#1

Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 16.05.2009 13:31
von Angelo | 12.396 Beiträge

Ich habe hier mal ein Foto angehängt um die Sichtweite aus einem BT Wachturm mal zu zeigen die nicht selber drauf gesessen haben.Ich bin wirklich überwältigt wie weit man aus so einem Turm bei gutem Wetter sehen konnte. Nun ja ich denke mal dem guten Auge eines Grenztruppen-Soldaten ist so nichts entgangen

Angefügte Bilder:
nach oben springen

#2

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.05.2009 01:40
von Jens | 280 Beiträge

Hallo Angelo, auch wieder ein gutes Thema
Gesehen haben wir viel, glaube aber nicht das wir alles wahrgenommen haben.Weil sehen und sehen sind zwei verschiedene Schuhe.
Glaube auch das viele Soldaten mit anderen Dingen beschäftigt waren oder mit Problemen konfrontiert waren. Zum Schluß ssind doch viele irgendwie erst aufmerksam geworden wenn etwas ausgelöst hat, wie zB.Grenzsignalzaun.
Möchte keinen was unterstellen, aber das war doch so gewesen. ODER??????


nach oben springen

#3

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.05.2009 13:54
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

der höchste BT stand ja vermutlich auf dem Brocken,und von dem aus konnten wir bei schönem Wetter wirklich weit ins Land schauen und da man ja noch ein Fernglas mit hatte,noch etwas weiter.
Nun mal ne Frage an Jens: Mit was für Dingen soll den ein Grenzer auf dem BT beschäftigt gewesen sein außer in die Umgebung zu sehen?
Wenn der Signalzaun ausgelöst hat,so hat das der Grenzer auf dem Turm kaum mitbekommen,höchstens die Füst.Der Turm wurde über Funk benachrichtigt und nur wenn Rundumleuchten an den Zäunen waren,wurde das vom BT aus gesehen(Nachts).In Schierke gabs zu meiner Zeit keine Leuchten und daher hat man schon genau geschaut,ob man was verdächtiges bemerkt und die im Hinteland aufgebauten Signalgeräte waren ja nunmal dazu da,die mögliche Richtung von Personen anzuzeigen.

04/86-04/87 in Schierke


nach oben springen

#4

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 17.05.2009 23:22
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Ja was soll man groß da oben mitbekommen,als ins Land zu schauen.Seinen Postenbereich zu überblicken und zu beobachten.Wie war es denn,z.b.bei mir vor 34 Jahren.Bei den meisten BT waren die Fenster undicht und unten die Tür,also pfiff der Wind durch die Röhre--da war draußen dann nicht mehr groß was zu hören.Aber wir haben Abhilfe geschaffen--nähmlich unten die Tür auf gelassen.Und das keiner unbemerkt hoch kam,Haben wir das Signalgerät-also den Karabinerschloss mit der Platzpatrone in der Röhre gespanntUnd wenn es mal eine Auslösung am GSZ gab,hat man uns sowieso übers GMN informiert.


nach oben springen

#5

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 18.05.2009 08:39
von sentry | 1.108 Beiträge

Die Sichtweite von B-Türmen hing natürlich ein bisschen von der Topographie ab.
Aber eines kann ich wirklich ausd eigener Erfahrung berichten: Beobachten kann man lernen. In Marienborn gab es enorm viel zu beobachten: Aktivititäten in der westlichen GKSt, Bewegungen im eigenen und den benachbarten Abschnitten, Luftverkehr, Aktivitäten auf der Autobahn (zu schnell, zu langsam, Anhalten, Wenden, Alliierte Fahrzeuge, Gefahrguttransporter, besondere Abschleppfahrzeuge für Fahrzeugrückholungen usw.)...
Besonders ersteres war enorm schwierig. Parallel zur Grenze verlief die B1 die unter einer Brücke die Autobahn querte. Gerade im Sommer, wenn die Bäume velaubt waren, hatte man nur ganz kurz Zeit, Fahrzeuge auf der B 1 zu erkennen. In der Zeit mussten aber Typ, Kfz-Kennzeichen, Einheitenabzeichen, Besatzung, Dienstgrade und Bewaffnung nach Möglichkeit erfasst und dann gemeldet werden.
Das war nicht immer leicht, aber trotzdem sind uns selten welche entwischt. Man konnte tatsächlich mit der Zeit lernen, bestimmte Sachverhalte in kürzester Zeit aufzunehmen und zu verwerten. Man hat Anzeichen für Annäherungen viel früher wahrgenommen (gesehen oder gehört) und hat die Informationen viel cooler verarbeitet. Kleine Reflexionen zwischen den Bäumen oder auch in den Scheiben des eigenen Turms, die man sonst nie registriert hätte, hatten hier eine Bedeutung und machten einen aufmerksamer.
Man konnte solche Beobachtungsergebnisse auch nicht einfach vertuschen ("Da war nichts!"), denn durch die hohe Postendichte war es meist ziemlich sicher, dass auch ein weiterer Posten die Beobachtung machte.
Das geflügelte Wort mit dem die erfahrenen Postenführer regelmäßig ihre Posten beeindruckten war: "Posten, siehst du was?"
Dann wusste der Soldat, dass der scheinbar nur rumlungernde und rauchende PF 'mal wieder irgendwas als erster aufgeklärt hatte, was ihm der Posten eigentlich hätte melden sollen. Natürlich hatte das manchmal auch einen "unfairen" Hintergrund, wenn der PF einen Anruf bekam, den Funk mithörte oder auf der Eisenbahn-GüSt den Fahrplan vor sich hatte. So wusste er oft schon vorher, was in Kürze passieren würde. Aber diese kleinen Sticheleien haben natürlich die Beobachtungsgabe des Postens dennoch geschärft. Keiner wollte sich in einer Schicht mehr als einmal übers Ohr hauen lassen.
Also, ja, dem Auge (und Ohr) des Grenzers ist nicht sehr viel entgangen, aber das lag nur zum Teil an den B-Türmen.
Leider sind diese Fähigkeiten mit der Zeit auch wieder ein bisschen verblasst, aber damals war es wirklich beeindruckend, wie man das ganz simple Sehen trainieren und verbessern konnte.


nach oben springen

#6

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 11:47
von 78er | 74 Beiträge
Blick in einen Führunsturm des GR 38

Dort war ein Wasserabschnitt mit Bootskompanien

78er
Angefügte Bilder:
Wachsamkeit - Die Waffe des Grenzsoldaten
zuletzt bearbeitet 28.05.2009 11:49 | nach oben springen

#7

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 12:19
von turtle | 6.961 Beiträge

Für mich ist das immer noch erschreckend zu lesen mit was sich die Grenzer alles beschäftigten und beobachten mussten in diesem totalen Überwachungsstaat DDR! Was im Buch 1984 von Orwell Utopie war,hier war es Realität!


nach oben springen

#8

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 13:48
von karl143 (gelöscht)
avatar

Also mit der Überwachung der B 1 die schräg unter der BAB 2 hindurchführte war nun wirklich nicht viel Staat zu machen. Zum einen standen zur DDR Seite hin Bäume welche die Sicht schon automatisch stark einschränkten. Dadurch das die B 1 auch nicht richtig im Winkel verlief sondern schräg, war ein Fahrzeug ganz schnell aus dem Blickwinkel. Wie man da von schräg oben bei einem VW-Bulli zum Beispiel die Anzahl der Personen feststellen will, kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso die Bewaffnung. Fußstreifen waren auf der B 1 meines Wissens nach nie unterwegs, wenigstens nicht vom BGS. Ja und der Zoll: Da war immer dasselbe. 1 Zöllner, Bewaffnung immer dasselbe, mal mit mal ohne Diensthund. Die B 1 wurde eigentlich nur benutzt um zur Streifentätigkeit in den Bereich des Lappwaldes zu kommen, bzw. nach Ende der Streife wieder die Rückfahrt in die Unterkunft anzutreten. Kleine Anekdote am Rande: Mitte der siebziger Jahre testete hier VW den Multivan. Auf dieses Stück Straße hatte sich nämlich kaum ein Fotojournalist verirrt. Die sind dann immer mit dem Wagen hin- und hergefahren.


nach oben springen

#9

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 14:25
von suentaler | 1.923 Beiträge

In Antwort auf:
Blick in einen Führunsturm des GR 38

Dort war ein Wasserabschnitt mit Bootskompanien

78er


Hallo 78er, kurze Frage.
Ist das die Führungsstelle in Nieder-Neuendorf ?

Gruß
Suentaler


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
nach oben springen

#10

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 28.05.2009 17:08
von Zermatt | 5.293 Beiträge

So weit das Auge reicht,aber nur bei schönem Wetter-Im Hintergrund grüsst uns der Brocken und
der Wurmberg.

Blick aus einem BT bei Hohegeiß,Harz.

Angefügte Bilder:


nach oben springen

#11

RE: Die Sichtweite aus einem BT Wachturm an der DDR Grenze

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 29.05.2009 13:50
von 78er | 74 Beiträge

Ja das ist der Führungsturm Nieder Neuendorf, von dem aus mehrere Wach- und Beobachtungstürme der Umgebung geleitet wurden. Er steht unter Denkmalsschutz und enthält eine kleine Ausstellung. Im Obergeschoss erhält man einen guten Eindruck, wie die Arbeit in einem solchen Turm wohl ausgesehen haben mag.

78er

Angefügte Bilder:
Wachsamkeit - Die Waffe des Grenzsoldaten
nach oben springen



Besucher
24 Mitglieder und 94 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 1259 Gäste und 102 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14373 Themen und 558599 Beiträge.

Heute waren 102 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen