#81

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 14:29
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Eine ganze Menge Feliks,bin mal gespannt was die Kollegen sagen.

Die Wasserzelle in Hoheneck wurde doch bis in die Anfang der 70iger Jahre benutzt.
Spiegel TV hat doch intensiv nachgeforscht,nachdem eine Wärterin dies hartnäckig verneint
hat-allerdings hat diese Person auch erst in den 80iger Jahren dort ihren Dienst angetreten.



nach oben springen

#82

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 16:00
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Freedom
Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?

Hier habe ich gesessen, aus heutiger Sicht eher ein Erholungslager. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/916.htm



Naja Freedom, Erholungslager...???? Du wirst es ganz genau wissen.....und auch warum du zu diesem Erholungslager verdonnert wurdest....ich hab aber Bewunderung, das du keine Rachegefühle mehr hegst....

....ein ganz bestimmter Mensch hat mich als Kind jahrelang körperlich misshandelt....ich bin heute noch nich frei von Rachegefühlen....diese Person verlangt seid längeren, das ich das doch bitte schon längst vergessen haben sollte.....ich kannst leider nich und jedes Mal wenn ich diese Person sehe kommt alles wieder hoch....ich hab ein riesen Problem dieser Person zu begegnen....

@ GW und Feliks

Mir ist es deshalb egal ob MfS oder MdI weil es beides Ministerien der DDR waren....dem Land was seine Bürger eingezäunt hat, Familien auseinander gerissen hat, Unschuldige eingesperrt hat, Fluchtwillige zu Schwerstkriminellen gemacht hat usw usf.....

....wie ich mal wieder sehe von dir Feliks, das mit deinen roten Einfügungen beim Bericht von manudave, da stehen mir die Nackenhaare hoch....es ist aber Fakt, das allein schon eure Verhörmethoden Folter waren, was aus vielen Erlebnisberichten hervor geht....Schlafentzug usw sind alles andere als gesund...über mangelnde körperliche Aktivität und vernünftiges Tageslicht ganz zu schweigen....und dann die Haftgründe....es kann einfach nich sein, das Ausreisewillige oder besser gescheiterte Republikflüchtlinge so dermassen kriminalisiert wurden und zu Unmenschen, Menschen mit kaum noch vernünftigen Rechten gemacht wurden....das war echt nich in Ordnung.....das wisst ihr....das weisst du....das weiss jeder.....

Mara


nach oben springen

#83

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 16:18
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von Mongibella

Zitat von Freedom
Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?

Hier habe ich gesessen, aus heutiger Sicht eher ein Erholungslager. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/916.htm



Naja Freedom, Erholungslager...???? Du wirst es ganz genau wissen.....und auch warum du zu diesem Erholungslager verdonnert wurdest....ich hab aber Bewunderung, das du keine Rachegefühle mehr hegst....


..

Mara




Verstehe bitte den Unterschied von damals und wie es heute im Knast ist. So war es gemeint gewesen. Schau nur die Bilder was die alles heute geboten bekommen. Zum damaligen Zeitpunkt undenkbar. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/1028.htm


zuletzt bearbeitet 26.11.2009 16:20 | nach oben springen

#84

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 16:35
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Feliks D.
Freut mich dass Du an meinem Beitrag nicht gefunden hast was Du in Abrede gestellt hast!
Es ist nicht meine Art über Sachen zu schreiben welche ich nicht selber genau bestätigen kann.
Mich würde interessieren ab wann es diese Freigangszellen gab? Zu meiner Zeit64/65 gab es sogar noch einen kleinen Innenkreis auf dem Freiganghof. Ich glaube da liefen Invaliden aber genau weiß ich das nicht mehr. Zu Gilberts Fragen: Klar gab es so was wie eine Hackordnung!
Am schlechtesten waren wie auch heute die Sittenstrolche dann. Aber direkt mit ganz schweren Jungs hatte ich keinen Kontakt.(Ausnahme in Untermaßfeld) Ich glaube auf Grund meiner Jugend hat man mich immer in einen Verwahrraum untergebracht in dem die Mitinsassen ein gewisses Niveau hatten.Sexuell wurde ich nie belästigt wie man es öfters über den Gefägnisalltag hört!Verkünstigung war 1x in der Woche der Einkauf,natürlich bei entsprechendem Guthaben auf der Karte.(die hatte Zahlen zum abknipsen)Manchmal bekam ich auch ein Paket von meiner Mutter. Ich glaube für meine Behandlung innerhalb der Knasthierarschie mit einer gewissen Anerkennung war meine Glaubwürdigkeit,gewisse Fairness und vor allem keine Arschkriecherei mit maßgebend! Natürlich sprach es sich herum wenn ich wieder einmal durch Verweigerung oder ähnlichen im Arrest war. Innerhalb der anderen Gefangenen brachte das höchstens so etwas wie Respekt ein! Bis auf einen Wärter(wir nannten ihn nur den Pionier) kann ich nichts Negatives sagen! Alle Wärter hatten Spitznamen. Ein Namensschild war natürlich unüblich.Denuzianten waren ebenso so unbeliebt wie Arschkriecherei.Drogendelikte kannte ich nicht in der Haftzeit,mal abgesehen in Untermaßfeld gab es eine eigene Bäckerei da haben wir heimlich so etwas wie Schnaps gebrannt!
Ja auch so etwas gab es ,ich ich denke da hat sogar mal ein Wärter nichts merken wollen. Ausnahmen bestätigen die Regel ein großes Arschloch unter den Wärtern gab es da auch!
In Untermaßfeld war die Hierarschie ein wenig härter da gab es auch" richtige Verbrecher"
Ich bin da nur hingekommen weil ich Bäcker gelernt hatte. Doch da hat man mich auch in Ruhe gelassen . Die aus der Bäckerei hatten Sonderstatus .So genug für heute.
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 26.11.2009 16:37 | nach oben springen

#85

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 17:23
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von turtle
Hallo Feliks D.
Freut mich dass Du an meinem Beitrag nicht gefunden hast was Du in Abrede gestellt hast!
Es ist nicht meine Art über Sachen zu schreiben welche ich nicht selber genau bestätigen kann.

Mich würde interessieren ab wann es diese Freigangszellen gab? Gruß Peter(turtle)




Nein, da war nichts haarsträubendes zu finden Peter und diese Sachlichkeit schätze ich auch an dir. Deshalb bin ich auch besonders froh, dass gerade du dem Forum erhalten geblieben bist. Dafür mal ein kleines Danke.

Ab wann es die Freigangzellen erstmals gab kann ich dir leider nicht sagen, da diese meines Wissens nicht in allen UHA's gleichzeitig errichtet wurden.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#86

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 19:44
von manudave (gelöscht)
avatar

Wer mal viel Zeit zu diesem Thema hat:

http://www.belfalas.de/knast.htm


nach oben springen

#87

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 20:24
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Freedom
Verstehe bitte den Unterschied von damals und wie es heute im Knast ist. So war es gemeint gewesen. Schau nur die Bilder was die alles heute geboten bekommen. Zum damaligen Zeitpunkt undenkbar. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/1028.htm



Jaja, den Unterschied versteh ich schon....und an Hand der Bilder kann ich mit Sicherheit sagen, das ein DDR-Knast wohl niemals so luxe geworden wäre, wenn die Mauer nich gefallen wäre....sieht ja richtig gemütlich aus in den Zellen jetzt....so wie Jugendherberge oder so....


nach oben springen

#88

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 21:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Freedom

Zitat von Mongibella

Zitat von Freedom
Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?

Hier habe ich gesessen, aus heutiger Sicht eher ein Erholungslager. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/916.htm



Naja Freedom, Erholungslager...???? Du wirst es ganz genau wissen.....und auch warum du zu diesem Erholungslager verdonnert wurdest....ich hab aber Bewunderung, das du keine Rachegefühle mehr hegst....


..

Mara




Verstehe bitte den Unterschied von damals und wie es heute im Knast ist. So war es gemeint gewesen. Schau nur die Bilder was die alles heute geboten bekommen. Zum damaligen Zeitpunkt undenkbar. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/1028.htm





Zum heutigen Zeitpunkt untragbar. Einfach unverständlich diese Erholungsheime heute, Schwimmbad, Sauna, Kino usw. ich denke mal 90% der Harz IV Empfänger haben nicht solche Annehmlichkeiten.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#89

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 21:42
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Zum heutigen Zeitpunkt untragbar. Einfach unverständlich diese Erholungsheime heute, Schwimmbad, Sauna, Kino usw. ich denke mal 90% der Harz IV Empfänger haben nicht solche Annehmlichkeiten.



Na, das da mal nich welche zu Verzweiflungstaten übergehen um sich bessere Lebensbedingungen zu schaffen.....oder sollte es das gar schon geben.....


nach oben springen

#90

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 22:32
von Francis | 168 Beiträge

Die Zelle sieht ja wirklich aus wie in einer Herberge oder Hotel! Dazu noch Fitneßraum, Fernseher, DVD, womöglich noch Videospiele? Ey, das soll Knast sein 2009??? Wo ist denn da die Strafe???


nach oben springen

#91

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 22:53
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Francis
Ey, das soll Knast sein 2009??? Wo ist denn da die Strafe???



Naja, die Strafe is halt die eingeschränkte Reisefreiheit.....die halt an der Zellentür und spätestens am Gefängnistor endet.....

....ich bin jedenfalls dafür, das einem Gefangenen grundsätzliche Dinge wie ausreichend und regelmässigen Schlaf, genug Bewegung, geistige Reizbefriedigung zustehen müssen....Grundvorraussetzungen für eine gesunde Phyche....wie sollen se sonst zu vernünftigen Menschen werden....


nach oben springen

#92

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:04
von Sonny (gelöscht)
avatar

Zitat von Mongibella

Zitat von Francis
Ey, das soll Knast sein 2009??? Wo ist denn da die Strafe???



Naja, die Strafe is halt die eingeschränkte Reisefreiheit.....die halt an der Zellentür und spätestens am Gefängnistor endet.....

....ich bin jedenfalls dafür, das einem Gefangenen grundsätzliche Dinge wie ausreichend und regelmässigen Schlaf, genug Bewegung, geistige Reizbefriedigung zustehen müssen....Grundvorraussetzungen für eine gesunde Phyche....wie sollen se sonst zu vernünftigen Menschen werden...




Genau: Freiheitsstrafe --- nicht mehr, nicht minder.

Der Häftling soll möglichst wenig Anlaß haben, sich über seine Haftbedingungen zu beschweren --- umso mehr wird er sich statt dessen mit seiner Tat auseinandersetzen.


nach oben springen

#93

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:05
von Francis | 168 Beiträge

Die eingeschränkte Reisefreiheit habe ich auch. Meine Reise endet spätestens am Geldautomaten bzw. am Ausgang der Bank.

@Sonny
Sehr geiler Sarkasmus!


zuletzt bearbeitet 26.11.2009 23:08 | nach oben springen

#94

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:09
von Sonny (gelöscht)
avatar

Zitat von Francis
@Sonny
Sehr geiler Sarkasmus!



So wird das von Fachleuten erklärt --- in anderen Ländern (z.B. Frankreich oder USA) wird es anders gesehen, da setzt man eher auf harte Haftbedingungen.


nach oben springen

#95

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:10
von turtle | 6.961 Beiträge

Fragt doch einmal den Egon Krenz wie sein Knast war? Danach vergleicht einmal wie es damals in der DDR war! Freigänger die nur zum Schlafen in den Knast mussten gab es da nicht!
Höre ich jetzt Aufschreie ? Siegerjustiz !
Gruß Peter(turtle)


nach oben springen

#96

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:14
von Sauerländer (gelöscht)
avatar

Folter und Verzweiflung im Stasi-Knast
Meschede, 16.10.2007
,

Schmallenberg. (wmk) "Diese Zeit hat mich zu einem anderen Menschen gemacht." Bei diesen Worten wurde es still in der Aula des Schmallenberger Gymnasiums. Rainer Dellmuth berichtete über seine Zeit als Stasi-Gefangener in der ehemaligen DDR - und l


(WR)

In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung hält der 1948 in Berlin-Köpenick geborene Dellmuth Vorträge an Schulen. Und als freier Mitarbeiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin reist Rainer Dellmuth durch Deutschland, um politische Aufklärungsarbeit zu leisten: "Ich bin mit einem Bildungsauftrag unterwegs", erklärt er.

Es ist sein besonderes Anliegen, konkret an das Schicksal einzelner Stasi-Opfer und an die Überwachungs- und Einschüchterungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit zu erinnern, um die DDR-Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit 18 Jahren war Dellmuth wegen "versuchter Republikflucht und staatsgefährdender Hetze" erstmals verhaftet worden und wurde im Dezember 1967 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er saß seine Strafe ab, wollte dann sein Abitur nachholen. Nach einer ständigen Observierung schlug die Stasi dann aber wieder zu: Wegen eines "versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts in besonders schwerem Fall" wurde Dellmuth erneut inhaftiert.

Mit 49 anderen Gefangenen musste sich der Berliner eine Zelle und ein Klo teilen: "Die Haftbedingungen und vor allem die Vernehmungen sind alles andere als witzig", erzählt er ernst. "Schlechter kann es dir nicht gehen - das war meine Überlebensstrategie, die mich von einem Tag zum anderen getragen hat", kann er heute scherzen. "Mit Ironie und Sarkasmus verarbeite ich heute meine post-traumatischen Störungen." Von den zwei Jahren, zu denen er verurteilt wurde, musste Dellmuth jedoch nur elf Monate absitzten. Die BRD konnte den Inhaftierten freikaufen. Es war sein Glück, dass er niemals beim Militär gewesen war und somit auch kein "Geheimnisträger", was den Freikauf erleichterte. Über die psychischen Foltermethoden der Staatssicherheit weiß der Ex-Gefangene genauestens Bescheid: "Das ist die geräuschlose Zersetzung des Menschen!" Die Überwachung der Stasi sei das A und O in der DDR gewesen, erklärte der Berliner: "Da war man besser bewacht als Mutter Merkel", weiß er zu spaßen. Die TV-Sendung "Big Brother" bringt den 59-Jährigen daher auf die Palme: "Die Menschen merken nicht, wann es genug ist. Sie merken es erst, wenn alles zu spät ist", spielt er auf die Observierungen und den großen Lauschangriff in der DDR an.

Sichtlich bewegt und beeindruckt waren die Schüler von Rainer Dellmuths Geschichte. Ende der 90er Jahre hat er seine Erinnerungen an seine doppelte Haftzeit in dem Buch "Ausflüge im Grotewohl-Express" dokumentiert und beschrieben. Sein zweites Buch "Die beschädigte Seele - Folgeschäden durch Stasihaft" ist in Vorbereitung. "Mir ist vor allem wichtig, dass ihr drüber nachdenkt", gab er den Schülern mit auf den Weg.


nach oben springen

#97

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 23:28
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Francis
Die eingeschränkte Reisefreiheit habe ich auch. Meine Reise endet spätestens am Geldautomaten bzw. am Ausgang der Bank.



Hast du dir das gar womöglich selber eingebrockt....???? Naja, dafü bleiben dir dann aber wenigstens die Freigänge am Anfang des Monats....


nach oben springen

#98

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 27.11.2009 05:27
von Freedom (gelöscht)
avatar

Zitat von manudave
Wer mal viel Zeit zu diesem Thema hat:

http://www.belfalas.de/knast.htm




Habe es nicht geschafft mir den Bericht vollständig durch zu lesen. Die Emotionen kochten schon hoch als ich den W50 und den Barkas sah.
Geschweige den Waggon "Grotewohl-Express" konnte ich mir nicht länger ansehen. Schweine und andere Nutztiere gab man mehr Freiraum.

Diese Hunde die mich und andere dort rein steckten, sollte man selber dort zum Probesitzen rein pferchen.
Die Strecke: Berlin-Lichtenberg, Rostock, Schwerin, wieder nach Berlin, Karl-Marx-Stadt, Dresden, Riesa. 16h brauchte der Zug.

Sitzend bei einer 4rer Belegung, ca:3qm hatte die Zelle.


zuletzt bearbeitet 27.11.2009 05:28 | nach oben springen

#99

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 27.11.2009 08:51
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Freedom
Diese Hunde die mich und andere dort rein steckten, sollte man selber dort zum Probesitzen rein pferchen.
Die Strecke: Berlin-Lichtenberg, Rostock, Schwerin, wieder nach Berlin, Karl-Marx-Stadt, Dresden, Riesa. 16h brauchte der Zug.

Sitzend bei einer 4rer Belegung, ca:3qm hatte die Zelle.



Dat klingt ja echt krass....wenn ich vergleiche, das mein Scania schätzungsweise 4-6 vierkante meter und so 12-13 kubike meter hat mit allen minimalen Luxus wie zwei Betten und Stehhöhe selbst auf den Sitzen....und in dem leb ich halt alleine, zu zweit gehts wenn man sich arrangiert.....


nach oben springen

#100

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 27.11.2009 09:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Sonny


Genau: Freiheitsstrafe --- nicht mehr, nicht minder.

Der Häftling soll möglichst wenig Anlaß haben, sich über seine Haftbedingungen zu beschweren --- umso mehr wird er sich statt dessen mit seiner Tat auseinandersetzen.



Ach so ist das. Na da wird er sicher viel über sein Vergehen nachdenken, beim TV schaun, beim Zeitung lesen oder bei einer schönen Runde im Schwimmbad.
Diese ganzen Beschäftigungsmöglichkeiten und Ablenkungen regen sicher ganz stark zum nachdenken an.

Da hat der Verwahrhäftling sicher mehr über seine Vergehen nachgedacht, der wurde nämlich nicht durch solche Luxusbeschäftigungen abgelenkt.

Das war übrigens auch der Grund warum die Betten hochgeklappt waren wie Turtle über seine Erlebnisse schreibt (mein Beitrag S.5). Der Verwahrhäftling sollte nicht auf der Pritsche liegen und dösen oder gar schlafen, sondern auftrecht stehend oder sitzend über seine Vergehen nachdenken.


Schön zu sehen wie die Arbeit der BStU in der Bevölkerung Früchte trägt. Sämtliche Schilderungen besonders schlimmer Erlebnisse stammen aus dem Bereich der STVA's des MdI, geschossen wird hier von fast allen Schreibern jedoch gegen das heute anerzogene Feindbild des MfS.



Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.11.2009 09:12 | nach oben springen



Besucher
25 Mitglieder und 54 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 1534 Gäste und 131 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 557996 Beiträge.

Heute waren 131 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen