#121

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.01.2012 18:56
von Alfred | 6.841 Beiträge

Utkieker,

traurig ist, dass die Akten überhaupt noch vorhanden sind.

Keiner hat 1989 geahnt, dass später mal solch ein Umgang folgt. Hätte man dies gewusst, hätte der letzte Leiter General Schwanitz wohl kaum die Vernichtung von Unterlagen verboten.

Heute ist es doch so, dass man nur was über IM liest die über Herrn XYZ berichtet haben. Man liest aber kaum oder nichts davon, warum die IM s was berichtet haben. Man liest nichts davon ob der Journalist aus der BRD, den USA oder einen anderen Land für seinen Heimatdienst tätig war und seinen Job in der DDR nutzte. Alle Akten sind Opferakten oder Täterakten.

Ich will dies mal an zwei Beispielen festmachen.

Ein hoher Offizier kam aus dem Urlaub und holte sich auf der VS –Stelle geheime Unterlagen im Umfang von rund 3.000 Blatt und zeichnete den Empfang gegen. Bei einer VS – Kontrolle bei diesem Offizier wurde festgestellt, dass 1 Blatt fehlte. Ein Blatt von 3.000.

Jetzt wurden durch das MfS entsprechende Maßnahmen eingeleitet um zu klären, wie es zu diesen „Verlust“ kommen konnte. Der Offizier hatte aus Gewohnheit natürlich nicht jedes der 3.000 Blätter einzeln kontrolliert, hatte aber – wie geschrieben – entsprechend quittiert.

Was ist das nun, ist der Offizier Opfer ?

Ein Offizier war im Rahmen einer Dienstreise in einen – ich nenne es mal so – westlichen Land. Es war ausgemacht, dass alle Delegationsmitglieder im Reisezeitraum im gebuchten Hotel übernachten. Eines Tage passierte es, dass ein Offizier nicht in diesem Hotel übernachtete, sondern mit Delegationsmitgliedern eines NATO – Staates eine Kneipentour machte und auch mit diese in deren Unterkunft übernachtete.
Da er auf eine entsprechende Frage mitteilte, dass er immer im gewünschten Hotel übernachtete – sprich er log – nahm sich das MfS der Sache an um dies abzuklären.
Das dabei entstehende Papier ist dann eine Opferakte ?

Oder ein Beispiel aus dem zivilen Bereich.

Herr XYZ wurde als Geheimnisträger in einem wichtigen Betrieb bestätigt. Dazu wurde natürlich auch Material gesammelt. Herr XYZ wurde auf der Grundlage des Materials als Geheimnisträger bestätigt. Ist Herr YXZ auch Opfer.

Ich habe einige Freunde die wollten an bestimmtes Material der BStU. Da kamen da solchen Antworten wie, Sie nicht als Täter, das würde gegen die Sicherheitsinteressen der BRD verstossen usw.usw.

Jeder mag sich seinen Teil denken.


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#122

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.01.2012 20:35
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von utkieker
In der Hierachie des MfS waren die IM's auf der untersten Sprosse.



stop @xutkieker !!! das mfs war nicht in der lage seine quellen zu schützen, daher schande über dieses organ und seine mitarbeiter, aber anschliessend die quellen noch anpinkeln zu wollen geht in meinen augen zu weit.

ich schäme mich, das vertrauen nicht rechtfertigen zu können. reicht das ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#123

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.01.2012 22:46
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred


traurig ist, dass die Akten überhaupt noch vorhanden sind.




Einspruch!!!
Akten, die unsere Geschichte betreffen, dürfen nie abhanden kommen (ich weiss, dass das schon aus logistischen Gründen nicht geht, aber..)
Dadurch, das andere Menschen unter anderem auch sehr brisante Akten für die Nachwelt erhalten haben, weiss ich seit einiger Zeit eine ganze Menge über meinen Grossvater, den ich nie gesehen habe, weil sein Todestag der 13. 11. 1943 ist.. über den jahrzehntelang kein Mensch in der Familie gesprochen hat, der totgeschwiegen worden ist..
Ich habe mich dann mal "auf den Weg gemacht" in verschiedene Archive.. und siehe da.. mein Grossvater war Hauptscharführer des Feldgendarmerietrupps der 4. SS- Polizeidivision !.. und das waren diejenigen, die mit Sicherheit am wenigsten mit der Truppenverpflegung oder so zu tun hatten (mir liegen auch originale "Tätigkeitsberichte" des FGT vor, da kann ich nur sagen, es war eben ein Schei... krieg)
Verachte ich deshalb meinen Grossvater?
Nein, ich habe jetzt wenigstens ein Bild von ihm vor Augen, weiss wo sein Grab ist und kann mir Gedanken machen, wie es dazu kam, dass er dort gelandet ist und diese Dinge mitgemacht hat.
Und vor allem Lehren für die Gegenwart ziehen..

Siggi


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#124

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.01.2012 23:05
von jennyblo | 36 Beiträge

Zitat von uffz_nachrichten

Zitat von damals wars

Zitat von uffz_nachrichten
[quote="jennyblo"]................

Das einzige, was ich am Geldfluß von West nach Ost ungewöhnlich finde ist: Wieso zahlen jetzt die Sieger Reparationsleistungen?



"Magdeburg/dpa. Sachsen-Anhalt hat seit der Einführung des Solidaritätszuschlags bis Ende des vergangenen Jahres rund zwei Milliarden Euro an den Bund gezahlt. Damit liegt das Land im Vergleich der 16 Bundesländer auf Platz 13 vor dem Saarland, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linke-Fraktion hervor.


Der ursprünglich zur Finanzierung des Aufbaus Ost eingeführte Solidaritätszuschlag hat bis Ende 2010 knapp 200 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt gebracht. Den größten Anteil daran hatten mit 46,1 Milliarden Euro die Steuerzahler aus dem bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen. Es folgten Bayern (34,5 Milliarden Euro) und Baden-Württemberg (30,9 Milliarden Euro). Die fünf neuen Länder und Berlin steuerten 18,6 Milliarden Euro bei."




Jetzt haste Jenny ihre Aussage kaputt gemacht. Menno.....



@Ufzz_nachrichten: Wieso? Schöne Statistik. Wenn man nun die Zahlen ins Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung stellt, stimmts wieder. Und zuletzt sollte man erkennen, wohin das Geld fliesst. Aber das ist sicher zu schwierig.
jenny



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#125

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.01.2012 23:07
von jennyblo | 36 Beiträge

Zitat von Grenzgänger

Zitat von Alfred


traurig ist, dass die Akten überhaupt noch vorhanden sind.




Einspruch!!!
Akten, die unsere Geschichte betreffen, dürfen nie abhanden kommen (ich weiss, dass das schon aus logistischen Gründen nicht geht, aber..)
Dadurch, das andere Menschen unter anderem auch sehr brisante Akten für die Nachwelt erhalten haben, weiss ich seit einiger Zeit eine ganze Menge über meinen Grossvater, den ich nie gesehen habe, weil sein Todestag der 13. 11. 1943 ist.. über den jahrzehntelang kein Mensch in der Familie gesprochen hat, der totgeschwiegen worden ist..
Ich habe mich dann mal "auf den Weg gemacht" in verschiedene Archive.. und siehe da.. mein Grossvater war Hauptscharführer des Feldgendarmerietrupps der 4. SS- Polizeidivision !.. und das waren diejenigen, die mit Sicherheit am wenigsten mit der Truppenverpflegung oder so zu tun hatten (mir liegen auch originale "Tätigkeitsberichte" des FGT vor, da kann ich nur sagen, es war eben ein Schei... krieg)
Verachte ich deshalb meinen Grossvater?
Nein, ich habe jetzt wenigstens ein Bild von ihm vor Augen, weiss wo sein Grab ist und kann mir Gedanken machen, wie es dazu kam, dass er dort gelandet ist und diese Dinge mitgemacht hat.
Und vor allem Lehren für die Gegenwart ziehen..

Siggi




Danke Siggi!!
jenny



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#126

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 16:13
von ABV | 4.202 Beiträge

Akten sind zeitgeschichtliche Dokumente, ob es den einzelnen nun gefällt oder nicht. Eine komplette Aktenvernichtung hätte nur haltlosen Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Jeder könnte jedem alles unterstellen, ohne dass sich man sich gegen die Vorwürfe wehren kann. Nicht zuletzt würde es noch mehr Horrorgeschichten die auf bloßer Annahme und Phantasie beruhen, geben. Besser wäre das politische Klima ohne Stasi-Akten unter Garantie nicht. Wichtig ist eben aber auch, dass mit den Erkenntnissen aus diesen Akten vernünftig und sachlich umgegangen wird. Irgend jemand hatte mal gesagt, dass man mit dem Gewicht einer Akte einen Menschen auch erschlagen kann. Das war ganz sicher ein kluger Mensch!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 05.01.2012 16:14 | nach oben springen

#127

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 16:17
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von ABV
. Wichtig ist eben aber auch, dass mit den Erkenntnissen aus diesen Akten vernünftig und sachlich umgegangen wird. Irgend jemand hatte mal gesagt, dass man mit dem Gewicht einer Akte einen Menschen auch erschlagen kann. Das war ganz sicher ein kluger Mensch!

Gruß an alle
Uwe




ABV,

und genau dies ist eben NICHT der Fall.


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#128

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 16:51
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ABV
Akten sind zeitgeschichtliche Dokumente, ob es den einzelnen nun gefällt oder nicht. Eine komplette Aktenvernichtung hätte nur haltlosen Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Jeder könnte jedem alles unterstellen, ohne dass sich man sich gegen die Vorwürfe wehren kann. Nicht zuletzt würde es noch mehr Horrorgeschichten die auf bloßer Annahme und Phantasie beruhen, geben. Besser wäre das politische Klima ohne Stasi-Akten unter Garantie nicht. Wichtig ist eben aber auch, dass mit den Erkenntnissen aus diesen Akten vernünftig und sachlich umgegangen wird. Irgend jemand hatte mal gesagt, dass man mit dem Gewicht einer Akte einen Menschen auch erschlagen kann. Das war ganz sicher ein kluger Mensch!

Gruß an alle
Uwe



Hallo Uwe, was verstehst du denn unter vernünftigen und sachlichen Umgang ? Ich schildere mal meinen Eindruck.

Ich habe meine Akte angefordert, die sich hauptsächlich mit meiner Flucht in den Westen befasste. Ich musste nachträglich schmunzeln. Warum ? Nun, es geht oder ging der Stasi der Ruf voraus, über alles bescheid zu wissen. Ich konnte mich vergewissern, dass sie den Ablauf unserer damaligen Flucht nicht durchschaut hatten und eine falsche Story aufschrieben.
Das hat mir dann doch gefallen. hatte einen gewissen sportlichen Wert, sonst nix!
Die Übergabe der Akte und alles was damit zusammenhängt, war völlig in Ordnung, es war sachlich, ohne Kommentierung, nur mit Erklärungen über den Aufbau der Akte und wie man sie liest. Die machen einen guten Job, so war mein Eindruck.

Gruß ins Oderland ,

Achtung von Westen kommt "Andrea", heftige orkanartige Sturmboeen

edit: wie meistens kommt nix gutes aus dem Westen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 05.01.2012 16:52 | nach oben springen

#129

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 17:28
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Gert!
Unter einem vernünftigen Umgang verstehe ich, dass auf diese verdammte Sensationshascherei wie sie zum Beispiel manche Medien betreiben, verzichtet wird. Vieles ist in Wirklichkeit viel banaler als es auf dem ersten Blick erscheint. Das zeigt ja schon das Beispiel deiner Flucht. Erst dann haben viel mehr Menschen auch den Mut über eventuelle Verstrickungen zu reden um damit ihren Beitrag zur geschichtlichen Aufarbeitung zu leisten. Aber gerade das ist eben leider noch lange nicht der Fall.

P.S. die giftige Andrea ist bis jetzt schadlos übers Oderland gebraust. Ich hoffe es bleibt so.

Viele Grüße aus dem Oderland
an den Rhein
Uwe


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#130

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 18:06
von damals wars | 12.164 Beiträge

Zitat von Grenzgänger

Zitat von Alfred


traurig ist, dass die Akten überhaupt noch vorhanden sind.




Einspruch!!!
Akten, die unsere Geschichte betreffen, dürfen nie abhanden kommen (ich weiss, dass das schon aus logistischen Gründen nicht geht, aber..)
Siggi




Die Akten zur Finanzierung der faschistische Mörderbande sind, ganz zufällig, vom Verfassungschutz in Thüringen vernichtet worden.
Die waren wohl vom Umgang mit den Stasiakten gewarnt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#131

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 20:49
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von utkieker
In der Hierachie des MfS waren die IM's auf der untersten Sprosse.



stop @xutkieker !!! das mfs war nicht in der lage seine quellen zu schützen, daher schande über dieses organ und seine mitarbeiter, aber anschliessend die quellen noch anpinkeln zu wollen geht in meinen augen zu weit.

ich schäme mich, das vertrauen nicht rechtfertigen zu können. reicht das ?



Hallo Gilbert,

Du brauchst dich bei mir nicht entschuldigen, den einzigen Kontakt, den ich zur Stasi hatte, war in der GÜSt- Kantine von Salzwedel mit PKE- Leuten beim Kaffee trinken.
Vieleicht hat es der Eine oder Andere gar nicht verdient, daß ich mich vorurteilsfrei für Mitarbeiter des MfS und insbesondere für IM's einsetze, aber es soll auch jeder sehen, daß ich mich mit Pauschalurteilen nicht abspeisen lasse auch wenn das Ganze sehr unpopulär ist. Ja Gilbert du hast Recht, die Stasi konnte ihre Quellen nicht mehr schützen, sie aber anschließend in den Dreck zu treten ist unwürdig! Ich habe in einem ähnlichen Thread an Käthe Woltemath erinnert eine ungewöhnliche und engagierte Frau. Aber ihr Engagement war plötzlich keinen Pfifferling mehr wert, nachdem sie als Stasi- Zuträger enttarnt wurde.
Aber über dies sollte nicht vergessen werden, daß ehemaligen Bürgerrechtlern in der DDR übel mitgespielt wurden. Sowohl Roland Jahn, als auch Vera Lengsfeld und der mir politisch nahestehende Dr. Thomas Klein waren alles andere als Gewaltverbrecher oder Faschisten und doch gerieten sie ins Fadenkreuz der Stasi wurden ausgebürgert oder inhaftiert und für mich ist ihre politische Rehabilitierung wichtig! Man kann sich die Geschichte nicht schön reden in dem man unliebsame Akten verschwinden lässt.
Die Geheimdienste dieser Welt sind kein Kulturgut der Menschheit jahrtausende sind die Menschen ohne Bespitzelung und Geheimdienste ausgekommen. Entstanden sind die Geheimdienste aus der Not heraus in einem Klima von Mißgunst und Feindseligkeit und irgendwann wurde die Not zur Tugend erklärt.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#132

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2012 22:40
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von utkieker

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von utkieker
In der Hierachie des MfS waren die IM's auf der untersten Sprosse.



stop @xutkieker !!! das mfs war nicht in der lage seine quellen zu schützen, daher schande über dieses organ und seine mitarbeiter, aber anschliessend die quellen noch anpinkeln zu wollen geht in meinen augen zu weit.

ich schäme mich, das vertrauen nicht rechtfertigen zu können. reicht das ?



Hallo Gilbert,

Du brauchst dich bei mir nicht entschuldigen, den einzigen Kontakt, den ich zur Stasi hatte, war in der GÜSt- Kantine von Salzwedel mit PKE- Leuten beim Kaffee trinken.
Vieleicht hat es der Eine oder Andere gar nicht verdient, daß ich mich vorurteilsfrei für Mitarbeiter des MfS und insbesondere für IM's einsetze, aber es soll auch jeder sehen, daß ich mich mit Pauschalurteilen nicht abspeisen lasse auch wenn das Ganze sehr unpopulär ist. Ja Gilbert du hast Recht, die Stasi konnte ihre Quellen nicht mehr schützen, sie aber anschließend in den Dreck zu treten ist unwürdig! Ich habe in einem ähnlichen Thread an Käthe Woltemath erinnert eine ungewöhnliche und engagierte Frau. Aber ihr Engagement war plötzlich keinen Pfifferling mehr wert, nachdem sie als Stasi- Zuträger enttarnt wurde.
Aber über dies sollte nicht vergessen werden, daß ehemaligen Bürgerrechtlern in der DDR übel mitgespielt wurden. Sowohl Roland Jahn, als auch Vera Lengsfeld und der mir politisch nahestehende Dr. Thomas Klein waren alles andere als Gewaltverbrecher oder Faschisten und doch gerieten sie ins Fadenkreuz der Stasi wurden ausgebürgert oder inhaftiert und für mich ist ihre politische Rehabilitierung wichtig! Man kann sich die Geschichte nicht schön reden in dem man unliebsame Akten verschwinden lässt.
Die Geheimdienste dieser Welt sind kein Kulturgut der Menschheit jahrtausende sind die Menschen ohne Bespitzelung und Geheimdienste ausgekommen. Entstanden sind die Geheimdienste aus der Not heraus in einem Klima von Mißgunst und Feindseligkeit und irgendwann wurde die Not zur Tugend erklärt.

Gruß Hartmut!




Hartmut ich glaube du irrst.Deinen Standpunkt in Ehren...aber schon die ollen Pharonen hatte so was wie einen Geheimdienst


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#133

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.01.2012 10:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich denke, es ist in Ordnung, wenn ein Bürger der DDR sich bei dem MfS ordentlich verdingte, also Kämpfer für die SED wurde mit allem drum und dran, wie Uniform, Dienstgrad usw.. Er vertrat zwar nicht meine Weltanschauung aber als Bürger der DDR wusste ich mit wem ich zu tun hatte und konnte mich darauf einrichten.
Was ich verurteile, ist das widerliche Spitzelsystem, die Quellen, die nach Gilberts Aussage so schützenswert sind,
Nach allem was man hörte, wurde dieses System derart pervertiert, dass im Extremfall Ehepartner untereinander zum Spitzel bzw. Ausforschungsopfer wurden. ( Beispiel Vera Wollenberger/Lengsfeld ) Das, was nach der Wende bekannt wurde, hat meine Erwartungen weit übertroffen.
Es ist einfach ein menschlicher Abgrund, der sich da auftut. Und ich sage, man konnte nein sagen. Kurz bevor ich 1965 in den Westen flüchtete, hat ein Bekannter, der bei dem Wachregiment Feliks D. in Berlin diente, versucht , mich für sowas anzuwerben. Ich sollte Freunde in einem Jugendclub aushorchen. Ich habe das natürlich abgelehnt. Es hatte keinerlei Folgen. Allerdings war ich auch schon als antikommunistisches Subjekt oder wie Feliks sagt, eine feindlich negative Kraft, verschrieen.

Schön' Tach allerseits, Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 06.01.2012 10:33 | nach oben springen

#134

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.01.2012 14:34
von damals wars | 12.164 Beiträge

Zitat von jennyblo
[quote="uffz_nachrichten"][quote="damals wars"][quote="uffz_nachrichten"][quote="jennyblo"]................


@Ufzz_nachrichten: Wieso? Schöne Statistik. Wenn man nun die Zahlen ins Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung stellt, stimmts wieder. Und zuletzt sollte man erkennen, wohin das Geld fliesst. Aber das ist sicher zu schwierig.
jenny



Die arbeitende Bevölkerung zahlt den Solidaritätszuschlag in ganz Deutschland in selber Höhe.
wiki:Der Solidaritätszuschlag beträgt gemäß Satz 1 des § 4 SolzG 5,5 Prozent der Lohnsteuer / Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer.
Alle Einnahmen decken alle Ausgaben.
Nennt sich Kameralistik.
Was soll daran schwierig sein?

Noch Fragen?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#135

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.01.2012 15:58
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von damals wars

Zitat von jennyblo
[quote="uffz_nachrichten"][quote="damals wars"][quote="uffz_nachrichten"][quote="jennyblo"]................


@Ufzz_nachrichten: Wieso? Schöne Statistik. Wenn man nun die Zahlen ins Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung stellt, stimmts wieder. Und zuletzt sollte man erkennen, wohin das Geld fliesst. Aber das ist sicher zu schwierig.
jenny



Die arbeitende Bevölkerung zahlt den Solidaritätszuschlag in ganz Deutschland in selber Höhe.
wiki:Der Solidaritätszuschlag beträgt gemäß Satz 1 des § 4 SolzG 5,5 Prozent der Lohnsteuer / Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer.
Alle Einnahmen decken alle Ausgaben.
Nennt sich Kameralistik.
Was soll daran schwierig sein?

Noch Fragen?




Du bist aber auch wieder ironisch veranlagt heute. jennyblo wollte doch nur, daß ich endlich begreife, daß ihr schwerverdientes Geld teilweise ( ihr Soli-Zuschlag ) auf meinem ostdeutschen Sparkassenkonto landet.

@jennyblo: Die Abkürzung für Unteroffizier lautet IMHO Uffz, nicht Uffzz



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#136

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.01.2012 16:19
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nur hat das nicht einmal ansatzweise mit dem Thema zu tun...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#137

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.01.2012 14:43
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von glasi
was haben solche leute in demokratischen palarmenten und rathäusern zu suchen. demokratie hat die doch damals auch nicht intresiert. ich hätte mehr achtung von jemanden der beim MFS war der sein glück in der freien wirtschaft sucht anstatt in der politik den demokraten zu heucheln.




@glasi, du forderst in diesem forum immer >>respekt<<. wie sieht es diesbezüglich bei dir selbst aus? evtl. solltest du mal wieder die eingangsseite dieses forum mit dem spruch von m. powell lesen.



hallo gilber ich habe doch respekt vor dir, felix und alfred. ich habe nur meine meinung gesagt. mehr nicht. lg glasi



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#138

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.01.2012 22:45
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Gert
Ich denke, es ist in Ordnung, wenn ein Bürger der DDR sich bei dem MfS ordentlich verdingte, also Kämpfer für die SED wurde mit allem drum und dran, wie Uniform, Dienstgrad usw.. Er vertrat zwar nicht meine Weltanschauung aber als Bürger der DDR wusste ich mit wem ich zu tun hatte und konnte mich darauf einrichten.
Was ich verurteile, ist das widerliche Spitzelsystem, die Quellen, die nach Gilberts Aussage so schützenswert sind,
Nach allem was man hörte, wurde dieses System derart pervertiert, dass im Extremfall Ehepartner untereinander zum Spitzel bzw. Ausforschungsopfer wurden. ( Beispiel Vera Wollenberger/Lengsfeld ) Das, was nach der Wende bekannt wurde, hat meine Erwartungen weit übertroffen.
Es ist einfach ein menschlicher Abgrund, der sich da auftut. Und ich sage, man konnte nein sagen. Kurz bevor ich 1965 in den Westen flüchtete, hat ein Bekannter, der bei dem Wachregiment Feliks D. in Berlin diente, versucht , mich für sowas anzuwerben. Ich sollte Freunde in einem Jugendclub aushorchen. Ich habe das natürlich abgelehnt. Es hatte keinerlei Folgen. Allerdings war ich auch schon als antikommunistisches Subjekt oder wie Feliks sagt, eine feindlich negative Kraft, verschrieen.

Schön' Tach allerseits, Gruß Gert



Hallo Gert,

Was mich immer wieder gewundert hat, ist die Sammelwut der Stasi. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, daß die Fülle an Informationen für's MfS wirklich hilfreich war. Ich möchte sogar behaupten, daß ein großer Teil davon Informationsmüll war. In Einem gebe ich dir Recht, ein System von Bespitzelung funktioniert nicht ohne Spitzel. Ob nun IM, V- Mann, Zuträger, Informant, Schnüffler eigentlich ein Synonym für Ein und das Selbe für den Spitzel auf die kein Geheimdienst dieser Welt egal ob CIA, KGB, MfS, Secret Service, Mossad, Verfassungsschutz verzichten könnte. Dennoch verdrehst du den kausalen Zusammenhang, nicht der Spitzel hat sich den Geheimdienst zu Nutze gemacht, sondern der Geheimdienst hat sich dem Zuträger amgebiedert. Das ein potentieller Informant selbstständig eine Behörde des Geheimdienstes aufsucht, vieleicht schon mit einem Aktenbündel unterm Arm um seinen Nachbarn anzuschwärzen glaubst du doch wohl selber nicht.
Nun gut nehmen wir Knud Wollenberger, der wie bekannt geworden seine eigene Ehefrau bespitzelte. Sicher ist diese Art der Bespitzelung eher ein Extremfall als der Regelfall. Aber was der Hintergrund seiner Informantentätigkeit welche Motive verfolgte Wollenberger, hatte er etwa den Eifer seine eigene Frau hinter Gittern verschimmeln zu lassen? Hat er gelogen, daß sich die Balken biegen? "Das kann eigentlich nicht grundsätzlich schädlich sein, mit ihnen zu reden" (@ Knud Wollenberger), sicherlich eine Mischung aus Selbstüberschätzung und Unterschätzung repressiver Methoden der Stasi hat ihn dazu getrieben ein Deal mit dem DDR- Geheimdienst einzugehen. Das Vera Lengsfeld durch die Bespitzelung ein Vetrauensbruch sah und damit die Scheidung einreichte ist mehr als verständlich, aber auch ihre private Angelegenheit! Wollenberger hatte keinen Einfluß auf die Verwetung seiner Informationen und ich möchte behaupten kein IM hatte diese Möglichkeit.
Bleiben noch tausende Stasiakten unbescholtener Bürger, die weder eine Knasttür von innen gesehen haben und nie vor Gericht standen, Opferakten? Oder Leumundszeugnisse? Die meisten IM's konnten nie strafrechtlich belangt werden. Und wenn schon das Strafrecht nicht greifen kann, bleiben nur noch moralische Ausdünstungen übrig.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#139

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2012 11:18
von Butterflieger (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Die 3 Sekunden Dämmerlicht zur Lebendkontrolle hättest Du nach einer Woche schon gar nicht mehr wahrgenommen.



Ich kann versichern das ich es auch noch nach 3 Monaten wahrgenommen habe


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#140

RE: 20 Jahre Stasi-Unterlagen-GesetzGauck warnt vor nostalgischem Nebel

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2012 13:30
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Die 3 Sekunden Dämmerlicht zur Lebendkontrolle hättest Du nach einer Woche schon gar nicht mehr wahrgenommen.


Zitat von Butterflieger

Ich kann versichern das ich es auch noch nach 3 Monaten wahrgenommen habe



also ganz ehrlich... das artet hier wieder in eine märchenstunde aus...


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