#41

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 09:24
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Butterflieger eine sehr gut beschriebene und nachvollziehbare Situation, die mir so in der Art öfter begegnet ist. Meine Vermutung war also ein Volltreffer ins Schwarze und da muss ich sagen, ohne dies zynisch zu meinen, auch wenn Haft immer eine schlimme persönliche Erfahrung ist hast Du mit 3 Jahren eigentlich noch mächtig Glück gehabt. Bei der Summe an Straftatbeständen, die mir bereits beim ersten lesen ins Auge gesprungen sind, war dies ein Strafmaß am absoluten unterem Ende der Skala.

Die Verurteilung zur Bewährung war ja noch ein erster Warnschuss vor den Bug um die Sache nicht eskalieren zu lassen, rein rechtlich wären allein an dieser Stelle (§225) schon bis zu 5 Jahren möglich gewesen. Anschließend die Weigerung den Wehrdienst abzuleisten. An dieser Stelle wären gleich zwei Straftatbestände (§§ 214, 256) angesprochen, auch wieder  bis zu 5 Jahre möglich. Scheinbar hatte man euch noch nicht aufgegeben und als Zeichen des Goodwill wurde die Einberufung ja ohne Verfahren erstmal zurückgezogen.

Dann zwischenzeitlich deine Verbindungen und Nachrichtenübermittlungen zu staatsfeindlichen Einrichtungen des NSW, diese wurden scheinbar erst nach Einleitung des U-Vorganges richtig bekannt und allein hier waren nach den §§ 100 und 219 schon bis zu 10 Jahre möglich.

Spätestens nach deinem Auftritt beim RdK mit der Androhung einer Straftat war jedoch eine rote Linie überschritten worden und dies machte ein eingreifen, welches ich damals schon wesentlich früher befürwortet hätte, notwendig. Ein eindeutiger Fall des § 214 (bis zu 5 Jahre) der nicht mehr toleriert werden konnte, inwieweit man den § 106 (bis zu 8 Jahre) hier zur Anwendung hätte bringen können wäre zu prüfen gewesen.

Dies ganz ohne Wertung nur mal als kleine Aufstellung, damit Du überblicken kannst was möglich gewesen wäre. Dann gleich meine Frage an Dich ob Du Dir dessen bewusst warst, oder da mehr naiv ins Blaue hinnein gehandelt hast?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#42

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 09:36
von Butterflieger (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.


Spätestens nach deinem Auftritt beim RdK mit der Androhung einer Straftat war jedoch eine rote Linie überschritten worden und dies machte ein eingreifen, welches ich damals schon wesentlich früher befürwortet hätte, notwendig. Ein eindeutiger Fall des § 214 (bis zu 5 Jahre) der nicht mehr toleriert werden konnte, inwieweit man den § 106 (bis zu 8 Jahre) hier zur Anwendung hätte bringen können wäre zu prüfen gewesen.



Gemach, Gemach. Ich habe damals beim RdK ganz klar gesagt, und das weiß ich noch wie heute "Ich bin weder bei der Vorbereitung noch bei dem Versuch, es sind lediglich Gedankenspiele die nicht strafbar sind".


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#43

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 09:41
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Feliks wenn man die Jahre Zusammenzählt,welche Du hier Verhängt hast,dann kommt ja ein Mörder eher aus dem Knast.


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#44

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 10:00
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von Pit 59
Feliks wenn man die Jahre Zusammenzählt,welche Du hier Verhängt hast,dann kommt ja ein Mörder eher aus dem Knast.


Mörder wurden nicht vorzeitig ausgebürgert und in die BRD "abgeschoben", sondern mußten länger einsitzen. Manchmal habe ich den Eindruck, die hohe Strafdrohung und die entsprechende ausgesprochenen Strafen dienten vor allem der Generalprävention ("Abschreckung") einerseits und waren andererseits ein Mittel um die Beträge, die man von der BRD für die "Abschiebung" verlangte, möglichst in die Höhe zu treiben.
An anderer Stelle wurde hier geschildert, dass die Verteidiger als erstes fragten, ob die Zugeführten in der DDR bleiben wollen oder nicht. Je nach Antwort hat das sicher Auswirkungen auf das Verfahren und die Höhe des Strafmaßes gehabt.
Theo


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#45

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 10:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Na ja da war man damals recht dünnhäutig Butterflieger, man hat dies als Drohung und als Bekundung der Mißachtung der Gesetze aufgefasst und fertig. Nachvollziehen kann ich deine Gedanken damals heute schon, gerade die Entlassung nach der BRD oder Westberlin fand ich, aus Gründen der Beispielwirkung, kritisch.

Deshalb, mein lieber Pit, rechnet man ja auch NICHT einfach so zusammen! Schon einmal die Begriffe Tateinheit und Tatmehrheit vernommen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 18.01.2012 10:18 | nach oben springen

#46

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 10:08
von Kimble | 397 Beiträge

Ich kann da nichts erkennen, was eine Haftstrafe rechtfertigen könnte.
Das einzige wofür ich eine Strafe überhaupt für denkbar halte wäre, wenn er nach
der Einberufung den Wehrdienst wirklich nicht angetreten hätte.
Alles andere ist pillepalle. Nach den Gesetzen der DDR zwar strafbar, stimmt.

Aber Butterflieger wollte nur das Land verlassen. Er war kein Agent der Geheimnisse
an das Ausland verraten hat. Er war doch sowieso für den Staat verloren.
So jemand hätte man ziehen lassen sollen, wäre menschlicher gewesen.

Spontan mußte ich gerade an den Film "Das Leben der anderen" denken.
Wo der junge Stasi am Anfang im Hörsal sagt: "....ich meine das ist doch unmenschlich"

Feliks, haste damals nicht auch irgendwie gesehen das "Delikt" und Strafe in keinem
gesunden Verhältnis standen. Wie findest Du das eigentlich aus heutiger Sicht, war das ok so?

@Butterflieger: Danke für den ersten langen Bericht. Bin auch schon gespannt wie es weiter geht.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
zuletzt bearbeitet 18.01.2012 10:11 | nach oben springen

#47

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 10:14
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Anschließend die Weigerung den Wehrdienst abzuleisten. An dieser Stelle wären gleich zwei Straftatbestände (§§ 214, 256) angesprochen, auch wieder  bis zu 5 Jahre möglich. Scheinbar hatte man euch noch nicht aufgegeben und als Zeichen des Goodwill wurde die Einberufung ja ohne Verfahren erstmal zurückgezogen.



eine einberufung zur nva war damals ein beliebtes mittel jemand nicht ausreisen lassen zu wollen. erst wäre derjenige für 1 1/2 jahre bei der nva gewesen und anschliessend hätte ein versagungsgrund lt. da 2/ 83 des mfs bestanden. für mich alles mittel um jemand langsam kriminalisieren zu können. bei der verwandtschaft und dem verwandtschaftsgrad von @butterflieger und seine äusserungen gegenüber dem rat des kreises, war doch klar, das eine rückgewinnung seiner person bzw. der familie aussichtslos war.

offensichtlich ging es wirklich nur noch um die höhe des geldes wie es @theo beschreibt. vermutlich war es wirklich so, je höher das strafmaß in der ddr- desto höher die "ablöse".


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#48

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2012 10:36
von Alfred | 6.841 Beiträge

Ich staune nur, was einige nach den wenigen Zeilen von "BF" schon einschätzen können.


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#49

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.01.2012 23:16
von Butterflieger (gelöscht)
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Jetzt gehts gleich weiter, hat ein bischen länger gedauert bis ich zum schreiben gekommen bin. Und wie schon geschrieben es kann sein das es nicht ganz chronologisch ist, kommt aber im großen und ganzen hin. Wer noch Fragen nach Ende des Beitrages hat, bitte schön


zuletzt bearbeitet 20.01.2012 23:40 | nach oben springen

#50

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.01.2012 23:58
von Butterflieger (gelöscht)
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Part 2

Am nächsten Tag wurde dann der Haftbefehl ausgestellt. Ich hab dann bei der zweiten Vernehmung darauf bestanden mit einem Rechtsanwalt Verbindung aufzunehmen. Der gewisse Prof. Dr. Vogel in Ostberlin. Nach einigen Tagen bekam ich dann Post von diesem, dass er die Mandatschaft übernimmt und einen Unteranwalt aus Sonneberg beauftragt hat.
Einige Tage später hatte das dann wirklich so funktioniert wie ich mit meiner Mutter ausgemacht hatte. Sie hat zu dem vereinbarten Zeitpunkt angerufen, ich war nicht da, keiner wusste wo ich bin, da schrillten die Alarmglocken und sie hat sich mit dem Westberliner Anwalt in Verbindung gesetzt. Der wiederum wusste schon von meiner Verhaftung von dem RA Vogel. Der Anwalt schrieb dann noch, dass er bereits die Bundesregierung unterrichtet habe. (Das hab ich später aus den Stasiunterlagen erfahren).
Auch erst aus den Unterlagen habe ich erfahren das eine konspirative Wohnungsdurchsuchung vorgenommen wurde. Man lud uns zu einem Gespräch zum RdK und durchsuchte in dieser Zeit in aller Ruhe unsere Wohnung. Ebenfalls ist hinterlegt, dass eine konspirative Tonbandaufzeichnung angefertigt wurde als ich mich in der Stadt mit einem anderen Antragsteller traf und mich mit diesem beratschlagte.
Im Juli 87 eröffnete mir dann der Untersuchungsführer bei einer Vernehmung, das es eine Amnestie angeblich „anlässlich zu Ehren des 38. Jahrestages der DDR“ geben werde (was für eine Farce) und ich unter die Amnestierung falle. Die Entlassung erfolge auf jeden Fall aber wieder in die DDR. Ich war natürlich maßlos enttäuscht und sauer, dass brachte ich auch in dieser Vernehmung zum Ausdruck und das ich nach der Entlassung an meinem Ausreisantrag festhalte und alles dafür tun werde um in die Bundesrepublik zu kommen. Sei es auf legalem oder illegalem Weg.
Irgend jemand, ich weiß aber heute noch nicht wer von denen, hat mich, als wir
mal mehrere Tage zu viert in einer Zelle waren, auch mal „verpfiffen“ als ein Zellenkumpel und ich uns über mehrere Arten von R-flucht unterhielten, u.a. Überwindung von Grenzsicherungsanlagen, wobei der Zellenkumpel aus dem Sperrgebiet kam und über die Grenze ganz gut Bescheid wusste.
Die Zellen beim MfS waren wirklich menschenverachtend eingerichtet. Nicht nur das in Abständen immer wieder das Licht anging (Feliks hat es schon treffend formuliert – Lebendkontrolle -) sondern das die Beobachter die von außen durch den Spion schauen – die komplette Zelle überblicken konnten. So auch die Toilette, die auch von den anderen Häftlingen weder optisch noch olfaktorisch abtrennbar war. Du warst also beim kleinen und großen Geschäft in permanenten, sowie visuell als auch phonetisch, im Kontakt mit deinen Mithäftlingen. Bis ich mich damit „unbefangen, weil nicht zu ändern“ abgefunden habe, hat schon lange gedauert. Und ich bin davon überzeugt das viele Mithäftlinge deswegen bis heute einen dauerhaften psychischen Knacks wegbekommen haben. Ätzende Langweile war natürlich an der Tagesordnung, zu zweit 24 Stunden in einer Zelle kann einem ganz schön an die Substanz gehen. Abgesehen von der ½ h Stunde in einer Freizelle an der frischen vergitterten Luft. 1 mal in der Woche konnte man sich Bücher ausleihen wobei immer einige Bücher durch die Klappe geschoben wurden und man sich da ein paar aussuchen konnte und eine geringe Anzahl an Gesellschaftsspielen.
Ich weiß nicht wer zu meiner Zeit dort gekocht hat, aber das Essen hat wirklich überraschend gut geschmeckt (ganz im Gegensatz zu später im SV). Vielleicht doch strafgefangene Frauen?
Die Posten draußen vor den Haftzellen waren teilweise humorvoll, hatte ich abends oder nachts mit dem Zellennachbarn mal längere Zeit geklopft, haben sie die Klappe geöffnet und gefragt ob ich Pflaster für die Fingerknöchel brauche. Manche drohten aber auch mit Einzelhaft wenn ich es nicht unterlasse.
Im September war dann die Gerichtsverhandlung zu der ich wie schon geschrieben zu 3 Jahren verurteilt wurde. Da aber die Amnestie schon voll im Gange war hat mich das wenig gekümmert. Meine Hauptsorge galt vielmehr der Zeit danach. Mein Rechtsanwalt konnte mir dann vor der Verhandlung wenigstens mitteilen, dass ich zwar im Rahmen der Amnestie wieder in die DDR entlassen würde aber innerhalb eines absehbaren Zeitraums in die Bundesrepublik ausgebürgert würde.
Ich kam dann tatsächlich noch in den Strafvollzug nach Cottbus. Dort waren ungefähr 80% politische Strafgefangene. Die Zellen waren immer mit mehreren Häftlingen belegt wobei mindestes ein Strafgefangener mit kriminellen Hintergrund dabei war, der dass stellte sich später raus ein Informant war. In den Stasiunterlagen wurden sie als IKMR ????????????? bezeichnet.
Ende Nov. wurde ich aus dem SV entlassen und bekam eine neue Arbeitstelle, weil ich mit meinen ehemaligen Kollegen ausgemacht hatte das, sollte mal etwas mit mir sein wie z.B. Haft, meine Arbeitsleistungen so schlecht wie möglich darzustellen, damit ich für die sozialistische Gesellschaft ohne großen Nutzen wäre. Von den MA des RdK wurde ich aufgefordert mich politisch ruhig zu verhalten um meinen Ausreiseantrag nicht zu gefährden. Dem hab ich zugesagt allerdings gleichzeitig betont, das es für mich eine zeitlich befristete Grenze gäbe. An einem Morgen im März, ich wollte gerade zur Arbeit, erschien bei mir zu Hause ein MA des RdK, meine Frau und ich bräuchten heute nicht zur Arbeit und meine Kinder nicht in die Schule, er hätte dort schon Bescheid gesagt. Wir sollten dann auf dem RdK vorsprechen. Dort wurden wir noch einmal ausführlich zu unserm Entschluss befragt und da unsere Zielsetzung ja klar war, wurden wir mit den nötigen Papieren zur Übersiedlung ausgestattet. Dann noch zur Polizei abmelden usw. Gegen Mittag waren wir fertig und es wurde uns mitgeteilt, dass wir bis 24.00 Uhr die DDR zu verlassen hätten. Gleichzeitig wurde uns aber auch gesagt das der letzte Zug Richtung BRD am Nachmittag gehe und wenn wir den verpassten hätten wir keine Möglichkeit mehr bis 0.00 Uhr auszureisen und würden uns strafbar machen. Also nur das nötigste eingepackt und ab. Gegen 17.00 oder 18.00 Uhr waren wir dann über der Grenze.
Interessant ist vielleicht noch zu erwähnen das das MfS auch noch lange Zeit nach meiner Ausreise wusste wo wir in der Bundesrepublik wohnten und die verschiedenen Adressen kannte.
Auch hatte das MfS bereits wieder einen neuen OV angelegt da ich meinen Freunden die Antragsteller waren versprochen hatte mich um ihre Ausreise zu kümmern und bei u.a. HvD und IGfM zu intervenieren. Eine befreundete Familie konnte, vielleicht durch meine Hilfe, noch zu DDR Zeiten ausreisen, danach kam die Wende. Alles andere ist bestens bekannt.


zuletzt bearbeitet 20.01.2012 23:59 | nach oben springen

#51

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 11:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Butterflieger
In den Stasiunterlagen wurden sie als IKMR ????????????? bezeichnet.


IKMR ... Inoffizielle Kriminalpolizeiliche Mitarbeiter aus dem Kreis der Rechtsbrecher


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#52

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 13:38
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Butterflieger deinen Text hatte ich ja heute Nacht schon gelesen, zu einer kurzen Antwort komme ich erst jetzt, eine ausführliche folgt später.

Auf jeden Fall möchte ich Dir erst einmal schnell für deine objektive und sachliche Darstellung danken. Du bestätigst vieles zur U-Haft (Lesemöglichkieten, gutes Essen, anständige Mitarbeiter, keine 24h Einzelhaft) was ich schon häufig geschrieben hatte, was jedoch immer, mit Verweis auf die Gruselgeschichten des Herrn Knabe, als Unwahrheit und Lüge bezeichnet wurde. Daher ist es besonders wichtig, dass auch einmal ein direkt Betroffener seine Sicht dargelegt hat. Dies einfach einmal zu den tatsächlichen Bedingungen der U-Haft, ohne jetzt auf die Gründe für diese Einzugehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#53

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 13:44
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Die Zellen beim MfS waren wirklich menschenverachtend eingerichtet. @Butterflieger

Na Feliks wieder mal das Beste Rausgesucht?


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#54

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 13:52
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Pit 59
Die Zellen beim MfS waren wirklich menschenverachtend eingerichtet. @Butterflieger



Hast Du dort auch "wohnen" dürfen weil Du das so genau weißt?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 21.01.2012 13:52 | nach oben springen

#55

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 14:06
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Zitat von Pit 59
Die Zellen beim MfS waren wirklich menschenverachtend eingerichtet. @Butterflieger



Hast Du dort auch "wohnen" dürfen weil Du das so genau weißt?

Gruß
Nostalgiker



Nun Ja,eine Zelle ist kein Hotelzimmer. Wenn ich aber die Zelle im Knast Ossendorf(Köln) mit der in HSH(Berlin) aus den 80iger Jahren vergleiche,ist die in HSH deutlich schlechter. Beide konnte ich mir mal ansehen.



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#56

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 14:21
von Backe | 480 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Zitat von Pit 59
Die Zellen beim MfS waren wirklich menschenverachtend eingerichtet. @Butterflieger



Hast Du dort auch "wohnen" dürfen weil Du das so genau weißt?

Gruß
Nostalgiker



menschenverachtend eingerichtet, sind die Worte von @Butterflieger und nicht von Pit 59, mal bemerkt


"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab" Gotthold E. Lessing
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#57

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 14:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Pit hast Du irgendwo gelesen, dass ich mich an diesem Wort hochgezogen habe oder es abstreite?

Dies ist eine pers. Bewertung die ich @Butterflieger als pers. Betroffenen, im Gegensatz zu Dir, zugestehe. Der Umstand als solches hatte jedoch durchaus seine Berechtigung, auf die man eingehen könnte. Die Sicht von Butterflieger kann ich trotzdem nachvollziehen, denn auch mit Wissen um die Hintergründe wäre es nicht mein Traum eines stillen Örtchens.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 21.01.2012 14:53 | nach oben springen

#58

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 20:07
von Butterflieger (gelöscht)
avatar

Um das ganze nochmal bildlich zu untermalen, wegen der vorrangegangenen Diskussionen hab ich ein Foto mit hochgeladen. In der 2 Mannzelle waren natürlich zwei Betten, eins stand noch rechts an der Wand. Ich kenne weder U-haft noch Strafvollzug hier in der Bundesrepublik außer aus dem Fernsehen aber das müssen ja 5 Sterne Zellen sein.

Angefügte Bilder:
Suhl_Zelle.jpg

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#59

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 20:10
von Alfred | 6.841 Beiträge

Wo und wann ist dies denn aufgenommen ?


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#60

RE: MfS UHA Suhl

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2012 20:24
von Butterflieger (gelöscht)
avatar

UHA Suhl 1988 so sagt es der Quellenhinweis


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