#1

Die Schutz & Sicherheitsorgane der DDR, im Fokus der öffentlichen Meinung

in Mythos DDR und Grenze 18.11.2011 17:12
von ABV | 4.202 Beiträge

Angeregt von einem Beitrag von josy zu einem Thema, möchte hier einen neuen Thread eröffnen. Wie seht ihr das, welches Ansehen besaßen die Schutz & Sicherheitsorgane in der DDR tatsächlich? Auf der einen Seite gab es bunte Bildbände, Kinderlieder in denen die Genossen von NVA und VP besungen wurden. In spannenden Büchern berichteten Autoren über den harten, gefährlichen Einsatz der Grenztruppen, gegen einen stets heimtückischen "Klassenfeind". Nicht ganz so zahlreich, befassten sich die Medien mit der Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit. Aber Buchautoren wie Hans Siebe und Filmklassiker wie " For eyes only" sorgten ebenfalls für eine Aufpolierung des "Tschekistenimages".
Wirklich? Dem gegenüber standen zum Beispiel die boshaften VP-Witze. Volkspolizisten, insbesondere die Angehörigen der Schutzpolizei, galten vielerorts als tumbe Trottel, kaum fähig den eigenen Namen zu schreiben. Wer mehr als nur den Grundwehrdienst bei der NVA absolvieren wollte, wurde nicht selten als " zu faul und zu dämlich um richtig Arbeiten zu können", eingeschätzt. Armeedienst galt bei den allermeisten als notwendiges Übel. Dazu trug möglicherweise auch die NVA selbst bei, da die dortigen Verhältnisse nun überhaupt nichts mit den in den Romanen eines Walter Flegels zu tun hatten. Wer es nicht glaubt, kann sich bei youtube den Film " Der Regimentskommandeur" ansehen. Zu diesem Film lieferte Flegel die literarische Vorlage. Beim Anschauen des Streifens glaubte ich tatsächlich im falschen Film zu sein.
Aber auch das öffentliche Bild der Grenztruppen hatte nichts mit dem " vom Volke geliebten, vom Feinde gehassten Grenzsoldaten" gemein.
Das MfS konnte sich schließlich nur auf eine Unmenge Gerüchte und Legenden zu seiner Arbeitsweise stützen. Im wahren Leben bedeutete ein Dienstverhältnis beim MfS unter anderem auch Isolation und Einsamkeit.

Wie seht ihr das?

In der Hoffnung auf eine rege Diskussion
der Uwe aus dem Oderland


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#2

RE: Die Schutz & Sicherheitsorgane der DDR, im Fokus der öffentlichen Meinung

in Mythos DDR und Grenze 18.11.2011 18:41
von PF75 | 3.294 Beiträge

@ Uwe

bei der Polizei gabs wie schon in einem anderen Thema erwähnt solche und solche Leute,bei uns in einer Kleinstadt kannte man ja die meisten angehörige der VP und wußte wie man mit ihnen umzugehen hatte(von lcker bis reserviert),in meinen Augen war das ein normaler Beruf der seien mußte (solange es einen nicht selbst betraf).Mit den Kollegen vom Mfs hatte man ja normalerweise nichts abzumachen,man kannte ja auch einen Teil der offiziellen und mit denen hatte man ja keinen Kontakt und IM-s waren ja damals weitgehend ein fremdwort und es kann auch nicht soviele gegeben haben denn es gab bei einigen feierlichkeiten auch mal einige unsaubere Aktionen und es wurde keiner eingesperrt.
NVA wurde als notwendiges Übel angesehen,das keinem schadet,aber die richtige notwendige Überzeugung hatte man nicht,man wollte nur seinen GWD sicher und ohne schaden überstehen.


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#3

RE: Die Schutz & Sicherheitsorgane der DDR, im Fokus der öffentlichen Meinung

in Mythos DDR und Grenze 18.11.2011 19:20
von eisenringtheo | 9.181 Beiträge

Verkehrspolizei und Mitarbeiter ÖV: Immer und überall hart dem Humor ausgesetzt.

In der DDR war Kriminalpolizei (und MfS) wohl nicht für humoristischen Spott zugelassen wie z.B. in Österreich. Einem Major der Kriminalpolizei hätte man keine Ohrfeigen geben dürfen..
http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=1676

Theo


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#4

RE: Die Schutz & Sicherheitsorgane der DDR, im Fokus der öffentlichen Meinung

in Mythos DDR und Grenze 18.11.2011 21:11
von Huf (gelöscht)
avatar

Zitat von ABV
Angeregt von einem Beitrag von josy zu einem Thema, möchte hier einen neuen Thread eröffnen. Wie seht ihr das, welches Ansehen besaßen die Schutz & Sicherheitsorgane in der DDR tatsächlich? Auf der einen Seite gab es bunte Bildbände, Kinderlieder in denen die Genossen von NVA und VP besungen wurden. In spannenden Büchern berichteten Autoren über den harten, gefährlichen Einsatz der Grenztruppen, gegen einen stets heimtückischen "Klassenfeind". Nicht ganz so zahlreich, befassten sich die Medien mit der Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit. Aber Buchautoren wie Hans Siebe und Filmklassiker wie " For eyes only" sorgten ebenfalls für eine Aufpolierung des "Tschekistenimages".
Wirklich? Dem gegenüber standen zum Beispiel die boshaften VP-Witze. Volkspolizisten, insbesondere die Angehörigen der Schutzpolizei, galten vielerorts als tumbe Trottel, kaum fähig den eigenen Namen zu schreiben. Wer mehr als nur den Grundwehrdienst bei der NVA absolvieren wollte, wurde nicht selten als " zu faul und zu dämlich um richtig Arbeiten zu können", eingeschätzt. Armeedienst galt bei den allermeisten als notwendiges Übel. Dazu trug möglicherweise auch die NVA selbst bei, da die dortigen Verhältnisse nun überhaupt nichts mit den in den Romanen eines Walter Flegels zu tun hatten. Wer es nicht glaubt, kann sich bei youtube den Film " Der Regimentskommandeur" ansehen. Zu diesem Film lieferte Flegel die literarische Vorlage. Beim Anschauen des Streifens glaubte ich tatsächlich im falschen Film zu sein.
Aber auch das öffentliche Bild der Grenztruppen hatte nichts mit dem " vom Volke geliebten, vom Feinde gehassten Grenzsoldaten" gemein.
Das MfS konnte sich schließlich nur auf eine Unmenge Gerüchte und Legenden zu seiner Arbeitsweise stützen. Im wahren Leben bedeutete ein Dienstverhältnis beim MfS unter anderem auch Isolation und Einsamkeit.

Wie seht ihr das?

In der Hoffnung auf eine rege Diskussion
der Uwe aus dem Oderland



Hallo Uwe,

ich finde die Grundsatzfrage in Deinem Eingangsbeitrag auch ziemlich interessant: zunächst habe ich es mir aber angetan, gemäß Deiner Empfehlung jenen Film anzusehen.
Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass man soviel Klischee (das sei forumgemäß formuliert) überhaupt in so konzentrierter Weise und so abartig in einem Spielfilm gestaltet!

Euch allen ein schönes WE!

VG Huf


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