#1

Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 21.11.2011 18:19
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hallo zusammen,

auf meinen Spurensuchen an der Berliner Mauer habe ich in der zu Potsdam gehörenden Enklave Klein Glienicke ein Objekt entdeckt, bei dem es sich möglicherweise um eine ehemalige operative Grenzschleuse gehandelt haben könnte. Es befindet sich am westlichen Ende der Louis Nathan Str.
Dort fällt das am Südhang des Böttcherberges gelegene Gelände nach Süden zum ehem. Verbindungsgraben zwischen Glienicker Lake und Griebnitzsee ab (siehe Karte). Die Sperranlagen, die hier nur wenige Meter breit waren, verliefen auf einer in den Hang eingeschnittenen Berme. Im ebenfalls nur wenige Meter breiten vorgelagerten Gebiet ist ca. 1-2 m vor der Grenzlinie noch auf DDR-Gebiet in den Erdboden ein runder Betonschacht mit ca. 0,5 m Durchmesser eingelassen. Neben dem Betonschacht steht vermutlich als Markierungszeichen zum Auffinden der Stelle von westlicher Seite aus ein Baumstumpf mit halb abgesägtem, ca. 1 m langem Stück Baumstamm (siehe Fotos). Auf der Klein Glienicker Seite direkt an den Sperranlagen befand sich am Fuß des Hanges laut Angaben von Anwohnern ein Wohnhaus, welches zu DDR-Zeiten wegen seiner Grenznähe abgerissen wurde. Möglicherweise ist die Unterkellerung im Untergrund verblieben. Kurz nach der Wende stand dort, wenn mich meine Erinnerungen nicht täuschen, noch ein kleines Gebäude, das wie ein Pumpenhaus oder eine Brunnenstube aussah mit einem Schild „Wasserwirtschaftliche Anlage“. Es ist heute ebenfalls nicht mehr vorhanden. Es könnte möglich sein, das von diesem Gebäude aus ein unterirdischer Tunnel unter den Sperranlagen hindurch bis zum erwähnten Betonschacht führte. Da der Querschnitt der Schachtröhre für Personen zu schmal ist, könnte es sich hier um eine Materialschleuse gehandelt haben.

Wer vom GR-44 Potsdam-Babelsberg (GK 1,3,4 oder 5) hat in Klein Glienicke an diesem Grenzabschnitt gedient, kennt den Ort und kann näheres zu diesem Objekt sagen? Da Klein Glienicke im Grenzgebiet lag und nur über den Kotrollposten an der Kanalbrücke in der Lankestraße zu erreichen war, haben möglicherweise dort eingesetzte Grenzer die An- und Abfahrt von MfS-Mitarbeitern wahrgenommen, die in Klein Glienicke Schleusungen durchführten. Vielleicht war das Objekt auch elektronisch gegen unbefugten Zutritt gesichert und auf der Führungsstelle für diesen Grenzabschnitt befanden sich entsprechende signaltechnische Anlagen.

Gruß Kalubke

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#2

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 02:10
von Nocke | 4 Beiträge

hallo kalubke,
habe etliche grenzschichten im sogenannten abschnitt 4 verbracht,mir und anderen wäre sicherlich was aufgefallen wenn dort aktivitäten stattgefunden hätten. die leute die zugang zu klein glienicke hatten. waren einwohner,besucher altenheim und friedhof mit passierschein sowie versorgung ,welche
durch ein postenpaar begleitet wurden. mir fällt nicht ein,das leute mit mfs - ausweis den kp passiert haben.sollte dort etwas gewesen sein,müssten es sachkundige bürger gewesen sein,die auch wussten wo sich die posten gerade aufhalten.



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#3

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 08:46
von terraformer1 | 193 Beiträge

Also ich habe da 2012 mal gesucht aber nichts gefunden. Wer sich für Klein Glienicke allgemein interessiert, kann gerne noch mal meine Videos anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=3Sl_fKEaZwI

http://www.youtube.com/watch?v=81yr0oN5BEw

http://www.youtube.com/watch?v=flH3CwdCZz0


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#4

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 13:13
von andy | 1.198 Beiträge

Ich war von 1983 - 1990 MA der Abt. 2000/Aufkl. im GR-44 und wohnte ab 1985 selbst in Glein Glienicke. Von einer dort befindlichen Personen- oder Materialschleuse ist mir nichts bekannt.


andy


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#5

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 15:55
von Zkom IV | 320 Beiträge

@andy

Kurze Frage zu Klein Glienicke, gehörte ja auch zu meinem Zkom Bereich.
Hinter der "engsten Stelle der DDR" stand auf der linken Seite, also zum Böttcherberg hin, ein Wohnhaus.
Meiner Meinung nach steht das heute noch.

Ich bin der Meinung, dass aus einem oberen Fenster dieses Hauses mal eine zeitlang Fotos in Richtung Westen gemacht wurden. Besonders, wenn wir mal auf Fußstreife da vorbeikamen. Das muß so 1986/87 gewesen sein.

Ist Dir von dieser Besonderen "Observation" was bekannt.

An dieser Stelle hörte ich gemeinsam mit zwei Grenztruppianern im Radio die Berichterstattung über das Fußballspiel Sowjetunion-Kanada bei der Fußball WM 86.
Einfach das Radio auf volle Lautstärke und in den Baum gehangen. Bis zu den Kameraden der anderen "Feldpostnummer" waren es ja dann nur noch fünf Meter.

Gruß Frank



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#6

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 18:19
von andy | 1.198 Beiträge

Zitat von Zkom IV im Beitrag #5
@andy

Kurze Frage zu Klein Glienicke, gehörte ja auch zu meinem Zkom Bereich.
Hinter der "engsten Stelle der DDR" stand auf der linken Seite, also zum Böttcherberg hin, ein Wohnhaus.
Meiner Meinung nach steht das heute noch.

Ich bin der Meinung, dass aus einem oberen Fenster dieses Hauses mal eine zeitlang Fotos in Richtung Westen gemacht wurden. Besonders, wenn wir mal auf Fußstreife da vorbeikamen. Das muß so 1986/87 gewesen sein.

Ist Dir von dieser Besonderen "Observation" was bekannt.

An dieser Stelle hörte ich gemeinsam mit zwei Grenztruppianern im Radio die Berichterstattung über das Fußballspiel Sowjetunion-Kanada bei der Fußball WM 86.
Einfach das Radio auf volle Lautstärke und in den Baum gehangen. Bis zu den Kameraden der anderen "Feldpostnummer" waren es ja dann nur noch fünf Meter.

Gruß Frank



Ja Frank, ich kann mich an einen Vorfall erinnern, der ungefähr in die von Dir genannte Zeit passt. Damals, den genauen Zeitpunkt kann ich nicht mehr sagen, wurde vom Böttcherberg aus in den späten Abendstunden auf ein beleuchtetes Fenster dieses Hauses, wahrscheinlich mit einer KK-Waffe geschossen. Zu diesem Zeitpunkt fand in der Wohnung, zu dem dieses Fenster gehörte eine "weinseelige" Fam.- Feier statt. Die Projektile durchschlugen die Scheiben des Doppelkastenfensters und wurden in den Wänden des Zimmers damals von der Abt. IX der BV Potsdam (Untersuchungsabteilung) sichergestellt. Ich hatte damals Dienst und war mit der Erstbearbeitung dieses Vorfalls beschäftigt. Wimre hielten sich in dem Raum zum dem Zeitpunkt bis zu 10 Personen auf, verletzt wurde aber keiner, was wohl eher Zufall war.
Jedenfalls war die Truppe schlagartig wieder nüchtern, was mich dann doch auf Grund des vielen Leergutes an Bier-, Wein- und Schnapsflaschen etwas verwunderte.
Dieser Vorfall war einer von 5 oder 6 derartiger Vorfälle in Klein Glienicke und deswegen wurde er auch sehr ernst genommen - ein dummer-Jungen-Streich war er jedenfalls nicht.
Das GK-Mitte setzte damals aus Berlin einen Video-Dokumentationstrupp in Richtung Klein Glienicke in Trab, der irgendwann kurz nach Mitternacht auch ankam. Die filmten das Ganze und zogen nach 20 min wieder ab.
Dieses Vorkommnis wurde mit dem Reg.-Kdr. des GR-44 ausgewertet. Der Kdr. entschied, nach Rücksprache mit dem GKM dort einen Beobachtungsstützpunkt, besetzt mit GAKl einzurichten. Wir hielten das damals für wenig zielführend, da alle Vorkommnisse in Klein Glienicke an unterschiedlichen Orten stattfanden und aus diesem Grund haben wir uns an dieser "Überwachung" auch nicht beteiligt - letzendlich hat dieser Einsatz auch nichts gebracht.

Als ich 1985 nach Klein Glienicke zog, gab es an einigen Stellen immer wieder Fälle, bei denen Fensterscheiben von Anwohnern zerstört wurden.
So z.B. auf der Ecke Wannseestr./Am Waldrand. Dort war zeitweise genau auf der Ecke der Grenzmauer ein Podest errichtet worden, von dem aus Jugendliche immer wieder mit Katschis und anderen "Waffen" auf die Fenster in der oberen Etage der Wannseestr. 8 geschossen haben. Die dort wohnende ältere Frau hat das damals gar nicht lustig gefunden. Da ich ihr Nachbar war, habe ich so manche Stunde am Dachfenster des Bodens mit Tele-Fototechnik zugebracht.
Weisst Du was darüber?


andy


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zuletzt bearbeitet 08.01.2014 18:40 | nach oben springen

#7

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 19:57
von Zkom IV | 320 Beiträge

@andy
An den Podest Wannseestr./Am Waldrand kann ich mich nicht erinnern. Nur an das dortige große Einfamilienhaus, von uns "Arztvilla" genannt, da es einem Arzt im Virchow Khs. gehörte.
Wäre toll gewesen, wenn es damals mal einen Austausch zwischen Ost und West gegeben hätte. Schließlich war unsere Hauptaufgabe als GZD die Abwehr von Gefahren an der Demarkationslinie.
Ein Beschießen von Gebäuden auf ostzonalem Gebiet gehörte auf jeden Fall dazu. Mir persönlich ist dieser Fall nicht bekannt. Ich glaube auch nicht, dass das bei uns im Zkom bekannt war, sonst hätte es dort mit Sicherheit Sonderstreifen gegeben, um diesem Treiben ein Ende zu machen.
Tut mir Leid, dass die alte Dame dort zur Zielscheibe wurde.
Die verstärkte Fotodokumentation vom Fenster des Hauses aus macht nun einen Sinn. Toll, dass sich manche Dinge noch nach fast 30 Jahren klären lassen. Haben uns damals immer gewundert, was das soll.
Ich weiß nicht, ob Du vor zwei Jahren die Ausstellung über Klein Glienicke im Schloß gesehen hast. Ich war da. Sehr interessant. Dazu gabs auch ein Buch mit vielen Bildern. 28,-€ dafür waren mir aber zu teuer.
Wohnt eigentlich der ehemalige Kommandeur P. immer noch dort ? Er war lange Jahre für den Bereich zuständig und verlor bei der Entfernung einer vom Westen aus angebrachten Sprengfalle ein Auge.

Leider kann ich Dir keine anderen Auskünfte geben, stehe aber für weitre Fragen jederzeit zur Verfügung.
War der Bereich Stubenrauchstraße/Babelsberg auch Dein Bereich ? Müsste ja eigentlich noch GR 44 sein.

Gruß Frank



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#8

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 20:24
von damals wars | 12.113 Beiträge

Da ich nur für schwarze Postenpunkte zugelassen war, kam ich nie nach Klein-Glienicke, dort gab es nur rote Postenpunkte. Aber wir hatten in der Nähe der alten Autobahn eine Schleuse, durch die Autos (UAZ) fuhren,die Schleuse an dieser Stelle hätte wenig Sinn gemacht. Die wasserwirtschaftlichen Anlagen waren mittels Gitter gesichert,begehbar, und wenn ich mich recht entsinne, die Gitter wiederum elektronisch. Die Anlagen wurden durch Aufklatscher kontrolliert, ich traf dadurch jemanden aus der Ausbildung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#9

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 08.01.2014 21:11
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@damals wars,

UAZ fuhren durch die Grenzschleuse ins Vorgelagerte??


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#10

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 09.01.2014 01:14
von Nocke | 4 Beiträge

War auf Höhe Dreilinden alte Autobahn.Ja,mal mit 2 Mann hin und 4 zurück und auch ungekehrt.Bei manchen Fällen mussten wir auch den PoP verlassen und wurden auf Grenzstreife geschickt !



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 09.01.2014 02:04
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #9
@damals wars,

UAZ fuhren durch die Grenzschleuse ins Vorgelagerte??


ja.Aktion Uhu war angesagt.Der Jeep kam in den Grenzabschnitt und fuhr durch ein"Scheunentor" ins Vorgelagerte.
Als Gruppenführer durfte ich die Aktion absichern. Die Posten wurden manchmal mit Hilfe der Pappe umverteilt.
Müsste so im BereichDreilinden/Teerofendamm gewesen sein. Wenn ich es richtig in Erinnerung haben, kamen sie aus Richtung Güst.
Dort hatten wir ursprünglich auch einen Teil abzusichern, der wurde dann später aber komplett von der Güst übernommen.


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#12

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 09.01.2014 14:01
von diefenbaker | 584 Beiträge

Waren der 3. und 4. Mann aus dem UAZ uniformiert und bewaffnet und hatten im Vorgelagerten einen Beobachtungsposten oder sind weitergewandert?

Gruss Wolfgang



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#13

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 09.01.2014 21:51
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #12
Waren der 3. und 4. Mann aus dem UAZ uniformiert und bewaffnet und hatten im Vorgelagerten einen Beobachtungsposten oder sind weitergewandert?

Gruss Wolfgang

Der Wagen war geschlossen, die Zahl der Mitfahrer nicht erkennbar, gelaufen wurde natürlich nicht. Fragen waren eher unüblich und unterblieben schon auf Grund des herablassenden Verhaltens des Offiziers in Grenzeruniform.


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#14

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 09.01.2014 22:28
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Also ein UAZ im Berliner Vorgelagerten finde ich dann doch ziemlich auffällig. Auch für WB- Polizei oder Zoll! Wie tief war denn das Vorgelagerte dort? Wurde Nachts oder am Tag geschleust?


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#15

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 10.01.2014 08:43
von terraformer1 | 193 Beiträge

Nördlich von Albrechts Teerofen war ein ziemlich großes Vorgelagertes Waldgebiet. Ungewöhnlich für die Grenze zu WB.

Angefügte Bilder:
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#16

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 10.01.2014 21:26
von damals wars | 12.113 Beiträge



Bei 2.20 ein Tor ins Vorgelagerte, Abwasserrohre wurden zur Personenschleusung nicht benötigt!

http://www.youtube.com/watch?v=0Vb0fLo-W...player_embedded


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zuletzt bearbeitet 10.01.2014 21:30 | nach oben springen

#17

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 10.01.2014 21:28
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #16


Bei 2.20 ein Tor ins Vorgelagerte, Abwasserrohre wurden zur Personenschleusung nicht benötigt!

schade,deaktiviert
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#18

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 10.01.2014 22:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #17
Zitat von damals wars im Beitrag #16


Bei 2.20 ein Tor ins Vorgelagerte, Abwasserrohre wurden zur Personenschleusung nicht benötigt!

schade,deaktiviert
Lutze
Brauchst nicht sauer sein,geht doch,wenn du Video anklickst,erscheint Video auf YouTube ansehen.
YouTube anklicken und alles ist fein.
(Es sind 2Teile)


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#19

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 11.01.2014 01:49
von Nocke | 4 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #14
Also ein UAZ im Berliner Vorgelagerten finde ich dann doch ziemlich auffällig. Auch für WB- Polizei oder Zoll! Wie tief war denn das Vorgelagerte dort? Wurde Nachts oder am Tag geschleust?


Zu meiner Zeit(88/89) war das meist am späten Nachmittag.Im Vorgelagerten verlief die alte Autobahn mit der alten Brücke die man wohl in einem Teil der Autobahnpolizei(RTL) gesprengt hat.Ich hatte mal bei einer Nachtschicht als B-Meldung Wartburg bzw Barkas Motorengeräusche aus dem Vorgelagerten gemeldet,wurde ignoriert und wurde am nächsten Tag vom KC aufgeklärt,das dies nicht möglich ist wegen keiner Zufahrt oder so ähnlich.Wer`s glaubte.
Sieh mal auf ältere Stadt oder Landkarten,da sieht man meistens den Verlauf der alten und neuen Autobahn.



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#20

RE: Mutmaßliche Grenzschleuse in Klein-Glienicke bei Potsdam

in Spurensuche innerdeutsche Grenze 18.04.2014 14:15
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hallo zusammen,
vielen Dank für Euer Interesse an meinem Beitrag. Sorry, habe lange nicht hineingeschaut, weil er eine ganze Weile „unbeackert“ blieb.
Laut den Infos von nocke und andy, die sozusagen aus erster Hand sind, war in Klein Glienicke, was Schleusungen betrifft in den 80er Jahren wohl eher tote Hose. Dass aber in den 70’ern einiges in dieser Richtung stattgefunden haben muss, dafür gibt’s Belege in der Literatur. Franz Pateley, ehem. Major der GT und von 1970-76 Kommandeur des so genannten „besonderen Raumes Klein Glienicke“ äußert sich in dem Buch „Glienicke – Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet“ auf Seite 146 dazu folgendermaßen:

„Das unübersichtliche Gebiet wurde genutzt, um Kundschafter in den Westen rein und wieder heraus zu schleusen. Wir hatten diese Situationen immer wieder: Der Befehl der Stasi kam als Weisung über unseren Kommandanten zu uns: >Der Abschnitt soundso ist von 2 Uhr bis 4 Uhr 30 nicht zu bestreifen. Die Grenzbeleuchtung muss in dieser Zeit ausgeschaltet werden.< Dann wussten wir Bescheid, dass sie einen rüberholen. Meistens war das oben an dem Grundstück am Waldrand, wo früher die Schule stand. Wir mussten dann immer den Abschnitt freihalten. Obwohl ich es nie selbst beobachtet habe, war mir klar, was da passierte. Wir haben dann immer versucht, nachher Spuren zu entdecken, aber die haben sie perfekt verwischt. Nur an einer Stelle merkten wir irgendwann, dass man den Stacheldraht aushaken konnte. Über das, was wir mitbekommen hatten, durften wir keinen Bericht schreiben und mit niemandem darüber sprechen«, erinnert sich der ehemalige NVA-Offizier. »Die Staatssicherheit hatte absolut das Sagen, selbst wir als Angehörige der Grenztruppen mussten uns unterordnen.“

Weiterhin kann man heute noch Spuren finden, die möglicherweise auf weitere ehem. Schleusungsbereiche hindeuten. So gibt es z.B. auf Westberliner Seite im Bereich des östlichen Abschnittes der Griebnitzstraße, der damals kaum gesichertes vorgelagertes DDR-Gebiet war und von Klein Glienicke aus über das Gassentor in der Hinterlandmauer am Paddengaben und über ein zweites Tor in der vorderen Grenzmauer am Ufer des Griebnitzsees betreten und verlassen werden konnte, einen ehem. B-Punkt der westlichen Grenzüberwachungsorgane in Form von Schützenmulden, die sich auf einer Anhöhe befinden, von der aus man einen guten Überblick über das vorgelagerte DDR-Gebiet hat. andy kennt diesen B-Punkt als ehem. Aufklärer möglicherweise auch. Vielleicht mussten die Schleusungen in Klein Glienicke in den 80’ern wegen größerer Aufklärungsaktivitäten der Gegenseite stark eingeschränkt werden.
Als Nachweis für das bunkerähnliche Bauwerk in der Louis Nathan Allee Nr. 7 direkt unterhalb des wegen Grenznähe abgerissenen Schweizerhauses kann die nachstehende Aufnahme vom Frühjahr 1990 dienen, auf die ich gestoßen bin. Also hat mich meine Erinnerung, dass da kurz nach der Wende noch was stand, nicht getäuscht. Die Frage ist nun, wer hat es wann gebaut und wozu hat es gedient? Steht es im Zusammenhang mit der auf dem gleichen Grundstück unmittelbar an der Grenzlinie befindlichen Betonröhre? Eine „wasserwirtschaftliche Anlage“, wie damals dran stand, dürfte es eigentlich nicht gewesen sein. Warum sollte man eine Wasserfassung einfach so wieder abreißen? Das wäre höchstens dann denkbar, wenn durch die ca. 1 km östlich auf Westberliner Seite gelegene Deponie das Grundwasser mit kontaminiertem Sickerwasser so stark belastet worden wäre, dass sich der Grundwasserschaden bis in den Raum Klein Glienicke hinein hätte ausbreiten können. Das ist aber allein schon wegen der dortigen Grundwasserströmungsrichtungen, die direkt nach Süden in Richtung Griebnitzsee gehen, eher unwahrscheinlich. Hatte übrigens, wie das Foto zeigt, in meinem Plan das Objekt nicht ganz lagerichtig eingetragen. Es liegt etwas weiter östlich im Bereich der Böschungssignatur. Zur besseren Orientierung findet Ihr auf den beiden Luftbildern die topographische Situation von 1953 und von 1985. Auf dem Grundstück besteht bis zu den oberhalb verlaufenden Sperranlagen ein Höhenunterschied von ca. 3 – 4 m. Meines Erachtens ausreichend genug, um ausgehend vom Böschungsfuß unter den Fundamenten des abgerissenen Hauses hindurch einen Tunnel bis zur Betonröhre anzulegen. Das bunkerartige Bauwerk hat vielleicht zur Tarnung des Tunneleinganges und das alte Gebäudefundament zur Stabilisierung der Tunneldecke gedient.
Wenn sich auf der Westseite der Mauer am Böttcherberg ein einsamer Spaziergänger im Gebüsch am Wegesrand unauffällig etwas im Waldboden verschwinden lässt und „rein zufällig“ auf der Klein Glienicker Seite gerade ein Fahrzeug des „VEB Wasserwirtschaft Potsdam“ oder so ähnlich vor der Brunnenstube parkt, das wäre doch für Außenstehende in Ost und West schwer in Zusammenhang zu bringen und als Materialschleusung zu erkennen gewesen. Von den Anwohnern jedenfalls war nichts in Erfahrung zu bringen. Ein älterer Laubenpieper in seinem Garten gegenüber hat aber recht seltsam reagiert, als ich ihn vor einiger Zeit auf einem Spaziergang nach dem Bauwerk befragte. Er stammelte etwas verlegen, dass das doch schon alles über 20 Jahre her ist und er nur weiß, dass an der ehem. Schule was gelaufen ist (siehe Äußerungen von F. Pateley). Eine Schleusung ohne großen Aufwand anstelle von Einsatz- bzw. Sicherungskompanie und Schleusungskommando nur mit einem Grenz-IM abzuwickeln, der ab und zu mal in die Brunnenstube geht, wäre doch auch eine denkbare und kaum auffällige Variante. Auf dem Grundstück Louis Nathan Allee Nr. 7 gab es übrigens auch einen GMN-Anschluss. Purer Zufall? Bin gespannt, wie weit ich mit meinen Vermutungen von der Wahrheit entfernt bin. Vielleicht lüftet sich ja irgendwann mal das Geheimnis.

Gruß Kalubke



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