#61

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 04.08.2009 15:16
von manudave (gelöscht)
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Einer der Unterschiede ist aber, dass in der DDR die Terror im Gefängnis gewollt war und mit allen Mittel unterstützt wurde.

Wenn so heute Einzelfälle ans Tageslicht kommen, geht im Normalfall der Gesetzgeber dagegen vor.


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#62

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 04.08.2009 15:53
von karl143 (gelöscht)
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Der gravierende Unterschied zur Haft in der DDR sind eben die Möglichkeiten, welche der Häftling hat. Und die Wirksamste ist die Unterrichtung der Öffentlichkeit. Und diese Möglichkeit gab es in einer Diktatur eben nicht. Aktuelles Beispiel: Aufgrund von zuwenig Personal wurde in der JVA Hannover die Öffnungszeiten der einzelnen Zellen verkürzt. Die Gefangenen protestierten dagegen, und wollten sich an einem Tag nicht mehr einschließen lassen. Die Presse bekam Wind davon, die Sache ist im Landtag und der zuständige Minister muß sich erklären. Jeder Gefangene hat einen Anwalt, einen Ansprechpartner, Psychologen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Das alles hatte der Einsitzende in der DDR nicht. Und genau deshalb verbietet es sich einen Vergleich von Haftbedingungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik anzustellen.


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#63

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 04.08.2009 15:56
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von manudave
Einer der Unterschiede ist aber, dass in der DDR die Terror im Gefängnis gewollt war und mit allen Mittel unterstützt wurde.

Wenn so heute Einzelfälle ans Tageslicht kommen, geht im Normalfall der Gesetzgeber dagegen vor.


Das mit dem Terror in DDR- Gefängnissen und das das mit allen Mitteln unterstützt wurde, denk ich mal ist unumstritten.
Aber wie auch bei der Verfolgung schon von Naziverbrechen, DDR- Verbrechen: Es gehören immer wenigstens zwei auf der Klägerseite dazu, um den Schuldigen anzuklagen und einer gerechten Strafe zuzuführen. Aber da geht es schon los mit Zeugen & Co.! Angst, Einschüchterung, Erpressung, oft auch käuflicher Erwerb von Gefälligkeitsaussagen, einfach Mafiamethoden. Und da sind die wahren Schuldigen noch nie zimperlich gewesen!
Das beweist die deutsche Geschichte und auch die anderer Länder zur genüge.

Man erlebt es doch heute tagtäglich und überall. Beste Beispiel Mobbing in der Firma: Finde einer einmal einen Zeugen/ Mitstreiter! Fast unmöglich. Entweder Feigheit oder die pure Angst. Angst manchmal nicht unbegründet. Was ist denn, wenn die Sache gegen den Baum geht...?
Existenz in den meisten Fällen fut´sch! Da ist die Angst nicht unbegründet....!

Und trotz alle dem:

Bleibe im Lande und wehre Dich täglich!


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 04.08.2009 15:57 | nach oben springen

#64

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 04.08.2009 20:23
von tiroler (gelöscht)
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Hallo Raimann2, freue mich immer wieder über deine versöhnlichen Zeilen.
Ich werde selbstverständlich weiter über die sozialistischen Umerziehungsmethoden
berichten. Das Schlimme ist aber, man vergisst viel von dem Schlechten. Das Gute behält man.
Ob das gut ist ? Ich weiß es nicht. Sicherlich gab es auch gute Zeiten im Vollzug.
Ich berichtete schon vor längerer Zeit darüber. Ein Schließer schenkte mir sein Frühstück.
So etwas vergesse ich natürlich nie. Ein anderer schenkte mir eine bunte Zeitung ,aus der die
Bilder mal nicht rausgeschnitten waren. Ein Schließer fragte mich nach der Gerichtsverhandlung:
"Wie viel ich bekommen habe ?" Als ich ihm mein Strafmaß sagte ,drehte er sich um und sagte:
"So viel"? Es gab im Gefängnis auch Menschen. So kann ich vielen von denen die Hand reichen.
Ich verurteile auch niemanden hier im Forum, wenn er heute noch an das ,ihm gelehrte
glaubt. Nur nachdenken verlange ich. Außerdem sollen sie nicht bei jeder Gelegenheit die DDR schön reden. Sie war teilweise gut und nicht immer schlecht. Manches aus der DDR hätte ich heute gern in unserer neuen Bundesrepublik. Überzeugt bin ich aber davon ,dass sich mit den Mitteln der Demokratie ,die Bundesrepublik immer mehr zum Vorteil der Menschen entwickeln wird.

Gruß Tiroler


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#65

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 05.08.2009 17:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von manudave
Einer der Unterschiede ist aber, dass in der DDR die Terror im Gefängnis gewollt war und mit allen Mittel unterstützt wurde.

Wenn so heute Einzelfälle ans Tageslicht kommen, geht im Normalfall der Gesetzgeber dagegen vor.


Es ist ja kein Geheimnis oder eine Erfindung der DDR- Justitz. Auch andere Diktaturen haben sich beim Gefängnispersonal nicht so genau die Leute angeschaut was Brutalität bis hin zum Sadismus angeht. Und da bin ich mir sicher, das dort einige von derart krankhaft veranlagten Menschen ihren Dienst taten und ihren Sadismus auslebten, bestimmt auch sehr zur "Freude" ihrer Vorgesetzten...!
Es stimmt schon, wird heute kaum noch möglich sein, zumindest was Sadismus in Verbindung mit körperlicher Gewalt anbelagt. Die Erscheinungsform des psychischen Sadismus wird es auch heute noch zur Genüge geben, schon allein deshalb, weil wesentlich schwerer für das Opfer nachweisbar.
Gerade in jüngster Vergangenheit sind doch einige Fälle von Mißhandlungen wieder ans Tageslicht gekommen. Hauptsächlich wohl Häftlinge untereinander. Aber wenn dann Wärter erzählen wollen, sie haben da gar nichts mitbekommen... Hallo???

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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#66

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 05.08.2009 18:31
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Bei uns in der JVA Siegburg ist ein Häftling von seinen Mitbewohnern stundenlang gefoltert worden und schliesslich
zum Sebstmord gezwungen worden,was dann auch passiert ist.
Zitat der Angeklagten: Wir wollten mal sehen wie das ist,wenn einer so stirbt.



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#67

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 10:04
von historiker (gelöscht)
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Hallo!
Ich kann dem Beitrag von Turtle nur zustimmen.
All das was er beschrieb ist wahr,denn ich habe es selbst 1973 erleben müssen,erst in schwarze Pumpe,danach in Bautzen!
Vorallendingen im strengen Einzelarrest; zwei trockne Scheiben Brot früh-drei trockne Scheiben abends und alle drei Tage Mittagessen,halbe Portion aber!


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#68

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 10:49
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von historiker

Hallo!
Ich kann dem Beitrag von Turtle nur zustimmen.
All das was er beschrieb ist wahr,denn ich habe es selbst 1973 erleben müssen,erst in schwarze Pumpe,danach in Bautzen!
Vorallendingen im strengen Einzelarrest; zwei trockne Scheiben Brot früh-drei trockne Scheiben abends und alle drei Tage Mittagessen,halbe Portion aber!



Danke historiker
Stimmt was Du mit dem Früh-und Abendbrot schreibst! Wieso vermarktet das noch niemand als
Arrest Diät a la DDR Haft? Meinen Humor habe ich trotzdem behalten
Gruß Peter(turtle)


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#69

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 11:54
von Mongibella (gelöscht)
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Komisch das in diesem Fred noch keiner von den ehemaligen Schergen geschrieben hat....

Mich würde echt interessieren, warum versuchte Republikflucht soviel schlimmer als Mord gehandelt wurde und warum es notwendig war, die Fluchtwilligen derart schweren Bedingungen auszusetzen, so in etwa wie ich es hier in diesem Fred lesen musste.....mich hat es schon sehr erschüttert, was die Frau erleben musste, die sich in den Westberliner verliebt hat.....erklärt mir bitte, warum das schlimmer als Mord ist....

Mara


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#70

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:01
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Welche Schergen meinst du? Falls du ehemalige Angehörige des MfS meinst, einfach ein wenig Geduld haben.

Nachdem der Thread erst heute aus der Versenkung aufgetaucht ist und ich mich ersteinmal durch teils wahre und teils abenteuerliche Beiträge durcharbeiten mußte, werde ich heute nachmittag einen zusammenfassenden Beitrag meiner Sicht dazu schreiben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 26.11.2009 12:02 | nach oben springen

#71

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:14
von Mongibella (gelöscht)
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Okee Feliks.....und ja, ich meinte die ehemaligen MfS-Mitarbeiter, Mielke hat das Ganze nich allein zu verantworten.....viele wie du zB haben ihm und dem Staat die bedingungslose Treue geschworen und ward somit die ausführenden Schergen....darum.....

Mara


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#72

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:20
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

schade @mara, ich dachte, dass du nach der zugehörigkeit zu diesem forum und lesen in diesem, schon die unterschiede zwischen uha des mfs und stva des mdi kennst. aber in einem hast du recht, es hat sich noch keiner der involvierten dazu geäussert. aber auch wieder ganz einfach, denn wir haben hier im forum keinen der im sv des mdi tätig war.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#73

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:43
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Mongibella
Okee Feliks.....und ja, ich meinte die ehemaligen MfS-Mitarbeiter, Mielke hat das Ganze nich allein zu verantworten.....viele wie du zB haben ihm und dem Staat die bedingungslose Treue geschworen und ward somit die ausführenden Schergen....darum.....

Mara




Von großer Brutalität kann ich nichts berichten im Zuchthaus-Zeithain. Dennoch wurden mir keine Medikamente zur Linderung meines extrem Heuschnupfen ausgegeben. Aber! Mir wurden ganze 11Monate zur Behandlung meines Leistenbruchs verweigert. Also glatt ins Gesicht gesagt: Erst wollen sie in den Westen abhauen und dann noch auf Kosten der DDR operiert werden.
Das andere war das ich mehrmals geschlagen wurde weil ich die Mütze nicht korrekt getragen habe.


zuletzt bearbeitet 26.11.2009 12:45 | nach oben springen

#74

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:48
von Mongibella (gelöscht)
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Tjaaaa GW, wer äussert sich auch schon freiwillig zu Dingen, die er als ehemaliger Schliesser zB anderen angetan hat....antun musste....

....ich habe mal nen Häftlingsbericht vor Jahren gelesen von einer Insassin von Hoheneck.....wohlbemerkt war sie eine der die Flucht nicht gelang....ich konnte nich fassen was ich da las, es war noch viel schlimmer als was ich in diesem Fred lesen musste....aus den Fingern gesogen klang es sicher nich....

....und ob es nun MfS oder MdI verantwortlich war, das ist doch erstmal egal, Fakt ist, das mit Republikflüchtlingen, zumindestens bei denen die Flucht nicht gelang, nich gerade zimperlich umgegangen wurde in der DDR.....

Mara


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#75

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 12:57
von Mongibella (gelöscht)
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Tjaaa Freedom, es gab sicher Unterschiede zwischen den einzelnen Knästen und so....und was jeder Einzelne halt erleben musste.....und egal ob du eh flüchten wolltest, ein Leiden deswegen nicht zu behandeln ist unterlassene Hilfeleistung....das mal ganz deutlich....

Mara


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#76

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 13:27
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Mongibella
Tjaaa Freedom, es gab sicher Unterschiede zwischen den einzelnen Knästen und so....und was jeder Einzelne halt erleben musste.....und egal ob du eh flüchten wolltest, ein Leiden deswegen nicht zu behandeln ist unterlassene Hilfeleistung....das mal ganz deutlich....

Mara




Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?

Hier habe ich gesessen, aus heutiger Sicht eher ein Erholungslager. http://www.justiz.sachsen.de/jvazh/content/916.htm


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#77

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 13:41
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Mongibella

....und ob es nun MfS oder MdI verantwortlich war, das ist doch erstmal egal


@mara, meiner meinung ist es nicht egal. wenn wir hier schon diskutieren sollten wir doch versuchen der wahrheit sehr nahe zu kommen und nicht mit "egal" wischi-waschi uns zufrieden geben.


p.s. auch gerade auf dich gemünzt: wenn ich den unterschied zwischem einem auto und nem truck nicht hinbekomme, muss ich nachfragen , kann mich aber nicht mit einem "egal" einverstanden erklären, wenn ich hinterher wissen will, wie sich so ein truck fortbewegt...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#78

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 13:44
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Freedom

Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?



@freedom, ich wäre mal an einer sachlichen innendarstellung so einer stva interessiert. hierachien, lebensbedingungen, vergünstigungen, schikane...einfach alles, wäre dir dies möglich ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#79

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 14:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Also ersteinmal muss man ganz fein unterscheiden, so wie Gilbert schon richtig sagt es gab die STVA's des MdI und die UHA's des MfS. Das ist ein Unterschied @mara der nicht egal ist, sonst wird hier ungeachtet der Zuständigkeit des MdI wieder eine volle Breitseite gegen das MfS geschossen, wie hier bereits passiert. Bereits Manudave im ersten Beitrag über DDR-STVA-Methoden bringt ein Beispiel aus UHA's des MfS und vermengt somit Fakten die nicht zusammen gehören.

Die Untersuchungshaft während des Untersuchungsverfahren beim MfS war grundsätzlich auf 6 Monate beschränkt, dieses konnte durch den Untersuchungsführer in Abstimmung mit dem Staatsanwalt verlängert werden. Gründe hierfür waren unter anderem mangelnde Aussagebereitschaft des Beschuldigten der somit seiner Mitwirkungspflicht nicht nachkam oder auch weitere im Laufe des Untersuchungsverfahrens bekannt gewordenen Straftatsbestände.

Nach dem Untersuchungsverfahren und dem Gerichtsurteil erfolgte die Verlegung in deine STVA des MdI, somit endete auch die Zuständigkeit und Verantwortung des MfS.

Sämtliche in Zitaten roten Sätze stammen von mir. Ich werde jedoch nur Beiträge kommentieren, die in den Bereich des MfS fallen, da mir beim MdI die Erfahrungen und Kenntnisse fehlen um über diesen Bereich qualifiziert Auskunft geben zu können.

Zitat von manudave
Hier könnt Ihr mal auflisten, was euch darüber bekannt ist - bitte einfach drunter schreiben:

Rollkomandos:
Bis zu 5 Wärter, die den Insassen bei "unkorrektem Verhalten" verprügelten, teilweise bis zum Tod.

In welchen Fällen wurden die Häftlinge bis zum Tod geschlagen, bitte Nachweise mit Quelle keine Erzählungen.

Wasserzellen:
Wasserdichte Zellen wurden bis zur Hüfte mit eiskaltem Wasser gefüllt, was ganz langsam rausgelassen wurde. Die Häftlinge starben dabei fast an Unterkühlung.

Eine Gruselstory vom Hubertus, sowas gab es beim MfS nicht und meines Wissens auch nicht beim MdI.

Wasserschlauch:
Einen Feuerwehrschlauch bis zu einer halben Stunde auf den nackten Körper halten.

Pfahlstehen:
4 eng gestellte Pfähle auf dem Hof, dazwischen der Häftling mit der Mütze in der Hand - im Sommer bei sengender Hitze ohne Wasser. Bei übertreten der der Pfähle wurde scharf geschossen.

Jetzt beginnen aber ganz wilde Geschichten, raus aus dem Kreis und vom Wärter erschossen??? Wohl eindeutig ins Reich der Phantasien einzuordnen!

Schalldichte Zellen:
Einzelzellen, die komplett schallisoliert waren und man die Schreie des Insassen nicht hören konnte.

Diese Zellen wird es auch heute noch in jeder JVA geben, ganz einfach um randalierende Insasssen abzusondern bis sie wieder bei Sinnen sind. Also hier nicht weiter erwähnenswert. Deshalb hießen sie übrigens auch Beruhigungs-Verwahrraum und waren mit speziellen Plastikplatten ausgekleidet.

Fenster:
Die Fenster in den Stasi-Gefängnissen waren nur aus wenigen Glasbausteinen - sprich auch keine Lüfung.

Dies ist nicht richtig! Auch mit diesen Glausbausteinen war, durch Ausführung in zwei hintereinanderliegende Reihen von denen die erste unten einen Spalt hatte und die zweite oben eine Belüftung gewährleistet. Es gab auch Ventilatoren die den Luftdurchsatz erhöhten. Jedoch eine Aussicht war durch die Glasbausteine nicht möglich, aber dieses war ja auch der Zweck dieser Methode.

Einzelzellen im Keller:
Nackte Betonzellen ohne Licht - ohne Liege - ohne Toilette (ein Eimer) - Wasser, Brot - einmal die Woche eine warme Suppe.

Einzelzellen gibt es auch heute noch. Die Lage im Keller war jedoch in den älteren UHA's und STVA's vor allem den vorhandenen baulichen Gegebenheiten geschuldet. Die Verpflegung in den UHA's des MfS war weitaus besser als die beim MdI. Dieses können ehem. Verwahrhäftlinge hier sicher bestätigen, sofern sie nicht die Anfangsjahre betreffen, als die allgemeine Versorgungslage noch sehr schlecht war.




Zitat von manudave
Die Aussagen sind belegbar.

Entweder findet Ihr das in Büchern von Opfern oder in meinem Falle weiß ich das vom eigenen Erleben nahestehender Verwandschaft.

In den Büchern sind es auch nur Erzählungen, sofern sie nicht durch Fakten belegt sind.




Zitat von manudave
Schalldichte Zellen:
Wasserzelle ist im Frauengefängnis Schloss Hoheneck zu besichtigen.

Zu welcher Zeit und durch welchen Dienst wurden sie dann auch noch wirklich genutzt???



Zitat von turtle
Mir wurde Tagelang Schlaf entzogen, damit ich bei den Vernehmungen für sie Brauchbares aussage! Der oder die Vernehmer waren mal allein oder zu zweit.

Schalfentzug mag es zu der Zeit gegeben haben, mal 1 und mal 2 Untersuchungsfüher war gängige Praxis.

In dem VERWAHRRAUM wurde das Bett welches an der Wand befestigt war hochgeschlossen ,nichts mit liegen! Ein Klappbrett zum sitzen und einen Klapptisch gab es aber! Pro Tag gab es 20 oder 30 ? Min. Hofgang.

Es waren 20 Minuten.

Beim Ablauf aus den Zellen( Wir mussten immer bei der Meldung Verwahrraum sagen) und auf dem Hof ging es immer schön im Kreis herum. In dem Kreis waren Markierungen mit gewissen Abständen, welche eingehalten werden mussten. So war es nicht möglich etwas zuzustecken. Reden war natürlich verboten!

Erklärung für die Makierungen und Abstände hast du ja bereits selbst geliefert, dies endete jedoch mit der Einführung der Freigangzellen

In regelmäßigen Abständen musste ich auf Transport, wohin erfuhr man erst wenn man da war.

Endlich wird mit der immer wiederkehrend Behauptung aufgeräumt, mann wußte nie wo man war. Glaubwürdiger als ein ehemaliger Häftling wäre auch keine Aussage meinerseits.



Zitat von nightforce
Hallo zusammen,
ich saß ja selbst 6 Wochen in U-Haft.
Angerührt hat mich niemand während der Zeit, aber ich war ja auch in Einzelhaft.
Zu den Mahlzeiten wurde ich geführt und bekam auch immer sehr gutes Essen.

Dies bestätigt meine Aussage bzgl. der Verpflegung oben, die ja andernorts schon einmal angezweifelt wurde.

Trotzdem wurde versucht, einen weichzukochen, es gab Verhöre, wo man ständig das Selbe gefragt wurde, auch wenn mann das schon zig mal beantwortet hatte.

Dieses war Methode und verfolgte auch einen bestimmten Zweck, es ging dem Untersuchungsführer unter anderem darum den Wahrheitsgehalt der Aussage besser beurteieln zu können. Anhand bestimmter Merkmale.

Untergebracht war ich in einer Einzelzelle im Keller mit einem Lichtschacht durch den am Tage millionen Mücken ihren Weg fanden.
Meiner bitte nach einen Mückenmittel (welches ich selbst im Spint hatte) wurde nicht entsprochen, auch der Bitte nachts doch das Licht brennen zu lassen, wurde nicht entsprochen.
So gab es halt jede Nacht einen massiven Mückenangriff und ich sah von Tag zu Tag immer beschi...ner aus.
Das war eigendlich meine wirkliche Qual während der U-Haft.
Mücken in Mass, und nichts dagegen.
Aber keiner hat mir was getan, außer eben die kleinen blutsaugenden Tierchen.

Dieses entspricht nicht gerade der landläufigen Meinung vom prügelden XIV-MA, die gerne verbreitet wird!

War schon echt Sch....e, aber nach Hausdurchsuchung wurde ich noch innerhalb der Truppen vollständig rehabilitiert.
Im Gegenteil, ich war wohl erst ab da feindwärts bestätigt.
Die Mückenstiche waren deshalb auch recht schnell vergessen, was nicht tötet, härtet ab.
Gruß nf

Der erwiesen Unschuldige wurde also rehabilitiert, nicht wie oft behauptet pauschal abgeurteilt.



Zitat von manudave

Von einem Haftkrankenhaus weiß ich, das ca. 1mal im Monat ein Arzt kam - auch bei schwersten Krankheiten. Die Patienten, die am mobilsten waren, mussten die anderen pflegen und versorgen. Und wenn dann mal einer wegen einer vergessenen OP-Schere starb, da was dass dann eben so. Meistens hat man die Toten dann erst einen Tag später o.ä. geholt - das Bett wurde natürlich nicht desinfiziert.

Diese Aussage kann ich für den Bereich der UHA's nicht bestätigen. Eine gute Gesundheit des Verwahrhäftlings förderte schließlich dessen Aussagebereitschaft und führte zu einem schnelleren Abschluss des Untersuchungsverfahrens, welches durch einen langen Haftkrankenhausaufenthaltes schließlich unnötig verlängert worden wäre.



Zitat von tiroler
Hallo meine lieben Forumfreunde,
In der U-Haft war es streng verboten Rasierklingen zu besitzen. Rasieren konnte man sich
nur unter Aufsicht. Die Klinge hatten schon viele andere U-Häftlinge vorher benutzt.


Ich denke auch heute dürfte das noch so sein. Dieses war notwendig, schon allein um einem möglichen Suizid des Verwahrhäftlings bzw. einem Angriff auf die Mitarbeiter der Abt. XIV zu verhindern. Der zweite Umstand war wohl dem Mangel geschuldet.

Die Pickel die man schon im Gesicht hatte ,wurden dadurch auch mehr. Verständlich ist
das Verbot schon ,denn es kam doch öfters vor ,dass sich ein U-Häftling das Leben genommen hat.

Diese Fälle gab es leider.

Falls wieder jemand zweifelt, das weiß ich nicht vom erzählen. Nein, ich wurde zu so einem Fall von der Kripo befragt. Dagegen war es im Vollzug erlaubt Rasierklingen zu besitzen. Dieses wussten aber meine Angehörigen nicht. So hat mir doch meine Mutter während der Sprecherlaubnis zugeflüstert. „ Ich habe dir in die Schokolade Rasierklingen reingelegt.“ Ich verfärbte mich und sagte, um Gottes Willen, wie kannst Du nur? Die sind doch erlaubt. Ich wusste ja wie streng wir gefilzt wurden. Schmuggeln wurde hart bestraft. Die Strafe bekam aber nicht, der jenige, der geschmuggelt hat. Sie bekam der Gefangene. In meiner Angst habe ich natürlich aus lauter Dummheit dem Schließer gesagt, dass mir Rasierklingen in die Schokolade gelegt wurden. Aus diesem Ärger, den ich dadurch hatte habe ich für mein Leben gelernt .Meine Ehrlichkeit und Angst wurden mit Besuchverbot ,weniger Einkauf und Abstufung in eine härtere Kategorie des Vollzuges bestraft.

Tiroler



Zitat von manudave
Einer der Unterschiede ist aber, dass in der DDR die Terror im Gefängnis gewollt war und mit allen Mittel unterstützt wurde.

Nicht im Bereich des MfS und das "Terror" und damit Unruhe, Revoltengefahr und Übergriffe auf MA im Bereich des MdI gewünscht war entbehrt auch jeglicher Logik.

Wenn so heute Einzelfälle ans Tageslicht kommen, geht im Normalfall der Gesetzgeber dagegen vor.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 26.11.2009 14:15 | nach oben springen

#80

RE: DDR-Gefängnis-Methoden

in Leben in der DDR 26.11.2009 14:23
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Freedom

Wie ich schon betont habe trachte ich nicht mehr Rache. Würde ich den Arzt mal sehen können oder den Schließer der mich schlug - dann.......ja dann?



@freedom, ich wäre mal an einer sachlichen innendarstellung so einer stva interessiert. hierachien, lebensbedingungen, vergünstigungen, schikane...einfach alles, wäre dir dies möglich ?





Hierarchie immer die Ältesten (heute zu Tage auch so).
Dann die die nix am Hut hatten die "DDR" zu verlassen. Das waren dann auch die, die eher ein "ruhiges Leben" hatten. Sprich medizinische Versorgung, Pakete von draußen durften einmal mehr im Quartal empfangen werden, mehr Post, und kein Drangsalieren wurde befürchtet durch die Schließer.

Dann die Umfaller die von ihrer Absicht in den Westen zu gehen sich distanziert haben.

Dann der normale Republikflüchtling dem die härte der sozialistischen Gesetzgebung zu spüren hatte.

Dann hatten wir einen der hatte seine Eltern beim Unfall verloren. Die einzigsten die er noch hatte waren seine Verwandten in der BRD. Eines Tages bekam auch er ein Paket. Das kam aus der BRD. Voll mit Süßigkeiten, 1Stange Zigaretten, Kaffee,Kosmetik etc. Was meint Ihr wie viel Freunde der auf einmal hatte? Unglaublich aber wahr, auch da ließ man etwas Menschlichkeit durch. 2Wochen später wurde er abgeschoben.

Ansonsten nicht das ganz sooooo schwere Leben vor was ich eigentlich Angst hatte.


zuletzt bearbeitet 26.11.2009 14:33 | nach oben springen



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