#101

RE: DDR-Erziehung ist Schuld an rechter Gewalt

in Leben in der DDR 14.12.2011 09:28
von exgakl | 7.237 Beiträge

@Diplomkanonier....

es gehts um den Umgangston und eine Forderung zum Auswandern kann ich nicht erkennen!

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#102

RE: DDR-Erziehung ist Schuld an rechter Gewalt

in Leben in der DDR 14.12.2011 09:29
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von EK 82/2
@boofinger,
.

zum anderen thema. tauchen brennbunkte nicht immer dort auf wo eine masse der gesellschaft unzufrieden ist? dann reicht es wenn eine gruppe kommt und sich als stark und dagegen präsentiert, schon kann man ungefestigte menschen fangen.
ich erinnere mich noch an die wendezeit wo wir zur wahl von npd werbung überschwemt wurden im osten, woher kamen sie denn? alle in der ddr geboren? so einfach ist das neonazitum mit ddr nicht erklärt, vor dem 3. reich gab es nicht mal eine ddr und doch kam die schreckliche flut. wie schon gesagt, denke ich eher an die gesamte situation momentan in diesem sytem das ja nun wirklich nicht besser wird. wenn auch die arbeitslosen zahlen seit jahren sinken, sinken sie doch nur weil es immer mehr billigjobber gibt und damit die armut steigt.
tip: eine schlafbrille kostet ca.3 euro, ist gut so ein teil. man hört nur positive nachrichten und sieht die realität nicht mehr.



Aber nicht immer waren es Westimporte, die Nazifantasien in der politischen Landschaft kultivieren wollten.
Die Führungskräfte der DVU, die einst mit 13 % in den Landtag Sachsen- Anhalt eingezogen waren, stammten wohl eher aus dem Raum Bitterfeld (Wiechmann, Wolf) waren aber zunächst vom Geld des Verlegers Frey abhängig.
Nach ihrem Einzug ins Parlament kam man aber schnell zu der Erkenntnis, daß die Wahlkampfparolen hier nicht mehr weiter halfen, da man sich eigentlich Tag für Tag blamierte und kaum Sachpolitik einbrachte.
Es war einfach nur eine Protestpartei, die nach dem ebenfalls kurzzeitigem Aufkommen der Schill- Partei in Sachsen- Anhalt in der Versenkung verschwunden war.
Für diese Hobbyparlamentarier gilt übrigens auch das gleiche wie für die rechtsradikale Protestjugend der 1980er Jahre- die sind nicht zu integrieren, ich weiß das aus eigener Erfahrung.
Wir hatten zwei dieser Vertreter erkennbar in unserem Betrieb, jedoch waren sie naturgemäß keine FDJ- Mitglieder, trotzdem versuchte ich, sie zur Teilnahme am Sportfest oder der Feierstunde zum Tag des Eisenbahners zu bewegen, fernab jeglicher SED- Propaganda.
Da war nichts zu machen, zwar konnte man im Alltag vernünftig mit ihnen reden, sobald es aber nach Kollektiv/ Gemeinschaft roch machten die zu, die ausgestreckte Hand wurde im Prinzip nie angenommen, was aber auch daran liegen könnte, daß sie außerhalb meines Wahrnehmungsbereiches (ich war als FDJ- Sekretär im Lokfahrdienst nur gelegentlich im Bereich der Werkstätten und technischen Anlagen unterwegs) ihre eigenen Erfahrungen mit den Leuten machten, mit denen sie zum Sportfest gehen sollten.
Möglicherweise gab es da Probleme, von denen ich nichts erfahren hatte, dieses Restrisiko einer abschließenden Bewertung dieser Vorgänge bleibt.
Was noch zu sagen ist, beide waren Funktionärs - bzw. Kombinatsdirektorenkind und sind erst nach Abschluß ihrer Schulzeit in das rechte Lager abgedriftet.



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#103

RE: DDR-Erziehung ist Schuld an rechter Gewalt

in Leben in der DDR 15.12.2011 09:12
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat Hackel39:
"Was noch zu sagen ist, beide waren Funktionärs - bzw. Kombinatsdirektorenkind und sind erst nach Abschluß ihrer Schulzeit in das rechte Lager abgedriftet."
Abgedriftet, weil 1989 im Osten ein Loch entstanden ist? Die Jugendorganisationen haben aufgehört zu arbeiten und zu existieren.
Kann ich mir jedenfalls vorstellen, nachdem ich im Thema: Fröhlich sein und singen, gelesen habe. Insgesamt denke ich das in der
" DDR - Erziehung " kein Platz war für braunes Gedankengut. Ist meine Meinung, kann mich auch irren. Letztendlich hat die
" DDR - Erziehung " auch die Generation der jetzigen Politiker - Eliten hervorgebracht. Mit beachtlichen Bildungsabschlüßen zu
" DDR - Zeiten ". Sogar mehrfachen Wechsel der Studienrichtungen auch nach Scheitern in der Ersten. Unterm Strich: So unfrei
kommt mir das alles nicht vor.
Wichtiger erscheint mir jedoch, daß jetzt und heute nicht die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften ausgeblendet werden und
Extremisten ein hausgemachtes Problem bleiben. Zitat:
"Und auch die jüngste internationalen Iglu-Grundschulstudie zeigte, dass es Kinder aus Unterschichts- und Einwandererfamilien in kaum einem anderen Land so schwer haben wie in Deutschland. "
weiter hier:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wisse...,803605,00.html


zuletzt bearbeitet 15.12.2011 09:13 | nach oben springen

#104

RE: DDR-Erziehung ist Schuld an rechter Gewalt

in Leben in der DDR 15.12.2011 11:44
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Polter
Zitat Hackel39:
"Was noch zu sagen ist, beide waren Funktionärs - bzw. Kombinatsdirektorenkind und sind erst nach Abschluß ihrer Schulzeit in das rechte Lager abgedriftet."
Abgedriftet, weil 1989 im Osten ein Loch entstanden ist? Die Jugendorganisationen haben aufgehört zu arbeiten und zu existieren.
Kann ich mir jedenfalls vorstellen, nachdem ich im Thema: Fröhlich sein und singen, gelesen habe. Insgesamt denke ich das in der
" DDR - Erziehung " kein Platz war für braunes Gedankengut. Ist meine Meinung, kann mich auch irren. Letztendlich hat die
" DDR - Erziehung " auch die Generation der jetzigen Politiker - Eliten hervorgebracht. Mit beachtlichen Bildungsabschlüßen zu
" DDR - Zeiten ". Sogar mehrfachen Wechsel der Studienrichtungen auch nach Scheitern in der Ersten. Unterm Strich: So unfrei
kommt mir das alles nicht vor.
Wichtiger erscheint mir jedoch, daß jetzt und heute nicht die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften ausgeblendet werden und
Extremisten ein hausgemachtes Problem bleiben. Zitat:
"Und auch die jüngste internationalen Iglu-Grundschulstudie zeigte, dass es Kinder aus Unterschichts- und Einwandererfamilien in kaum einem anderen Land so schwer haben wie in Deutschland. "
weiter hier:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wisse...,803605,00.html





Hallo @Polter,

das aus Deinem Beitrag zitierte, rot untersetzte und hier nochmal eingesetzte:

"DDR - Erziehung " kein Platz war für braunes Gedankengut


möchte ich aus meiner Betrachtungsweise noch mal ergänzen.

Es war nicht mehr und auch nicht weniger Platz für rechtes Gedankengut wie in den alten Bundesländern. Einige stille, heimliche immer- noch- Fanatiker wird es hier und da schon gegeben haben. Die aber nie offen in Erscheinung treten konnten, ihre Gesinnung propagieren konnten. Allenfalls konnten sie irgendwelche Erscheinungen, Tendenzen, auch wenn es nur das heimliche Kritzeln eines Hakenkreuzes durch unreife Jugendliche war, tolerieren, nicht mit der notwendigen Konsequenz ahnden.

Aber was in der DDR- Erziehung, hatte mich ja diesbezüglich auch schon geäußert *), etwas anders war, das war ein gewisser nationaler Gedanke in Schule, Erziehung, Gesellschaft. Vielleicht auch eine von den Erfindern vielleicht eher unbewußt eingebrachte Grundgedanke für den Wendeschlachtruf "Wir sind ein Volk", der war nach dem Ursprungsruf "Wir sind das Volk" eindeutig im Osten kriert undc ertönte auch nur hier...!

(Und vorsichtshalber und nochmal für die Erbsenzähler: KEIN NATIONALSOZIALISTISCHES GEDANKENGUT!)

*) Ich meinte den Beitrag hinsichtlich der offenene Probleme mit nicht integrationswilligen Migranten. Wo selbst, hier aber die integrationswilligen Migranten, einen klaren Standpunkt zu haben.

Für mich diese ungelösten aber von der Politik produzierten Probleme, Ursachen für rechte Gewalt...und wie Du treffend schreibst, "...hausgemachtes Problem..." zusammen mit (nochmals Zitat von @Polter): "Und auch die jüngste internationalen Iglu-Grundschulstudie zeigte, dass es Kinder aus Unterschichts- und Einwandererfamilien in kaum einem anderen Land so schwer haben wie in Deutschland. "


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 15.12.2011 11:51 | nach oben springen

#105

RE: DDR-Erziehung ist Schuld an rechter Gewalt

in Leben in der DDR 15.12.2011 14:31
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Polter
Zitat Hackel39:
"Was noch zu sagen ist, beide waren Funktionärs - bzw. Kombinatsdirektorenkind und sind erst nach Abschluß ihrer Schulzeit in das rechte Lager abgedriftet."
Abgedriftet, weil 1989 im Osten ein Loch entstanden ist? Die Jugendorganisationen haben aufgehört zu arbeiten und zu existieren.
Kann ich mir jedenfalls vorstellen, nachdem ich im Thema: Fröhlich sein und singen, gelesen habe. Insgesamt denke ich das in der
" DDR - Erziehung " kein Platz war für braunes Gedankengut. Ist meine Meinung, kann mich auch irren. Letztendlich hat die
" DDR - Erziehung " auch die Generation der jetzigen Politiker - Eliten hervorgebracht. Mit beachtlichen Bildungsabschlüßen zu
" DDR - Zeiten ". Sogar mehrfachen Wechsel der Studienrichtungen auch nach Scheitern in der Ersten. Unterm Strich: So unfrei
kommt mir das alles nicht vor.
Wichtiger erscheint mir jedoch, daß jetzt und heute nicht die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften ausgeblendet werden und
Extremisten ein hausgemachtes Problem bleiben. Zitat:
"Und auch die jüngste internationalen Iglu-Grundschulstudie zeigte, dass es Kinder aus Unterschichts- und Einwandererfamilien in kaum einem anderen Land so schwer haben wie in Deutschland. "
weiter hier:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wisse...,803605,00.html




Nein Polter, das Abdriften hatte nichts mit der Wende zu tun, beide Personen waren nach der Entlassung aus dem wohlbehüteten Elternhaus plötzlich auf sich gestellt, mußten einer Arbeit nach gehen und sich in ein Kollektiv einfügen und das alles Anfang der 1980er Jahre.
Das heißt, daß sich die Disposition des Neonazis durchaus auch nach Ende der Schulzeit herausbilden konnte, sehr wahrscheinlich hatte es mit dem Umgang dieser Jugendlichen zu tun.
Nachträglich konnte ich aus den Gesprächen heraus hören, daß man seinen Eliteeltern sogar vorgeworfen hatte, nicht mehr gefordert worden zu sein und es zu einfach gehabt zu haben !!!
Auch möglich, daß eine schwierige Wohnungs- Partner- oder Arbeitssuche zu dieser Tendenz der Protestkultur geführt hatte, da ist fast alles möglich.
Bezogen auf meine eigene Schulzeit kann ich nur konstatieren, daß ich es eine durchgängig antifaschistische Ausbildungs- und Entwicklungsphase war, die Verdienste der Handvoll Antifaschisten, die einst die DDR gegründet hatten haben ihren Wert bis heute beibehalten, die kann ihnen keiner mehr nehmen, egal was Knopp & Co in die Honecker- und Ulbrichtbiografie hineininterpretiert.



zuletzt bearbeitet 15.12.2011 14:34 | nach oben springen



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