (gelöscht)
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auf die Gefahr, dass du mich schlägst:
also der Trupp der Abriegeler riegelt die Abriegelung ab??

sah einfach ja


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#143

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 13.02.2013 17:29
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #142
auf die Gefahr, dass du mich schlägst:
also der Trupp der Abriegeler riegelt die Abriegelung ab??

sah einfach ja


Wenn Du magst machen wir das im September beim Songcontest
Weiberne.... ich kann die vermutliche Bewegungsrichtung sowohl zwischen zwei Zäunen wie aber auch auf freiem Acker, ohne Zäune abriegeln
Weitere taktische Handlungen der GT waren außer der Abriegelung, die Verfolgung und Suche....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
feldwebel88 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.02.2013 17:30 | nach oben springen

#144

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 13.02.2013 17:37
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #140
danke 94
Die Abrieglung ist eine taktische Handlung, die einen Gegner hindert (hindern soll) durch Feuer, Sperren oder Truppen einen bestimmten Geländeabschnitt zu durchschreiten. Eins, setzten!

für die ganz Doofen (hier ich!)
"in die Abriegelung" bedeutete "zwischen zwei Zäunen"? oder " eine Wachmannschaft "riegelt einen Bereich ab?


Och Barbara--um es etwas mehr zu verdeutlichen--das ist wie heute.Bei einen Castor-Transport gehen auch schwer ausgerüstete Polizeieinheiten in die Abriegelung.Damit sich die Demonstranten nicht den Transport nähern. Und so was nennt man Abrieglung.


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#145

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 13.02.2013 18:57
von jecki09 | 422 Beiträge

Hallo Barbara,

zur Abriegelung:

Wenn der Grenzzaun auslöste, ging man davon aus, dass ein Grenzverletzer den Zaun ausgelöst hatte. Annahme war dann, dass der GV in Richtung Verlauf Staatsgrenze weiterläuft. Das hieß WRG = wahrscheinliche Richtung der Bewegung der Grenzverletzer.

Da anzunehmen war, dass der GV nicht nur geradeaus läuft, wurde ein Bereich am Kolonnenweg mit Posten besetzt, d. h. "abgeriegelt".

Ganz vereinfacht dargestellt:
Der Bereich der Abriegelung ergab sich, indem, von dem Zaunfeld welches ausgelöst hatte, in ca 45 Grad zur Grenze eine Linie gedacht wurde. Die "Hypotenuse dieses Dreiecks" war, unter Beachtung der Geländegegebenheiten (z.B. Feldweg, kleines Tal) der abzuriegelnde Bereich.

Zur Abriegelung wurden die Posten, die am dichtesten in diesem Bereich waren, also Grenzdienst hatten und natürlich die 2 Posten der A-Gruppe - und an einer TL zur Nachbarkompanie auch der Nachbarposten - eingesetzt. Gut war es wenn auch noch eine Kontrollstreife in der Nähe war.

Sollte tatsächlich festgestellt worden sein, dass ein GV den Zaun ausgelöst hatte, wurde umgehend die Postendichte erhöht und mit fortschreitender Zeit der Bereich der Abriegelung verbreitert. Man nahm an, dass der GV versucht die bestehende Abriegelung seitlich zu umgehen. Dann warbereits die ganze Kompanie in der Abrigelung und (zu meiner Zeit der Kompaniesicherung, ab 1985 in [Ifta]) auch der Alarmzug der Kompanie des III. Grenzbataillions (Schnellmannshausen).


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#146

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 02:31
von Barbara (gelöscht)
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Meine lieben Grenz-Abriegler,

ich bedanke mich sehr herzlich für die Unterweisung in diese hoch komplizierte Materie.

Habe ein ganz klein wenig den Eindruck, dass man mir Begriffstutzigkeit unterstellt - Rostocker und Exgakl (< wohlmöglich weibliche...)

Wäre das so, würde ich das unumwunden zugeben ..... (#142 war keine Sternstunde an Formulierung, das gebe ich zu.).... ist aber nicht so, DENN:
„in die Abriegelung gehen“ kann zwei Bedeutungen haben:

1. Def. „Räumlich“: ich gehe in den Raum zwischen vordersten Metallzaun und Signalzaun, also da wo, die ganzen bösen Super-Mario-Sachen sind. (das war mein Verständnis von Abriegelung und meine Irritation entstand dadurch, dass ich dachte: wieso müssen sie „darein gehen“ ? Da sind sie doch schon drin....)

2. Def. Als „taktische Handlung“ (< 94): ein Trupp riegelt einen, aufgrund eines Vorfalls zu definierenden Raum ab (Jecki09), dieser kann „mehr“ sein als Def. 1 – eben abhängig vom Vorfall.

Mein Problem war auch, (das habe ich mich dann nicht mehr zu fragen getraut), dass ich nicht wusste wo der „Klingeldraht“ war. Jetzt weiß ich es: http://www.grenzanlagen.de/grenzsperr1.htm > Position 17

Fazit: ich hätte es bei der Antwort von 94 belassen sollen, da war alles drin :-)

ABER: dann wäre mir die tolle Beschreibung der "Hypotenuse dieses Dreiecks" von Jecki09 entgangen, und das wäre sehr schade gewesen, denn: ich würde mich nun durch die ganzen Unterweisungen durchaus im Stande sehen, ein solches Manöver durchzuführen – im Modell versteht sich!

Exgakl: beim „Songcontest“ machen wir auf jeden Fall „Grenzalarm“ :-)
(Darf man solche Scherze machen? Ach is mir jetzt auch egal!)

Allerbeste Grüße :-)))))))
Barbara


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#147

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 19:23
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #131
Hallo Barbara,

In der Alarmgruppe waren meistens die Jenigen, welche im Dienst negativ aufgefallen waren. Ich kann dir sagen, ich war oft genug in der A- Gruppe. Der Stress hielt sich dennoch in Grenzen und hatte schon seinen Höhepunkt, wenn man laut Dienstplan mal wieder dran war. Vor allem nach der Frühschicht war das ärgerlich, weil man nicht in Ausgang konnte.
Die A- Gruppe wurde eingesetzt, wenn der Grenzsignalzaun (Ochse) auslöste. Wenn man Pech hatte geschah das auch schon drei mal in der Nacht. Wir waren mit einer Spurenlampe ausgerüstet um die Ursache der Auslösung festzustellen. Meistens war ein kleiner Zweig die Ursache. Ich denke in der Abriegelung war der Stress wesentlich größer. Beim ersten Mal pocherte das Herz, vor allem dann, wenn die Altgedienten dir ordentlich Angst machten und sich dabei königlich amüsierten.

Gruß Hartmut!


Hallo Barbara und Hartmut,

nur zur Ergänzung: Zu meiner Grenzer-Zeit (1980-1982, Übergang von der Bat.- zur Komp.-Sicherung war manchmal die A-Gruppe 24 draußen (also im Grenzgebiet). Je nach Lage, Notwendigkeit und Mentalität des Führungsoffiziers konnte man von -24-Stunden-schlafen- bis -16-Stunden-auf-Trapp-sein alles erleben. Da waren Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Führungsstelle zu verrichten, machmal ein kurzes Stück K6 zu machen oder Sicherheit am Tor herzustellen, je nachdem, wo sich die Führungsstelle befand. Oder mal schnell Kulperarbeiten zu kontrollieren oder den Verpflegungstrupp, Hundetrupp, GMN-Trupp zu unterstützen, ein Auto aus dem Dreck zu ziehen, falls die A-Gruppe mit P3 der LO eingesetzt war, S-Geräte umzustellen oder nachzuspannen...irgendwas war immer.
Und je nach Wetter und o.g. Umständen war A-Gruppe Belobigung oder Bestrafung. Die Unterbringung in der Führungsstelle war nicht vom Allerfeinsten, nur Postenverpflegung aus der Dose, kein Waschen, kein Zähneputzen, feuchte Decken, Unruhe... und man war praktisch immer unter Aufsicht.
Da war nix mit Bandmaßbehälter-, Lampen-, Kuckucksuhren-bauen und an Lesen oder Briefschreiben war auch nicht zu denken. Also wurde Skat gespielt, geraucht, dummes Zeug gequatscht... und je nach persönlicher "Liebe" des Herren auf der Führungsstelle konnte A-Gruppen-Dienst nach Vorschrift umgesetzt werden oder man ließ die A-Gruppe in Frieden.

HG 82/I
Olsen


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#148

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 19:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Hallo Barbara und Hartmut,

nur zur Ergänzung: Zu meiner Grenzer-Zeit (1980-1982, Übergang von der Bat.- zur Komp.-Sicherung war manchmal die A-Gruppe 24 draußen (also im Grenzgebiet). Je nach Lage, Notwendigkeit und Mentalität des Führungsoffiziers konnte man von -24-Stunden-schlafen- bis -16-Stunden-auf-Trapp-sein alles erleben. Da waren Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Führungsstelle zu verrichten, machmal ein kurzes Stück K6 zu machen oder Sicherheit am Tor herzustellen, je nachdem, wo sich die Führungsstelle befand. Oder mal schnell Kulperarbeiten zu kontrollieren oder den Verpflegungstrupp, Hundetrupp, GMN-Trupp zu unterstützen, ein Auto aus dem Dreck zu ziehen, falls die A-Gruppe mit P3 der LO eingesetzt war, S-Geräte umzustellen oder nachzuspannen...irgendwas war immer.
Und je nach Wetter und o.g. Umständen war A-Gruppe Belobigung oder Bestrafung. Die Unterbringung in der Führungsstelle war nicht vom Allerfeinsten, nur Postenverpflegung aus der Dose, kein Waschen, kein Zähneputzen, feuchte Decken, Unruhe... und man war praktisch immer unter Aufsicht.
Da war nix mit Bandmaßbehälter-, Lampen-, Kuckucksuhren-bauen und an Lesen oder Briefschreiben war auch nicht zu denken. Also wurde Skat gespielt, geraucht, dummes Zeug gequatscht... und je nach persönlicher "Liebe" des Herren auf der Führungsstelle konnte A-Gruppen-Dienst nach Vorschrift umgesetzt werden oder man ließ die A-Gruppe in Frieden.

HG 82/I
Olsen[/quote]

Ich war mindestens 50 mal 24 Stunden als Abschnitts-A-Gruppe draußen, wir waren aber defeninitiv für Lagen reserviert und nie für Absicherung, wie soll denn das gehen bei vorgegebener Ausrückzeit x+2 Minuten bei Grenzalarm?


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#149

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 20:00
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #147
Zitat von utkieker im Beitrag #131
Hallo Barbara,

In der Alarmgruppe waren meistens die Jenigen, welche im Dienst negativ aufgefallen waren. Ich kann dir sagen, ich war oft genug in der A- Gruppe. Der Stress hielt sich dennoch in Grenzen und hatte schon seinen Höhepunkt, wenn man laut Dienstplan mal wieder dran war. Vor allem nach der Frühschicht war das ärgerlich, weil man nicht in Ausgang konnte.
Die A- Gruppe wurde eingesetzt, wenn der Grenzsignalzaun (Ochse) auslöste. Wenn man Pech hatte geschah das auch schon drei mal in der Nacht. Wir waren mit einer Spurenlampe ausgerüstet um die Ursache der Auslösung festzustellen. Meistens war ein kleiner Zweig die Ursache. Ich denke in der Abriegelung war der Stress wesentlich größer. Beim ersten Mal pocherte das Herz, vor allem dann, wenn die Altgedienten dir ordentlich Angst machten und sich dabei königlich amüsierten.

Gruß Hartmut!


Hallo Barbara und Hartmut,

nur zur Ergänzung: Zu meiner Grenzer-Zeit (1980-1982, Übergang von der Bat.- zur Komp.-Sicherung war manchmal die A-Gruppe 24 draußen (also im Grenzgebiet). Je nach Lage, Notwendigkeit und Mentalität des Führungsoffiziers konnte man von -24-Stunden-schlafen- bis -16-Stunden-auf-Trapp-sein alles erleben. Da waren Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Führungsstelle zu verrichten, machmal ein kurzes Stück K6 zu machen oder Sicherheit am Tor herzustellen, je nachdem, wo sich die Führungsstelle befand. Oder mal schnell Kulperarbeiten zu kontrollieren oder den Verpflegungstrupp, Hundetrupp, GMN-Trupp zu unterstützen, ein Auto aus dem Dreck zu ziehen, falls die A-Gruppe mit P3 der LO eingesetzt war, S-Geräte umzustellen oder nachzuspannen...irgendwas war immer.
Und je nach Wetter und o.g. Umständen war A-Gruppe Belobigung oder Bestrafung. Die Unterbringung in der Führungsstelle war nicht vom Allerfeinsten, nur Postenverpflegung aus der Dose, kein Waschen, kein Zähneputzen, feuchte Decken, Unruhe... und man war praktisch immer unter Aufsicht.
Da war nix mit Bandmaßbehälter-, Lampen-, Kuckucksuhren-bauen und an Lesen oder Briefschreiben war auch nicht zu denken. Also wurde Skat gespielt, geraucht, dummes Zeug gequatscht... und je nach persönlicher "Liebe" des Herren auf der Führungsstelle konnte A-Gruppen-Dienst nach Vorschrift umgesetzt werden oder man ließ die A-Gruppe in Frieden.

HG 82/I
Olsen


Ich war mindestens 20 mal 24 Stunden als Abschnitts-A-Gruppe draußen, 4 Mann in einem eigens dafür aufgestellten Container, wir waren aber defeninitiv für Lagen reserviert und nie für Absicherung, wie soll denn das gehen bei vorgegebener Ausrückzeit x+2 Minuten bei Grenzalarm?


zuletzt bearbeitet 14.02.2013 20:08 | nach oben springen

#150

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 22:09
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

*Mich mal leise anschleich und Weiberfragen stelle .*

Nach welchen Kriterien wurden die BTs (also: 6, 9 oder 11) aufgestellt, sicherlich 1. geländetechnisch aber gab es da noch andere Kriterien. Wie war die BT-Dichte? Wer durfte ausser den Gaks noch den Durchlaß am Metallgitterzaun benutzen? Wie war der Durchlaß gesichert?

Danke für eventuelle Antworten!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#151

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 14.02.2013 22:45
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #150
*Mich mal leise anschleich und Weiberfragen stelle .*

Nach welchen Kriterien wurden die BTs (also: 6, 9 oder 11) aufgestellt, sicherlich 1. geländetechnisch aber gab es da noch andere Kriterien. Wie war die BT-Dichte? Wer durfte ausser den Gaks noch den Durchlaß am Metallgitterzaun benutzen? Wie war der Durchlaß gesichert?

Danke für eventuelle Antworten!!


...was Du alles Wissen willst, bleib schön neugierig...


xxx
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#152

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 15.02.2013 08:18
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #150
*Mich mal leise anschleich und Weiberfragen stelle .*

Nach welchen Kriterien wurden die BTs (also: 6, 9 oder 11) aufgestellt, sicherlich 1. geländetechnisch aber gab es da noch andere Kriterien. Wie war die BT-Dichte? Wer durfte ausser den Gaks noch den Durchlaß am Metallgitterzaun benutzen? Wie war der Durchlaß gesichert?

Danke für eventuelle Antworten!!


Mal Weiberfrage beantwortet

rot: klar waren die B-Türme geländetechnisch aufgestellt, sonst hätten die ja ihren SInn verfehlt. Ob es weitere Kriterien gab oder eine bestimmte Dichte angestrebt war ist mir nicht bekannt.

blau: die Gassen hat jeder benutzt der "feindwärts" bestätigt war (AO 13/81) dazu gehörten nicht nur Grenzaufklärer sondern auch ganz normale Grundwehrdienstleistende und UaZ. Nicht zu vergessen dabei... es haben auch Zivilisten die Gassen passiert z.B. um Arbeiten auf dem vorgelagertem Territorium durchzuführen... LPG usw.
Die Gassen waren in der Regel nur mit einem normalen handelsüblichem Vorhängeschloß gesichert... ging zur Not auch mit Taschenwerkzeug auf

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#153

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 15.02.2013 12:50
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Hallo Exgakl, danke für deine Antwort. Im Teil 2 habe ich mich mal wieder missverständlich ausgedrückt .
Ich meine laut dieser Zeichnung----> http://www.grenzanlagen.de/grenzsperr1.htm, den Durchlaß Nr.6.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#154

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 15.02.2013 13:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Und genau sowas meinte auch der Exgakl *wink*
Und manchmal gingen die Schlösser auch garnicht auf, da war'ns zugerostet. So gefühlte Stunden, es war aber vielleicht auch nur eine viertel, sägte man dann schon mit einem mit Isolierband umwickelten Sägeblatt *nachträglichnoch_nicht_grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Grenzverletzerin und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.02.2013 13:23 | nach oben springen

#155

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 15.02.2013 14:10
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

#152:
Die Gassen waren in der Regel nur mit einem normalen handelsüblichem Vorhängeschloß gesichert... ging zur Not auch mit Taschenwerkzeug auf

#154
..........sägte man dann schon mit einem mit Isolierband umwickelten Sägeblatt *nachträglichnoch_nicht_grins*

Das "gewöhnliche Vorhängeschloss" kenne ich eigentlich von den Toren des Grenzsignalzauns...

Ich verlinke mal hierhin - ist ja interessant..... und sensationell einfach.....
Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#156

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 15.02.2013 16:57
von utkieker | 2.926 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #150
*Mich mal leise anschleich und Weiberfragen stelle .*

Nach welchen Kriterien wurden die BTs (also: 6, 9 oder 11) aufgestellt, sicherlich 1. geländetechnisch aber gab es da noch andere Kriterien. Wie war die BT-Dichte? Wer durfte ausser den Gaks noch den Durchlaß am Metallgitterzaun benutzen? Wie war der Durchlaß gesichert?

Danke für eventuelle Antworten!!

Hallo Grenzverletzerin,

das sind doch keine Weiberfragen, nur weil man sich mit dem Fachchinesisch der Grenztruppen nicht so auskennt. Viele würden ja fragen genieren sich nur als unwissend da zu stehen.
Vom BT aus hatte man einen herrlichen Ausblick. Wenig Sinn würde es machen den Beobachtungsturm mitten im Wald aufzustellen. An der grünen, innerdeutschen Grenze sollten die Türme in der Nacht nicht benutzt werden. In der Nacht macht der Beobachtungsturm nur dann Sinn, wenn der der Abschnitt beleuchtet war, das war aber an der grünen Grenze die Ausnahme an der Berliner Grenze aber der Regelfall.
Ich meine heute kann ich ja aus dem Nähkästchen plaudern, als junge Soldaten sind wir auch schon im Dunkeln auf den Turm gestiegen. Warum? Ganz einfach die Aussichtsplattform war elektrisch beheizt, und ehe wir vor Kälte zähneklappernd acht Stunden Posten schoben, konnte man es sich schon mal eine zeitlang gemütlich machen.
Aber nicht immer war ein BT in der Nähe. Wenn es windig und kalt war gab es auch andere Unterstände, im Grenzerjargon Butze oder Eule genannt. Manchmal begnügte man sich schon mit einer im Erdboden eingelassenen Betonröhre oder suchte die Nähe einer Waldkante. Gab es überhaupt keinen Schutz vor der Witterung stand man im Jargon "am blanken Mast", dann freute man sich auf Feierabend und einer heißen Dusche.

Gruß Hartmut!

P. S. denk daran, wer nicht fragt bleibt dumm!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Grenzverletzerin und jecki09 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#157

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 25.02.2013 08:35
von hardi24a | 331 Beiträge

Meine erste Nachtschicht – Rhön 1975

Endlich, weg vom Drill – Eisenach ade !
Wo fährt der W50 hin ?
Kaltenwestheim/Rhön, mhhh noch nie von gehört.
Angekommen, neugierige Blicke, Landschaft – schön.
Es wurde der ersten Nachtschicht entgegen gefiebert.
Postenbrote, Feldflasche, Taschenlampe, Regenumhang… – nichts vergessen ?
Vom Weidberg ging es zu Fuß Richtung Oberweid, Absicherung Ltl (linke Trennungslinie, Frankenheim).
Wenn ich mich recht erinnere, bezogen wir Stellung in einem kl. Waldstück, welches am ehem. Sportplatz (?) lag.
Mein Postenführer, Reiner S., weis mir das zu beobachtende Gebiet zu.
Um sich die Zeit zu vertreiben nannte er mir etliche Namen, Postenpunkte, GMN….usw.
Aufgeregt wie ich war, habe ich natürlich nichts behalten, das kam dann später und wurde zur Routine.
Jedenfalls gegen Mitternacht machten wir uns auf und erkundeten die Gegend.
An einem alten Gebäude, nahe am Sportplatz Oberweid, machten wir halt.
„Posten, Soldat H., Gebäude durchsuchen“!
Oh, dachte ich, jetzt wird’s ernst.
„Ich sichere draußen u. Du, Soldat, gehst rein, Taschenlampe nicht vergessen“!
Ich holte die Taschenlampe aus der Beintasche und probierte sie aus – so eine Funzel, dachte ich bei mir.
Mutig, wie man war, Kaschi im Anschlag, Funzel an und rein.
Total dunkel, nur der kl. Kegel der Funzel brachte ein spärliches, gelbes Licht hervor.
Die Ecken ausgeleuchtet, schnell nochmal Richtung Decke, dann der Schreck: ein Strick zum erhängen hing von der Decke runter, darunter ein Stuhl. Meine Knie wurden weich, was für ein Anblick !
„Und, etwas Verdächtiges ?“ rief der Postenführer von draußen .
„N, n,n..., nein“, erwiederte ich angstvoll und ging so schnell es ging zum Ausgang.

„Prüfung bestanden“ sagte Postenführer R.S.
Natürlich war es dann Kompaniegespräch: Einführung der „Frischlinge“.

Tja, ich habe es dann genauso gemacht, als ich die „Neuen“ ins Gebiet eingeführt habe.

Gruß hardi24


maxhelmut, Lutze und gitarre52 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#158

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 25.02.2013 15:02
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von hardi24a im Beitrag #157
Meine erste Nachtschicht – Rhön 1975

Endlich, weg vom Drill – Eisenach ade !
Wo fährt der W50 hin ?
Kaltenwestheim/Rhön, mhhh noch nie von gehört.
Angekommen, neugierige Blicke, Landschaft – schön.
Es wurde der ersten Nachtschicht entgegen gefiebert.
Postenbrote, Feldflasche, Taschenlampe, Regenumhang… – nichts vergessen ?
Vom Weidberg ging es zu Fuß Richtung Oberweid, Absicherung Ltl (linke Trennungslinie, Frankenheim).
Wenn ich mich recht erinnere, bezogen wir Stellung in einem kl. Waldstück, welches am ehem. Sportplatz (?) lag.
Mein Postenführer, Reiner S., weis mir das zu beobachtende Gebiet zu.
Um sich die Zeit zu vertreiben nannte er mir etliche Namen, Postenpunkte, GMN….usw.
Aufgeregt wie ich war, habe ich natürlich nichts behalten, das kam dann später und wurde zur Routine.
Jedenfalls gegen Mitternacht machten wir uns auf und erkundeten die Gegend.
An einem alten Gebäude, nahe am Sportplatz Oberweid, machten wir halt.
„Posten, Soldat H., Gebäude durchsuchen“!
Oh, dachte ich, jetzt wird’s ernst.
„Ich sichere draußen u. Du, Soldat, gehst rein, Taschenlampe nicht vergessen“!
Ich holte die Taschenlampe aus der Beintasche und probierte sie aus – so eine Funzel, dachte ich bei mir.
Mutig, wie man war, Kaschi im Anschlag, Funzel an und rein.
Total dunkel, nur der kl. Kegel der Funzel brachte ein spärliches, gelbes Licht hervor.
Die Ecken ausgeleuchtet, schnell nochmal Richtung Decke, dann der Schreck: ein Strick zum erhängen hing von der Decke runter, darunter ein Stuhl. Meine Knie wurden weich, was für ein Anblick !
„Und, etwas Verdächtiges ?“ rief der Postenführer von draußen .
„N, n,n..., nein“, erwiederte ich angstvoll und ging so schnell es ging zum Ausgang.

„Prüfung bestanden“ sagte Postenführer R.S.
Natürlich war es dann Kompaniegespräch: Einführung der „Frischlinge“.

Tja, ich habe es dann genauso gemacht, als ich die „Neuen“ ins Gebiet eingeführt habe.

Gruß hardi24



da hat sich bestimmt einer mal in die Hose gemacht,
gab es noch andere"Prüfungen"mit den Neuen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#159

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 25.02.2013 15:08
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von hardi24a im Beitrag #157
Meine erste Nachtschicht – Rhön 1975

Endlich, weg vom Drill – Eisenach ade !
Wo fährt der W50 hin ?
Kaltenwestheim/Rhön, mhhh noch nie von gehört.
Angekommen, neugierige Blicke, Landschaft – schön.
Es wurde der ersten Nachtschicht entgegen gefiebert.
Postenbrote, Feldflasche, Taschenlampe, Regenumhang… – nichts vergessen ?
Vom Weidberg ging es zu Fuß Richtung Oberweid, Absicherung Ltl (linke Trennungslinie, Frankenheim).
Wenn ich mich recht erinnere, bezogen wir Stellung in einem kl. Waldstück, welches am ehem. Sportplatz (?) lag.
Mein Postenführer, Reiner S., weis mir das zu beobachtende Gebiet zu.
Um sich die Zeit zu vertreiben nannte er mir etliche Namen, Postenpunkte, GMN….usw.
Aufgeregt wie ich war, habe ich natürlich nichts behalten, das kam dann später und wurde zur Routine.
Jedenfalls gegen Mitternacht machten wir uns auf und erkundeten die Gegend.
An einem alten Gebäude, nahe am Sportplatz Oberweid, machten wir halt.
„Posten, Soldat H., Gebäude durchsuchen“!
Oh, dachte ich, jetzt wird’s ernst.
„Ich sichere draußen u. Du, Soldat, gehst rein, Taschenlampe nicht vergessen“!
Ich holte die Taschenlampe aus der Beintasche und probierte sie aus – so eine Funzel, dachte ich bei mir.
Mutig, wie man war, Kaschi im Anschlag, Funzel an und rein.
Total dunkel, nur der kl. Kegel der Funzel brachte ein spärliches, gelbes Licht hervor.
Die Ecken ausgeleuchtet, schnell nochmal Richtung Decke, dann der Schreck: ein Strick zum erhängen hing von der Decke runter, darunter ein Stuhl. Meine Knie wurden weich, was für ein Anblick !
„Und, etwas Verdächtiges ?“ rief der Postenführer von draußen .
„N, n,n..., nein“, erwiederte ich angstvoll und ging so schnell es ging zum Ausgang.

„Prüfung bestanden“ sagte Postenführer R.S.
Natürlich war es dann Kompaniegespräch: Einführung der „Frischlinge“.

Tja, ich habe es dann genauso gemacht, als ich die „Neuen“ ins Gebiet eingeführt habe.

Gruß hardi24




Schöner Bericht, hast Du auch Bilder vom Ausbildungsobjekt in Eisenach ?


MfG
Jawa350
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#160

RE: Mein erster Tag an der Grenze.

in Mein Grenzer Tagebuch 25.02.2013 15:20
von maxhelmut | 614 Beiträge

hallo hardi

ja so war es -die schöne Rhön (lang lang ist es her)

da mußte jeder durch

gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht,er ruht<


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